Vichy, im Juli 1941.
29.5;
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। $1 i Wehenden Verlauf des Krieges gegen England n'eufer' Wb eine Berichtigung erfahren wird. Vielleicht gibt
nwer Mummen Tu K nlag gto Art'. Singapore z u m Militärdienst zu melden.
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genannte Besatzung des auf einer 3000 Meter hohen Bergspitze Aethiopiens gelegenen Stützpunktes Uol- ch e f i t kämpft nunmehr, wie Agenzia Stefani berichtet, seit hundert Tagen einen heldenmütigen Kampf. Immer wieder versucht der Gegner, die Handvoll Männer in Uolchefit, denen nur wenige
Tokio, 28. Juli. (WB.) Nach Berichten aus Bangkok haben die britischen Behörden der mala i i s ch e n H a l b i n s el die Entsendung größerer Truppeneinheiten in die Grenzgebiete angeordnet. In den Gewässern um Singapurs sei die Legung von Linen und gleichzeitig der Patrouillendienst verstärkt worden. Die im malaiischen Gebiet ansässigen Engländer hätten sich m
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Schanghai, 29. Juli. (DNB. Funkfpruch.) Japanische Truppen begannen am Dienslagmorgen, wie in Hanoi bekannlgegeben wird, mit der Ausschiffung nördlich der Camranh'Bucht. Die amtliche Bekanntmachung besagt ferner, daß der japanischen Luftwaffe insgesamt acht Flugplätze einschließlich des Flugplatzes von Saigon zur Verfügung gestellt wurden. In Saigon werden Vorbereitungen zur Aufnahme der japanischen Truppen getroffen. Das Gebäude der französischen Handelskammer wird dem japanischen Generalstab zur Verfügung gestellt, das Gebäude der chinesischen Handelskammer wird japanisches Hauptquartier. Die japanischen Truppen beziehen Kasernen außerhalb der Stadt. Die Hafenanlagen von Saigon werden der japanischen IHarine weitgehend zur Verfügung gesteltt. Die Hotels von Saigon sind mit seit dem Wochenende eintreffenden japanischen Offizieren überfüllt. Die Vorbereitungen zur Aufnahme der Japaner wickeln sich reibungslos ab.
leichte Geschütze zur Verfügung stehen, zu vernichten. Aber immer wieder ziehen die Angreifer in den Kämpfen auf den steilen Abhängen des Berges um die Adlernestern gleichenden Stützpunkte den kürzeren. Auch die mehrmaligen Versuche des gegnerischen Befehlshabers, die Verteidiger von Uolchefit zur Niederlegung der Waffen zu oer= anlassen, finden unzweideutige Entgegnungen durch Ausfälle aus der Felsenstellung. An ledern Morgen steigt die italienische Trikolore erneut am Flaggenmast der höchsten Stellung empor.
(auf dem Bilde rechts) Gesandter Schmidt (Scherl-Bilderdienst-M.)
Sowohl Form und Inhalt dieses Briefes als auch die gesamten Begleitumstände seiner angeblichen Entdeckung lassen schon auf den ersten Blick erkennen, daß es sich dabei um nichts anderes als eine Fälschung denkbar Plumpester Art handelt. Der Gesandte Dr. Wendler hat der Reichsregierung sofort nach der Veröffentlichung des Schriftstückes telegraphisch die dienstliche Meldung erstattet, daß er einen derartigen Brief niemals erhalten und überhaupt mit Herrn Velmonte in keinerlei Verbindung gestanden habe. In voller Uebereinstimmung damit hat Herr Velmonte selbst im Auswärtigen Amt in Berlin am 26. Juli die Erklärung abgegeben, daß er an den Gesandten Wendler weder den veröffentlichten noch einen anderen Brief geschrieben und seinerseits von ihm niemals einen Brief erhalten habe. Das veröffentlichte Schriftstück sei eine glatte Fälschung. Herr Velmonte Hot dabei von sich aus den Wunsch geäußert, diese seine Erklärung auch öffentlich abzugeben.
Die Reichsregierung muß hiernach feststellen, daß sich die bolivianische Regierung a u f Schritte einer dritten Macht bin und ohne auch nur den Versuch zu einer Aufklärung des Sachverhalts zu machen, zu einem im internationalen Verkehr beispiellosen Vorgehen gegen den diplomatischen Vertreter des Reiches bereitgefunden hat. Die Reichsregierung legt hiergegen erneut die schärfste Verwahrung ein.“
„Asahi Shimbun" weist darauf hin, daß die jetzt ergriffenen Maßnahmen E n g l a n d s u n d Nordamerikas zwar das japamfch-mdochme-
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Das Mißtrauen der Bevölkerung gegen die englischen Finanzinstitute bewirkte am Montag einen Ansturm auf die Schalter, so daß die englischen Banken sich gezwungen sahen, die Geldabhebungen auf 500 Piaster zu beschränken.
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Hnfer Bild zeigt den bolivianischen Militärattache Major Belmonte bei der Verlesung seiner Erklärung vor den Pressevertretern. Neben ihm — — ^mihf
vom Auswärtigen Amt. —-
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Berlin, 28. Juli. (WB.) Im Zuge einer Hetzkampagne gegen Deutschland hat die bollvra- nische Regierung den deutschen Gesandten Wendler ohne Angabe von Gründen aufgefor- dert, innerhalb dreimal 24 Stunden Bolivien zu verlassen. Nachträglich veröffentlichte Oie bolivianische Regierung einen angeblichen Brief des bolivianischen Militärattaches in Berlin, Mafor Belmonte, den dieser an den deutschen Gesandten Wendler geschrieben haben soll und begründet damit die unerhörte Maßnahme gegen den Vertreter des Großdeutschen Reiches. Den veröffentlichten angeblichen Brief will die bolivianische Regierung v o n einer ausländischen Macht zur Verfügung gestellt bekommen haben. Form und Inhalt dieses Briefes sowie die Begleitumstände seiner angeblichen Entdeckung lassen aus den ersten Blick erkennen, daß es sich um eine Fälschung dümmster und plumpester Art handelt.
Diese Feststellung sand nun ihren endgültigen Beweis durch eine E r k l ä r u n g des bolivianischen
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Der gefälschte Brief.
Die Erklärung des bolivianischen Militärattaches. - Scharfe deutsche Protestnote
Dienstag. 29.Juli
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desVormittags
Anzeig en-Vreise:
Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rpf. te mm bei 70 mm Aeilenbrerte
Nachlässe:
Wiederholung Malstaffel l Abschlüße Mengenstaffel B Platzoorfchrift (vorherige Vereinbarung) 25°/« mehr
® Die Bitterkeit, mit der der letzt gesogene oor Häufige Schlußstrich unter Syrien m V.chy -mp Üunben wird, verbindet sich mit trüben Fel I »en. die man im Augenblick nur andeuten kann innb die sich aus der strate gt s che " Lage Sy »iens und dem Fehlen direkter Nachschubmoglich- leiten ergeben, welche zu dem Zulammenbruch des französischen Widerstandes geführtHabern m Iranzösische Regierung hat {rcmbc fiüfe 3 iteibigung Syriens nicht angerufen. Die g «eit, Verstärkungen nach Syrien zu ent enden ha mur aus indirektem Wege bestanden, sie ... geleitet, die Reise des Unterstaats,ekretius Beno1 Mechin nach Ankara ist noch '" inscher Erinnerung. -Aber man muß sich heute mit den Tatsachen ab iiinden. Einstweilen wird Frankreich den Kult seine Isyrischen Erinnerung weiterpflegen.
Uolchefit.
Rom, 28.Juli. (DRB.) Die in d°n meisten ,ta- iliemjchen Wehrmachtberichten der letzten . ®
Valerlande dienen. Ich würde es daher dankbar begrüßen, wenn die bolivianische Regierung die etwa gegen mich getroffenen Maßnahmen nicht abändern würde.“
Die Reichsregierung hat auf Grund dieses Vorgehens und der Enthüllung des plumpen Fälscher- tricks, dem die bolivianische Regierung in unverständlicher Leichtfertigkeit und ohne auch nur den Versuch einer Nachprüfung anzustellen, aufgesessen ist. heute im Anschluß an die bereits veröffentlichte Protestnote vom 22. Juli der bolivianischen Regierung folgende Note übermittelt:
„Im Auftrage der Reichsregierung habe ich die Ehre folgendes mitzuteilen: Nackdem die bolivianische Regierung zunächst ohne Angabe von irgend welchen Gründen die Aufforderung an den deutschen Gesandten in La Paz, Herrn Wendler, hatte richten lassen, binnen weniger Tage das Land zu verlassen, hat sie am folgenden Tage gegenüber Vertretern der Presse, und zwar ohne Angabe konkreter Tatsachen, den Vorwurf erhoben, daß der Schritt gegen den Gesandten erfolgt sei, weil er sich an Machenschaften gegen die bolivianische Regierung beteiligt habe. Die Behauptung, die sich von selbst als völlig freie Erfindung charakterisierte und jeder Grundlage entbehrte, ist bereits in der Note des Gesandten Wendler vom 22. Juli auf das schärfste zurückgewiesen worden.
Daraufhin hat sich die bolivianische Regierung veranlaßt gesehen, ein Schriftstück zu veröffentlichen, das ihr nach ihrer eigenen Angabe von einer dritten Macht in die Hände gespielt worden ist. Sie behauptet, daß dieses Schriftstück ein von dem bolivianischen Militärattache in Berlin, Herrn Belmonte, an den Gesandten Wendler gerichteter Brief sei, der die gegen den letzteren erhobenen Vorwürfe beweise.
Das Schicksal Syriens
Von unserem E.F.-Korrespondenten.
tim das WKmesische Meer.
Ein Blick auf die Karte macht die politische Situation in Jndochina vollkommen klar. Im.Hintergrund liegt der Indische Ozean. An ihn schließt sich im Norden das von England besetzte Burma Dann folgt ein Stück Thailand, und im Süden schließen ich die Malaiischen Staaten an. An der Sudspitze dieser langgestreckten hinterindischen Landzunge liegt Singapur, unmittelbar gegenüber der großen durch ihren Tabak bekannten Insel Sumatra, mit der das gewaltige niederländisch-indische Jnselreich beginnt. Auf Sumatra folgt 3ana, bas koloniale Kleinod Niederländisch-Jndiens. Nördlich davon liegt Borneö, das im südlichen Teil ebenfalls holländisch, im kleineren nördlichen Teil englisch ist. Und daran schließen sich wieder die von den Vereinigten Staaten kontrollierten Philippinen an. Von den Philippinen bis zur japanischen Insel Formosa ist es ein Katzensprung. .. .
Diese Gebiete umschließen das Sudchin e fische Meer. Die Verbindung zwischen dem Sudchinesischen Meer und dem Indischen Ozean fuhrt durch die Meerenge von Singapur. Die Uebermacht des englisch-amerikanisch-holländischen Kolonialkonzerns ist offenbar und würde endgültig besiegelt, wenn sich England mittelbar oder unmittelbar in den Besitz von Französisch-Jndochina setzen würde. Dagegen hat Japan jetzt reagiert. Es hat im Emoer-. nehmen mit der Vichy-Regierung und unter Anerkennung der französischen Oberhoheit See- und Luftstützpunkte in Jndochina erworben: als Flottenstützpunkt die von hohen Gebirgen umschlossene, weiträumige und durch vorgelagerte Inseln nicht leicht zugängliche Bucht von Camranh, als Luftstützpunkt Gelände in der Nähe der Handelsstadt Saigon. Die USA. betreiben das Erwerben von Stützpunkten weit jenseits der Westhömisphäre mit Passion. Wenn die Japaner sich der drohenden Ausschließung vom Südchinesischen Meer widersetzen, so sind sie nach amerikanischer Auffassung Schurken. Die Moral mit doppeltem Boden, wie sie in den Vereinigten Staaten mit technisch bewundernswerter Gewandtheit vertreten wird, feiert hier einen stolzen Triumph.
Die politisch-geographische Ausschließung Japans vom südchinesischen Meer soll durch eine wirtschaftliche Konzernpolitik größten Stils ergänzt werden. Japan soll von den reichen Rohstoffen des ihm so
lichkeit jedoch Glieder einer seit langer Zeit betriebenen Politik sind. Sie können als Verkörperung des Strebens der Vereinigten Staaten betrachtet werden, die Errichtung eines Großwirtschaftsraumes in Ostasien durch eine antijapanische Einkreisungspolitik mit wirtschaftlichen Mitteln zu Hintertreiben. „Japan habe aber", so stellt „Asahi Shimbun" fest, „ausreichende Gegenmaßnahmen wohl vorbereitet". „Tokio Nichi Nichi sieht in der Aufkündigung der britischen Handelsverträge sogar einen Nutzen für Japan. „Tatsächlich hatte Japan Nachteile auf Grund der mit England und seinen Besitzungen abgeschlossenen Meistbegünstigungs-Verträge", schreibt das Blatt. Der japanische Handel habe durch die infolge Englands Devisenkontrolle praktisch eingetretene Exportsperre die Balance verloren. Japan habe Unbequemlichkeiten gehabt durch Verzögerung der Zahlungen aus den Sterling-Ländern. England habe also durch die Aufkündigung der Handelsverträge tatsächlich Japan einen Gefallen getan.
Britische Truppenbewegungen in Malaia.
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Beweis durch eine E r k l ä r u n g des bouviamicyen Militärattaches Major Belmonte die dieser heute mittag vor der deutschen und der ausländischen Presse gab. Diese Erklärung lautet:
„Meine Regierung hat ungewöhnliche Maßnahmen gegen den Gesandten des Großdeutschen Reiches mit einem Brief begründet, den ich an Gesandten Wendler in La Paz von Deutschland aus geschrieben haben soll und der der bolivianischen Regierung, wie sie veröffentlicht hat, von einer fremden Macht zur Verfügung gestellt wurde. Dieser angebliche Brief, von dem ich durch die Veröffentlichung zum ersten Male Kenntnis habe, ist von mir niemals geschrieben worden. Ich halte es im Interesse der Wahrheit und im Interesse der Beziehungen zwischen dem deutschen und meinem Volke für meine Pflicht, hier vor den Vertretern der Presse ehrenwörtlich als Offizier zu erklären, daß ich weder diesen Bries noch irgendein anderes Schreiben oder eine Mitteilung an den deutschen Gesandten Wendler jemals gerichtet habe. Dieser Brief ist eine Fälschung.
Es ist in Bolivien bekannt, daß ich jederzeit meine heiligste Pflicht darin gesehen habe, den Interessen meines Vaterlandes zu dienen Ich weih, daß ich wegen meiner Haltung von politischen Kras- ten und von geheimen Organisationen f eit geraumer Zeit verfolgt werde Ich bm der Uebeneugung, daß dies der Grund ist. mir diesen Brief zu unterschieben und m,t dieser Fälschung sowohl meine ehrlichen nationalen Absichten wie gleichzeitig die deutfche Reichsregierung zu tret- fen Ich habe m ei n e r Regierung nach Kenntnisnahme der ungeheuerlichen Vorwurfe folgende Mitteilung gemacht: .
Zum Wohle meines Vaterlandes und damit die Regierung nicht auf Grund falscher Informationen handele, erkläre ich, daß es vollständig unwahr ist, daß ich umstürzlerische Beziehungen zur deutschen Regierung oder ihrem Gesandten in Bolivien unterhalte oder unterhalten habe. Ebenso habe ich weder einen Brief noch irgendwelche Mitteilungen an den Herrn deutschen Gesandten Wendler geschrieben, noch solche von ihm erhalten. Diese Erklärung soll keine Verteidigung meiner xerjon sein, sondern meinem
Levin ireubn 3. St WM enm, p. M .0. Ott. t, 0:1. r. M rte 116 Gicht le.
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Beilagen:
Aießener Familienblätter NatunBild-DieScholle
Bezugspreis:
Monatlich...... - RM 1.80
Zustellgebühr... „ . .25 7uda bei "Nichterscheinen -on einzelnen Nummern nfolge höherer Gewalt
MetzenerAnzelger
General-Anzeiger für Oberheffen .....
Itr dramatische Verlauf der Woche, die der Unter- nchnung der englisch-französischen Konvention vom «.Juli vorausgegangen ist, schon einen Anhalts- ;anft zur Beurteilung dieser Frage. Alle Einzel- ' leiten der Verhandlungen, die zum Teil auf dem Lege über die nordamerikanischen diplomatischen '•ertretungen geführt worden sind, sind noch nicht !kkannt, aber eine grundlegende Tatsache steht doch ivhl fest: Die französische Regierung hat es mit Irfolg ab gelehnt, sich in einem Abkommen io l i t i s ch e n Charakters ihrer Stellung als Man- !»tsmacht im Rahen Osten für alle Zeiten zu be-- t>ben, so wie die ursprünglich von London gestell- in Bedingungen es gewollt hatten. Vielmehr ist -jtzt zwischen den kommandierenden englischen und sivnzösischen Generälen lediglich ein Abkommen rilitärischen Charakters abgeschlossen worden. l(rst die weitere Entwicklung wird zeigen können, d England Grund hat, zu triumphieren.
’ Zweierlei ist auseinanderzuhalten: das Vorrücken br englischen Machtposition an den Ufern des öst- jchen Mittelmeers von Palästina und dem Irak Li5 bis an die türkische Grenze, und andererseits Le Möglichkeit eines Fußfassens des Petain-femd- chen, hochverräterischen Gaullismus in einer bis- - engen Position des französischen Kolonialreiches. Las den ersteren Punkt betrifft, so wird über das Schicksal Englands im Nahen Osten durch den wei- -sren Verlauf des Krieges entschieden werden, es t dabei gleichgültig, ob England 150 000 Quadrat- I lometer Wüstenboden mehr oder weniger zu vereidigen hat. Im Hinblick auf den zweiten Punkt, lie Stellung des Gaullismus im französischen Ko- vnialreich und die propagandistische Auswertung l«r jetzt erfolgten Waffenstreckung der Pstam- Sruppen, hat die Konvention vom 14. Juli zwischen Zeneral Dentz und General Wilson-Maitland die . rsprünglich von England gehegten Erwartungen i ch t erfüllt. Es ist in dem Abkommen keine Rede ' on den hochverräterischen Generälen de Gaulle und Satroux, ebensowenig von einer Aenderung des Randatsstatuts von Syrien und Libanon, und auch ■ on den entwürdigenden Bestimmungen, so wie sie m den ersten englischen Bedingungen enthalten wen und wonach die Petain-treuen Truppen, die gegen den englischen Angreifer gekämpft hatten, ^amnestiert" werden sollten, ist nicht mehr die Rede.
Allerdings ist auch in der in Akka unterzeich- | leten Militärkonvention eine Bestimmung enthal- wn, wonach die französischen Truppen für die Sache der „Alliierten", d. h. also für den Gaullis- I nus, optieren können. Es bleibt aber abzuwarten, i eine nennenswerte Anzahl der französischen I Soldaten von diesem Angebot Gebrauch machen ! wirb. Am Rande sei bemerkt, daß eigentliche sran- Mche Truppen aus dem Mutterlande m Syrien ! in nennenswerter Anzahl nicht gekämpft zu haben deinen. Ein Ruhmesblatt haben die abtrünnigen 'Laullisten, die an der Seite der Engländer gekämpft haben und mit Hilfe einer vernichtenden Ueber- mad)t von 150 000 Mann Truppen Australiern, Engländern, Hindus usw., ihre ranzoslschen Landsleute nach einem erbarmungslosen Erschopsungs- Crieg zur Wastenstreckung gezwungen haben sich iin alle Fälle nicht erworben. In einem besonders ungünstigen Licht erscheint die Person des schon Brüher im Abwesenheitsverfahren zum Tobe ve urteilten Generals Catroux; er tft_ mi einer Äübin verheiratet und hat, wie man sich «ff Feine rasche militärische Laufbahn m Vorkriegs. »eit in der Hauptsache seinen engen und etwas merkwürdigen Beziehungen zu dem Dolkssront-Halbgott wnb Kammerpräsidenten Hernot zu verdanken
Mül- i
Der Nationalfeiertag des 14. Juli hat auch in y t e(em Jahr einen neuen schmerzlichen Einschnitt in 9Qt 1 । e Geschichte Frankreichs gebracht. 1940 wurde der tog als Trauertag begangen; Frankreich hatte den Waffenstillstand abaefchlosfen, nachdem es von Engend im Stich gelassen worden war. Die Regierung Marschalls Pstain hatte sich gebildet und suchte i retten, was zu retten war. In diesem Jahr sah i-r Regierungspalast von Beirut gerade am Na- honalfeiertag, dem 14. Juli, eine der tragischsten c jenen der französischen Kolonialaeschichte: Gene- :i( Dentz verabschiedete sich von den Mitgliedern l»r Libanon-Regierung, nachdem nach fünfwöchigem iompf die Waffenstreckung vor der englifchen Übermacht eine Tatsache geworden war. Darnas- «5, die Hauptstadt des muselmanischen Syriens, rar bereits Wochen vorher eine Beute der eng- i'chen Divisionen und ihrer Hilfsvölker geworden.
Alles kommt darauf an, ob der billige Triumph, |»n die englische Uebermacht sich jetzt über schwache, lotterte französische Streitkräfte verschafft hat, nur ine Episode des Kampfes im Nahen Osten be- ubet, die durch den weiteren, im Endergebnis schon


