Bezirkssparkasse Grünberg
Nach dem Beamtenbesoldungsgesetz wird bei
vorhanden.
# Wißmar, 29. Mai. Am vergangenen Sonn-
Deutschland sicherzustellen, wie es sich der Führer tag fanden aus dem hiesigen Sportplatz die Wettais sein Ziel den>ke. Ortsgruppenleiter S ch ü tz lo-bte t ä m p f e der HI., Gefolgschaft 13/88 Wißmar, den vorwärts- und aufwärtsstreben^en Geist der I statt. Es wurden bei ungefähr 300 Teilnehmern an-
Dorn Drei- Platt
12 Monate gezahlt. Unter den jetzigen Verhältnissen hat diese Regelung zu Schwierigkeiten geführt. Einmal ermöglicht die Lage des Wohnungs» Marktes nicht immer einen Wohnungstausch binnen Jahresfrist. Ferner kehren zahlreiche zur Wehrmacht oder zu sonstigen Kriegsdiensten einberufene Kinder nach dem Kriege wieder in das Elternhaus und in die Schul- oder Berufsausbildung zurück. Der Wohnraum für sie muß also weiter bereit gehalten werden. Der Reichsfinanzminister hat daher genehmigt, daß die vorübergehende Aenderung des Familienstandes ohne Einfluß auf den Wohnungk- geldzuschuß bleiben soll, wenn Kinder infolge Einberufung zum Wehrdienst, Arbeitsdienst, Notdienst oder Luftschutzdienst vorübergehend ausscheiden und später voraussichtlich wieder in das Elternhaus zur Fortsetzung ihrer unterbrochenen Schul- oder Be- rufsausdildung zurückkehren.
Sonderregelung für den Wohnungs geldzuschuß im Kriege.
(Wißmar), 3. Schleich (Odenhausen).
Urkundenfälschung auf Kleiderkarten-Abschnitten
im kleinen zeige, so solle sich eine große Gemeinschaft des deutschen Volkes bilden, um ein ewiges
LPD. F ran k für t a. M., 28. Mai. Wegen versuchten Verbrechens gegen § 1 der Kriegswirtschaftsoerordnung und gewinnsüchtiger Urkundenfälschung verurteilte das Sondergericht Frankfurt einen 39jäh- rigen Stofthausierer aus dem Kreise Limburg zu 9 Monaten Gefängnis. Der Angeklagte erhielt von seiner Kundschaft K l e i d e r a b s ch n i t t e, die noch nicht aufgerufen waren, reichte dem Landratsamt aber auch diese ein, nachdem er sie in auf- gerusene Abschnitte gefälscht hatte. Er erreichte da
2. Elfriede Würtz (Wißmar), 3. Erni Schmidt (Wißmar). — Weitsprung: 1. Anni Schleich (Oden- Haufen), 2. Erni Schmidt (Wißmar), 3. Lina Platt (Wißmar). — Ballweitwurf: 1. Margot (Wißmar), 2. Daupertshäuser (Krofdorf). — kämpf: 1. Erni Schmidt Mißmar), 2. Lina
nehmbare Leistungen erreicht. Nach der Flaggen- hissung sprach Gefolgschaftsführer Kraft. Sieger wurden im 100-Meter-Lauf: 1. Schieferstein (Launs- bach), 2. Krämer (Wißmar), 3. Würtz (Wißmar). — Weitsprung: 1. Schieferstein (Launsbach), 2. Würtz (Wißmar), 3. Krämer (Wißmar). — Keulenwurf: 1. Krämer (Wißmar), 2. Stange (Odenhausen), 3. Pfaff (Odenhausen). — Dreikampf: 1. Pfaff (Odenhausen), 2. Blltendorf (Wißmar), 3. Krämer (Wißmar). Beste Kameradschaft: Launsbach.—BDM. 75-Meter-Lauf: 1. Anni Schleich (Odenhausen),
jarnteinlagen (Spar- und Giroeinla, insgesamt um 27,1 v. 5). auf 5 57'. im Kleinsparoerkehr (He im spar buchsen und Schul- sparkaslen) wurden gute Ergebnisse erzielt. Wesentlich höher als in den Vorjahren war die Zahl der
durch, daß ihm 5885 Punkte gutgeschrieben wurden. Nicht nachgewiesen wurde dem Angeklagten, daß er für die ihm zu Unrecht gutgeschriebenen Punkte Ware bezogen hatte.
Steine statt Gänsebraten.
LPD. Frankfurt a.M., 26. Mai. Der 42jäh- rige Heinrich Herrmann war an Weihnachten in einer Wirtschaft in Sachsenhausen erschienen und gab für einen dort verkehrenden Gast ein Paket mit einer Gans ab. Den Wirt bat er, für den Gast 15 RM. auszulegen, was auch geschah. Später stellte sich heraus, daß das Paket keine Gans enthielt, sondern B a ck st e i n e. Einer Gemüsehändlerin wurde von dem gleichen Mann ein Paket für 8,75 RM. angedreht, in dem sich Lebensmittel befinden sollten. Das Paket war für einen Kunden der Frau bestimmt. Die Fraiu, die den Betrag gezahlt hatte, mußte dann feststellen, daß sie ihrem Kunden Ziegel st eine in die Hand drückte, als sie ihm das Paket übergab. In Erbach und L i m- b u r a verübte der Mann Zechprellereien, ferner unterschlug er Kleidungsstücke, die er heute auf dem Leibe träA. Der Amtsrichter verurteilte Herrmann, der elfmal vorbestraft ist, zu drei Jahren Gefängnis. Der Umstand, daß durch die Straftaten des Angeklagten jeweils nur geringer Schaden angerichtet wurde, bewahrte ihn nochmals vor Zuchthaus.
+ Grünberg , 28. Mai. Die B e z i r k s s p a r- kasse Grünberg hielt am Dienstagnachmittag im „Hotel Hirsch" ihre diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende des Der- waltungsrats, Bürgermeister König (©rünberg), begrüßte die 27 Gemeindevertreter sowie die Mitglieder des Vorstandes, des Derwaltungsrats und insbesondere den Vertreter der NSDAP., Ortsgruppenleiter Schütz. In seinen einleitenden Worten wies der Vorsitzende darauf hin, daß das Jahr 1940 ein Jahr außerordentlichen Erfolges für die Bezirkssparkasse Grünberg war. Wenn auch gegenüber den großen Ereignissen der Kriegführung alles Heimatgeschehen klein erscheine, so sei doch die Tätigkeit der öffentlichen Sparkassen, die als Kapitalsammelbecken dienen, für die Kriegführung nicht gering zu bewerten.
Direktor Diehl erstattete den Geschäftsbericht über das 107. Geschäftsjahr. Aus feinen Ausführungen ist folgendes hervorzuheben: Der Umsatz steigerte sich mit 10 Millionen um 45 v. H. auf 32,6 Millionen RM. Der Zuwachs bei den Spareinlagen mit über 1 Million RM. berechnet sich auf 25,8 v. H.
Firma. Betriebsobmanp Horst sprach ben Dank der Gefolgschaft aus und gelobte im Hinblick aift die Verpflichtung der Auszeichnung treue Mitarbeit der Betriebsmitglieder. In einem Lichtbildervortrag „Aus vergangenen schönen Tagen" wurden dann Erinnerungen von früheren Betriebsausflügen nach Koblenz, Wiesbaden, Kassel und Heidelberg aufge- frjscht. Musikvorträge und Gedichte, ernsten und heiteren Inhaltes, sowie gemeinsam gesungene Lieder umrahmten die Ansprachen. Die Feier, die mit dem Gruß an den Führer und den Liedern der Nation ausklang, nahm einen würdigen Verlauf. — Die elfte Veranstaltung des Feierabendrin- g e s brachte das Lustspiel „Einen Sommer lang" von Katharina Stoll, das als Gastspiel der Rh e i n- Maini scheu Landesbühne gegeben wurde. Die Veranstaltung war gut besucht, und das gute Spiel der Künstler erntete reichen Beifall.
Schweinemarkt la Gedern.
* G e d e r n, 27. Mai. Der heutige Schweinern a r k t war mit rund 500 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis 8 Wochen alte Ferkel 15 bis 18 RM., 8 bis 12 Wochen alte Tiere 25 bis 30 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief lebhaft, der Markt wurde geräumt.
Kreis Wehlar.
dieser Bilanzposition zu. Gebäude und Geschäftseinrichtung sind auf je 1 RM. abgeschrieben. Die gesetzlichen Rücklagen berechnen sich aus 7,8 v. H. des Gesamteinlagenbestandes. Unter Hinzurechnung der stillen Reserven beträgt das gesamte eigene Vermögen der Bezkrkssparkasse über 600 000 RM. oder 11 v. H. des Gesamtbestandes an Spar- und Giroeinlagen. Sehr günstig ist auch die Liquidität. Hier ist Vorsorge getroffen, um für die Aufgaben nach Kriegsende gerüstet zu sein. Für gemeinnützige Zwecke wurden 3710 RM. verausgabt. Von dem ausgewiesenen Reingewinn in Höhe von 38 986 RM. wurden 15 000 RM. der Ruhegehaltsrücklage
zur Einlösung gebrachten Spargeschenkgutscheine. Die Umsatzziffern im Spargiro- und Kontokorrentverkehr zeigen die günstige Weiterentwicklung dieses Geschäftszweiges. Der Darlehensbest and erfuhr durch Rückflüsse eine kleine Verringerung. Wesentlich erhöht hat sich der Bestand an eigenen Wertpapieren. Der starke Spareinlagenzuwachs und die Darlehensrückzahlungen flössen zum größten Teil
(im Vorjahr 12 v. H.) des alten Bestandes; die Ge- "" " igen) erhöhten sich (3 686 RM. Auch
Briefkasten -er Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
ft C. in G. Wenn der Verstorbene zehn Jahre im Bergwerk beschäftigt war, ist anzunehmen, daß die Wartezeit für die Knappschaftsinoalidenrente erfüllt ist. Es besteht daher Anspruch auf Waisenrente für die noch nicht 18 Jahre alten Kinder. Voraussetzung für die Gewährung der Witwenrente ist, daß die Witwe 1. dauernd invalide (66% erwerbsunfähig) ist: 2. vorübergehend invalide ist; 3. das 65. Lebensjahr vollendet hat; 4. zur Zeit des Todes des versicherten Ehemanns mehr als drei Waisenrenten- berechtigte Kinder erzieht. Die Anträge sind bei der zuständigen Knappschaftskasse einzureichen.
8 bis 12, «pinat 14 bis 15, Erbsen 35 bis 40, Rhabarber 15, Lauch 24, Sellerie 21 Salat 18 bis 25, Salatgurken, das Stück 55 bis 85, Rettich, Bd. 23 bis 25 Rpf.
Aus der engeren Heimat.
Sternwanderung im Oberhessischen Gebirgsverein.
—Homberg, 26. Mai. In diesem Jahre wurde die Sternwanderung des Ober- hessischen Gebirgsvereine am gestrigen Sonntag durchgeführt. Sie führte die oberhessischen Wanderer auf die Burg Mellnau im Burgwald. Mellnau wird erreicht von Station Wetter in einer Stunde oder von Station Sarnau über Unter- und Oberrosphe in anderthalb Stunden. An dieser Sternwanderung beteiligten sich von hier 21 Personen. Diese fuhren morgens mit dem Zuge bis (Station Cölbe. Von dort wanderten sie zu dem 12 Kilometer entfernten Wetter und später bis Mellnau, wo um 13 Uhr die Kundgebung stattfand. Schatzmeister G a tz e r t (Marburg) stellte die Wandergäste nach der Begrüßung vor, worauf Vereinsführer H. Walter (Marburg) eine Ansprache hielt, an deren Schluß er des Führers gedachte. Alle Teilnehmer kehrten sehr befriedigt von der Wanderung hierher zurück.
Feier in einem Musterbetrieb.
Grünberg, 27. Mai. Die hiesige Firma Karl Schott hielt anläßlich ihrer Auszeichnung mit dem Gaudiplam für besondere Leistungen im Hotel .Hirsch" einen Betriebsappell ab. Der Be- triebsführer, Prokurist Fr. H o f m a n n, konnte dabei eine Anzahl Ehrengäste begrüßen, u. a. Kreisleiter Backhaus, Gaustellenleiter der DAF. Steiner, Kreisobmann der DAF. Katze n- meier, die Kreishauptstellenleiter Bittner und H a n ß, Ortsgruppenleiter Schütz, Ovtswart der DAF. Müller und Bürgermeister König. In seiner Ansprache gedachte er zunächst der im Felde stehenden Gefolgsihafts Mitglieder. Dann würdigte er nach einer EI)rang des kürzlich verstorbenen Ve- triebsinhabers Karl Schott dessen Verdienste, der durch Schaffung guter Einrichtungen sich einen treuen Stamm von Personal herangezogen habe. So seien in der Firma tätig seit 1924: er und Betrieb sob mann Heinrich Horst, feit 1925 Sommer (Ettingshausen), seit 1927 Schneider (Londorf) und Fräulein Hartmann (Alsfeld). Auf zehnjährige Gefolgschaft können zurückblicken: Jüngel (Saasen), Schultheiß (Beuern) und Fräulein Hillgärtner (Rüd- dingshausen). Er wies noch darauf hin, daß die Firma es sich stets werde angelegen sein lasten, ihre Gesolgschaftsmitglieder fachlich und kaufmännisch gut auszubilden. Kreisleiter Backhaus gab feiner Freude darüber Ausdruck, an der Feier eines solchen vorbildlichen Betriebes teilnehmen zu können. Frau Schott könne mit berechtigtem Stolz auf das Werk ihres verstorbenen Mannes blicken, und er hafte, daß sie es mit ihrem Schwager Hofmann im Geiste ihres Mannes weiterführen werde. Der Zweck der Diplomverleihung durch die Partei fei, einen Anreiz zu geben, den sozialen Gedanken in allen Betrieben immer stärker zu »verwirklichen. Hierbei spiele die Person des Betriebsinhabers eine entscheidende Rolle. Wie sich hier die Gemeinschaft
setzung des Wohnungsgeldzuschusses zur Folge haben, der Wohnungsgeldzuschuß in der bisherigen Höhe noch für den laufenden und die folgenden
und der Rest der Sicherheitsrücklage zugeführt. Der Direktor schloß seine Ausführungen mit der Mitteilung, daß der Spareinlagentzuwachs im neuen Jahr anhalte. Bis jetzt betrage der Einzahlungsüberschuß 440 000 RM. und fei wesentlich höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres.
-Bürgermeister König dankte im Namen der Mitgliederversammlung den leitenden Beamten und der Gefolgschaft der Bezirkssparkasse für ihre Leistungen im Jahre 1940. Der Direktor teilte noch mit, daß nach einer Verordnung des Ministerrats für die Reich-sverteidigung vorn 24. April 1941 die Sparkassen den Gemeinden und Gemeindeverbänden für lebenswichtige, im allgemeinen öffentlichen Interesse liegende Zwecke langfristige Darlehen gewähren könnten. Es sei zu wünschen, daß dieser Lockerung des Kommunalkreditverbots bald dessen Aufhebung erfolge, damit die Bezirkssparkasse wie- _____v _____ _____________,__________
der in die Lage käme, den Bezirksgemeinden in der Linderungen des Familienstandes,"die"eine Herab- früheren Weife mit Darlehen zu dienen. Die — *■-- wn-’----------c
Voraussetzungen für eine umfangreiche Kreditgewährung, auch für alle Ansprüche der Bezirksem- wohner, sei.durch Bereitstellung reichlicher Mittel
AleDsmelmM.
Boman von Elisabeth -Sjolt
30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Ueberhaupt — zu welchem Zweck ist die Luckner in ihr Schlafzimmer gegangen?--Von draußen
wurde an die Tür geklopft, der Polizeiphotograph meldete sich, hinter ihm drein schleppte man ein leiterähnliches Gestell, er mußte die Leiche auch von oben her aufnehmen.
Als Mühsam und seine Leute wieder in der Halle auftauchten, ging es schon auf eins, von der halben Höhe der Treppe übersah er die Gesichter — erschreckte, aufgeregte, sensationshungrige, vielleicht auch ein oder zwei traurige. Hinter einer verschlossenen Tür hervor kam eintönig das schreiende Schluchzen einer Frau.
Großer Gott, so etwas lieft man in der Zeitung, ober man erlebt es doch nicht selbst. Dor einer, vor zwei Stunden, während man drinnen im Musi ksaal saß und dumme Witze über den Film riß, ist ein Mörder über diese Perserbrücken gegangen, er hat Po la erdrosselt.
Die Steinmark schrie in langgezogenen Tönen wie ein eingesperrter Hund. „Um Gottes willen", sagte Mühsam nervös, „schaffen Sie doch endlich die Frau weg, das ist ja nicht zum Aushalten."
Dr. Brenner erschien und bemerkte bissig, der Wagen der Gräfin warte seit einer halben Stunde vor dem Haus, aber der Polizeiposten erlaube nicht, daß man die Kranke fortbringe. Mühsam winkte nur — ja, ja, ja — der Chauffeur soll hereinkommen und die Patienttn abtransportieren helfen. Nachher schleppten zwei Männer die schwere urau, durch die Halle; sie sah zum Erbarmen aus.
Der Polizeirat warf einen Blick auf die aufgestörte Gesellschaft und kam dann ohne Umschweife zur Sache. „Sie wissen alle, was da oben passiert ist. Ich frage Sie: hat jemand etwas gesehen? Es muß nichts Ungewöhnliches gewesen sein, ich will nur wissen, wer ist während der letzten zwei Stunden über diese Treppe gegangen?"
Fräulein Rosa kämpfte mit einem Nervenanfall, ihre Nase stand weiß und spitz inmitten des flecki
gen Gesichts. „Ich bin hinaufgegangen, bitte schön." „Sie sind die Zofe, Sie haben die Tote aufgefunden", stellte Mühsam fest. „Ist Ihnen oben etwas ausgefallen?"
„Ich bitte", sagte Rosa erstickt und kämpfte mit Tränen, „ich bin seit sechzehn Jahren im Hause, alles hat mir die gnädige Frau anvertraut, wenn ich den Schmuck hätte nehmen wollen, jeden Tag wäre mir das möglich gewesen —... ich bitte — oft war die gnädige Frau ein, zwei Wochen weg, und ich habe die Schlüssel gehabt zu allen Kästen."
„Aber um Gottes willen — der Polizeirat vollführte besänftigende Gesten — „Sie verdächtigt doch niemand! Wer war denn zuletzt in der Halle? Wer hat Gelegenheit gehabt, ins Schlafzimmer hinaufzugehen?"
„Wir waren doch alle im Musiksaal beim Film", sagte eine ärgerliche Männerstimme, und dann redeten gleich sechs, acht andere. Natürlich, feit eln- halb elf saßen alle drinnen bei der Filmvorführung. „Und überhaupt", bemerkte ein junger Herr, der Pilz hieß und bei der Crema Filmschnitte machte, „das ließ sich nicht so leicht bewerkstelligen, mit dem Hinausgehen, der Saal war höllenfinster. Und dazu haben die meisten Leute gerade vor der Eingangstür gesessen."
Alle redeten durcheinander. Niemand hätte die Tür passieren können ohne erhebliche Störung der dort Sitzenden. Die Tür war geradezu verbarrikadiert — hätte zum Beispiel der Filmstreifen Feuer gefangen, kein Mensch wäre heil davonge- kommen.
„Nicht alle!" Mühsam nahm Kommissar En- zinger die genau stenographierten Erstprotokolle fort, „nicht alle sind im Saal geblieben, einige Herren haben sich bald nach Beginn der Filmvorführung entfernt." Er schaute sich suchend um — sogleich näherte sich Dennis Wilson, Reporter des „Herold". Eingeführt bei Frau Luckner durch den Komponisten und Landsmann Howard Carter. Hier hob Kommissar Schweiger plötzlich den Kovf und bekundete wachsendes Interesse. Herr Wilson hat also in Begleitung Dr. Brenners den Saal verlassen und hat etwa eine halbe Stunde, vielleicht auch etwas länger mit Dr. Brenner im kleinen Speisezimmer bei verschiedenen Schnäpsen gesessen.
„Na, schön", sagte Mühsam und freute sich der klaren Aussage. Später wird er Dr. Brenner be
fragen, und wenn alles stimmt, hat Dr. Dennis Wilson aufgehört, die Wiener Polizei zu interessieren.
„Wer hat Ihnen denn den Schnaps serviert?"
Niemand hatte serviert, die Herren hatten sich' die Flaschen ganz einfach vom Büfett geholt. Auch zu sehen war niemand gewesen, das ganze Haus wie ausgestorben — aber gehört — „Ich habe Frau Luckner draußen in der Halle reden gehört", sagte der Amerikaner ruhig, „sie ist an unserer Tür vorbeigegangen und hat zu jemand gesprochen."
„Wann?" verlangte der Polizist gierig. „Wann war das?"
Das jedoch konnte der Journalist nicht sagen.
„Was hat Frau Luckner gesprochen? Haden Sie etwas verstanden?"
Nein, verständlich war das nicht, aber es schien dem Reporter, als sei Frau Luckner ärgerlich — erregt gewesen.
Der hohe Raum wurde immer kälter, der auf« gescheuchte Portier hatte aufgehört, sich um die Heizung zu kümmern, und der Hauch der Frostnacht kam in Wellen von oben herunter, dort her, wo die gewundene Treppe in die Dunkelheit des oberen Flures stieß und der treibende Schnee über das schräge Glasdach fegte.
„Und der Mann?"
„Hat geschwiegen."
„Was wär nachher?"
Der Amerikaner antwortete mit langsamem Kopfschütteln. Nachher? Nachher war nichts mehr.
Mühsam hörte fürs erste auf, den jungen Mann weiter zu fragen. Vorläufig muß er endlich auf die Kernfrage kommen: Warum ist die Luckner überhaupt in das Schlafzimmer hinaufgegangsn?
Niemand wußte das, man hatte ja nicht einmal gewußt, daß sie den stockfinsteren Saal verlassen hatte. Und wo sie gesessen hatte? Zuerst einge- zwängt zwischen der Sängerin Kreim und Madame Basseni, ziemlich weit hinten bei den Projektionsapparaten. Später rückte man so viel hin und her, daß keiner mehr seinen ursprünglichen Platz behielt; man wußte auch nicht, wo Pola hingekommen war.
Mühsam war über diese ausweichenden Antworten sehr ärgerlich. Schärfer, als sonst seine Art war, sagte er: „Da hat ein Kerl eine ahnungslose Frau überfallen, hat sie stranguliert, hat sie qual
voll umgebracht, weil sie wertvolle Juwelen am Leib getragen hat — eine bestialische Tat, die jeden anständig denkenden Menschen in Empörung versetzen muß. Ich wundere mich, meine Herrschaften, daß Sie mir bei der Aufklärung dieses Verbrechens so wenig Helsen wollen. Ich stoße auf lauter reservierte Diplomaten, die sich an nichts erinnern und nichts bemerkt haben. Wie stellen Sie sich unsere Arbeit eigentlich vor? Glauben Sie, wir sind Zauberer? Ich habe mir die Lage drinnen im Saal angeschaut, die Projektionsapparate stehen ja in nächster Nähe des Ausganges. Wer hat dort gesessen?"
„Ich", sagte Fritz Gredler mit einer Stimme, die ihm durchaus nicht gehorchte. ;,Jch und noch etwa sechs Leute, die sich nicht von der Stelle gerührt haben. Der Ausgang war blockiert. Außer Dr. Brenner und Wilson ist niemand durchgekommen, weder hinaus noch herein. Pola — ich meine Frau Luckner, muß erst nach Beendigung des Films hinausgegangen fein, ich kann mir's wenigstens nicht anders vorstellen."
Mühsam wurde langsam nervös. In diesem Augenblick ging die Tür auf, hinter der Baron Birinsky mit feinem versagenden Herzen kämpfte, und Polas Sekretärin kam herein.
Gerda schob mit einer tastenden Bewegung ein paar Leute aus dem Weg, zwischen ihr und dem Polizisten war eine schmale leere Gasse. Gerda marschierte steif und marionettenhaft über den roten Perser, ihre Stimme war sehr unzuverlässig. „Herr Polizeirat — Frau Luckner ist durch die kleine Tapetentür dort vorn hinausgegangen. Ich hab' sie gesehen. Ich habe neben der Tür gesessen. Mit einem Mann ist sie hinausgegangen."
„Na endlich! "sagte Mühsam, „wer war es benn?e „Das weiß ich nicht."
„Das wissen Sie nicht?"
In der Halle war es totenstill. „Nein", sagte Gerda, „es war ja ganz finster, und er ist hinter Frau Luckner gegangen.
„Horen Sie einmal", tastete Schweiger, „war das überhaupt--ich meine, wieso haben Sie
denn die Luckner erkannt, wenn's gar so dunkel gewesen ist? War's nicht vielleicht eine andere Dame?"
_____________ (Fortsetzung folgt)
nut dun altbewaluten Hausmittel
* (lefkeiz Gnmachehülfe!
Ausführliche Rejeptb lotter erhalten Sie bei Jhrem EebensrriitteUiandleJZ sonst kostenfrei wn <7«
MW't
■ -KT11?'-- - WWiU
X gena
M gor chung rjenigen
Typisch -reinigte rabfäun igle Ko Ilm ft r M briib ■nbigen ging der librifen | den le ■pnjität Katen ifcere ( Ulfen, a U banbe int i der rni Men rniai, und -Mill. ! imitieren
pie im 3 ii» ?
nt N»
grfv ° * h
itigen ö hfproj j den er - -Ong || M 1 Pit 's gurWri in Kriege I W, Ursächlich
iäigen 5
MM 6 Huai Seit De M iämtl Dollar iiiibfiitie WiÄich Wird) ei Mein bi M denen
Ma
Mröfc <rfefQ i 91eut menpai
7 °us Js uni L(n be
töerljafi fit roor !2ie h L wie j h in b Mäst ftrie bi beiter,


