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Donnerstag. 20. Mai 1941
8.M Nr. 126 Swett« Blatt
giefltn« Anzeiger <«e»krai-Anzttg«r fnr Sberheye«)
Konzert blinder Künstler in Gießen
Waldspaziergang einmal anders.
Im schönsten Frühlingsgrün prangt nun der
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Oer Nome ist&M*dka-plast. Bitte genau beachten!
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Verdunkelungszeit
29. Mai von 21.31 bis 5.08 Uhr.
dentenamt er nunmehr übernimmt. Dis zum Dienst, antritt des neuen Lcmdgerichtspräsibenten in Oießert wird dieses Amt vertretungsweise von einem Land- gerichtsdirektor versehen.
Bau'nspektor Philippi 70 Zahre alt.
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Kümmel
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Mauervorsprung wird durch ein paar Latten oder mindestens eine Kantenleiste gesichert. Natürlich mutz dieser Schutz gut befestigt sein. Vorbeugen, ist auch hier besser als nachher klagen.
Landgerichtöpräsident Eolnot verläßt Gießen.
Am 1. Juni wird Landgerichtspräsident C o l n o t Gießen verlassen, um in gleicher Eigenschaft in Darmstadt tätig zu werden. Der scheidende Landgerichtspräsident, der sich allgemein und insbesondere bei den ihm unterstellten Beamten und Angestellten der Justizverwaltung großer Beliebtheit erfreute, verabschiedete sich am gestrigen Mittwochvormittag von den Beamten und Angestellten des Landgerichts, des Amtsgerichts und der Staatsanwaltschaft. In einer schlichten würdigen Abschiedsfeier gedachte zunächst der dienstälteste Landgerichtsdirektor in ehrenden Worten der Tätigkeit des scheidenden Präsidenten, der in besonderem Matze das Vertrauen der ihm unterstellten Beamten und Angestellten gehabt habe. Anschließend dankte der Kreisleiter dem Landgerichtspräsidenten, daß er sich neben seiner Berufstätigkeit stets aktiv für die ihm übertragenen Aufgaben der Partei eingesetzt habe und daß seinem verständnisvollen Wirken das jederzeit harmonische Zusammenarbeiten zwischen Partei und Justizverwaltung zu verdanken fei. Anschließend dankte Landgerichtspräsident C o l n o t für die ihm gewidmeten ehrenden Abschiedsworte und hob seinerseits anerkennend hervor, daß ein erfolgreiches Arbeiten seinerseits nur möglich gewesen wäre dank der bereitwilligen Mitarbeit aller derjenigen, mit denen er während seiner amtlichen Tätigkeit zu tun hatte. Er schloß seine Ausführungen mit einem Appell, weiterhin im Sinne nationalsozialistischen Denkens zu arbeiten. Die Feierstunde endete mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil au^ den Führer.
Landgerichtspräsident Colnot war am 1. Septemder 1939 von Wiesbaden, wo er als Amtsge- richtsdirekror an der Spitze des dortigen Amtsgerichts gestanden hatte, als Landgerichtspräsident an das Landgericht Oberhessen in Gießen versetzt worden. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1940 erfolgte seine Versetzung in gleicher Diensteigenschaft an das Landgericht in Darmstadt, dessen Präll-
es steht dahin, ob es nicht die ist, auf der einmal Blas der Herr war, ehe er mit Elis auf Lehen einig wurde, im „Schweren Blut" kann man es nachlesen. Da ist ferner der Krämerladen, und es steht angeschrieben, daß es hier Zwetschen gibt. Ise ist um nichts in der Welt davon abzubringen, zwei Pfund Zwetschen zu kaufen, außerdem will sie wissen, ob hinter dem Ladentisch Agathe hantiert, die Krämerin, die Freundin von David, diesem tüchtigen Knaben, dem der Herr Bischof eigenhändig eine silberne Uhr schenkte, wie wir aus dem „Jahr des Herrn" wohl wissen. Agathe ist aber nicht da sondern der Krämer. Er gibt uns die Zwetschen und zeigt uns den Weg zu des Dichters Haus.
Es geht hügelan, an einem Kruzifix vorbei, ein paar schritte noch, bann sind wir da. ,^ier wohnt er also", sagt Ise. Es ist ein Helles, blankes Haus, nichts Großartiges, das wäre übertrieben, aber es kann sich sehen lassen und paßt in die Welt hier, sittlich und verläßlich und fröhlich mit den Blumen, bic an allen Fenstern blühen, an den Gittern. Ja, die Fenster haben Gitter, aber das mutz man recht verstehen, es sind keine Gitter, die die Fenster sperren und verriegeln, sondern mehr ein Zierat, erfreulich zum An- und Hindurchsehen. Aus dem Tagebuch weiß man ja auch, daß der Dichter einmal seinen Kövf hindurchgesteckt hat, als er draußen weibliche Stimmen hörte, und-daß er so schnell nicht hat zurückkönnen, als die Damen sich umsahen.
Neben dem Haus ist ein Garten, Kohl und Kürbis wuchsen damals darin, auch eine Menge Blumen und drumherum läuft ein Zaun, wie es sich gebührt für den harten eines Mannes, der eine Vorliebe für Zäune hat, wie er sagt, weil es ihm wohltut, wenn sich das Innere sauber vom Aeutze- ren scheidet.
„Wollen wir anklopfen?" fragte Ise. Doch ich meinte, es ginge wohl nicht an, daß zwei Hergelaufene kämen und mir nichts dir nichts dem Dichter ins Haus fielen, wenn sie auch alle seine Bücher im Schrank hätten. Und dann noch Besuch mit zwei dicken Tüten voller Zwetschen!
Ise redete aber dagegen an. Im „Tagebuch" schreibe Waggerl selbst, wie er einmal zwei Damen freundlich ausgenommen habe. Da mutzte ich Ise daran erinnern, daß eine dieser Damen luftige SoMmersprosjen auf der Nase gehabt habe und der
Hunde und Katzen stellen, fetzen ober legen gern ans offene Fenster oder auf sein Außenge- sims. Leider stürzen hierbei alljährlich viele dieser Hausgenossen vom Fenster herab und verletzen sich leicht ober schwer, wenn nicht gar tödlich. Die weitverbreitete Annahme, daß Katzen immer auf die Füße fallen, ist nicht richtig. Hunde sind schon oft auch von hohen Mauervorsprüngen auf die Straße gestürzt und dadurch zugrunde gegangen. Die Tiere mögen sich jahrelang auf dem Gesims oder Vorsprung sicher verhalten haben, eines Tages vergessen sie über einem fesselnden Vorgang auf der Straße die Gefahr oder sie bekommen im Halb- schlummer das Uebergewicht und schon ist das Unheil geschehen. Deshalb ist es Pflicht ihrer Besitzer, solchen Unfällen vorzubeugen. Eine Leiste oder eine sonstige Schutzeinrichtung kostet nicht viel und ist leicht draußen vor dem Fenster angebracht. Der
Mensch selbst zur rechten Zeit seine Ruhe begehrt, fo auch unser Wild. Wer das Wild beobachten will, kann es zur Genüge aus der Ferne tun bei ganz stillem Verhalten: das Wild darf gar nicht merken, baß ihm die Aufmerksamkeit eines Menschen gilt.
Ilf Te«,. muß man recht tief in den Wald hineingehen, dort
. JOtl’ sitzen die Rehe am liebsten. Wie prachtvoll ist es,
w ’ne hi rocnn f*e beim Erscheinen des Menschen plötzlich ' erschrecken und in hohen Sprüngen davon jagen." . etijeS Nein, liebe Waldbesucher, in den Dickungen, in der eigentlichen Wildheimat, hat kein Mensch etwas 0". Die d verloren, die betritt sogar der Jäger nicht. Wie der
Gerade in der jetzigen Jahreszeit sind besonders Die dem Rehwild durch Spaziergänger drohenden Gefahren größer als zu anderen Zeiten. Die jungen Reh'chen, die Kitze, find wenige Wachen ober gar Tage alt und werden von der sorgsamen Rehmutter gewissenhaft betreut. Es ist ein gar zu nettes Bild, wenn die Rehfamilie am frühen Morgen ober späten Nachmittag zur Aesung auf eine saftige Miese ober einen im tiefem Dunkelgrün prangenden Kleeacker heraustritt: überall sichert das alte Reh hin und prüft mit dem Windfang, ob nicht ein verdächtiger Geruch wahrnehmbar ist. Keinen Augenblick läßt sie die Kinderchen, die sich oft wie kleine Zicklein benehmen und lustig herumtollen, aus tiefn Auge. Bei dem geringsten Verdacht läßt ein kurzes Fiepen ober ein Schlag mit dem Vorderlauf die Kleinen lautlos in sich zusammensacken, denn ihr einziger Schutz ist ja in den ersten Lebenswochen diese plötzliche Unsichtbarmachung, wozu sie die von der Natur gegebene Schutzfärbung besonders befähigt.
So kann es Vorkommen, daß neugierige Menschen
mit Rod. Schumanns „Fantafieftücke aus Werk 12", das bei ausdrucksvollem, dynamisch fein abgestuftem Spiel Selbständigkeit der Auffassung verriet. Technische Anforderungen stellten Fr. Chopins Impromptu, Werk 29 und Max Regers Humoresken, Nr. 1 und 4 aus Werk 20, die sicher gemeistert wurden. Wenn der Künstler vorzugsweise die Romantiker mit Einschluß des Neuromantikers M. Reger wählte, so dürfte der Grund hierfür darin zu finden sein, daß den mit reichlichem Innenleben bedachten Blinden die Kunstrichtung der Romantik, die sich an das Gefühlsleben wendet, besonders nahe liegt.
Als Baßsänger mit vorzüglichen Stimmitteln stellte sich Adolf Spang vor. Mit lockerem Ton, der in den verschiedenen Höhenlagen gleich gut anspricht, brachte er drei Lieder von Ich. Brahms (Sapphische Ode, Werk 94, Nr. 4, Felbeinsamkeit, Wie bist du meine Königin, Werk 32, Nr. 9) in inniger, natürlicher Wiedergabe zu Gehör. Großes Gestaltungsvermögen verriet er in den beiden Löwe- Balladen: ,cherr auf" und „Hochzeitslied", von denen letztere sprechtechnisch besondere Schwierigkeiten birgt, die aber vollendet überwunden wurden. Die Balladen, die ihm die Entfaltung seiner kraftvollen Baßstimme erlauben, scheinen dem Sänger besonders zu liegen. Wenn die vier Lieder von B. Klaeser, die nicht besonders ansprechend sind, doch mit Beifall ausgenommen wurden, so dürfte dies hauptsächlich dem vollendeten Vortrag des Sängers zu verdanken sein.
Das Konzert war erfreulicherweise gut besucht. Mit dankbarem Beifall wurden die Leistungen der Künstler ausgenommen, die sich zu Zugaben verstehen mußten. Heinrich Dietrich.
Die Konzerte blinder Künstler find zu einer Einrichtung geworden, die sich in unserer Stadt einen weiten Freundeskreis erworben hat. Diese Tatsache mag ebenso begründet sein in der Auswahl der gebotenen Stücke, die auf höchster Stufe stehen, wie auch in der mustergültigen Ausführung der Werke. Am gestrigen Mittwochabend in der 2lula der Universität erfreuten uns mit ihrer Kunst Franz Meggle, Stuttgart (Violine), Adolf Spang, Waiblingen (Baß) und Erwin Wieland, Stuttgart (Klavier). ...
Franz Meggle spielte Violinwerke, die sich bet Geigern von jeher großer Beliebtheit erfreuen. So hörten wir A. Carellis La Folio, die ihres schönen, markigen Tones wegen oft gespielt wird, und auch hier in ansprechender Weise bargeboten wurde. In einer Einfühlung brachte sodann der Künstler Beethovens f-ckur-Romanze, deren Wohllaut besticht, zu Gehör. Die mit Sicherheit ausgeführten Läufe und Doppelgriffe und das ausdrucksvolle Spiel liehen das Stück als besonders gelungen erscheinen. Bei Max Regers Wiegenlied und in La Capriziosa von Fr. Ries zeigte der Künstler neben der Fähigkeit inniger Wiedergabe und technischer Gewandtheit auch seine Vertrautheit mit dem Stil neuerer Meister. x
In dem ebenfalls blinden Erwin Wieland stand dem Geiger ein feinsinniger Klavierbegleiter zur Seite, der dynamisch genau und rhythmisch präzis sich den Feinheiten des Violinvortrags anpaßte. Die Begleitung sowohl, als auch der Vortrag der Solostücke, die der Künstler infolge seiner Erblindung auswendig mit größter Sicherheit meistern mußte, war eine staunenswerte musikalische Gedächtnisleistung. Seine Solovorträge begann er
Lichtspielhaus: „Männerwirtschast".
Dies ist eine ganz bekömmliche Mischung aus Volksstück und Lustspiel, aus dem Kontrast zwischen Stadtleben und Landleben, aus altem Brauchlum und etwas Kriminalspuk, angesiedelt in niederdeutschen Gefilden, etwa in der Gegend von Hinrich's Schwein Jolanthe und dem krähenden Hahn, gelegentlich ein bißchen geradezu und derb, gelegentlich auch ein bißchen übertrieben, aber sonst ohne schwere Probleme gut gelaunt und selbstverständlich mit gutem Ausgang, das heißt also mit zwei glücklichen Paaren zum Schluß, womit die allerdings schauder, hafte'und auch ganz unnatürliche Männerwirtschaft ein für allemal ihr Ende gefunden hat und das Weiberregiment beginnen kann. Das Drehbuch schrieben Hans K l a e h r , Paul Peter K e i m e c und Alma Rogge gemeinsam nach einer Idee von Bruno Nelissen-Haken. Johannes Meyer hatte die Spielleitung: er mischte die oben genannten Ingredienzien der Fabel mit gutem Humor und Sinn für volkstümliche Wirkung. Volker v. C o l - lande und Josef Lieber standen in der rup- pigen Front der Männer ganz oornebran, wurden aber dann ziemlich klein, auch Leo Peukert, Paul Henckels und Erich Fiedler waren dabei. Karin Hardt, ein wenig zu zart für die bäuerliche Umwelt, Carsta Lö ck und Claire Reig- b e r t führten mit wechselndem Erfolge und unterschiedlichen Mitteln das Weiberregiment. Konstantin Jrmen-Tschet stand an der Kamera: ihm sind die hübschen Landschaftsbilder zu verdanken. (Ufa.) — Im Bei^ogramm läuft die neue Wochenschau^ die schon angezetgt wurde. Hans Thyriot.
Regenschirme gegen Spahenplage.
In einer der Hauptgeschäftsstraßen der chinesischen: Stadt Kanton hat die Spatzenplage so stark überhand genommen, daß es für die Besucher von Läden und Gaststätten nahezu unmöglich ist, ungefährdet von den flüssigen „Andenken" der Vögelchen dort zu gehen, denn alle Augenblicke fällt etwas vom Dach auf die Kleider der Vorübergehenden. Das hat sich ein findiger Chinese zu nutz- gemacht, indem er ein „Geleitzugsystem" organisierte, und zwar mit Regenschirmen. Junge Burschen,' die in seinem Dienst stehen, bieten den Passanten ihren Schutz und „Schirm" an. Das Geschäft lall sich lohnen. M
Der in weiten Kreisen bekannte Bauinspettor a.D. Heinrich Pilippi, Großer Steinweg, kann am heutigen Donnerstag, 29. Mai, in bester geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Philippi war in Ruppertenrod geboren und war beim Schreinermeister Schmidt in Groß-Eichen in der Lehre gewesen. Nach seiner Gesellenwcmbe- runq und dem Besuch der Gewerbeschule in Bens- heim und Alsfeld trat er 1899 als Bautechniker in die Abteilung Bauwesen des Hessischen Ministeriums in Darmstadt ein und kam nach Verwendung bei verschiedenen staatlichen Hochdau- ämtern 1915 nach Gießen, wo er zum Bauinspettor ernannt wurde. In Gambach leitete er 18 Satyrs lang die Sonntagszeichenschule. Als 21 jähriger gründete er den Turnverein in Nieder-Wollstadt, der im nächsten Jahre auf sein 50jätyriges Bestehen zurückblicken kann und dessen Ehrenmitglied Philippi wurde. In Gießen gehört er dem Turnverein uon 1846 an. Für seine langjährige aktive Mit- gliedichaft zur Deutschen Turnerschaft wurde er mit dem Kreisehrenbrief der DT. ausgezeichnet. Philippi gehörte auch der Böckel-Bewegung an und schuf 1936 den Entwurf zur Gedenktafel für Kohler- Langsdorf an dessen Geburtshaus. Seine praktischen Kenntnisse hat er vor allem in langjähriger Mitarbeit dem Gießener Ziegenzuchtverein und dem Kreisziegenzuchtverein, außerdem dem Ge» flügelzuchtverein Gießen zur Verfügung gestellt. Noch heute ist der Jubilar im Vorstand der beineti Züchtervereine tätig, für die er zugleich als Fach- berater für den Stallbau fungiert. Ferner wurde cr in den Beirat des Tierzuchtvereins Gießen und Umgebung berufen, für den er aufklärend in praktischen Fragen des Tierschutzes tätig ist. Der 7Ojährige getyört der Technischen Nothilfe als Ober» uormann an. Seine Freunde in Stadt und Land werden sich des aufrechten und allezeit hilfsbereiten deutschen Mannes gern erinnern. Dem Jubilar bringen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch dar.
Sorgt für Ordnung und Sauberkeit im Walde!
Es ist in diesen Tagen wieder verschiedentlich darüber Klage geführt worden, daß in der nächsten Umgebung unserer Stadt, vor allem im Nizzci, in der Gegend des Schisfenbergs, auf den We^en und in der Nähe der Bänke des Stadtwaldes ekne Unmenge von Papier und sonstigen gedankenlos fortgeworfenen Abfällen umherliegt, was für jeden natur- und ordnungsliebenden Menschen ein höchst unerfreulicher Anblick ist. Insbesondere werden Spaziergänger und Ausflügler durch solche leicht vermeidbaren Mißstände in ihrer Freude an der Natur und ihxem Erholungsbedürfnis empfindlich gestört. Jeder, der im Walde zu tun hat oder nur spazieren geht, sollte es für feine Pflicht halten, an seinem Teil dazu beizutragen, daß Unerfreulichkeiten der geschilderten Art verschwinden bzw. von vornherein vermieden werden. Es ist eine Rücksichtslosigkeit gegen alle Volksgenossen und Naturfreunde, unsere gerade in diesen Frühlingstagen so reizvolle Umgebung auf solche Weise zu oerfetyan* dein.
Siebener wochenmarktpreise.
Nachstehende Preise find Händlerpreise und verstehen sich für ä-Ware. Für 8-Ware oder abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger.
* G i e ß e n , 29. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 7 bis 9, Kartoffeln 5 kg 46, gelbe Rüden kg 12 bis 15, rote Ruben.
plötzlich vor einem solchen hilflos sich duckenden Ge- schöpfchen erscheinen ober gar mit Absicht sich der Stelle nähern, wo sie „eben noch" ein geflecktes Rehkind gesehen hatten. Und dann geschieht mei- siens, was nicht geschehen darf. Die Meinung, daß man doch mit aller Do laicht fo ein goldiges Tierchen auch ein wenig streicheln ober gar auf ben Arm nehmen darf, ist leider noch allgemein verbreitet, und doch ist sie gänzlich falsch. Jede Berührung von Menschenhand kann einem Jungreh das Leben kosten. Cs gibt viele Rchmütter, die ein einmal berührtes Kitz nicht mehr annehmen und verhungern lassen, weil ihre Scheu vor der menschlichen Witterung die Mutterliebe überwindet. Ebenso falsch ist es, ein allein angetroffenes Rehkitz für verwaist zu Hatten und es aus reinem Mitleid mit nach Hause zu nehmen, wo man glaubt, es groß ziehen zu können. Ganz abgesehen davon, daß dies gar nicht leicht ist, ' droht auch schwere Strafe, denn der seiner Meinung nach tierfreundliche Mensch begeht einen Wilb- diebstahl und stellt sich mit dem Wilderer auf eine Stufet Also Hände weg von ben Rehkitzen! Hier Hilt 'das Wort: „Das Berühren der Figuren mit den Pfoten ist verboten!" Der Spaziergänger braucht sich um die Zukunft des Jungrehwildes nicht tzu kümmern. Dafür sorgt schon der gewissenhafte Jäger.
Und noch eine Warnung an die Hundebbesitzer! Führt überall in Flur und Wald eure vierbeinigen Freunde an der Seine. Es ist besser für sie und das Wild. Nach dem Reichsjagdgesetz ist der Jäger berechtigt, jeden frei herumlaufenden Hund zu erschießen, einerlei, ob er gerade Wild verfolgt oder sucht. Es verfällt nach §60 jeder, der Hunde ober Katzen unbeaufsichtigt in einem Jagdbezirk laufen läßt, einer Geldstrafe bis zu 150 RM. oder einer Haftstrafe bis zu sechs Wochen.
Schließlich sollen auch die den Wald liebenden Spaziergänger im eigensten Interesse das Betreten
Dichter deshalb diesem Besuch viel nachgesehen habe, und sie, Ise, habe keine Sommersprossen.
Ise ließ sich bereden, wir gingen weiter den Hügel hinan und fanden dort braune Holzhäuser, auch sie mit Blumen vor ben Fenstern, fanben eine Schule unb eine Kirche. Unb diese Kirche paßte hierher, das sah man gleich. Drinnen standen bunte Heilige an den Wänben, Prozessionsfahnen hingen da, und am Altar thronten Gottvater, Maria und das ^Jesuskind. Es war still unb kühl in dem kleinen Raum, und der Himmel schimmerte herrlich hinter den bunten Fenstern.
Als wir eine Weile auf ben Hol.zbänken gesessen hatten, gingen wir zurück, wieder an des Dichters Haus vorbei. Sie habe es fick) überlegt, sagte Ise, sie wolle den Dichter doch besuchen, wenn sie auch keine winzigen Sommersprossen auf der Nase habe. Der Herr Waggerl könne nicht anders sein, als man ihn aus feinen Büchern kenne, er werde sich schon nicht sperren.
Ich gab ihr dagegen zu bedenken, daß es mir zuwider sei, mit diesen lächerlichen Zwetschenpaketen dahergeschneit zu kommen und unversehens einen Dm>ter zu überfallen, fo baß er meinen müsse, wir wollten ein Jahrmarktswunder beäugen.
Ise aber meinte, ich sei also boch eifersüchtig, das solle sie aber wenig bekümmern. Unb sie ging wahrhaftig auf das weiße Haus bes Dichters zu, so entschlossen, daß ich nahe daran war, ihr zu folgen. Doch da kehrte sie um, allein möge sie auch nicht anklopfen, sagte sie, ich aber sei nicht nur eifersüchtig, sondern auch feige.
Unb bann ist noch etwas geschehen. Ise hat sich umgebretyt und laut ,^)uhu!" gerufen, vielleicht hat sie gehofft, der Dickster würde aus einem Fenster aucken. Es ist indes nur ein Hund hinter einem der Gitter aufgetaucht, ein schwarzer Pudel, und hat wie wild gebellt. Eine männliche Stimme im Haus hat ihm gut zugeredet, und da ist er füll geworden unb wieder verschwunden.
„Der da gerufen hat, das war er", hat Ise gesagt, und dann hat sie drei Stunden lang nicht mit mir gesprochen. Erst am Abend hat sie wieder den Mund aufgemacht.
„Wir hätten ttyn doch besuchen sollen", hat sie gesagt.
Rund um des Dichters Haus.
Von Hans I. Tott.
Ich will mich nicht weitläufig einlassen und nicht »erst umständlich erzählen, wie es sich begab, daß roir nach Wagrain kamen. Das ist eine Ge- sscbichte für sich, unb sie. handelt davon, daß ich em- Heschlafen war, während Ise neben nur am Steuerrad saß und uns durch das Tal der Salzach oahlN- sfuhr. Als ich wieder wach war, waren wir langst micht mehr dort, wo mir hätten sein sollen, sondern eben in Wagrain.
Ise fogte, sie habe sich verfahren, aber man muß wissen, bah wir auf ben Dichter, ber in Wagram zu Hause ist, große Stücke unb feine Bücher in Siebe unb Ehren hatten, unb darum sagte ich Ise auf Den Kopf zu, sie sei wissentlich und vorsätzlich hierher gefahren, aus Zuneigung gewissermaßen. Da wollte Ise wissen, ob ich vielleicht eifersüchtig auf Herrn K. H. Waggerl sei, unb ob es nur etwa zuwider fei, hier auf Wagrainer Boben zu stehen. Ich habe gesagt, ich sei nicht eifersüchtig und es sei mir nicht zuwider. Und dann sind wir ins Dorf gegangen, an der Kirche vorbei, an ber wir gehalten hatten, bie Straße entlang.
Was die Kirche betrifft, so verwunderten wir uns roie sie hierher geraten sein mochte, so frisch uno neu, wie sie aussieht. Wir hörten aber spater, daß anno 1927 hier ein wütiges Feuer viel verwüstet hat und danach diese Kirche erbaut worden ist, dem heiligen Franziskus geweiht, wenn ich mich recyr entsinne.
An der Straße standen niedrige Häuser, ein paar Eiell verputzt, die meisten aber festgefügt aus wetter- öraunem Holz, als wären sie nicht gebaut, sondern geradezu gewachsen. Ihre breiten Dächer haben jie sich tief über die Ohren gezogen, bieder und gemut-
i dich sehen sie Drein. Linkerhand steigt hinter den Dächern ein grüner Hügel an, hinter den Hausey auf der anderen Seite quirlt und strudelt em Dach, üinf und redselig, die Kleinarler Ache, wie auf um "erer Karte stand. Die Straße macht Platz für em paar Bäume, und hier steht em Wirtshaus, viellelcht Lft es das, in dem Jakob der Hausierer sich ferne Rausche antranf, dumm und verblendet wie nur jje ein Mannsbild — Waggerl hat es in dem Buch ^Mütter" evMlt. Auch eine Sage gibt es, rntü
von Dickungen, Waldblößen ufro. vermeiden und die Waldwege nicht verlassen, denn sie begeben sich leicht in bie große Gefahr, von einer verirrten Kugel getroffen zu werden. Der Jäger kann unmöglich Damit rechnen, daß sich im Waldinnern Menschen befinden, wenn er -auf ein Stück Wild pirscht. Die Statistik über Jagd Unfälle beweist zur Genüge, daß bie Zahl derartiger Unfälle immer noch sehr hoch ist.
Wenn von Dem Jäger weitgehende Rücksichtnahme auf die Belange der Nichtjäger verlangt wird, fo wird mit dem gleichen Recht auch entsprechende Rücksichtnahme auf die besonderen Interessen des Jägers durch alle Dolksaenossen verlangt. Sehr treffend heißt es in der Dorbemerkung zum Reichsjagdgesetz: „Für alle Zukunft sollen Wild und Jagd als wertvolle deutsche Volksgüter dem deutschen Volke erhalten bleiben, die Liebe zur heimatlichen Scholle vertiefen, seine Lebenskraft stärken und ihm Erholung bringen von der Arbeit des Tages."
H. K.
Borno ti$ett.
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast (Settersweg): „Auf Wiedersehen, Franziska". — Lichtspielhaus (Bahnhoffttaße): „Männerwirtschaft".
Schützt Hunde und Katzen vor dem Sturz auf die Straße!
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fXj 9 Der Schneflverband Honsaplasf-efastiscf»
jCletHe- ist infolge seiner Querelashzität be».
• g wegungsfügig, d. h. er paßt sich ollen Be-<
wegungen an, ohne dabei zu behindern.
« Aus der Stadt Gießen
. beiben
tetHfon -ütni |u/uu|it:ii uim/uiry^giun prangi nun uec
mit tv SßalD, unb zahllose Naturfreunbe unb solche, die >ben Fas es sein möchten, wandern im lebendigen, grünen Oenj Dom. Da kann man oft hören: „Wenn man bie Gewohnheiten unserer Jagbtiere kennen lernen will,
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