Ausgabe 
29.3.1941
 
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ttt. 75 Drittes Blaff

29./50. mär} 194t

Lietzener Anzeiger (Leneral-Anzelger für Gbertzetzen)

Das tft zwar nicht gerade ruhig, denn am selben 5hir haben sich die Funker eingerichtet und tasten chre Sprüche, und alle paar Tage sitzt, nur durch töne Glaswand getrennt, nebenan in einem Büro-

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Spießbürgernrächen" wolle: er wurzelt vielmehr elbst durchaus in der Sphäre des Spießertums uni) unterscheidet sich von seinen Stammtischbrüdern nur in einem:Sein Horizont ist nicht weiter, aber piel Heller als der ihre." Das macht ihn wiederum an« ziehend für seine Umwelt.

Gewissen bekennen, daß er stets, getreu der Weisung des Führers, die Anreicherung des Volkes mit fried­licher Schaffenskraft betrieben hat, daß er über die

Man hat den Datterich öfters einen hessischen Falstaff genannt, das trifft aber doch wohl nur eine Seite seines in manchen Farben schillernden Wesens; auch fehlt ihm der Embonpoint, die Leibes­fülle; einen feisten Datterich kann man sich gar nicht vorstellen: der Beweglichkeit seines Witzes und Hel­len Verstandes -muß auch, trotz aller Wirtsbaus­hockerei, eine gewisse körperliche Wendigkeit ent­sprechen. Er ist gewiß in allem oder fast allem, was er denkt, sagt und tut, ein Spießerschreck, aber Karl H. Ruppel, selbst Darmstädter, weist in der Kölnischen Zeitung mit Recht darauf hin, daß man der Gestalt von der sozialen Seite allein so wenig beikommen könne wie mit der Ansicht, in ihm einenAusgestoßenen" zu finden, der sich an den

100 JahreDatterich"

Ein hessisches Jubiläum.

vie es sich gerade einrichten lieh, und schlqfen dort. Das ist zwar nicht gerade ruhig, denn am selben

war und wegen alkoholischer Ausschreitungen aus dem Dienst entlassen wurde. (Uebrigens wurde er, wie Esselborn berichtet, später wieder angestellt und ist als angesehener Bürger 1866 gestorben.) Auch ein StammlokalZum Prinzen Emil" hat Essel­born ausfindig gemacht, außerdem neben jenem handgreiflichsten noch ein weiteres Modell in der Ge- talt eines Darmstädter Komikers angeführt,der ich zur Zeit der Ebbe seiner Kasse einmal tot stellte, damit feine Frau das Sterbegeld erheben konnte, ähnlich wie Datterich den Sterbenden darstellt, um sich vor den Gewalttätigkeiten seines Gläubigers Bengler zu retten."

Es ist ja in diesem Sinne kennzeichnend, wenn man in der letzten Szene, bei Dummbachs, bedauert, daß bei der Hochzeitsfeier des doch noch glücklich vereinten Brautpaares ,,ahns fehle muß" eben der Datterich: er bleibt ein Außenseiter, Aufschnei­der, Schnorrer, Schuldenmacher, Trinker und Spie« ter; daß er aus alledem ein Lebensprinzip macht, erhebt ihn zwar nicht zum Vorbilde, aber zu einer komischen Charakterfigur von besonderen Graden. Sein Leden von Tag zu Tag ist viel schwerer zu führen als das der andern, die er vbers Ohr haut und vor den Kopf stößt; sie würden es, solide und ordentliche Bürger, die sie sind, au- Ueberzeugung ablehnen, mit ihm (den sie gelten uffsen und viel­leicht sogar im stillen ein bißchen bewundern) zu tauschen, aber es ist auch keine? unter ihnen, der die Phantasie, den Witz und div Frechheit aus­brächte, so zu leben, wie er es immer wieder fertig* bringt

Keiner prägt so großartige Sentenzen wie er* aurora musis amica, des haaßt uf Deitsch: Mor« jends schläft mer am Beste". Keiner vermag mit s» viel Optimismus und so tiefer Selbsterkenntnis nach dem Aufstehen die ironische Frage an sich zu rich­ten:Wie werd mer sich dann heit dorchschlage?" Keiner wie er im Handumdrehen eine aufregende und dramatische Geschichte von unglücklicher Liebe und blutigem Zweikampf erfinden, keiner mit so­viel Lebenserfahrung und soviel schauspielerischer Improvisation ein galantes Rendezvous nebst ver­logener Liebeserklärung einstudieren:Sie sinn's Eoche und ich bin Sie. Jetzt mache Se emol e recht vascheemt Gesicht ..." oder:Erscht kimmt e ohrms- dicker Seifzer, der macht de Ahfang, un Sie seifze aach, awwer mehr piano"...

Grenzen des Deutschen Reiches gegangen ist, bei unseren Nachbarn echte Freunde und echte Freund­schaft zu suchen. Aber, wie überall, so kann man die Verblendung der plutokratischen Welt auch auf dem Gebiete des Sports nachzeichnen. Was es überhaupt an Verleumdung gibt, hat man uns ins Gesicht gespien. Keine unserer Maßnahmen mochte sie noch so vernünftig sein, mochte sie noch so weitherzig sein, mochte sie noch so zukunftsweisend sein wurde gutgeheißen. Alles, was diese Herren an sich gor nichts anging, haben sie mit der bos­haften Absicht, uns zu schaden, und uns in den Augen ihrer Völker lächerlich zu machen, entstellt wiedergegeben, verhöhnt, verlacht.

Als dann schließlich Deutschlands Erfolg bei den Olympischen Spielen das ganze Lügengeschwätz von dem einzigen Kasernenhof, zu dem der deutsche Sport geworden sei, und von dem Zwang und der Beraubung der Freiheit der deut­schen Männer und Frauen, die sich den Leibes­übungen ergeben hätten, zerriß, da verfielen sie in einen anderen Fehler. In den Fehler nämlich, die deutschen Leibesübungen für genau das gleiche zu halten, wie sie teilweise in den demokratischen Län­dern sind: einesteils eine Beschäftigung für Pluto­kratensöhne, die nicht wissen, auf welche Weise sie das Geld ihrer Väter am besten ausgeben sollen, oder eine Beschäftigung für Derufsathleten wie drüben in Amerika, wo sich jede Universität mehr oder weniger einen menschlichen Rennstall hält, um damit Rekorde zu erzielen.

Diese alte Welt hatte wohl offenbar gar nicht be­griffen, 5aß wir Deuffchen auf den Traditionen eines Friedrich Ludwig Jahn aufbauen, daß der Nationalsozialismus alle Quellen völki­scher Leibeserziehung wieder geöffnet hat, an denen das Leben des deutschen Volkes feit Jahr­tausenden so reich ist. Sie sahen nur die deuffchen Erfolge bei Olympischen Spielen, sie sahen nur die Resultate unzähliger Länderkämpfe und glaubten, diese Erfolge und Resultate feien mit rein materia­listischen Mitteln erzielt, also mit Mitteln, die Le­bensinhalt dieser alten Welt sind. Sie sahen nicht den ungeheuren Schwung und Idea­lismus eines erwachten Volkes dahinter, und so legten sie sich bei dem Gedanken schlafen, daß es bei uns im Sport ja wohl offenbar genau so sei, wie bei ihnen zu Hause.

Auch hier wieder hörten sie nicht auf die ver-

Man könnte Gestalt und Rolle noch mit einet ganzen Reihe ähnlicher Redensarten beleben und belichten; es mag genügen, wieder einmal an das witzige Original, an feinen Schöpfer und an ein nicht alltägliches Jubiläum erinnert zu haben. Viel­leicht bekommt der eine oder andere Lust, den Datterich" wieder einmal zu lesen und sich damit eine Stunde bodenständig-heiterer Ergötzung zu ver­schaffen. Es darf wohl auch erwartet werden, daß die hessischen Theater eines so seltenen Anlasses ge­denken und sich, was Niebergall und fein bestes Stück betrifft, nicht von den Berlinern beschämen lassen» hth»

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?aum ein Kriegsberichter und schreibt bis in die lacht hinein Maschine, weil in den Unterkünften ias Licht um neun Uhr abgeschaltet wird. Aber so ind sie bet ihren Telephonen und immer er- : e i d) b a r, wenn etwas Wichtiges vorliegt. Die Werftzüge, das technische Personal, die die Flug- euge überholen und reparieren, marschieren zu den fallen, aber das Bodenpersonal wohnt zum Teil V Zelten am Rande des Rollfeldes, so daß auch ie schon die wenigen Schritte zu ihrem Arbeits- | »laß zurückgelegt haben, wenn bei Sonnenaufgang I »ie italienische Flagge gehißt wird.

! Der Kolonisator Libyens, Marschall Jtalo Balbo, rab auch diesem Horst eine Gestaltung aus seinem | Steifte. Die großzügige Anlage berücksichtigte nicht «ur die Dienstgebäude; auf die Unterkünfte und die ihrigen Einrichtungen für die Soldaten erstreckte lief) ebenso der planende Wille ihres Schöpfers. Be- anders für die Chargen, die im allgemeinen die länger dienenden Berufssoldaten einnehmen, wur­den vorbildlich schöne und zweckmäßige Quartiere "nd Spei segel e gen h ei ten gebaut. Wir haben einen IlOeil eines einstöckigen Gebäudes inne, das im 1u brigen von italienischen Feldwebeln bewohnt wird. Ilm zwei palmenbestandene, längliche und so schmale böfe, daß die Sonne nur am hohen Mittag ganz I ineinfältt, sind die Stuben angeordnet. Zwischen I kn Höfen liegt ein großer Wafchraum mit zcchl- I »eichen Duschgelegenheiten. Die Wohnräume sind [ normalerweise ein- bis dreibettig und mit großen, praktischen Schränken versehen. Dicke Mauern hal- | vn die Wärme zurück und Fensterläden das Son- renlicht, während die aufsteigende warme Lust sau­fend an deren Schlitzen vorbeistteicht und damit die Raume entlüftet. Dadurch bleibt es im Innern der Häuser so kühl, daß wir uns manchmal gegen Morgen fester in unsere Decken wickeln.

An den Speisesaal schließt sich ein Restaurations- aum an, in dem man unter anderem einen vorzüg­lichen Kaffee auf arabische Art, sehr süß, sehr

Die wo Der doht geschosse Hot, läwe noch."Datterich", V, 8.

Wie haben sie uns verkannt!

Oie Plutokraten und der deutsche Sport.

Von Reichssportführer von Tschammer und Osten.

Berichte aus Berlin erinnern an ein Jubiläum, »essen zu gedenken wir hier in Hessen erst recht allen Anlaß haben: im Deutschen Theater wurde »erDatterich", das berühmteste und auch beste Stück des Darmstädters Ernst Elias Nied er­hall, mit großem Erfolge wieder einmal gegeben; »ie Aufführung wird von Kennern als die voll- ' ommenfte und echteste Ehrung gerühmt, welche »ie Reichshauptftadt dem frUhverftorbenen hessischen Dramatiter bisher bereitet habe. Die Kolonie der Darmstädter in Berlin habe zum Schluß wie eine Blauer gestanden und die Darsteller (an der Spitze »en in der Provinz aus manchem Film bekannten Theodor Loos, der die Titelrolle hatte) noch aus »em eisernen Vorhang herausgeklatscht.

Die Ehrung galt natürlich vor allem £cm Darm- itädter Landsmann, dessen Bescheidenheit wahrschein­lich nicht gewagt hätte, seinem Stück ein rundes Jahrhundert unverwüstlich-heiteren Lebens voraus- ufagen: im Frühjahr 1841 erschien, übrigens nicht "hne Eingriffe der Zensur, im Verlage von L^Pabst m DarmstadtDatterich. Localposse, m der Mund- art der Darmstädter. In sechs Bildern" Der Der. taffer war nicht genannt, nicht einmal Niebergalls Pseudonym E. ©treff; aber der Verleger fugte m er Ankündigung der Neuerscheinung in der .Großh. Hessischen Zeitung" dem Titel die folgende Bemerkung bei:Vom Verfasser des tollen Hund s. Mn farbigem Umschlag, mit Handzeichnungen, geh. 4 fr. Allen Freunden einer heiteren Lektüre emp­fehle ich diese trefflich gezeichneten, an echtem Jlsig mb Humor reichen Bilder."

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Diese Szene (drittes Bild) beleuchtet überhaupt den vielleicht charakteristischsten Zug in Datterichs Porträt auf eine so treffende wie komische Weise: seine überquellend - geistesgegenwärtige Phantasie und feine hieraus strömende Fabulierkrost. Man kann natürlich auch sagen: er lügt; das wäre ge­wiß nicht zu bestreiten, aber er lügt, wenn dies zu sagen erlaubt ist, auf eine elegante, beinahe schar­mante und jedenfalls witzige Art. Man muß die kurze Szene (III, 6) einmal nachlesen, um die schau­spielerische Erfindungs- und Darstellungskraft zu würdigen und zu genießen, mit welcher der Datte­rich diesen Auftritt spielt, mit welcher komö­diantischen Verwandlungsbereitschaft und Verwand­lungsfähigkeitAn eme Kranke werd er sich net vagreife" er stöhnend aufs Bett sinkt, um sich alsbald vor den Prügeln des stockschwingenden Metzgermeisters in blühende Fieberphantasien zu retten ... Kaum ist der verblüffte, aber auch vor­sichtige und menschlichen Regungen nicht unzugäng­liche Gläubiger zur Tür hinaus, da springt der angeblich in den letzten Zügen Liegende ebenso elastisch wie zuvor vom Bett auf,schlägt einen Entrechat und dreht ihm eine Nase". Zwar klopft es gleich wieder an der Tür seiner kahlen Dach­kammer,awwer vor de Annere fercht ich mich net".

Der kürzlich verstorbene Professor Esselborn, »er sich um die Niebergall-Forschung verdient ge­macht und auch eine gute, auf eingehenden Studien «eruhende Ausgabe veranstaltet hat wandte sich m »eren Einführung gegen die Ausfassuna derDat- lerich" stelle so etwas wie em ironisches Selbst- Dorträt Niebergalls bar; daß die Hauptperson von »er das ganze Stück lebt,manches Selbstbekennt- ms" des Autors ausspricht, ist allerdings kaum zu bezweifeln. Ernst Elias Niebergall wurde 181s als Sohn eines grohherzoglich^ Kammermusikers m Darmstadt geboren, war Miffchu er Buchners nnb studierte wie dieser in Gießen allerdings nicht Zoologie und Medizin, sondern ^^^ogie. C Bundesbruder Karl Vogt (nachmals Professor a loer Ludoviciana) Hai eine nicht gerade erhebend

toren und Waffen nach, während der Staffelkapitän die Besatzungen zur Besprechung rufen läßt. Bald rollen die Flugzeuae über das Feld, läsen sich vom Boden, ziehen in steiler Kurve nach Osten, wo die Wagenkolonnen und Panter der Engländer ihren Bomben und Bordwaffen lohnende Ziele bieten.

Gegen Abend findet sich, wer dienstfrei hat, zum Schwimmen ein. Zwei Bäder gibt es im Horst, das Offiziersbad unter Palmen mit einem Basthaus zum Auskleiden und das Bad für Unteroffiziere und Mannschaften, beides große Betonbecken, in die Süßwasser eingelassen wird. Dieses Bad ist den deutschen Soldaten vorbehalten, denn die italienischen find hier in der afrikanischen Garnison meist Süd­italiener und dürfen um diese Jahreszeit noch nicht baden, und ein italienischer Posten wacht über die Einhaltung dieses Verbotes. Dafür dürfen wir diese Gelegenheit genießen. Manchmal bringt eine Be­satzung ihr Schlauchboot mit und benutzt dessen Er­probung zu einem ausgelassenen Schiffsbetrieb.

Mische Flieger zwischen Sand und Palmen

Bon Kriegsberichter Werner Butz.

5 ist gut und ausgiebig.

stark, schwarz und aus kleinen Tassen, zu trinken bekommt. Wir deutschen Soldaten essen in der ita­lienischen Unteroffiziersmesse. Zum Frühstückskafsee essen die Italiener nur trockenes Brot; in größeren Hotels bekommt man noch Marmelade, Butter erst auf besondere Bestellung. Das ist nicht nur durch die Bescheidenheit in der Lebensweise bedingt, es liegt auch in dem wärmeren Klima begründet, unter dem man weniger Fleisch und Fett ißt. So gibt es zu dem warmen Mittag- und Abendessen tets Salat. Der erste Gang sind Makkaroni ober Spaghetti, der zweite Fleisch oder Fisch, oft ein sehr gut schmeckender Tunfisch. Kartoffeln, die schon in Süddeuffchland seltener, in Italien recht rar sind, gibt es überhaupt nicht. Dafür ißt man Brot, em locker gebackenes, helles und in frischem Zustand sehr knuspriges und leckeres Maisbrot. Dazu wird Chianti eingescbenkt, den man zweckmäßig mit Wasser verdünnt. Aber nicht jedes Wasser ist hier­für geeignet. Das gereinigte Wasser wird in Flaschen geliefert, entweder Trinkwasser ober kohlensäure­versetztes aqua minerale. Als Abschluß gibt es die häufigste Frucht, den Reichtum des Landes: Apfel­sinen. Um diese Jahreszeit müssen aber auch sie zum großen Teil im Nachschubwege aus Italien beschafft werden.

Der Nachschub für unseren Horst wird zum großen Teil durch die Luft mit der J u 52 be­wältigt. Auch hier, in Hitze und Sand, hat sie sich als Transportpflugzeug glänzend bewährt. Bei größter Sicherheit schleppt sie gewaltige Fracht­mengen über das Meer von Italien herüber und weiter zu den kleineren und den kleinen und ein­samen Plätzen, wo die Verbände liegen und von wo die Heereseinheiten in stundenlangen Lastwagen­fahrten ihre Nachschubguter abholen. Jetzt liegen sie noch am Rande unseres Rollfeldes, die Fässer in langen Reihen und die aus gestapelten Kisten. Wir haben es schon auf eine Viertelmillion Kilogramm am Tag gebracht. Unter der Aufsicht und Leitung deutscher Soldaten werden sie ausgelaben.

In der Ferne erscheinen zwei Ketten Jus. Sie kommen schnell näher, kurven in die Windrichtung, setzen sich hintereinander und landen in kurzen Ab­standen. Die Räder wirbeln den Sand zu einer riesigen Wolke auf, der Luftzug hinter den Pro­pellern drückt sie nach hinten, und nun erfaßt sie der Wind, zieht sie in seine Richtung, nimmt die Mauer aus Sand auf, die sich hinter dem rollenden Flugzeug bildet und führt sie quer über den Platz. Wer in ihren Bereich kommt, setzt eilig seine Schutzbrille fest auf, die Auslademannschaften flüchten hinter die nächste Deckung, einen Last­wagen, einen Stapel aus Kisten oder Fässern, in die Zelte oder Hallen. Währenddessen fährt ein Unteroffizier von den Transportstaffeln mit seinem Krad auf den Halteplatz des ersten Flugzeuges zu. Er hätt fast gleichzeitig mit der Ju, schreibt ihre Kennung auf und erfragt die anderen notwendigen Angaben, vor allem die Beladung.

Die Kampfverbände, die auf diesem Horst liegen, führen ihren Flugbettieb unabhängig von der Flugleitung durch. Zu den Liegeplätzen der Staffeln gehen die Telephonleitungen, Zelte sind aufgeschlagen für bas Gerät und als Aufenthalts­räume. Draußen stehen Liegestühle, in denen man sich an Ruhetagen und in den Stunden des War­tens sonnen kann. Dort geht einer über das Feld zu feinem Flugzeug, und ein anderer sieht in der Halle nach seinerMühle", deren Motoren überholt werden. Manchmal befiehlt der Staffelkapitän seine Besatzungen an Ruhetagen zum Zelt, um Unter­richt über technische und taktische Fragen abzuhal­ten. So fügen sie sich fast unauffällig in das Bild des großen Platzes ein, bis der Einsatzbefehl alles in Bewegung bringt. Bomben werden unter die Flächen gehängt, die Warte sehen noch einmal Mo-

Gut nachpolieren.

Dann erst erhält die. Herdplatte den schönen Glanz, auf den die Hausfrau so stolz ist. Restlos muß der Niederschlag entfernt werden. Oft genügt eine alte zerknüllte Zeitung an Stelle eines weichen Lappens.

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Schilderung von Niebergalls Gießener Studenten­zeit geliefert mit den Worten:Kartenspielen, Stipendiumsuppen essen, hungern, kneipen, wenn man Geld hatte, und Kollegien schwänzen". Immer­hin hat der junge Studiosus aus Darmstadt da­neben Zeit gefunden, in unserer Stadt unter dem MottoNix vor ungut!" das vieraktige Lustspiel Des Burschen Heimkehr oder der tolle Hund" zu chreiben, das 1837 erschien. (Auf Anregungen, die Niebergall aus den Frankfurter Dialektstücken von Karl M a 1 ß erhielt, ist schon des öfteren hinge­wiesen worden.) 1835 wurde Niebergall Hauslehrer in Dieburg, fünf Jahre später Lehrer an einem Knabeninstitut seiner Vaterstadt. 1841 erschien der Datterich". 1843, im April, ist er im Alter von erst 28 Jahren gestorben.

Es sind nicht nur das kurze, wenig glückhafte Leben, der frühe Tod und andere, äußerliche Ge­meinsamkeiten, die den Blick von Niebergall auf seinen berühmter gewordenen engeren Landsmann Georg Büchner lenken: daß ihm dessen vulkanisch ausbrechende, naturwissenschaftlich und philosophisch unterbaute dichterische Schöpferkraft fehlte, braucht so roeAig bezweifelt zu werden wie der Umstand, daß Niebergall seinenDatterich" in einer sehr liebenswürdigen Bescheidenheit selbst unterschätzte: man ist sich im Laufe dieser nun vergangenen hun­dert Jahre darüber einig geworden, daß der hessi­sche Musikantensohn, Student und Hauslehrer hier doch etwas mehr geleistet hatte als bloß eine Localposse in der Mundart der Darmstädter"; etwas vom jugendlichen Genietum Büchners ist auch hier zu spüren, obwohl es sich in einer ganz an­deren Sphäre und anderen Richtung entlud und Luft machte. (Gerade wenn man Büchners einziges LustspielLeonce und Lena" neben Niebergalls Stücke hält, werden einem die tiefen Verschieden­heiten des Wesens und der Weltbetrachtung der beiden größten hessischen Dramatiker klar werden.) Man wird aber auch begreifen, daß Niebergall den dauerhafteren Beitrag zum deutschen Lustspiel gelei­stet hat, daß derDatterich" eine echte Charakter- komödie ist, der gültigste Dialekt-Beitrag Hessens in unserer dramatischen Dichtung, ein lebendiges Kul­tur- und Sittenbiw aus dem Biedermeier, wie es sich in der Mundart der Darmstädter und in der weiland großherzoglichen Residenz malte.

Esselborn, der sich gegen die Auffassung wandte, als ob derDatterich" in wesentlichen Zügen eine Selbstkarikatur des Dichters darstelle, stützte diese Ansicht sehr einleuchtend vor allem da­durch, daß er auf das Urbild von Niebergalls frag­würdigem Helden hinwies, einen zu dessen Zeit in Darmstadt lebenden jungen Finanzbeamten näm- ; lich, der unter dem SpitznamenDatterich" bekannt

Die Dunkelheit kommt schnell, fast ohne lieber« gang. Nachdem die Sonne unter den Horizont ge* taucht ist, herrscht bald völlige Dunkelheit, mrr die Sterne funkeln als strahlende Punkte am Himmel, und die Silhouetten der Palmen zeichnen sich schwach gegen ihn ab. Dor ihrer Unterkunft sitzen die Kameraden einer Transporfftasfel. Ein Unter» offizier hn Zivilleben hat er irgendeinen nähr« hasten Beruf hat Bezugsmöglichkeiten feftge- stellt und eine Kantine eingerichtet, in der wir alle, Deutsche und Italiener, Zigaretten, Bier und andere gute Dinge eintaufen. Ost sitzen wir noch lange in die Nacht hinein auf den Stufen vor dem Gebäude oder auf den Kisten mit Mineralwasser­flaschen, die hier den Eingang jedes bewohnten Ge­bäudes kennzeichnen, und manchmal klingt ein beut* sches Lied durch die Nacht, ein Stück Heimat für uns, doch seltsam fremb anmutenb unter den leise schwankenden Palmenwedeln und den hellen süd­lichen Sternen.

Herzens wirklich kennenlernten, sondern auf die Emigranten und bas ganze Geschmeiß, das nach 1933 Deutschland mit Recht verlassen mußte, weil es auch nicht ein Stück vom wirklichen Deutschland war. Diese Emigranten hatten freilich in der Zeit, als sie das deutsche Volk noch zu vergiften in der Lage waren, selbst jenes wahnwitzige Wort geprägt, daßein Rekordlauf wichtiger sei als der Sturm* lauf der deutschen Regimenter auf Langemarck." Diesen Geist vermuteten die Plutokraten dies- und jenseits des Kanals noch im deutschen Sport, als sie seine Erfolge mechanisch zusammenrechneten.

Wie haben sie uns verkannt! Alles, was wir ge­tan haben in den deutschen Leibesübungen, war für den friedlichen Einsatz bestimmt. Aber der Lorbeer des Heldentums und das heilige Wissen um das Mannesopfer für Volk und Vaterland werden stets die Krönung nationalsozialistischer Leibeserziehung bleiben. Um alle Rekorde der Welt werden wir niemals auch nur den Schatten des Gedankens jenes symbolischen Sturmlaufs der deut­schen Freiwilligen bingeben. Er ist im Gegenteil für jede Leibeserziehung des deuffchen Menschen Krönung und letzte Vollendung.

Deswegen darf der deuffche Sport auch heute mitten im Kriege vor das deutsche Volk hintreten und schlicht und selbstverständlich feftftellen, daß er in unsere Männer und Jünglinge den brennenden Ehrgeiz gelegt hat, z u Deutschlands besten Soldaten zu zählen eine Feststellung, die weitab jeder Ruhmredigkeit ist und nichts beinhaltet als eine einfache Selbstverständlichkeit, denn: männ­liche Leibeserziehung ohne jede letzte Zielsetzung der Vorbereitung zur Wehrtüchtigkeit hat ihren Sinn verloren.

PK. Zwei Verwaltungen, zwei Drganifatwnen beherbergt der libysche Platz: die ttattenische und »ie deutsche. Die Geschäftsräume, die Unterkünfte, Die Einrichtungen wurden geteilt, es gibt jetzt zwei Kommandanturen, zwei Flugleitungen, zwei ^Tele- .chonzenttalen, und wenn man die Vermittlung ver­äugt, muß man hinzufügen:Tedesco" oder Jtaliano". Wir lernen erst jetzt die Arbeit der Dolmetscher richtig würdigen. Wie oft haben nur uns in der letzten Zeit schon mit ein paar Vrocken Italienisch mit einem kleinen Reifelexikon und der Zeichensprache durchgeholfen beim Einkau­en und im Restaurant, aber hier, wo es auf chnelle und genaue Verständigung ankommt, reichen tiefe Hilfsmittel nicht.aus. Der Dolmetscher ist der gesuchteste Mann, feine Liebenswürdigkeit und Ge- chicklichkeit und oft auch feine Landeskenntnis haben ans schon vielfach zu Dank verpflichtet. Es fei hier »mural ausgesprochen.

Durch den Horst geht ein Trompeter, ein Angeborener Soldat. Dor den Unterkünften, bei »en Antreteplätzen bleibt er stehen und bläst das Signal zum Dien ft beginn für die italienische Wehrmacht. Sie kommen aus den Gebäuden, sam- nein sich, hatten sich zum Antteten bereit. Zur fei« »en Zeit nehmen auch die deutschen Stellen ihren Dienst auf, soweit sie nicht, wie die Funker und Fernsprechler, in Tag- und Nachtschicht arbeiten. Mber ihr Dienstbeginn tritt weniger in Erscheinung, »enn die Leute von den Geschäftszimmern und ^ommandostellen haben sich ein Bett in ihre Ar- »eitsräume gestellt, in eine Ecke, hinter Schränke,

Der nationalsozialistische Sport kann mit bestem nünftige Stimme derjenigen unter ihren Lands- ' ' - ' * * j leuten, die Deutschland offenen Auges und offenen

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