Ausgabe 
29.1.1941
 
Einzelbild herunterladen

Minister Sttmson und Marineminister Knox über­einstimmend geäußert haben? Warum übersieht man in Washington geflissentlich die streng korrekte Haltung Deutschlands?

Dieses hat sich um die notorische Einmischungs­politik Amerikas in Mittelamerika, in Südamerika, im Stillen Ozean und in Ostasien innerhalb der letz­ten Jahrzehnte nicht gekümmert, obwohl die Pan­amerika-Propaganda eine fatale Aehnlichkeit mit dem Paneuropa-Rummel Briands hat und zudem deutsche Handelsinteressen berühren muß. In Lon­don wie in Washington aber sollte man sich darüber klar sein, daß auch die neueste angelsächsische De­monstration nicht das Geringste an der Tatsache andern wird, daß das politische Gerüst unseres Erd­teils dis Achse BerlinRom ist, daß England das Mitbestimmungsrecht in Europa endgültig verspielt hat und daß der Berliner Dreimächtepakt nicht vor, sondern nach den amerikanischen Offensivaktionen gegen die .Aggressoren" abgeschlossen wurde. B. R.

Oie La-plata-Konferenz.

Montevideo, 28. Ian. (DNB.) In Anwesen­heit der diplomatischen Vertreter der Vereinigten Staaten, Chiles und Perus, die als Beobachter teilnahmen, ist am Montagabend die Regional- konierenz der La-Plata-Staaten eröffnet worden.

Außenminister Quant, der als Vorsitzender der uruguayischen Abordnung zum Kongreßpräsidenten aewählt wurde, wies auf die dringende Notwendig­keit ernster wirtschaftlicher Zusammen­arbeit hin. Die Konferenz sei eine Etappe auf

n

Rosario

% j-'.dei Este

BOLIVIEN M

* I

diesem Wege, den Brasilien durch den Plan einer Wirtschaftskonserenz der Amazonas- st a a t e n weiterzugehen beabsichtige. Die gesteigerte Zusammenarbeit beruhe auf den Grundsätzen des friedlichen Amerika unter Beachtung eingegangener Verpflichtungen und Verträge.

Außenminister Gutierrez brachte die beson- deren Wünsche Boliviens vor. Nach Beendi­gung des Chaco-Krieges mit Paraguay feien trotz vertraulicher Zusage noch immer Boliviens berech­tigte Ansprüche auf direkten Anschluß an den Welthandel unerfüllt geblieben. Der La- Plata-Strom dürfe kein trennendes Hindernis, son­dern müsse ein einigendes Band werden. Paraguyas Außenminister A r g a n a erklärte, daß man unter Ausschaltung aller eigensüchtigen Interessen mög- lichst schnell zu konkreten Ergebnissen kommen müsse und sich nicht mit platonischen Ent­schlüssen begnügen dürfe. Die Erklärungen des argentinischen Delegationsführers Uriburu sowie des Leiters der brasiliamschen Abordnung Bar­ros bewegten sich im gleichen Rahmen. Dabei wurde Unterstützung der Wünsche Boliviens und Paraguays zugesagt.

Boliviens Wunsch geht dahin, über den Pil- eomayo-Fluß einen Wasserweg zum Atlantischen Ozean zu erlangen. An diesem Plan ist auch Paraguay interessiert zur Entwick- hing des Chaco-Gebietes. Das Projekt erfordert je­doch ungeheure Mittel. Die Regulierung dieses Dreiländer-Grenzflusses, der wegen seines ständig wechselnden Laufes im VolksmundV a g a - d u n d" genannt wird, ist mehr eine Kostenfrage als eine solche des guten Willens. In Anbetracht der all­gemeinen Wirtschaftsdepression sind Bolivien und Paraguay allein aber wohl kaum in der Lage, die notwendigen beträchtlichen Mittel aus Staatsgeldern zur Verfügung zu stellen.

Französische Lebensmittel> Sendungen geraubt.

Madrid, 28. Ian. (DNB.) Die amtliche spa­nische EFE.-Agentur meldet aus Lissabon, daß ver­schiedene französische Handelsschiffe von den eng­lischen Seestreitkräften in letzter Zeit aufgebracht worden sind. So sei der DampferZantal" aus Martinique mit 1,5 Millionen Liter Rum an Bord in Gibraltar eingebracht worden. Die Ladung sei unter den Soldaten der Garnison verteilt worden. Zwei weitere Frachter,Mary Maerizy" und Les Gemeux", mit Lebensmitteln an Bord, seien ebenfalls aufgebracht worden. Fünf Millionen Eier, 4800 Kisten Apfel inen, Tee und eine große Menge Stockfische, die für die französische Bevöl­kerung bestimmt waren, seien ebenfalls von der eng­lischen Behörde beschlagnahmt worden. Schließ­lich seien die französischen DampferJoseph Deuchamel" und eirf anderer Dampfer ohne nähere Namensangabe nach Großbritannien verschleppt worden. Der gleichfalls beschlag, nahmt« DampferCharles P l u m i e r" solle in einen Hilfskreuzer in englischen Diensten ver- wandelt werden.

Oie Besitzungen Rothschilds vom französischen Nationalen Hilfswerk übernommen.

Paris, 27. Jan. (DNB.) Durch eine Verordnung des Staatschefs Marschall Pölain sind die be­schlagnahmten Besitztümer der Familie Rothschild vom Nationalen Hilfswerk und der Jugendfürsorge übernommen worden. Die Zentralverwaltung des Nationalen Hilfswerk» hat fid) jetzt im Gebäude der Rothfchildoank in Paris eingerichtet. Das Schloß Ferriöres im Departement Seine et Marne ist der Jugendfürsorge zur Verfü- gung gestellt worden. Das Schloß diente während der Belagerung von Paris im Jahre 1870 zeitweise als Hauptquartier für König Wilhelm. Die übrigen Besitzungen der Rothschilds sollen in der nächsten Zeit ebenfalls eine neue und bessere Bestimmung erhalten.

Das Ritterkreuz für entscheidenden Anteil an der Eroberung Norwegens.

Berlin, 28. 3an. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Borschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Konter­admiral Kummeh. Führer einer Kampfgruppe, Kapitän zur See Thiele, Kommandant eines Kreuzers, unfr Kapitän zur See Heye, Komman­dant eines Kreuzers, in Anerkennung ihrer Ver­dienste bei der Eroberung Norwegens. Die endgül­tige Würdigung des durch die Besitznahme Nor­wegens erzielten strategischen Erfolges zeigte erst in vollem Umfange den entscheidenden Anteil, den diese Offiziere an dem Gelingen der Gefamtope- ration halten.

Konteradmiral K u m m e h und Kapitän zur See Thiele halten die Besetzung des Oslo- fjordes vnd die ersten Truppenlandungen vor­bereitet und trotz feindlicher Gegenwehr erfolgreich durchgeführt. Hierbei hat sich Konteradmiral kum- meh gerade in stürmischsten Situationen als vor­bildlich tapferer und unerschrockener Führer er­wiesen. Nach seinem Ausfall durch Untergang des Flaggschiffes, des KreuzersBlücher-, hat Ka­pitän zur See Thiele die selbständige Führung des Kriegsschifisverbandes übernommen und somit den Enderfolg in dem ihm zugewiesenen Abschnitt sichergestellt. Kapitän zur See Heye hat an der Spitze eines kleinen Berbandes den befesttgten Drontheimfjord aufgebrochen und damit den für die Eroberung AUllelnorwegens wesentlichsten Hafen Drontheim in deutsche Hand gebracht. Danach hat er bei verschiedenen Unternehmungen im Nord­meer unter vollem Einsatz seines Kreuzers her­vorragende Erfolge erzielt.

Konteradmiral Kummetz wurde 1891 als Sohn eines Oberzollrevisors zu Jllowo, Kreis Neiden­burg geboren. Er trat 1910 als Seekadett in die Kriegsmarine ein und erhielt seine erste Ausbil­dung auf dem KadettenschulschiffViktoria Luise". Während des Weltkrieges war er Wachoffizier auf einem Torpedoboot, nahm an zahlreichen erfolg­reichen Unternehmungen teil und wurde mit dem EK. I ausgezeichnet. Im März 1918 wurde er Kommandant eines Torpedobootes. Im Oktober 1934 wurde er Führer der Torpedoboote und 1936 Kapitän zur See und Chef des Stabes der Marine- ftation der Ostsee.

Kapitän zur See Thiele wurde 1893 als Sohn eines Konteradmirals in Charlottenburg geboren. 1912 trat er in die Kriegsmarine ein. Die ersten Jahre des Weltkrieges erlebte er auf den Linien­schiffenPreußen" undDeutschland". Nach einem Kommando als Wachoffizier auf dem kleinen Kreu­zerMedusa" wurde er Erster Offizier des Ver­messungsschiffesMeteor". 1930 Navigationsoffizier auf dem KreuzerEmden", mit dem er an einer Weltreise teilnahm. In den Jahren 1935 bis 1939 war Thiele Kommandant der SegelschulschiffeGorch Fock" und ,Horst Wessel". Nach Beginn des Krieges wurde. ihm das Kommando über einen Kreuzer übertragen.

O

Kapitän zur See Heye wurde 1895 als Sohn des Generalobersten a. D. Heye in Beckingen (Saar) geboren. 1914 trat er in die Kriegsmarine ein. Als Leutnant zur See war er 1916/17 bei der Hoch­seeflotte. Gegen Ende des Weltkrieges Wachoffizier auf Unterseebooten, dann Kommandant einer Tor- pedobootsslottille, später Referent in der Opera­tionsabteilung der Marineleitung und Kommandant 'des KreuzersAdmiral Hipper.

Ow Kämpfe östlich von Derna dauern an.

Der italienische Bericht

Rom, 28. Fan. (DNB.) Der italienfiche Dehr- machtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:

An der griechischen Front haben wir in Kämpfen von örtlicher Bedeutung dem Gegner starke Berluste beigebracht. Ls wurden Gefangene gemacht und automatische Waffen erbeutet. Abtei­lungen unserer Luftwaffe haben heftige Angriffe auf feindliche Kraftwagenkolonnen, Truppenzusam­menziehungen und Stellungen durchgeführt.

3n der Lyrenaika dauern die Kämpfe öst­lich von Derna an. Unsere Truppen haben eine feindliche Kolonne zurückgewiesen und ihr Ber­luste beigebracht; es wurden Gefangene gemacht. Unsere Luftwaffe hat Panzerfahrzeuge und Infan­terie mit Bomben und TNaschinengewehrfeuer be­legt. Unsere Jäger haben im Luftkampf zwei feind- liche Flugzeuge vom Hurricane-Typ abgeschossen.

In O st a f r i f a haben Abteilungen unserer Dubst (Eingeborenen-Truppen) an der Kenia-Front eine vorgeschobene feindliche Stellung überrascht und dabei dem Gegner beträchtliche Berluste an Wann und Material zugefügt. Formationen unserer Luft­waffe haben feindliche Lastkraftwagen und Panzer- krastwagen wirkungsvoll bombardiert. Unsere Jäger haben ein Flugzeug vom Gloster-Typ abgeschossen. Ein weiteres Flugzeug wurde von unseren Auf- klärungssliegern abgeschossen.

In der Nacht zum 28. haben feindliche Flugzeuge einen Angriff auf Catania unternommen und dabei einige Bomben abgeworfen, die weder Schaden noch Opfer zur Folge hatten. Lin weiterer Angriff auf Neapel und Umgebung hat ganz leichte Schäden verursacht, aber feine Opfer ge­fordert.

Die neueste Lügenkampagne.

Das englische ßügemnimfterium kann von seinen schlechten Gewohnheiten nicht lassen. Das hat der Londoner Rundfunk bewiesen, der unter Duff Coo­pers Kontrolle steht, als er die Nachricht verbrei­tete, in Turin und Mailand seien Un­ruhen ausgebrochen. Wie nicht anders zu erwar­ten, mußte in der Phantasie der englischen Lügner deutsches Militär herangezogen werden, um die Ruhe wieder herzustellen. Mehrere italienische Offi­ziere wurden angeblich erschossen. Von amtlicher ita- lienischer Seite hat man sich damit begnügt, die eng­lischen Erfindungen niedriger zu hängen und sie durch Radio dem Volke von Turin und Mailand be- kannt zu geben. Auf diese Weise sind schamlose Me- thoden der Londoner Propaganda wirksam ange- prangert worden. Wie sagte doch Lord Halifax bei seiner Ankunft in Amerika?Wir haben die Mo- ral." Wie diese Moral beschaffen ist, zeigt sich in dem Lügenfeldzug gegen die Achsenmächte, es ist die Moral der politischen Heuchler und plutokratischen Schwindler.

TreuekMgehungenfmdenDuce

Mailand, 29. Jan. (Eurovapreß.) Die Ver­breitung von Greuelmärchen über angebliche Un­ruhen in Italien hat in mehreren oberitalienischen Städten spontane Kundgebungen ausgelöst. In Mailand versammelten sich in einigen Fabri­ken die Arbeiter nach Vetriebssckluß, um dem Duce eine Ergebenheitskundgebung darzubringen. Der Parteisekretär betonte, jedermann könne nach Italien kommen, um sich zu überzeugen, wie sehr das italie- nische Volk den Duce liebe, besonders in Mailand, der Wiege des Faschismus. In Turin kam es zu einer großen Volkskundgebung auf der Piazza Carignano, wo der faschistische Parteisekretär eine Ergebenheitsadresse an die Regierung verlas, in der die Bevölkerung von Turin ihre Enffchlossenheit I

ausdrückt, den Kampf an der Seite des deutschen Verbündeten bis zum Siege fortzusetzen. An einer ähnlichen Kundgebung in Verona haben 30 000 Personen teilgenommen.

Volltreffer auf einem Handelsschiff.

Der Wehrmachtberichl vom Dienstag.

Berlin, 28. Jan. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Seegebiet westlich Irlands erzielte ein Fern- Kampfflugzeug B oIHref f er auf einem kleineren Handelsschiff. Ein britischer Hafen wurde vermint. Fernkampfbatterien beschossen in den Abendstunden des 27. Januar militärische Ziele in Südoftengland.

Der Feind flog in der letzten Nacht weder in das Reichsgebiet noch in die besetzten Gebiete ein. Jagd­flieger schossen gestern ein feindliches Flugzeug vom Typ Lockhead-hudfon ab. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Oie englischen Schiff-Verluste fast verdoppelt.

Stockholm, 29. Jan. (DNB. Funkspruch.) Nach dem amtlichen Bericht der britischen Admiralität betragen die Schiffsverluste für d i e Woche, die am 19. Januar endet, 58212 Tonnen. Dem gleichen Bericht zufolge beliefen fleh die Gesamtver. lüfte in der Vorwoche nur auf 30226 Tonnen.

Erfahrungsgemäß bleiben die von der britischen Admiralität angegeben Zahlen weit hintet den tatsächlichen Verlusten zurück. Da- zu kommt, wie gerade in der letzten Zeit in amt­lichen Verlautbarungen immer wieder behauptet wurde, daß die der britischen Marine zugefügten Verluste von Woche zu Woche geringer gewor­den seien. Nun muß sich die britische Admiralität unter dem Druck der Tatsachen selb st demen, Heren und zugeben, daß die erlittenen Verluste in der Berichtswoche sich gegenüber der Vorwoche fast verdoppelt yaben.

Oie neue rumänische Regierung.

Bukarest, 28. Jan. (Europapreß.) Zur neuen rumänischen Regierung betontUniversal", sie ent» spreche den Notwendigkeiten des gegenwärtigen Augenblicks; denn das Land verlange Ruhe und Ordnung sowie positive, aufbauende Arbeit im Dienste des Volkes. Mit Hilfe der Fachleute in den verschiedenen Ministerien werde es den neuen Ministern möglich sein, dem öffent« liehen und privaten Leben, der Wirtschaft und dem Handel sowie der Industrie den unter den heuti- gen Umständen notwendigen Rhythmus zu geben. Die neue Regierung habe das Vertrauen der brei­ten Masten des Volkes, die von ihrer guten Absicht überzeugt seien. In der heutigen Zeit bilde diese Ueberzeugung die Grundlage einer erfolgreichen Re­gierung und einer nationalen Verständigung.

Oer Führer zum Ableben Graf Csakys

Berlin, 28. Ian. (DNB.) Aus Anlaß des Ab- lebens des ungarischen Ministers des Aeußem, Graf S t e p ha n C s a k y, hat der Führer dem Reichsverweser des Königreichs Ungarn, Ad­miral Hor 1 hy von Nagybanya, nachfolgendes Telegramm übermittelt:Euere Durchlaucht bitte ich, zum Ableben Seiner Exzellenz des Königlich Ungarischen Außenministers Grafen Cfaky meine aufrichtige Anteilnahme entgegenzunehmen." An die Gattin des Verstorbenen richtete der Führer folgendes Beileidstelegramm:Zum Ableben Ihres von mir hochgeschätzten Herrn Gemahls bitte ich Sie, sehr verehrte Frau Gräfin, meine herzlichste Anteilnahme entgegenzunehmen."

Der Neichsminister des Auswärtigen van Ribben. ttop sprach dem Ministerpräsidenten Graf Teleki und der Gräfin Cfaky seine Anteilnahme aus.

Zu den Beisetzungsfeierlichkeiten in Budapest wird von der Reichsregierung eine Sonderdele- gation entsandt werden unter der Führung des Botschafters von M o l t k e.

Die deutsche Kriegsmarine im Kampf gegen England Großadmiral Naeder spricht vor den Werstarbeitern.

Bremen, 28. Ian. (DNB.) Der Oberbefehls­haber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, sprach am Sienstagoormittag zu den Werft­arbeitern der Beschimaa in Bremen. Die Ansprache des Großadmirals wurde im Gemeinschaftsempfang van den Werftarbeitern aller übrigen Werften, die im Kriegsschiffbau für die Kriegsmarine tätig sind, gehört. Der Oberbefehlshaber führte u. a. aus:

Deutsche Werftarbeiter!

Ein Jahr ist vergangen, seitdem ich vor den Ge- solgschaften der Kriegsmarinewerften Wilhelms­haven und Kiel gesprochen habe. All die rastlose Arbeit für die Wiederaufrichtung und Wehrhaft- machung unseres Volkes, der heroische Einsatz für Lebensrecht und Freiheit des Großdeutschen Reiches, sie fanden ihre Erfüllung in den Siegen in Nor- roeoen und im Westen. Norwegen wurde an­gesichts der stärksten Flotte der Welt, die selbst alle Vorbereitungen für einen Ueberfall auf die nor­wegischen Häsen getroffen hatte, in beispielhaftem Zusammenwirken aller drei Wehrmachtsteile er- obert und besetzt; und die bisher stärkste Land» macht Europas ja der Welt wurde in weni­gen Wochen zusammen mit ihren Hilfsvölkern ver- nichtend geschlagen und militärisch vollständig zer- trummert. Hierbei wurden in kühnstem Ansturm und letztem Einsatz überkommene Anschauungen des Seekrieges ebenso überwunden, wie der Traum von der Unbesiegbarkeit der Maginot-Linie aus­gelöscht wurde.

Neben der Genialität der Führung war es der unvergleichliche Geist unserer Soldaten, die diese gewaltigen Sieae errungen haben. Führung und Truppe aber hatten das sichere Gefühl, über Waffen zu verf üaen, auf die sie sich blindlings verlassen konnten. Und diese Waffen waren geschmiedet worden von deut- schen Arbeitern, die sich ihrer kriegswichtigen Aufgabe ebenso bewußt waren wie der kämpfende Soldat. Gleicher Geist beseelte Front und Heimat. Stärkstes Zusammengehörigkeitsgefühl verband Sol- bat und Arbeiter. Sie lieferten von neuem den Be­weis der Unbesiegbarkeit gesammelter und auf das gleiche Ziel ausgerichteter Kraft. Diese Siege waren

der höchste Ausdruck einer unlösbaren Gemein­schaft des ganzen Volkes. Wenn es über­haupt noch einen Zweifler gegeben hätte zu Beginn des Jahres 1940, heute kann niemand mehr daran vorübergehen, wie weiffichtig unser Führer von An- beginn seiner politischen Tätigkeit als erstes Ziel die Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft an- gcstrebt hatte. Denn in ihr liegt unsere größte Stärke.

Für die Kriegsmarine ragt aus dem an geschicht­lichen Ereignissen überreichen Jahr 1940 die Be­legung der wichtigsten norwegischen Häfen als bedeutendstes Ereignis heraus, denn hier han­delte es sich darum, ttotz unserer Unterlegenheit zur See dem Feinde, der die Absicht hatte, uns vom Norden her anzugreifen, rechtzeittg zuvorzu­kommen und damit nicht nur die englischen Ab­sichten zu vereiteln, sondern auch den freien Ausgana zum Atlantik mx gewinnen, um so den Lebensnerv Englands, feine überseeischen Zufuhren, entscheidend treffen zu können. Damit war ein kriegsentscheidender Schritt getan. Und öie Kriegsmarine ist stolz darauf, ihren Beitrag unter Einsatz aller ihrer Mittel in kühnstem An­griffsgeist geleistet zu haben.

Der Sieg im Westen brachte uns mit der Be- setzung der französischen Kanal- undAtlan- tirruften die Ergänzung unserer Ausfallstel- lungen gegen England von Osten und Süden her. Heute stehen wir vom höchsten Norden Norwegens bis zum Golf von Biskaya. Die Abschnürung Englands oom europäischen Fest- 1 a n d e ist damit vollzogen. Unsere Stützpunkte er­möglichen es uns, zur See und in der Luft den Ning um England immer enger zu schließen und diesem Lande, das uns wie im Weltkriege durch feine brutale Hungerblockade zu Boden zwingen wollte, nunmehr das Schicksal zu bereiten, das es uns zugedacht hatte. Holzer aller Art, Erze aus Skandinavien, wichtige und zahlreiche Lebensrnittel, die allem schon einen hohen Prozentsatz der bri« tqajen 3uful)ren im Weltkriege ausmachten, aber aud) die für England so notwendigen Kriegsmate- naUiefepungen aus Belgien und Nordfvavkrsich

sind in vollem Umfange abgeschnitten. Die fran- höfischen Werften, die im Weltkriege zur Reparatur und für Neubauten zur Verfügung standen, sind dem englischen Zugriff entrissen. Und anstatt Eng- land ist heute Deuffchland der Nutznießer.

Die ganze Schlagkraft der Kriegsmarine kann jetzt, im Besitze der neuen Stützpunkte, auf die lebenswichtigen britischen Zufuhren aus Uebersee ^gesetzt werden. Diese Zufuhren werden überall angepackt, im Atlantischen, im Indischen und >m Pazifischen Ozean. Unterseeboote und Ueberwasser- ftreitträfte aller Art teilen sich unter vollstem Ein- fafe in diese Aufgabe. Ich möchte hier besonders unterer U-Boote und unserer in Uebersee ope­rier enben Streitkräfte gedenken, deren heldenhafter Angriffsgeist immer wieder in Der ganzen Welt ^'sehen erregt. Aber auch die anderen ©eeftreit» frafte, und hier wieder besonders die Zerstörer, Torpedoboote und Schnellboote, haben großen Anteil an den Erfolgen unserer Seekrieg- fichrung. Diese Erfolge wären indessen nicht denk­bar, wenn nicht auch die kleinsten Einheiten, die Minensuch. und Räumverbände die Unterfeebootsjäger und Vorposten- o,/ rzeuge, ihren aufreibenden und entsagungs­vollen Dienst mit unerschütterlichem Mut und stolzer Einsatzfreude in Sommer und Winter, bei Tag und Nacht versehen würden. Gerade sie sind es, die wie die Unterseeboote vom ersten Tage des Krieges ab unentwegt am Feinde gestanden und |o manches Opfer gebracht haben, um den Großen » /u bahnen durch Minenfelder und U- ?ic, Tag um Tag und Nacht um AaHt Wache gehallen haben auf der stürmischen 9l0r^o5>cLt.D0llr Transporte geleitet und sich unermüdlich für ihre Aufgaben eingesetzt haben. Und mit ihnen kämpfen die Küsten flieg er- Gaffeln, deren Aufgaben sich nicht nur auf die Fri arcUtJ2 2"? Sicherung des deutschen Küstenvor- feldes beschranken, sondern die sich auch in schnei- mgem Einsatz gegen den Feind selbst, gegen Geleit- juge und Bewachungsstreitkräfte bewähren, wobei sie glanzende Leistungen und Erfolge erzielt haben. A» ter Küste Mst ist es die