Ausgabe 
28.2.1941
 
Einzelbild herunterladen

Jagd im März?" wird mancher denken, der im Schießen die Erfüllung seines Jagens sieht und der nach Art und MaßStrecken sehen" will. Fürwahr, er kommt im März nicht auf seine Kosten. Denn das Frühjahr hält seinen Einzug, und wenn es ringsum leise zu grünen und zu blühen anhebt, dann ver­künden auch Tauberruf und Vogellied den Lenz, und das erste Junghäschen ist genau so sein Vor­bote wie das erste Gelege. Auf solche kleinen Zei­chen aber achtet der Weidmann schon lange. XSr freut sich über die erste Bachstelze, die am Mühlen­wehr hastig dahintrippelt, und er grüßt lächelnd den ersten Rotschwanz, der auf dem Gartenzaun knickst. Denn beide sind ihm Verkünder seines Früh­lingsboten, der Waldschnepfe, die im März gen Nor­den zieht, nachdem sie irgendwo im südlichen Frank­reich, in den Weinbergen und Oelgärten Spaniens oder Nordafrikas den Winter verbrachte. Nun zieht ie der Heimat entgegen und fällt dabei einzeln oder ruppweise dort ein, wo junger Laubwald stockt und der Waldbach das erste Grün zeigt. Hier streicht sie im Abenddämmern, wenn der Abendstern zu leuch­ten beginnt, nach der Aesung, oder sie schaukelt im Hochzeitsflug mitPuitz" undQuorr" über den Frühlingswald. Rascher kehrt sie im Morgendäm­mern dorthin zurück, wo sie den Tag verbringen will. Mit ihrem Einzug beginnt für viele Jäger eine, der liebsten, besinnlichsten Zeiten im Jagdjahr.

Wenn aber morgens die Sonne hoch steigt und über die ersten Fichtenwipfel leuchtet, dann weckt sie die Liebe im kleinen Herzen des Ringeltaubers, und sehnsuchtsvoll ruft er seinO, du, du, du" seiner Taube. entgegen und erhebt sich mit klatschendem Flügelschlag zum werbenden Balzflug. Der Jäger freut sich, wenn es ihm gelingt, den einen oder an­deren der kleinen Minnesänger anzuspringen wie dengroßen Hahn" und mit sicherem Schuß her­unterzuholen aus dem Gewirr der Aeste.

Schnepfenstrich und Tauberbalz sind für den Jäger nur ein Nebengrund, der ihn in sein Revier führt. Er nimmt sie gwissermaßen am Wege mit. Denn Wichtigeres gibt es draußen für ihn zu tun. Die Felder find schneefrei geworden und die jun­gen Saaten beginnen wieder zu wachsen. Da drängt das Rehwild hinaus auf die Felder. Noch sind die Sprünge, die sich im Winter bildeten, zusammen, und für den Jäger gilt es nun zu zählen, was und wieviel durch den Winter hindurchkam. Denn er muß ja bald das Ergebnis seiner Wildzählung zur Grundlage einer Abschußvlanung machen und dem Kreisjägermeister seinen Abschußplan vorlegen. Die­ser hat nur Sinn und kann sich nur zugunsten des Reviers auswirken, wenn die Zählung so gründ­lich war, wie das überhaupt möglich ist. Je rascher in den nächsten Wochen das Frühjahr seinen Ein­zug hält, um so ausgeprägter wird der Drang des Wildes zur Grünäsung, die nach der langen win­terlichen Trockenäsunq immer eine gewisse Gefahr in sich trägt. Es gehen erfahrungsgemäß im Früh­jahr oft mehr Rehe ein als im Winter. Hier hilft der Heger die Uebergangszeit erleichtern, indem er die Salzlecken aüffrischt, die eigentlich nie unbeschickt sein sollten, oder neue anlegt. Wo keine Lecksteine zu haben sein sollten, kann man ebensogut Stöcke, die schon zu modern anfangen, mit Viehsulz be­streuen. Der salzdurchzogene Mulm wird sehr gern

Oie Jagd im März.

von dem Wild angenommen. Ebenso empfiehlt sich die Anlage von Lehmsulzen, wenn guter, steinfreier Lehm zur Verfügung steht.

Damit sind wir vom Jagen zur Wildhege und Wildpflege gekommen, und diese spielen im Früh­jahr die Hauptrolle. Denn all das, was jetzt heran­wachsen will an Jungwild aller Art, bedarf unserer Betreuung. Aus Mangel an Deckung setzte die alte Häsin auf blankem Acker im Huftritt eines Pferdes oder in einer Furche. Bald hat die Krähe vom be­nachbarten Birnbaum aus den willkommenen Bissen erkannt. Das Nest der Märzente findet das Diebes­auge der Elster, und so geht es fort auch noch den April hindurch, bis allmählich der Bodenwuchs so hoch wird, daß er schützt. Hat aber wirklich eine Hasenmutter einen schützenden Rain mit altem Gras gefunden, Hann kommen dumme Menschen oder böse Buben und sengen das Gras ab und vernich­ten dabei alles, was sich an Lebewesen auf diese Schußinsel rettete. Bei der zahlenmäßigen Höhe der natürlichen Vermehrung unserer Wildarten müßten die Strecken viel, viel großer sein, wenn diese Abgänge sich nicht in erschreckender Weise summieren würden. Nur tätige Hilfe kann hier Milderung bringen. Drum ist jetzt Zeit, vorhandene Hecken durch Schnitt und Zwischenpflanzung zu verbessern, wobei darauf verwiesen sei, daß aus Gründen des Vogelschutzes da^ Schneiden nach dem 15. März strafbar ist, genau fo. wie das Abbren­nen von Hecken und Rainen. Wo feuchtere Stellen sich finden, z. B. an Gräben oder auch in Stein­brüchen und alten Sandgruben, lassen sich leicht Weiden durch Stecklinge heranziehen, die zugleich Winteräsung und Bienenweide geben können. Für Wildäcker ist der Boden vorzubereiten.

Daneben herläust die aktive Bekämpfung tierischer Feinde unseres Wildes. Vorab sei dabei der Krähen und Elstern gedacht, die für die Niederjagd mit die ärgsten Feinde darstellen. Wer hier am Schuß spart, tut es an der falschen Stellet Daneben kommen Gift­eier als Bekämpfungsmittel in Frage. Das rau­bende Wiesel sängt man in 'Kastenfallen, die in Steinhaufen und Durchlässe eingebaut sind. Auch Fuchs und Iltis können zunächst noch ohne Bedenken bejagt werden. Von Monatsmitte ab allerdings sind führende Stücke dieser Wildarten genau wie beim Schwarzwild mit der Jagd zu verschonen.

Wenn das Wetter schöner wird, beginnen auch bald die Katzen wieder zu feldern, während es jagende Hunde draußen zu allen Jahreszeiten gibt. Sie sind di§ geschworenen Feinde des Jägers, die ihn um die Frucht seiner ganzen Arbeit zu brin­gen vermögen. Jede Rücksichtnahme auf den rück­sichtslosen Besitzer ist da fehl am Platze! Das Ge­setz gibt dem Jager, der zum Jagdschutz verpflichtet ist, die Handhabe gegen sie in die Hand: es ist sein eigener Schaden und seine eigene Schuld, wenn er davon keinen Gebrauch macht. z

Wer sich einmal selbst mit ganzer Person für den Gedanken eines Aufbaues seines Reviers eingesetzt hat, plant, wirkt und schafft an seiner Verwirk­lichung und sieht, wie es da und dort aufwärts geht und sich seine Mühe lohnt, der freut sich alljährlich auf diese kommenden Wochen, die für ihn keine irtifrer jaMose Zeit sind. Hubertus.

sji.-'fpoYt

Gebietsmeisterschasten der HZ. in Mainz.

Bei den am vergangenen Sonntag in Mainz stattgefundenen Gebietsmeisterschaften schnitten die jungen Gießener Schwerathleten teilweise ganz gut ab. Fritz Dem (116) wurde in der Klasse bis 120 Pfund 2. Sieger im Gewichtheben mit der sehr guten Leistung von 335 Pfund (einarmig Reißen 75 Pfund, beidarmig R. 115 Pfund u. b. Stoßen 145 Pfund.) In der gleichen Klasse belegte G r ö tz s ch (Manne-Gef. 116) den 3. Platz. Müller (116) erkämpfte sich in der Klasse bis 130 Pfund den 4. Platz. Im Ringen belegte Dern bei 9 Konkur­renten in bet Kla^e.bis 120 Pfund den 4. Platz. Er verlor in bi idkämpfen gegen den Frank­furter Schmitt und den Mainzer Emig nur knapp nach Punkten. In der gleichen Klasse wurde Weichsel (Marine-Ges. 116) 6. Sieger. A l t - haus (116) wurde bis 90 Pfund 3. Sieger im Ringen.

Wieder leichtathletische Hallen­wettkämpfe.

Nachdem bereits zwei erfolgreiche Hallenveran­staltungen durchgeführt wurden, hat das Fachamt für Leichtathletik für den kommenden Sonntag einen weiteren Hallenwettkampf ausgeschrieben. Bei den seitherigen Wettkämpfen, die zum Teil auch Wettkämpfern aus dem übrigen Bereichsgebiet Startmöglichkeiten gaben, wurden außerordentlich gute Stiftungen, insbesondere von den heimischen

6. Mierkampsspiele der HZ.

OeutschlandführtimLänderkampf.-GudetenländerIugendmeisterimLanglauf

Teilnehmern erzielt. Dr. Luh vom VfB.'R. Gießen stieß mit 15,42 Meter Gaubestleistung und erreichte beim zweiten Start ebenfalls mit 15,27 Meter eine sehr gute Leistung: dann sprang Weiler, VfB.- Reichsdahn 6,50 Meter weit, und im Dreisprung wurde die 13-Meter-Grenze annähernd erreicht.

Die Wettkämpfe am kommenden Sonntag sind nur offen für den Bezirk 8, Gießen und sollen all­mählich zu den 'Frühjahrskämpfen, die mit dem Waldlauf beginnen, überleiten. Als Gäste werden wahrscheinlich wieder einige Leichtathleten aus Mar­burg teilnehmen. Zum Äustrag kommen die nach­stehenden Konkurrenzen: 30-Meter-Lauf, Kugel­stoßen, Weit-, Hoch- und Dreisprung, sowie ein Dreikampf. Die Klasseneinteilung sieht eine Män­ner-, eine Frauen- und eine HJ.-Klasse vor. Wenn auch voraussichtlich, besonders in der Männerklasse, nicht mit einer großen Teilnehmerzahl zu rechnen ist, so sollen doch denen, die noch zur Verfügung stehen, alle Moöglichkeiten gegeben werden, sich immer wieder in den Wintermonaten im Wett­kampf zu betätigen. Vor allem aber sollen die Frauen und Jugendlichen jetzt mehr als zuvor er­faßt werden.

Im Zusammenhang mit diesen Wettkämpfen wird ein Lehrgang für Vereins - Uebungsleiter und -Uebungsleiterinnen durchgeführt, her die Fortsetzung der beiden vorhergegangenen Lehrgänge, die sich auf theoretische und praktische Schulung bezogen, bildet. Der Lehrgang findet vormittags, die Wett­kämpfe nachmittags in der Halle des VfB.-Reichs­bahn Gießen'statt.

Giehen-Klein-Linden.

Im VereinslakolZur Stadt Gießen" hielt der Schützenklub Roland" ferne Jahreshauptversamm­lung ab. Vereinsführer Wilhelm Erle gab den Jahresbericht, aus dem u. a. zu ersehen war, daß im April v. I. an zwei Sonntagen ein Preis^chie- ßen ftettfanb und im Herbst im Rahmen des NSRL ein Schießen für das WHW. durchgeführt wurde. Der Verein beteiligte sich mit gutem Erfolg an dem ersten Gemeindesporttag, bei dem fünf Ver­einsmitglieder als Sieger hervorgingen. Den Kassen­bericht erstattete der Kassenwart Heinrich K e u d e l. Die Rechnung wurde genehmigt. Nach Besprechung einiger geschäftlicher Angelegenheiten schloß der Ver­einsführer die Versammlung in üblicher Weise. Obergefreiter Emil Luh, wohnhaft Hügelstraße, wurde zum Unteroffizier befördert, Soldat Otto S t r ö h e r, wohnhaft Lützellindener Straße, wurde zum Gefreiten ernannt. *

* Dienstjubiläum. Herr Wilhelm Dern, Masseur in der Chirurgischen Klinik der Universität Gießen, feiert am morgigen 1. März 1941 fein 25jähriges Dienstjubiläum. Der Jubilar erfreut sich bei Vorgesetzten und Gefolgschaftsmitgliedern des besten Ansehens.

Aus her engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

& Steinbach, 28. geb r. Unser früherer lang- iähriger Förster Karl Herbert feiert am 1. März seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar verlebt seinen Ruhestand in Andernach a. Rh. bei seinem Sohne, der dort leitender Arzt am Krankenhaus ist. «Unsere Glückwünsche dem hier in bestem Gedächtnis stehenden alten Steinbacher.

Kreis Friedberg.

* B u tz b a ch , 27. Febr. Hier wurden wegen Ver­brechens gegen § 175 zwei Männer verhaf­te t und nach Gießen in das Gerichtsgefängnis ein- geüe-fert. Einer der Verhafteten ist wegen, gleicher Verbrechen fchon zweimal vorbestraft, darunter zu­letzt mit 3V2 Jahren Zuchthaus, die er in der hiesi- Sn Strafanstalt verbüßte. Nach der Verbüßung der träfe verblieb er hier in Arbeit, und nun machte sich der Unverbesserliche erneut in der gleichen Weife strafbar.

Betriebsschließung wegen preisüberschreitung.

Lpd. Frankfurt a. M., 27. Febr. Den Stra­ßenhändler Ludwig Kolb, geboren am 12. Januar 1907 zu Frankfurt a. M., Goldenstelzstraße 6 wohn­haft, hat die Preisüberwachungsstelle in Wiesbaden zur Unterbindung feiner fortgesetzten^ Preisüber- fchreitungen dauernd aus dem Straßen'3 handel entfernt. Zuwiderhandlung gegen das Verbot, auch durch Beteiligung (Vorschieben usw.) Dritter, ist mit Gefängnis und Geldstrafe bedroht.

80000 AM veruntreut

und in Bars ausgegeben.

Lpd. Frankfurt a. M., 27. Febr. Bei einer Firma, deren Leiter viel, auf Reifen war, ver­mochte her 32jährige Adam Eberle innerhalb zwei Jahren 80000 RM. zu veruntreuen. Die Gelder hat er, wie er in der Verhandlung vor Gericht zugab, restlos verbraucht. Der Angeklagte hatte zuletzt ein Bruttoeinkommen von monatlich 470 RM., kam damit aber nicht aus, weil er-über feine Verhältnisse lebte. Die Unterschlagungen ver­deckte er durch fingierte Eintragungen in den Ge­schäftsbüchern. Der verheiratete Angeklagte, der monatlich etwa 3000 R M. verbrauchte, machte sich kostspielige Anschaffungen, gab die Gel­der aber in der Hauptsache in Bars und für seine beiden recht anspruchsvoll auftretenden Geliebten aus. Der zweimal wegen Unterschlagung vorbe­strafte, aber stets amnestierte Angeklagte wurde oom Amtsgericht wegen fortgesetzter Untreue zu 15 Monaten Gefängnis und 300 RM. Geldstrafe verurteilt.

Zperfonen durch Bohusnsalatvergistet.

Line Frau und zwei Kinder gestorben.

Lpd. Fulda, 27. Febr. Nach dem Genuß von aus Konserven hergestelltem Bohnensalat er­krankte die fünfköpfige Familie eines Lehrers in Steinau (Kreis Fulda), sowie zwei zu Besuch wei­lende Personen Unter Vergiftungserschei­nungen. Ehe ärztliche Hilfe zur Stelle war, st a r b e n die zu Besuche weilende Schwägerin, deren Kind und ein Kind der Lehrerfamilie. Die übrigen vier Personen wurden ins Krankenhaus gebracht und konnten gerettet werden. Dieses tragische Un­glück ist dadurch möglich gewesen, daß die Konser­ven vor dem Genuß nicht vorschriftsmäßig a b g e k o ch t worden sind.

Börse: sehr still.

Frankfurt a. M., 27. Febr. Auch in dem neuen Berichtszeitraum hielt die Stille an den Aktienmärkten an, wenn man von einer kurzen vorübergehenden Belebung absah, die nach der Führer-Rede eintrat. Die Umsatztätigkelt blieb unvermindert klein, und gegen Wochenschluß traten wieder einige kleine Abgaben ein, die ein weiteres Absinken der Kurse nach sich zogen. Seit Wochen bröckelt nunmehr das Niveau langsam ab. Aller­dings zeigen einige Werte eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit, so am Baumarkt. Heidelber­ger Zement, die bis 196 anziehen konnten. JG.- Farben lagen zeitweise unter Druck und gaben bis 109 nach. Die Veränderungen hielten sich aber meist m bescheidenen Grenzen und gingen an den ein­zelnen Tagen kaum über 1 v. H. hinaus. Der Einheitsmarkt zeigte ebenfalls nur geringe Umsatz­tätigkeit, zumal hier der Markt sehr eng ist. Drauereiaktien lagen dabei nicht' ganz einheitlich, Mainzer Aktienbrauerei konnten sich bis 171,25 erholen, dagegen gaben Schöfferhof bis 273,5 noch Im Aktienfreiverkchr wurden die Aktien der Katz & Klumpp AG. Berlin-Gernsbach (Murgtal-Baden) bis 146 herauf gehandelt (nach etwa 138 zu Wochenanfang), in Rastatter Waggon ist die Stei­gerung bei 140,5 stehengeblieben. Mehrfache Um­sätze kamen in Aktien der Lad Salzschlirf AG. zu­stande, die von 59 bis 63 anzogen und gesucht blieben. Auch Sektaktien noch etwas gefragt.

Am Renten markt sind die (börsenmäßig nicht gehandelten) 3,5 proz. Reichsschätze gesucht. In den 4,5 und 4 o. H. Reichsschätzen waren die Umsätze nicht erheblich, die Kurse leicht schwan­kend. Jndustrieobligationen ruhig, doch freundlich, Stadtanleihen sehr still. Von Pfandbriefen sind die 4,5 proz. kündbaren vereinzelt eher zu erhalten als die unkündbaren, für die nach wie vor Nachfrage besteht und meist auf letzter Basis Geld notierten. In Steuergutscheinen I setzte sich die Abwärts­tendenz bis 108,5 fort. Tagesgeld unv. 1,75 v.H.

Bei den 6. Winterkampfspielen der Hitler-Jugend galt am Donnerstag in Garmisch-Partenkirchen die größte Aufmerksamkeit dem Beginn des S k i l ä n - derkampfes, an dem acht Nationen beteiligt sind. Didier Wettstreit der europäischen Jugend er­gab im ßanglauf über 6 Kilometer, in dem zu­gleich die Deutsche Jugendmeisterschaft entschieden wurde, einen deutschen Sieg, der um so erfreulicher ist, als er nicht erwartet wurde. Italien, dessen Jungen im Langlauf von der HI. noch nie be­zwungen wurden, Slowakei, Norwegen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Spanien und Deutschland schick­ten je fünf Läufer über die 6-Kilometer-Strecke, von denen jeweils die drei besten gewertet wurden. Es gab auf den vorderen Plätzep abermals einen Kampf zwischen den Jungen von Deutschland und Italien, wobei zum größten Teil wieder die Geg­ner des kürzlichen Länderkampfes von Afiago zu- fammentrafen. Diesmal blieben die deutschen Hitler- jungen durch Erich Hofer (Tirol) in 32:04 siegreich und konnten den Kameraden von her faschistischen Jugend zum erstenmal im Langlauf den Weg zum Siege verlegen. Auf den nächsten. Plätzen fahren die Italiener Bruno Muraro und Giuseppe Bro- metti ein, also die Ersten des 8-Kilometer-Lang- laufes von Asiago. In der Länderwertung führt Deutschland mit einem Punkt Dorsprung. Die HJ.- ßäufer hatten dabei noch das Pech, daß der wahr­scheinlich Beste des ganzen Wettbewerbs, Dietrich Lenz, wegen Auslassens einer Kontrolle nicht ge­

wertet wurde. Zu dem Sieg von Hofer kamen aber noch die Punkte für den vierten und siebenten Platz, den Hubert Neuper und Josef Wieser einnahmen, während die Italiener mit dem zweiten, dritten und fünften Platz als zweitbeste Mannschaft aus dem Wettbewerb hervorgingen. Die jungen Slowaken hielten sich als Dritte der Nationalwertung ausge­zeichnet, dagegen waren die Norweger etwas schwä­cher als man erwartete. Die Strecke hatte im ersten Drittel leichte Anstiege, dann ging es ziemlich eben weiter, im letzten Drittel folgte eine Abfahrt, die noch hohe Anforderungen stellte.

Im Kampf um die Deutsche Jugend mei­st erschuft im Langlauf war Franz Tip­pelt (Sudetenland) noch um drei Sekunden schnel­ler als der Beste im Länderkampf. Tippelt wurde mit einer Siegerzeit von 32:01 Deutscher Jugend­meister von Friedrich Hofer (Tirol) und Hubert Neu­per (Oberdonau). In die Front der Tiroler konn­ten im übrigen nur der Sachse Harald Leonhardt und der Schlesier Hans Köhler einbrechen, die den 5. bzw. 6. Rang einnehmen.

Ergebnisse:

6-Kilometer-Langlauf: 1. und Deutscher Jugendmeister Franz Tippelt (Sudetenland) 32:01; 2 Erich Hofer (Tirol) 32:04; 3. Hubert Neupcr (Oberdonau) 32:33; 4. Johann Wiesner (Tirol) 32:53; 5. Harald Leonhardt (Sachsen) 32:54.

Tippelt war unter den 127 Teilnehmern gleich-

Bitaminspender.

In einigen Wochen werden wir vor dem Beginn' der ersten Frischgemüselieferungen des neuen Jahns stehen. Es ist nicht zu befürchten, daß es an NaH frage für das Gemüse mangelt. Es bedarf dah:ö keiner Anpreisung des gesundheitlichen Wertes einen genügend großen Gemüseverzehrs. Notwendig ist aber, dafür Sorge zu tragen, daß alles das, w«« uns der Gemüsebau an Vitaminerzeugnissen M Verfügung stellt, restlos ausgenutzt wird. Das ss! ganz besonders für die Sicherung der Vitamin'M forgung. Unter den gegenwärtigen Umständen mA dem Vitamin-A-Reichtum grüner Blattgemüse der Karotten, Möhren, Tomaten und des Rosenkotllt besondere Beachtung zukommey, zumal durch M haushaltsübliche Zubereitung der Gemüse eine derung des Vitamingehaltes im Gegensatz zum Vv tamin C praktisch nicht eintritt. Die grünen Blumen' kohlblätter stehen hinsichtlich des Vitarnin-A-GelM tes mit 12 500 Einheiten in 100 Gramm an Spitze. Dann folgen der Grünkohl, der Spinat, grünen Kohlrabiblätter und die Mohrrüben nnt jfl 10 000 Einheiten, Salat und Porreeblätter mitJv 8000 Einheiten. Zum Vergleich sei angeführt, M z. B. der Blumenkohl selbst, die Kohlrabiknou^ ebenso wie Weißkohl und Rotkohl überhaupt 'm Vitamin A enthalten. Einer Anregung der Reichs gesundheitsführung folgend, werden im Rohm» der Ausweitung des Gemüseanbaues die Bitarn^ A-reichen Gemüse besonders gefördert. Weseum» wird es künftig auf die Mitverwendung des grün"- Blattes bei Porree und Kohlrabi und vor bei Blumenkohl ankommen. Bei Porree und ftmp* rnbi ist die Mitverwendung teilweise schon M üblich, sie muß aber allgemein gebräuchlich werM Gleiches gilt für die Blumenkohlblätter, die am- hings meist nicht zu der gleichen Mahlzeit verwem bar sind, dagegen zu einem anderen Gericht. W ' falls sollte man künftig davon absehen, diese w sichtlichen Vitaminspender etwa in den Abfall wo dem zu lassen. Gemüsebauer untr Gemüsebau werden sich dann leicht darauf umstellen, regelnE' genußtaugliche Blätter mitzuliefern.

frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 27. Febr. Es notierten ! ' 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 ;; 46,5, b) 39,5 bis 42,5, Bullen a) 43 bis 44,5, b)J bis 40,5, c) 33 bis 35,5, Kühe a) 43 bis 44,5, b * bis 40,5, c) 30 bis 34,5, d) 20 bis 25, gärfen al bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) 36 bis 36,5, Sonderklasse, andere Kälber a) 59, b) 55 bis c) 45 bis 50, d) 34 bis 40, Hümmel b2) WeidenM Hümmel 48 bis 51, Schafe a) 42 bis 44, b) 38 bis ' c) 15 bis 32, Schweine a) 57,5, bl) 57,5, b2)5 * c) 54,5, d) 51,5, e) 49,5, gl Sauen) 57,5. Mm- Derlaufc alles zugeteiltt

zeitig der Beste in der Mittelgebirgsgruppe D» Leonhardt und Köhler. In her Gruppe Bergland Flachland siegte Havelka (Böhmen-Mähren) w Heinz Weiß (Berlin) und Willi Kruse (Niedre sachsen).

Jnternationaler6-Kilometer-LanD lauf: 1. Erich Hofer (Deutschland) 32:04; 2. Brun Muraro (Italien) 32:15; 3. Giuseppe Brometti (Jtv lien) 32:26; 4. Hubert Neuper (Deutschland 32:33,3; 5. Chiochetti (Italien) 32:33,4; 6. Antenon Cuiel (Italien) 32:45; 7. Josef Wieser (Deutschland 32:53.

Länderwertung: 1. Deutschland 67 2. Italien 66 P.; 3. Slowakei 51 P.: 4. Nonvegn 42 P.: 5. Bulgarien 33 P.: 6. Ungarn 23 7. Spanien 16 P.; 8. Rumänien 6 Punkte.

Die jüngsten Kunstlaufmeister.

Im Äunsteisstadion wurden die Meisterschaft?' im Kunstlaufen für Jungmädel und Jungvolk nur der Mr beendet. Bei Jungen und Mädeln setztn sich die Vorjahressieger durch. Eva Pawli (Wien) war bei den Jungmädeln klar überlegen beim Jungvolk wiederholte Bert Asche obren ner seinen Vorjahressieg. Ergebnisse:

Jungmädel: 1. Eva Pawlik (Wien) Platzz. 6 126,3 D.: 2. Hilde Aveltauer (Wien) 9/124.1. 8 Ruth Mittelberg (Hochland) 18/118; 4. Inge WoH steiner (granken) 18/118,4. Jungvolk: 1. Ben Aschenbrenner (Berlin) 6/109,2; 2. gred ernannt? (Westfalen) 12/105,1; 3. Willi Schilling (Berlin, 15/103,0.

wiener Doppelsieg im Kunstlaufen.

Außerdem gab es zwei spannende Eishockey treffen. Die stämmigen Kärtner überspielten ba. Gebiet Düsseldorf mit 5:0 (1:0, 4:0, 0:0). Körnte' und Wien bestreiten am Samstag den Schlußkamp^

Im Turnier der Pimpfe bezwang Oftlan: die jüngsten Wiener mit 7:0 (0:0, 2:0, 5:0), Scham den war mit 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) über Hochland en folgreich..

In der Jugendmannschaft im E i s k u n st l a u. fen sind beide Titel an das Gebiet Wien gefalle. Von den 17 Mädeln, die noch zum Kürlauß zugt- lassen wurden, war Martha M u s i l e k mit Plasp Ziffer 5 und 227,18 Punkten die Beste. Bei b< Hitlerjungen ist Sieger und Jugendmeister Roda (Wien).

Zum Kampfspielwettbewerb Im Springe - hatten sich über 200 Hitlerjungen und Pimpfe eiir- gefunden. Die vorläufigen Ergebnisse: Hochge b i r g e : A-Klasse: 1. Otto Sujaf (Kärnten) 91 oft 132 (48 und 52 m). Mittelgebirge: A-Klassa: 1. Heinz Kampf (Sachsen) 48 und 52,5 m; 8-Klass» 1. Heinrich Siegemund (Sachsen) 4,8 und 49 m. - B e r g l a n d : 1. Walter Bäringhaus (Kurhesseir 40 und 41,5 m; B-Klass,: 1. Walter Brandder (Mil telelbe) 37 und 40,5 m. gla'chland: 1. Hein Weiß (Berlin) 37 und 40,5 m.

Oer kommende Handbattsonntag.

Tv. Hochelheim Tv. kesielstadl.

Außerordentlich kurzfristig sind die Vorspiele zu Ermittlung des Bereichsmeisters angesetzt roorto' Wie Hochelheim antreten wird, steht heute w nicht fest. Die Spielleitung wird nichts unuerfudr lassen, um alle Möglichkeiten zu erschöpfen, bamk Kesselstadt am Sonntag einen Gegner vorfindet, du, sich keineswegs unter der Hand abtun läßt. Es will einen Meisterschaftskampf geben, über dessen ta gang sich nichts voraussagen läßt. Die Leistung!!, müssen diesmal entscheiden, gür Hochelheim gilt t« sich durchzusetzen, wenn es weiterkommen will.

Die Spiele der Jugend im Bereich des Bamii-!, 116 pnö oeenoct. Ms Staffelsieaer steyen fest: 1-t Lich, Spvgg. 1900 Gießen und To. Lang-Göns. Kürze werden die Spiele um die Bannmeiftersch^ beginnen. Der Sieger / der Gruppe Gießen foifll! dann noch gegen den Sieger der Gruppe griebberg. Erst dann steht der Meister fest.

In Garbenheim gibt es ein greundschaftsspiL zwischen Garbenheim und Niedergirmes. Die Gaw benheimer sind recht aktiv. Sie werden ihrem vorsonntägigen Sieg einen wetteren anreihen otö wohl sie mit Ersatz antreten müssen und Rieden girmes stark geworden ist.