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fault, als wir dieses Fort wenige Tage nach Einnahme zum ersten Male besuchten. Wer ein
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ig, während die englischen kben bis auf den heutigen
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Spitzbergens Erwachen
Machthaber dumm bliel Tag.
tischen und militärischen Vorbereitungen zum Vernichtungskrieg gegen Deutschland fertig war Aber —£— war klug, während die englischen
erkennung eines zähen Kämpfers, aber die veral teten Einrichtungen des Forts Marre, die kümmi liebe Ausstattung, zeigen, daß man auf den angc licyen Lorbeeren des Jahres 1918 eingeschlafen w und jetzt ein schauerliches Erwachen folgte. D, Stroh in den Unterkünften war schmutzig und oe
vor Augen, die nichts von den Granaten sahen, sondern nur Verdun und nichts als Verdun. Die Vorstadt B e llev i lle war erreicht und genommen, obwohl das Fort Belleville nod) feuerte, und dann führte der Wea in die Stadt, während draußen endlich die Forts schwiegen, der Weg zur Zitadelle und zum Denkmal der Schlacht von Verdun.
So verbinden die Gedanken hier oben auf dem Fort Marre Vergangenheit und Gegenwart. Diesmal war der Marschall P 61 a i n nicht mehr in der Lage, Verdun zu retten. Hier oben aber sehen wir auch, mit welcher Schuld die französischen Machthaber belastet werden müssen. Es bleibt heute noch rätselhaft, woher man den Mut nahm, dem Reich einen Krieg aufzuzwingen. Wir versagen heute wie damals 1916 dem französischen Soldaten nicht die An-
Oie Bogel-Klinik.
In einer Stadt in Texas hat eine vermögende Einwohnerin ein Spital für Vögel eingerichtet. Die Gründerin des sonderbaren Spitals hat angeordnet, daß an den Tieren ohne Narkose keine Operation und überhaupt keine schmerzhafte Behandlung vor- genommen werden darf. Papageien und Kanarienvögel sind die häufigsten Patienten des Spitals die mit allen möglichen Verletzungen pnb Krankheiten emgeliefert werden. Die Operationen an den kleinen Tieren sind durchaus nicht leicht, und der Tierarzt, der sie vornimmt, gill als ein besonders tüchtiger Mann in feinem Fach.
Tatsache hat dazu geführt, daß die einzelnen Koh lengruben, die bereits zu Beginn des Iah Hunderts an den Küsten in Betrieb waren, sich i jüngster Zeit wesentlich vergrößern konnten, we sich mit der Klimaänderung und namentlich m den längeren Perioden schnee- und eisfreien We ters die Lebensbedingungen und die Arbeitsmö, lichkeiten für den Kohlenabbau wesentlich verbesse ten. Kohle ist für Finnland, Schweden und No> wegen sehr wichtig. Es ist daher durchaus begrei, lich, wenn man Ueberlegungen hinsichtlich eine stärkeren Ausnutzung und namentlich der roeiterei Erforschung und Erschließung Spitzbergens anstell Die bisherige Kohlenförderung in Spitzbergen wo S, einmal deshalb, weil die Kohlenflöze an de
i höchstens ein Meter Dicke besitzen, ferne weil diese Kohle nicht besonders wertvoll ist. Do< sind Möglichkeiten gegeben, den Abbau im Küste, gebiet zu erweitern und damit auch den Ertra entsprechend zu erhöhen. Die Tatsache, daß am die Sowjet-Union an der Ostküste Spitzbergens de Kohlenabbau stark intensiviert und damit offer sichtlich guten Erfolg hat, könnte als Zeichen dc für gewertet werden, daß Spitzbergen als Kohlen revier des europäischen Nordens noch eine groß Rolle spielen wird.
Die Kohlenförderung hat sich bisher nur auf di. Küstenstrecken beschränkt. Dabel ist man sich in Fachkreisen aus Grund der erd geschichtlichen Ben gangenheit Spitzbergens und der neueren geolom schen Forschungen durchaus klar darüber, datz auch im Innern Spitzbergens Kohle vorhanden feil muß, die vermutlich wesentlich besser und umfang« reicher ist als in den Ausläufern der Flöze, die mi Küstengebiet abgebaut werden. In Verbindung mii der eingangs erwähnten Klimaänderung und unfei Benicksichtigung der heutigen Bergbautechnik er» scheint es möglich, nach dem Kriege auf Spitzbergen^ systematische Untersuchungen und Vorbereitungen zu einem großzügigen Bergbau zu treffen. Begreiflicher« weise wird der Mensch trotz seiner technischen Fort« schritte und Hilfsmittel in diesem polaren Raum, der immerhin den größten Teil des Jahres über minfel ist und nur drei Monate ein erträgliches Klima ausweist, auf Schwierigkeiten stoßen, dis der Bergbau der gemäßigten Zone nicht annähernd besitzt, aber dafür ließe sich in den Sommermonates Sum bis August eine Produktionssteigerung er* reichen, die für die Versorgung der nordeuropäischen Lander mit Kohle zwar Nicht ausreichen wird, aber immerhin einen beträchtlichen Zuschuß bedeutet.
Lichtspielhaus: „Herz geht vor Ankers
„Weitgereister Seemann in den besten Iahrem aber innerlich vereinsamt, wünscht, fern der Heimat Korrespondenz mit nettem, jungen Mädel, welches Verständnis für feine Seelennöte hat." Mar braucht kein Wahrsager zu sein, um vorauszusehen baß es hier verschiedene nette Mädchen gibt, welch Verständnis haben. Es ist auch klar, daß dies ersl mal schief geht sobald der weitgereiste Seemann in den Heimathafen eingelaufen ist und an Lanv kommt, um die Früchte der Korrespondenz zu gc< niefjen; daß er zwei Kameraden an der Braut« schau beteiligt, dient keineswegs dazu, die nabe« hegenden Konflikte auszufchalten — im Gegenteil sie komplizieren sich im Laufe der Ereignisse so sehr; daß einem himmelangst werden könnte, wie das ausgehen wird, wenn die Anlage der Handlung nicht unmißverständlich erkennen ließe, daß beit Verfassern des Drehbuches (Jacob Geis und Toni Huppertz) ernstere Absichten ferngelegen haben, und daß es hier nur auf lustfpielhafte oder schwank« maßrge Verwicklungen abgesehen war. Daran fehlt es ja nun mit Nichten, aber zuletzt ist es zur Be« lohnung fo weit, daß nicht nur ein Herz vor Ankek geht, sondern gleich mehrere. Die Hochzeitsreise wird gemeinsam auf der Viermastbark „Padua" gemacht, und die Aufnahmen von diesem prachtvollen Schiff gehören zu den schönsten Bildern in dem von Joe Stöckel mit munterer Laune in S^ene gesetzten Film: an der Kamera stand Otto
oeck e r. Der innerlich vereinsamte Steuermann ist Gustav Fröhlich, den man lange nicht gesehen hat, und der sich hier mit einem Windhunds* temperament ins Zeug legt, ehe er endgültig ooS Anker geht. Joe Stöckel und Heini Handschuh mach e r bilden in ihrer männlichen Veranlagung das wünschenswerte Gegengewicht zu dem ausgeN hungerten Draufgängertum des Steuermanns. Viktoria v. Ballasko, Winnie Markus, ßottil Rausch und Gusti Wolf bilden ein sehr appetitliches Quartett verständnisvoll-verliebter Mädchen. Ai Ide v. Stolz in einer kleinen komischen Szene sei nicht vergessen (Bavaria.) — Ein Luftschutz- Lehrfilm und die hier schon angezeigte neue Wochen«' schau vervollständigen das Programm.
Hans Thyriol
dem Bischof von Viriningham, dem Oberhirten Chamberlains, mit und druckte die Hoffnung aus. daß nun die schlimme Weissaguna Tudsberys mit dem Weltkrieg für immer erfüllt fei und von nun an Deutschland und England einträchtig zusammen für den Frieden der Welt arbeiten würden. Der Bischof von Birmingham hat darauf nicht geantwortet. Vielleicht hat er fein Schäflein Chamberlain gekannt und gewußt, daß dessen Versprechen nichts als Heuchelei war und darauf berechnet, Eng- land Ruhe zu verschaffen, bis es mit allen diploma-
Verdun vor 25 Jahren und heute
Von Karl Brammer.
empört: O nein, ich kann es nicht. Wenn ich nach Deutschland komme, spreche ich deutsch nur mit Kellnern und Schutzleuten." — So dumm sind meine Landsleute, fügte der englische Pfarrer an, daß sie sich schämen, wenn sie im Verdacht stehen, deutsch zu verstehen. Darum sage ich: Es gibt einmal ein schreckliches Unglück zwischen Deutschland und England.
Pfarrer Tudsbery hat richtig prophezeit. Jetzt ist das Unglück über Enaland hereingebrochen Die Machthaber in London haben in ihrer Dummheit und Hoffart alle Warnrufe verachtet und das englische Volt durch amtliche Lügen in seiner Verdummung gehalten. Jetzt rächt sich das. Als Chamberlain 1938 in München unserem Führer Friede und Freundschaft gelobte, teilte der in Kassel lebende Pfarrer die Prophezeiung des Pfarrers Tudsbery
In diesem Jahrhundert ist Spitzbergen, die norwegische Inselgruppe im Nördlichen Eismeer, aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, den es unter einem Panzer von ewigem Eis und Schnee schlief. Bis dahin hatte Spitzbergen zu den nordeuropäischen Landkomplexen gezählt, die, zur Polarzone gehörig, keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung besaßen noch erwarten ließen. Allerdings haben nicht Menschen und ihre kulturtechnischen Mittel Spitzbergen aus dem Banne von Eis und Schnee gerissen, die Natur selbst griff im Laufe dieses Jahrhunderts ein und löst in den Fjorden und an den Hängen die Eisbarrieren. Im Zuge einer allgemeinen Erwärmung, die man seit einigen Jahrzehnten und namentlich in den letzten Jahren im Nordpolarraum feststellt, hat sich das Winterklima Spitzbergens, wie zahlreiche Forschungsexpeditionen ergeben haben, im Laufe von drei Jahrzehnten um sieben Grad qe° steigert.
Die eigentliche Ursache dieser Erwärmung des Klimas scheint dabei von einer gesteigerten Intensität der Golfstromausläufer in dieser Erdzone auszugehen. Die relativ warmen Meeres-- fluten, die Spitzbergen umfluten, minderten zunächst die normale winterliche Vereisung allgemein herab und wirkten außerdem auf die untere Atmosphäre, so daß diese die erwähnte Temperaturzunahme im Durchschnittswert erhielt. Die Gesamtwirkung war, daß die im Laufe des Winters in den Fjorden und auf dem Festland von Spitzbergen sich bildenden Eis- und Schneepanzer nicht mehr so stark waren, daß sie sich nicht während der Sommerzeit von Juni bis August auflöfen konnten. So kam es zu der überraschenden Erscheinung, daß Gebiete Spitzbergens, die nach photographischen Aufnahmen aus Sommermonaten des vorigen Jahrhunderts selbst im Juli und August vereist waren, in den letzten Jahren des laufenden Jahrhunderts in den gleichen Monaten fein E i s mehr aufwiesen, vielmehr eine gewisse Vegetation besaßen, die sehr deutlich die Klimaänderung Spitzbergens dokumen^ tierte, wie sie inzwischen auch durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt worden ist.
Mit dieser Tatsache haben wir jedoch nicht nur einen interessanten klimatischen Fall zu registrieren, sondern es verbinden sich für das Land Spitzbergen damit wirtschaftliche Folgeerscheinungen, die von Bedeutung werden können. Die Zufahrt nach den Spitzbergen-Häfen ist jetzt während eines großen Teiles des Jahres offen. Diese Ventilator ab, nickt erst dem Schalter und bann dem Fräulein bedeutsam zu und bringt seine endlosen Glieder darauf wieder still und stumm auf feinem Platz unter.
..Das Fräulein dankt Herrn Bohnsack mit einem rührend-verlegenen Neigen ihres schmalen Kopfes und spricht weiter in den Apparat: „... ja, und da bin ich gestern hier nach Seewalde, das hat dir Mutter wohl gesagt... ja, natürlich wieder in den Lindengarten, wie damals ..."
Es ist so still, so peinlich still, seitdem der Ventt- lator nicht mehr brummt. Das Fräulein ist über und über erglüht, sie duckt sich förmlich in den Apparat. .Mas willst du, Peter? — Ach, ja, Peter, doch ... Nein, heute nicht, heute geht kein Zug mehr nach ... wie? Nein, Peter, ich bin nicht merkwürdig, ich bin nicht kurz ... Peter, ich kann dir das jetzt ... morgen sage ich dir alles ... ach, Gott, Peterle ..
In diesem Augenblick schiebt Postassistent Rockstroh geräuschvoll seinen Stuhl hinter sich und steht auf.
.Kameraden", sagt er mit lauter Stimme, „tch glaube, ein kleiner Korn zwischendurch an der Theke ist nicht zu verachten!"
Und wie ein Mann erheben sich auf dieses Wort dreißig Männer, ftreben stumm und still der Tür zu und sind innerhalb von wenigen Augenblicken, ohne das Fräulein anzusehen, aus dem Dereinszimmer verschwunden.
Der letzte macht die Tür zu. Es ist der große Mewes vom Sägewerk, der hinten in der Ecke gesessen hatte. Ganz leise macht er die Tür zu mit seinen riesigen Hdlzfällerpranken, ganz leise und behutsam.
baten des Großdeutschen Reiches ist gewiß eigentümlich zu Mute gewesen, als sie nun über die alten Drahthindernisse des Weltkrieges hinwegfttegen und hier noch verrostete Helme und zerbrochene Waffen fanden, lieber Trichter ging es an den Kieshügeln alter Stellungen vorbei. Da meldete sich auch schon unsere schwere Artillerie Aum Wort, um den Kampf mit den letzten französischen Panzerforts aufzunehmen, und in diesem Artilleriekampf blieben mir Sieger.
Wieder war es wie ein ^chicksalswalten, daß gerade am Toten Mann auch diesmal die Kämpfe am heftigsten waren. Aber auch selbst hier vermag sich der Gegner nicht zu halten. Es gab zwar noch gelegentlich Feuerüberfälle, die auch an diesem Juni-
Dreißig Mann und ein Mädchen.
Von Joachim Lange.
Hinten im Dereinszimmer bei Kanecke klappern die Sammelbüchsen. Sie sind zwar noch leer, aber bekanntlich klappern auch leere Sammelbüchsen. Das heißt: ganz leer sind die Büchsen doch nicht, denn jeder Sammler hat beim Empfang feiner Büchse erst einmal ein paar Groschen aus der eigenen Tasche in den Schlitz gesteckt als Heckpfennig. Das ist guter Brauch in Seewalde und sicher auch anderswo.
Ja, heute ist Freitagabend, morgen und übermorgen ist Haus- und Straßensamrnlung, da haben sich die Seewalder Sammler bei Kanecke im „Lindengarten" einzufinden, wo sie ihre Bezirke und ihre Büchsen bekommen. Auf dem langen Mitteltisch türmen sich die Kartons mit den Abzeichen, große Bogen Packpapier liegen schon in der Ecke, hier zählt Fleischer Gramzow seine Figuren ab, dort quittiert gerade Herr Bohnsack von der Landwirtschaftlichen Sparbank den Empfang der Büchse Nr. 18703, Dro- gift Warband verabredet mit seinem Mitsammler Treffpunkt und Stunde, und der große Mewes vom Sägewerk ist in einem lauten Gespräch mit Post- assistent Rockstroh begriffen, weil er sich nicht ganz klar ist, wo sein Bezirk beginnt, ob bei oder erst hinter Dr. Mahlitz. (Dr. Mahlitz will er nämlich gerne bei sich haben, der gibt immer besonders viel ...)
Mitten in dieses Stimmengewirr hinein klingelt plötzlich das Telephon an der Wand Das ist so eine merkwürdige Einrichtung im „Lindengarten", daß das Telephon im Dereinszimmer hängt. Aber recht betrachtet, ist das gar nicht so merkwürdig, denn Herr Kanecke, der Wirt, hat sich gesagt: hänge ich den Apparat vorn ins Gastzimmer neben die Theke, bann kann jedermann jedes Gespräch mitanhören Und wozu das? Aber das Dereinszimmer steht meistens. tagsüber immer, leer, da hängt es am besten
Das Telephon klingelt also, und der Nächstbeste, der lange Bohnsack von der Sparbank, steht auf, nimmt den Hörer ab und ruft:
„Hier Kanecke, Gastwirtschaft Lindengarten!"
III.
Wenn der Blick von den PanAertürmen des Forts Marre hinüberwandert zu Den alten Schlachtstätten vor 25 Jahren, dann wandern die Augen auch in das vor uns liegende Maastal, und nun verbinden sich die Erinnerungen an die Februarkämpfe des Jahre 1916 mit denen des Juni 1 940. Das Fort Marre, unter dessen tödlichen Geschossen so viele deutsche Soldaten des Weltkrieges verbluteten, ist diesmal schnell Aum Schweigen gebracht worden durch die Angriffe Der deutschen Stukas, die mit mathematischer Genauigkeit ihr Ziel trafen. Diesmal war die Frage nicht, ob Derdun in langwierigen Angriffen vom rechten, vom linken oder von beiden Maasufern genommen werden sollte, diesmal zogen siegreiche deutsche Truppen durch das Maastal geraden fffieges zur Zitadelle, nachdem die französischen Truppen, die nur noch die Aufgabe hatten, am Toten Mann und auf der Höhe 304 hinhaltenden Widerstand zu leisten, außer Gefecht gesetzt waren. Auch in Derdun selbst hatten die deutschen Bomben Tod und Verderben gesät, so daß die Stadt zur Verteidigung nicht mehr fähig war.
Wenn man sich ein Bild davon machen will, w i e es möglich war, daß Frankreichs stärkste Lager- feftung in einem Tage fiel, so darf man dabei nicht Die Gesamtlage außer acht lassen, wie sie sich am 15. Juni darstellte. Nachdem die Franzosen und Engländer in der Schlacht im Artvis und in Flandern zerschlagen worden waren, gingen, die deutschen Angriffsstöße unaufhaltsam über die Marne, die diesmal nicht zum Schicksalsstrom Frankreichs geworden war, tief in das Herz des Landes hinein. Schon war Paris gefallen, und die ersten deutschen Vortrupps standen an diesem Tage bei Auxerre. Wichtig war aber vor allem, daß motorisierte deutsche Abteilungen über die Hochebene von Langres vorgedrungen waren und dabei in Richtung auf Besan^on die französischen Armeen der Maginot- linie einkesselten. Gleichzeitig war ja wenige Tage vorher der Durchbruch durch die Maginotlinie bei Saaralben und am Oberrhein erfolgt. Das hieß also, daß auch der Rest der französischen Front ins Wanken gekommen war. Aus diesem Grunde lagen Befehle des französischen Oberkommandos vor, wonach die Festungsbrigaden sich aus der Maginotlinie langsam zurückziehen sollten. Ernsthafter Widerstand konnte nicht mehr geleistet werden. Es galt nur noch Zeit au gewinnen. Insofern war die Lage diesmal bei Derdun selbstverständlich ganz anoers als sie 1916 gewesen war. Verdun war diesmal nicht der Anfang, Derdun war gewissermaßen das Ende.
Die deutschen Soldaten, die an der verlängerten Maginotlinie den großen Frontdurchbruch erkämpft hatten und die Truppen, die jetzt auch an den Zentralstellen der Maginotlinie durchgebrochen waren, sie sind es gewesen, die mit die Einnahme von Verdun gewährleisteten. Damit soll aber in keiner Weise das Verdienst der Männer geschmälert werden, die in schnellem, raschem und endlosem Vorgehen sich der Stadt und Festung Verdun bemächtigten. Die Stoßtrupps, die am Ostufer der Maas von Samo- aneux aus gegen Derdun vordrangen, machten an der Cüte d e T a l o u, der Höhe von V a ch e r a u - Dille, zum ersten Male halt. Don hier aus sahen sie, was wir im Weltkriege nie gesehen hatten, zum ersten Male die Rauchschwaden über dem brennenden Derdun. Zwar schossen noch starke Forts, aber es gab ja keine Front von französischen Soldaten mehr, die die Zugänge sperrte. Den jungen Sol-
eignis, das er selber erlebt hatte. Auf der kirchlichen Synode zu Bristol, wo alle Geistliche des Bistums versammelt waren, zeigte der Bischof das neueste Buch eines berühmten deutschen Unioerfi» tätsprofessors, das der Buchhändler ihm zugeschickk hatte und worin eine Stelle besonders angemerkt war. Da der Bischof nur wenig Deutsch verstand, fragte er, ob einer der Anwesenden die Stelle übersetzen könne. Keiner meldete sich, der Bischof reichte »das Buch dem Archidiakon mit den Wor- itte, Mr. I. übersetzen Sie doch." „Bedaure sehr, das kann ich nicht." „Wie, Sie können das nicht? Sie reisen doch seit 20 Jahren jedes Jahr an den Rhein und in die Schweiz, da müssen Sie doch das Deutsche verstehen." Da bekam der Archidiakon einen roten Kopf vor Entrüstung, daß man ihm zutraute, er verstünde deutsch, uno erwiderte
gesehen hat, wie deutsche Soldaten in den Befesttgu gen des Westwalls untergebracht waren, der oe steht es überhaupt nicht, oaß es eine franziW Truppenführung gab, die in dieser Weise ihre baten behandelte. Die Gefangenen sagten freilich iw mer wieder aus, daß das Durcheinander schließt so groß war, daß sich niemanb überhaupt zurech finden konnte.
Auch bei dem Kampf um das Fort Marre sin einige deutsche Soldaten gefallen. Das Schicksal hl es diesmal besser mit uns gemeint. Der Boden vo,- Verdun hat Blut genug getrunken, als daß er nod mals einen solchen Opfergang hätte erleben müsse. Schließlich muß es die Einsicht gewesen sein, gege die deutschen Soldaten nicht standhalten zu können die dazu führte, daß Befesttgungen rote Marre, Belleville, Douaumont und Vaux nach kurzer Kampf in unsere Hand fielen. Unseren vorrückende Soldaten blieb an jenem Iunitag nur wenig Sei: denn der Vormarsch mußte weiter fortgesetzt roeröer So viel Zeit aber hatten sie noch, daß sie schweigen an die Gräber der deutschen Kameraden tratet die vor fünfundzwanzig Jahren ihren Angriff b« gönnen. Heute haben ihre Söhne in der gleiche Stellung gekämpft und gesiegt. So hat sich jetzt i Verdun vollendet, was 1918 die Geschichte uns schul big geblieben war. Der alte Soldat grüßt die junge Soldaten, und bie Jungen gedenken voll Ehrfurcht der Kämpfe, die hier vor einem Vierteljahrhundert begannen. Der Kampf um Verdun ist zum Sie urnVerdun geworden. So hat erst jetzt der Opfei tob der gefallenen Kameraden feine höchste Weih erhalten.
Anläßlich der 25. Wiederkehr des Tages, an dem die Panzerfeste Douaumont erstürmt wurde, legte die Kameradschaft „Sturm Douaumont" Inf.-Regt. N r. 2 4 von der NSKOV. 6 einen Kranz am Ehrenmal Unter den Linden in Berlin, nieder. (Scherl-M.) tag von unseren Truppen Opfer verlangten, aber wir sind dem Schicksal dankbar, daß es erfreulicher- weise diesmal nur wenitze sein mußten, die ihr Leben hinzugeben hatten. Die Franzosen hatten freilich die Forts Vaux und Douaumont erneut zum Kampfe hergerichtet. Sie hatten Douaumont sogar modernisiert, indem sie den alten Batterien eine neue Befestigungsanlage hinzufügten. Aber alles hat nichts genützt. Die französischen Geschütze wurden, wie man in den Panzerkuppeln sehen konnte, durch direkten deutschen Beschuß einfach außer Gefecht gesetzt:
Und während wir uns hier oben vom Fort Marre aus den Fall der Festung Derdun am 15. Juni zu erklären versuchen, wird uns berichtet, wie ein Regimentskommandeur im Kraftwagen einfach die Straße an der Maas entlangfuhr. Das lockende Ziel
„Hier bei Kanecke!" verbessert ihn Postassistent Rockstroh, und alles lacht.
Da kommt Herr Kanecke schon selbst aus dem Gastzimmer, nimmt Herrn Bohnsack den Hörer aus der Hand und sagt: „Ja, hier Lindengarten, Seewalde, wer ist denn da? — Fräulein Wagner aus Berlin wollen Sie sprechen? Augenblick, bitte!"
Er geht wieder hinaus, und kurz darauf erscheint ein schmales, dunkelhaariges Mädchen in der Tür, bleibt einen Augenblick sichtlich verlegen auf der Schwelle stehen und geht dann unter den Blicken von dreißig Männern, die ihr folgen wie dreißig Feldstecher der Spitzengruppe in einem Pferderennen, mit kleinen, zögernden Schritten durch das halbe Zimmer an den Apparat. Das Buch, in dem sie wohl vorn im Gastzimmer gelesen hat, hält sie noch in der Hand. Anscheinend ist sie auch nicht wenig erstaunt, zu so später Abendstunde noch angerufen zu werden. „Ja, wer.ist denn dort?" fragt sie etwas unwillig in den Apparat hinein. Aber gleich danach jubelt ihre Stimme: „Du, Peterle? Ganz plötzlich drei Wochen Urlaub? Und vor einer Stunde bist du in Berlin ...?"
Sie besinnt sich plötzlich, wo sie ist, ihre Stimme sinkt ab, ihre dunklen Augen werfen einen raschen, verwirrten Blick über das Zimmer.
Dreißig Männer, die eben noch durcheinander geredet und mit ihren Büchsen und mit Geld geklappert haben, sitzen da, still und stumm wie die Fische, weil sie ja das Ferngespräch nicht stören wollen. Fleischer Gramzow zählt noch einmal seine Figuren ab, Drogist Warband zündet sich zum zweitenmal seine bereits brennende Zigarre an, Postassistent Nockstroh nimmt einen endlosen Schluck aus seinem Bierglas, die meisten sehen starr in die verqualmte Luft oder auf das rot-weiß gewürfelte Tischtuch. Keiner lächelt Herr Bohnsack wiegt bedenklich den Kopf.
Nur der Ventilator brummt aufdringlich.
Das junge, dunkeläugige Mädchen, Fraulein Wagner also, faßt sich etwas. „Ja, ich hatte noch zehn Tage Urlaub zu bekommen, und da bin ich gestern . was sagst du? Ich verstehe kein Wort . "
Herr Bohnsack steht plötzlich lang wie eine leie- graphenftange neben dem Fräulein Das Fräulein schrickt nervös zusammen und blickt ängstlich an Herrn Bohnsack hinauf. Aber Herr Bohnsack will gar nichts besonderes, er dreht nur den Schalter vom


