iberwältigt von dem neuen deutschen Erfolg
Bauch die Belgrader Zeitungen. Der militärische rbeiter der „Novo Drerne" würdigt die Bedeu-
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kerlin, 27. Oktober. (DNB.-Funkspruch.) In i(lr verbündeten Ländern, aber auch darüber hin- lus hat die Nachricht von der Einnahme des sow- jetihen Rüstungszentrums Charkow stärksten Druck gemacht.
rmationsfest und Bußtao verlest
l Rücksicht auf die besonderen Erfordernisse Kriegswirtschaft werden das Reformationsfest 10.) auf den nachfolgenden und der Bußtag LI.) auf den vorhergehenden Sonntag verlegt, entsprechenden kirchlichen Feierlichkeiten finden nbcfen Sonntagen statt. _________________
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Karin Grunelius
Roman von Guiöo R. Brand
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ompanid 1 großen Schlagzeilen verzeichnet die rumänische ant U dieses „Ereignis von weittragender Wir- hin;". Die Blätter führen in längeren Aufsätzen
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!>ü;roße Rolle der Stadt als sowjetisches Rüstungs«, Mehrs, und Wirtschaftszentrum vor Augen, des. MFall die Sowjets schwer treffe. Der Schlüssel 'hur Donezbecken sei endgültig in deutscher Hand.
großer Aufmachung beschäftigen sich die slowa- ’ijdn Zeitungen mit der Eroberung der ukrai. Den Industriestadt. Durch die Einnahme Char- do» und die Besetzung Belgorods werde deutlich, ihreibt „Slovak", daß der ganze Südabschnitt jkkFront in Bewegung sei und -unaufhaltsam vor-
Aber f' ßenveD hatte, chnee!^
■ Manila, 27. Okt. (Europapreß.) 500 japanische Mctsbürger verlassen innerhalb von 14 Tagen die ilippinen, wie am Sonntag bekannt wurde, r Mehrzahl der Japaner wird am 9. November iüer „Hakone Maru" in die Heimat zurückfahren.
übrigen werden einen französischen Dampfer en.
Front und Heimat — ine unlösbare Opfergemeinschast.
r l i n, 25. Okt. (DNB.) Der zweite Opfer- löni ta g des Kriegs-Winterhilfswerkes 1941/42 l2. Oktober brachte mit seinem Ergebnis von i|!167 8 9 6 6,6 9 Reichsmark gegenüber der
ifcr die flache Landschaft der Dnjepr-Ebene ost. tnicto des großen Stromes hinwegfegte, waren timen weniger Stunden die unausgebauten Wege bi< auf den sowjetischen Karten als Hauptstraßen eii^zeichnet sind, in riesige breite Schlammwüsten verwandelt. Nur mühselig konnten sich in den d.^uffolgenden Tagen die Jnfanterie-Divisionen Hirn Weg bahnen, denn der Schlamm wurde von 2qj zu Tag tiefer, zumal es fast unaufhörlich wei> kitchneite und regnete. Stellenweise bis an die Knie o;ranken die Infanteristen auf den unwegsamen Ien, aber sie kamen wenigstens überhaupt noch
. Die Geschütze der bespannten Artillerie m staken bald ebenso hoffnungslos fest wie Fahrzeuge der motorisierten Truppenteile, r größer wurde der Abstand zwischen Truppe tackschub, der dock vorn so dringend benötigt . Aber mit Hilfe von Zugmaschinen und herbeigeschafften Traktoren wurde schließlich ,ie letzte Schwierigkeit überwunden, ein Mei-
»ewerk deutscher Organisation.
Luf breiter Front näherte sich schließlich nach U(!*rroinbung aller Hindernisse in den letzten taten die Armee der Stadt. In der Nähe westlich berStadt ging noch einmal konzentriert die deutsche Merie in Stellung und bereitete der Infanterie !)ci Weg in die an vielen Stellen brennende Nie- fcabt, in die in den Nachmittagsstunden deutsche Lippen siegreich Einzug hielten.
Starkes <?cho.
um Charkows als militärisches und wirtschaft- jchb Zentrum der Ukraine und schreibt, der Der- ist dieser Stadt sei für die Sowjets ein Verlust ilch nur in materieller, sondern auch in psycholo- jst;r Hinsicht. Politisch bedeute er die Befreiung ttzanzen Ukraine vom bolschewistischen Joch.
Hlbst in der Neuyorker Sonntagspresse wird die
niefühiff ebel U 1 motorii ei N i*nl; Schützt«, in einen Chri.I
zer-Abte!.
ihen un'l Pr3^me Charkows, dessen industrielle Bedeutung 8 J“ litin Kommentaren der des amerikanischen Pitts» kow m R gleichgestellt chird, rückhaltslos als schwerer i Erzei P: 9 bie Sowjets bezeichnet.
Japaner verlassen die Philippinen
. Ken Sammlung des Vorjahres eine Steigerung । hie Dien1 fn) 035 046,57 Reichsmark gleich 39,90 v. H. Das e Volk hat damit erneut sein unerschütter- W Vertrauen zum Führer und seinen unbändigen 1 Ikien an den Sieg unserer tapferen Wehrmacht Midet.
Ü ^rtsetzung. (Nachdruck verboten.)
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Inh wie lange glaubt ihr, daß ich hier liegen- L E । muß?" Seine Stimme hatte einen gereizten wie bei Kranken, die sich schon lange quälen Miten Aerzten nicht glauben. Er sah hilflos zwi- i'M Karin und dem Assistenten hin und her. , h'tor Carli zuckte die Achseln, lächelte verlegen 'rng-rechtzeitig einen Blick Karins auf, der ihn Wette, die Wahrheit zu sagen.
lehimfen Sie zuerst einmal Ihrem Schöpfer, daß nrtr Sie herausgefischt hat. Es hätte schließlich
-in können, daß ...", er machte eine sinnvolle «Bewegung, die mit einem Amen endete.
Ikn tiefer Seufzer bestätigte beinahe diese Mög- W'r- „Ich will wissen, wie lange es noch bauern M! Hätte Günther sein schmerzver^errtes Gesicht Mki können, würde er sich in das Unabänderliche
oll'^, J)i9 hat alles Zeit. Erst mußt du wieder ganz in, (e|.rj fein. Deine Rippen haben bei dem Sturz - - versuchte sie zu scherzen, ob-
'p5 Schicksals gefügt haben.
paar Wochen!" überwand sich nach einer Stille Karin, ihm zu gestehen. Emmal W r es ja doch erfahren müssen. Wie vor etwas Mnnhaftem schloß Günther die Augen. Sein Ge- M leuchtete in unheimlicher Blässe. In wenigen 3®1:en war ein viele tausend Kilometer roeiter unterbrochen, ein schöner Plan vernichtet fei. Eigentlich hätte er über dieses Unglück !FlHlLlber ein Schicksal zetern müssen. Aber er chloO ^iMtr nur noch unfruchtbare Ironie auf, die gegen Riif gerichtet war.
or Carli war aus dem Zimmer gegangen. ren^M»-llte die beiden allein lassen. Mit einem hof- , U^e Röcheln verbeugte er sich noch an der Tur.
Jrn Karin diese Geste auch verstand, so wäre ihr fort iJ8ü,r em Augenblick doch lieber gewesen, er hatte wl n E Günther zu beruhigen Diel wichtiger, 3 ihm darüber zu streiten, ob aus dem
"^willigen Aufenthalt im Krankenhaus zwei
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Aus der Stadt Gießen.
Ein Appell -es Gauleiters
Verdunkelungszeit
27. Oktober von 18.01 bis 8.06 Uhr.
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zur Frontbuchspende der Partei.
715(5. In opfervollstem blutigen Ringen schritt der deutsche Soldat zum Siege über den Deltfeind Bolschewismus. Er rettete mit feinem Kampf Leben und Glück der Heimat, ebenso wie den Bestand Europas und seiner Jahrtausende alten Kultur.
Ls war daher ein glückliches und sinnvolles Beginnen, diesen Soldaten mit den seelisch-geistigen kulturellen Kräften der Heimat durch die von Reichsleiter Rosenberg aufgerufene Bücherspende der Partei in steter Verbindung zu halten.
Heber 30 000 Bande brachte der Gau Hessen-
„Lob des Bauern "
Morgenfeier der Hitler-Zugend im Theater.
Unter dem Leitwort „Lob des Bauern" veranstalteten Bann- und Untergauspielschar des Bannes und Untergaues 116 im Theater der Universi- tätsstadt Gießen am Sonntag eine Morgenfeier. Der erste Teil wurde begonnen mit dem ersten Satz der Dritten Sinfonie von Vivaldi, gespielt vom Bannorchester unter der Leitung von Fritz Braun. Die Singschar des Bannes (Chorleitung: Heinrich D i e t- r i ch) brafyte darauf als vierstimmigen Kanon einen Erntespruch und ein altes Erntelied (um 1770) frisch und klangrein zu Gehör. Zur Eröffnung des Veranstaltungsringes der HI. 1941/42 sprach zunächst Bannführer Sigurd Tae.sler. Er hleß Kreisleiter Backhaus, Eltern und Gäste willkommen und bemerkte, die Morgenfeier wolle einen Einblick in die Winterarbeit der HI. geben, die als Erziehungsfaktor neben Elternhaus und Schule trete. Neben der weltanschaulichen und soldatischen Erziehung dürfte die kulturelle Arbeit nicht vernachlässigt werden, die ihre eigenen Formen ausgebildet habe. Die Jugend solle durch diese Arbeit für die deutsche Kunst gewonnen und aufgeschlossen werden. Der Bannfüh- rer gab dann einen kurzen Ueberblick über die Kulturarbeit der HI. in Spielscharen, Chören und Tanzgruppen, in Theater und Konzert, Film- und Dichterstunden. Mit der heutigen Eröffnung des Gießener Theaterringes der Hitler-Jugend solle ein Querschnitt durch die Kulturarbeit der Spielschar gegeben werden. — Hierauf hieß Oberspielleiter Mund die Morgenfeiergemeinde im Nomen des Intendanten willkommen; er wies auf die enge Zusammenarbeit von Theater und Hitler-Jugend hin und betonte die hohe Bedeutung des Theaters im neuen Reiche. Das Gießener Theater empfinde dies als Verpflichtung, seine Arbeit im Sinne des Führers zu gestalten und den jungen Menschen tiefe künstlerische Eindrücke zu vermitteln. Der Sprecher forderte die Eltern auf, auch ihrerseits nach Kräften die Theater-
ÄnMrung des neuen Landgerichtspräsidenien.
Feierstunde im Gemeinschastssaale des Landgerichts.
Nassau bei der letzten Büchersammlung aus! Ich bin gewiß, daß dem nunmehr wiederholte^ Appell auch im Gau Hessen-Nassau mit der ganzen bewegten Dankbarkeit begegnet wird, die die Heimat der kämpfenden Front schuldet. Wenn im bevorstehenden Winter die Heimat dem deutschen Soldaten auch in den weilen Raumen des Ostens nahe sein will, wird die Bücherspende der Partei dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Die Ehre jedes einzelnen Volksgenossen ist es, an diesem Erfolg beteiligt zu fein.
Sprenger.
freudigkeit ihrer Kinder, Ehrfurcht, Demut und Haltung der Jugend im Theater zu fördern. Der Spielplan des Theaters sei gerade auch für die Jugend zusammengestellt. Das Theater wolle ein Kraftzentrum im kulturellen Leben unserer Stadt bilden und mithelfen zur Erreichung des großen Zieles, einen neuen deutschen, Adelsmenschen zu formen.
Nach diesen mit großem Beifall aufgenommenen Ansprachen hörten wir, von Bannorchester und Singschar des Bannes und Untergaues in straffem Zusammenwirken vorgetragen, die Bauern-Kantate „Das Jahr überm Pflug" von Hans Baumann mit der Musik von Heinrich Spitta: im Wechsel von gesprochenem und gesungenem Wort, Einzelstimmen und Chor, Chor und Orchester entwickelte sich die neue musikalisch-rezitatorische und melodramatische Kantatenform, die in einfachen Strophen und Rhythmen das Lob des bäuerlichen Menschen und den ewigen Kreislauf des bäuerlichen Jahres verkündet. Als disziplinierte Einzelsprecher wirkten Helmut Becker, Dieter Bommer, Gerold Brückner, Wolfgang Sauer und Erwin Trapp. — Nach der Pause brachte die Bannspielschar unter Leitung von Dieter Bommer das Bauernspiel „Die verstorbene Gerechtigkeit" von Franz Lorenz. In den anspruchslosen Formen des Laienspieles, -in dem Anklänge an die alte Stegreifkomödie und das primitive Ständetheater des Mittelalters wirksam werden, wurde das Leitmotiv der Morgenfeier noch einmal aufgenommen: Ehre und Heimatgefühl des Bauern und die Wiederherstellung des mit List und Gewalt geschändeten Rechtes. In der lockeren Szenenfolge konnte sich der natürliche Spieltrieb der Kumpanei in einer Form ausleben, die jungen und alten Zuschauern Freude machte. Spittas Lied „Wir sind die junge Bauernschaft" ließ die harmonische Veranstaltung kraftvoll ausklingen.
Hans Thyriot.
Jedermann ein Schildträger!
Die zweite Reicks st raßensammlung für das Kriegs-Winterhilfswerk am gestrigen Sonntag und Samstag stand im Zeichen alter germanischer Schilde: die sehr geschmackvoll ausgeführten Nachbildungen waren als Symbol für
, Webrfreudigkeit, die Opferbereitschcht und unerschütterliche Siegeszuversicht des deutschen Frontsoldaten und auch als ein Sinnbild für die Haltung öer Heimat gedacht, die sich, eingeoenk der mahnenden Worte der letzten Führerrede, ihrer Verpflichtung bewußt und freudigen Herzens bereit war, ihrer Dankbarkeit Ausdruck zu geben dafür, daß wir dank dem Führer und unserer unvergleich- lichen Wehrmacht vor den unvorstellbaren Schrecken einer Ueberflutung durch bolschewistische Horden bewahrt geblieben sind.
Bei uns in Gießen hatten sich wie überall am ver- gangenen Samstag und Sonntag die Männer der SA., ff, NSKK. und NSFK. zur Verfügung gestellt, um, unermüdlich die roten Sammelbüchsen schwingend und Abzeichen verkaufend, auch der zweiten Reichsstraßensammlung für das KWHW. zu einem glänzenden Ergebnis zu verhelfen. Die Sammeltätigkeit in den Straßen setzte schon am Samstag rege ein und brachte schnell flotten Absatz und volle Büchsen: die hübschen Abzeichen waren sehr begehrt und wurden gerne gekauft. Viele Volksgenossen begnügten sich nicht mit einem Schild, sondern hefteten sich deren zwei, drei oder mehr an den Aufschlag des Mantels. Der Musik^ug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann gab am Samstagnackmittag auf dem Kreuzplatz ein Stanbfonaert, dessen schneidige Weisen eine Menge von Zuhörern herbeilockte, die ihrerseits gerne bereit waren, ihr Geld in die Büchse zu wekfen. Der SA.-Reitersturm hatte sich der Jüng- sten angenommen, die — alles für das KWHW.! — im Sommermagen fpaziexen fahren ober hoch zu Roß von der Anlage aus über den Seltersweg promenieren durften. Auch die Vorführung von Segelflugmodellen durch das NSFK. auf den Wiesen hinter dem Gericht hatte eine Menge schaulustiger und gebefreudiger Volksgenossen angezogen; die Vorführungen fanden regen Anklang und dienten so ebenfalls der zweiten Reichsstraßensammlung, die aller Voraussicht nach wieder ein bemerkenswertes Ergebnis yaben dürfte.
Tageskalender für Montag.
„KdF.": Stadttheater 19 Uhr „Ich bin kein Casanova". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Leichte Muse". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Glück im Schloß". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters.
Haushattsbestandsiiste „Mein Hab und Gut".
Dieser Vordruck ist im Einvernehmen und mit Unterstützung af'«?r zuständigen Stellen entstanden. Er soll vor allen Dingen den Nachweis der Einrichtung und Vermögenswerte der Haushaltungen erleichtern in den Fällen, in denen Schäden durch Fliegerangriffe entstanden sind, darüber hinaus ist das Formular jedoch geeignet, auch für Schadenfälle allgemeiner Art, insbesondere als Dersicherungsgrundlage, zu dienen. Die Anlegung dieser Bestandslisten von allen Haushaltungen ist daher im volkswirtschaftlichen Interesse und soll weitgehendst gefördert werden. Der Verkauf der Listen (10 Rpf. pro Stück) erfolgt ausschließlich durch Buch- und Papierwarenhandlungen.
Als Leiche aufgefunden.
* L a u b a ch, 27. Okt. Der feit einigen Tagen vermißte 17 Jahre alte 21 b off Jäger von hier — vgl. unsere Meldung am Donnerstag voriger Woche — ist am Sonntag in der Nähe von Wetterfeld to t in der Wetter aufgefunden worden. Am heutigen Montaa soll die Sektion der Leiche stattfinden, um dadurch Aufschluß über die Todesursache zu gewinnen. Drei junge Leute von hier, im Alter von etwa 17 Jahren, mit denen Jäger auf dem Gallusmarkt in Grünberg geweilt hatte, und die am Abend ohne ihn hierher zurückgekehrt waren, sind von der Kriminalpolizei Gießen vorläufig in Haft genommen worden und befinden sich in Gießen in Polizeigewahrsam Von dem ansehnlichen Geldbetrag, den Jäger zum Einkäufen in Grünberg mitgenommen hatte, wurde ein Teil bei der Leiche nicht mehr vorgefunden. Die Ermittlungen sind weiter im Gange. _____________________________
In Anwesenheit von Kreisleiter Backhaus sowie von Vertretern der Wehrmacht, der staatlichen und städtischen Behörden, der Universität und der Justizverwaltung fand am Samstagvorynttaa im Gemetnschaftssaale des Landgerichts im Rahmen einer Feierstunde die Einführung des neuen Landgerichtspräsidenten Dr. Jacobi durch den Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. S c r i b a statt. Nachdem Landgerichtsdirektor Dr. F e i l b a ch mit einem Sieg Heil des Führers und unserer siegreichen Soldaten gedacht hatte, brachte ein Streichquartett das Kaiserquartett von Haydn zum Vortrag. Landgerichtsdirektor t)r. Feilbach hieß darauf Kreisleiter Backhaus, Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. Scriba, Gäste und Berufskameraden herzlich willkommen, wies auf die weltgeschichtliche Bedeutung der Sttinde hin und betonte, daß der zahlreiche Besuch ein schönes Zeichen guten Einvernehmens darstelle. Der Redner gedachte der gefallenen Berufskameraden, zu deren Ehren sich die Versammlung erhob, und bat dann den Oberlandesgerichts- präfibenten, die Einführung von Landgerichtsprä- fibent Dr. Jacobi vorzunehmen.
Oberlandesgerichtspräsident Dr. Scriba wies zunächst auf die gewaltige weltanschauliche Auseinandersetzung hin, die gegenwärtig zwischen dem Nationalsozialismus und den feindlichen Mächten des Bolschewismus, der Plutokratte und des Weltjuden- ........ illllll— iri—W I1MI7M—TMT—M
tums ausgetragen wird. In einem historisch-politischen Rückblick schilderte er, wie der Führer uns in letzter Stunde vor einem furchtbaren Schicksal bewahrt habe. Es werde sich zeigen, wer in diesem Kriege Sieger bleibe; ohne Zweifel sei die Entscheidung schon in unserem Sinne gefallen. Ohne die
oder drei oder gar vier Wochen würden, war, die nächstliegenden Dinge zu erledigen.
Die Eltern waren zu benachrichtigen. Schon seit Kufra war man ihnen eine Mitteilung schuldig über ihre Position. Geld brauchte man auch! Wie lange würde es dauern,.dis sie gegen den Scheck Günthers, der auf ein Berliner Institut lautete, Lire erhielt, die überhaupt nicht in ihre Rechnung gestellt waren! Außerdem hatte sie nichts anzu- ziehen außer der sportlichen Fliegerkombination. Sie konnte doch nicht wochenlang in Hose und Blust herumlaufen! , .
2lber es gab noch mehr zu bedenken! Schon auf dem Weg nach Spaccaforno hatte sie sich das alles überlegt und hatte es jetzt vergessen, weil Günther aufgeregt und unwillig dazwischenredete und ganz andere Dinge w ssen wollte. Da war doch der Aero Club of East-Africa zu benachrichtigen! Mußten nicht auch Rom und Berlin verständigt werden, daß sie nicht ankämen?
Wenn Karin sich so die nächsten Tage vorstellte, beschlich sie ein leises Grauen. Ganz allein sollte sie das alles erledigen, ohne der italienischen Sprache mächtig zu sein, ohne eine Ahnung von den Verhältnissen zu haben, zum erstenmal in Europa!
Sie mußte an Thomas Bröger denken, der ihr in humorvoller Weise vorgehalten hatte, wie seltsam bieser Kontinent von ihr begrüßt worden sei. Vielleicht würde sich daraus etwas ganz Beson- Wes entwickeln, hatte er gemeint, als sie am 2lbcnh auf der kleinen steinernen Terrasse von Luccates Wirtshaus saßen und über das dunkle Meer hinweg in die Ewigkeit hinaussahen Unbe- areiflich mar ihr erschienen, daß sie ohne Gunther einem Deutschen gegenübersaß, der das Wemglas mit beiden Händen umschloß und m langen Zugen, voll stillen Wohlbehagens, daraus trank Zum erstenmal hatte sie dabei bemerkt, daß seine Finger in ihrer spielerischen Haltung einen seltsamen Ausdruck hatten. Obgleich sie noch keines feiner Silber aesthen hatte, vermutete sie, baß sie weniger W.rk- Uckkeit waren als vielmehr em Checken von Ge- hPimninen die in den Dingen schlummerten.^ V flßoran denkst du, Karin", unterbrach Gunther r,/ nföhlid) Sie war sich des minutenlangen Schweigens gar nicht bewußt geworden. Erschreckt sie ein Taschentuch aus der Brusttasche, als wollte sie ihre Verlegenheit verbergen. „Es ist doch
zum Verrücktwerden!" rief er laut und zerrte an dem bis auf den Boden reichenden Glockensttick.
„Was willst du denn?"
Als hätte schon jemand vor der Tür gewartet, «trat eine Schwester herein, begrüßte Karin mit einem milden Lächeln und so sanften Bewegungen, daß sie ganz ergriffen war. Die große, weiße Haube, das blasst Gesicht, wundervolle blaue 21ugen, das fahlgelbe Kleid, vielgefältet am Rock, die hellen Leinenschuhe, alles das erschien Karin so unwirklich, fast unirdisch, daß sie sich mit ihrem verwaschenen dunkelbraunen Overall wie ein Monteur vorkam
„Bringen Sie Papier und Bleistift!" fuhr Günther hoch.
Die Schwester verzog ein wenig den Mund, faltete die Hände und zuckte kurz die Achseln.
Unbeherrscht wollte Günther aufbrausen, als Karin sich ins Mittel legte und die Bewegungen des Schreibens machte.
„Oh, capisco!" lächelte die Schwester und lief schnell aus dem Zimmer.
„Capisco! Capisco? Kein Wort verstehe ich, und da verlangst du, ich soll drei Wochen hier aus- halten?"
Karin wehrte ab: „Ich nicht. Auch nicht der Doktor. Sondern dein Zustand. Da ist nun mal nichts zu ändern, und ich bitte dich, hör' endlich auf damit. Es wird weder besser, noch änderst du etwas. Hilf lieber selbst ein bißchen mit, daß du schneller gesund wirst!"
„Und du? Wo willst du denn so lange bleiben?"
„In Sampiert Daß ich in das Krankenhaus ziehe, kann doch niemand von mir verlangen. Außerdem wird es überhaupt nicht gehen, daß ich einem Kranken den Platz wegnehme. Und in Sampieri, wo man uns auffischte, lebt es sich billig."
„Und wie verständigst du dich?" unterbrach Günther sie forschend. „Schätzungsweise sprechen die Leute noch weniger deutsch als hier, wie?"
Für Sekunden stutzte Karin, berichtete ihm aber bann rafch, wie und wo man sie untergebracht habe und daß ein deutscher Maler ihr behilflich sei. Sie könne schon ein paar italienische Wörter: „Prego ... buon giorno! ... Addio’ Avanti! buona notte! Signore!“ sagte sie schnell hintereinander und lachte.
Merkwürdigerweise ober blieb Günther ganz ernst. Er schien es gar nicht so luftig zu finden. „So, ein
Maler und dazu noch ein Deutscher. Das ist ein toller Zufall"
Karin spürte sofort, daß hinter diesen Worten nichts als Eifersucht lag, und wehrte ab: „Ohne den wir beide nicht mehr am Leben wären. Denn schließlich haben wir es nur dem Motorboot des Herrn Bröger zu verdanken, daß man uns noch aus dem Wasser ziehen konnte! Solche Zufälle muß man schon ohne Hintergedanken mitneymen!"
Günther sah ein, wie dumm er sich benommen hatte, und wollte sich entschuldigen. Im gleichen Augenblick betrat die Schwester mit einer Mappe und Schreibzeug das Zimmer.
„Mille grazie!" sagte Karin kühn. Gleichzeitig aber überfiel sie die Angst, die Schwester könnte sie in ein Gespräch verwickeln, und deshalb wiederholte sie schnell: „Danke schön, Schwester!"
Ein verständnisvoller Blick beendete die halb komische, halb heikle Situation.
„Also, schreib doch mall“ rief Günther vom Bett her, als sie wieder allein waren. „Erst ein Telegramm an die Eltern, dann nach Nairobi. In meiner Tasche müssen noch ein paar Pfunde sein, die mußt du wechseln. Telegraphiere an die Bank in Berlin; die müssen unter allen Umständen Geld schicken! Mein Gott, ist das alles blödsinnig!"
Karin schrieb alles auf und fügte von sich aus noch einiges hinzu, was erledigt werden mußte. „Noch was?" fragte sie.
„Wer hat dich eigentlich hergebracht? Wo liegt denn dein Sampieri?"
„Wo ist deine Brieftasche? Vielleicht kann ich das Geld noch heute wechseln!" antwortete sie, als hätte sie feine Fragen überhört. Während sie an den Schrank ging und aus dem Rock die kleine Ledertasche hervorholte, überlegte sie, was Günther mit seinen Sticheleien bezweckte. Sie schrieb es seinem Zustand zu, der ihn — das verstand sie sehr gut — zum Wahnsinn bringen mußte. Sonst immer draußen in den Plantagen, Herr über Hunderte von Arbeitern und befehlend, und jetzt hilflos wie ein Kind. .
Gleichzeitig aber wußte sie auch, d^aß sie nicht immer würde in seiner Nähe sein können. Sie hätte gar nicht die Kraft dazu gehabt. Sollte sie es deshalb ernst nehmen, wenn er vielleicht gar nicht ahnte, wie weh er ihr tat?
(Fortsetzung folgt.)


