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Eichener Anzeiger
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Die wirtschaftliche Bedeutung des Baltikums
Berlin, 27. Oft (DNB.) Der Führer
hat
Fortschreitende Besetzung des Donez-Sebiets
Eichenlaub für Hauptmann Gollob.
B e r l i n , 27. Oktober. (DNB.) Der F ü h r e r hat dem Hauptmann G o l l o b , Kommandeur einer Jagd gruppe, als 38. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und chm aus diesem Anlaß folgendes Telegramm gesandt:
„In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 80. Luftsieges als 38. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes."
Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe hat an den jüngsten Eichenlaubträger Hauptmann Gollob folgendes Telegramm gesandt: „Ich habe die Meldung vom 600. Luftsieg der Gruppe erhalten und spreche der Gruppe hierzu und Ihnen persönlich gleichzettig zu Ihrem 80. Luftsieg meinen Dank und meine vollste Anerkennung aus. Göring, Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches."
Eichenlaub für Oberleutnant Graf von Kageneck.
Oer OKW.-Berichi vom Sonntag.
DNV. Aus dem FührerhauplquarNer, 26, Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Besetzung des Donez Gebietes schreitet fort. Auch an den übrigen Abschnitten der Ostfront wurden die Angriffsoperationen weitergeführt.
Starke verbände der Luftwaffe richteten schwere Schläge gegen Truppenansammlungen, Befestigungen und Kolonnen des Feindes zwischen Donez und Don, im Kampfraum um Moskau sowie ostwärts des Wolchow. 3m hohen Norden zerstörten Kampfflugzeuge Teilstrecken der Murmansk-Bahn sowie Barackenlager auf der F i - scher-halbinfel. Bei Nachtangriffen auf Mos- kau wurden VombenvoHtrefferimKremt erzielt.
3m Seegebietum England vernichleke die Luftwaffe in der letzten Nacht drei Handelsschiffe mit zusammen 12 000 BRT. Andere Kampfflugzeuge griffen Häsen an der west-, Süd- und Südostküste der 3nsel an.
3n Nordafrika bombardierten deutsche Kampfflugzeuge mit guter Wirkung militärische An- lagen in Tobruk.
Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt.
Oer OKW.-Bericht vom Gamstag.
DNB.Aus dem Führerhauptquartier, 25. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
wie bereits durch Sondermeldung bekanutge-
Hauptmann G o l l o b ist in kürzester Zeit einer der erfolgreichsten Jagdflieger geworden. An der Spitze seiner Gruppe im Osten mit unerhörtem Angriffsgeist kämpfend, errang er Sieg auf Sieg. Erst am 18. September d. I. wurde sein Name mit der Verleihung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz der Oeffenüichkeit bekannt. Damals zählte Hauptmann Gollob 34 Abschüsse, hiervon 29 im Kampf gegen die Sowfets. In wiederholten kühnen Tiefangriffen hat Hauptmann Gollob mit seinem Verband auch in den Erdkampf eingegriffen und dem Feind hohe Verluste an Menschen, schweren Waffen und Material zugefügt. Die Zahl seiner Luftsiege erhöht sich von Tag zu Tag. Am 21.9. waren es 42 Luftsiege, am 19.10. bereits 75, und jetzt konnte der tapfere Jagdflieger die stolze Zahl von 80 Abschüssen melden. Allein am 18. und 19. Oktober errang Hauptmann Gollvb 44 Luftsiege, hiervon 9 an einem einzigen Tage.
an gedacht, was im vergangenen Jahr bei der Räumung Bessarabiens in unserer Seele vor sich gegangen ist und was sich heute zuträgt. Tag um Tag und Stunde um Stunde, wenn wir mit hohem Mut und mit Blut, mit sehr viel Blut den Haß Ihrer Rassegenossen aus Bessarabien bezahlen müssen, mit vem sie uns beim Rückzug aus Bessarabien bedacht haben, mit dem sie uns bei der Wiederkehr empfangen und mit dem sie uns vom Dnjestr bis Odessa und bis zu den Ufern des Asowschen Meeres verfolgt haben? Aber entsprechend Ihrer Ueberliefe- rung wollen Sie auch diesmal aus Angeklagten Ankläger machen, indem Sie vorgeben, daß Sie die Gründe vergessen haben, die zu der Lage geführt haben, die Sie jetzt beklagen. Und gesotten Sie, daß ich frage, daß ich durch Sie alle ihre Rasse genossen frage, die um so fanatischer Beifall geklatscht haben, je größer die Leiden und die Schicksalsschläge waren, die wir empfangen haben: Was haben ©ie im vergangenen Jahre urrternom- men, als Sie hörten, wie sich die Juden aus Bessarabien und dem Buchenlande gegenüber den rumänischen Soldaten verhalten haben, die im Rückzug begriffen waren und die bis dahin die Ruhe und den Wohlstand jener Juden gewähr-
„Taten des Hasses."
Brief Marschall Antonescus an einen Juden. - Eindeutige Abfuhr für jüdischen Heuchler.
Bukarest, 26. Oft. (DNB.» Der Präsident des Verbandes der Mischen Gemeinschaften in Rumänien Fildermann richtete an Marschall A n - t o n e s c u ein Schreiben, in dem er sich über die schlechte Behandlung der I u d e n beklagte. Auf die- es Schreiben gab Marschall A n t o n e s c u folgende der Oeffentlichkeit übergebene Antwort:
Herr Fildermann! Sie schreiben in zwei einander folgenden Eingaben über die „erschütternde Tragödie" und ,ilehen" mich, indem Sie von „Gewissen und von „Menschlichkeit" sprechen in eindrucksvollen Worten an, in denen Sie unterstreichen, daß Sie verpflichtet" seien, „an mich und nur an mich zugunsten der Juden in Rumänien zu appellieren, die in Ghettos überführt wurden, die für sie am «ua eingerichtet worden sind. Um Ihrer Jnterven- hon auch Tragisches beizumischen betonen Sie, daß diele Maßnahme den schuldlosen Tod bedeute, ohne andere Schuld als die, Jude zu sein.
Herr Fildermann! Niemand kann für die Leiden dpr Bedrückten und Schutzlosen empfänglicher fein nu ick. Ich verstehe Ihren Schmerz, aber Sie müssen ober vielmehr müßten auch selbst meinen eigenen Schmerz verstehen, der der Schmerz eines. ganzen Volkes war. Denken Sw daran, haben Sre dar
geben, wurde Charkow am 24. Oktober genommen. Lines der w i ch t i g st e n R ü st u n g s- und wirtfchaflzentren der Sowjetunion ist damit in deutscher Hand. Am selben Tage setzten sich deutsche Truppen in den Besitz des Verkehrsknotenpunktes Belgorod, 75 Kilometer nordostwärts von Charkow.
Nachtangriffe von Kampfflugzeugen richteten sich gegen militärische und wehrwirtschaftliche Anlagen in 2H o s t a u.
3 m Kampf gegen die britische Versorgungsschifffahrt versenkte die Luftwaffe vor der englischen O st k ü st e aus gesicherten Geleitzügen heraus drei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 12 000 BRT. Außerdem wurde ein einzeln fahrendes Schiff von 4000 BRT. durch Bombenwurf vernichtete
Vor der nordafrikanischenKüsteschossen deutsche Kampfflugzeuge nördlich G a m b u t ein feindliches Handelsschiff in Brand.
Britische Bomber warfen In der letzten Nacht an einigen Orten Nordwest- und Westdeutschlands Spreng- und Brandbomben, die geringe Schäden in Wohnvierteln verursachten. Sechs feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen.
Hauptmann Gollob errang am 20. Oktober seinen 80., Major Lühow am 24. Oktober seinen 101. Luftsieg.
„Man hat überhaupt keine Ahnung *
Berlin, 27. Okt. (DNB.) ,Ln Londoner Militärkreisen ist man betreten, weil man seit drei Tagen keine offiziellen Nachrichten von dem Kriegsschauplatz im Osten erhalten hat. Man hat überhaupt keine Ahnung, was dort vor sich geht" — so wird aus den USA. gemeldet. Wir haben ähnliche Klagen aus England in letzter Zeit häufig gehört, vor allem bann, wenn es den Sowjets besonders schlecht ging und sie sich um ein Eingeständnis Herumdrücken wollten.
Daß dieses Land den Bolschewisten entriffen werden konnte, bedeutet also eine wesentliche Stärkung der deutschen Kriegswirtschast. Man kann dabei in gewissem Sinne,auch sagen, daß das Baltikum nicht nur feinen kurzfristigen Besitzern, den Bolschewisten, entrissen wurde, sondern auch — England. Denn bevor diese Länder bolschewistisch wurden, ging der S Teil ihrer Ausfuhr nicht etwa nach dem barten Deutschland, sondern nach England. Die Briten nahmen im Jahre 1937 nicht weniger als 46,4 v. H. der gesamten litauischen Ausfuhr, 39,2 v. H. der Ausfuhr Lettlands und 33,9 v. H. der Ausfuhr Estlands auf, während nach Deutschland nur 17,7 v. H. der litauischen Ausfuhr, 30,8 v. H. der Ausfuhr Estlands und 35,3 v. H. der Ausfuhr Lettlands gingen. Selbst nach Amerika gingen nicht unbeachtliche Mengen. Um diese Ausfuhronteile der Briten und Amerikaner wird sich michin die Versorgung Deutschlands vergrößern, sobald nur einigermaßen geordnete Produktionsverhältnisse wiederhergestellt sind. Das wird schon in sehr kurzer Zeit der Fall fein, denn wie rasch das nationalsozia- listische Deutschland es versteht, die Produktion besetzter Länder wieder in Gang zu bringen, das beweist ja der Erfolg unserer Aufbauarbeit in den eingegliederten Ostgebieten und im Generalgouvernement. V. A.
dem Oberleutnant GrafvonKageneckin einem Jagdgeschwader das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes JEelegramm übermittelt:
„In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich des 65. Luftsieges als 39 Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Gez.: Adolf Hiller.
Nach der Eroberung von Dago ist nunmehr das lefamte Baltikum von den Bolschewisten gesäubert, kaum mehr als Jahresfrist hat die bolschewistische Zerrschaft in den drei baltischen Ländern Litauen, Lettland und Eslland gedauert. Ihre Wirkungen nd trotzdem verheerend genug gewesen, und es beicht kein Zweifel, daß alle früheren wirtschaftlichen Angaben aus der Zeit der Selbstänbigkeit dieser tänder heute pur noch bedingte Geltung beanspru- zen können. So ist zweifellos die Bevölkerung durch ;en bolschewistischen Mordterror, durch Verschleppungen und auch durch den Krieg selbst arg dezimiert worden, und die Bevölkerungsziffer, die für iefen gesamten Raum mit etwa 6 Millionen Men- hen angegeben wurde, wovon 1,1 Millionen auf Estland, rund 2 Millionen auf Lettland und etwa ,V Millionen auf Litauen entfielen, ist sicherlich icht unbeträchtlich kleiner geworden. Don weittra- «nder Bedeutung ist ferner die Tatsache, daß gelbe die tüchtigsten und fähigsten Kräfte dem Bol- hewismus zum Opfer gefallen sind.
Wenn man fragt, was die Bolschewisten seinerzeit s-reizt hat, das Baltikum zu überfallen, das doch -,it feiner Größe von etwa 172 800 qkm (Litauen 3 500, Lettland 60 800 und Eslland 47 500 qkm), smessen an den 21 Mill, qkm der Sowjetunion n Nichts bedutete, so gibt es darauf nur eine Antwort: Es war lediglich die für einen Angriff uf Deutschland und für die Machtstellung in :r Ostsee günstige strategische Lage dieser Länder, i« Stalin zum Einmarsch veranlaßte. Bodenschätze ennensmerter Art besitzen die balllschen Länder, igesehen von den estländischen Brennschieservor- rmrnen und dem Holzreichtum Lettlands und Est- inds, in geringerem Umfange auch Litauens, nicht, ibenfo konnte die in den letzten Jahren vor dem riege recht gut entwickelte Industrie der balllschen Staaten die Sowjets an sich kaum reizen. Diese Jn- iftrie bestand in der Hauptsache in landwirtschaft- chen Deredlungsindustrien, Zellstoffwerken, Holzin- iftrie, einer recht gut entwickelten Baustoffindustrie rtb einer vielfältigen Konsumgüterindustrie, wie bei- xielsweise Gummi- und Lederverarbeitungswerke, ektrotechnische und Radiofabriken usw. Das, was e Sowjets vor allem interessierte, eine Rüstungs- Nb Schwerindustrie, gab es so gut wie gar nicht, lediglich einige Wehsten und,Maschinenbaufabriken, e allerdings zum Teil schon Kesselanlagen, Loko- wlloen, Textilmaschinen usw. bauten, können dazu- «rechnet meinen. Ihrer Hauptstruktur nach waren )er alle drei Länder des Baltikums überwiegend Igrarlänber, und an agrarischen Gebieten hatte die kowjetunion keinen Mangel.
Wesentlich anders wird das Bild, wenn man die tirtfchaftliche Bedeutung des Baltikmsis im Hinblick f D e u t s ch l a n d und Europa betrachtet. Dann irb gerade der agrarische Charakter der baltischen linder zu einem wertvollen Aktivum. Denn alle i rei Länder sind landwirtschaftliche Ueberschuh- ibiete und bilden somit eine wertvolle Ergänzung r die knappe Nahrungsmittelversorgung Deutsch- nds und Europas. Wenn das Institut für Kon- | jmkturforschung seinerzeit für Litauen einen Selbst- irforgungsgrab mit Lebensmitteln von 110 v. H., für Lettland von 106 v. H. und für Estland von (2 v. H. errechnete, so besagen diese Ziffern nur tätig für die tatsächlichen Ergänzungsmöglichkeiten btr europäischen Nechrungsmittelversorgsing aus dem sikaltikum. Man muß nämlich wissen, daß in Litauen sil Hektar, in Eslland 246 Hektar und in Lettland 1:5 Hektar zur Versorgung von 100 Einwohnern litt Lebensmitteln notwendig waren, während für Im gleichen Zweck in Deutschland nur eine land- vrtschaftliche Nutzfläche von 52 bis. 54 Hektar er- fcrberlitf) ist. Die Steigerungsmöglichkeiten der Le- kimsmittelerAeugung durch intensive Wirtschaft sind ifo noch sehr beträchtlich.
1 Im landwirtschaftlichen Export der baltischen eraaten traten die Erzeugnisse des Ackerbaus hinter binen der Diehwirtschaft zurück, obwohl die Weizen- nzeugung mit etwa 480 000 Tonnen und die Rog- zrnprobuktion mit etwa 1,12 Millionen Tonnen kbenfalls eine Ausfuhr zuließen. Bei den Erzeug- ir‘1 en der Viehwirtschast stand die Butter an erster 6:eile des Exports. Ihr Anteil machte betspiels- fcife 1938 in Estland mit 24,2 v. H. und in Lett- Ittib mit 23,9 v. H. fast ein Viertel der Gesarntrnis- Wfchr der beiden Länder aus. Die Butterausfuhr I Gier brei Länder erreichte mit 64 Millionen RM. | etna den Wert der gesamten deutschen Butterem- tor vor dem Kriege. Im Gegensatz zu der' von der Anfuhr abhängigen Erzeugung von Molkeretpro- bitten in den Niederlanden und Dänemark beruht bi( Molkereiwirtschast der baltischen Länder zum Jö&ten Teil auf wirtschaftseigener Futtergrund- I w;e, nämlich auf den Wiesen und Weiden sowie inf den aus dem Anbau von, Leinsaat anfallenden Mfuttermitteln. Damit ist die Gewähr gegeben, bcß für die Zukunft diese Erzeugung nicht nur ge- I baten, sondern sogar noch vergrößert werden kann. I ftben Butter spielten Schweine, Speck und Eier bit wichtigste Rolle in der Ausfuhr.
I Der Ackerbau liefert neben den Getreidesruchten I Rllzen, Roggen, Gerste (Litauen 260 000 *?,nnen' Sittlanb 220 000 Tonnen) und Hafer (Litauen M5IOOO t, Lettland 440 000 t) auch erhebliche Men- von Jndustriepflanzen. Die Erzeugung an Lein- M erreichte mit 68 000 Tonnen (Litauen 36 000 -innen, Lettland 22 000 Tonnen, Eslland 10 000 -innen im Jahre 1937) mehr als ein Viertel Der flamten europäischen Erzeugung an Leinsaat von 45 000 Tonnen und mehr als das l'A'fache der ätschen Erzeugung von 41 000 Tonnen. Ebenso nchtlsch P die Flachserzeugung. Sie bezifferte sich >957 in Estland auf 11 000 Tonnen, in Lettland aus ■5700 Tonnen und in Litauen auf 39 800 Tonnen, ö'r ist mit insgesamt 76 500 Tonnen also fast so I fB gewesen wie die Flachsproduktton Deutsch- i ;tbs (46 000 Tonnen) und des ehemaligen Polen M; 000 Tonnen) zusammengenommen. Schuetzlich h;.1 noch auf die Kleesamenausfuhr hingewiesen, o>e : *’v uns ebenfalls sehr wertvoll ist. Diese 3lnern eioeisen wohl, wie wertvoll bas Baltikum gerao : W« seiner agrarischen Produktion für Deutsch-
Oos Buch kämpst mit
Als „Schwert des Geistes" bezeichnet Reichsminister Dr Goebbels in seinem Aufruf zur Kriegsbuchwoche 1941 das deutsche Buch. Er weist dem Buche damit den Ehrenplatz zu, der ihm in diesem, über Schicksal und Leben nicht nur unseres Volkes entscheidenden Kriege gebührt. Verhält es sich doch mit diesem Abschnitt des deutschen Kulturlebens nicht anders als mit den Bezirken des Theaters, der bildenden Kunst, der Musik: auch sie erleben heute die Zeit der Bewährung. In einer solchen Zeit klären sich die Begriffe, scheidet sich Wesentliches vom Nichtigen, rückt das Lebenswerte und Lebenswichtige in das Blickfeld der Nation.
Gehört das Buch wirklich in jenen Kreis des für die Nation Lebenswichtigen? Es hat in den letzten Jahren nicht an Stimmen gefehlt, die von einem angeblichen Gegensatz zwischen den Forderungen unserer Zeit und denen, die das Buch an feine Freunde stellt, sprechen zu dürfen glaubten. Sogar von einer Krise des Buches war die Rede. In einer gedankenreichen Rede, die er kürzlich vor den deutschen Buchhändlern und Verlegern hielt, hat sich Reichsleiter Baldur o. S ch i r a ch mit diesen Behauptungen auseinandergesetzt.
„Das Buch verlangt nach Einsamkeit" — so stellt er fest. „Steht es damit nicht im Gegensatz zur Forderung der Zeit? Wir predigen die Gemeinschaft. Heißt das nicht, daß die Zeit des stillen Sich- versenkens vorbei ist? Ist die Krise des Buches gekommen? Nein, im Gegenteil. Nie wurden mehr Bücher verlangt als heute, und es ist geradezu ein Kennzeichen unseres Volkes, daß es während feiner Belastungsproben zum Buche greift. Und Gemeinschaft heißt nicht Tötung der Einsamkeit. Die Einsamkeit ist die Voraussetzung der schöpferischen Tat ..."
Zahlreiche Beispiele lassen sich für die Richtigkeit dieser Worte anführen. Man höre sich nur an, was Frontbuchhändler von ihrer Arbeit zu berichten wissen! Man lasse sich von ihnen erzählen, wie überall, wohin sie auch auf ihren weiten Fahrten kommen, nicht Das Buch schlechthin, sondern das gute Buch verlangt wird — der Gedichtband nicht aus
leistet hatten? Ich will es Ihnen in Erinnerung rufen:
Noch bevor die sowjetischen Truppen erschienen waren, haben die 3uden, die sie verteidigen, in Bessarabien und in der Bukowina unsere Offiziere angefpuckt, sie haben ihnen die Achselstücke herunlergerlssen. sie haben ihre Uniformen zerfetzt und, wo sie konnten, die Soldaten meuchlings mit Knüppeln erschlagen.
Wir haben Beweise. Dieselben Schufte haben die Ankunft der Sowjettruppen mit Blumen und mit überschwenglichem Jubel begrüßt. Wir haben Bildberichte als Beweise. Zur Zeit der b o l s ch e w i st i- schen Besetzung haben diejenigen, um die Sie sich jetzt Kummer machen, die guten jtumänier verraten, sie haben sie der kommunistischen Raserei preisgegeben und haben über viele rumänische Familien Schmerz und Trauer gebracht. Täglich werden aus den Kellern von K i s ch i n e w schrecklich verstümmelte Leichen unserer Blutzeugen hervorgeholt, die auf diese Weise dafür belohnt wurden, daß sie 20 Jahre lang diesen undankbaren Untieren eine freundschaftliche Hand hingestreckt hatten. Das sind Tatsachen, die bekannt sind, die sicher auch Sie kennen und die Sie wann immer im einzelnen erfahren können. Haben Sie sich gefragt, warum die Juden aus Bessarabien ihre Häuser in Brand ge st eckt haben, bevor sie sich zurückzogen? Können Sie es sich denken, warum wir bei unserem Vormarsch jüdische Kinder im Alter von 14 bis 15 Jahren angetroffen haben, die die Taschen voller Granaten hatten?
haben Sie sich jemals gefragt, wieviele von uns, meuchlings von der Hand 3hrer Rassegenossen umgebracht, gefallen sind? Wieviele von uns begraben wurden, ehe sie tot waren? Denn Sie auch in dieser Beziehung Beweise haben wollen, können Sie sie haben. Ls sind Taten des Hasses, der bis zum Wahnsinn getrieben war, die3hre 3uden unserem duldsamen und gastlichen Volk gegenüber begangen haben, das heute nun seiner Würde und seiner Rechte eingedenk geworden ist.
Als Antwort auf unsere Großmut, mit der sie in unserer Mitte ausgenommen und behandelt worden sind, haben Ihre Juden, nachdem sie Sowjetkommissare geworden waren, die Sowjettruppen bei Odessa durch einen Terror sondergleichen, den die sowjetischen Gefangenen bezeugt haben, zu einem unnützen Blutbad getrieben, nur um uns neue Verluste beizubringen' Im Gebiete des Asowschen Meeres hallen unsere Truppen, als sie sich einmal vorübergehend zurückzogen, einige Offiziere und Soldaten, die verwunoet waren, zurückgelassen. Als sie ihren Vormarsch wieder aufnahmen, haben sie ihre Verwundeten schrecklich verstümmelt wiedergefunden. Menschen, die hätten gerettet werden können, haben ihren letzten Atemzug unter furchtbaren Leiden aushauchen müssen. Man hat ihnen die Augen ausgestochen, man hat ihnen die Zgnae herausgeschnitten, die Nase und die Ohren abgeschnitten. Sind Sie, Herr Fildermann, sich dieses Schauspiels bewußt? Er- schrecken Sie? Fragen Sie sich, warum so viel Haß von Seiten einiger Juden aus der Sowjetunion, mit denen wir niemals etwas zu .schaffen gehabt haben? Aber ihr Haß ist der Haß aller. Lassen Sie sich nicht vom Schmerz darüber bewegen, was Sie nicht verdienen. Lassen Sie sich, wenn Sie wirklich eine Seele haben, das zu Herzen gehen, was Sie verdienen. Weinen Sie mit den Muttern, die auf diese Weise ihre Kinder unter solchen Leiden verloren haben, aber nicht mit jenen, die sich selbst und auch Ihnen so viel Schlechtes angetan haben. '


