Ausgabe 
27.3.1941
 
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matte verschrieben, und so ist es nur natürlich, daß Tokio mit Mißtrauen nach den Vereinigten Staaten blickt. Die Reden und Taten Roosevelts haben dieses Mißtrauen eher gesteigert als behoben.

Japan will nichts anderes, als seinen Le­bensraum gesichert sehen. Der anglo-amerika- nische Plutokratismus imperialistischer Prägung steht dem entgegen. Folglich hat Japan nüchtern die Konsequenz aus seiner Lage gezogen und sich mit Deutschland und Italien zum Dreimächtepakt in un­lösbarer Verbundenheit zusammengeschlossen, um den Weltfrieden zu bewahren und um seine gerech­ten Forderungen gegen die Einmischungsversuche Roosevelts und der englischen Plutokratie durchzu­setzen. Mit allen Mitteln, wenn es die Zeiten er­fordern sollten. Mit voller Siegeszuversicht, die den Mächten der neuen Ordnung innewohnt und für eine vermorschte gegnerische Welt den Tod bedeutet. Kein anderer als der japanische Botschafter in Ber­lin, General O s h i m a, hat ausgesprochen, was er von dem Besuch seines Außenministers erhofft:

Die japanisch-deutsche Zusammenarbeit ist ja nicht nur durch das Fehlen jeglichen politischen Gegen­satzes gekennzeichnet, vielmehr tut sich darin im weitesten Sinne die Gemeinsamkeit der Ziele kund, diese Zusammenarbeit beruht auf dem Gedanken und auf der Tat, an Stelle der alten morsch ge­wordenen Weltordnung eine neue aufzurichten ... Aus dieser Gesinnung heraus, die den beiden Völ­kern eigen ist, und die sie zielbewußt gepflegt haben, hat der bedeutungsvolle Dreimä chtepakt Ge­stalt gewonnen. Er verleiht unserer Einstellung, die auf eine rasche Schaffung einer neuen Ordnung gerichtet ist, eine verstärkte, weil zu­sammengefaßte, organisierte Stoßkraft, die unbe­dingten Erfolg verheißt ... Der Besuch des Außen­ministers Matsuoka gewinnt erhöhte Bedeutung durch den Umstand, daß er in dem Augenblick erfolgt, da die Lage in der ganzen Welt voller Spannungen und im Tumult der Ereignisse schon die erfolg­reiche Entwicklung und Erneuerung zu erkennen ist."

31500 BRT. vernichtet und 6000 BNT. beschädigt.

Neue Schläge der deutschen Luftwaffe für die britische Handelsschiffahrt.

Berlin, 26. März. (DNB.) Das OKW. gibt bekannt: Die Luftwaffe versetzte am heutigen Tage bei gutem Angriffswetter der britischen Handels­schiffahrt erneut harte Schlage. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden insgesamt etwa 31500 BRT. feindlichen Handelsschiffraumes ver­nichtet und 6000 BRT. schwer beschädigt. 3m Atlan­tischen Ozean, mehrere hundert Kilometer westlich der Shetland-Inseln, griff ein deutsches Fern­kampfflugzeug einen besonders stark gesicher­ten G e l e i t z u g an und versenkte daraus ein voll­beladenes Handelsschiff von rund 10 000 BRT. durch Volltreffer. 3m gleichen Seegebiet fielen zwei weitere Handelsschiffe von 9000 BRT. und 6500 BRT. Angriffen anderer Fern­kampfflugzeuge zum Opfer. 3 n der Themse- bucht, unmittelbar unter der englischen Küste, vernichtete ein leichtes Kampfflugzeug einen Tanker von etwa 6000 BRT. Das Schiff

mittelbarer Nähe ins Wasser. Das Boot wurde geradezu in Wassersäulen eingehüllt. Die Abwehr­waffen beschossen das feindliche Flugzeug so wirk­sam, daß sein Backbordmotor aussetzte, worauf es den Angriff a u f g a b. Ob es mit dem Steuer­bordmotor allein die Heimat erreichte, muß bei der großen Entfernung fraglich erscheinen. Das Vor­postenboot, das von beiden Flugzeugen auch mit Maschinengewehren beschossen worden war. hatte mehrere Einschüsse in der Brücke und im Rettungs­boot.

Seit dem 21. März sind vier Angriffe eng­lischer Bombenmaschinen auf deutsche Vorposten­schiffe gescheitert. Bei diesen mißlungenen Vorstößen wurden vier englische Kampf-j f l u g z e u g e, darunter ein Torpedoflugzeug, v e r - j nichtet und ein Kampfflugzeug nach Beschädi­gung zu beschleunigtem Abdrehen gezwungen. Die deutschen Vorpostenboote erlitten bei diesen An­griffen keine Verluste. Diese bemerkenswerten Abwehrersolge sind dem seemännischen Können der

Kommandanten und der schnellen Einsatzbereitschaft sowie der ausgezeichneten Schießausbildung der Be­satzung zu verdanken.

Der italienische Bericht

Rom, 26. März. (DRV.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Mittwoch Hal folgenden Wortlaut:

An der griechischen Front normale Artil­lerietätigkeit. Einheiten der Luftwaffe haben auf dem rechten Ufer des Devoli Verpflegungsstüh- punkte, Depots und feindliche Zeltlager wiederholt bombardiert.

3n Rordafrika haben italienische und deut­sche Flugzeuge Zusammenziehungen feindlicher motorisierter Streitkräfte mit Bomben und MG.- Feuer belegt. 3n der Nacht zum 25. März hat der Feind einen Einflug auf Tripolis unternommen.

Unsere 3ager haben neuerlich auf der 3 nsel krela -den Flugzeugstühpunkt 3raklion erneut mit MG.-Feuer bestrichen. Ein feindliches Flugzeug am Boden wurde in Brand geschossen. Feindliche Flug­zeuge haben einige unserer Stützpunkte im Aegäi- schen Meer angegriffen. Einige Personen wurden verletzt.

3n Oftafrika geht die Schlacht von Keren weiter, gewaltige Verluste auf beiden Seiten. 3m Galla-Sidamo-Gebiet ist ein feindlicher Versuch, den llebergang über den Labus zu erzwingen, er­neut abgewiesen worden. 3n Luftkämpfen über Keren hat unsere Luftwaffe ein Flugzeug vom Muster hurricane abgeschossen. Formationen un­serer Lustwaffe haben einen feindlichen Flugslüh- punkt bombardiert und dabei zahlreiche Flugzeuge am Boden getroffen.

Schwedisches Kühlschiff in Englands Diensten versenkt.

Stockholm, 27. März. (DNB. Funkspruch.) Das schwedische Außenministerium gab bekannt, daß das in Stockholm beheimatete 6683 BRT. große MotorschiffK o r s h a m" gesunken ist. 26 See­leute werden vermißt, 11 wurden in einem eng­lischen Hafen an Land gebracht. Es handelt sich wieder um ein Kühlschiff, dessen Ausfall die Ver­sorgung Englands, in dessen Diensten es fuhr, be­sonders schwer trifft.

stand nach kühn geführtem Tiefangriff, bei dem auch die Bordwaffen in Tätigkeit traten, lichterloh in Flammen. An der britischen Südostküste blieb außerdem ein Handelsschiff von 6090 BRT. nach Bombentreffer mit Schlagseite liegen.

Der Wehrmachtbericht

V e rl i n, 26. März. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Luftwaffe vernichtete am 25. März im Seegebiet um England 5000 RBT. und beschädigte rund 15 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraum. Es wurden verfenkt ein Handelsschiff von 2000 BRT. ostwärts Elacton on Sea durch Vomben- volltrefter, ein zweites von 3000 BRT. am Ein­gang des Bristol-Kanals. Ein Schiff von 8000 BRT. wurde vor Great Parmouth in Brand geworfen. Ein Dampfer von 4000 BRT. blieb nördlich New Ouay nach Tiefangriff mit Schlagseite liegen. Süd­lich der Faroer-3nseln wurde ein weiteres Handels­schiff von etwa 3000 BRT. getroffen.

3n Südengland bombardierte ein Kampfflugzeug die Gaswerkanlagen einer 3ndustriestadt mit guter Wirkung.

Bei Luftkämpfen über der englischen Südküste verlor der Gegner ein 3agdflngzeng vom Muster Spitfire. 3n der Nordsee schoß ein Vorpostenboot ein angreifendes feindliches Torpedoflugzeug ab. Der Feind flog in der vergangenen Nacht weder in das Reichsgebiet noch in die besetzten Gebiete ein.

Möglichkeiten der deutschen Geekriegsührung.

Kopenhagen, 26. März. (Europapreß.) Der militärische Mitarbeiter vonBerlingske Aftenaois" erklärt zu den kürzlichen Erfolgen der deutschen Seestteitkräfte:Wir stehen hier vor Operationen von einem bisher unbekannten Um­fang und von Konsequenzen, die nicht zu über­sehen sind." Der Umstand, daß deutsche Ueberwasser- streitkräfte 2 00 0 Seemeilen ro t auszulau­fen vermöchten und ohne Brenn st offauf- nahme ihre Heimatbasis wieder erreichen könn­ten, sei völlig verblüffend und schaffe eine ganz neue Situation. Die deutschen Angreifer 'in- schädlich zu machen, seieine Aufgabe, die nicht ganz leicht sein dürfte." Nur vereinzelte eng­lische Schlachtkreuzer und ein einziges Schlachtschiff erreichten die Geschwindigkeit der deutschen Schiffe. Außerdem sei die Tatsache nicht hoch genug einzu- schätzen, daß Deutschland über eine Unzahl von Stützpunkten an der ganzen europäischen Küste verfüge, die es den heimkehrenden Schiffen erlaubten, den Hafen zu wählen, der ihnen am besten entspreche. Für diesen Kampf müsse England seine alten Stützpunkte Plymouth und Ports­mouth benutzen. Diese lägen in der Gefahrenzone der Luftbombardements. Aber England habe nichts Besseres.

Borpostenboot schoß Torpedoflugzeug ab. Berlin, 26. März. (DNB.) Zu dem im OKW.- Bericht gemeldeten Gefecht eines deutschen Vor­postenbootes gegen zwei englische Flugzeuge erfah­ren wir folgende Einzelheiten: Das Vorpostenboot befand sich vor derKüste auf einer Wacht- Position. Plötzlich näherte sich ein feindliches Torpedoflugzeug. Das Dorpostenboot eröff­nete mit leichten Flugzeugabwehrwafsen das Feuer, dem britischen Flugzeug gelang es aber noch, im Tiefflug einen Torpedo z u Wasser zu brin­gen. Während die Führung des Schiffes ihre ganze Aufmerksamkeit auf das Äusweichemanöver lenken mußte, fetzten die Abwehrwaffen die Beschießung des kurz vor dem Boot vorbeisausenden Gegners fort und erzielten hierbei mehrere gutsitzende Treffer. Das feindliche Flugzeug- stürzte ins Wasser. Im selben Augenblick ging der von ihm abgeschosiene Torpedo am Heck vorbei. Dem Kom­mandant war das Ausweichmanöver im letzten Augenblick gelungen. Zwanzig Minuten später erschien ein zweites britisches Flugzeug und griff das Vorpostenboot mit Bomben an. Zwölf Bomben fielen rund um das Boot in un»

Geistige Verdunkelung.

Berlin, 26. März. (DNB.) Lord Halifax, der britische Botschafter in Amerika, hat in Neuyork eine seiner berüchtigten Reden gehalten, die ihn aufs neue als Meister der Verdrehungskunst zeigen. Reichspressechef Dr. Dietrich prägte das Wort von derHemisphäre der geistigen Verdunkelung",, ein Ausspruch, der am treffendsten das Niveau dieser verlogenen Tiraden des Lord Halifax kennzeichnet. Wie eigenartig nimmt es sich z. B. aus, wenn ein englischer Lord vomsozialen Grundsatz der indi­viduellen Freiheit" als einem der Grundsätze spricht, die für das Leben der Engländer ausschlaggebend seien und für die England kämpfe. Sozialismus ist ein fremder Begriff für England. Das beweisen die Arbeitslosenzahlen, die Slums, die verarmten Ar- beiter und tausend andere Dinge. Wie ein hohn klingen dann die großtönenden Worte von dem Rechte der freien Verbindung mit anderen sowobl auf nationalem wie auch auf internationalem Ge­biet", wenn die Machenschaften Englands und Arnc- rikas in Belgrad noch in frischem Gedächtnis sind. Wie sah denn dortdas Recht der freien Derb in- bunq' aus? Dem jugoslawischen Staat wurde kalt­schnäuzig von den Gesandten Englands und Ameri­kas gefügt, entweder schlagt ihr euch auf unsere Seite, oder Jugoslawien wnd nach dembritischen Sieg" aufgeteilt.

Aus fast allen seinen Aeußerunaen sprechen die Angst und das schlechte Gewissen dieser abjterben« den Plutokraten cligue.Für Europa", so sagt Hali­fax,bedeutet Hitlers Plan der sogenannten Ord- nun eine Fesselung von Industrie und Wirtschaft, Zwang an Stelle freien Vertrages und ständige Versklavung aller Völker." Das trifft haargenau auf England zu. Dann operiert Churchills gelehri­ger Schuler wiederum mit dem Kind erschreck, d er USA.-KontineUit sei ständig von der deutschen Herr­

schaft bedroht. Das geschieht natürlich nur in der Absicht, um Amerikas Lieferungen für die bedrohte Insel zu forcieren und die angesichts der hohen Ver­senkungsziffern stärker werdenden Stimmen der Be­sorgnis in Amerika zu übertönen.

Den Höhepunkt der Heuchelei erreicht Halifax nut seinen Aeuherungen über die englischen Kriegszielen, wenn er sagt:So ist es das Hauptkriegsziel meines Volkes und derjenigen, die mit uns kämpfen, diesen Kampf auf Leben und Tod für die menschliche Freiheit zu gewinnen." Diese Worte klingen schlecht im Munde englischer Kriegsbrandstifter und.Unterdrücker kleiner Völker. England zettelte diesen Krieg an, um seine Vor­machtstellung in der Welt zu behaupten, um unbe­schränkter Herrscher zu bleiben über ein Weltreich, das es im Laufe der Jahrhunderte mit Ström n fremden Blutes und unter brutalster Knechtung kleinerer Völker und Minderheiten zusammenraubte.

Abschließend ging Halifax auf die Kriegslage ein. Er meinte und damit wird er nicht ganz unrecht haben daß der kommende Monat England schwe re Verluste bringen könnte. Die nächsten Monate würden ein Wettrennen zwischen wachsen­den Schiffsverlusten und der Stärkung der eigenen Verteidigung und Rüstung sein, wobei die Verluste eine nicht ungefährliche höhe erreichen würden. Also auch Halifax sieyt schwarz. Er betont dann allerdings zum Schluß, er zweifle nicht daran, daß die amerikanische Hilfe England dieses Rennen ge­winnen lassen werde. Das also ist der Weisheit letz­ter Schluß und der tiefe Sinn der Rede des eng­lischen Botschafters in Amerika, einzugestehen, daß man allein aus sehr schwachen Füßen steht und nur noch eine Chance hat, wenn Amerika Hilst. Und diese Hilfe soll mit allen Mitteln erkauft werden, mit den Mitteln der Lüge und Verdrehung.

England wird Atemnot haben."

Neuyork, 26. März. (Europapreß.) Die Zei­tungNew York World Telegram" äußert sich pessimistisch über die nächste Zukunft.Wir sollten uns darauf gefaßt machen", schreibt das Blatt, wahrscheinlich eine Zeitlang schlechte Nachrichten zu hören, bevor gute kommen. England blutet stark. Einige Plymouth- Angriffe mehr, und es wird Atemnot haben. Niemand in Washington glaubt, daß Deutschland bereits seine volle Angriffswucht entfaltet Wird in England Hafen für Hafen niedergeschlagen werden?" Die USA.-Äonüoid, so wird berich­tet, würden rascher kommen, als viele glauben. Die Schiffsverluste bewiesen, daß Englands Flotte unfähig sei, die Gefahr abzuwehren. Jeder Amerikaner müsse sich auf kommende große Ereignisse vorbereiten.

Oie USA. und Südamerika.

Außenpolitik und eigene Wirtschaftsinteressen in Kollision.

Neuyork, 27. März. (DNB. Funkspruch.) Wie New York World Telegram" meldet, steht die USA.-Regierung infolge des Widerstandes von Ab­geordneten der Weststaaten neuen Schwierigkeiten in ihrer sog. Freundschaftspolitik zu den südameri­kanischen Nationen gegenüber. Dieser Widerstand komme aus dem Lager der Abgeordneten jener Weststaaten, deren Haupterzeugnisse Wolle und Fleisch seien. Die Regierungsanhänger im Senat hätten geglaubt, daß die Luft einigermaßen be­reinigt sei, als sie kürzlich eine vom Repräsentan­tenhaus angenommene Vorlage st r i ch e n , die der USA.-Marine den Einkauf argentinischen Büchsenfleisches erlauben wollte. Nunmehr stellten jedoch die Regierungsanhänger etwas ver­spätet und unerwartet fest, daß das Abgeordneten­haus in die jüngste Finanzforderung für den Wehr­etat eine Klausel eingefügt habe, die der USA.- Wehrmacht auch den Ankauf im Auslande herge- stellter Wollstoffe untersagt. Somit sei der Wehrmacht und Marine nicht nur untersagt, argen­tinisches Büchsenfleisch einzukaufen, sondern auch argentinische und uruguayische Wolle. Im Staats­

departement sei man darüber äußerst unge­halten.

Gtreikunruherr in USA.

Chikago, 26. März. Amerikas größte Fabrik für land wirtschaftliche Maschinen, die Interna­tional h a r v e st e r Petrol, die seit vielen Wochen bestreikt wind, war am Dienstag der Schauplatz blutiger Zusammenstöße zwi­schen der Polizei und streikbrechenden Mitgliedern der amerikanischen Facharbeitergewerkschaft einer­seits und stteikenden Mitgliedern der Cio-Gewerk- schaft andererseits. Als "die Gewalttätigkeiten zwi­schen den rivalisierenden Gewerkschaften einsetzten, ging ein über tausend Mann starkes Polizeiaufge­bot mit Tränengas und Gummiknüp­peln vor, während gleichzeitig an allen Fabrik­toren ein wildes Handgemenge entstand, in dessen Verlauf zahlreiche Personen verletzt wurden. Später löste die Polizei mehrere 2)emonftrationsgüge der Eio-Gewerkschaft auf, die teilweise eine drohende Haltung ein nahmen. Auch ernstere Zusammenstöße zwischen Polizei und Streikenden in den Beth­lehem-Stahlwerken werden von den Abend­blättern in riesiger Aufmachung gemeldet. Die Lage in Bethlehem hat sich so verschärft, daß die Polizei Unterstützung angefordert hat, weil sie nicht mehr Herr der Lage zu sein glaubt.

Britanniens Ausverkauf geht weiter.

N e u y o r k, 27. März. (DNB. Funkspruch.)Wall­street Journal" berichtet, daß man demnächst eines der größten Aktienpakete verkaufen wird, das sich in den Händen von Briten in USA. befindet. Es handelt sich um 250 000 Aktien der Pennsyl­vania R a i l r o a d, die auf ungefähr sechs Mil­lionen Dollar geschätzt werden.

Das Stützpunkt-Abkommen vor der Unterzeichnung.

Stockholm, 27. März. (Europapreß.) Nach langen Verhandlungen ist jetzt das englisch-nord- amerikanische Uebereinkommen über die Ueber- lajjung von Stutzpunkten an die Vereinig-

ken Staaten zustandegekommen. Das Abkommen soll am Donnerstag von Churchill und dem nordamerikanischen Botschafter W i n a n lt unter­zeichnet werden. Es legt im einzelnen die Bedingun­gen klar, unter denen die Verpachtung der Stutz, punkte an die Vereinigten Staaten stattfinden soll. Die Veröffentlichung des Abkommens wird gleich- zeitig in Großbritannien und in den Vereinigten Staaken vorgenpmmen werden.

Kurzlebige Lügen.

Berlin, 26. März. (DNB.) Zu einer Zeit wo England Teile seines Reiches gegen schrottreife Zer­störer eintauschen und seine Guthaben in USA, flüssig machen muß, ist es nicht verwunderlich, wenn in der englischen Lügenflut Lügen auftauchen, die auch die Deutschen mit solchen Notverkäufen be­lasten sollen, so die Lüge, Deutschland sei dabei, eine Museen zu entleeren und ferne alten Meisterbilder zu Geld zu machen. So brachte die ZeitschriftThe Jllustrated London News" sogar die Abbildungen von 14 Hauptwerken des Berliner Kaiser-Friedrich-Museums mit der Behauptung, sie würden nach Amerika verkauft, ja ein Teil sei auf dem Wege nach Amerika sogar von englischen Kriegsschiffen abge- fangen worden. Am Dienstag konnten Vertreter der in- und ausländischen Presse die als verkauft gemeldeten Bilder im Kaiser-Friedrich-Museum In einer Sonderausstellung sehen. Die Lügenge­schichte gipfelt darin, daß die erste Sendung dieser Bilder über den Atlantischen Ozean von briti­schen Kriegsschiffen au f gefangen wor­den sein soll, ein verzweifelter Versuch, nachzuwei­sen, daß die englische Flotte den Atlantik uneinge- schränkt beherrscht, aber ein Wunschtraum, der von der Wahrheit so weit entfernt ist wie der Verkauf der 14 Bilder.

Englische und amerikanische Missionarinnen in Korea wegen japanfeindlicher Betätigung verhastet.

T o k'i o, 27. März. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Die Behörden in Korea sahen sich gezwun- gen, 15 britische und amerikanische Mis­sionarinnen wegen antijapanischer Betätigung unter religiösem Deckmantel z u verhaften. Die Sicherheitsbehörde hat festgestellt, daß sich unter den britischen und amerikanischen Missionaren zahlreiche Elemente befinden, die sich mit antijapanischer Agita­tion beschäftigten', vor allem seitdem die Beziehungen Japans zu USA. und England gespannt wurden.

Auf Anweisung der International Prayer Asso­ciation seien Tausende von japanfeind­lichen Flugzetteln in Korea verbreitet wor­den. Trotz scharfer Warnungen hätten die Behörden keineswegs die Absicht, sich in religiöse Dinge ein­zumischen. Sie müßten sich aber scharf gegen anti- japanische Betätigung der Missionare unter religiö­sem Deckmantel wenden.

Sie Umsiedlung aus Litauen, Lettland und Estland beendet.

Berlin, 26. März. (DNB.» Am 10. Januar wurden Abkommen mit der UdSSR, über die Um­siedlung von Reichs- und Volksdeutschen aus Litauen, Lettland und Estland ins Deutsche Reich und von Litauern, Russen und Weißrussen aus dem. Memel- und dem Suwalkigebiet nach der UdSSR, abgeschlossen. Diese Umsiedlungen sind vereinba- rungsgemäß am 25. 3.1941 beendet worden. Ins­gesamt sind über 60 000 Deutsche nach Deutschland und über 20 000 Litauer, Ru s- s e n und Weißrussen in die UdSSR, umgesie­delt. Das deutsche und das sowjetrussische Umsied- lungskomrnando sind in ihre Heimatstaaten zurück- gekehrt.

Kleine politische Nachrichten.

Nach portugiesischen Meldungen wurde der 8124 BRT. große englische TankdampferMalancha' im mittleren Atlantik versenkt. Die Verluste der eng­lischen Handelsschiffahrt an diesen hochwertigen Spezialschiffen sind in her letzten Zeit beträchtlich gestiegen. Es wurden allein seit dem 22. März sechs große Dampfer mit zusammen 50 000 BRT versenkt. *

Die britische Baumwollbörse wird aller Voraussicht nach am Monatsschluß zuge­macht, ein Zeichen, daß England nicht mehr in. der Lage ist, seine Rohstoftzufuhren aufrechtzu« erhalten.

Der Präsident des Deutschen Sparkasien- und Girovexbandes, Ministerialdirektor a. D. Dr. heintze begeht seinen 60. Geburtstag. Reichs- wirtschaftsminister Funk übermittelte Dr. heinhe seine Glückwünsche und sprach ihm für seine ver­dienstvolle und erfolgreiche Arbeit als Leiter der Sparkassenorganisation des Großdeutschen Reichen seinen Dank aus. ,

Unter der Schirmherrschaft des Reichsprotekwrr veranstaltete das italienische Kulturinstitut zu Gun­sten des Deutschen Roden Kreuzes im Spanischen: Saale der Prager Burg ein Festkonzert. Neben dem Reichs Protektor und Dem Staatspräsidenten Dr. Emil S) ad) a sah man Staatssekretär ^-Gruppen­führer K. h. Frank, den tschechischen Minister­präsidenten Elias und zahlreiche Mitglieder der Protektoratsregierung.

Reichsminister Rust hat die Teilnehmer einer Studiengruppe schwedischer Indu strielle 5 empfangen, die unter Leitung des Direktors der kgl. schwedischen Akademie der Ingenieur-Wissen schäften, Professor Velander, eine Reihe her­vorragender deutscher wissenschaftlicher Institut« und Forschunhsstätten besucht hat. Professor Delan- ber äußerte sich anerkennend über die vorbildlich« Arbeit der deutschen Vorschungsinstitute.

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Der ungarische Handelsminister Dr. Varga traf auf seiner Deutschlandreise auf- Einladung de» Staatssekretärs für Fremdenverkehr Esser zu kurzem Besuch in der Hauptstadt der Bewegung ein.

In Frankreich werden in Kürze für das besetzte Gebiet im Einvernehmen mit den De- satzungsbehörden neue Maßnahmen gegen die Juden ergriffen werden. Auch der General­kommissar für die Judenfrage, dessen Bestellung dl« Regierung in Vichy schon vor einiger Zeit be­schlossen fyat, soll demnächst ernannt werden.

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Dem Caudillo ist vom Kriegsminister das Großkreuz vom San Hermenogildo-Orden über» reicht worden. Zugleich wurde er zum Chef des Ordens ernannt. Das Kreuz wird allen Mlitar- perfonen nach 25jädriger Dienstzeit verliehen. Der Chef des Ordens ist jeweils der ranghöchste Genera».