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gedreht ist und ein anschauliches Bild bot lung-reichen Lebens und Treibens in diesen°Hein^n Zeig!-

Siebener SchlachtviehmarN.

dem gestrigen Gießener Schlachtoiekmaek, (Schlachtmeh-Lerteilungsmarkt» in de? Vieh°ers7ejge rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 35 5 hi« 45 Rps, Bullen 24 bis 43,5, Kühe18 bis 46 5 Färsen 34 bis 49, KStber 30 bis 57 b'S 42 je % kg Lebendgewicht, Für Schweine wur- den ie kg Lebendgewicht folgende Preise beznhu- Klasse a (150 kg und mehr) 1,13 RM.bl (Ä 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 111 c (on bis 119,5 kg) 1,07, d (80 bis 89,5 kg) 101 e-f .lunter 80 kg) 097 gl (fette Specksauen)' 1,13 i (Altschneider) 1,11, g2 (andere Sauen) 101 b /Eber) 1,01 RM. -* Marktverlauf.- Auftrieb gut' alles zugeteilt. '

Mit dem Motorrad tödlich verunglückt. -Dm gestrigen Dienstag gegen 18 Uhr ereignete sich in der Rodheimer Straße ein schwerer Unalücks- fall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel D°r ZS Jahre alte Rudolf Rühl aus Raunheim bei Wetzlar befand sich aus dem Motorrad unter­wegs zu feinem Heimatorte. Aus bisher noch un° bekannter Ursache fuhr er in der Nähe desFeld­schlößchens" mit seiner Maschine gegen einen Baum und stürzte bei dem heftigen Anprall so unglücklich auf die Straße, daß der Tod durch Genickbruch auf der Stelle eintrat.

Gießener Dochenmarktpreife. Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für A-Ware. Für B-Ware oder abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger

* G i e ß e n, 26. Febr. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9,' Wirsing' V» kg 13 bis 14, Weißkraut 10 bis 11, Rotkraut 11 bis 12, gelbe Rüben 12, rote Rüben 10, Unter- kohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 1 RM., */io 10 Rpf. Schwarzwurzeln, % kg 26, Kartoffeln 4,3, 5 kg 43, Aepfel, kg 28 bis 40, Lauch 24, Sellerie 21 Rpf.

Strafkammer Gießen.

Der Th. Sch. in B. war durch Urteil des Amts- aerichts Gießen vom 30. August o. I. wegen Be­leidigung und Vergehen gegen das Neichsleistungs- gefetz vom 1.9.39 zu Geldstrafen von zusammen 130, RM. verurteilt worden. Von der Anklage des Vergehens gegen das Reichsleistungsgesetz wurde der Angeklagte freigesprochen. Er war be­schuldigt, am 5. Mai v. I. zwei Zeugen wörtlich und tätlich beleidigt zu haben. Gegen das Urteil legte der Vertreter der Anklage Berufung ein. Er ver­trat den Standpunkt, daß eine Körperverletzung vorliege, außerdem handle es» sich hinsichtlich der Nichtablieferung nach dem Reichsleistungsgesetz um einen besonders schweren Fall. Er beantragte Geld­strafen von 2X50, RM. = 100, RM. und einen Monat Gefängnis. Das Urteil des Amtsge­richts Gießen wurde dahin abgeändert, daß der An- geklagte in zwei Fällen die tätliche Beleidigung zu einer Geldstrafe von je 60, RM. und in zwei weiteren Fällen der Beleidigung zu einer Geldstrafe von je 30, RM. verurteilt wurde. Die seitherige Unbestraftheit kam strafmildernd in Betracht.

Aus der engeren Heimat.

Schweinemarkt in Nidda.

0 Nidda, 25. Februar. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 87 Ferkel und Läu­ferschweine zum Verkauf Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 30 bis 35 RM., 8 bis 10 Wochen alte 35 bis 45 RM., Läuferschweine 55 bis 65 RM. pro Stück. Der Verkauf verlief flott, es verblieb geringer I Ueberstand.

Landkreis Gießen.

L e i h g e st e r n, 26. Febr. Am heutigen Mitt­woch, 26. Februar, kann der Schmiedemeister Karl Schäfer, Hindenburgstraße 44 wohnhaft, in guter

Pistolen sind geladen." Dm gleichen Augenblick gab

e aus der Waffe, die er in der

er zwei

rechten Hand hielt, auf den Geschäftsinhaber ab.

Tn Psafs verließ der Täter sofort den Geschäftsraum

WnuepterjtaUDmorötniyronffurtOJJi und entfernte sich in Richtung Hauptwache. Nach

blaugrauen ^ut I gend'nelche An- nge Mann auch

Kärnten Köln-Aachen Schwaben Schlesien

Ostland Wien Düsseldorf Sudeten

Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag begehen. Dem Jubilar, der sich in unserem Orte und darüber hinaus großer Wertschätzung erfreut, gilt auch unser herzlicher Glückwunsch zu seinem heutigen Geburts­tag und für einen weiteren schönen Lebensabend.

alt kann aber auch jünger sein, 1,75 Meter groß, schlank mit schmalem Gesicht. Er trug einen hellen dünnen Mantel, sowie einen l, Wer kann zu seiner Ergreifung irgend

Angabe des Verletzten hat der Täter vor etwa acht Tagen schon einmal in dem Geschäft vorgesprochen und nachgefragt, ob Pfandscheine angenömmen werden. Es muß angenommen werden, daß er die Verhältnisse in dem fraglichen Geschäft auskund­schaften wollte. Der Täter ist etwa 20 bis 25 Jahre

Die Eishockeymeisterschaft.

Die Zwischenrunde zur Jugendmeisterschaft im Eishockey wurde im Kunsteisstadion fortgesetzt. Be­merkenswert ist in der Abteilung A das Unent­schieden, das O st l a n d gegen den Titelverteidiger Wien mit 1:1 (0:0, 1:0, 0,1) erzielen konnte. An diesem Ergebnis hat der Schlußmann der jungen Ostpreußen, der im Länderturnier das Tor der Na­tionalmannschaft hüten wird, größten Anteil. Düs­seldorf besiegte Sudeten land mit 3:1 (1:0, 1:1, 1:0). In der Abteilung B war Kärnten über Schwaben mit 6:0 (0:0, 3:0, 3:0) erfolgreich. Sehr achtbar schlug sich Köln-Aachen, das die Schlesier mit 2:1 (0:1, 2:0, 0:0) durch eine Mei­sterleistung im zweiten Drittel bezwang. Die Ta­bellen:

6. Winterkampfspiele der M.

Tag 6er Abfahrtsläufe in Garmisch-Partenkirchen.

2 Spiele 4:0 Punkte

2 * 2:2

Einer dieser Schüsse ging vorbei, der andere traf Pfaff in der linken Schulter Auf die Hilferufe des

Abteilung A.

2 Spiele 3:1 Punkte

2 3:1

2 2:2

2 . 0:4

Abteilung B.

Traube Mayer schnellste Abfahrsläuferin.

Annemarie Fischer, die Siegerin im Abfahrts­lauf des BDM. wurde noch übertroffen. Die in der Klasse B gestartete blutjunge Münchnerin Traudl Mayer erwies sich mit ihrer Siegerzeit von 4:09 als schnellste Abfahrstläuferin. Hildesuse Gärtner wurde im Wettbewerb der Berglandklasse mit über einer halben Minute erste Preisträgerin. Die wei­teren Ergebnisse der Abfahrtsläufe:

Hochgebirge. HI.-Klasse B: 1. Herbert Spieß (Tirol) 4:01; 2. Dominikus Berthold (Hoch­land) 4:05,6; 3. Felder (Tirol) 4:07,7; Deutsches Jungvolk: 1. Pravtl (Tirol) 4:28; BDM.-Klasse B: 1. Traudl Mayer (Hochland) 4:09; 2. Rose Ham- merer (Schwaben) 4:40,5; 3. Hannelore Zückert (Salzburg) 4:41,6; BDM.-Werk Glaube und Schön­heit: 1. Erika Hofer (Tirol) 4:36,8; 2. Elli Kurtan (Salzburg) 4:49,9.

Mittelgebirge: HJ.-Klasie A: 1. Heinz Eich­ler (Sachsen) 4:38,2; 2. Otto Acker (Schlesien) 4:42,4; 3. Walter Just (Sudeten) 4:48,2; HJ.-Klasse B: 1. Herb. Wiedeck (Schlesien) 3:45,4. DJ.: 1. Schwieg!» Hofer (Niederdoncru) 4:26.

B D M.- K l a s s e A : 1. Hildesuse Gärtner (Baden) 4:00; 2. Rudi Gottlinger (Niederdonau) 4:09; 3. Elge Rees (Baden) 4:41; Klasse B: 1. Lisbeth Lang (Sudetenland) 4:50. Glaube und Schönheit: 1. Bobbi Fecht (Baden) 4:04; 2. Hannelore Sorge (Schlesien) 4:34,6.

LPD. F r a n k f u r t a. M., 25. Febr. Am 25. Fe­bruar gegen 18 Uhr erschien in der Ankaufstelle sur Goldwaren und Juwelen der Firma Dietrich

Pfaff, Frankfurt a. M., Biebergasse 3, ein un­bekannter junger Mann und bot einen Pfandschein über zwei Brillanten zum Kauf an. Den Emp­fangsschein selbst sollte seine Mutter bei sich haben, die in der Nähe auf ihn warte. Es sollte sich um zwei Brillantringe hanoeln mit einem Schätzungs­wert von 800 RM., die jedoch nur mit 175 RM. beliehen feien. Während der Unterredung war nur der Geschäftsinhaber Psaff anwesend. Auf dessen Anraten entfernte sich der Unbekannte, um l

Gebirgsjäger in Garmisch erfolgreich.

Bei den Winter-Wehrwettkämpfen der SA.-Gruppe Hochland traten die Gebirgsjäger stark in den Vor­dergrund. Stabschef L u tz e und General Wachen- I e l d begrüßen die siegreiche Mannschaft im 15-km- Mannschaftslauf, Gebirgsjäger Norwegen II.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

Sprechstunden der Redaktion.

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Hochbetrieb herrschte am Dienstag, dem ersten Wettkampftag der deutschen Skijugeno der Winter­kampfspiele der HI., auf allen Abfahrtsstrecken. So­wohl auf der verkürzten olympischen Standardstrecke am Kreuzeck, der Damenabfahrt, mit dem gleichen Ziel an der Talstation der Kreuzeckbahn, als auch auf der kleinen Abfahrtsstrecke am Hausberg für die Bergland- und Flachlandklassen, kämpften die Jun­gen und Mädel mit prachtvollem Schneid und rest­losem Einsatz. Einen überraschenden Ausgang nahm das Rennen der HJ.-Altersklasse A, in dem Fritz Todt (München) mit 4:47 die beste Zeit heraus- holte. Die beiden Tiroler Alois Seyerling und Her­bert Lezuo, der Sieger im deutsch-italienischen Lün- derkampf in Asiago, kamen auf den zweiten b;w. dritten Platz. Bei den Mädeln war Annemarie Fischer (Garmisch) eine Klasse für sich. In der Berglandklasse kamen die erstmals teilnehmenden Jungen und Mädel der Befehlsstelle Böhmen-Mäh­ren zu schönen Erfolgen.

Die Ergebnisse:

Hochgebirge: HJ.-Kkasse A: 1. Fritz Todt (München, Gebiet Hochland) 4:47; 2. Alois Seyerling (Tirol) 4:48,3; 3. Herbert Lezuo (Tirol) 4:49,8; 4. Markus Schwaiger (Hochland) 4:51; 5. Hermann Kuß (Steiermark) 4:53,4. B D M,° Klaffe A: 1. Annemarie Fischer (Hochland) 4:12,9; 2. Grete Mair-Mellenhoff (Salzburg) 4:33,4; 3. Gundel Baur, (Tirol) 4:34,6; 4. Mizzi Stüger

4*37,1; 5. Ria Heinlein (Hochland)

Bergland: HI.-Klasse A: 1. Hermann Gereser (Niedersachsen) und Willi Pape (Westfalen) je 1:29,3; 3. Wolfgang Zischka (Böhmen-Mähren) 1:29,4. HI- Klasse B: 1. Hermann Ludwig (Böhmen-Mähren) 1:04,2; 2. Artur Jennewein (Niedersachsen) 1:06.

Deu tsches Jungvolk: 1. Gerhard Tölner (Niedersachsen) 1:13,1.

BDM.-Klasse A: 1. Käte Banse (Nieder- sachsen) 1:27,4; 2. Martha Wenhel (Mittelelbe) und Lene Rötz (Westfalen) je 1:32,'2; BDM.-Werk Glaubeund Schönheit, Klasse A : l.Erika Baumann (Böhmen-Mähren) 1:07; 2. Else Mayer (Westmark) 1:18,3; 3. Hilde Hanke (Böhmen-Mäh- ren) 1:20; Klasse B: 1. Anneliese Gereser (Nie­dersachsen) 1:12,1;

Flachland: H J.-K lasse A: 1. Klaus Scherdt- feger (Berlin) 1:25,4; 2. Wolfgang Schönfelder (Brandenburg) 1:30,2; 3. Mar Wiedeck (Mecklen­burg) 1:32,2. Klasse B: 1. Detlef Noack (Berlin) 1:05,3. Deutsches Jungvolk: 1. Schwarzlose (Brandenburg) 1:36.

Am Torlauf am Mittwoch nehmen die je zwölf 1 besten Läufer und Läuferinnen der Abfahrt teil.

Flachland. BDM.-Klaffe A: 1. Inge Rein« both (Brandenburg) 1:18,2; Klasse B: 1. Helga Debusmann (Brandenburg) 1:48,4; Glaube und Schönheit: 1. Bertha Reime (Brandenburg) 1:09,2.

Böhmen-Mähren siegt im Geländelauf.

Eine der wertvollsten Mannschaftskämpfe der Winterkampfspiele ist der Geländelauf. Diesmal hatten sich 38 Gebietsmannschaften eingefunden. Die 6 Kilometer lange Strecke führte über zwei 3 Kilo« meter lange Schleifen. Nach der ersten war im Ski­stadion eine Schießprüfung mit dem KK.-Gewehr in drei Schußserien auf 20 Meter entfernte Kopf-Fall- icheiben eingelegt. Die beste Zeit lief die Mannschaft der Befehlsstelle Böhmen-Mähren in der Bergland- klasse mit 38:a5, der dadurch der Ehrenpreis des I Generalfeldmarschalls Keitel zufiel. Bemerkenswert ist, daß noch die besten Mannschaften der Mittelge- birgsklasfe die Hochgebirgler bei weitem übertrafen. Ergebnisse:

Hochgebirge: 1. Tirol°Vorarlberg 41.48; 2. Kärnten . 42:31; 3. Schwaben 44:03. Mittel­gebirge : 1. Sachsen 38:53; 2. Schlesien 39:48; 3. Sudetenland 40:05. Bergland: 1. Böhmen- Mähren 38:35 (Bestzeit); 2. Westfalen 40:53; 3. Nie- dersachsen 41:50. 4. Kurhessen 43:20; 5. Köln- Aachen 46:05; 6. Westmark 46:28; 7. Hessen- Nassau 47:11; 8. Mittelelbe 47:16; 9. Moselland 48:45. Flachland: 1. Ostland 41:45; 2. Berlin 41:46; 3. Brandenburg 43:23; 4. Pommern 43:35.

Lishockeyturnier der Pimpfe.

Das von vier Mannschaften bestrittene Eishockey­turnier des deutschen Jungvolks begann mit zwei Spielen. Hochland siegte über Wien nrit 5:0 und Ostland über Schwaben mit 1:0.

gaben machen? Ist der fragliche junge

4>|un uiiurqtrriu. ziuf in?||en, xn anderen Geschäften in ähnlicher Weise aufge- Anraten entfernte sich der Unbekannte, um den | treten? Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich Pfandschein zu holen. Nach etwa zehn Minuten er- behandelt werden, nimmt das Polizeipräsidium, schien er wieder in dem Geschäft. In beiden Händen I Zimmer 399 bis 403, entgegen.

hielt er jetzt Schußwaffen und rief:Beides --

ülerrumpelt und hatte Neigung zu uisbrud). Als er aber auf die verlc

einem

r nes Swniiiuiiii im iv .

D»es Jahr mit ihm in derselben Kompanie gestaw

> Sie ist aber meine Frau, die Mutter meiner Kinder H . . ICV. bleibe ihr Mann, mögen einzelne daran tragen besser zu verzeihen als nachzu-

- Frau d'Oleron nahm seinen Kopf in beide Arme ' und küßte ihn.Hannes, es war ein bitterer Weg 1 für uns alle, ein Umweg. Es ist nur gut, daß er ttotzdem zum Ziele führt. Die Ideale einer unten gegangenen Zeiten waren mir bisher immer heilig. Ich verstand dich oft nicht, und wo ich dich zu ver-

; stehen glaubte in diesen ganzen Wochen, habe ich mit dir gerirrt. Jetzt weiß ich, daß dein Glaube und veine Haltung besser sind als die verstaubten Erscheinungen von Dünkel und Romantik meiner Jugend."

Sie ging still aus dem Zimmer.

2^5 einem Winkel drang Schluchzen an das .Ohr Koßmanns. Er sah dorthin und erblickte seine Frau. Sie saß zusammengesunken, das Gesicht auf Oie verschränkten Arme gelegt.

Schwerfällig stand Hannes Koßmann auf und trat zu ihr.Gitta, wir wollen nicht mehr rechten miteinander. Unsere Ehe war lange ein schwerer Irrtum. Die Schuld liegt wohl bei uns beiden ge­meinsam. Willst du es noch einmal versuchen? Wir haben noch so viele Jahre vor uns."

Sie richtete sich auf und sah ihn erst ungläubig, dann strahlend an. Hannes?" Ein Jubellaut brach aus ihrer Kehle.Mein Hannes. Ich werde dir dafür immer danken."

Nicht so, Gitta. Zu danken haben wir nicht uns, sondern dem Leben und den Menschen um uns, die uns beide lehrten, daß wir geirrt haben. Wie hochmütig ist es doch, nur in sich selbst Recht ober U1lre$L3U Das war dein und mein Un- recht. Das Geschick ist uns gnädig gewesen. Jetzt fnussen wir die Hand fassen, die es uns entgegen- streckt. Du bist nicht allein und ich nicht. Wir stehen zusammen. Und zu uns gehören unsere Kinder. Das sind wir, Gitta, mit inmitten einer großen Gemeinschaft, die es nicht duldet, daß wir eigene Wege gehen." °

5a, Hannes.. Und glaubst du auch, daß ich im­mer nur dich lieb gehabt habe? Daß ich nur in die 3rre ging, weil ich dabei weniger an dich als an mich selbst gedacht habe?"

Der Egoismus der Liebe ist der verbreitetste Egoismus, wie ich glaube, aber dafür bleibt er doch ebenso falsch wie jede andere seiner Formen. Ich habe dich ja auch lieb gehabt, von Anfang an und immer bi- heute, am meisten als ich darunter am schwersten litt ..."

Sic sahen sich an und neigten sich zueinander. So hielten sie lange Zeit still, um dem Schlagen ihrer Herzen zuzuhören, die im gleichen Rhythmus

Umwege Ses Herzens

Roman von H.S. Hansen

Copyright by PrometheusVerlag Dr. Ei di Acker Gröbenzell

(Schluß.)

Hirte kam zu Ende mit seiner Verlesung.Ich übergebe Ihnen diesen Brief und die dreitausend Unterschriften dazu, Herr Koßmann, und mache miet) zum Sprecher Ihrer Leute." Er reichte seinem Slienten das Bündel mit den Namenslisten über den 3isch,Lassen Sie sich ein Buch daraus machen in bestem Leder und mit Gold beschlagen. Es ist die y^ößte Auszeichnung, die ein Betriebssichrer er- hilten kann."

Ehe Koßmann in der Lage war, etwas er» Bibern, ging Frau d'Oleron zur Tür. Sie öffnete inb ließ sechs Männer eintreten. Es waren MitAie- bu des Vertrauensrates in Begleitung von Direktor Nistel.

..Hier, Hannes, kommen die Männer, die dich nicht weglassen wollen."

Koßmann sprang überrascht auf. Er fühlte sich T».. c:r.?r zornigen llZsdruch Als er aber aufEue verlegenen Gesichter, * voll rührender Bitte auf ihn gerichteten Augen, schwieligen Fäuste seiner Männer sah, verflog fcin A^rger wie Spreu vor dem Winde.

,Na was bringen Sie?" Er trat auf die Gruppe

1 borgen und nahm an dem Gespräch nicht teil. Um ' die letzte noch offenstehende Frage zu klären, damit ' » neue Tag keine Zweifel mehr vorfände, schnitt 1 otflu d'Oleron das heikle Thema an.

1 ,"2ft es dir recht, wenn ich meine Tochter morgen

1 mitnehme? Sie kann bei mir in Werder wohnen

bis der Scheidungsprozeß erledigt ist und sich dann

1 einen eigenen Wohnsitz suchen."

Koßmann sah auf und zeigte ein ruhiges Gesicht. «Liebe Mutter, ich habe in den Wochen der Hast sorgsam überlegt, was ich nach Wiedererlangung meiner Freiheit tun müsse. Verbort in die Einseitig­keit meiner Auffassungen, bin ich bis in die Ge­richtsverhandlung hinein einen Weg gegangen, der starrsinnig und ohne Kompromiß mir als eines Mannes einzig würdig erschien. Heute muß ich ge­stehen, daß ich mich in vielem geirrt habe."

Er senkte den Blick und sprach leise weiter.Es ist schwer, Irrtümer zu gestehen, aber es nicht min­der würdig und mannhaft, als sogenannten Grund­sätzen treu zu bleiben, vielleicht noch mannhafter. Meine Arbeiter haben mir die größte Lehre erteilt. Sie stehen dem Leben näher als wir, die wir selbst aus unserer praktischen Arbeit zu leicht eine Theorie machen. Was war es doch für ein irrsinniger @e= dünke, ganz allein, ohne Gesetz und mit einem selbstcrfundenen Recht Vergeltung zu suchen? Ich will ja nicht fageft, daß ich unehrenhaft gehandelt habe, das nicht, aber es war verkehrt."

Frau d'Oleron strich ihm liebevoll mit der Hand über das Haar, um die Erschütterung des Mannes zu beschwichtigen. Aber er fuhr in dem Bekenntnis seiner neuen Erkenntnisse fort: ,Lch wollte um meiner selbst, um meines eigenen kleinen Lebens­kreises mein ganzes Werk aufs Spiel setzen, meins und das meines Vaters. Ich sah nur noch mich, und Egoismus ist wohl die größte Sünde, die man begehen kann. Verstehst du das?"

Sie nickte nur und hatte nasse Augen dabei. Egoismus ist es immer, wenn man sich selbst für wichtiger hält als die Umwelt, als die Familie den Beruf, das Volk. Man darf nicht so handeln,' als sei man allein da und nicht zwischen einer Ge­meinschaft nur ein kleines Glied. Deshalb habe ich der Bitte meiner Arbeiter nachgegeben. Was be­deutet schon mein persönliches und privates Er­leben, wo es um viel Größeres geht?

hust du wegen Gitta gefragt. Mutter, es ist. die gleiche Problemstellung, die alles andere in mir hat aufkeimen und wuchern lassen. Sie ist i schuldig, das will ich nicht verkennen, aber bin ich -! denn ohne Schuld? Muhte ich als der Stärkere i von uns beiden nicht meiner Frau helfen? Viel- i leicht werden alle, du mit, mich verachten, wenn ich mich von Gitta nicht trenne. Es ist ja ein Schlag gegen alles, was ich bisher vertreten habe Aber ich will es nicht mehr. Sie hat gefehlt, ich habe gefehlt.

den, ich als Gefreiter, unser Herr Koßmann als Leutnant. Damals war der Leutnant Koßmann der tapferste Offizier im Bataillon und hat nach einer Gewaltpatrouille ganz allein in der Nacht zwei Kameraden aus dem Drahtverhau der Franzosen zurückgeholt, die dort verwundet liegengeblieben waren. Und so warmer auch immer nach dem Kriege und in den schweren Jahren und jetzt, wo wir wie­der mit Volldampf arbeiten. Nein, der Herr Koß- mann geht nicht von uns. Aber wenn Sie es doch tun, Herr Koßmann, dann strafen Sie einen ehr­lichen Mann Lügen. Dann verraten Sie Ihren Va­ter, die Fabrik, die Arbeitskameraden und sich selbst. Das wäre Fahnenflucht. Aber das tun Sie doch nicht, Herr Koßmann/ Der Arbeiter streckte ihm die Hand hin.

Koßmann hatte ihn ernst angesehen, während der Arbetter erregt sprach. Er zögerte einen kleinen Augenblick, dann schlug er ein.Abgemacht, Barthel, solange wir noch gehen können, bleiben wir zusam­men im Werk. Das könnt ihr den Kameraden sagen, wenn sie es hören wollen."

Jetzt hielten sich die anderen Männer auch nicht mehr zurück. Sie standen in dichtem Ring um Han­nes Koßmann, quetschten ihm die Hände, daß sie rot anliefen und waren in Versuchung, Hurra zu schreien. Einer entfernte sich so weit von allem Re­spekt, daß er seinem Chef kräftig auf die Schulter schlug. Koßmann schien es gar nicht zu bemerken und stand mit glückstrahlendem Gesicht zwischen seinen Leuten.

Draußen im Werk sind sie alle versammelt, auch die keine Schicht haben", nahm Wissel das Wort. Wollen Sie selbst zu den Leuten sprechen?"

Nein, lieber Herr Wissel, das nun doch nicht. Ich freue mich über die Liebe, die mir entgegengebracht wird, aber mich zum Gegenstand einer Huldigung machen, darauf käme cs wohl hinaus, das kann ich wirklich nicht. Dafür spreche ich aber, daß meine für den Fall des Todes bestimmte (Stiftung schon jetzt in Kratt gesetzt wird. Und am kommenden Freitag lassen Sie bitte allen Gefolgschastsmitgiiedern einen vollen Wochenlohn gesondert auszahlen. Außerdem gibt es im nächsten Jahrs für jeden als Besonder­heit eine Woche länger Urlaub. Bttte, teilen Sie das der Belegschastsversammlung mit."

Dann schnell hinfahren." Der alte Arbeiter hatte wieder das Wort ergriffen. Ich habe keine Ruhe, bis die andern das wissen." Sie verabschiedeten sich chnell, aber doch gründlich, erhielten sogar von Frau d'Oleron Händedrücke und besondere Dankes- morte, die ersten, die die alte Dame in ihrem Leben i

mit schwieligen Arbeitern tauschte. Ihrem Lächeln nach empfand sie das aber als besondere Freude.

«Ta -k ;<4t APfnot- umer i Eine Stunde später verabschiedeten sich auch die

meinen Ü^nicht ^d) labe ein beiden Anwälte und ließen die Familienmitglieder

Koßmann tut so etwas mcht^Jch^.yave^em @iöa Ä0&mann in einer £rfc h^h ver-

,Wissel ergriff das Wort.Wir wollen uns per- ö-rlich die Antwort auf unseren Brief holen, Herr &1imann."

Sin Lächeln überflog das Gesicht des Fabrikanten k- barg Stolz, Leid, Glück und Angst vor der Zu- M in sichEs geht nicht, es geht wirklich nicht öime Stimme war fast tonlos.

[Da schob sich aus der Gruppe ein untersetzter Dfonn mit gebeugtem Rücken und derben

kt en man ein Leben der Arbeit ansah. Er hatte « ichars geschnittenes Gesicht und einen energilchen . Itrf. .

Hch bin nur em einfacher Schlosser, Herr Koß- Min. Niemals habe ich Ihnen bis letzt wider- 'liehen, aber heute tue ich es auf die Gefahr hin. if Sie mich rauswerfen, obwohl ich schon seit sechs- M^wanzig Jahren im Betrieb bin, die Knegszett iq rnitgerechnet. Der Herr Justizrat hat uns er-

t, wie er und Frau d'Oleron Sie überreden oflten, und daß er Ihnen gesagt hat, es wäre i nenslucht, die Fabrik und uns im Such w lap i Zu meinen Kameraden habe ich gesagt: Um er