M. Jahrgang Ur. 254 fcrtthenii täglich außer fconntags unb feiertags
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vrühlsche Uniterfttähbridarei R. tauge General-Anzeiger für Oberhessen * «I«tze^Sch,l»kä?rr-,
JESaa? y & aw q Samstag, 25.' Sonntag, 26 ©ffober 1941
Giehener Anzeiger
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Die internationale Armee.
Von unserem L.-Korrespondenten.
ZU vereinigen. In her Wüste von Sollmn unb Mar- ,ah Matruk mehren sich die sübasrikanischen Der- bänbe; Neuseeländer und Australier sind ebenso wie die Truppen von der Insel fast überall anzu- treffen. Im Irak unb Iran stehen starke indische
langer, im Oktober 1941.
«Derer Ansicht. Er dürfte wohl gemeinsam mit Lneral W a v e l l und anderen die Regierung be» slnmt haben, schon frühzeitig militärische Dorkeh- mgen im Mittleren Osten zu treffen. Jeden- fals hat er als Premierminister diese Politik kon- ifcuent fortgeführt mit dem Ergebnis, daß die Irmee im Mittleren Osten nicht nur schon sehr viel rnhr Pulverdampf gerochen hat als die meisten Suppen auf der Insel, sondern daß außerdem tiefes Gebiet heute so sehr im Vordergrund steht, bö3 die Regierung immer wieder auf die über- rc ende Wichtigkeit der Jnselposition und der Atlan- tüchlacht Hinweisen muß.
Zinige Wochen nach Ausbruch des Krieges ver- kndete die britische Propaganda die Ankunft der erten australischen und neuseeländischen Truppen in Suez. In England selbst nahm die Oeffentlich- fü nur wenig Notiz von dieser Nachricht: man be- lichtete die Tatsache als erfreuliches Anzeichen I für die Solidarität der pazifischen Dominien, glaubte \ it übrigen aber, daß diese Truppen niemals eine «ttsthafte kriegerische Aufgabe gestellt bekommen Arden. Churchill allerdings, damals noch frier Lord der Admiralität, und mit ihm eine firne Gruppe von Politikern und Mllitärs waren
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Klk ?'* ohnehin schon zu knappe Schiffsraum verfug» ik? yi Dir fein sollte. Das bedeutet in der Praxis, daß Verschiebung größerer Verbände von d-r einen «Ltfiitt * 8roit zur anderen unmöalich ist. Dieser Tatsache üVirtl die Engländer inzwischen auch Rechnung ge- h-p’n und zwei völlig getrennte Armeen gebildet.
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Mllu zwei völlig getrennte Armeen gebildet, «i besten stebt jetzt die N i l a r m e e unter Gene- re! Marshall-Cornwall, während m Sy- r’n "nd Palästina die sogenannte Nordarmee ptn General Wilson befehligt wird. Beide unterem nach wie vor dem Oberbefehl General «"chinlecks in Kairo. . . .
ferner hat man, da auch General Wilson in sei- [ll’n Gebiet durchaus genug zu tun hat, den I rar indischen Oberkommando -General W a v e 11 fbeschlagen, der auch für die K a u k a su s fron t S die übrigen Gebiete Irans zuständig ist. Da ^st Gebiete aber in politischer Hinsicht dem
Osten angehörig bleiben, entsteht eine seh Verflechtung zwischen diesem und> Indien, die die Lösung der vorhandenen Aufgaben isvit-r erschwert wird. Augenscheinlich wollte man ’üfonbon diesem Problem dadurch begegnen, paß seinerzeit Auchinleck und Wavell die Posten toen ließ, so daß heute der eine Befehlshaber eine intime Kenntnis des Arbeitsgebietes des
lLatsächlich richtet sich aber auch das Augenmerk tzurchills und seiner Mitarbeiter weiterhin in 8>rmiegenbem Maße auf den Mittleren Osten.
tdem der Krieg gegen den Bolschewismus Eng- lad nicht nur eine kurze Erleichterung vom Alp- tmim der Invasion, sondern mit der Besetzung ? ans auch die vollständige Herrschaft über den Amm des Mittleren Ostens gebracht hat, will man k London möglichst schnell viel zur Stützung dieser El Ilung unternehmen. Das dürfte keine leichte Ar- ttir fein, da das gesamte Gebiet des Mittleren tftns riesengroß ist. Wenn man das weiß, er» L4): int auch die kürzlich mit Nachdruck vorgetragene, tm übrigen aber durch nichts bewiesene Behauptung .tfirch'lls, im Mittleren Osten stände eine Armee
750 000 Mann zum Kampfe bereit, im Lichte eires richtigeren Größenverhältnisies.
llls die „ruhmreichen" Eroberungen des Irak in) Syriens den Aufgabenkreis des Oberbe- ftshabers in Kairo immer mehr erweiterten, sah jßh in London ein, daß die bisherige Organisation ausreichte. Es wurde vor allem immer notwendiger, neben die militärischen Behörden eine Mle Verwaltung zu setzen. Aus diesem Grunde N'andte man im letzten Juni den Kabinettsmmister (Iber Lyttleton nach Kairo. Wie der Minister tilängft bei seiner ersten Berichterstattung in Lon- l)r mitteilte, ist aus seiner Tätigkeit als Beob- cfjer und Ratgeber inzwischen eine richtige Filiale bi britischen Regierung in Kairo entstanden, welche bi Namen eines Kriegsrates für den Mittleren DJI n trägt und unter dem Vorsitz Lyttletons ar» biet. Mitglieder dieses Kriegsrates sind die Mit- t$ber der drei Wehrmachtteile: der Ches der Wehr- mhtverwaltung, b:e britischen Botschafter in Kairo uii Bagdad, der Oberkommissar in Palästina und bie Gouverneure von Cypern und Aden. Wenn
tm über das Schicksal des Iran erst ganz ent» sii den bat, dürfte wahrscheinlich auch der dortige di'ische Gesandte dem Rat beitreten. Außerdem Itijen die Bedürfnisie und Planungen des Mitts' ui Offens mit denen Indiens abgestimmt wer- bm. und schließlich kommt noch hinzu die etwas hi?le Frage des Verhältnisses zu den verbündeten, er nicht immer verbindlichen Anhängern des Otrerals de Gaulle in Syrien und anderswo.
dieser Schwierigkeiten kann natürlich nicht Wannt werden, daß die Einrichtung dieser aleich- f‘T autonomen Selbstverwaltung des Mittleren Lins gegenüber dem früheren Zustand eine fühl- bct> Erleichterung bedeutet.
SSenn schon die politischen Fragen auf betracht- f'f): Schwierigkeiten stoßen, so gilt das in erhöhtem ®oße von dem Einsatz der militärischen Sri f t e. Kamvfgehiet ist zwar augenblicklich nur So 5 ruf und die Wüste um S'ollum, aber das 'Kr ücken der deutschen Divisionen in der Ukraine b-l den Kaukasus in die Gefahrenzone gebracht: Unfalls wird dieses Gebiet von den Engländern km durchaus als echte Front betrachtet. Ein Blick fcf d'e Karte offenbart nun alle Schwierigkeiten:
Tobruk bis Täbris sind reichlich zweitausend Rlcmeter, aber mit Flugzeugen ist den Engländern rob gedient. Jeder Tank, der von der Sollumsront ">cf dem Kaukasus gebracht werden soll, müßte
Hunderte von Kilometern durch die ®ufte Iwien, selbst wenn für den ersten Teil der R^ife
In politischer Hinsicht ist der Mittlere Osten ein äußerlich einheitliches Gebilde geworden, das hinsichtlich der britischen Erfordernisse vom Kriegsrat in Kairo verwaltet wird. In militärischer Hinsicht zerteilt sich das gleiche Gebiet in zwei Hauptgruppen, von denen die eine mit Irak unb Iran dem indischen Kommando Wavells untersteht, während die andere Auchinlecks Oberkommando des Mittleren Ostens unterstellt ist; diese Gruppe besteht wieder aus den genannten zwei Armeen. Dazu kommt noch die Organisation der Luftwaffe unb der Flotte, die jedoch weniger kompliziert ist. Im Mittelmeer steht vor allem der östliche und größere Teil der Flotte von Sir Andrew Cunningham zur Verfügung — diesem untersteht jedoch auch das in Gibraltar stationierte West-Geschwader unter Admiral S o - m e r o i l l e —, während im Roten Meer und im Persischen Golf bas ziemlich kleine Jndiengeschwader operiert Die Luftwaffe untersteht für den ganzen Mittleren Osten dem Oberkommando in Kairo. Allerdings kann angenommen werden, daß hier ähnlich wie bei der Armee eine Unterteilung kommen wird, wenn erst die genügende Anzahl von Flugzeugen vorhanden ist.
Schon dieser auf das Wesentlichste sich beschrän- kenbe Ueberblick zeigt deutlich, wie kompliziert die gesamte Organisation des Mittleren Ostens heute geworben ist. Churchill und seine Regierung hätten sich diese Mühe kaum gemacht, wenn sie nicht von der Wichtigkeit dieser Position überzeugt gewesen^ wären. Dabei siat er es verstanden, an dieser Stelle des Empire Truppen aus fast allen Reichsteilen
Kontingente. Nur Kanadier sind bisher mit Rücksicht auf das ungewohnte Klima in geschlossenen Verbänden nicht beteiligt worden. Außerdem gibt es gaullistische Einheiten, in Syrien eine Emigranten» lcgion, in Palästina jüdische Truppenteile und ver- ftreut über alle Einheiten und besonders die Luftwaffe finden sich Vertreter aller „alliierten Mächte", die mit den geschlagenen Engländern die Flucht nach Aegypten rnitgemachf hatten. Diese kunterbunte Armee, deren Verschiedenartigkeit der obersten Führung ihre Aufgabe nicht gerade erleichtern dürfte, ist dennoch mit einiger Absicht so zusammengewürfelt worben. Der Kampf um den Mittleren Osten soll dem ganzen Empire und darüber hinaus auch den „Alliierten" als eigenste Angelegenheit erscheinen.
Oer Führer an den König von Rumänien.
Berlin, 25. Oft. (DNB.) Der Führer hat Seiner Majestät dem König von Rumänien zum Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.
Das Iiitlerkreuz.
Berlin, 24. Oft. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Gefreiten Heinrich Schulz in einem Pionierbataillon.
Angriffs- und Aerfolgungsoperaiionen im Osten schreiten fort.
Oer Wehrmachiberichi.
DNV. Aus dem Führerhauplquartier, 24. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Osten schreiten die Angriffs- und Verfol- gungsoperationen weiter fort.
Bei der Abwehr eines fowjetruffi- fchen Gegenangriffes im Nordteit der Ostfront fügte die spanische „Blaue Division" dem Aelnd schwere Bertufte zu und brachte mehrere hundert Gefangene ein.
Die Luftwaffe versenkte im Seegebiet der Krim einet) sowjetischen Dampfer von 6000 BEI. und belegte Bl o s f a u mit Sprengung Brandbomben.
3n Nordafrika schossen deutsche 3äger drei britische Flugzeuge ab.
Der Feind warf in der letzten Nacht Bomben auf verschiedene Orte des norddeutschen Küstengebietes, u. a. auf Hamburg und Kiel. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Die Schaden sind unerheblich. Lin britischer Bomber wurde abgeschossen.
Moskau sott bis zum letzten verteidigt-werden.
Berlin, 25. Okt. (DNB.) Der Moskauer Nachrichtendienst verbrettete einen Aufruf des Generalleutnants Arteljew zur „Verteidigung Moskaus", in dem es u. a. heißt:
„M osfau und die umliegenden Gebiete sind in Gefahr. Mit jedem Tag nähert sich der Feind mehr und mehr dem Zentrum unseres Vaterlandes. Wir müssen darauf vorbereitet sein, daß die Straßen Moskaus der Schauplatz heißer Kämpfe werden. Das bedeutet, daß die Straßen schon jetzt Kriegscharakter annehmen. Jedes Haus muh eine Festung werden, jedes Fenster eine Feuerstellung und jeder Einwohner Moskaus einSoldat.
Kämpfen bis zum letzten Atemzug für die geliebte Stadt, das ist die Parole der Moskauer. Wir verteidigen jetzt das, was uns am teuersten ist."
Eine offizielle Ankündigung der noch in Moskau verbliebenen Behörden besagt, daß die
Haupt st a d t der Sowjetunion, bevor sie dem Seinde überlassen werden müsse, in die Lust gesprengt werden solle. „Wenn auch die deutschen Truppen das Gebiet der Stadt Moskau erobern können, so werden sie die Stadt Moskau selbst nicht besitzen", so heißt es ausdrücklich in einem Aufruf, der von Moskau an alle Städte der Sowjetunion verbreitet wurde.
,WemgHoffnungfürMoskau^
Erkenntnisse eines Londoner Journalisten.
Genf, 25. Oktober. (DNB.) In der englischen Wochenzeitschrift „The Jllustrated London News" beschäftigt sich Cyrill Falls mit der Kriegslage in der Sowjetunion und stellt dabei u. a. fest, daß bie Schnelligkeit des deutschen Vormarsches „sensationell" gewesen sei. Ob- aleich Drei noch etwa 100 Meilen von der ursprünglich vordersten deutschen Linie gelegen habe, hätte sich Orel innerhalb weniger Tage in deutscher Hand befunden. Aber auch die anderen wichtigen Verkehrsknotenpunkte wie Moskau, Brjansk, Wjasma und Kaluga usw. seien äußerst schnell eingenommen worden. Das müsse eine vernichtende Wirkung auf bie Sowjet-Verbindungslinien gehabt haben, vor allem, wenn man daran denke, daß zerstörende Angriffe der deutschen Luftwaffe sich gleichzeitig gegen die rückwärts liegenden Verkehrsknotenpunkte richteten. Die deutsche Luftwaffe sei sicherlich sehr kühn vor- geaangen.
In England fehlten die Einzelheiten, um die Lage genau zu übersehen. Alles hänge davon ab, inwieweit die Deutschen die bolschewistischen Heere vernichteten. Wenn die von Deutschland bekanntgegebenen Zahlen zuträfen, dann bestehe in der Tat wenig Hoffnung für Mos» kau. Eine neue Offensive sei gar nicht mehr nötig, denn jeder organisierte Widerstand der Sowjets habe in dem Fall zu bestchen aufgehört. Jrn Augenblick herrsche allgemein in England eine pessimistische Stimmung, denn das, was die Deutschen innerhalb von drei Monaten auf militärischem Gebiet leisteten, sei das „Extravaganteste in der deutschen Militärgeschichte". Kritiker aber, die dauernd die deutschen Erfolge zu verkleinern und zu verzerren suchten, glichen „pfeifenden Spatzen auf den Dächern".
Wettwirtschast unter Führung der USA.
Roosevelts Bedingungen für die Unterstützung Englands.
Neu York, 25. Oktober. (DNB.) Das feit lan- aem erkennbare Beftreben Washingtons bie Herrschaft über die Weltmärkte durch Uedernahme der britischen Exportmärkte, der Rohstoffkontrolle unb der Stützpunkte zu erhalten, werben erstmalig in der Wochenschrift „NewsWeek" von deren Herausgeber Raymond M o l e y zugegeben und klar herausgearbeitet. Nach Mitteilung von Moley sind in Washington und London äußerst w'chtiae Abkommen in Vorbereitung. Washing- t o n schlug England als Voraussetzung für bie fortgesetzte Pacht- unb Leihhilfe bestimmte Grundsätze vor, bie Englanb annehmen soll. Darum f 1 kßünräumung des Rechtes an die USA., bie
britischen Stützpunkte im gefam- tenWeltreichzu benutzen, wenn Dashing- lon dies für die Selbstverteidigung als wichtig erachte;
2 die formelle Anerkennung der Grundsätze des Freihandels, also die Abschaffung des Präferenz-Sy st ems von Ottawa und die G l e i ch b e r e ch t i g u n g des U S A.- Exportes nicht nur innerhalb des Deltrei-
ches, sondern auch auf dem Weltmarkt mit dem britischen Export;
3. ein offizielles Abkommen über die B e e n b i - gung der britischen Rlonopolstel- lung in wichtigen Rohstoffen wie Gummi, Zinn, unb bafür eine Beteiligung der Bereinigten Staaten an der britischen R o h st o s f k o nt r o ll e.
Denn England die genannten Grundsätze annimmt, würden sie als Bestandteil des Planes der Zusammenarbeit Großbritanniens und USA. proklamiert.
„News Week" fügt hinzu, daß Washington dieses Abkommen, falls es abgeschlossen werden sollte, als den ersten Schri'tt in der Führung der Weltwirtschaft durch die USA. in der Nachkriegszeit ansehe. Diese Besttebungen kämen aus dem klaren Gefühl der USA., daß ihr Land zu dieser führenden Rolle verpflichtet sei, da die inbu» strielle Macht der USA. vollständig mobilisiert sei und von den Märkten dringend benötigt werde, während Englands Reserven weitgehend erschöpft sein würden. Außerdem werde von Wallstreet
Sie Sewaffnung amerikanischer Handelsschiffe
Von Ministerialrat Dr. Eckhardt.
Nach dem von dem amerikanischen Präsidenten am 12. September 1941 bekanntgegebenen Schießbefehl an die Kriegsmarine bereitet Roosevelt nunmehr auch noch die Bewaffnung der amerikanischen Handelsschiffe vor. Amerikanischen Nachrichten zufolge sind 200 Kauffahrteischiffe bereits in der Armierung begriffen, denen weitere folgen werden. Für den Einsatz dieser Schiffe war die Aenderung des Neutralitätsgesetzes von 4.11.1939 erforderlich, da in dessen § 6 die Bewaffnung amerikanischer Handelsschiffe so lange verboten ist, als sich die Vereinigten Staaten von Amerika nicht selbst im Kriegszustand befinden.
Die Frage der Bewaffnung von Handelsschiffen hat, soweit es sich dabei um solche der Kriegsmarine handelte, bekanntlich schon sehr bald nach Ausbruch des Krieges dadurch eine wichtige Rolle gespielt, daß es sich nach deutscher Auffassung derartige Handelsschiffe gefallen lassen müssen, vom Gegner wie ein Kriegsschiff behandelt zu werden. Aus einer von dem amerikanischen Völkerrechtler John Basset im Jahre 1936 vorgelegten Denkschrift über diese Frage ergibt sich, daß der deutsche Standpunkt gerade von den prominentesten amerikanischen Juristen voll geteilt wird. Angesichts der von Roosevelt zur Rechtfertigung feines Schießbefehls beliebten Vorschützung deutscher Völkerrechtswidrigkeiten ist die Bemerkung von I. B. Moore in seiner Denkschrift von Interesse, daß die Gegner Deutschlands während des Weltkrieges zur Irreführung des amerikanischen Volkes in der Frage des bewaffneten Handelsschiffes mit einer rechtswissenschaftlichen Fälschung gearbeitet haben, indem sie in ihrem Rechtsgutachten bei dem Zitat des „Nereide"-Vorganges die Festsetzung des amerikanischen Chief Justice Marshall fortgelassen haben, daß dieses Fahrzeug wegen feiner Bewaffnung allen Risiken eines Kriegsschiffes ausgesetzt gewesen fei.
Die mit der Bewaffnung von Handelsschiffen für deren Besatzung und Fahrgäste verbundene Gefahr hat in Verbindung damit, daß eine gewaltsame Widerstandsleistung gegen prisenrechtliche Maßnahmen seitens neutraler Schiffe allgemein als rechtswidrig, ja sogar als Piraterie angesehen wird, dazu geführt, daß die Bewaffnung neutraler Handelsschiffe, jedenfalls im Seekriege der neueren Zeit, nicht aktuell gewesen ist. Demgemäß gab es auch in der ersten Hälfte des Weltkrieges kein einziges bewaffnetes Handelsschiff unter neutraler Flagge. Erst in den der amerikanischen Kriegserklärung voran» gegangenen hundert Tagen ist es der auf die Vermehrung von Zwischenfällen bedacht gewesenen amerikanischenKriegspartei vorbehalten geblieben, auf dem Umwege über die am 12. März 1917 verkündete Bewaffnung der amerikanischen Handelsschiffe und den sich daraus ergebenden Verlust amerikanischer Menschenleben die schließliche Kriegsbereitschaft der bis dahin gegen den Eintritt in den Krieg eingestellt gewesenen Mehrheit des amerikanischen Volkes zu erschleichen. In den Aus- führungsbestimmungen über das Verhalten von Kauffahrteischiffen mit einer bewaffneten Abteilung an Bord wurde dieser zur Pflicht gemacht, innerhalb der Kriegszonen auf jedes deutsche U-Boot zu schießen, das eine Annäherung versuchte oder sich in einem Umkreis von 4000 Pards von der Fahrtroute des sichtenden Schiffes befand. Außerhalb der von Deutschland erklärtes Kriegszonen sollten die Han-
ein amerikanisches Führertum erwartet, das die britischen Regierungen bisher nicht hätten stellen können.
„News Week" schließt diese Meldung mit der Mitteilung, daß Roosevelt bereits mehrere Behörden und Planungsämter mit dem Aufbau dieses Nachkriegs-Weltpro- gramms beauftragt habe.
OasBuch als Quelle der Kraft
Großadmiral Raeder
zur Büchersammlunq der NSDAP.
Berlin, 23. Oktober. (DNB.) Schwert und Buch gehören zusammen! Das gute Buch ist eine Quelle der Kraft für den Kamps. Im deutschen Buch will und muß der Soldat seine kämpferische, heroische Haltung bestätigt finden, die den Sieg im großdeutschen Freiheitskampf gewährleistet.
Darum ist es notwendig, daß die Heimat unseren Soldaten das beste deutsche Schrifttum zur Verfügung stellt. R a e d e r, Großadmiral.
Ritterkreuzträger
Oberst Schubert gefallen.
Berlin, 23. Okt. (DNB.) Ritterkreuzträger Oberst Schubert, Kommandeur eines schlesischen Infanterieregiments, ist beim Angriff auf den Toroba-Abschnitt ostwärts Toropjez an der Spitze seines Regiments gefallen. Ein vorbildliches Soldatenleben hat damit ein Ende gefunden. Als Kommandeur eines schlesischen Bataillons zog er in den Polenfeldzug, wo er zahlreiche, besonders schwierige Aufgaben durch seine Umsicht und kühne Führung erfolgreich lösen konnte. Mit dem Durchbruch durch die polnischen Grenzbefestigungen bei Geftyn, dem Weichselübergang bei Ostrowce und der Umfassungsschlacht bei Tomaszow verbindet sich sein Name. An der Spitze des gleichen Bataillons kämpfte er 1940 im Westen, wo er sich beim lieber- gang über die Maas westlich Tricointe auszeichnete. Seiner energischen Führung war es damals zu danken, daß ein entscheidender Brückenkopf genommen und gehalten wurde. Für diese Tat erhielt er das Ritterkreuz. Im Ostfeldzug führte Oberst Schubert als Regimentskommandeur ein schlesisches Infanterieregiment. Hier im Osten erfüllte sich nun jein Soldatenleben.


