Ausgabe 
25.9.1941
 
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Ehrendienst des Sports am Wochenende.

Am kommenden Samstag und Sonntag macht der gesamte deutsche Sport Ehrendienst für das Kriegs-Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Mei­ster und Meisterinnen, mit und ohne Titel, gehen ebenso wie der Reichssportführer und seine Mit­arbeiter in Stadt und Land mit der Sammelbüchse auf die Straße. Sie haben den berechtigten Ehrgeiz, in dieser ersten Reichsstraßensammlung des Jahres das vorjährige Rekordergebnis, das mit dem Ver­trieb von 36 Millionen Hitlerbüchlein zuftandekam, diesmal mit 51 Millionen Hakenkreuzsymbolen noch zu übertreffen. Ihre Vorbereitungen sind ge­waltig. Mit unaezählten kleinen und großen Ver­anstaltungen auf öffentlichen Plätzen und fast allen Kampfstätten werden sie die Millionen ihrer An­hänger mobilisieren. Und die Groschen aus den Büchsen werden zusammenfließen mit den Eintritts­geldern zu einer Meisterschaft des deutschen Sports im Sammeln.

Oie Veranstaltungen in Gießen.

In der Zeitfolge der sportlichen Veranstaltungen zum Besten des Kriegs-WHW. ist für den S t a d t - kreis Gießen folgendes vorgesehen:

Samstag, 27. September.

16 Uhr im Seltersweg: Opferschießen, ver­anstaltet vom Schützenverein Gießey, neben dem Gasthaus3ns Lotze" und neben der Metzgerei Meister: am Stadttheater: Runde der Tisch­tennisspieler um die Stadtmeisterschaft (VfB.-R. gegen 1900 Gießen): auf Owaldsgarten: Runde der Faustballspieler (Turnverein 1846/ Luft­waffe, Bezirkssparkasse u. a.).,

18 Uhr auf Oswaldsgarten: Handball­spiel Mtv. Gießen Luftwaffen-SV.

20 Uhr: Im Gloria-Palast im Rahmen der üblichen Vorstellung Reck- und Bodenturnen

der Kreisriege. Im GasthausHinden­burg": Filmabend der Gießener NSRL.-Gemein- schaften: a) WerbefilmMach mit! Deutscher Sport im Kriege"; b) Turn-Länderkampf Deutschland Finnland 1941. Im G a st h a u sZ um Burg­hof": Filmabend: Aus der Wunderwelt der Dolo­miten.

Sonntag, 28. September.

10 Uhr am Stadttheater: Kinderturnen, Frauenturnen mit und ohne Gerät. (Ausführende die beiden Gießener Turnvereine.) Parkplatz an der Stadtkasse:Sport der Zuschauer", u. a. Tischtenniskämpfe, Elfmeterschießen, Korbball­werfen, Kegeln, Opferschießen, Tauziehen. Am Oswaldsgarten: Fortführung der Faustball­runde.

14 Uhr am Oswaldsgarten: Werbe­marsch zur Hauptveranstaltung am Schwanen­teich. Marschstraßen: Von Oswaldsgarten durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Horst-Wessel-Wall, Sel- tersweg, Neuenweg, Neuenbäue, Gartenstraße, Lud- wigsplatz, Kaiserallee, Moltkestraße zum Schwanen­teich.

15 Uhr am Schwanenteich:Bunte Schau der Leibesübungen", u. a. Rollschuh-Kunstlaufen, Tennisschaukämpfe, Kinderturnen, Geräteturnen der Turnerinnen, Ruder- und Kanu-Kurzstreckenrennen um die Stadtmeisterschaft, Barrenturnen und Pferde- springen (mit Federsprungbrett) der Kreisriege, Korbball und Flugballspiele der Turnerinnen. Gym­nastik und Tanz der Nachrichtenhelferinnen. VfB. - Sportplatz: Fußball Gießen-Stadt Gießen-Land.

20 Uhr im G lo ri a - P ala st, im Rahmen der laufenden Vorstellung, Tanz und Gymnastik der Turnerinnen (Mtv. und Tv. 1846).

Jn Zukunst nur noch Pellkartoffeln!

Oer Schälverlust von rund 15 t>. £. muß vermieden werden.

Wenn uns ein schöner rotbackiger Apfes anlacht und zum Anbeißen verlockt, so denken wir ehe wir ihn verzehren bestimmt nicht daran, diesen vorher etwa abzuschälen. Denn erstens pflegen wir heutzutage sparsam mit unserem kostbaren Obst um­zugehen und zweitens hat uns die moderne Er- /nährungsforschung gelehrt, daß dicht unter der Schale wertvolle Vitamine in besonders reichlichem Maße verborgen sind, die beim Schälen verloren­gehen würden.

Sicherlich wird mancher einen Vergleich zwischen einem rotbackigen Apfel und einer unscheinbaren graubraunen Kartoffel als etwas zu kühn bezeich­nen, auch wenn die Kartoffel zuweilen unter dem schönen NamenErdapfel" bekannt ist. Und es soll hier auch nicht empfohlen werden, die Kartoffel mitsamt der Schale zu verspeisen, nur damit beim Schälen keine wertvollen Kohlehydrate und Mine­ralstoffe verlorengehen. Denn gerade bei dieser K bietet sich in dieser Hinsicht ein ganz be­er Ausweg in der Pellkartoffel, die den Ver­lust an wertvollen Stoffen auf ein geringes unver­meidliches Ausmaß herabdrückt und gleichzeitig zu sparsamstem Verbrauch zwingt. Den letzten Grund werden manche nicht als wichtig genug gelten las­sen wollen, denn Kartoffeln so meinen sie ernten wir doch in Deutschland in genügendem Maße. Gewiß, wir werden auch in diesem Jahr mit einer guten Kartoffelernte rechnen können. Aber wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, daß jetzt im Kriege jährlich rund 10 Millionen Tonnen Speisekartosseln mehr verbraucht werden als im Frieden, und man zugleich di« damit verbundenen zusätzlichen Transportprobleme bedenkt, so wird je­

der Einsichtige schnell die Notwendigkeit erkennen, daß auch eine gute Kartoffelernte nicht von der Pflicht entbindet, mit dieser Frucht sparsam umzu- gehen und jede Verschwendung zu vermeiden.

Und das Kartoffelschälen ist nun einmal eine Verschwendung, die wir uns in der heutigen Zeit nicht leisten können. Dies gilt besonders für Gast­stätten, Werkküchen und Kantinen. 2^uch sie sollten dazu übergehen, in Zukunft nur noch Pellkartoffeln auf den Tisch zu bringen. Auf diese Weise ist es möglich, die Kartoffelschälmaschine stillzulegen. Schon beim Schälen der ungekochten Kartoffeln mit der Hand kann man ckiit einem Schälverlust von rufrd 15 v. H. rechnen, beim Kartoffelschälen mit der Schälmaschine ist aber ein Schälverlust von ungefähr 30 v. H. bestimmt nicht zu hoch gegriffen. Aber auch unsere 1 Haushaltungen sollten grundsätz­lich nur noch Pellkartoffeln verwenden. Die weit­verbreitete Ansicht, daß die Sammlung der Küchen­abfälle durch die NSV. für die Schweinemast von der Notwendigkeit entbindet, die Kartoffeln dünn zu schälen, ist völlig falsch.

Wenn wir in Zukunft vor einer dampfenden Schüssel Pellkartoffeln sitzen und uns der kleinen Mühe des Abpellens unterziehen müssen, so sollten wir aber noch an etwas anderes denken. Je spar­samer wir nämlich mit den Kartoffeln umgehen, um so mehr können für die Verfütterung in der Diehwirtschast abgegeben werden. Je mehr Kartof­feln für die Mast von Schweinen bereitgestellt wer­den können, desto besser ist es um unsere künftige Fleisch, und Fettversorgung bestellt. Und im Hin­blick darauf dürfte uns keine Unbequemlichkeit und Mühe zu groß sein!

Aus -er Stadt Gießen.

Respekt vor dem Schlaf.

Ein ruhiger Schlaf bedeutet für den Menschen fast noch mehr als Nahrungsaufnahme, denn von seiner Beschaffenheit hängen körperliches Befinden rpie Gesundung der Nerven ab. Für den erwachsenen Menschen rechnet man eine siebenstündige Nachtruhe, wenngleich es zu allen Zeiten Menschen gibt, die mit weniger Stunden Schlaf auskommen. Die An­zahl der Stunden ist im allgemeinen durch das Lebensalter bedingt. Der Säugling schläft fast un­unterbrochen in das Leben hinein, die drei- bis fünfjähviaen Kinder bedürfen neben eines frühen Zubettgehens einer ausgedehnten Mittagsruhe, sind natürlich, da sie zeitig niedergelegt wurden am Morgen frühzeitig auf, sehr zum Leidwesen der Mutter, die gerade am Sonntagmorgen gern noch ein halbstündiges Nickerchen machen möchte! Werden sie älter, ist es eine Plage für die Erzieher, die Jugendlichen morgens zur Schule oder zur Lehre rechtzeitig aus denFedern" zu bekommen. Jn den Entwicklungsjahren braucht der Jugendliche beson­ders viel Schlaf. Alte Leute dagegen sind mit weni­gen Stunden zufrieden.

Ganz gleich, wie lange der Mensch schläft seine Ruhe muß respektiert werden, ob er gesund oder krank, alt oder jung ist, ob es sich um Ruhestunden nach der Nachtarbeit oder um ein Mittagsschläfchen handelt! Letzteres darf übrigens nur auf eine Vier­tel- bis eine halbe Stunde ausgedehnt werden, da es sonst schlapp und übellaunig macht. Und in dieser Beziehung wird von den Kindern meist sehr gesündigt: Unsere kleinen Trabanten sind fast alle kleine Egoisten, die auf dem Standpunkt stehen, daß für sie die ganze Familie ständig zur Ver­fügung zu stehen hat, deren Eltern auch vielfach so abgöttisch in sie verliebt sind, daß sie sich wegen jeder Kleinigkeit von den Kindern, stören lassen. Das ist natürlich nicht richtig. Der Respekt vor dem Schlaf eines Menschen muß jedem jungen Men­schenkinde eingeschärft werden, denn der ruhige Schlaf ist Bedingung für das Wohlbefinden. Da die Kleinen überhaupt dazu neigen, im Eifer des Spiels sich zu überschreien, fällt ihnen das Ruhigsein für den Anfang bestimmt nicht leicht. Allmählich aber werden sie es lernen, auf Zehenspitzen zu gehen, die Stimme zum Flüstern zu neigen, die Türen vor­sichtig zu schließen, wenn jemand im Hause zu schlafen beabsichtigt. Hot das Kind erst den Respekt vor dem Schlaf gelernt, dann schläft es auch selbst schnell ein. Wenn es sich mittags an die Mutter ankuschelt, um deren Nickerchen zubewachen", dann wird das Rücksichtnehmen auf die schlafende Mutter langweilig. Man darf sich nicht bewegen, darf sie auch durch Aufstehen nicht stören; und in diesem stillen Warten überrascht dann der Sand­mann das Kleine, das zu Mutters großer Freude noch eine ganze Stunde schläft, wenn Mutter schon längst wieder ihre Hausarbeit aufnahm ...

Wer seinen Kindern rechtzeitig den Respekt vor dem Schlafe lehrte, kann keine Scherereien mit ihnen hoben, wenn ein Krankheitsfall dos ganze Haus in Aufregung bringt. Gleichermaßen sind keine Derhaltungsmaßnahmen^ mehr im Luftschutzkeller notwendig. Jedes Kind, das den wichtigen Wert des Schlafes kennenlernte, verhält sich ruhig im Keller, wenn es merkt, daß andere Hausbewohner, die am nächsten Morgen wieder ihrer Arbeit nachgehen müssen, dort unten weiterschlafen möchten, um mög­lichst wenig von der notwendigen Nachtruhe einzu­büßen. ' H. v. L.

Tageskalender für Donnerstag.

Stodttheater: 19.30 Uhr Vortrag General der Flieger Quade überLuftwaffe und Heer im bisherigen Kriegsverlauf". Gloria-Palast, Sel­tersweg:Immer nur Du!" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Pedro soll hängen".

Oie We^rüverw chung im Kriege.

Im Reichsgesetzblatt ist eine Abänderung der Verordnung über die Wehrüberwachung veröffent­licht worden. Darin werden zunächst die kriegs­mäßigen Verkürzungen der Meldefristen bekannt- gegeben. Die Meldungen bei jedem Wechsel der Wohnung oder des dauernden Aufenthaltsortes sind binnen 48 Stunden zu erstatten. Ferner ist der zu­ständigen Wehrersatzdienststelle zu melden: Der An­tritt und die Rückkehr von einer Reise, einer Wan­derschaft oder einer Arbeitsaufnahme außerhalb des dauernden Aufenthaltsortes, wenn diese länger al? 14 Tage dauert. Wenn der Aufenthalt an dem neuen Arbeitsort voraussichtlich länger als 60 Tage dauert und dort eine Wohnung oder Schlafstelle be­zogen wird, hat der Wehrpflichtige sich beim Wehr- Meldeamt (Offiziere und Referveoffiziersaywärter im Feldwebelrang sowie Wehrmachtbeamte und Wehrmachtbeamtenanwärter im entsprechenden Rang beim Wehrbezirkskommando) des bisherigen Wohnorts persönlich oder schriftlich unter Vorlegung bzw. Einsendung des Wehrpasses abzumelden und beim Wehrmeldeamt bzw. Wehrbezirkskommando des Arbeitsortes anzumelden, auch wenn die Wob- nung am bisherigen dauernden Aufenthaltsort bei- behalten wird. Hierbei ist es gleichgültig, ob die Auf­nahme der Arbeit freiwillig ober auf Grund be­hördlicher usw. Anordnung (z. B. eine Dienstver­pflichtung) erfolgt

Im übrigen bleiben die Meldepflichten im bis­herigen Umfange für alle Wehrpflichtigen bestehen. Ihre genaue Beachtung ist im Kriege mehr denn je Ehrensache jedes Wehrpflichtigen.

Oie Kriegsmarine stellt Freiwillige ein.

Die Ausstellungen des WettbewerbesSeefahrt ist not" haben gezeigt, in welch erfreulichem Maße in der Heranwachsenden Jugend das Verständnis ür deutsche Seefahrt und ihre Bedeutung für un- ere Zukunft entwickelt ist. Das gleiche Verständnis ür Seemannschaft hat sich bei den Seesport-Wett­kämpfen der Marine-Hitler-Jugend gezeigt. Jetzt bietet sich Gelegenheit, dieses Verständnis auch durch die Berufswahl zu beweisen. Junge Männer, die ihre Vorbildung als Lehrling in einem Handwerk oder Anlernung in der Industrie beendet haben, können mit einer Einstellung in die Kriegsmarine bereits zum 1. November 1941 ober zum 1. Januar 1942 rechnen. Lehrlinge und Anlernlinge werden erst nach Beendigung ihrer Berufsvorbildung ein- berufen; denn bei der Vielseitigkeit des Dienstes an den hochwertigen Einrichtungen unserer Kriegs­schiffe muß die Kriegsmarine auf eine gute und aogefchlofsene Vorbildung der Mannschaft aller Laufbahnen Wert legen. Im Leben an Bord un­serer Schiffe hat auch die Musik ihre besondere Be- deutung. So besteht jetzt auch für junge Musiker Gelegenheit, nach beendeter Berufsausbildung in die Kriegsmarine einzutreten Alles Nähere ist aus dem Merkheft für FreiwilligeWie komme ich zur Kriegsmarine" zu ersehen, das in jeder Wehrersatz, dienststelle zu haben ist. Bewerbungen sind möglichst umgehend an das zuständige Wehrbezirkskommando zu richten.

Wegfall der Roggenmehlbeimischung zum Weizenmehl.

Die HVGuF. hat durch eine Anordnung die Bei­mischungspflicht vom Roggenmehl zum Weizenmehl mit Wirkung vorn 1. Oktober ab aufgehoben. Von diesem Zeitpunkt ab haben also die Mühlen Weizen­mehl der Type 1050 nur noch ohne Beimischung von Roggenmehl herzustellen. Der Preis für die Weizenmehltype 1050 erhöht sich dadurch um 25 Reichspfennig je 100 Kilogramm. Auch die Typen- auf- und -abschläge erfahren entsprechende Aende- rungen. Roggenmehl der Type 997 darf ab 1. Ok­tober nicht mehr hergestellt werden. Die noch vor­handenen Bestände sind aufzumischen oder, soweit dies nicht möglich ist, zur Beimischung in der bis­her' vorgeschriebenen Form zu verwenden. Das nach dem 30. September noch mit der bisher vorgeschrie­benen, Beimischung in Verkehr kommende Weizen­mehl muß mit dem BuchstabenM" besonders ge­kennzeichnet werden.

Rammelt Doaelbeeren!

Der Gausachbearbeiter der Reichsarbeitsgemein­schaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbe­schaffung teilt mit. Die Vogel- oder Ebereschenbeere ist nur nur giftig, wie oft angenommen w'rd, son­dern ein bei geeigneter Behandlung wertvolles, zu­sätzliches Nahrungsmittel, das in größten Mengen gesammelt zu werden verdient, lieber die richtige Ernte und den Versand an die eine zweckmäßige Verarbeitung gewährleistenden Stellen geben die Kreissachbearbeiter und Sammelstestenleiter der RfH., deren Anschrift bei den Kreisleitungen der NSDAP, zu erfahren ist, Auskunft.

Hur noch schöne Reiseandenken.

Schon oft wurde die FrageReiseandenken" Ge­handelt und von den verschiedensten Stellen aus be­leuchtet. Ein wahrer Feldzug gegen den Andenken- kitsch wurde geführt, aber leider ohne den gewünsch­ten Erfolg. Nachdem nun die Leitung des deutschen Fremdenverkehrs und die Reichskammer der bil­denden Künste erneut den Kampf gegen den An­denkenkitsch ausgenommen haben und über ihre Landesverbände bis in die einzelnen Gaue und Ge­biete vorstoßen können, ist jetzt ein Instrument geschaffen, um die allgemein als lästig empfundenen Entgleisungen auf diesem Gebiet« zu beheben Die Vorarbeiten in unserem Gau sind in guter Zusam­menarbeit .zwischen der Landesleitung der bildenden Künste und dem Landesfremdenverkehrsverband Rhein-Main soweit gediehen, daß in diesen Tagen Material für eine Re-ichswanderschau zur Verfügung gestellt werden konnte. Diese Wanderschau wird Auswüchse der Reiseandenken zeigen und in einer Gegenüberstellung neue, zeitgemäße und auch künst­lerisch wertvolle Reiseandenken ausstellen, die im wahrsten Sinne des Wortes Reiseandenken sind und dementsprechend einen Wert repräsentieren, ohne die

besonderen Charakteristiken der einzelnen Land­schaften oder Städte, ihrer Bodenschätze, Industrie und handwerklicher Kunst zu entbehren.

Vergleichsschießen der Znngschützen.

Mit dem Schießen auf die Gaumeisterschaft (vgl. den gestrigen Bericht) war auch ein Vergleichs­schießen. der Jungschützen verbunden. Geschossen wurde auch hier mit Kleinkaliber militärischer An­schlag in den drei Anschlagsarten von jeweils 5 Schuß in 5 Minuten auf die 12kreisige Ringscheibe, 50 Meter Entfernung.

Mannschaften je 4 Jungschützen: 1. Schützengesellschaft 1926 Gießen 520" Ringe, und zwar Fritz Helfenbein 138, E. Reinstädtler 130, Pe­ter Dunkel 126 und Kurt Petri 126 Ringe; 2. Schiit- zengesellschaft 19?5 Nidda 502 Ringe; 3. Schützen­verein Gießen 495 Ringe, und zwar W. Sauer 101, H. Kraft 126, I. Hölzel 135 und E. Beigang 133 Ringe; 4. Schützengilde Herborn 492 Ringe; 5. Schützengesellschaft Haiger 469 Ringe; 6. Vorstädter- Schützenverein Wetzlar 455 Ringe; 7. Schützenver­ein Assenheim 450 Ringe; 8. K.K.S.V. Salzböden 445 Ringe, und zwar A. Bepperling 131, M. Rük- ker 87, O. Hettche 106 und H. Klein 121 Ring«; 9. K.K.S.V. Launsbach 406 Ringe, und zwar E. Rolzhausen 106, W. Balser 89, E. Eckhard 99 und H. Debus 112 Ringe; 10. K.K.S.V. Dreihausen 395 Ringe; 11. Peichsbahn Diez 379 Ring«.

Die zehn besten Jungschützen waren: 1. Paul Rink, Herborn, 142, 2. Fritz Helfenbein, Gie­ßen, 138, 3. Joachim Hölzel, Gießen, 135, 4. Friedel Vogt, Nauborn, 134, 5 W. Eckhardt, Nidda, 134,. 6. E. Beigang, Gießen, 133, 7. R. Trodt, Nidda, 133, 8. W. Manegold, Marburg, 131. 9. R. Bepperling, Salzböden, 131 und 10. E. Reinstädt­ler, Gießen, 130 Ringe.

Als Anerkennung für gute Schußleistung konnte der Kreisschützenführer Ed. G o n d n e r an eine An­zahl Mannschaften Kleinkaliberpatronen verteilen.

Gießener Dochenmarktpreise.

* G i e ß e n , 25. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 50, Wirsing, % kg 6 bis 13, Weißkraut 5 bis 10, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Bohnen, grün, 30, Meer­rettich 80, Kürbis 10, Lauch 20, Sellerie 20, Salat, das Stück 10 bis 12, Salatgurken 20 bis 30, Ein­machgurken, y. kg 20, Endivien, das Stück 12 bis 15, Rettich 10 bis 15 Rpf.

*

** Aus der Praxis für d i e Praxis. Zuverlässigkeit, Fleiß und Können sind die Voraus­setzungen für jede hochwertige Berufsleistung. Auch heute suchen unzählige deutsche Volksgenossen wei­tere berufliche Aufstiegsmöglichkeiten. Im Berufs­erziehungswerk der Deutschen Arbeitsfront kann jeder Berufstätige so lernen und so üben, wie er es aus der Praxis gewohnt ist. Die neuen beruf­

lichen Lehrgemeinschaften für Erwachsene beginnen in den frühen Abendstunden der nächsten Tage. Be­ratung und Anmeldung bei der Ortswaltung der Deutschen Arbeitsfront.

* Deutsches Frauenwerk, Gießen- Mitte. Am Montag, 29. September, 20.15 Uhr pünktlich, findet imBurghof" der Gemeinschafts. abend statt. Es spricht Frau Toni Beller über Hilfe der Herzen und Hände, würdig der Front'.

** Schöne Erfolge eines Gießener Sportlers. Bei den von der ff» und Paftzei- Sportgemeinde Niederlande vom 19. bis 21. Sep­tember im Olympia-Stadion in Amsterdam ver- anstalteten Leichtathletik-Wettbewerben . errang Kriegsverwaltungsinspektor Malkomesius aus Gießen bei starker Beteiligung auch aus den übrigen besetzten Gebieten im Zehnkampf den 3 Preis. Im Wettkampf der Teilnehmer aus den Niederlanden war er 2. Sieger

Aus der engeren Heimat.

Kunstgemeinde Laubach.

Laubach, 24. Sept. Es ist sehr erfreulich, daß man auch in diesen schweren Zeiten die tultu- rellen Belange auch in den kleineren Städten nicht außer acht läßt. Von diesem Gedanken geleitet, hat die Stadtverwaltung Laubach in Verbindung mit der Kreisdienststelle Wetterau der NSG.Kraft durch Freude" eine Kunst gemeinde gegründet, «

Verdunkelungszeit

25. September von 19.13 bis 7.10 Uhr.

deren Bestrebungen durch den Deutschen Gemeinde- tag unterstützt werden. Für den Winter 1941/42 sind zehn Veranstaltungen geplant; drei Vorstellun- gen der Rhein-Maimschen Landesbühne, zwei Kon- zerte des Rhein-Mainischen Landesorchesters, zwei Bunte Abende und drei Vorträge. Wie die Grün- dungsverfammlung zeigte, herrscht in allen Kreisen der Laubacher Bevölkerung lebhaftes Interesse an den vorgesehenen Veranstaltungen, für deren plan­mäßige Durchführung die Stadt Laubach die Ga­rantie übernimmt.

Verhängnisvolles Spiel mit einer Sprengkapsel.

* Schotten, 24. Sept. Jn dem Nachbardorfe E i ch e l f a ch f e n hatten zwei Jungen eine Sprengkapsel gefunden, die der eine von ihnen mit einem Hammer bearbeitete. Dabei ex­plodierte der Sprengkörper und verletzte die beiden Jungen schwer. Einer mußte wegen Gefähr- düng der Augen der Augenklinik in Gießen zuge­führt werden, der andere kam mit schweren Ver» letzungen an den Beinen und am Kopfe in das hie- sige Krankenhaus.

Vom Zug überfahren und getötet.

* Lauterbach, 24. Sept. Auf der Bahnüber. führung der Landstraße bei Rimlos wurde heute vormittag gegen 8 Uhr ein Milchfuhrwerk, das von einer Zugmaschine gezogen wurde, von der Lokomotive eines Personenzuges überfahren. ,Dabei wurde der 72 Jahre alte Bauunternehmer Andreas B o n a ck e r aus Heblos, der auf dem Milchfuhrwerk saß, von der Lokomotive eine Strecke weit mitgeschleift und so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Das Fuhrwerk selbst wurde zertrümmert, die Zug­maschine beschädigt. Der Lenker der Zugmaschine, der 33 Jahre alte Wilhelm Zinn aus Heblos, kam mit einer leichten Verletzung am Kopfe davon.

Sträfling sprang aus dem Zuge.

Lpd. Marburg, 24. Sept. Auf dem Transport nach dem Zuchthaus versuchte ein aus der Gegend von Halle stammender Sträfling dadurch zu entfliehen, daß er, ehe fein Begleiter es hindern konnte, zwischen Cölbe und Marburg aus dem Zuge f p r am g. Dabei erlitt er so schwere Rippen- brüche und innere Verletzungen, daß seine Ausnahme in die Marburger Klinik erfolgen mußte.

Beamter oder nicht?

Eine wichtige Entscheidung des Sondergerichts Frankfurt.

Lpd. Der 56jährige Postfacharbeiter Peter Götz hatte Feldpostsendungen in die Säcke zu füllen. Da­bei eignete er sich verschiedene Sendungen an. Götz kam wegen Unterdrückung von Postsendungen, Ur­kundenvernichtung und Amtsunterschlagung vor das Sondergericht Frankfurt a. M. und war auch des Verbrechens gegen die Volksschädlingsverordnung angeklagt. Jn der Verhandlung kam es darüber zu einer Aussprache, ob der Angeklagte als Beamter anzusehen sei. Während der Verteidiger dies ver­neinte, weil der Angeschuldigte nur mechanische Ar­beit geleistet habe, vertrat der Staatsanwalt den gegenteiligen Standpunkt mit dem Hinweis, daß auch die nur mit mechanischer Arbeit betrauten Kräfte hoheitsrechtliche Funktionen zu erfüllen hätten. Das Sondergericht entschied erstmalig, daß ein solcher Angeklagter nicht als Beamter im Sinne des Gesetzes zu gelten habe. Der Angeklagte wurde jedoch als Dolksfchädling erachtet und wegen seiner strafbaren Handlungen zu 15 Monaten Zucht­haus und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt.

Handball.

Krofdorf Holzheim 11:16 (5:12).

3n der Kreisklasse wurde die neue Runde mit bem Spiel Krofdorf Holzheim eröffnet. In einem Kotten Spiel, das in jeder Hinsicht befriedigte, führte sich Krofdorf trotz der Niederlage gut ein. Holzheim bestimmte sofort das Tempo und nutzte jede Tormöglichkeit aus, so daß es zu einem Pausenstand von 12:5 für die Gäste kam. Nach dem Wechsel kamen dann die an sich körperlich schwächeren Krofdorfer besser auf. Zum Teil boten fie gleichwertige Leistungen und konnten ein an­nehmbares Endresultat erzielen.

Lang-Göns 3gd. W.-Steinberg 3gb. 10:7 (5:1).

Ein spannendes Spiel gab es in Lana-Göns. Die Platzmannschaft zeigte in der ersten Hälfte die beste- ren Leistungen. Man rechnete mit einer hohen Nie­derlage der Gäste. Nach dem Wechsel liefen diese st.doch zu großer Form auf. Lang-Göns mußte sehr kämpfen, um aus dem Treffen als knapper Sie­ger hervvrzugehen.

Heuchelheim 3gb. 7Mv. Gießen 3gb. 17:5. Heuchelheim Schüler 7Ntv. Gießen Schüler 2:12.

Da Heuchelheim eine Absage erhielt, sprang der Mtv. ein. Leider konnte dieser nur eine schwache Mannschaft stellen. Die Heuchelheimer bestimmten dadurch das Spielgeschehen.

Die Kleinen der Gießener boten eine sehr gute Leistung. In beiden Spielabschnitten beherrschten sitz das Spielfeld.