Ausgabe 
25.10.1941
 
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delsschiffe zum Waffeneinsatz schreiten, wenn das U-Baot sich eineungesetzliche" Handlung zuschulden kommen ließ, durch die das Schiff gefährdet würde.

Wurde die damalige Armierung der Handels­schiffe, deren Verwendungszweck nach den erwähnten Ausführungsbestimmungen durchaus offensiver Natur gewesen ist, nach außen hin nur mit dem rechtlichen Scheingrunde der Abwehr ungesetzlicher Angriffe motiviert, so ist sich der gegenwärtige amerikanische Präsident der Gefügigkeit seines Par­laments so sicher, daß er in seiner phrasenreichen Rede am 12. 9. über die Wahrung der Freiheit der Meere den Kern der Sache richtig dahin kennzeich­nen zu dürfen geglaubt hat, der Schießbefehl habe den Zweck, dazu beizutragen, daß die der Ver­nichtung desHitlertums" dienenden amerika­nischen K r i e g s m a t e r i a l l i e f e r u n g e n die englische Bestimmung effektiv er­reichen. Für die von Roosevelt jetzt betriebene Bewaffnung der amerikanischen Handelsschiffe gilt, abgesehen von der dem amerikanischen Präsidenten ebenso wie im Weltkrieg durchaus willkommenen Provozierung von Zwischenfällen, das gleiche, da die Bewaffnung der amerikanischen Handelsschiffe sinnlos wäre, wenn diese nach den bisherigen Vorschriften auch weiterhin keinen Kriegsbedarf für den Gebrauch eines kriegführenden Staates befördern dürften und sich zudem außer­halb der von dem amerikanischen Präsidenten zur Kamvfzone erklärten Seegebiete zu halten hätten. Darüber, daß die Schiffe nach ihrer Bewaffnung ähnliche Schießanweisung erhalten wer­den wie im März 1917, dürften nach der Parole des Präsidenten vom 12. 9. Zweifel kaum entstehen.

Die Bedenken der amerikanischen Öffentlichkeit gegen die Beseitigung der auf Grund der Welt­kriegserfahrungen nach mehrjähriger Prüfung durch das amerikanische Volk zum nationalen Staatsge- fetz erhobenen neutralitätsrechtlichen Schranken gegen die Machenschaften kriegslüsterner Inter­ventionisten wurden bei der propagandistischen Vor­bereitung der Parlamentsdebatte über die Aende- rung des Neutralitätsgesetzes u. a. damit zu be­schwichtigen versucht, daß als Präzedenzfall auf die Bewaffnung amerikanischer Kauffahrteischiffe gegen die Korsaren des Mittelmeeres Anfang des 19. Jahr­hunderts hingewiesen wurde. Es bedarf keiner nähe­ren Ausführung darüber, wie stark dieser Vergleich hinkt, handelte es sich doch damals um einen Akt der Abwehr gegen widerrechtliche Uebergriffe des Bey von Algier, während zugegebenermaßen jetzt einevölkerrechtswidrigeKriegshilfe- leistung mit Waffengewalt erzwun­gen werden soll.

Wenn schon bei der Hochachtung des amerikanl- schen Volkes vor Präzedenzfällen das Vorgehen Roosevelts an bedeutsamen Vorgängen der See- kriogsgeschichte gemessen werden soll, so mag an Stelle der unzutreffenden beiden amerikanischen Zi­tate daran erinnert werden, daß in der Zeit der bewaffneten Neutralität die daran beteiligt gewese­nen neutralen Staaten zwar auch zum Schutz ihrer friedlichen Handelsschiffahrt im Bedarfsfälle den Einsatz eines Kriegsschiffes vorgesehen hatten, daß diese Wahrung der Derkehrsfrei'heit auf See damals aber gleichzeitig mit dem von den betreffenden neu­tralen Regierungen an ihre Staatsangehörigen ge­richteten Verbote des Transportes von Bannwaren mit Bestimmung für die Kriegfüh­renden verbunden war und daß das Recht der Krieg, führenden, allen Handelsverkehr nach und von den Häfen des Gegners auf dem Blockadewege völlig zu sperren, ausdrücklich aufrechterhal­ten geblieben war. Danach ist also auch in dieser Hochperiode eines kollektiven Selbstschutzes der neu- tralen Handelsschiffahrt das Recht der Krieg­führenden auf Unterbindung des Banngutverkehrs nach seinem Gegner von den durch ihren damaligen Zusammenschluß stark gewesenen neutralen Staaten durchaus re­spektiert worden.

Um so krasser und folgenschwerer hebt sich daher die von dem amerikanischen Präsidenten unter dem Einsatz amerikanischer Waffengewalt betriebene, sich daher nicht nur als Intensivierung der transport- technischen und kriegswirtschaftlichen Hilfeleistung, sondern sich als aktive Teilnahme an Kriegsyandlungen darstellende jüngste Neu- tralitätswidriqkeit aus der Kette der durch die Lie­ferung der 50 Zerstörer, die Zulassung der Wieder­herstellung der Kampfbereitschaft beschädigter eng­lischer Kriegsschiffe in amerikanischen Häfen usw. bereits begangenen Völkerrechtsverletzungen heraus.

Europas Rettung durch die deutsche Wehrmacht.

Oie Zerschlagung der bolschewistischen Armeen.

Berlin, 24. Oktober. (DNB.) Die Schwere der bolschewistischen Niederlage, aber auch die Größe der Gefahr, die durch den Kampf gegen den Bol­schewismus vom Führer für ganz Europa gebannt wurde, läßt sich aus den V e r l u st z i f f e r n des Sowjetheeres ermessen. Bereits in den ersten 14 Tagen des Ostfeldzugs rollte die große Doppel­schlacht von Bialystok-Minsk ab, die mit der Ein­bringung von 324 000 Gefangenen die bis dahin größte Vernichtungsschlacht der Weltgeschichte war. Dieser Schlacht folgte eine Umfassungs- und Ver­nichtungsschlacht nach der anderen. Sowjet-Division auf Sowjet-Division und Sowjet-Armee auf Sowjet- Armee wurden vernichtet und zerschlagen. Die Ge­fangenenzahlen stiegen ständig. An allen Frontab­schnitten haben die Bolschewisten auch außerhalb der großen Schlachten schwere Verluste erlitten. Ge­naue Ermittlungen haben ergeben, daß in der Zeit zwischen dem 2 2. Juni und Ende Septem­ber 19 41 weit über 260 Sowjet-Divi­sionen vernichtet worden sind. Diese Divi­sionen wurden teilweise vollständig aufgerieben, ge­fangen genommen oder so stark angeschlagen, daß von ihnen nur geringe versprengte Reste übrig blieben. Darüber hinaus büßten zahlreiche Sowjetdivisionen mehr als 50 v. H. ihrer Kampfkraft ein. Immer aufs neue mußten die Bolschewisten in dieser Zeit ihre Divi­sionen mit ständig schlechter werdendem Mann­schaftsersatz auffüllen oder aus angeschlagenen Di­visionen und Armeen neue Formationen aufstellen.

Die Vernichtung von über 260 Divisionen, dar­unter 226 Schützendivisionen, 40 Panzerdivisionen und zahlreichen anderen Einheiten, bedeutet für die Sowjets einen Verlust von mehreren Mil­lionen Soldaten, von denen nur ein Teil in deutsche Gefangenschaft geriet. 260 Divisionen mit dem dazugehörigen Kriegsgrät das bedeutet nicht nur die Zerschlagung der zum Angriff gegen das Reich und Europa bereitgestellten Sowjetar­meen, sondern darüber hinaus auch der hinter der Aufmarschfront angetretenen zweiten und dritten Welle. Die deutsche Wehrmacht hat die bolschewistische Gefahr für Europa endgültig gebannt.

Oie Bedeutung dieser Zahlen.

Wir sind an große Zahlen gewöhnt. Vielleicht zu sehr schon! Einmal sind große Zahlen kaum vor­stellbar und dann liegt es in der menschlichen Natur, heute das selbstverständlich zu finden, was gestern nochunerhört" oderkolossal" odergroßartig" gewesen ist. Allein, wenn wir jetzt hören, daß nach genauen Ermittlungen allein in der Zeit vom 22. Juni bis Ende September 1941, also ohne die neuen Riesenschlachten, weit über 260 Sowjetdwi- fionen vernichtet worden sind, so gibt es uns doch einen Ruck. Wohlverstanden: das sind die vernich­teten Sowjetdivisionen, die entweder vollständig aufgerieben oder gefangen genommen oder bis auf geringe versprengte Reste zerschlagen wurden. Außerdem büßten zahlreiche Sowjetdivisionen 50 v. H. und mehr ihrer Kampfkraft ein.

Wieviele Menschen umfassen 260 vernichtete Divisionen, wobei die angeschlagenen Divi­sionen außer Betracht bleiben? Die sowjetische Schützendivision zählte ursprünglich 13 000 Mann; im Zusammenhang mit der Umwandlung der sog. Territorialtruppen in die reguläre Armee erhöhte sich der Bestand der Schützendivision auf 20 000 Mann im Jahre 1939. Infolge der vermehrten Zu­teilung leichter und schwerer Waffen seit 1939 darf der Mannschaftsbestand einer Schützendivision noch höher als 20 000 geschätzt werden. Wenn wir unter Berücksichtigung eines vielleicht etwas geringeren Mannschaftsbestandes bei den Panzerdivisionen eine durchschnittliche Stärke der vernichteten Sowjetdivi- sionen mit 20 000 Mann annehmen, so ergibt sich allein hier ein Menschenverlust von über fünf Millionen, wozu noch die Verluste dernur" angeschlagenen Sowjetdivisionen kommen.

Und die Verluste an Kriegsmaterial, das praktisch unersetzbar ist! Die großen Rohstoff- quellen der Sowjetunion sind in deutscher Hand und Kriegsindustrien können nicht liefern, die umziehen. All dieses Geschwafel von einerVer­legung" der sowjetischen Kriegsindustrien unter dem kolossalen deutschen Druck ist nichts als Ver­legenheit jener, die das Ende kennen, es aber I nicht zu gestehen wagen. Dr. Ho.

Stalin und feine Marschälle.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Jetzt gehen die Gehirntrustjuden aus dem Weißen Haus in Washington und die englischen Bolsche­wistenfreunde an die Klagemauer Stalins, denn ihr neuer Jahwe im toten Kreml hat den Kopf ver­loren und wütet fürchterlich unter feinen Mar­schällen. Das emporgeschwindelte Genie, Marschall Timoschenko, soglorreich" in der Verteidi­gung Moskaus, ist durch Stalin abgesetzt worden und dürfte wohl ziemlich erledigt sein und aus­gespielt haben. Der Marschall Budjenny, so siegreich" auf dem bolschewistischen Südflügel, sitzt ebenfalls in bolschewistischen Kerkern, und Woro­schilow, der mit Vorschußlorbeeren bedeckte Ver­teidiger Leningrads, ist gleichfalls abgesetzt. Dafür hat Stalin nun endlich, nach über dreimonatigen Niederlagen, das neue militärische und patentierte Genie in der Person des bisherigen Vorsitzenden des bolschewistischen Generalstabs entdeckt. Dieser Gre- gorij ©ufoff soll endlich die Moskauer Kata­strophe abwenden. Der köpferollende Stalin befiehlt es, nachdem er selbst ob der Katastrophe seines Sy­stems und seiner Halbgötter den Kopf verloren.

Jäh brach das phantastische Lügengebäude mos- kowitisch-washingtoner-londoner Judenfasson zu­jammen. Was waren das für prächtige Verteidiger der demokratischen Weltunterdrückungsinteressen, diese Kreaturen Stalins! Die Vorschußlorbeeren, die ihnen die Judenpresse in aller Welt gewunden hatte, haben sie erdrückt, aber wie sie gewunden wurden, das ist eine Sache für sich. Woroschilow war der Verteidiger von Leningrad, der das Deli­rium des Entzückens bei allen Londoner und Wa­shingtoner Kriegsspekulanten erregt hatte, Bud­jenny war der tapfere Reiterführer, der die deut­schen Truppen gleich zu Millionen vernichtete, und

noch vor wenigen Tagen erzählte der Londoner Nachrichtendienst, Timoschenko sei der befähigtste Heerführer der Bolschewisten und werde Hitler mei­stern, während Moskau urbi et orbi verkündete, die' verächtlichen deutschen Generale hätten in ihm ihren Meister gefunden, der die Nazis schlüge, wo er sie treffe. Hatte Timoschenko nicht zur Verteidigung Moskaus eine große Offensive auf Smolensk er­öffnet? Tagelang beteten alle plutokratifchen Juden für den Erfolg dieses Meisterstreiches, der Kurz­wellensender Boston, eine typische jüdische Hetzzen­trale, wußte zu erzählen, Timoschenko habe un­zählige Dörfer zurückerobert, Lügenreuter, Timo- fchenko habe bei Smolensk einen außerordentlichen Sieg errungen, und bis in die letzten Tage wurde diese Lüge aufrechterhalten, obgleich das deutsche Oberkommando über solche Phatasmagorien nur lächelte und nichts sagte, aber handelt e. Denn diese berühmte Offensive Timoschenkos in Richtung Smolensk stand nur auf Judenpapier, und ganz plötzlich wurde die wirkliche Sachlage Roosevelt, Churchill und Stalin furchtbar deutlich: die deut­schen Heere hatten Moskau umklam­mert, und sie haben jetzt bereits den äußeren Verteidigungsgürtel von Moskau durchbrochen. Das war das Ende dieses Halbgottes Stalins. Schon vorher war Woroschilow auf Leningrad zurückgewor- fen, Budjenny hatte im Süden eine Schlacht nach der anderen, damit das wichtigste Rüstungsgebiet der Sowjets, das Donezbecken, verloren. Die Götzen­dämmerung brach so plötzlich herein, daß die Lon­doner und die Washingtoner Lügenfabrikanten nicht einmal Zeit fanden, durch lleberbrücfungslügen den Weg zum neuesten Halbgott Stalins zu finden und den drei abgesägten Marschällen die bei den

Plutokratien üblichen Eselsfußtritte zu versehen. Stalin verlor den Kopf, und damit brach das Kartenhaus Roosevells und Churchills plötzlich zu- jammen. v . __

Nichts spricht dafür", schrieb noch vor bret Tagen der Londoner Nachrichtendienst,daß die Deutschen die Vernichtung Timoschenkos, das Hauptziel der jetzigen Offensive, auch nur annähernd erreichen." Die von uns erzwungenen Tatsachen zwangen Sta­lin, Timoschenko und die übrigen mit dem Katzengold der plutokratifchen Lobhudler umschimmerten Mar­schälle selbst zu vernichten. Am 9. Oktober hatte Reichspressechef Dr. Dietrich bereits die militä­rische Lage im Osten fest umrissen und gesagt, mild tärisch sei die Lage im Osten bereits entschieden, das bolschewistische Angriffsheer zertrümmert, die bolsche- wistischen Marschälle erledigt. Damals schrie man in den Metropolen der Demokratie, das sei nicht wahr. Und heute?

Timoschenko.

Timoschenko ist heute 46 Jahre alt Er ist ein Bauernjunge aus Bessarabien und kam im Welt­krieg als Rekrut zur Zarenarmee. Nach dem Zu­sammenbruch des Zarenreiches wurde sein Regi-

Timoschenko. (Scherl-Bilderdienst-M.)

ment geschlossen in die ,Iiote Armee" übernommen und der mit natürlicher Klugheit ausgerüstete, auch ruhige und selbstbewußte junge Timoschenko machte bei dem Mangel an Offizieren in der Sowjetarmee blitzschnelle Karriere. In knappen drei Jahren stieg er bis zum Kommandeur der 6. Kaoalleriedioision au'f und machte damals unter Budjenny den Sow- jetjeldzug gegen Polen mit. Fünfmal wurde er wahrend seines Verlaufes im Jahre 1920 ver­wundet. Er hatte bisher nur einen Kursus als Ma­schinengewehrschütze mitgemacht Nun suchte er mit aller Kraft die Mängel feiner Ausbildung nachzu- holen. Zwischendurch avancierte er weiter. Er war Stalin bei den Bürgerkriegskämpfen um Stalin- grad-Zaryzin bekannt geworden, ohne aber im eigentlichen Sinn zu den Hofgenerälen des Kreml zu gehören. Diese Rolle spielten seine Marschall­kollegen Woroschilow und Budjenny. Nach der gro­ßen StalinschenReinigungsaktion" wurde er Kom­mandeur des wichtigen Militärbezirks Kiew. Von dort holte chn Stalin an die finnische Front im Winterkrieg 1939/40. Die Rolle der Sowjetarmeen in dem damaligen Krieg mit Finnland enttäuscht! allgemein. Timoschenko wurde so etwas wie der Retter aus der Blamage. Er wurde bald darauf an Stelle von Woroschilow zum Kriegsminister er­nannt. Nach außen hin fiel auf, daß er die Gruß­pflicht wieder einführte, ein strengeres Regiment in der Sowjetarmee begründete, für Ordnung und Sauberkeit bei Offizieren und Mannschaften sorgte und auch erfolgreiche Schlachten ober Feldzüge der zaristischen Zeit der Armee als technisches Muster vor Augen stellte. Darüber hinaus suchte er die Sowjetarmee auf die Ergebnisse des deutschen Feld­zugs in Frankreich umzustellen. Letzten Endes blieb er ,ber General ohne Fortune", um an das Wort Friedrichs des Großen zu erinnern.

Timoschenko war dem Kreml niemals sympathisch. Am wenigsten Stalin. Woroschilow und Budjenny waren viel bequemer: Der eine lief den Weibern nach, der andere trank. Das waren zwei Laster ober- wenigstens Untugenden, die für Stalin das LeitseiL

Dem Manne

Buch und Schwert!

Von Wilhelm von Scholz.

Dem Manne Buch und Schwert!"

Der große Vorläufer Goethes, Johann Christian Günther, hat dieses Wort geprägt, das dem Buche seinen Platz im gleichen Range mit der uralten Waffe des freien Mannes, dem Schwerte, anweist, und gibt ihm damit seinen ihm gebührenden Platz. Es klingt freilich, als ob der Dichter vor allem an das kämpferische kriegerische Buch gedacht hätte, wie es das Buch Ulrichs von Hutten war; an das schwertscharfe Buch, das in der neueren Geschichte oft eine gefährliche Waffe gewesen ist.

Aber ich glaube nicht, daß Günther sein Wort so gemeint hat. Er hat wohl eher daran gedacht, daß das Buch die große umfassende Ergänzung des Schwertes und daß es ein ebenso gültiges Sinn­zeichen des Mannes ist wie das Schwert, hinter dem es während des Krieges an die zweite Stelle tritt, ohne doch an Bedeutsamkeit zu verlieren.

Es ist der Träger all unseres geistigen Lebens. Es ist nicht nur das unbeirrbare Gedächtnis des Einzelnen und der Menschheit; es ist, indem es dem Vorstellungs- und Gedankenwogen im Geiste des Menschen Gebilde und Gestaltungen ablöft, un­verrückbar festhält und dem Geiste sachlich klar gegenüberstellt, geradezu die Ermögl chung geistigen Lebens; fast: das lebensnotwendigste Organ des Geistes!

Das Buch, das wir zwischen seinen Deckeln so selbstverständlich in der Hand halten, ist eine der größten, ältesten und zugleich künstlichsten Erfin­dungen des Menschengeistes. Ich meine nicht seine Form obwohl auch sie ehrwürdig ist und in der Art des geschützten Zusammenhaltens der Blätter aus leichtestem, gefährdestem Stoff, die allein die unendliche Fläche für die Fülle und Vielfalt des Geistes bieten, ein Erzeugnis schöpferischer Er­findungsgabe. Ich meine die unerhörte grandiose Leistung des Menschengehirns neben der alle Maschinen, Rundfunk und Kinematographie fast be­deutungslos werden: den Weg zu finden, die Weite und den Reichtum der Welt, alles, was die Augen sehen, die Ohren hören, die Sinne aufnehmen, ja, was das Herz fühlt und der Verstand denkt, gültig festzuhalten, es in gleicher Zeit vielen Tausenden in unveränderlicher Gleichheit und über Zeiträume

von Jahrhunderten hin zum mindesten im wesent­lichen Gehalt zu vermitteln.

Ja, das Buch ist geschaffen aus den zwei größten menschlichen Erfindungen: zuerst der Sprache und sodann der Schrift, die wieder ihrerseits erst die volle Entwicklung und Ausbildung der Sprache er­möglichte!

Ich will hier nicht auf die Entstehung der Sprache zurückgehen, wozu soviel Bogen gehörten, wie mir hier Zeilen zur Verfügung stehen. Wohl aber möchte ich, daß wir die wir alle Angehörige eines technischen, das Technische am meisten bewun­dernden und wohl auch bewertendem Zeitalters sind uns einen Augenblick klarmachen, welche groß­artige Schöpfung die Erfindung der Schrift war, an der durch die Jahrtausende unzählige technische Genies weitergearbeitet haben, bis sie zu der Voll­endung gedieh, in der sie uns heute zur Verfügung steht.

Wir dürfen nie vergessen: urtümliches Sprechen war ein fließendes Band von Gefühls- und Nach- ahmelauten in schwimmenden Uebergängen, in wel­chem erst sehr allmählich sich wiederholende Klang­stücke als Worte erkennbar, abtrennbar, herauslös­bar wurden. Aber die Urahnen der Wörter in grauen Vorzeiten waren ohne jeden Zweifel in ihrem Lautfluß so schwankende, noch unfeste, noch wolkige Gebilde, wie es uns die gesprochenen Worte einer uns durchaus fremden Sprache etwa des Chinesischen sind. Wenn man einem selbst lang­sam sprechenden Asiaten nur insoweit mit dem Ohr zu folgen versucht, um lautliche Wortbilder auf­nehmen zu wollen, so steht man hilflos einem Ton­fließen gegenüber, in welchem fern Vokal und kein Konsonant deutlich herauszuscheiden ist; von dem man kaum das kleinste Stück festzuhalten vermag.

Welche geniale Tat der Menschheitsahnen, die es vermochten, aus solchem Tonfließen immer mehr sich wiederholender kleinster Stücke herauszuhören und als Einzelsprachlaute zu bezeichnen, bis es in d esem zusammenhängenden Band Sprache keine Stelle mehr gab, die sie nicht bezeichnet hatten so daß sie nun mit den Einzellauten, die sie unver­lierbar erkannt hatten und besaßen, den Buchstaben das ganze Band fließender Sprache auflösen und wieder zusammensetzen konnten.

Mit dieser genialen Tat erst wurde die Schrift möglich. Und was folgte, war vielleicht der ein­fachste Akt in der Entwicklung: daß man den Einzel­lauten bestimmte verabredete Zeichen zuwies, mit

denen man sie auf dem Papyrvs, dem Pergament, dem Papier fefthielt. Man hatte nun die Lautwelt des Ohrs in das viel sicherere und beherrschbarere Gebiet des Auges hinübergenommen. Nun konnte das Auge auch Klang aufnehmen. Und wenn wir heute still für uns ein lyrisches Gedicht lesen, so klingt lautlos in unserem Geist die Seite so schön und so in ihrem Ablauf bestimmt wie eine Gram­mophonplatte nicht richtiger und nicht schöner klin­gen kann.

Der Schritte, die von der Schaffung der Schrift noch nötig waren bis zum gedruckten Buch, das wir in der Hand halten, find keine so entscheidenden mehr wie die vorangehenden. Und vor allem: sie sind nicht so aus unserem Bewußtsein geschwun­den, nicht so zum Selbstverständlichen und damit Vergessenen geworden, daß es nötig wäre, an sie zu erinnern.

Wenn wir jetzt in die Woche des Deutschen Buches eintreten, so wollen wir feststellen, daß wir einem Urtum der Menschheit gegenüberstehen, das unsere höchste Achtung verdient, das unser Volk auf seine große herrliche Weise ausgebildet und ent­wickelt hat. Das Buch ist das Schwert friedlicher Eroberung! Wer das wertvolle deutsche Buch for­dert, so daß es leichtere Lebensbedingungen erhält und gedeihen kann, dient unserem Volke in der Welt, hilft mit zu feinem Siege!

Oer zärtliche Elch.

Von Paul Eipper.

In Berlin lebten drei Elche. Sie hatten vielleicht die allerschönste Freianlage, die es in zoologischen Gärten gibt, ein mit Tannen und Eichen, mit Bü­schen und Bäumen bepflanztes Gelände, das sanft zu einer Suhle abfällt, zu einem See, in den von der anderen Seite her über hohe Felsblocke ein Gebirgsbach mündet. In dieser naturhaften Landschaft schreiten nun auf hohen, silbergrauen Beinen die urweltlich anmutenden, nordischen Hirsche mit den langen Pferdeköpfen und der melancholisch fameTartigen Schnauze.

Sie waren sehr scheu, als sie im Frühling kamen, und die Eingewöhnung mußte behutsam oorgenom» men werben, ja lange Zeit war vor dem Gehege eine Schutzwand aus Tannenreisig errichtet, damit die Waldtiere nicht erschraken vor den menschlichen Zuschauern. Dann aber trollten die Elche unbefan­

gen durch ihr Revier, schliefen an sonnigen Tagen, im Sand am Ufer, ästen die Eichenblätter, ein An­blick, den es nach meiner Kenntnis in feinem an­dern zoologischen Garten der Welt mehr gibt

Ich habe nicht einen Tag versäumt, der mir die: Möglichkeit bot, die Elche zu besuchen. Und immer war die Sehnsucht in mir, einmal ganz nah bet solch einem Geschöpf zu fein, feine Körperlichkeit zu. fühlen, die Distanz des trennenden Wassergrabens- zu überwinden. An einem regnerischen Sommertag ließ mich der Wärter in den Futtergang, während er das Stallinnere in Ordnung brachte.

So stand ich ganz nah bei den unter breitfchir* migen Tannen wiederkäuenden Elchen, konnte an: der Bewegung der Flanken und des Halses dem Herzschlag erkennen und die Atmung, sah die Re* gentropfen herunterrieseln an den Stangen des Ge­weihs plötzlich stand der eine große Elch auf und kam geradewegs zu mir. Ich rührte mich nicht hatte große Angst, daß vielleicht mein Regenmantel rascheln und das Tier erschrecken konnte. Aber dec Elch blieb, schnupperte, schob fein Geäse ans Gitter, und nach vielleicht fünf Minuten (wer weiß, wie endlos diese Zeit dauert, wenn man ohne Stütze unbeweglich stehenbleiben muß) schob ich meine Hand in millimeterkurzen Rucken vor, den Elchmi- ftern entgegen.

Es wird mir nicht gelingen, die Ergriffenheit in Worten auszudrücken, die mich erfüllte, als dec große Elch plötzlich feine Stirn an meinem Hand­rücken rieb; erst dachte ich, es fei eine Abwehrbewe­gung des Tieres; aber schließlich habe ich meinem ganzey Arm um den Tierkopf geschlungen, und es konnte fein Zweifel sein, wie angenehm diese Lieb­kosung war für den Elch. Er schnupperte, Mund, Nale, K'nnbacken und Hals an der Gummihaui meines Mantels; er drückte wollüstig feine langem Ohren in meine Finger und wühlte sich so sehr im die Umarmung, daß alle losen Haare feines Felles sich auf mich übertrugen, meine Hände und mein Mantel gleich einem borstigen Pelz bedeckend, mer wieder schnaubte das hingebungsvoll zärtliche Tiergeschöpf.

Der Wärter war inzwischen mit seiner Stoßar­beit fertig geworden, und weil er weggehen wollte, nickte er mir mahnend zu. Es war sehr schwer, eim Ende zu machen, doppelt schwer, weil der Elch stn» feits des Gitters mittrollte und schließlich in den Absperrgraben hinunterstieg. Ich glaube, daß ikn" die Bekundung seiner Freude nicht weniger Wohltat als mir.

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