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Oie Renntler-ivifion bricht auf?

Von Kriegsberichter Karl Schwarz.

Grenzflusses Zarumilla in Stellung lagen, peruani­sche Wachen am linken Ufer des Flusses angegrif­fen. Es entwickelte sich ein Feuergefecht, bei dem die Peruaner die angreifenden ecuadorianischen Sol­daten zurückschlugen.

Vizeadmiral a. D. William Michaelis voll­endet in diesen Tagen sein 70. Lebensjahr. 1910 bis 1913 war er 'Abteilungschef im Admiralstab der Marine, 1913 bis 1915 Kommandant des Linien­schiffesThüringen", in den beiden folgenden Jah­ren Chef des Stabes der Hochseestreitkräfte, 1920 vorübergehend Chef der Admiralität. In dieser und in anderen Dienststellungen hat er sich um den Neuaufbau der Kriegsmarine besondere Verdienste erworben.

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Am 24. Juli vollendete Vizeadmiral Wilhelm T ä g e r t sein 70. Lebensjahr. Als Kommandant derMecklenburg" und nach dem vorübergehenden Kommando aufGoeben", und als Kommandant des SchlachtkreuzersSeydlitz" hat sich Vizeadmiral Tägert während des Weltkrieges hervorragend be­währt. Er war Chef des Stabes der Mittelmeer- Division und später in verschiedenen hohen Kom- niandostellen tätig.

Der Präsident der Vereinigung zwischenstaatlicher Verbände und Einrichtungen, ^-Obergruppenführer Lorenz, hat zum Nachfolger des auf Kreta ge­fallenen Vizepräsidenten Dr. Springer den Par­teigenossen Heinz Bollert ernannt, der gleich­zeitig die Geschäftsführung der Stiftung Deutsches Auslandswerk übernimmt und als Mitarbeiter des

Staatssekretär Dr. Syrup macht im Reichs­arbeitsblatt Angaben über die Zahl und die Zu­sammensetzung der am 1. April 1941 im Gebiet des Großdeutschen Reiches beschäftigten fremden Arbeitskräfte. Es wurden rund 1,25 Millionen Männer und 0,25 Millionen Frauen, zusammen also 1,5 Millionen fremde Arbeiter gezählt, die sich je zur Hälfte auf die Landwirtschaft sowie auf die gewerbliche Wirtschaft verteilten, außerdem ist ein gewisser Hundertsatz in der Hauswirtschaft und den Angestelltenberufen tätig. Am stärksten ist unter den Herkunftsländern das ehemalige Polen mit 873 000 Zuwanderern vertreten. Dann folgen das Protektorat mit 150 000, Italien mit 132 000, die Niederlande mit 90 000, Belgien mit 87 000, die Slowakei mit 69 000, das ehemalige Jugoslawien mit 48 000, Dänemark mit 31000, Frankreich mit 25 000, Ungarn mit 21 000, die Schweiz mit 17 000 und sogar die Sowjet-Union mit 10 000 Arbeits­kräften. Rund 17 000 Arbeiter stammen aus den übrigen europäischen Ländern. Dabei handelt es sich nur um freie Arbeiter. Vor einigen Mo­naten wurde die Zahl der in der deutschen Wirt­schaft eingesetzten Kriegsgefangenen auf etwa 1,4 Millionen beziffert. In dieser zuletzt er­wähnten Zahl sind inzwischen einige Verschiebun­gen eingetreten: eine sehr erkleckliche Zahl neuer Kriegsgefangener ist hinzugekommen, französische Gefangene wurden zum Teil in ihre Heimat ent­lassen.

Es liegt in der Natur der Sache, daß es sich bei den meisten der neu eingestellten ausländischen Ar­beitskräfte um ein Provisorium handelt. Die technische Bewältigung dieses Provisoriums war nur möglich durch unsere ausgezeichnet eingearbet- teten Arbeitsämter, die auf Grund ihrer jahrelangen Erfahrungen im Inland auch den so viel schwierigeren Zustrom aus dem Ausland zu regulieren in der Lage waren; dank ihrer Mit­hilfe ist es auch gelungen, die Kriegsgefangenen nicht mechanisch einzusetzen, sondern ihre Befähi­gung an der zweckdienlichsten Stelle zu verwenden. Daß es bei einer Aufgabe, die in der Unterbrin­gung von insgesamt drei Millionen fremdsprach-

Präsidenten des Werberates der deutschen Wirtschaft Professor Dr. Hunke auch weiterhin in dessen Eigen­schaft als Leiter der Abteilung Ausland im Reichs­ministerium für Volksaufklärung und Propaganda sein persönlicher Referent bleibt.

Auf einer Kundgebung der NSDAP, in Schroda bei Posen übergab Gauleiter und Reichsstatthalter Greiser in einem symbolischen Akt an alle im Reichsgau Wartheland eingesetzten Umsiedler die Einbürgerungsurkunden und sprach den Män­nern der Umsiedlungskommission seinen besonderen Dank aus.

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In Asuncion wurde für den verstorbenen deut­schen Gesandten in Paraguay Dr. Hans Karl Bü­sing unter Erweisung militärischer Ehrenbezeu­gungen eine Trauerfeier abgehalten, an der die Spitzen der Militär- und Zioilbehörden sowie das Diplomatische Korps teilnahmen. Außenminister Argana gedachte in herzlichen Worten des verstor­benen Gesandten, der sich im langjährigen Wirken allseitige Wertschätzung und Freundschaft erworben habe und nun, fern der Heimat, vom Tode ereilt worden sei. Als Doyen des Diplomatischen Korps sprach der italienische Gesandte Dr. Toni.

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Der stellvertretende kroatische Staatsführer und Verteidigungsminister Marschall K v a t e r n i k ist nach mehrtägigem Aufenthalt in Deutschland wieder in der kroatischen Hauptstadt eingetroffen. Er be­gab sich zum Staatsführer Dr. Pawelitsch, um ihm Bericht zu erstatten.

lichen Arbeitskräften besteht, gelegentlich zu indwl- duellen Bemängelungen kommen kann, ist nicht verwunderlich. Das Gesamtproblem ist gemeistert worden. Die Persönlichkeit von Dr. Syrup, der sich seit langen Jahren auch schon während der Kri­senjahre 1930/33 mit dieser Aufgabe befaßt hat, gibt die Gewähr dafür, daß über dem Heute das Morgen nicht vergessen wird. Zunächst einmal wird Sorge getragen, daß die Beziehungen zwischen den Wanderarbeitern und ihrer Heimat nicht abreißen. Es wird für die Zukunft nicht an eine Seßhaft- machung dieser Ausländer (mit allen Unerquick- lichkeiten wie der sogenannten Unterwanderung oder einer unnatürlichen Vermischung von Völkern und Rassen) gedacht. In sehr vielen Fällen erfolgt die Beschäftigung ausländischer Arbeiter auf Grund von Staatsverträgen. Immer und überall aber wird dafür gesorgt, daß die Arbeitsbedingungen klar geregelt werden. Damit wird schon mancher Stein des Anstoßes" vorbeugend beseitigt. In vie­len, nicht in allen Fällen werden die ausländischen Arbeitskräfte von Deutschland etwas nach Hause nehmen: die Kenntnis produktiver Methoden, den Sinn für Ordnung und Reinlichkeit, den Begriff davon, wie sich eines zum andern fügt, wenn ein übergeordneter Wille sinnvoll waltet. Dr. Ho.

Aus aller Wett.

Frauenmörder Ogorzow hingerichlek.

Der vom Sondergericht Berlin als Volksschädling und Gewaltverbrecher zum Tode und zu dauern­dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Paul Ogorzow ist hingerichtet worden. Ogorzow hat in mehreren Fällen unter Ausnutzung der Verdun­kelung auf der 8-Bahn Frauen überfallen und aus dem fahrenden Zug geworfen. Er hat ferner auch in einem Laubengelände des Berliner Ostens mehrere Morde und Mord­versuche an Frauen begangen.

Im Glocknergebiet abgesiürzt.

Eine Seilschaft, die aus vier Many. bestand, wollte im Glocknergebiet in die Pallavicini-

PK. An der norwegisch-finnischen Grenze bei Boris Gleb.--Kirkenes am nördlichen Eis­

meer war seit Tagen ein Heerlager, die Transport­schiffe spien immer neue Truppen, immer mehr Waffen und Gerät aus, die staubenden Straßen und die Holzhäuser hallten wider von dem festen Tritt und frohen Gesang marschierender Kompa­nien, und das ewige Licht des arktischen Sommers ließ die emsige Zeit der Vorbereitungen als ein unaufhörliches Band fließen. Ueberall in der Tundra wuchsen die Biwakzelte zwischen Moor, Moos und Krüppelgehölz. In einem für das Laienauge ver­wirrenden Hin- und Herschieben der einzelnen Ein­heiten in einem denkbar schwierigen, wüsten, bei­nahe unbewohnten Gelände vollzog sich der Auf­marsch: Die Renntierdivision trat an. Wenn man die Länge und Gefahr der Transport­wege, den Zustand der insgesamt nicht mehr als zwei bis drei Straßen, die unvorstellbare Schwie­rigkeit der Unterbringung größerer Truppenver­bünde in der kahlen, felsigen, moorigen Einöde von Kirkenes in Erwägung zieht, so muß man diesen Aufmarsch als ein Meisterwerk präziser General­stabsarbeit ansehen. Keine Armee der Welt hätte uns das nachmachen können.

Jedes Fahrzeug, das zur Division gehört, trägt auf den Türen oder sonst an sichtbarer Stelle in leuchtend weißer Farbe einen schönen R,enntierkopf mit mächtigem Gehörn. Es ist das Tier dieser Breiten, mit dem wir im Winter so vertraut ge­worden sind. Aber nun erst, da es Erkennungs­marke und Talisman unserer Division und das Zeichen unseres Vormarsches geworden ist, ist es wirklich unser Tier.

Wie ging das Warten doch auf die Nerven! Es lag etwas in der Luft, man konnte es förmlich mit Händen greifen. Aber was war es? Der Soldat fragt nicht viel, er handelt. Vor einem Zeltlager in der Tundra fand ich einen Bataillonswimpel, auf dem der steirische Panther kunstvoll gestickt war, fürchterlich und feuerspeiend.Wann geht es los?" fragte ein blonder Krauskopf aus einer Zeltöffnung heraus.Ich weiß es auch nicht, Kamerad." Ent­täuschtes Gesicht: die ewige Warterei hätten sie alle gründlich satt; lieber dreißig Tage Vormarsch als noch einen einzigen Tag warten, und wenn das Warten auch noch so lustig sei, mit Biwak, Zieh­harmonika und Wäsche im Wildbach.

Aber nun ist dem Tatendrang abgeholfen. Es ist die kürzesteNgcht" des Jahres, denn die Sonne steht zur Mitternacht noch eine Handbreit höher als bisher. Als eine der Haupteinheiten der Streitkräfte des Siegers von Narvik ist die Renn­tierdivision in dieser Sonnwendnacht zum Aufbruch angetreten. Wie die birkengeschmückten Wagen einer

E i s r i n n e einsteigen. Hierbei stürzte der Führer der Seilschaft über den schmalen Eispfad und riß eine drei Kameraden mit in die Tiefe. Alle vier kürzten etwa 400 Meter tief ab. Den Rettungs­tationen Heiligenblut, Kals und Salzburg gelang es, die Abgestürzten zu bergen. Während drei von ihnen nur noch als Leichen aufgefunden wurden, konnte der vierte in schwerverletztem Zustande in das Kreiskrankenhaus Lienz übergeführt werden.

Polnische Schwerverbrecher hingerichlek.

Der 1886 in Pinnewitten (Kreis Kulm) geborene Franz Szczutkowski und der 1898 in Rüste c (Kreis Last) geborene Urbanski, die das Son­dergericht in Rostock wegen gemeinschaftlichen Mor­des zum Tode verurteilt hat, wurden hingerichtet. Die Verurteilten, zwei polnische Schwerverbrecher, haben 1923 in Mecklenburg fortgesetzt schwere Dieb­stähle begangen und einen Gendarmerie­beamten ermordet. Den Tätern gelang es

pfingstlichen Herrenpartie sieht die endlose Kette der motorisierten Vorausabteilung als ein fahrbarer Wald auf der Straße vor dem Schlagbaum der fin­nischen Grenze aus. Die Feldküchen rauchen, denn wir müssen hier einen halben Tag und eine halbe Nacht stehen, bevor es losgeht. Immer mehr junge Birken muß der dürftige Wald hergeben, um alle die Lkw.s und Pkw.s, die Zugmaschinen und die Kräder gegen Fliegersicht zu tarnen. Frohe Er- wartuyg kommender Ereignisse beseelt die Truppe, die Spitzenkompanie Gebirgsjäger weiß sich vor Stolz gar nicht zu fassen, daß sie aus all der vielen Bataillonen der Division ausgewählt ist, al- erste deutsche Soldaten den Gruß der Völkergemein­schaft über die Grenze des nun in gemeinsamem Kampf verbündeten Nachbarlandes zu tragen.

Aber die Nacht der Sonnwende ist kalt und grau. Nichts von goldener Mitternachtssonne. Wir stehen schon Stunden. Ein kühler Regenschauer fällt. Dax ist gut/ da bleibt wenigstens unser Schmuck schön und grün. Auf der Wiese hinter dem Straßengraben ist schnell aus ein paar Feldsteinen ein Feuerloch gebaut, und bald schart sich die lustige Landsknecht­schar um Feuer und Rauch. Die 95jährige Lappen­frau vom Grenzwärterhäuschen läßt sich auch an­locken; so etwas hat sie in ihrem langen Leben noch nicht gesehen. Ein Unteroffizier findet sich, der ihr in einem seltsamen finnischen Kauderwelsch unsere Komplimente zu Füßen legt. Da kichert sie in die tausend Falten ihres alten ledernen Gesichtes hinein und wünscht uns alles Gute. Hals- und Beinbruch, ja, das wünschen wir ihr auch, und Heil und Sieg und fette Beute.

Es wird spät und später. Die lange so geheim­nisvolle ZeitT" rückt heran. Der Wagen mit dem schwarz-weiß-roten Divisionsstander kommt. Die Uhr zeigt 2.15. Eine Trillerpfeife ertönt laut hallend. Diele, viele Motoren brummen auf. Kradstcherung setzt sich an die Spitze. Die Stabsoffiziere treten noch einmal mit Karten und Plänen an den Wagen des Generals.

2.30 Uhr. Auf die Sekunde pünktlich setzt sich die Vorausabteilung in Bewegung. Pak und Flak, Sä­ger und Pioniere, Krad und Artillerie: nur strah­lende, freudige Gesichter. Es geht los, es geht los! Unser Sommer ist endlich gekommen. 2.30 Uhr warI". Aber nun istT" nicht mehr die große Unbekannte. Unbekannt ist nichts mehr, auch nicht die Zukunft; was heute nochT" ist, wird morgen Sieh fein. Das weiß jeder Soldat, es spricht aus den Augen und aus der Haltung jedes Mannes. Die R e n n t i e r d i v i s i o n marschiert. Jir Freundesland hinein, dem Feindesland entgegen. Das Ziel dieser Nacht heißt Petsamo, der finnische Eismeerhafen, auf den die Sowjetunion so gern, die Hand legen wollte.

damals, noch Polen zu flüchten. Sie konnten nun­mehr festgenommen werden.,

Das Todesurteil

an zwei Verdunklungsverbrechern vollstreckt.

Der 1922 in Neuhaus bei Paderborn geborene Georg Hansmeier und der 1922 in Paderborn geborene Albert Huevelmeyer, die das Son­dergericht in Bielefeld als gefährliche Gewohnheits- Verbrecher, Volksschädlinge und Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hatte, wurden hingerichtet. Die Verurteilten hatten zahlreiche Einbrüche verübt und dabei die Verdunklung ausgenutzt. Sie führten Waffen mit sich und hatten auf einen Verfolger geschossen."

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bet Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unb Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft u. Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange K.l?. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.tz,

Fremde Arbeitskräfte in Deutschland.

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