ausahnen konnte. Aber die portugiesische Presie macht kein Geheimnis daraus, daß diese Freund- schaftsmissionen gerade erst durch die mittlerweile eingetretene internationale Entwicklung ihre wahre Bedeutung erhalten haben. Die Tragweite dieser Besuche, so schreibt das „Diorio d-es Lisboa", gehe wett über den Rahmen internationaler Höflichkeit hinaus, sie müßten als Demonstrationen reiner, gegenseitiger Freundschaft zwischen zwei Völkern gewertet werden, die die gleiche Sprache sprächen, deren Herzen im gleichen Takt schlügen, die in der Vergangenheit Hand in Hand gegangen seien und die auch Hand in Hand dem gleichen Schicksal entgegenschreiten wollten.
Wie die gesamte „Hemisphären-Theorie" Roosevelts, so hat auch die darauf gegründete Anmaßung des Präsidenten, daß sich die Vereinigten Staaten der portugiesischen Inseln im Atlantischen Ozean, dieser „Vorpostenstellung der westlichen Hemisphäre", bemächtigen müßten, sobald sie nach nord- amerikanischer Auffassung von den Achsenmächten bedroht seien, in Lissabon entschiedenste Zurückweisung gefunden. Schon in der Erklärung der portugiesischen Regierung vom 9. Mai, in der Ministerpräsident Salazar sich gegen jede Verletzung der Souveränität Portugals verwahrte, und in der Note, die nach der berüchtigten „Kaminplauderei" Roosevelts Washington übermittelt wurde, wurde mit größtem Nachdruck darauf hingewiesen, daß die portugiesischen Inseln.„nicht Gegenstand einer Bedrohung durch einen krieafüh- renoen Staat oder eine dritte Macht" gewesen seien. Die Lissaboner Presse drückte sich noch deutlicher aus. Die Inselgruppen, so schrieb „A Voz", seien von einer deutschen Bedrohung so weit entfernt wie der Mond von einer Besetzung durch die Amerikaner und „O Seculo" erklärte rund heraus: „Die portugiesischen Inseln im Atlantischen Ozean können nur durch die Kanonen englischer und amerikanischer Geschwader bedroht werden." Den wahren Charakter des „neuen, gefährlichen Imperialismus^ der Vereinigten Staaten aber enthüllte „A Voz mit der schonungslosen Feststellung: „Die Mißachtung, mit der das Oberhaupt der amerikanischen „Demokratie" sich über die Souveränität der kleinen * Völker hinwegletzt, ist typisch amerikanisch und liegt ganz in der Linie des Verfahrens, das die Vereinigten Staaten gegenüber Kuba, Panama und den Philippinen angewandt haben."
Island war damals von den amerikanischen Truppen noch nicht besetzt worden, sonst hätte das Blatt auch diese Insel mit aufzählen können. Aber das völkerrechtswidrige Vorgehen der Vereinigten Staaten gegen Island hat die Portugiesen lediglich in der Ueberzeugung bestärkt, daß die plutokratischen und imperialistischen Demokratien, die angeblich für die Rechte der kleinen Länder kämpfen, jeder- zeit bereit sind, sich über diese Rechte hinweazu- setzen, wenn ihnen dies in ihre Rechnung vaßt. Das portugiesische Volk weiß, daß die Macht bei den Engländern und Amerikanern liegt, aber es ist dennoch entschlossen, sein Recht, seine Souveränität über die Inseln, die seit Jahrhunderten portugie- sischer Besitz sind, bis zum Aeußersten zu oertet- folgen. „Wer die portugiesischen Inseln haben will, muß sie erobern", stellt „A Voz" knapp und klar fest. Die Truppenentsendungen nach den Inselgruppen haben daher in der letzten Zeit foemon- strativen Charakter angenommen. Bisher dürften etwa 25 OOO bis 30 000 Mann aller Waffenaat- tungen nach den Azoren und Kapverdischen Inseln geschickt worden sein. Weitere Transporte werden folgen. Die Befestigungsanlagen auf den Inseln sind in Verteidigungszustand versetzt worden. Zweifellos wird General Carmona während seines Aufenthaltes auf den Azoren sich durch persönlichen Augenschein von der Wirksamkeit der ergriffenen Abwehrmaßnahmen überzeugen.
Falls man sich — und Auslassungen nordameri- konischer Blätter lassen darauf schließen — in Washington etwa in der Hoffnung wiegen sollte, daß sich die portugiesische Regierung zu einem „Schutzvertrage" — nach dem Muster des isländischen Besetzungsabkommens — oder gar zu einem „Hilferuf" an die Amerikaner ober Engländer bereitfinden werde, so kann man dort diese Spekulation ruhig begraben. In Portugal regiert kein Jonosson, sondern Dr. Oliveira Salazar, dessen höchster Ehrgeiz es immer gewesen ist, seine Begriffe von persönlicher Anständigkeit und Ehre auch in der Politik durchzusetzen. Die Portugiesen werden kämpfen, sie werden in diesem Kampfe vielleicht unterliegen und dadurch vor aller Welt und vor der Nachwelt erneut die Parole bekräftigen, unter der General Carmonas Reise vor sich geht: „Aqui tambem e Portugal!" — „Auch hier ist Portugal!"
Von Portugal nach Portugal.
Carmonas Reise nach den Azoren.
Lissabon, 24. Juli. (Europapreß.) Der por- tugiesische Staatspräsident General Carmona bat, wie schon gemeldet, am Mittwochabend an Bord des Dampfers „Carvalho Araujo" feine einmonatige Reife nach den Azoren angetreten, durch die Portugal feine Souveränitätsrechte auf die atlantischen Inselgruppen und die Zusammengehörigkeit der Inseln und des Mutterlandes vor aller Welt bekräftigen will. Vor feiner Abreise gab der Staatschef eine Erklärung ab, in der er betonte, daß er nur „von Portugal nach Portugal" reife. Er fei sicher, daß er in den atlantischen Gebieten Portugals die gleiche starke, entschlossene und feste Vaterlandsliebe finden werde wie im Mutterland und im ganzen portugiesischen Reich. Die Presse widmet dem Präsidenten anläßlich dieser „Souveränitätsreise" — diese Bezeichnung wurde von dem portugiesischen Innenminister geprägt — herz- ‘ liche Begleitworte und unterstreicht erneut, daß es sich um eine Kundgebung der „nationalen, unzerstörbaren und dauernden Solidarität" handele.
Island unter angelsächsischem Terror.
Minderheit im eigenen Lande.
Kopenhagen, 24. Juli. (Europapreß.) Zur Sammlung aller in Skandinavien lebenden Isländer zum Kampf für die Befreiung des Vaterlandes von der Fremdherrschaft rufen im „Faedrelandet" zwei aus Island entflohene Anhänger der dortigen nationalsozialistischen Bewegung auf. Nach dem Bericht der beiden Isländer wurde unmittelbar nach foerAnkunftderenglifchenBefatzungs- truppen auf Island eine „schamlose Verfolgung der Partei und ihrer Mitglieder" eingeleitet, die fraglos inzwischen zu einem Verbot und der Auflösung der Partei geführt haben dürste. Einer wurde nach den Orkney-Inseln verschleppt und interniert. Doch gelang es ihm, auf einem dänischen Dampfer von den Inseln zu entkommen. „Wir haben unser Vaterland verloren", so erklärte er, „benn die englisch-norbamerikanische
Invasion macht die isländische Bevölkerung zur Minderheit im eigenen Land und muß katastrophale Auswirkungen für Sprache und Zukunft unseres Volkes mit sich führen. Darum kämpfen mir für ein freies Island und feine Zugehörigkeit zum Norden und den germanischen Völkern des Kontinents. Wenngleich heute die Brüder in der Heimt von einer aktiven Beteiliguna am Kampf für Islands Freiheit abaefchnitten find, so ist der Sieg doch gewiß", erklärten die beiden Isländer im „Faedrelandet"; Island müsse wieder befreit werden und einen würdigen Platz bei der kommenden Neuordnung Europas erringen.
Nordamerikanische „Humanität".
Die römische Presse zum Kaufmann-Plan.
Rom, 24. Juli. (Europapreß.) Der Vorschlag des Juden Kaufmann, die Vernichtung des deutschen Volkes durch Sterilisierung der Männer und Frauen nach dem Siege der Plutokraten durchzuführen, wird von der römischen Presse als Beweis dafür ange-
prangert, zu welch furchtbaren Ergebnlsien die Menschheit unter der Herrschaft der Juden und der Angelsachsen gelangen würde. Die nordamerikanische „Humanität" habe den Elektrischen Stuhl, die Gaskammer, das Verhör dritten Grades und andere „Köstlichkeiten" erfunden, und dies alles, um den Tod von Verbrechern „schmerzlos" zu machen. Diese „menschenfreundlichen" Betätigungen seien aber bisher nur gegenüber dem einen ober anderen Gangster angewandt worden, der es nicht verstanden habe, sich die Polizei wohlgesinnt zu machen. Nun werde aber diese Art der „nordamerikanischen Menschlichkeit" von den jüdischen Beratern Roosevelts sogar gegenüber einem ganzen Volke empfohlen. An diesem Vorschlag könne man aber abschätzen, was in einer Welt geschehen würde, in der Juden, Engländer, Nordamerikaner und Bolschewisten die Oberhand hätten. „Messaggero" meint, in jedem Ordnungsstaat würde ein gefährlicher Narr vom Kaliber des Juden Kaufmann von Staats wegen u n f ch ä d- l i ch gemacht. In USA. aber werde das Werk dieses Geistesgestörten unter staatlicher Förderung in Millionen von Exemplaren zur Schürung des Haffes gegenüber dem deutschen Volk verbreitet.
portugiesische Truppen für die Azoren.
Ministerpräsident und Kriegsminister Fr. Oliveiro Salazar nirtunt die Parade neu abruckender Truppen ab. — (Atlantic-M.)
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Der italienische Lust- und Seesieg im Mielmeer.
Oer italienische Bericht.
Rom, 24. Juli. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut:
Am gestrigen Tage war das mittlere Mitte l m e er der Schauplatz einer heftigen See- und Luftschlacht, die für unsere tapferen Mannschaften siegreich endete.
Bereits vom Morgengrauen an und den ganzen Tag über hatte die Lufterkundung die Bewegungen eines beträchtlichen feindlichen, von Schlachtschiffen, Kreuzern, Torpedobooten und Flugzeugträgern gesicherten Geleitzuges beobachtet und gemeldet, Der sich in West-Ost-Richtung bewegte. Der feindliche Schiffsverband wurde wiederholt von unseren Luftstreitkräften angegriffen, die ungeachtet der hef- tigen Luftabwehr und der zahlreichen Jäger dem Feind schwere Verluste zufügte. Es wurden versenkt: Ein Dampfer von 15 000 BRT. und ein Dampfer von 10 000 BRT., der mit Munition beladen war und in die Luft flog. Torpediert wurden: Ein Kreuzer von 10000 Tonnen vom Typ „Southampton" und ein Kreuzer von 8000 Tonnen. Bombardiert und getroffen wurden: Ein Schlachtschiff, ein Kreuzer, ein Torpedobootszerstörer, ein Dampfer großer Tonnage und ein nicht näher bezeichnetes Schiff. In verschiedenen Luftkämpfen wurden sieben feindliche Flugzeuge abgeschossen. Drei der unseren kehrten nicht zu ihren Stützpunkten zurück. Viele unserer Besatzungen kamen mit Verwundungen zurück. Bei kühnen Angriffen der Torpedoflugzeuge haben sich besonders die Mannschaften der Flugzeuge unter dem Kommando des Hauptmanns M a g a g n o l i und der Leutnante C i p r i a n i und Robene ausgezeichnet.
Anschließend in der Nacht haben leichte Einheiten unserer Marine in kühnem Angriffsgeist die britischen Schiffe angegriffen. Ein Schnellboot unter dem Befehl des Fregattenkapitäns Forza hat ein großes, nicht näher bezeichnetes Schiff versenkt, während ein anderes Schnellboot unter dem Kommando von Kapitänleutnant P a s c o l i n i einen Torpedobootszerstörer versenkte. Allen unseren Einheiten gelang es, sich aus dem Gefecht loszulösen und mit nur ganz leichten Schäden zu ihren Stützpunkten zurückzukehren. Die Rettung der Schiffbrüchigen
der versenkten feindlichen Schiffe ist im Gange. In der Nacht zum 23. Juli hatte eines unserer U-Boote mit Torpedos ein Schiff von großer Tonnage des gleichen Verbandes torpediert. Am 22. Juli haben feindliche Flugzeuge einen unserer Dampfer versenkt. Die gesamte Besatzung ist gerettet. Viele von ihnen sind verwundet.
In Nordafrika sowohl an der Front von Tobruk wie von So Hum fein Ereignis von Bedeutung. Die Luftwaffe der Achse hat die Anlagen von Tobruk sowie Ansammlungen englischer Kraftfahrzeuge in der Umgebung von Bir Habata bombardiert.
In O st a f r i f a haben feindliche Abteilungen gegen unsere vorgeschobene Stellung im Gebiet von Gondar einen Uederrumpelungsversuch unternommen. Sie wurden durch unser sofortiges Eingreifen in die Flucht geschlagen.
Am gestrigen Nachmittag haben feindliche Flugzeuge einen Einflug auf Travani unternommen. Die sofort in Tätigkeit tretende Bodenabwehr hat einen Bomber vom Typ Blenheim abgeschofsen. Ein Ueberlebender der Besatzung wurde gefangengenommen.
„Ein Tag des Ruhmes."
Rom, 24. Juli. (Europapreß.) „Gestern war ein Tag des Ruhmes für unsere Marine und Luftwaffe", so schreibt „Giornale d'Jtalia" zu dem großen Erfolg der italienischen Luft- und Seestreitkräfte. Drei Punkte müssen dabei hervorgehoben werden. Als erster: Wieder einmal ist der Beweis erbracht, daß im mittleren Mittelmeer Italien mit seinen Schiffen und Flugzeugen den Weg vom Atlantik nach dem Suez-Kanal beherrscht. Ferner haben Italiens Seeleute und Flieger aufs Neue ihren Mut und die Beherrschung ihrer Waffen bewiesen. Damit trägt Italien weiter seinen Teil an diesem Kampf bei. Endlich beweist der Erfolg die Güte der Zusammenarbeit zwischen Flotte und Luftwaffe. Dies ehrt in gleichem Maße die oberste Führung wie jeden ein- zelnen Mann." Italiens Reaktion auf den englischen Vorstoß, so schreibt „Tribuna", sei blitzschnell Erfolgt und von größtem Angriffsgeist beseelt gewesen. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, daß die bisher nur mit Vorsicht eingeschätzten englischen Verluste sich in Wirklichkeit als noch größer Herausstellen.
Unter Bewachung der GPU.
Wie die reichsdeutsche Kolonie aus Moskau abtransportiert wurde.
Wien, 25. Juli. (DNB. Funkspruch.) Gesandtschaftsrat Starke von der Presseabteilung der deutschen Botschaft in Moskau, der mit der reichsdeutschen Kolonie aus Moskau am Mittwochabend in Wien eintraf, gab dem Wiener DNÄ.-Vertreter eine Schilderung der Ereignisse bei Kriegsausbruch in der sowjetischen Hauptstadt.
Die Tatsache der Kriegserklärung wurde der Moskauer Bevölkerung erst in den Mittagsstunaen des Sonntags bekanntgegeben. Man hatte oen Eindruck, daß die Bevölkerung den Dingen fast teil- n a h m l o s gegenüberftanb. Die Mitglieder der deutschen Botschaft und das gesamte Personal wurden zunächst unter brutaler Mißachtung politisch- diplomatischer Gevflogenheiten in ihren Häusern interniert und unter ft arte Bewachung der GPU. gestellt. Am 24. Juni abends wurden die Reichsdeutschen schließlich in ein mit Stacheldraht umgeoenes und mit Maschinengewehrständen versehenes bolschewistisches Arbeitslager in Kustrowo übergeführt.
Nach Tagen der Ungewißheit erfuhren die Reichsdeutschen endlich, daß sie zur sowjetisch- armenisch-turkischen Grenze abtrans
portiert werden sollten. Während die aus Ber, lin nach der Sowjetunion heimkehrenden Sowjet- Bürger mit einem von der Reichsregieruna zur Verfügung gestellten Sonderzuge fuhren, alle erdenklichen Bequemlichkeiten genossen, und auch auf Kosten ber Reichsregierung verpflegt wurden, mußten die Reichsdeutschen aus der UdSSR, unter den widrigsten Begleiterscheinungen mit einem primitiv zusammengestellten Zug ber Holzklasse fürlieb nehmen. Sie durften den Zug nur selten verlassen. Ihre Lebensmittel mußten sie selbst kaufen. Die Verpflegung war völlig u n z u - reichend. Die sanitären Verhältnisse ließen stark zu wünschen übrig, so daß mehrfach Krankheiten auftraten. Am 6. Juli erreichten die Reichsdeutschen L e n i n t a r an der sowjetisch-armenisch-türkischen Grenze.
An die Reise durch die Osttürkei nach Ankara denken die Reichsdeutschen wohl noch lange und gerne zurück. Die türkische Regierung hat alles auf. geboten, um die Deutschen mit Autobuskolonnen über das armenische Hochgebirge in das Innere des Landes zu bringen. Von der Bevölkerung wurde die deutsche Kolonie aus Moskau überall herzlich
Faia Morgana aus USA.
Bon unserer Berliner Schriftleitung.
Die Machthaber in USA. und in England müssen der Welt gegenüber das dringende Bedürfnis füh» len, ihr durch die bolschewistische Partnerschaft stark belastetes Gewissen reinzuwaschen. Sie können es natürlich nur dadurch, daß sie Versprechungen machen, sich nach dem Kriege zu bessern, daß sie gewillt sind, sozusagen eine Welt aufzubauen, in der eitel Friede, Freundschaft und natürlich — ihre Geldsackinteressen herrschen. Für Amerikr wurde von Roosevelt der Unterftaatsfefretär Sunt, n e r Welles vorgeschickt, um der Weltöffentlich« kett Sand in die Augen zu streuen, sie von den schamlosen Uebergriffen Roosevelts in Jbero-Ame. rifa, von den katastrophalen Niederlagen der Sowjets und ber nach wie vor außerordentlich pre. kören Lage Englands abzulenken. Sumner Welle, hielt eine echt amerikanische Rede. Mit einer Impertinenz, die nicht nur uns auf die Nerven fällt, setzt er voraus, daß alle Länder der Erde nur darauf warten, daß Amerika endlich seine Mission der Weltverbesseruna und der Verbreitung einer allgemeinen Glückseugkeit antritt. Sumner Welle; fordert für ine Zett nach dem Kriege eine wirklich Abrüstung, damit ,Fie Welt im Frieden leben könne" und zum andern fordert er „bas natürlich Recht aller Völker auf wirtschaftliche Gleich b e r e ch t i g u n g". Mit einer Unverfrorenheit, die nicht mehr übertroffen werden kann, fuhr Welle, fort: „Solange ein Volk ober eine Regierung ei« Monopol über natürliche Hilfscmellen und Rohmaterialien innehat, die alle Völker benötigen, kann es keine Gerechtigkeit unb keinen ^rieben geben."
Seit bem Jahre 1933 hat der Führer nicht einmal, sondern fünfmal ausführliche Angebote gemacht, die Rüstungen der europäischen Länder zu begrenzen, gewisse Waffen ganz abzufchaffen unt die Anwendung anderer streng zu reglementieren. Der Führer hat weiter immer wieder darauf hin- gewiesen, daß es nicht anginge, daß ein Volk fast alle Güter ber Erde beherrscht ober kontrolliert, während die anderen vor der Tür stehen und höflich bitten müssen, von den Rohstoffen ber Welt auch ihren Teil abzubekommen.
Aber noch etwas: Sumner Welles kritisierte auch den Völkerbund, der versagt habe, weil ihn gewisse Mächte dazu benutzt hätten, ihre eigenen politischen und wirtschaftlichen Ziele burchzusetzen. Würde bas ber Vertreter einer Großmacht erklärt haben, deren Neutralität über jeden Zweifel erhaben ist, könnte man diesen Worten einiges Ge-
willkommen geheißen, in Ankara ebenso wie später 1 in Istanbul, wo vor allem die reichsbeutsche Kolonie zum Empfang erschienen war. In Istanbul gönnten sich die Reiseteilnehmer eine mehrtägige Erholungspause, die sie. auf dem dort liegenden, i erst kürzlich in Dänemark erbauten rumänischen j Dampfer „Befsarabia" verbrachten. In Istanbul j verließ auch ber deutsche Botschafter in Moskau, I Graf von der Schulenburg, die Reichsdeutsche Kolonie, um mit dem Flugzeug nach Berlin zurückzukehren. Der rumänische Gesanote in Moskau und frühere Außenminister Gafencu stieg in Sofia aus, um sich nach Bukarest zu bt« I geben. Interessant ist, daß mit dem Sonberzug auch eine Gruppe Reichsdeutscher fuhr, die mit dem Sibi- < rien-Expreß aus den Vereinigten Staa- t e n nach Europa kam.
lieber die Verhältnisse in Moskau selbst erklärte | Gesandtschaftsrat Starke, daß der Sowjetarbeiter auch heute noch zumeist von Kohl, Kohlsuppe unb Schwarzbrot lebe. Kleidungsstücke unb Schuhwerk verschlängen viel Geld, da ein Paar Schuhe 300 Rubel kosteten, was dem Monatseinkommen eines Bauarbeiters entspreche. Die Versorgungslage Mos. (aus dürfte sich inzwischen stark verschlechtert haben. Schon während des finnisch-sowjetischen Winterkrieges machte sich in Moskau, wie auch in den Provinzen ein starker Brotmangel bemerkbar, ber in noch ausgeprägterem Maße auf dem flachen Lande zu verspüren war.
Oer ehemalige Berliner Sowjet- botschaffer verschwunden.
Rom, 25.Juli. (Eurovapreß.) Der ehemalig Sowjetbotschafter in Berlin, Dekanosow, i]t, J pie der „Tribuna" aus Ankara gemeldet wird, zwar im Sonderflugzeug von Ankara nach Moskau a b-> ! geflogen, seitdem aber in der Sowjethauptftadt i nach seiner ersten Unterredung mit Stalin n i cht mehr gesehen worden. In diplomatischen Kreisen nimmt man an, daß Dekanosow von der GPU. auf Befehl Stalins verhaftet worden fei. Amerikanische Pressevertreter, die den Versuch gemacht j hatten, den ehemaligen Berliner Sowjetbotschafter | zu befragen, sind davon unterrichtet worden, daß Dekanosow augenblicklich nicht in der Lags sei, sie zu empfangen.
GowjetischerTruppenauSbildungSplatz überraschend genommen.
Berlin, 24.3uli. (LNB.) Eine deutsch- Aus- ] flärungsabteilung stieß am 23. Juli durch ein von Bolschewisten besetztes Waldgebiet in Richtung Leningrad vor unb brachte einen sowjetische» I Truppenausbildungsplatz mit Kasernen- | anlagen, Waffen und Fahrzeugkolonnen in deutsche Hand. Nach harten Kämpfen hatten deutsche Panzerspähwagen und Kradschützen die bolschewistische | Sicherung durchbrochen, drangen gegen den Uebungs- platz vor, auf dem gerade Rekruten Gefechtsdienst | hatten. Das überraschende Erscheinen der schnellen f deutschen Einheiten rief bei den Bolschewisten so große Bestürzung hervor, daß die Rekruten kopflos I in die deutschen Geschoßgarben hineinliefen. Wie l sich auf Grund von Oefangenenausfagen heraus- stellte, waren hier 15 - bis 16jährige Jungkommunisten aus Leningrad vor einigen lagen . zusammengezogen worden, um in aller Eile für । den Frontdienst ausgebildet zu werden.
Oer Vorstoß der Ungarn.
Budapest, 24. Juli. (Europapreß.) Der Chef | des Honvedaeneralstabes gibt am Donnerstag bekannt: „Unsere Truppen stießen in den letzten Tagen unter ständigen Nachhutkämpfen mehrere | Hu nbert Kilometer o ft m ä r t s vor. Schwere k Kämpfe wurden mit dem Feind ausgefochten, dec I am Bug Nachhut st eUungen bezogen hatte und sich zäh verteidigte. Im Verlaufe dec Kämpfe machten wir viele Gefangene. Der Verlust > des Feindes an Toten unb Verwunbeten ist noch • größer als bie Zahl ber Gefangenen. Wir haben 12 gebrauchsfertige Geschütze, einen Kampfwagen und eine noch nicht zu übersehene Zahl von Maschinengewehren erbeutet, unsere Verluste waren gering- Der persönliche Mut einzelner Unterführer hat besonders wertvolle Erfolge gezeitigt."


