Ausgabe 
25.6.1941
 
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rtt.M Zweiter Blatt

Mittwoch. 25. Zuni Ml

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefien)

Ständige Grenzverletzungen

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die Festsetzung

Die Technik Komintern in bieten verläuft

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der illegalen Zersetzung durch die den von Deutschland besetzten Se­in der Form ähnlich wie oben be-

von 10 Jnf.-Div. *unb 2 Pz.-Brig. versammelt. Dar­aus geht hervor, datz sich jeden Augenblick ein: un­geheure sowjetrussische Truppenmacht, die in vier

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Berlin, den 20. 6. 41. Oberkommando der Wehrmacht W. F. St/Abt. L. (l Op.) Nr. 001161/41 g. K.

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vorstoßend, d i e Verbindung mit der jugo­slawischen Wehrmacht aufzunehmen, sowie die deutschen Balkankräfte von ihren Nachschub­linien a b z u s ch n e i d e n. Die Voraussetzungen für einen angriffsweisen Einsatz wurden geschaffen, grenznahe Flugplätze angelegt, Dersorgungsbasen geschaffen, Panzerverbände herangeführt, die rück­wärtigen Verbindungen verbessert und zahlreiche Vormarschmöglichkeiten durch das Gebirge zur Grenze geschaffen. Nur durch die schnellen und ent­scheidenden deutschen Waffenerfolge wurden diese Pläne durchkreuzt.

Wie ein roter Faden zieht sich durch die Jahre 1940 und 1941 eine ununterbrochene Kette von Verletzungen der deutschen Hoheitsgrenze durch die sowjetrussische Luftwaffe. So ist allein im Mo­nat Mai 1941 die deutsche Grenze von svwjetrussi- schen Flugzeugen 27mal überflogen worden. Auch die Grenzverletzungen durch sowjetrussische Soldaten lebten mit Beginn des Jahres 1941 wieder auf und nehmen allmählich unerträgliche Formen an.

Ein eindringliches Bild der außerordentlichen sowjetrussischen Truppenzusammenziehungen an der Westgrenze gibt die nachstehende Aufstellung:

1. 9. 39: 44 Schützen-Divisionen, 20 Kavallerie- Divisionen, 3 motorisierte und Panzer-Brigaden (zu­sammen etwa 65 Divisionen).

28. 11. 39: 76 Schützen-Divisionen, 21 Kavallerie- Divisionen, 17 motorisierte und Panzer-Brigaden (zusammen etwa 106 Divisionen).

1.5.1941: 118 Schützen-Divisionen, 20 Kavallerie- Divisionen, 40 motorisierte und Panzer-Brigaden, zusammen zirka 158 Divisionen.

Das Oberkommando der Wehrmacht hat angesichts dieser Truppenoerstärkungen der Roten Armee nach und nach erhebliche Kräfte an die deutsche Ostgrenze verlegen müssen. Diese Umgruppierung ist unmittel- bar und ausschließlich durch den bedrohlichen sowjet-

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Die gegen Deutschland gerichteteZersetzungsarbeil der UdSSR.

Oer Bericht des Reichsministers des Innern und des Reichsführers ff und Chefs der Deutschen Polizei an die Reichsregierung.

Berlin, 25. Juni. (DNB ) Der Chef der Sicher­heitspolizei und des SD. IV E. L. 17/41 gRS. er­stattet am 10. Juni 1941 einen Bericht an den Reichsführer jf und Chef der Deutschen Polizei, dem wir folgendes entnehmen:

Die zersetzende Tätigkeit der kommunistischen Internationale bis zum Abschluß des deutsch-sow­jetrussischen Konsultativ- und Nichtangriffspaktes vom 23. 8. 1939 gegenüber den Achsenmächten, insbesondere gegen das nationalsozialistische Deutsch­land, ist allgemein bekannt. Die Hoffnung, Sow- jetrußland würde sich nach Abschluß dieses Paktes entsprechend den Dertragsabmachungen loyal ver­halten und die Wühlarbeit gegen das Reich ein­stellen, war trügerisch. Im Gegenteil: Kom­munistische Zersetzung, Sabotage- und Terrorver­suche und äußerste Forcierung des militärischen, wirtschaftlichen und politischen Nachrichtendienstes waren die unverrückbaren jedoch erkannten Ziele der sowjetrussischen Machthaber. Das ein­zige, was man geändert hatte, war die Me­thode, die durch stets neue Formen und raffi­nierte Tarnungen der Abwehr dauernd neue Auf­gaben stellte.

I. Aufbau und Zielsetzung der Komintern

Die kommunistische Internationale (Komintern) ist die sowjetrussische Organisation (Sitz Moskau) mit dem Ziel (§1 des Statuts):Die kommunisti- chen Parteien aller Länder zu einer Weltpartei zu vereinen, für die Gewinnung der Arbeiterklasse sowie die Grundsätze des Kommunismus und der Diktatur des Proletariats zu kämpfen." (Noch heute gehören S ta l i n als 1. Sekretär der Kommunistischen Partei der SU. dem Präsi­dium des Erekutiokomitees der Komintern an, ebenso wie Molotow, ferner der deutsche Emigrant Pieck als Vertreter der deutschen Sektion der kommunistischen Internationale, der französische Kommunistenführer T h o r e z und als Vorsitzender der aus dem Reichstagsbrand bekannte bulgarische Terrorist D i m i t r o f f.

Mit einem intensiven Aufwand an Menschen unb Geld wurde gerade während des Krieges die Wühlarbeit der Komintern gesteigert. Ganz

schrieben. Bereits vor der Besetzung der ehemaligen Tschecho-Slowakei war die Kommunistische Partei sehr rege, die aber vor allem nach Errichtung des Protektorats in ihrer Illegalität voll zur Aus­wirkung gelangte. Die Verbindung mit der Komin­tern und die Ueberwachung und Leitung der Partei­arbeit wurde durch das Generalkonsulat der UdSSR, in Prag aufrechterhalten und durchgeführt. Als Verbindungsmann zum fowjetrussischen Gens-

zahlreiche motorisierte, 3 Pz.-Div., 12 Pz.-Brigaden und 7 Kav.-Dw. umfußt, von Osten und Südosten her gegen Ostpreußen und gegen das Mündungs­gebiet von Bug und Narew nördlich Warschau in Bewegung setzen kann.

Ein solcher Angriff kann nach den vorliegenden Meldungen über die Belegung der sowetjrussischen Flugplätze nördlich der Pripet-Sümpfe von nahezu 2000 Flugzeugen unterstützt werden.

Daß auch an der gesamten übrigen Ostfront die sowjetrussischen Kräfte in ähnlicher, wenn auch nicht solch ausgesprochener Masse konzentriert sind, wurde dem Auswärtigen Amt schon am 11. Mai eingehend erläutert. In den letzten Wochen hat sich das Lage­bild über den Aufmarsch der Sowjettruppen nur insofern geändert, als in Südbessarabien ausschließ­lich schnelle Kräfte (Panzer-Div. und -Brigaden sowie motorisierte und Kav.-Div.) verlamMelt sind, wie eindeutig auf offensive Absichten schließen läßt.

Abschließend muß das Oberkommando der Wehr­macht feststellen, daß eine derartige militärische Situation einem Staate gegenüber, mit dem ein Freundschaftspakt besteht, als einzigartig zu be­zeichnen ist. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß Sowjetrußland diesen Pakt seit Monaten nur mehr als eine Sicherung betrachtet hat, um mög­lichst ungestört im Sinne Englands den gewaltigsten militärischen Aufmarsch seiner Geschichte gegen Deutschland zu vollziehen. Die Sicherheit des Rei­ches macht es erforderlich, diese Bedrohung unver­züglich zu beseitigen.

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht.

I. A. gez. Jodl.

(Europa wurde mit Aufrufen und Weisungen der einzelnen Ländersektionen überschüttet mit dem Ziel, die Anhänger der kommunistischen Ideologie zu angestrengtester und ausdauerndster Zersetzungs­arbeit gegen denimperialistischen Krieg Deutsch­lands" anzufeuern, nicht zuletzt, um durch diese Steigerung der Aktivität die für die Sowjetunion vermuteten nachteiligen Wirkungen des Paktab­schlusses mit dem nationalsozialistischen Deutschland auszugleichen.

II. Oie neue Methode der illegalen Zersetzungsarbeit.

Infolge der rücksichtslosen Bekämpfung und Ver­nichtung der Kommunistischen Partei von 1933 an als notwendige Folge der kompromißlosen Kampfstellung des Nationalsozialismus waren in der Zeit vor dem Paktabschluß sowohl die schärf­sten Bemühungen der Komintern vom Ausland her, als auch die überwachte Arbeit kleinerer Restbestandteile der KP., mit ihren AM. und BB- Gruppen (AM = Abteilung für Militärpolitik) (BB = Betriebsspionage) umsonst. Dem gesteigerten Druck der polizeilichen Abwehr gegenüber antwor­tete die Komintern mit methodischen Anweisungen einer verfeinerten Zersetzungstaktik. Durch fort­laufende Beobachtung wurde festgestellt, daß in den europäischen Ländern die Verbindungsstellen der Komintern erneut stark ausgebaut wurden mit dem alleinigen Ziel, die zersetzende und nachrichtendienst­liche Tätigkeit nach Deutschland zu steigern. Eine Hauptverbindungsstelle bei der schwedisch-kommu­nistischen Partei in Stockholm ist eine der rührig­sten und gefährlichsten Einsatzzentren der Komin­tern. Zur Arbeit gegen das Reich wurden ehemalige deutsche kommunistische Spitzenfunktionäre, die in langjähriger Ausbildung in Moskau und anderen Städten Europas geschult waren, bevorzugt benutzt. Sie wurden erstmalig im Jahre 1939 in das Reich eingeschleust. Einem der Gerissensten gelang es, in umfassender Weise mit den von früher her bekann­tem Genossen in Berlin in Verbindung zu kommen und in systematischer Arbeit in Berliner Großbe­trieben, in denen wehrwichtige Arbeit durchgeführt wurde, erneut kommunistische Betriebs­

Geheime Kommandosache.

Betr.: Sowjetrussische Grenzverletzungen. -

An das Auswärtige Amt

z. H. Herrn Botschafter Ritter.

Am 17. Juni 1941 um 8.25 Uhr überschritten be­waffnete russische Soldaten im Abschnitt des deut­schen VI. AK. östlich der Romintener Heide bei Eiszeryszki (15 Kilometer westl. Kalvarija) die rus­sische Grenze und bewegten sich sichernd auf deut­schem Gebiet. Als deutsche Posten Gewehrschüsse auf die russischen Soldaten abgaben, nahmen sie Deckung. Nach einem kurzen Feuergefecht zogen sich dann die Russen wieder aus ihr Gebiet zurück.

Dieser Vorfall ist im Zusammenhang mit dem gerade gegenüber Ostpreußen besonders massierten Aufmarsch sowjetrussischer Kräfte ein erneutes An­zeichen für die provokativen Absichten Sowjetruß­lands. Seit 11. Juni d. I. sind allein gegenüber dem Grenzabschnitt SuwalkiMemel 20 Jns.-Div., zwei Pz.-Div. und 5 Pz.-Brigaden einwandfrei festge- stellt. In dem weit nach Westen vorspringenden Bogen um Bialystok sind 19 Jnf.-Div., 7 Kav.-Div., 1 Pz.-Div. und 5 Pz.-Brigaden zusammengezogen. Dahinter um Baranowitschi ist eine Reserve-Armee

Der sowjetrussische Aufmarsch gegen Deutschland.

Oie Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht über die geheimen militärischen Vorbereitungen der' LldGGR

die N entiuertf r Handes Uchtes £ Wanne braM * inheE d us l den.

'NB. Berlin, 24. Juni.

Oberkommando der Wehrmacht.

ßeft / Abt. L (1 Op.) F. H. Qu., den 13.1.1941. $r. 00 110 2/41 g. Kdos. Geheime Kommandosache tetr.: Sowjetrussische Grenzverletzungen.

An das Auswärtige Amt z. Hd. Herrn Botschafter Ritter.

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russischen Aufmarsch veranlaßt worden. Der Be­drohung, die aus dem Aufmarsch der fowjetrussi­schen Armee für Deutschland erwächst, entspricht der in ihr hochgezüchtete deutschfeindliche Geist, der dau­ernd geschürt und mad)gehalten wird durch eine feindselige Propaganda. Hierfür liegen zahllose Nachrichten auch von befreundeten und neutralen Beobachtern vor. Daraus ergibt sich, daß der Auf­marsch der Roten Armee im wesentlichen als abge­schlossen angesehen werden muß. Denn von ins­gesamt 170 Schützen-Divisionen, 33% Kavallerie- Divisionen, 46 motorisierten und Panzer-Brigaden befinden sich im westlichen Grenzgebiet: 118 Schüt­zen-Divisionen, 20 Kavallerie-Divisionen, 40 motori­sierte und Panzer-Brigaden, im übrigen euro­päischen Rußland nur 27 Schützen-Divisionen, 5% Kavallerie-Divisionen, 1 motorisierte und Panzer- Brigade, im Fernen Osten lediglich 25 Schützen-Di­visionen, 8 Kavallerie-Divisionen, 5 motorisierte und Panzer-Brigaden.

Es ergibt sich also das Bild, daß der russische Auf­marsch immer näher an die Grenze vor­geschoben worden ist. Die einzelnen Verbände des Heeres und der Luftwaffe haben in sich nach vorn aufgeschlossen: grenznahe Flugplätze sind mit starken Verbänden der Luftwaffe belegt worden. Die Erkundungstätigkeit hat auffallend zugenommen und ist teilweise durch höchste Offiziere mit großen Stäben ausgeführt worden. Alle diese Tatsachen, verbunden mit dem in der russischen Wehrmacht ge­züchteten Vernichtungswillen gegen Deutschland zwingen notwendig zu dem Schluß, daß die Sowjet­union sich bereit macht, in jedem ihr geeignet schei­nenden Augenblick zum Angriff gegen das Groß- deutsche Reich anzutreten.

Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Gez. Keitel.

union bis zum 28. 11. 39 diese Truppen um 47 Divisionen und motorisierte und Panzerbrigaden verstärkt auf 76 Schützen-Divisionen, 21 Kavallerie­divisionen und 17 motorisierte und Panzer-Bri­gaden. Trotz der Beendigung des Polenfeldzuges wurden die Verstärkungen in großem Umfange fort­gesetzt. So tarnen dis zum 12. 3. 40 mindestens wei­tere 16, wahrscheinlich sogar 25 Divisionen und mo­torisierte Brigaden neu hinzu. Die Gesamtstärke der lowjetrussischen Truppen im westlichen Grenzgebiet betrug danach Mitte März 1940: 86 bis 95 Schützen- Divisionen, 22 Kavallerie-Divisionen und 22 motori­sierte und Panzer-Brigaden.

Nachdem anfänglich die Zusammenarbeit der deut­schen und sowjetrussischen Stellen an der neuen @ren,3e im früheren Polen scheinbar förderlich und reibungslos vor sich gegangen war, kam es im Win­ter 1939/40 immer häufiger zu ernsten Zwi­schenfällen. Diese Zwischenfälle enthüllten eine ausgesprochene Abneigung und deutschfeindliche Ein­stellung der sowjetrussischen Grenztruppen. Ihr Ver­halten war völlig unbegründet, da man deutscher­seits offen seine friedlichen Absichten zeigte und sich um ein friedliches Zusammenleben an der Grenze bemühte. Während die deutschen Grenzverletzungen sich meist als geringfügig und immer als unbeabsich­tigt erwiesen, waren die sowjetrussischen Grenzver­letzungen viel zahlreicher, ungleich schwerer und hatten häufig Todesfälle auf deutschem Gebiet zur Folge. Erst auf ernstliche Vorstellungen der deut­schen Reichsregierung hin, sind die sowjetrussischen Grenzverletzungen wenigstens zeitweise zurückge- gangen.

Bei der Besetzung der Baltischen Staaten durch Sowjetrußland war durch Verträge eine Höchststärke der Besatzung von insgesamt 70 000 Mann vereinbart worden. Diese Zahl ist zunächst nicht einmal erreicht worden. So war die Stärke der Besatzungsarmee am 28. 1. 39 53 000 Mann und am 1. 2. 40 57 500 Mann. Die Besetzung ging widerstandslos vonstatten jauch in der weiteren Be­satzungszeit ist es in den besetzten Gebieten niemals zu einem Zustand gekommen, der eine Erhöhung der sowjetrussischen Besatzungszahlen militärisch er­forderlich gemacht haben würde. Trotzdem ging die Sowjetunion, nachdem sie die drei Länder völlig einverleibt hatte, daran, diese Gebiete mit einer über st arten Truppenmacht aller Waf­fengattungen zu besetzen. Im Frühsommer 1940 hatte die Belegung eine Gesamtstärke von rund 250 000 Mann erreicht: zur Zeit stehen schätzungs­weise 650 000 Mann in dem Gebiet der früheren baltischen Staaten. Eine weitere schwere Bedrohung Deutschlands stellte der Aufmarsch starker russischer Kräfte an der russisch-rumänischen Grenze dar. der im Oktober 1940 begann. Als im September 1940 auf Wunsch der damaligen rumänischen Regierung die Entsendung einer deut­schen Militärmission nach Rumänien erwogen und später durchgeführt wurde, benutzte die Regierung der UdSSR, diesen Umstand zum Anlaß, erhebliche Truppenmengen des Heeres und der Luftwaffe in Bessarabien und in der Bukowina an der rumäni­schen Grenze zusammenzuziehen und dort zu be­lassen. Aufgabe dieser Kräfte war zunächst, durch Ausübung eines Drucks auf die Balkanstaaten den deutschen Einfluß auf dem Balkan zu mindern und die auf friedliche Durchführung gerichteten Absichten Deutschlands auf dem Balkan zunichte zu machen. Seit dem immer stärker werdenden Auftreten eng­lischer Kräfte in Griechenland bestand jedoch die Aufgabe der an der rumänischen Grenze versam­melten russischen Kräfte offensichtlich darin, bei der nach dem Putsch in Belgrad vom 27. März 1941 unvermeidlich gewordenen bewaffneten Ausein­andersetzung einzugreifen und, in westlicher Richtung

Geheime Kommandosache.

Berlin, den 11.6.1941.

rkommando der Wehrmacht

url. Nr. 212/41 g. Kdos. Chefs

Chefsache. Nur durch Offizier!

In die Reichsregierung, über den Herrn Reichs­minister des Auswärtigen.

las Oberkommando der Wehrmacht hat die ^echsregierung fortlaufend darüber unterrichtet gc» tlen, wie sehr die militärische Haltung Sowjet- 7-f.ands in wachsendem Maße einen bedrohlichen Hc ratter angenommen hat. Wenn die politische Mung der Sowjetunion ein wechselndes Gesicht »(te und die Erfüllung der Verträge auf rvirt- llichem Gebiet im mefenHüben keine Deran- l!rng zu Beanstandungen gab, so hat sich doch in- ^ichen klar erwiesen, daß die militärischen Maß- kl-hmen der Sowjetunion eindeutig auf die Vor - eitung eines Angriffs auf das Deutsche «tijh eingestellt sind. Diese Entwicklung, die zu eii-m Großaufmarsch d er Roten Armee Din Schwarzen Meer bis zur Ostsee ge- bit hat, stellt sich wie folgt vor:

Um die Jahreswende 1939/40 bestanden noch klki» Besorgnisse für die Sicherheit der deutschen vürenze. Die Sowjetunion hatte bei der Liquidie- inj Polens eine äußerlich freundschaftliche Haltung fliegt. Bereits Anfang 1940 mußte jedoch mit Be- Inarben festgestellt werden, daß die Sowjetunion

nur ihre Westgrenze stark zu befestigen begann, b-S sie nicht nur die bekannte tote Zone entlang br »Grenze schaffte und die Verlegung der ui 1 u ft r i e in das Innere einleitete, sondern Daß ft ii immer steigendem Maße eine Verstärkung bi Grenztruppen vornahm.

äm 1. 9. 39 hatten in dem Gebiet westUS. der öi Archangelsk Kalinin Poltawa-Westspitze tin gestanden: 44 Schützendivisionen, 20 Kavaue- kii-Äivisionen und 3 motorisierte und Panzer-Briga-

Aus Anlaß des Polenfeldzuges hat die Sow,et-

zellen aufzuziehen, um die Belegschaft zu zer­setzen und sie zur Sabotage anzuleitep und dabei gleichzeitig Betriebsspionage auszuüben. Um die zum Einsatz gelangenden Spitzenfunktionäre, wie z. B. Arthur E m m e r l i ch , geb. 20. 9.07 in Nie­derwiesa, oder Willy Gall, geb. 3. 10. 1908 in Falkenstein (Vogtland), oder Rudolf H a l l m e y e r, geb. 3. ?. 08 in Plauen, oder Heinrich Schmeer, geb. 20. 3. 1906, gegen Zugriffe der Sicherheits­polizei (SD) weitgehend zu schützen, wurden sie über die vermutliche polizeiliche Arbeitsweise geschult. Die Schulung wurde durch den hier bestens bekannten Kommissar der GPU. Dmitrij Fedosejewitsch Kry- l o w betrieben. DM-von den obengenannten Spitzen­funktionären ausgebab^? Organisation arbeitete über eine inzwischen in Hamburg fest eingebaute Kurier­stelle über Kopenhagen, Stockholm nach Moskau mit dem Ziel, gegen Erhalt von Geldmitteln und Wei­sungen über den wichtigsten Fabrikations- und Pro- duktionsstand neuartigster Waffen in Deutschland zu berichten. Der Draanifation oblag auch die lau­fende Herstellung zersetzender Flugblätter. Aus dem zuletzt Ende Mai 1941 an Emmerlich gelangen­den Befehle der Komintern aus Moskau ist auf­fallend ersichtlich, daß gerade für die nächsten zwei Monate die Entsendung einer größeren Zahl wei­terer Instrukteure, aufgegünbert nach den einzelnen Gauen des Reiches, vorbereitet und in Durchfüh­rung begriffen war. Da die fortlaufende Beobachtung durch den Umfang der Organisation nicht mehr in der Lage war, tatsächliche Schäden zu verhindern, erfolgte Ende Mai 1941 rechtzeitig der Zugriff unb

F. H Qu., den 1. März 1941.

Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit, daß i den Monaten Januar und Februar wiederum, c gesehen von dem im Schreiben vom 13.1. erwähn- in Falle, an den verschiedensten Stellen der Demar- Mitionslinie sowjetrussische Grenzüberflüge statt- Dnden. Meldungen liegen insbesondere aus der Ge- enb ostw. Cholm unb Ostrolenka vor. Da in biefer t?genb bie beutsch-russische Jnteressengrenze durch Im Bug besonbers beutlich gekennzeichnet unb baher ne Orientierung aus ber Lust sehr leicht ist, ist bas ßiertommanbo ber Wehrmacht nunmehr zu ber Überzeugung gelangt, baß es sich bei ben Grenz- [ vrletzungen um bewußte Provokationen nbelt. In biesem Zusammenhang wirb auch auf bem Auswärtigen Amt bekannten Steuerungen jetrussischer Offiziere über deutsch-russische Span­ngen hingewiesen, bie in ihrer haßerfüllten Art r deutschfeindlichen Propaganba nicht nur in ber ssischen Wehrmacht, fonbern auch im russischen lke Vorschub leisten. Das Oberkommanbo ber ehrmacht weist auf den Ernst ber hierburch mög- ermeife entstehenden Folgen hin. Die deutsche stwasfe ist nach wie vor zur äußersten Zurück- [tung angewiesen worben.

Der Chef des Oberkommanbos ber Wehrmacht. Im Auftrage: (gez.) Jobl.

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F. H. Qu., 6. Mai 1941.

Der Obltn. b. R. Dollinger, Leiter ber Kartenstelle bu 291. Jnf.-Div., hatte ben dienstlichen Auftrag, irt bem Gefr. Gießen ber Div.-Kartenstelle bie burch Adensicht unb durch bie russischen Beobachtungs- Irme eingesehenen Räume zu überprüfen unb inau festzulegen. Bei Ausübung biefer Tätigkeit in c Nähe des Grenzgrabens wurde Obltn. Dollinger u 25.4. 41, um 16.30 Uhr, im Raum nordostwärts art Ramutten von einem russischen Posten beschos- r. Obltn. Dollinger und der Gefr. Gießen nahmen )|ort Deckung, stellten Uhrzeit und genauen Aus- haltsort fest und setzten daraus ihre Erkundun- , nunmehr allerdings in mehr als 100 m (Ent- nung von ber Grenze, fort. Einem in ber Nähe inblichen Beamten der Grenzoufsicht, der durch Schuß auf den Vorfall aufmerksam gemacht i, Hot Obltn. Dollinger ben Vorfall sofort mit» ! feilt. Obltn. Dollinger, bem ber Verlauf ber rtienje genau bekannt war, befanb sich einwandfrei ov deutschem Gebiet. Genaue Lageskizze wird bei» jrügt.

Das Oberkommando der Wehrmacht muß aus hii| en Tatsachen in Verbindung mit den zahlreichen |t fortwährend noch steigernden Grenzüberflügen 6i: Ueberzeugung gewinnen, daß die sowjetrussische i^tresleitung alle ihr zur Verfügung stehenden Auf- flfcungsmittel systematisch einsetzt. Wenn auch die [Mkorbnungen des Oberkommandos der Wehrmacht, Mige Zurückhaltung zu bewahren, nach wie vor -mrechterhalten werden, so muß das Oberkommando ki Wehrmacht Hoch nachdrücklichst darauf Hinweisen, M sich aus dem Grade des Spannungszustondes ki nunmehr vorliegt, jederzeit bewaffnete Zusam- AeAstöhe, auch größeren Umfangs, entwickeln Ihnen.

)er Chef des Oberkornrnndos der Wehrmacht. Im Auftrage: (gez.) Jodl.

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. Nachdem bereits im Herbst des vergangenen Jah- i>5 vereinzelt Flugzeuge ber UbSSR. bie lemarkationslinie nach Westen in großer Höhe verflogen, teilt bas Oberkommanbo ber Wehrmacht rit, baß neuerbings am 10. 1.1941 bei Wojciecho- rice eine fremde Maschine bis tief über deutsches I (ebiet einflog. Flughöhe ca. 1200 m. Gestalt und Abzeichen ließen einwandfrei erkennen, daß es sich im ein Flugzeug der UdSSR, handelte. Das Ober- I mmanbo ber Wehrmacht wirb von Gegenmaß- ribmen zunächst absehen, hat aber Anweisung er» iitlt, etwaige weitere Grenzverletzungen fortlaufenb il melben. Das Auswärtige Amt wird von hier kitsprechend unterrichtet.

, Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Im Auftrag: (gez.) Warlimont.

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