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Tageskalender für Mittwoch. Oeffrntkicher Vortrag der Universität issenschastlichen Institut: 20 bis 21.30
sonderung des Magensaftes erhöhen und den Darm beeinflussen, die Stoffe so aufzunehmen, daß sich ihre Heilkräfte im Körper voll auswirken können, weshalb man den getrockneten Blüten auch andere Heilteearten zufügt, um dadurch ihre Wirksamkeit zu steigern. Auf eine Tasse Wasser rechnet man einen Teelöffel Blütentee, und man läßt 10 Minuten ziehen. Trocknen soll man die Blüten der Königs- kerze ohne die Kelche und sammeln — wie alle Heil- teekräuter — nur bei trockenem, warmem Wetter.
„Wer Salbei baut, den Tod kaum schaut!", heißt ein alter Spruch, und es steckt denn auch ein gutes Stück Wahrheit darin. Beim Salbei sind die Wirkstoffe — ein ätherisches Oel, Harze, Gerb- und Bitterstoffe, Kalk usw. — ausschließlich in den Blättern enthalten, wobei der Gartensalbei dem wilden, auf den Wiesen blühenden Salbei vorzuziehen ist. Zubereitet wird der Tee ebenso wie der Wollblumentee, und als wirksam erweist er sich seiner keimtötenden Eigenschaften wegen vornehmlich als Gurgelwasser bei Erkrankungen der Mundhöhle, des Rachens und des Zahnfleisches. Salbeitee besitzt jedoch noch eine wichtige Eigenschaft: er wirkt beruhigend auf die leicht erregbaren Organe der Schweißabsonderung ein, wodurch sich die oft so quälenden und den Körper schwächenden Nachtschweiße hemmen Und bekämpfen lassen. Salbeiblätter tun außerdem auch in der Küche gute Dienste: sie geben der Suppe einen würzigen Beigeschmack, schmecken gut, wenn man sie Hammelfleisch, Bratensoßen oder grünem Gemüse — be- sonders Spinat, oder spinatähnlichen Gemüsen — beimischt, und eignen sich zudem als Essigzusatz.
Wer sich seine Heilkräuter selbst sammelt, darf nicht vergesien, daß Geschmacks- und Heilwert sehr durch die Art der Trocknung beeinflußt werden, und daß die Voraussetzung hierzu ist, daß das Sammelmaterial immer nur auf einer peinlich reinen Unterlage in dünner Schicht, im Schatten und in einem luftigen Raum ausgebreitet wird und gründlich, d h. bis zum völligen Brüchigwerden austrocknen muß.
Hand.
Das war wohl so, als wäre ein Wunder schehen: es gab auf einmal wieder Blumen in
verdunkelungszett
25. Juni von 21.49 bis 4.59 Uhr.
Minister Tau
voreilig
So endete eine Fahrt ins Grüne!
Jo, wenn man sich mit Hühneraugen auf den Weg macht, sollte man lieber vorherElasto- corn mit dem Filzring drauflegen. Dann geht es mit dem Gehen besser, u. die Hühner- > äugen sind bald gewesen!
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Der fremde Mann am Fenster bot entschieden v.-nig Möglichkeiten, er war mittleren Alters, gut Dm Gestalt und Kleidung, aber doch eigentlich un- Stt von Angesicht oder zum mindesten von wenig -'s sprechendem Wesen. Er riß auf der Zw'schen- JrÜuk das Fenster auf und schob es nut ach wieder hoch: sein Gesicht zeigte einen Aus- druck verdrossener Ungeduld, und es war gewiß kein Dirtrauenserweckendes Zeichen, daß er sich gar nicht dcrurn kümmerte, daß da zwei Mädchen tn seinem ibteil saßen, wahrlich beide des Ansehens wert.
ft eingeleitet wurde, ließ den Hörer aufhorchen, ind es konnten die Familienmitglieder herbeige- ‘□it werden, um so gemeinsam die Sondermeldung ,u vernehmen.
Eine andere Fanfare war für die Kämpfe im Äesten, wenn es gegen Frankreich ging, üblich. Es aren die ersten Takte der „W a ch t a 'm R h e i n",
te in Form einer Fanfare geboten wurden. Bis den Spätsommer 1940 ertönte nach dem Abschluß er Kämpfe von Fall zu Fall noch die Engeland- tanfare, bis sie für einige Zeit verschwand. Aber chon im März 1941 kündigte Reichsminister Dr. Goebbels an, daß die Fanfaren des Rundfunks ge- :utzt würden.
Am 6. April 1941 war es dann eine neue Fan- re, mit der der Beginn der Kämpfe im Südosten ngekündigt wurde. Sie wurde als Prinz- ugen-Fansare bekannt, und man setzte sie einer kürzeren und einer längeren Form ein. So nell verlief die Entscheidung im Südosten, daß an sie gar nicht allzu ost hörte. Und immer wie- er klangen dazwischen für die Meldungen, die den «mittelbaren Kampf gegen England betrafen, die ngelanü-Fanfare auf. Sie ist das Fanal des Kamp- s gegen England.
Auch die ersten Meldungen über den Kampf gen Sowjetrußland wurden sofort mit einer neuen anfare eingeleitet, die geschickt die ersten Takte e 3 Hör st-Wessel-Liedes — „Kameraden, e Rot-Front ..." — verwendet und mit Takten us den Pr^ludes von Liszt ausklingt. Wie sie auch ingen — immer sind es Fanfaren des Sieges, die
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Um diefen Nachteil zu beseitigen, entstand im lpril 1940, mitten während der Kämpfe in Norwegen, die Engeland-Fanfare aus den irjten Takten des Liedes, zusammengestellt von Alexander Ecklebe. Der Trommelwirbel, mit dem H
im Kunst- Uhr Licht- ildervortrag Professor Dr. Glöckner „Malerei nd Dichtung". — Stadttheater: 19.30 bis 21.30 sir „Maskerade". — Gloria-Palast, Seltersweg: )er Weg ins Freie". — Lichtspielhaus, Bahnhof-
Krast in Blüten und Blättern
Bon M. A. v. Lütgendorf.
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Denken wir ein paar Jahre zurück. Wir saßen n heißen Sommertagen am Lautsprecher, und aus 1 hm erklang eine Fanfare, die uns alle aufhorchen eß. Denn wenn diese Fanfare erklang, dann war ine Sendung von den Olympischen Spielen zu er- -norten. In ähnlicher Weise wurden auch Sendun- ten vom Reichsparteitag durch eine eigene Fanfare ^geleitet.
Im Kriege ist der Einsatz von Fanfaren im Mundfunk nur wenig älter als ein Jahr. Aber der ‘dang ist uns schon zur Selbstverständlichkeit geworben. Erinnern wir uns: im Wunschkonzert klang ;-n Oktober 1939 zum ersten Male das Engelandlied h iuf, das von nun an als Ausklaüg jeder Meldung ,6er Erfolge gegen England folgte. Dabei zeigte i3 fick, daß manche Hörer erst beim Erklingen die- D 1 .X a « n V AM X A (a At M A CL AmX a MU. - (S. . . .. . - - - -
neben chm, nicht dicht neben ihm, sondern auf der Mitte der Polsterbank zwischen ihm und Ilse lag etwas ganz Besonderes und sehr Erstaunliches: ein kleiner Strauß jn Seidenpapier!
Es mochte ein kleines Bund kurzstieliger Rosen sein oder Veilchen oder Margeriten: gleichviel was es war, es lag da und fuhr feiner Bestimmung entgegen, und die war wohl eindeutig -genug. Die beiden Mädchen sahen sich an und hätten gern ein wenig gelacht, nach der Art junger Dinger so richtig ein bißchen gequiddert. Dieser kleine Strauß paßte ganz und gar nicht zu des Besitzers unwirschem Wesen. Aber das mochte nur die Außenseite an ihm sein, sein Herz gewiß war gut, liebevoll und bedacht. Gan.) sicher hatte er das zartverpackte Sträußchen ein wenig entfernt von sich gelegt, um sich nicht aus Versehen darauf zu setzen und um es beim Aus- steigen nur ja nicht zu vergessen.
Doch als der Zug in den Lycker Bahnhof einfuhr, als Anne die Gangtür aufzog und heraustrat und Ilse hinterher wollte, sagte der fremde Reisende in Hut und Mantel, den Koffer rechts, die Aktentasche links, mit liebenswürdigem Ton etwas ganz Unerwartetes: „Gnädiges Fräulein, Sie haben Ihr Sträußchen vergessen!"
Ilse sah sich erschrocken um: „Aber nein, das gehört uns ja gar nicht."
Auf dem Bahnsteig ging er im Gewühl hinter ihnen der Treppe zu. Die beiden drehten sich einmal verstohlen um: Siehe da! Koffer rechts, Aktentasche unterm linken Arm, in der Hand den Strauß! Den Strauß, der nun also niemand gehörte.
Und am Kopf der Treppe — richtig — stand war- tend die Frau! Es war trotz der vielen Menschen sofort zu erkennen, daß sie das war, anders konnte sie auch ganz bestimmt nicht aussehen: eine nicht mehr junge Frau, gut gekleidet und von einer schlichten Würde, aber mit so einem müden Zug um die Augen, nicht richtig hoffnungslos, sondern eher gleichgültig im Ausdruck, so als lohnte es sich alles nicht mehr recht, — er kam nach Hause, nun ja und was war dann? — nichts, nichts weiter, immer dasselbe — das Leben war verblüht, es gab Feine Sehnsucht mehr, kaum ein bißchen Freude, unö das, was man einst unter Gluck verstanden hatte, das gab es sowieso nicht.
Ja, lah sie aus, diese Frau an der Bahnhofs-
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1 Vielleicht war er schon lange unterwegs in diesem ' 3ig, dem kein Dorf zu gering war, um daran anzu- iScltcn und eine geschlagene Minute zu verweile , Ü lleicht war er müde, hungrig, verärgert — rem H schäft zu machen gewesen, viel Geld emgebut- jfe-t, wer weiß, was alles — unö nun 3er te
(o-mlid) gewaltsam den Augenblick der Ankunft her h. Es mochte für eine Frau, sofern dieser eme "caß, keine Freude sein, einen Mann n dieser mütsverfassung zu empfangen, rich ig J W
, einem tun können, wenn da nicht dies Z ; 3 genstand gewesen wäre, der das alles wieder aus 'Ito Heber hem Mann im Gepäcknetz
Her mittlerer Grütze und eine Mtentajche, aber
Die beiden Mädchen sahen sich an und gingen dann schweigend ihren Weg durch den Tunnel und durch die Sperre. Irgendwie erschien die Sache nun auf einmal nicht mehr komisch, sondern sehr seltsam und in einer unbegreiflichen Weise bedrohlich, umwittert von einem Geheimnis, das sie wohl spürten, aber in der Arglosigkeit ihrer jungen Herzen nicht zu erfassen vermochten.
treppe, die da stand und ihren Mann erwartete. „Paß bloß auf, Anne!" sagte Ilse mit ihrem ganz gespannten Spitzbubengesicht.
Und nun fcchen sie mit an, was sich begab, wie der Mann auf die'Frau zutrat, den Koffer absetzte und mit plötzlich strahlendem Gesicht ihre Hand ergriff: „Also, das ist ja fein!"
Dann gab er ihr einen Kuß, — und dann gab er ihr den Strauß. Er überreichte ihr das herrenlose Sträußchen in Seidenpapier, das er eben vom Polster des Eisenbahnwagens aufgelesen hatte, von dem 'er nicht ahnte, wie es inwendig aussah, mit einer kleinen, verlegenen Feierlichkeit: ,Hier, Elisabeth!" ...
Da wurde das blasse Gesicht der Frau wie mit Blut übergossen, sie war im Augenblick verjüngt und verschönt, ihre Augen glänzten; es klang aus ihrem Ton, als säßen ihr die Tränen nahe, ganz nahe, — „Aber Ernst, aber nein" ...
Er nahm seinen Koffer auf, forsch und plötzlich ganz gut gelaunt, — er schämte sich nicht, nein, er schämte sich nicht ein bißchen, im Gegenteil, stolz war er, — und sie gingen miteinander die Treppe hinab, die Frau an seiner Seite mit umflorten Augen, sie senkte das Gesicht auf den kleinen Strauß, und einmal strich sie dem Mann leise zärtlich über den Arm ...
„Maskerade", eine im Stile der italienischen Commedia dell’arte geschriebene Komödie des Dänen Holberq. ist das Lustspiel eines Dichters, der mit hellen Augen durch Eurova wanderte und Welt und Menschen kannte. Im Mittelvunkt seiner Komödie steht als Hauptthema eine Liebesgeschichte zweier junger Menschen, die sich auf dringenden Wunsch der Eltern heiraten sollen — aber nicht wollen. Wie sich die Fäden dieser Liebesgeschichte schlingen, wie sie sich immer mehr zu verwirren scheinen, um bann doch in der Glückseligkeit triumphierender Liebe sich aufzulösen, dos ilt mit leichter geschickter Hand und sprühenden Einfällen gemacht. Die Spielleitung liegt in den Händen von Gerhard Reuter, die Bühnenbilder schuf Karl Löffler.
Rur unsere Söhne und Brüder.
Manche Mutter und Schwester haben um ihren Sohn bzw. Bruder in den Stunden gebangt, wenn deutsche Soldaten im Osten, Westen, Norden oder Süden zu einem entscheidenden Schlag gegen die englischen Kriegsverbrecher angetreten waren. Vielleicht hat er sich, während sie sich um ihn sorgten, bereits in guter Pflege befunden, die das deutsche Volk unseren Sofdaten durch das Deutsche Rote Kfeuz sicherstellt. Oder er befand sich nach gelöster Ausigabe bereits auf dem Rückweg und freute sich, wenn ihm eine hilfsbereite Schwester einen frischen Trunk reichte. Dankbar nehmen wir die Gewißheit hin, daß für den deutschen Soldaten in jeder Lage aut gesorgt ist und daß die Gemeinschaft unseres Volkes helfend hinter ihm steht. Daran wollen wir denken, wenn am kommenden Samstag und Sonntag die Deutsche Arbeitsfront und das Deutsche Rote Kreuz für das 2. Krieashilfswerk sammeln. Wir geben gern und reichlich, denn unsere Spende ist für unsere Söhne und Brüder!
Gefahren des Blumenpflückens.
Der Kinder höchste Freude ist in den Sommertagen das Blumenpflücken auf den Wiesen. Doch es ist mit Gefahren verknüpft, da viele Wiesenblumen Gitt enthalten, die bei zarteren Kindern Hautausschläge und Fieber, Erbrechen und sonstige Störungen verursachen. Deshalb lasse man kleinere
Kinder nicht ohne Aufsicht beim Blumenpflücken und belehre sie und auch die größeren Kinder über den Giftgehalt mancher Blumenarten.
Da ist vor allem vor Hahnenfußarten zu warnen. Sie haben einen ätzenden Saft, der Hautausschläge und Geschwüre verursacht. Tausendschönchen, Gold- köpfchen und Sumpfdotterblume zählen auch zu dieser Art. Der ebenfalls gelbblühende Gittlattich wirkt durch seinen Saft betäubend, erregt Schwin- del, Erbrechen und Schlafsucht. Die reizende Wald- anemone verursacht durch ihren Saft auf zarte Haut brennende Blasen. Als Gegenmittel kommen Zitronensaft ober Essig äußerlich, oder Wein ober schwarzer Kaffee innerlich angewendet in Betracht. Sehr gefährlich sind die helmarttgen blauen Blüten und die Blätter des Eisenhutes: sie erzeugen Fieber, Kolik und Delirien, ja selbst Krämpfe. Wein, Essigwasser, schwarzer Kaffee lindern die Erscheinungen.
Beim gefleckten Schierling sind die Fruchtkapseln die Giftträger. Hiergegen wendet man Milch, Rizinusöl ober Zitronensaft an, hole aber sofort den Arzt, wenn Verdacht vorliegt, daß die Pflanze in den Mund aesteckt worden ist, denn dadurch sind schon Todesfälle verursacht worden. Dasselbe gilt vom Schwarzen Bilsenkraut, den Blühen des Gold^ regens sowie vor allem vom Roten Fingerhut, der mit seinen prachtvollen traub en förmigen Blüten die Kinder entzückt. Sein Stengel birgt starkes Gift, bas eine nachhaltige Nervenschwäche zeitigt. Schließlich sei noch vor ber im Herbst blühenben Herbstzeitlose gewarnt, bie man von Kindern niemals pflücken lassen sollte.
Fliegen als Kranfheiisiräger.
Fliegen sind eine Plage, sie sinb aber auch gefährliche Beförderer aller möglichen Krankheitskeime, die sie von einem Tier zum anberen, von einem Gegenstanb unb einem Menschen zum anbern tragen. Der gefunbe Mensch ist zwar gegen bie Keimübertragung im allgemeinen unempfindlich, er entwickelt Abwehrstoffe unb bleibt unberührt. Die anfälligen aber ober solche mit selbst nur kleinen Wunben sinb bafür um so empfänglicher für bie Aufnahme von Bakterien unb Krankheitskeimen aller Art, zumal bie Fliege auch vom Tier zum
Oer vergessene Blumenstrauß.
Bon Gertrud Papendick.
Die beiben Mäbchen stiegen in Kiäwen in ben Zug nach Lyck unb fanben ein Abteil, bas fast leer nar. Nur ein einziger Mann faß am Fenster, er sah ncht auf, grüßte nicht, sagte nichts, fonbern sah unentwegt, boch ohne ben Anschein von Anteilnahme h ben finsteren Abenb hinaus.
„Wie lange fahren wir?" meinte Ilse, „eine halbe Elunbe, was?" ...
Die beiben saßen sich gegenüber auf ben ^^ötzen m Gang, bereit zu Unternehmungen unb Erled- ' nisten; bies war ja ein ganz kostbarer Wagen, em 0 Zugwagen, unb bas in biesem ganz gewöhnlichen 3ig auf biefer bescheibenen Strecke am Außenrande btr Provinz. Dazu war er warm unb hell, ge- pUftert unb behaglich, man hätte bafür unb für pts Gelb, das er kostete, gut unb gern noch em bißchen länger fahren können.
23om Juni ab tauchen überall auf ben Wiesen- unb Wegränbern die weißen Blütendolden der Sch a f g a r b e auf, recht unscheinbar anzusehen, aber unterschätzen sollte man die zierlichen Blüten rotzbem nicht, fonbern lieber daran denken, bah ie Kräfte in sich tragen, auf bie man sich verlassen kann. Daß die Schafgarbe schon im Mittelalter als Heilpflanze galt, beruht keineswegs auf Aberglau- ben. Die chemische Untersuchung ihrer Stoffe hat beren Wirkung auf ben Körper vielmehr vollauf bestätigt. Als wirksam hat sich vor allem ihr Saft erwiesen, der außer einem ätherischen Oel verschie- bene wertvolle Aufbau- und Heilstoffe enthält, so Kalium, Kalk, Schwefel, Eisen unb Chlor, bann einen Bitterstoff Achillein, Inulin unb Akonitsäure, Jrgenbwie wirken alle diese Stoffe auf ben Organismus ein, am meisten aber wohl ber Gehalt an Kalium, durch den in erster Linie bas Blut unb fein Kreislauf beeinflußt wird, unb zwar insofern, als Kali einerseits blutftjllenb wirkt, zugleich aber die Bewegung bes Blutes in ben Arterien anregt unb kräftigt, unb bamit Beschwerben, bie burch Kreislaufstörungen hervorgerufen werben — auch Herzbeschwerden unb Arterienverkalkung — weitgehenb linbern kann. Der Tee aus Schafaarbenblüten —ein Eßlöffel voll mit einer Tasse Wasser überbrüht unb kurz ziehen lassen — wirkt gut bei Magen-, Darmund Leberleiden, ferner günstig auf Bronchialkatarrh wie überhaupt auf Erkältungen, bei benen Husten auf tritt, namentlich bann, wenn man ihm Tee aus Johanniskraut beimischt. Wo es angeht, süßt man ihn besser mit Honig als mit Zucker, Bedingung zu seiner Heilwirkung ist bas aber nicht.
Viel auffälliger leuchtet bie Königskerze ober Wollblume mit ihren hochstrebenben golbgelben Blütentrauben aus bem Grün, wenn auch oft nur zwischen Steinen, an ben Ränbern von Kiesgruben ober an Bahnbämmen. Was bie Wirkkraft ihrer Blüten bebingt, ist hauptsächlich ihr Gehalt an Saponinen, jenen pflanzlichen Stoffen, die in der Me- bizin häufig verwendet werden, weil sie bet Erkrankungen ber Atmungsorgane fchleimlöfenb wirken unb ben Husten linbern, baneben aber auch die Ab-
1877 in ist Adern W Säuernd' le leim/ lienfoW u teilet,", / fanntefien« nstleW' QsgefW*5'.; -tanM «• von ien eine« F tirbifi.
Wie viele Jahre mochte es her sein, baß er ihr zum letztenmal Blumen brachte; vielleicht als sie ganz jung verheiratet waren, vielleicht sogar in ber Brautzeit noch. Unb nun, als alles schon längst bahin mar, verbraucht unb wie begraben, ba staub er plötzlich vor ihr mit einem Strauß in ber
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-fräße: „Stern von Rio".
Sfabftfjeafer Gießen.
Am heutigen Mittwoch, 25. Juni, finbet im Stabt- heater bie Uraufführung von Lubwig von Holbergs breiartiger Komöbie „Maskerabe" statt, sie ist zu- Reich bie Abschiedsvorstellung für Waldtraut Goettke, ans Bernd, Raoul Laporte und Gerhard Reuter. - - - i ----------------------------------------------
Menschen wechselt unb durch das Aufsitzen auf Fäkalien besonders leicht Keime mit sich nimmt. Die einzige Waffe gegen diese Krankheitsüberträger ist, sie soweit als möglich zu vernichten und im übrigen durch Sauberkeit aller Infektion von vornherein möglichst vorzubeugen. Das berüchtigte Ammenmärchen von ber notroenbigen Stubenfliege, bie sozusagen Glück bringt, ist längst überholt. Vor den Fenstern Fiegendraht und während der großen Hitze geschlossene Fenster schützen zum Teil. Selbstver- ständlich läßt man keine Speisereste offen herum- stehen, deckt Töpfe zu und läßt Spielzeug der Kinder und Säuglingszubehör nicht Herumliegen, ba gerabe kleine Kinber gegen bie Uebertragung von Krankheitsstoffen befonbers anfällig sinb. Die Tatsache, baß sich in einem sauberen, stets frischgelüfteten Raum nur wenig Fliegen halten — Fliegen mögen keinen Zug — gibt einen Fingerzeig, daß auch bei dieser Schädlingsbekämpfung das oberste Gesetz Frische und Sauberkeit ist.
Gießener Gchlachtviehmartt.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehvhrstei- gevungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 25 bis 48,5, Bullen 41,5 bis 46,5, Kühe 20 bis 46,5, Färsen 42,5 bis 50,5, Kälber 25 bis 57 Rpf. je Vt Kilo Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilo Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 Kilo unb mehr) 1,20 RM., bl (135 bis 149,5) 1,20, b2 (120 bis 134,5) 1,18, c) (100 bis 119,5) 1,14, d) (80 bis 99,5) 1,08, e—f (unter 80) 1,04, gl (Fette Specksauen) 1,20, i (Altschneiber) 1,18, g2 (andere Sauen) 1,08, h (Eber) 1,08 RM. Marktverlauf: Alles zugeteilt.
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** Glück im Unglück Jn ber Tiemeier Straße wäre biefer Tage beinahe ein löblicher Un- glücksfall geschehen. Ein kleines Kind aus Düffel- borf, bas mit seiner Mutter zur Erholung hier war unb besten Vater im gelbe steht, sollte anbern Tages mit seiner Mutter bie Heimreise antreten. Am Abenb vorher, als bie Mutter mit ber 'Ber- bunkelung beschäftigt war, lief bas Kind burch bie offene Tür auf ben Balkon hinaus, der nur zwei eiserne Stabreifen als Geländer hat, unb stürzte unter ben Stäben hinburch zwei Stockwerk tief herab. 3um Glück war auf ber Seite des Sturzes gegrabenes Gartenland. Auf ben beiben anderen Seiten bes Balkons befinbet sich unten Pflaster. Hier wäre das Kind zweifellos mit zerschmetterten Gliedern liegen geblieben. So aber konnte es nach längerem Schreien aufstehen und am anderen Tage mit seiner Mutter bie Heimreise antreten. Hoffentlich stellt sich nicht nachträglich noch ein Schaben für bas Kinbchen ein.
Amtsgericht Giehen
Die M. H. in Gießen hatte sich wegen Urfunben- fälschung unb Betrugsversuchs zu verantworten. Sie hatte Privaturkunden, nämlich Rechnungen eines hiesigen Geschäfts, verfälscht unb versucht, mit ben gefälschten Rechnungen von ber Stabt Gießen Beihilfe zu ihrem Umzug zu erhalten. Die Angeklagte, die geständig war, aber in Not gehandelt haben wollte, wuroe wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit einem Betrugsversuch zu einer Gefängnis st rafe von sechs Wochen verurteilt. Der Angeklagten wurden mit Rücksicht auf ihre Familienverhältnisse unb bem llmftanb, baß
tduwkk^ n
»Sayei--Arzneimittel entstehen in systematischer Wissenschaft- lieber Arbeit. Die Herstellung wird dauernd sorgfältigst überwacht. Das -Kreuz bürgt dafür, daß bei der Herstellung von -Soyei» - Arzneimitteln das ® Höchstmaß an Verantwortung
beachtet wird.
©er kühne Springer.
Als der Chauffeur eines einer ungarischen Möbelfabrik gehörenben Lastkraftwagens durch eine holprige Seitenstraße Obudas fuhr, verspürte er plötzlich einen Stoß, der sein ganzes Fahrzeug erschütterte. Nun, backte er, bas wird ein großer Pflasterstein gewesen fein, unb da er es eilig hatte, fuhr er rasch weiter, um seine Fracht — es waren lauter Sprungfebermatratzen — bald ablaben zu können. Er bog in eine glatte Straße ein, gab Gas unb brauste bavon. Kaum hatte er aber bas andere Ufer der Donau erreicht, als sich ihm ein Polizeifahrer, ber ihn überholt hatte, in ben Weg stellte. Fluchend bremste er und enoartete, nun wegen zu schnellen Fahrens aufgesckrieben zu werden. Aber nichts bergleichen geschah. Nur bat ihn der Polizist, den seltsamen Gast oben auf den Matratzen herunterzuholen, damit er ihn näher besehen könne. Erstaunt blickte der Chauffeur auf sein Gefährt und sah bort einen notbürftig bekleideten jungen Mann sitzen, der erst durch energisches Zureden zum Herabsteigen zu bewegen war. Es stellte sich heraus, daß der mysteriöse Fahrgast aus einem Hause in der holprigen Straße aus dem vierten Stockwerk gesprungen war — direkt auf das vorüberfahrende Auto. In der Meinung, einen guten Fang getan zu haben, nahm ber Polizist den vermeintlichen Einbrecher mit auf o«e Wache. Erst dort bequemte sich der Mann zu einem Geständnis, das eine überraschende Aufklärung bes seltsamen Vorganges brachte. Er war nämlich Ar- list, der seit zwei Jahren nicht mehr hier gewesen war und darum auch nicht wußte, daß seine frühere Freundin, die er an diesem Nachmittag besuchte, inzwischen geheiratet hatte. Die Dame verschwieg ihm diese Tatsache, zumal sie mit ber Rückkehr ihres Gatten, der als Musiker in einem Gartenlokal angestellt mar, nicht rechnete. Der Zufall wollte es aber, daß ausgerechnet an diesem Tage die Kapelle mit bem Unternehmer in Streit geriet, kurzerhand ihre Instrumente einpackte und untef Protest das Lokal verließ. Von bem Heimkehren- ben überrascht, blieb bem Artisten nichts anberes übrig, als schleunigst zu verschwinben. Er wagte ben Sprung aus dem Fenster, den er, allerdings unter anberen Voraussetzungen, allabendlich in einem Variete den Zuschauern als Glanznummer vorführte.


