ich bin stolz, mich damit ein ganz klein wenig in den Dienst des Volkes gestellt zu haben.
Gienen-Klein-Linden.
In der Wirtfchaft von Fritz Weller hielt am Sonntagnachmittag der Turnverein Klein- Linden 1 889 feine gut besuchte Jahreshauptversammlung ab. Der Beauftragte des Vereins, Turnkamerao Weih, der seit einem Jahr die Geschäfte des Vereins wieder führt, begrüßte die Versammelten und richtete herzliche Begrühungsworte besonders an den Vertreter der NSDAP. Dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, dah der Verein eine starke Aufwärtsentwicklung genommen hat. Es konnten im letzten Jahr 33 neue Mitglieder ewige- nommen werden. Erstmalig wurde der Gemeindesporttag durchgeführt. Er war ein voller Erfolg für den NSRL. Von dem Schrenzer-Turnfest konnten 9 Turner als Sieger heimkehren. Stark war auch die Beteiligung am Ortssporttag im Gießen, der Besuch der Turnstunde war gut. Dank des Einsatzes einiger junger Turner konnte das Geräteturnen wieder aufgenommen werden. Um die Verbindung mit den einberufenen Kameraden aufrechtzuerhalten, wurden die Kameraden durch Zusendung von Liebesgaben erfreut; auch für die Zukunft soll diese Einrichtung beibehalten werden. Der Kassenbericht des Kassenwarts Wilhelm Ufer zeigte, daß ein Einnahmeüberschuß von rund 100 RM. vorhanden ist. Die Rechnung fand die Genehmigung der Generalversammlung. Auf Anregung des Vertreters der Partei wird auch in diesem Jahr, wie in den vergangenen Jahren, ein Beitrag für das Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt. Turnkamerad Weiß lud noch zum Besuch des großen Ausscheidungsgerätwettkampfes in Gießen am 9. März ein. Die alljährliche Maiwanderung soll mit dem Bezirkswandertag am 22. Mai verbunden werden und nach Finsterloh bei Wetzlar führen. Auf Anregung der jüngeren Turner soll eine Veranstaltung zum Besten des WHW. durchgeführt werden. Neben einem Werbefilm für deutsches Turnen will man Turnübungen mancherlei Art zeigen. Als Tag wurde der 15. März vorgesehen. Nachdem der Beauftragte des Vereins allen Mitarbeitern herzliche Dankes- worte gesagt, schloß der Vertreter der NSDAP., Pg. Wilhelm Germer, die Hauptversammlung mit dem Treugelöbnis für den Führer.
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** Sängertreffen In Gießen. Der am Sonntag anläßlich seines KdF.-Singens in den Lazaretten hier weilende Gesangverein „Sänger-- kranz" Grünberg stattete seinem Bruderverein „Heiterkeit" Gießen in dessen Vereinslokal „Schip- kapaß" einen Besuch ab. Nach herzlicher Begrüßung wurde besonders dem 84jährigen Sangesbruder und früheren Vereinswirt Jean Arnold der Dank der Gäste übermittelt für sein Verdienst, eine gute unb dauernde Freundschaft zwischen den beiden Vereinen hergestellt zu haben. Gemeinsam gesungene sowie Einzelchöre beider Vereine, umrahmt von Einzeldarbietungen von Sangesbrüdern, ließen die Stunden nur allzu schnell verrinnen. Mit dem Wunsch, weiterhin gute Freundschaft zu pflegen, wurde den Gästen aus Grünberg der deutsche Sängergruß mit auf den Weg gegeben.
** Oberhessischer Gebirgsverein, Zweigverein Gießen. Am Treffpunft Licher Straße trafen sich am Sonntag 30 Wanderer vom Oberhessischen Gebirgsverein zur Februar-Wands- rung. Auf schönen Waldwegen ging es am Hohe Wartberg vorbei nach Annerod. Durch Feld und Wald führte der Weitermarsch nach Steinbach zur Mittagsrast. Nach ausgiebiger Stärkung, wozu eine kräftige Suppe wesentlich beitrug, ging es über Garbenteich und Hausen zum Schiffenberg. Nach der Schlußrast wurde von Dort der Heimweg angetreten.
** Richtigstellung. Zu unserem Bericht über den Vortragsabend in der Universität am 29. Januar mit einem Vortrag des Gauwagenwarts Müller (Frankfurt a. M), über den KdF.-Wagen wird uns von dem Vortragenden berichtigend mit» geteilt, daß die Angabe, der Volkswagen habe ein Kühlerthermometer, unzutreffend ist. Der KbF.- Wagen habe wohl einen Oelkühler zur Kühlung des Schmieröls, er habe aber kein Kühlerthermometer.
Umwege öes Herzens
Roman von H.S. Hansen
Copyright by Prometheus «Verlag Dr. Eichacker • Grobenteil
34 Fortsetzung ^Nachdruck verboten.)
Der Angeklagte zog daraus die Folgerungen, die er mit dem im Blute wohnenden Gesetz begründete. Er gab Kühlitz eine Chance. Das war ritterlich. Kühlitz machte Einwendungen, die Koßmann nicht anzuhören gewillt war. Er drehte sich um und suchte den für den Kugelwechsel notwendigen Abstand zu gewinnen.
Da setzte Kühlitz seiner feigen Charakterlosigkeit die Krone auf, indem er hinterrücks zweimal auf den Freund schoß, einmal mit Schrot und einmal mit einer Kugel. Daß er den Schrotlauf abdrückte, beweist, wie sehr er gewillt war, zu töten. Der Schrotschuß bot ihm die größte Sicherheit zum Treffen. Das war der Gipfel der Gemeinheit. Mit Schrot schießt man Niederwild. Es ist unweidmännisch und ein Vergehen gegen das Gesetz, Schrot selbst für ein Reh zu verwenden. Um wieviel mehr muß diese Auffassung für den Gebrauch gegenüber einem Menschen gelten.
Der Herr Staatsanwalt hat darauf htngewiesen, daß Kühlitz zweimal vorbeigeschossen habe. Seine Erklärung für die Fehlschüsse aus schlechtem Gewissen und Aufregung lasse ich gelten. Aber der Herr Staatsanwalt vergißt, daß Kühlitz einen Drilling hatte, dessen dritter Lauf noch geladen war. Welcher Mensch wagt es, von dem Angeklagten zu- verlangen, daß er nach zwei vergeblichen Schüssen des Kühlitz auch noch den dritten abwarten sollte, bevor er selbst schoß. Er hob seine Waffe und tötete den hinterlistigen und feigen Gegner. Jeder Mann an seiner Stelle hätte das gleiche getan. Es lag unbedingt Notwehr vor, da jeden Augenblick der dritte- Schuß aus dem Drilling kommen konnte.
Ich beantrage daher Freisprechung des Angeklagten, und zwar nicht wegen Mangels an Beweisen, sondern weil er unschuldig ist aus dem Recht der Notwehr."
Diesmal hatte Frau d'Oleron ein zuversichtliches Lächeln und faßte die Hand ihres Sohnes. Der Angeklagte aber blieb nach wie vor völlig unbewegt.
Justizrat Hirte gab die letzten Darlegungen. Weit- ausgreifend entwarf er ein Bild von dem Werdegang Hannes Koßmanns, schilderte ihn als Weltkriegssoldaten und Ingenieur, als Erfinder und Kaufmann, als Betriebsführer und Helfer bei der Krise des Bankhauses feines Schwiegervaters. Selbst tue Geschworenen zeigten in ihren Mienen besondere Aufmerksamkeit, als der alte Rechts-
Winterkampfspiele der HI.
am
Bann 117 Mainz mit 11:8 (2:3) Toren gegen 81 Frankfurt gewonnen.
Der Handball am vorigen Sonntag.
In Garbenheim war der Tv. Wetzlar zu Gast Zwei Mannschaften trafen auf die Einheimischen. Während die Jugend verlor, konnte eine Kombination der Platzbesitzer die Wetzlarer sicher und veo
Nach längerer Aussprache wurde die Verteilung der durch den Gartenwirtschaftsverband zur Verfügung gestellten Handelsdünger oorgenommen.
Frankfurt a. M. einen interessanten Vortrag üb» „Notwendige Maßnahmen im Gartenbau" Aus. gehend von den Forderungen der Kriegserzeugungs. schlacht betonte er, auf allen Gebieten des .©arten-
schwanden wie die Falten in der Stirn. Die Auge^ röteten sich etwas und wurden trübe von den fall1* gen Tropfen, die er nicht mehr zurückhalten konnte (Schluß folgt!)
Oer Reichslportführer und Ritterkreuzträger £t. pössinger.
Schweinemarkt in Alsfeld
3 Alsfeld, 24. Februar. Auf dem heutigen Schweinemarkl entwickelte sich flotter Handel. Es kosteten 6 bis 7 Wochen alte Ferkel 30 bis 35, 7 bis 9 Wochen alte 35 bis 40, Läuferschweine 40 bis 60 RM. pro Stück. Es verblieb kein Ueberftanb.
candkceis (öießen
kreis Friedberg.
BUtzbach, 24. Febr. Der hiesige Obft» uni> Gartenbauverein hielt im Saale des „Deutschen Hauses" seine diesjährige Generalversammlung ab. Vereinsführer Bullmann gab zunächst den Jahresbericht bekannt, in dem er erfreulicherweise eine wesentliche Besserung der Baumpflege in der hiesigen Gemarkung Mitteilen konnte. Der Kampf gegen die Obstbaumschädlinge werde trotz Kriegszeit noch verstärkt werden. Wie bisher, müsse dem Gemüsebau weitere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Fenster- und Balkonschmuck könne noch mehr als bisher gefordert werden. Die Jahresrechnung, von Dereinsrechner H ü 11 c n b e r > g e r vorgelegt, schloß mit einem Ueberschuh ab. Anschließend hielt Gartenbaudirektor Lange aus
endet, als sich Justizrat Hirte erhob.
„Lieber Herr Koßmann! Meine Worte geltet Ihnen allein, deshalb nenne ich nicht einmal d8i Damen in meiner Anrede. Unsere Glückwünschir haben Sie heute mittag schon empfangen. Seien Sie nochmals versichert, daß wir alle uns mül Ihnen freuen und für die Genugtuung danken, Ihnen geworden ist. Gestern abend war ich, wie Sie schon von mir in der Verhandlung gehört baber, in einer Betriebsversammlung Ihres Werkes. Mich alten Mann hat das Erlebnis bis zu Tränen ge* rührt. Ich gäbe wer weiß was darum, wenn iä eine solche Summe von Treue, Liebe und Anhäng' lichkeit mir im Leden hätte erwerben können, (p war ein Sturm von dreitausend Herzen für Si". Ein einziger Schrei kam von allen Lippen, de- Ihnen, dem Gefolgschaftsführer galt." Hirte qri'ss neben seinen Stuhl und entnahm seiner Aktentaschr ein Bündel Papiere. „Hier habe ich einen Brief R Sie, der die Unterschriften von dreitausend Männeri und Frauen Ihrer Fabrik trägt. Wenn Sie dielst gläubigen unb treuen Menschen jetzt enttäusche- Herr Koßmann, dann habe ich das letzte Wort nnt Ihnen gesprochen und bedaure für den Rest meine* Lebens, jemals für Sie plädiert zu haben. Ich W den Brief jetzt vor."
Langsam und mit ausdrucksvoller Betonung ve«', las er die Treuekundgebung und die damit verbuk bene Bitte. Koßmann hörte aufmerksam zu. Anfang zeigte er einigen Unwillen. Dann wurde fein weicher. Die harten Winkel neben dem Mund oec*
von Mtv. Gießen und Spvgg. „ , .
ein mehr als überraschendes Ergebnis. Nach beider- fettigem restlosen Einsatz gewann Mtv. Gießen sicher mit 7:5 (2:2). Das Treffen war zum Schluß recht hart, so daß es zu zwei Platzverweisen lam
bient mit 13:4 (6:2) schlagen.
Das Lokalspiel der beiden Jugendmannschaften ~~ ~ [. 1900 Gießen hackt
ron ihnen nachdrücklich eingeprägt hatte. Koßmann war es nicht aufgefallen, daß seine Schwiegermulls: kurz vor Beginn des Essens zum Telephon geeint war und ein hastiges Gespräch geführt hatte.
Das Wetter war so ausgezeichnet, daß der Kaffer im Garten genommen werden konnte. Bis gegen Abend spielte Koßmann mit feinen Jungen. Sabel gewann er wieder Farbe im Gesicht und lochte ein paarmal laut und vergnügt auf. Es war, als fsi ein Bann von ihm gefallen.
Frau d'Oleron flüsterte ihrem Sohn zu: „3d glaube, Richard, daß er über das Schlimmste hinweg ist. Paß auf, heute abend stimmen wir ihn noch um, und er bleibt auf seinem Posten."
„Ich weiß das noch nicht so bestimmt, Mutte». Hannes hat eine fürchterlich dicken Kopf, der nicht leicht nachgibt. Ich habe sogar Angst, daß er iw Deputation überhaupt nicht anhört."
„Er wird eben überrumpelt"
Jim halb acht Uhr trafen die beiden AnnMi ein. Koßmann begrüßte sie unbefangen, unb |ii gingen alle zu Tisch. Kaum war das Essen bs> endet, als sich Just' '
„Lieber Herr Ki
Bei den Winter-Wehrkämpfen in Garmisch-Partenkirchen in Anwesenheit von Reichssportführer von Tschammer und Osten und Stabschef L u tz i beteiligten sich eine Anzahl SA.-Männer, die jetzt im Dienste der deutschen Wehrmacht stehen. Hie: begrüßt der Reichssportführer den Ritterkreuzträges Leutnant Pössinger, der an der 4 x 8-knn- Meldestaffel der Klasse A teilgenommen hat.
Aus der engeren Heimat
s« “»Sä auszuführen sind. Ferner sprach der Redner über Busch- und Beerenobstbau.
Die 6. Winterkampfspiele der HI. wurden Montag in Garmisch-Partenkirchen nach der Begrüßung der ausländischen Mannschaften mit den ersten Vorkämpfen eingeleitet. Don 200 Springern erfüllten nur zehn nicht die geforderten Bedingungen. In den ersten Spielen der Eishockey-Zwischenrunde siegten in der Gruppe A Ostland über Sudetenland 4:1 und Wien über Düsseldorf 2:0, in der Gruppe B Schwaben über Kö(n/Aachen mit 5:3 und Kärnten über Schlesien mit 2:1.
< Leihgestern, 24. Febr. Der Landwirt Johann Georg Häuser, Hindenburgstraße 34 da- hier wohnhaft, kann am heutigen Montag seinen 8 0. Geburtstag begehen. Der alte Herr erfreut sich noch einer verhältnismäßigen guten Gesundheit und Rüstigkeit. In jungen Jahren in der Werk- zeugmaschinensabrik Heyligenstaedt in Gießen beschäftigt, widmete er sich später ganz der Landwirtschaft. Im Weltkriege, Anfang September 1914, fiel sein Schwiegersohn, so daß seitdem alle Arbeit auf seinen Schultern lag, die er dank seiner guten Gesundheit bis ins hohe Alter bewältigen konnte. Nun haben feine beiden Enkel, von den der ältere der hiesige Ortsbauernführer, der jüngere Bürgermeister unserer Gemeinde ist und seit Kriegsbegmn im Felde steht, ihm die Hauptarbeit abgenommen, so dah dem allezeit freundlichen Manne ein ruhiger Lebensabend beschieden ist. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch.
□ Laubach, 23. Februar. Lehrer Wilhelm B e ch t h o 1 d trift am 1. März d. I. in den endgültigen Ruhestand. Aus diesem Anlaß fand in der Schule eine würdige Abschiedsfeier statt, in der zunächst der Leiter der Schule, Lehrer G a u b , Herrn Bechthold den warmen Dank der Schule für seine treue, hingebende Arbeit aussprach. Er hob besonders hervor, wie sehr Lehrer Bechthold die körperliche (Ertüchtigung der Jugend seit jeher am Herzen lag und daß er fein ganzes Können dafür einsetzte. Auch daß die Laubacher Jugend in so großer Zahl schwimmen lernte, verdankt sie ihm. Als Kollegen sehe man ihn ungern scheiden, er war allen lieb und wert. Anschließend gab Lehrer Bechthold einen kurzen Rückblick auf fein berufliches Leben. Er setzte in der dritten Generation die gute Tradition einer Lehrerfamilie fort, die mit dem Dorfe Nieder-Mockstadt eng verbunden ist. Fast 90 Jahre lang wirkten die Glieder der Familie dort in enger Volksverbundenheit. Vor genau 47 Jahren ist Bechthold vom Seminar in Friedberg abgegangen. Nach kurzer Tätigkeit in verschiedenen Orten setzte er in Nieder-Mockstadt die segensreiche Arbeit seines Vaters und Großvaters weitere 10 Jahre lang fort. Im Jahre 1914 wurde er nach Laubach versetzt. Am Weltkrieg nahm er von Mitte 1916 bis zum Ende teil. Nach feiner Rückkehr machte er sich durch den Bau eines Siedlungshauses hier bodenständig. Ortsgruppenleiter Pg. Pott sprach im Namen der Stadt und der Partei. Er dankte Herrn Bechthold für die aufopfernde Hingabe, mit der er sich unter immer schwieriger sich gestaltenden Schulverhältnissen dem Unterricht und der Erziehung der Laubacher Kinder gewidmet hat, und wiederholte, was schon Lehrer Gaub betont hatte, daß Bechthold auch Neuem stets offen blieb, was er vor allem dadurch bewies, daß er schon im Jahre 1931 der NSDAP, beitrat und während der Kampfjahre ihr treuer Verfechter war. Er wünschte dem Scheidenden völlige Wiederherstellung feiner Gesundheit, damit er, frei von der nervenaufreibenden Lebensarbeit, sich seines Hauses und feiner Familie, insbesondere auch der Weiterentwicklung feiner vier Söhne, die z. Z. alle im Heeresdienst sind, erfreuen möge. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreichte Herr Gaub dem scheidenden Berufskameraden im-Namen der Schule blühende Blumen, die Stadt widmete ihm ein gehaltvolles Buch als Abschiedsgabe.
)—( Ruppertsburg, 24. Febr. In der zweiten Versammlung unseres Obst, und Gartenbauvereins in diesem Jahre, die gut besucht war, sprach Obst- und Gartenbauinsvektor Rentsch aus Friedberg über die Beseitigung bzw. Milderung von Frostschäden im Interesse unserer Obstversor- ^gung^r^eigte^iedurchrichtigePfleg^mdDün- anmalt mit erhobener Stimme und^ast feierlich schilderte, welche Eindrücke er am Abend zuvor in der Betriebsversammlung der Koßmannschen Fabrik gewonnen hatte. Diesmal hob auch der Angeklagte den Kopf. Eine dunkle Rote überzog fein Gesicht und er ballte die Hände zu Fäusten, um seiner (Erregung Herr zu werden .,.
Anschließend wandte sich der Verteidiger dem Leben des Erschossenen zu und zog eine Parallele zu dem Dasein Koßmanns. Er zeichnete die charakterlichen Unterschiede so kräftig nach, daß sie jeden überzeugen mußten.
„Wer will den ersten Stein auf den Angeklagten werfen, auf einen Mann, dessen ganzes Leben klar und übersichtlich vor uns liegt, der keinen Flecken aufzuweisen hat, auch in einer Zett, da sich für viele Männer die Grenzen ihres Ehrgefühls bedenklich verschoben? Vieles ist hier erörtert worben, aber bei den Zeugenvernehmungen konnte auf das wichtigste Moment des ganzen Prozesses nicht eingegangen werden und der Herr Staatsanwalt hat es unterlassen.
Was ist es denn, das die Verhandlung vor dem Schwurgericht gegen Hannes Koßmann aus der langen Reihe ähnlicher Fälle heraushebt? Worin liegt das Hauptcharakteristikum des Prozesses? Nicht in der Erschießung eines Wichtes, der kaum die ehrliche Kugel wert mar. Nicht darin, daß der Angeklagte eine geachtete und weithin sichtbare SteüungMm Leben einnimmt. Bezeichnend für ihn und damit für uns alle, die wir an der Urteils- finbung interessiert sind, ist die männliche Haltung Koßmanns.
Gewiß, daß er sich stellte, um einen Unschuldigen vor dem Schafott zu retten, ist nur die ehrliche Tat eines Mannes. Aber ich wage zu fragen, wieviel unter hundert hätten ebenso gehandelt wie er? Den Prozentsatz abzugeben ist unmöglich, aber keiner wird bezweifeln, daß viele, sehr viele an seiner Stelle geschwiegen hätten.
Der Angeklagte aber trat hervor. Er stellte sich dem Richter unb sagte: Ich war es. Mit mir werden noch viele überzeugt sein, daß er nur in Not- wehr handelte. Es wäre daher unbillig, dem Ange- flagterr vorzuhalten, er habe mit seiner Selbst» stellung wenig riskiert. Er hat immerhin, wie die Anklage beweist, riskiert, wegen Totschlages verurteilt zu werden. Er hat aber mehr getan, indem er alle die Folgen auf sich nahm, die er ursprünglich vermeiden wollte. Der Oeffentlichkeit gegenüber be» kennt er sich zu seiner Tat unb ihren Grünben.
Wer würde den Mut haben, irgendeinen Buchstaben von der Darstellung des Angeklagten zu bezweifeln? Wer so für feine Tat eintritt, lügt nicht Das Schicksal hat ihn davor geschützt, Kühlitz im Zweikampf zu töten, wofür der Angeklagte hätte bestraft werden können. Er beging feine Tat in
Notwehr, die nicht bestritten und angezweifelt werden kann."
Atemlose Stille herrschte, als sich der greife An- walt niederliest. Sie würbe unterbrochen burch die nüchtern-gefchästsmäßige Feststellung des Vorsitzen» den: „Angeklagter, Sie haben das letzte Wort."
„Ich habe nichts mehr zu erklären." Koßmann sagte das bestimmt.
Darauf zogen sich Gericht unb Geschworene zur Beratung zurück. Nur zehn Minuten dauerte es, bis der Obmann der Geschworenen dem Gericht den Wahrspruch seiner Männer verkünden konnte. Abermals eine Viertelstunbe später betrat das Gericht wieder den Saal.
In die feierliche und gespannte Ruhe, die über allen lag, klang wuchtig und bedeutungsvoll das Urteil: "Der Angeklagte wirb freigesprochen. Die Kosten bes Verfahrens fallen der Staatskasse zur Last."
Der Zuschauerraum geriet in/ Bewegung. Alle hatten bas Bebürfnis, ihren Beifall kunbzutun, hielten sich aber aus Respekt vor der Würde des Gerichts zurück. Sie lauschten atemlos der Be- aründung, die kurz und bündig war. Das Gericht hielt Notwehr für erwiesen. Dann wurde die Der- Handlung geschlossen.
Hannes Koßmann hatte seit der Urteilsverkündung alles stehend angehört Es überkam ihn eine aufrüttelnde und alle Winkel feines Herzens durchdringende (Erregung. Frei! Endlich wieder frei! Dann legte sich drückend und lastend wieder der Ge- danke an den bevorstehenden Abschied auf feiner Seele. Sein Werk, feine Fabrik, feine Mitarbeiter, Berlin, alles würde hinter ihm bleiben. Vor dem Gesetz unschuldig, in der eigenen Ehre ungekränkt, aber belastet mit der Schande, die über seine Familie gekommen war,' würbe er in alle Zukunft die Nähe von Bekannten fliehen.
Als die Richter den Saal verlassen hatten, drängten sich die Anwälte und die Angehörigen Koßmanns beglückwünschend um ihn.
»Wir treffen uns alle später in der Wohnung meines Schwiegersohnes." Frau d'Oleron reichte mit glückstrahlendem Gesicht den Anwälten die Hand, hing sich bei Hannes ein. und verließ mit ihm, gefolgt von dem in seinem Selbstfahrer sitzenden Sohne den Saal. Dann suchten sie aber Zuflucht in einem Büro, um sich den neugierigen Blicken der Zuschauer zu entziehen unb betraten erst die Straße, als sich die Menge verlaufen hatte.
*
Gegen zwei Uhr nachmittags trafen sie vor dem Hause Koßmanns ein. Die Kinder empfingen ihren Vater mit Jubelgeschrei und stürmischen Umarmun- gen. Bei Tisch wurde nicht ein Wort über die Er- eigniffe der beiden letzten Tage laut. Die Hausangestellten hielten sich zurück und vermieden sogar ängstlich jeden ausfallenden Blick, was Fran d'Öle»
kreis Wetzlar.
(D Krofdorf, £3. Februar. Unser Mitbürge: Heinrich Krieger beging- am vergangenen Sonntag in körperlicher und geistiger Frische feinen 9 0. Geburtstag. Der Jubilar, der seit 191t hier wohnt und vorher u. a 22 Jahre lang in Launsbach tätig war, ist Veteran yon 1870/71. Der Turnverein in Launsbach zählt ihn zu leinen Ehrenmitgliedern. Die Ereignisse unserer großer Zeit verfolgt der alte Herr noch mit großem Interesse. — Das Fest der goldenen Hochzei, begingen der ehemalige Pflasterer Karl Leib uni Frau Anna Margarete, geborene Leib, Haupt strahe 216 wohnhaft, in guter Gesundheit. Den brcl Jubilaren unfern herzlichen Glückwunsch.
Gebietsnieisterschasten der HZ.
Das HJ.-Gebiet Hessen-Nassau wickelte am Wochenende mit schönem Erfolg seine Meisterschaften im Geräteturnen, Ringen, Gewichtheben, Judo und Saalradsport in der Mainzer Stadthalle ab. 350 Hitlerjungen und Mädels vom BDM. nahmen daran teil, so daß oft Felder von 50 und mehr Bewerbern zustande kamen. Es wurden gute Leistungen gezeigt.
Im Mannschaftskampf der Turner nahm in der A-Klasse die Frankfurter Turngemeinbe „Eintracht" (Bann 81) eine Sonderstellung ein und siegte mit 716 P. In der Klasse B entschieden nur 6/io P. zu Gunsten des Tv. Vorwärts Bockenheim (Bann 81) mit 601 P. vor Tv. Erbach (Bann 87) mit 600,5 P. — Die Elnzelmeisterschaft im Siebenkampf holte sich Jakob Germann (14/118 Arheilgen) mit 128 P. vor A. Wilz (287 Klein-Krotzenburg) mit 126,5 P.
Ausgezeichnetes Können wurde auch im Radsport geboten, lieber!egen gewann A. Kempf (115 Darmstadt) mit 201,5 P. die Einer-Meisterschaft im Kunstfahren, im Zweier triumphierten Roth/Scher er (80/RV. Wiesbaden-Erbenheim), im Sechserkunstrei' gen der RV. Mainz-Bischofsheim (Dann 117), im Zweierradball Rothengarter/Weitzel (Bann 115 Rüsselsheim).
In den fchwerathletischen Meisterschaften gab es- folgende Endsieger: Ringen: Fliegen: Arnhold (115 Arheilgen), Bantam: Schlachtenmüller (81 Frankfurt), Feder: Schuhmacher (117 Mainz), Leicht: Wink (117 Büdesheim), Welter: ©raff (81 Frankfurt), Mittel: Kraft (304 Alsfeld), Halbschwer: Kuhn (117 Mainz-Weisenau), Schwergewicht: (Kuhn (117 Mainz-Weisenau). Gewichtheber»Dreikampf: Feder: H. Dotzel (304 Alsfeld), Leicht: L. Schott (304 Alsfeld), Mittel: H. Kurz (304 Alsfeld), Halbschwer: G. Braun (304 Alsfeld), Schwergewicht: H. Sperrling (117 Bingen). — Judo: Bantam: Großer (80 Wiesbaden), Feder: Dieser (81 Frankfurt), Leicht: Horn (117 Mainz), Mittel: Schmitt (81 Frankfurt), Halb- schwer: Ziersch (81 Frankfurt), Schwergewicht: Schneider (81 Frankfurt).
Ein Einlagekampf im Hallenhandball wurde vom


