Samstag,25.^Sonntag.2b JanuarMl
d Samstag, 2ö. / soi
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Von Generalmajor a. D. Dr. Karl Haushofer, o. Professor an der Universität München'
wenn er den Brautring der
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lische Marine unbenutzbar macht.'
Rom, 24. Ian. (DRB.) Dem vor Tobruk ges
während es ^u Drohen taktischen Ansandungen
roanreno es ^u großen innreren zin-Tirunnri u m, -ouh. vww.j —*ö-
gezmunaen ist, die unsere italienischen Wnifenbrü-' sprengten ehemaligen Panzerkreuzer „San Gior. s,. „ s.,___l ----«utAntnrunncnnffon OrÄ n, ' nin" mihrnoi hio rnmifrhp sRrpffp ebrende Nachrufe.
Der libysche Kriegsschauplatz
Küste in das Innere Afrikas aber dieses Innen
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nnigen Spott. So schnell
„Wir vermählen dich, Meer, zum Zeichen einer immerwährenden und wahrhaften Herrschaft." So
seit der sich
Zchriftlettnng und Geschäftrstelle: Eietzen. Lchulftratze 7-9
—gunen • Insel - Stadt vom „Bucentoro" in die Adria versenkte und - gab damit ein Sinnbild für eine der gewagtesten geopolitischen Unternehmun- Len an Reichsbildung in der Weltgeschichte und politischen Erdkunde, die immerhin ein Jahrtausend . überstand (697—1797). Ihre überzeugendste Darstellung in der Kunst ist der aus dem Wasser steigende Markuslöwe des Carpaccio im Dogenpalast.
Erst dreihundert Jahre währt die in weltum- spannendem Stil unternommene größere W i e • Lerholung eines verwandten Unternehmens von London aus-, und schon zeichnete der genialste
Spottbildzeichner des Fernen Ostens ein doppeldeutiges Sinnbild darüber. Roch im Frühsommer 1939 konnte es eine Verherrlichung des Briten. Teichs sein, dessen König damals den schmalen Kultur- und Verkehrsstreifen durchfuhr, der den erd- umspannenden Ring des Weltreichs vom Atlantik zum Pazifik schloß. Schon seit dem Frühsommer 1940 aber konnte es mit dem aut der bedrohten Insel verdrießlich nach Kanada watenden Briten- llöwen so ganz anders gedeutet werden — während Der Atlantik seinen Dreizack präsentierte: 1939 vielleicht noch im Ernst, 1940 vielleicht schon im grim-
R o m, 24. Januar 1941.
England ist mit seinem ^afrikanischen Feldzug in eine Sackgasse geraten. Daran können auch die taktischen Erfolge nichts ändern, die es dank seiner Ueberlegenheit an Truppen und besonders am Material mit großen Verlusten erkämpfen konnte. Der Einsatz von 400 000 Mann und tausend Flugzeugen sowie des so kostbaren Kriegsmaterials — um das man die USA. täglich auf den Knien
anfleht — wird durch die Besetzung eines Wüstcn- strei'ens längs des Mittelmeers nicht gerechtfertigt. Gelbft wenn die Engländer von Tobruk aus den hügeligen Landvorsnrung der Cyreimika rechts liegen lassen und d"n für Fahrzeuge besser benutzbaren Weg durch die Wüste wählen sollten, um unmittelbar auf Benghasi vorzustoßen, wäre kcrum viel für sie gewonnen. Jeder weitere Klammer Wüste bedinot weiteren Einsatz von Menschen und Material zur Sicherung der rückwärtigen Ver- bin-dungen. Man darf jedoch nicht vergessen, daß es immerhin geraume Zeit gedauert hat, bis der englische Vorstoß soweit vorgetragen war, und daß der hinhaltende Widerstand der tapferen italienischen Soldaten trotz einer zahlenmäßigen Unterlegenheit und einer noch emvfindlicheren an Material die Enaländer zu aroßen Opfern zwingt.
Der afrikanische Feldrng kann für die Engländer nur zwei Zwecken gedient haben: Einmal einem vielleich befürchteten itali-nifchen Vorstoß auf die Zone des Suez-Kanals durch eine Gegenoffensive zunorzukommen, oder aber, was in ausländischen Beobachterkreisen meist ang-nowmen wird, durch einen P r e st i g e e r s o l g die Moral des italienischen Volkes zu erschüttern. Daß das leßtere nicht d-r Fall war. geht nicht nur aus der itotteni- scheu Presse und den zahlreichen Dertrauenskund-
einem Viertel der Erdbewohner!
Seinen Weltherrschaftsansnruch aber bestritten ihrem Entstehen als Reiche die Raumriesen USA. und der Sowjetbünde; Frankreich fügte
gebungen hervor, die den unerschütterlichen Siegeswillen des italienischen Volkes zum Aufdruck gebracht haben, sondern erweist sich auch den im Lande Lebenden in den Gesorächen des täglichen Umgangs. Der Kriegswille Italiens ist nicht erschüttert, und fetzt, nach dem Treffen der beiden Führer der Achse und nach dem of-
Kanalzone gezeigt haben.
Was kann also England noch von dem Feldzug in Afrika erhoffen? Strategisch flöht es in? Leere,
gebiet ist bis auf einige spärliche Oasen Wüste.
Tobruk liegt in der Marmarica, an der Kü- stenstraße, die von B a r b i a an der ägnüfi'rhcn Grenze nach D e r n a. B e n g h a s i und entlang der Großen Snrte noch T r i v o l i s führt. Don B^udia bis Tobruk beträgt die Entfernung etwa 120 Kilometer. Die Engländer sind also an dieser Stelle rund 130 Kilometer in der Marmarica ooraedrun- gen, während die Italiener mnächst rund 220 Kilo- meter in die ägyptische Wüste eingedrungen waren. Oe mehr sich die Enaländer von d-'M Ausgangsort ihrer O'ttensive ent'ernen. um so schw'eriaer wird
Stockholm, 24. Ian. (Europapreß.) Von britischer Seite wird jetzt zugegeben, daß die italieni- lchen Verluste an Heimattruppen minimal sind. Den Engländern fielen, so wird englischerseits erklärt, fast ausschließlich Eingeborenentrup- nen in die Hände. 0m übrigen wird der Widerstand der heldenhaft kämpfenden Italiener bei Tobruk in den jüngsten vom Kriegsschauplatz in England eingetroffenen Meldungen als überaus
Phönikien, Athen. Karthago vergesse' sie schon in der Antike ähnliche Ersr ten. Immer wieder emnören sich bi' gegen die Inseln, die sich dem Meer wollen.
der durch ihren verbissenen, autan^e'-unasvollen Ersatz recht verlustreich gestal^n. Nachdem di- erb^e moralische Schockwirkung auf da« italienische Volk nicht einaetreten ist und der Verbuch, das Schw-r- gew'cht des Krieges auf einen von England für aussichtsr'-ich ael>attenen Schwwlatz zu nerleaen und damit italienische Transvorkschiffe vor die Kanonen
Venedigs und Englands Vermählung mit dem Meere.
Vn»S und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei R. Lange
schäft als „letzter Ritter" voll kaufmännischer und wirtschaftlicher Instinkte, nur ohne Folgerichtigkeit zu ihrer Verfolgung, die Schwäche Venedigs genau so in seiner Krise erkannten, wie heute Stalin und Molotow oder wie der japanische Admiral Gumpei Sekine die Schwächen der britischen Westmachtpolitik gegen die Achsenmächte in einer Aufsatzreihe im „Gaiko Jiho" schon 1939 beschrieb, ehe der Britenlöwe nach Kanada fuhr, um von dort aus die USA. für seine kommenden Festlandüberfälle gegenüber Europa einzunebeln.
Er sah voraus, daß die Eingliederung von Böhmen und Mähren wie Memel durch Deutschland und von Albanien durch Italien die europäische Krisis beschleunigen werde, wie die venezianische Krise durch Maximilians Friaul-Politik und Frankreichs Mailand-Politik beschleunigt wurde; der Japaner glaubte aber, ihre wshrpolitische Klugheit würde die zahlenmäßig in Europa der Achse unter- legenen Westmächte zwar zu aufmerksamer Verfolgung der Entwicklung, aber nur zur Selbstverteidigung gegen unmittelbare „Aggression" gegen ihr eigenes Gebiet bewegen. Er schätzte scharf und klar die innere Kraftüberlegenheit der Achsenmächte so ein, wie sie sich 1940 offenbarte und sah vor allem den furchtbaren Nachteil der 4 Mill, brachliegenden Hektars in Großbritannien und die Tatsache der keineswegs beherrschten Norb- ee. Er hielt die deutsche Drohung fü" so stark, daß sie dem Britenreich das Wagen eines Krieaes gegen USA., Japan oder Italien verbieten müsse. Er entwickelte daraus seine Theorie der „basischen lebensnotwendigen Seefläch e", wie sie Venedig in der Adria, Japan im ostasiatischen Küstenmeerkorridor sah, und England nach seiner Meinung trotz aller Künste bei den Seekonferenzen zu Washington und London nicht besaß, während Deutschland Ostsee und Schwarzes Meer im Weltkrieg „kontrolliert" habe. Die britische Stützvunkt- theorie, die „Routentheorie" (z. B. Gibraltar, Matta,
Suez, Aden, Colombo, Penang, Singapore. Hongkong) sei in Wahrheit der „regionalen Theorie", der Beherrschung tabensnotwendiaer Meeresteile, „ozeanischer Lebensräume" unterlegen; wenn sich auch beide durch eine beschickte Politik froie in Venedigs und Englands Glanzzeit) kombinieren ließen. Auch die USA. folgten m"hr der britischen Lehre. (Hawai. Mibway, Wake, Guam.)
Die Achsenmächte aber hätten bereits vor 1939,
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Die Nachrichten von den
Kämpfen in Nordafrika bringen eine Menge von
erschaff« SpinbelnwL s Guido rc genhisslmg t r „Kombick bewies M Form.
sich aufs beste bewährt hatte.
O e Engländer räumen die zähe Drrte digunq Tobrufs ein.
-m-ruLnych-n »n» mtter.
nnfn.f*»« o .enbarten. | menfJ||ent>e Bezeichnung für das westlich gelegene langer,
» ; « « i i t n n i ? n unb für das östlich aeleaene L'byen
Der panzerlrevzer „San O!vko!0".
anglo-ttalienischen f "n Tunis, mähret d'e Cyrenaika im Osten an • Aegypten grenzt. Die Lufllinie zwischen der ägyp
tischen und tunesischen Grenze beträgt 1300 Kilometer, die Küstenlinie ist ehr^s, aber nicht sehr viel weil die Küste nicht tief gegliedert 'st.
scheidung über das Mittelmeer ist nicht durch dis Eroberung Tobruks gefallen, sondern wird durch die Achsenmächte mit schlagenderen Mitteln Herberge- führt werden.
EnaMe Msiolien.
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M. Jahrgang Hr.2( Erscheint t aaltet), außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener^amilienblätier Heimat imBild DieScholle MonatS-Bczugsvreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Cbne-alluitrierte 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei 'Nichterscheinen von einzelnen Wummern infolge boberer Gewalt Fernivrechanschluk 2251 Dwbtanschrift:„Anzeiger" Poufcheck 116»« Tranks. M
^rivolitanien und für das östlich gelegene L'byen erstreckt sich fast 1000 Kilometer von der Cyrenaika. Für diese B-reichnuna Cyrenaika Afrikas aber diefes Innen-
taucht gelegentlich auch der Name Benghasi, manchmal auch Marmarica auf. Der Name Cyrenaika kommt noch von den alten Griechen her, der Name Benahasi sagt dasselbe in arabischer Sprache Der Ausbruch Marmarica bezeichnet eigentlich nur ein Teilgebiet der Cyrenaika. nämlich das etwa 3—400 Meter Hohe leicht gewellte Tafelland im Nordni-sten. Hauntstadt der Cyrenaika ii't der Hafen Benahasi. eine recht alte Siedlung, die jetzt fast 50 OOO Einwohner zählt. T o - bruk bagecyn hat sich erst als italienische Stadt
' Nh '^enteich yen bis ihhPn A.t: !
polnischen Freunde o'senbarten. , ।
Das geopolitische Experiment Venedig 'st ad- gelaufen, der Inselstaatsrest ist seit 1866 m feinem Festland aufgegangen; England steht an einer großen Wende seiner Geschicke; Japan und USA. haben an der Schwelle ihrer ozeanischen Laufbahn als Inselreiche die Wahl; sie stehen beide zur Zeit in großen Derfesttgungszustanben mit ihren eignen Kontinenten: Groß-Ostasien mit pan- asiatischen Hintergründen und Panamerika. Es i eine Weltstunde wichtiger Wahlen: auch eine Götterdämmerung der Inselreiche, nicht nur ur das größte Kulturvolk des Abendlandes Sem Nachbar dabei ist ein raumweites und zukunftstrachnges Sowjet-Eurasien. . . «
Es ist bezeichnend, daß so ähnlich wie der berühmte britische Verfasser von „Ven’ce Prese™ ; aber auch Kaiser Maximilian I., der „Kaiser ohne Geld" G>senza denari“) und trotz seiner Eigen-
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u. a. durch ihre Spanienpolitik, die britischen Einkreisungsmöglichkeiten auch ozeanisch durchbrochen. Die Unvollkommenheit der Sperre von Gibraltar („nur ein Zahn in einem Oberkiefer"), durchschaute der Japaner auf Grund wehrgeopolitischer Erkenntnisse bereits mehr als ein Jahr früher, ehe sie offenbar wurde, und nicht nur unter italienischen, auch unter französischen Fliegerbomben lag, während die britischen Geschwader hafenflüchtig im Mittelmeer umherfuhren. Er erkannte den Hochseeflottenwert der Deutschen aus ihren Manövern in den spanischen Gewässern, ein Jahr, ehe die Welt durch die kühnste Landung großen Stils auf 2000 Kilometer geographischer Länge und 500 Kilometer Breite Nordeuropas angesichts einer zahlenmäßig weit überlegenen Flott" vom Nassen Dreieck bis zum Polarkreis ihren praktischen Beweis erfuhr.
Es ist begreiflich, daß man in Japan für solche wehrpolitische Erfahrungsauswertung besonders hellhörig war in einem Augenblick, wo das Inselreich 1,6 Mill, qkm Festland, also das Zwei- einhalb'ache seines ganzen amtlichen Reichsgebiets, 16 v. H. der Land'läche des theoretischen Großchina, bei rund 5000 Kilometer Landfront besetzt und auf mehr als 7000 Kilometer nasser Front ozeanwärts zu sichern hatte. Immerhin: bet Venedig lag das Problem so, daß eine Insel von wenig mehr als 7 qkm Landraum einige 24 000 qkm ihrer „Terra Fsrma" und 130 000 qkm der Adria, un- gerechnet die beanspruchten Teile des östlichen Mittelmeerbeckens, unter ihrer Vorherrscha't zu halten versuchte; bei England galt dasselbe für eine 228000 qkm große Insel gegenüber einem Weltreich von 39 Mill, qkm und allen „Seven seas“ mit Bevormundung von rund 500 Mill. Menschen,
der englifrfy?n Mittelmeei-flotte zu zwingen, sich als piM erwiesen hat. negiert b^r gnn’e Aufwand Gro^hri^n"iens in Nordafrikn feinen S'nn. Es war ein Verfuch am Rande der Geschehnisse einmal die Ini'iat've an sich ’u reif ' b"e hi^hpr immer in der §>-md der Ack^n-^chtt l D'e Sl'hfe laßt sich nher n-ch^ das aus der
ftanb nehmen. Die k?mm»n^"' Ereianisi". die die B-deutunn der le^ttn Führer - ' mmenkunst m ae- aeh-ner Zeit en4tv,"fren werden durften dos wohl irt nicht zu ferner Zeit erkennen taffen.
Englands Sioß ins Leere
Von unserem Rch.-Korrespondenten.
So schnell rächte sich das größere Meer, der Dzean, für einen ihm roiDer seine eigenste Natttr Angetanen Zwang durch eine einzige Macht, während die viel kleinere Adria auf der Achse zwischen Meftlichem und östlichem Mittelmeerbecken, die Vermittlungsbahn zwischen Abendland und Morgen- Hand, ihn für seine Königin so viel länger willig -oder unwillig getragen hatte, mindestens etwa vom Äahre 1000 bis zu dem Liga-Krieg gegen Venedig. Für alle Meere galt die Erkenntnis der Antike, daß che frei, „ihrer Natur nach allen offen ft e h e n" müßten (natura ompibus patere), daß sie ,^>er Menschheit gemeinsames Gut", keines Insel- reiches Monopol seien, daß kurzfristige, Ichnelle Entscheidungen jählings jede Vorgewalt auf ihm, jeden Anspruch auf „geschlossene Meere" wenden könnten. England hat früher Venedigs Geschichte aufmerksam und sorgfältig studiert; das Drama: „Venice preserved“ aus der Elisabeth- .Zeit von Otway zeugt dafür, wie sehr ihre Erkennt« nis in seinen großen Tagen in bas Schristtums- bewußksein des andern Inselreiches eingegangen mar. Und doch: „bis peccare in bello non licet.. ! ‘ Der bekannte Römerspruch hat das so sehr auf Prä- zedenzfälle erpichte Albion nicht überzeugt.
Ein Churchill durfte doch denselben Fehler zweimal in Flandern, an den Dardanellen, in Nor- wegen begehen, und damit die von Shakespeare mit so glühender Beredsamkeit gefeierte Insel „das Kleinod, in die Silbersee gesetzt", in die höchste Gefahr bringen. Das konnte freilich gewiß nicht ihm nach seiner abenteuerlichen Spielerlaufbahn, aber idoch Köpfen, wie Lloyd George und seinem früheren Privatsekretär L o r d L o t h i a n , dem soeben verstorbenen Botschafter in USA., einem Halifax, den Leitern des Imperial-Institute, schon aus ben Erlebnissen Venedigs zum Bewußtsein kommen, was zwar nicht seine Schne, aber der alte Chamberlain schon 1899 an der Jahrhundertwende als drohende Möglichkeit erkannte und Kitchener 1909 voraussah. Lord 1 Gort stieg nach seinem Kontinentalfehlschlag triefend in Großbritannien an Land; Venedigs Vro- veditore ertrank nach einem ähnlichen wenigstens
gio" widmet die römische Presse ehrende Nachrufe. Das Schiff, ein 1908 bereits vom Stapel gelaufener 9300-Tonnen-Panzerkreuzer, war mit vier Geschützen von 25,4-cm-Kaliber und acht Geschützen von 19-cm-Kaliber ausgerüstet. Er war seit dem Weltkriege nur noch als Artillerieschulschiff verwendet worden und mit seinem charakteristischen Rammsporn allen Angehörigen der italienischen Kriegsmarine bekannt. Bei Eintritt Italiens in ben Krieg war er nach Tobruk gesandt worden und hatte als Flakkreuzer und Küstenbatterie Verwendung gefunden. Zu diesem Zweck war seine Armierung durch 20 Flak- geschütze verstärkt worden, die Decks hatte man durch Sandsäcke gegen Fliegerbomben geschützt. Bereits am zweiten Kriegstage fielen von Bord des „San Giorgio" die ersten Schüsse gegen englische Kreuzer. Er hatte die e r ft e n T o ten der italienischen Kriegsmarine. Verbissen wiederholten die Engländer immer wieder ihre Angriffe von See und der Lust au . An einem einzigen Tage wurden 39 Torpedos . egen den „San Giorgio" abgefeuert, die in ben 'Torpedoschutznetzen gesunden wurden. Sväter wurde das Schi 's in unmittelbarer 1 Nähe der Küste an der Hafeneinfahrt verankert und mit Zement ausgegossen um ihn gegen Torpedo- : angri fe zu schützen. Nach dem Fall von Tobruk wurde das an Land festliegende Schiff gesprengt, nachdem es in acht Monaten heldenmütigen Kampfes
mit seinen Mannen in der Etsch! 1
Denn Venedig hatte zur Zeit seiner Hochblüte als ' eine der führenden Mächte d.er Renaissance einen : ganz ähnlichen Umschwung erlebt wie England I 1940. Das war. als jählings alle Verbündeten der meerbeherrschenden Stadt — mit ihrem weiten Ueberseebesitz bei zu schmaler fester Bodenunterlage — erkannten, wie sehr sie um eines vermeintlichen Gleichgewichts der Krätte willen alle politischen Mitspieler betrogen hatte, und sich gegen sie wandten. Venedig bestand zwar die Gefahr und blieb, wenn auch mit zusammensinkendem Refwe- sitz, als ein bas Festland hemmendes Amphibium von Staat noch bis zum gewaltsamen Umbruch Italiens durch Napoleon am Leben. Aber Die staats- und volksvolitische Schöpferkraft war dahin und mit der führenden Rolle in den Geschicken des Abendlandes war es aus, so wertvoll uns heute noch die Berichte der venezianischen Beobachter an fremden Häfen für den Werdegang des Abendlandes find. Aber solche Werte gewinnen wir ta jetzt schon von der britischen Staat^kunst aus den deutschen Weißbüchern, die einen Teil der Aktenschatze heben, die in Polen und Frankreich und sonst rings an den Ufern des Atlantik in deutsche ^ande gefallen sind und einen kleinen Teilbestand des lichtscheuen Machtgewebes der noch vor kurzem so weit-
ihm seit Faschoda und warf das Joch zu spät ab, um sein Festlandgesicht zu retten. Jetzt führen die Achsenmächte den „Befreiungskrieg", o-der um mit US-amerikanischem Verständnis zu rechnen, den „Unabhängigkeitskrieg" des Abend-- langes gegen feine Bevormundung durch eine briti'che Gleichgewichtstheorie, genau, wie ihn dieses selbe Abendland «gegen die Einmischung Vc^'-digs in alle seine Angelegenheiten auf G^ind feiner Geld- und Flottenmacht geführt hatte. ist die wehrgeopolitische Analogie der Ern- 'mentreihe Venedia, Enaland, Japan, USA. — V”
DiellEA und-erKneg
In diesen Tagen hat Franklin D. Roosevelt mit der Eidesleistung vor beiden Häusern des Kon« gresses die dritte Amtsperiode als Präsident der Vereinigten Staaten begonnen. Seine letzten Aeuße- rungen zur weltpolitischen Lage, mögen sie als Botschaften an den Kongreß offiziellen Charakter tragen, mögen sie als ,Plaudereien am Kamin getarnt sein, zeigen, daß der Präsident nach seiner Wiederwahl sich innerpolitisch stark genug fühlt, jede vorsichtige Zurückhaltung außer Acht zu lassen bei der Verfolgung seines Plans, aus den Vereinigten Staaten das Kriegsarsenal Englands zu machen. Roosevelts Entwurf eines Englandhilfe- Gesetzes, der augenblicklich dem Kongreß zur Beratung vorliegt, bestimmt, daß in den der Regie» rung der Vereinigten Staaten unterstehenden Rüstungswerken und Schiffswerften „jedes Verteidigungsmittel für die Regierung aller der Länder heraestellt werden kann, deren Verteidigung der Präsihpnt als lebenswichtig für die Verteidigung der USA. bezeichnet." Der Präsident soll ermächtigt werden, diesen Regierungen „jedes Verteidigungsmittel zu verkautan, zu übergeben, zu verpachten, zu lechen ober es ihnen im Tausch ober auf einem anberen Wege zukommen zu lassen." Roosevelt und seine Mitarbeiter haben nicht bamit Hinterm Berg gehalten, daß sie ausschließlich England meinen, besten Verteidigung für die Verteidigung der USA. lebenswichtig sein soll. Sie setzen sich mit einer solchen Politik einseitiger Kriegshilfe nicht nur in Widerspruch zu den von den Vereinigten Staaten selbst durch Unterschrift als für sie verbindlich an- erkannten Grundsätzen des Völkerrechts, wie sie' in der Haaaer Konvention von 1907 festgelegt sink^ deren Artikel VI einer neutralen Macht die unmittelbare unb mittelbare Abnabe von Kriegsschiffen, Munition ober sonstigem Kri"gsmaterial an eine kriegführende Macht verbietet, sie finben — worauf
Rom, 25. Jan. (DRB Funkspruch.) Aq-nzia Sttfani weist nach einem Rückblick auf bie vergeb- lichen Bemühungen Englands zur K^iegsauswei- n, weil । fupg auf dem Balkan mit Nachdruck darauf hin, 1 wach-. tzaß die englische Regierung in bezug auf die Mög- mtinente pxt.n .-u..« >>:« wAinnmnA-« »tn»n ©mf nt
irben,Uji sprach einst der Doge, zu behch Lagunen - Insel - Stadt
liebfeit, zwischen die Achsenmächte einen Keil zu treiben, in einer völlig irrealen Welt lebt. Die Italiener hätten sehr wohl erkannt, daß Enaland der Feind ihrer Lebens, und Erpansionsrechte ist. Sie würden deshalb entschlossen an der Seite des verbündeten Deutschland gegen den Todfeind der euroväischen Ordnung kämpfen bis zum Endsieg. Darüber hinaus habe England geglaubt, mit seiner Offensive in Libyen sich die Vorherrschaft über das Mittelmeer sichern zu können. Aber auch von diesem Gesichtspunkt aus habe bie mit ungeheuren Kräften von den Engländern in der Cyrenaika unternommene Offensive keine Resultate erbracht unb werben auch fein solches erbringen. Nach den schweren Verlusten in ber jüngsten Schlacht in der Straße von Sizilien habe bte britische Flotte allem Anschein nach darauf verzichtet, das Mittelmeer als , Durchaangsstraße zu benutzen. Die deutschen und senen Einsatz der deutschen Flieger im Mtttelmeer italienischen Luft- unb Seestreitkräfte operierten in ist er zäher unb ft ä r f e r b e n n je. Ob aber einer Meise, die dieses Meer prakttsch für die eng- die Gefahr für den Suez-Kanal burch die englische «™- • ■— *-----"
Gegenoffensive behoben itt, erscheint zweifelhaft, zumal sich nun auch beutsche Flugzeuge über der


