Einzelbild herunterladen

Samstag,25.^Sonntag.2b JanuarMl

d Samstag,. / soi

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Von Generalmajor a. D. Dr. Karl Haushofer, o. Professor an der Universität München'

wenn er den Brautring der

ab,

nenn wir

vermählen

lische Marine unbenutzbar macht.'

Rom, 24. Ian. (DRB.) Dem vor Tobruk ges

während es ^u Drohen taktischen Ansandungen

roanreno es ^u großen innreren zin-Tirunnri u m, -ouh. vww.j*ö-

gezmunaen ist, die unsere italienischen Wnifenbrü-' sprengten ehemaligen PanzerkreuzerSan Gior. s,. s.,___l ----«utAntnrunncnnffon OrÄ n, ' nin" mihrnoi hio rnmifrhp sRrpffp ebrende Nachrufe.

Der libysche Kriegsschauplatz

Küste in das Innere Afrikas aber dieses Innen

«SÄFÄ^WEjEigegägB iTÄ'Ä «*».«»»«1«'

nnigen Spott. So schnell

Wir vermählen dich, Meer, zum Zeichen einer immerwährenden und wahrhaften Herrschaft." So

seit der sich

Zchriftlettnng und Geschäftrstelle: Eietzen. Lchulftratze 7-9

gunen Insel - Stadt vomBucentoro" in die Adria versenkte und - gab damit ein Sinnbild für eine der gewagtesten geopolitischen Unternehmun- Len an Reichsbildung in der Weltgeschichte und politischen Erdkunde, die immerhin ein Jahrtausend . überstand (6971797). Ihre überzeugendste Dar­stellung in der Kunst ist der aus dem Wasser stei­gende Markuslöwe des Carpaccio im Dogenpalast.

Erst dreihundert Jahre währt die in weltum- spannendem Stil unternommene größere W i e Lerholung eines verwandten Unternehmens von London aus-, und schon zeichnete der genialste

Spottbildzeichner des Fernen Ostens ein doppel­deutiges Sinnbild darüber. Roch im Frühsommer 1939 konnte es eine Verherrlichung des Briten. Teichs sein, dessen König damals den schmalen Kul­tur- und Verkehrsstreifen durchfuhr, der den erd- umspannenden Ring des Weltreichs vom Atlantik zum Pazifik schloß. Schon seit dem Frühsommer 1940 aber konnte es mit dem aut der bedrohten Insel verdrießlich nach Kanada watenden Briten- llöwen so ganz anders gedeutet werden während Der Atlantik seinen Dreizack präsentierte: 1939 viel­leicht noch im Ernst, 1940 vielleicht schon im grim-

R o m, 24. Januar 1941.

England ist mit seinem ^afrikanischen Feldzug in eine Sackgasse geraten. Daran können auch die tak­tischen Erfolge nichts ändern, die es dank seiner Ueberlegenheit an Truppen und besonders am Material mit großen Verlusten erkämpfen konnte. Der Einsatz von 400 000 Mann und tausend Flug­zeugen sowie des so kostbaren Kriegsmaterials um das man die USA. täglich auf den Knien

anfleht wird durch die Besetzung eines Wüstcn- strei'ens längs des Mittelmeers nicht gerechtfertigt. Gelbft wenn die Engländer von Tobruk aus den hügeligen Landvorsnrung der Cyreimika rechts liegen lassen und d"n für Fahrzeuge besser benutz­baren Weg durch die Wüste wählen sollten, um unmittelbar auf Benghasi vorzustoßen, wäre kcrum viel für sie gewonnen. Jeder weitere Kla­mmer Wüste bedinot weiteren Einsatz von Menschen und Material zur Sicherung der rückwärtigen Ver- bin-dungen. Man darf jedoch nicht vergessen, daß es immerhin geraume Zeit gedauert hat, bis der englische Vorstoß soweit vorgetragen war, und daß der hinhaltende Widerstand der tapferen italienischen Soldaten trotz einer zahlenmäßigen Unterlegenheit und einer noch emvfindlicheren an Material die Enaländer zu aroßen Opfern zwingt.

Der afrikanische Feldrng kann für die Engländer nur zwei Zwecken gedient haben: Einmal einem vielleich befürchteten itali-nifchen Vorstoß auf die Zone des Suez-Kanals durch eine Gegenoffen­sive zunorzukommen, oder aber, was in ausländi­schen Beobachterkreisen meist ang-nowmen wird, durch einen P r e st i g e e r s o l g die Moral des italienischen Volkes zu erschüttern. Daß das leßtere nicht d-r Fall war. geht nicht nur aus der itotteni- scheu Presse und den zahlreichen Dertrauenskund-

einem Viertel der Erdbewohner!

Seinen Weltherrschaftsansnruch aber bestritten ihrem Entstehen als Reiche die Raumriesen USA. und der Sowjetbünde; Frankreich fügte

gebungen hervor, die den unerschütterlichen Sieges­willen des italienischen Volkes zum Aufdruck ge­bracht haben, sondern erweist sich auch den im Lande Lebenden in den Gesorächen des täglichen Umgangs. Der Kriegswille Italiens ist nicht erschüttert, und fetzt, nach dem Tref­fen der beiden Führer der Achse und nach dem of-

Kanalzone gezeigt haben.

Was kann also England noch von dem Feldzug in Afrika erhoffen? Strategisch flöht es in? Leere,

gebiet ist bis auf einige spärliche Oasen Wüste.

Tobruk liegt in der Marmarica, an der- stenstraße, die von B a r b i a an der ägnüfi'rhcn Grenze nach D e r n a. B e n g h a s i und entlang der Großen Snrte noch T r i v o l i s führt. Don B^udia bis Tobruk beträgt die Entfernung etwa 120 Kilo­meter. Die Engländer sind also an dieser Stelle rund 130 Kilometer in der Marmarica ooraedrun- gen, während die Italiener mnächst rund 220 Kilo- meter in die ägyptische Wüste eingedrungen waren. Oe mehr sich die Enaländer von d-'M Ausgangsort ihrer O'ttensive ent'ernen. um so schw'eriaer wird

Stockholm, 24. Ian. (Europapreß.) Von bri­tischer Seite wird jetzt zugegeben, daß die italieni- lchen Verluste an Heimattruppen minimal sind. Den Engländern fielen, so wird englischerseits erklärt, fast ausschließlich Eingeborenentrup- nen in die Hände. 0m übrigen wird der Wider­stand der heldenhaft kämpfenden Italiener bei To­bruk in den jüngsten vom Kriegsschauplatz in Eng­land eingetroffenen Meldungen als überaus

Phönikien, Athen. Karthago vergesse' sie schon in der Antike ähnliche Ersr ten. Immer wieder emnören sich bi' gegen die Inseln, die sich dem Meer wollen.

der durch ihren verbissenen, autan^e'-unasvollen Er­satz recht verlustreich gestal^n. Nachdem di- erb^e moralische Schockwirkung auf da« italienische Volk nicht einaetreten ist und der Verbuch, das Schw-r- gew'cht des Krieges auf einen von England für aussichtsr'-ich ael>attenen Schwwlatz zu nerleaen und damit italienische Transvorkschiffe vor die Kanonen

Venedigs und Englands Vermählung mit dem Meere.

Vn»S und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei R. Lange

schäft alsletzter Ritter" voll kaufmännischer und wirtschaftlicher Instinkte, nur ohne Folgerichtigkeit zu ihrer Verfolgung, die Schwäche Venedigs genau so in seiner Krise erkannten, wie heute Stalin und Molotow oder wie der japanische Admiral Gumpei Sekine die Schwächen der britischen Westmacht­politik gegen die Achsenmächte in einer Aufsatzreihe imGaiko Jiho" schon 1939 beschrieb, ehe der Britenlöwe nach Kanada fuhr, um von dort aus die USA. für seine kommenden Festlandüberfälle gegenüber Europa einzunebeln.

Er sah voraus, daß die Eingliederung von Böh­men und Mähren wie Memel durch Deutschland und von Albanien durch Italien die europäische Krisis beschleunigen werde, wie die venezianische Krise durch Maximilians Friaul-Politik und Frank­reichs Mailand-Politik beschleunigt wurde; der Japaner glaubte aber, ihre wshrpolitische Klugheit würde die zahlenmäßig in Europa der Achse unter- legenen Westmächte zwar zu aufmerksamer Verfol­gung der Entwicklung, aber nur zur Selbstverteidi­gung gegen unmittelbareAggression" gegen ihr eigenes Gebiet bewegen. Er schätzte scharf und klar die innere Kraftüberlegenheit der Achsenmächte so ein, wie sie sich 1940 offenbarte und sah vor allem den furchtbaren Nachteil der 4 Mill, brachliegenden Hektars in Großbritannien und die Tatsache der keineswegs beherrschten Norb- ee. Er hielt die deutsche Drohung" so stark, daß sie dem Britenreich das Wagen eines Krieaes gegen USA., Japan oder Italien verbieten müsse. Er entwickelte daraus seine Theorie derbasischen lebensnotwendigen Seefläch e", wie sie Venedig in der Adria, Japan im ostasiatischen Kü­stenmeerkorridor sah, und England nach seiner Mei­nung trotz aller Künste bei den Seekonferenzen zu Washington und London nicht besaß, während Deutschland Ostsee und Schwarzes Meer im Welt­kriegkontrolliert" habe. Die britische Stützvunkt- theorie, dieRoutentheorie" (z. B. Gibraltar, Matta,

Suez, Aden, Colombo, Penang, Singapore. Hong­kong) sei in Wahrheit derregionalen Theorie", der Beherrschung tabensnotwendiaer Meeresteile, ozeanischer Lebensräume" unterlegen; wenn sich auch beide durch eine beschickte Politik froie in Vene­digs und Englands Glanzzeit) kombinieren ließen. Auch die USA. folgten m"hr der britischen Lehre. (Hawai. Mibway, Wake, Guam.)

Die Achsenmächte aber hätten bereits vor 1939,

n 1.

°fcen.$ufa teinbera eich 'denfurt 1

m

Einnahme von Anzeige« für die Miltagsnummer bistt'/.Nbr desVornnttags

Anzeigen-Preise:

Anzeigenteil 7 .'Hof. ie nim bei 22 nun Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. le mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malftaffell AbscMüueMengenüanel B Platzvorfchrift < vorherige Vereinbarung) 251 n mehr

Die Nachrichten von den

Kämpfen in Nordafrika bringen eine Menge von

erschaff« SpinbelnwL s Guido rc genhisslmg t rKombick bewies M Form.

sich aufs beste bewährt hatte.

O e Engländer räumen die zähe Drrte digunq Tobrufs ein.

-m-ruLnych-n »n» mtter.

nnfn.f*»« o .enbarten. | menfJ||ent>e Bezeichnung für das westlich gelegene langer,

» ; « « i i t n n i ? n unb für das östlich aeleaene L'byen

Der panzerlrevzer San O!vko!0".

anglo-ttalienischen f "n Tunis, mähret d'e Cyrenaika im Osten an Aegypten grenzt. Die Lufllinie zwischen der ägyp­

tischen und tunesischen Grenze beträgt 1300 Kilo­meter, die Küstenlinie ist ehr^s, aber nicht sehr viel weil die Küste nicht tief gegliedert 'st.

scheidung über das Mittelmeer ist nicht durch dis Eroberung Tobruks gefallen, sondern wird durch die Achsenmächte mit schlagenderen Mitteln Herberge- führt werden.

EnaMe Msiolien.

tu*

M. Jahrgang Hr.2( Erscheint t aaltet), außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener^amilienblätier Heimat imBild DieScholle MonatS-Bczugsvreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Cbne-alluitrierte 1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei 'Nichterscheinen von einzelnen Wummern infolge boberer Gewalt Fernivrechanschluk 2251 Dwbtanschrift:Anzeiger" Poufcheck 116»« Tranks. M

^rivolitanien und für das östlich gelegene L'byen erstreckt sich fast 1000 Kilometer von der Cyrenaika. Für diese B-reichnuna Cyrenaika Afrikas aber diefes Innen-

taucht gelegentlich auch der Name Benghasi, manchmal auch Marmarica auf. Der Name Cyrenaika kommt noch von den alten Griechen her, der Name Benahasi sagt dasselbe in arabischer Sprache Der Ausbruch Marmarica bezeichnet eigentlich nur ein Teilgebiet der Cyrenaika. nämlich das etwa 3400 Meter Hohe leicht gewellte Tafel­land im Nordni-sten. Hauntstadt der Cyrenaika ii't der Hafen Benahasi. eine recht alte Sied­lung, die jetzt fast 50 OOO Einwohner zählt. T o - bruk bagecyn hat sich erst als italienische Stadt

' Nh '^enteich yen bis ihhPn A.t: !

polnischen Freunde o'senbarten. ,

Das geopolitische Experiment Venedig 'st ad- gelaufen, der Inselstaatsrest ist seit 1866 m feinem Festland aufgegangen; England steht an einer großen Wende seiner Geschicke; Japan und USA. haben an der Schwelle ihrer ozeanischen Laufbahn als Inselreiche die Wahl; sie stehen beide zur Zeit in großen Derfesttgungszustanben mit ihren eignen Kontinenten: Groß-Ostasien mit pan- asiatischen Hintergründen und Panamerika. Es i eine Weltstunde wichtiger Wahlen: auch eine Göt­terdämmerung der Inselreiche, nicht nur ur das größte Kulturvolk des Abendlandes Sem Nachbar dabei ist ein raumweites und zukunftstrachnges Sowjet-Eurasien. . . «

Es ist bezeichnend, daß so ähnlich wie der be­rühmte britische Verfasser vonVence Prese ; aber auch Kaiser Maximilian I., derKaiser ohne Geld" G>senza denari) und trotz seiner Eigen-

virgenbwtii ilt, weil x >9ens mit fr

"ta»>

ch-i» im

ö&e ber|b

°nhei^7l

Ql eme

K*.i

f zwisch" d am 30 Je >n bishechf te Deutsch!^

jieler kor n den W. mit 15:14 M in aufregM haften W\ Dieser Sieg" je über die" den.

u- , ßtube if' Ihre 6lu

ft

leifer

Pf.

.ahren ftortr lorderüch, k lebung-leitk? liefern ZE hmätag m Pf em er, Zielrichii g des sfachumt

hat an k Schilauf c.

oom 20. fc Er wird ) nt mitgegrtr ben.

L

e n entfenb? rschaften c irer ist A annschaft st-' Dblt PössiW

feine Ofl motofow r Dachfeite^

r «E i*«« r. rte hm ein N* hafte an «nbJWS (t bei n«i|,c rfu» ***' >.n »erunW , antworte»"

»gier n!

M den- frin-'A' n W un6 9 Schlön W äs*

u. a. durch ihre Spanienpolitik, die britischen Ein­kreisungsmöglichkeiten auch ozeanisch durchbro­chen. Die Unvollkommenheit der Sperre von Gi­braltar (nur ein Zahn in einem Oberkiefer"), durchschaute der Japaner auf Grund wehrgeopoliti­scher Erkenntnisse bereits mehr als ein Jahr früher, ehe sie offenbar wurde, und nicht nur unter italie­nischen, auch unter französischen Fliegerbomben lag, während die britischen Geschwader hafenflüchtig im Mittelmeer umherfuhren. Er erkannte den Hochseeflottenwert der Deutschen aus ihren Manövern in den spanischen Gewässern, ein Jahr, ehe die Welt durch die kühnste Landung gro­ßen Stils auf 2000 Kilometer geographischer Länge und 500 Kilometer Breite Nordeuropas angesichts einer zahlenmäßig weit überlegenen Flott" vom Nassen Dreieck bis zum Polarkreis ihren praktischen Beweis erfuhr.

Es ist begreiflich, daß man in Japan für solche wehrpolitische Erfahrungsauswertung beson­ders hellhörig war in einem Augenblick, wo das Inselreich 1,6 Mill, qkm Festland, also das Zwei- einhalb'ache seines ganzen amtlichen Reichsgebiets, 16 v. H. der Land'läche des theoretischen Großchina, bei rund 5000 Kilometer Landfront besetzt und auf mehr als 7000 Kilometer nasser Front ozeanwärts zu sichern hatte. Immerhin: bet Venedig lag das Problem so, daß eine Insel von wenig mehr als 7 qkm Landraum einige 24 000 qkm ihrer Terra Fsrma" und 130 000 qkm der Adria, un- gerechnet die beanspruchten Teile des östlichen Mit­telmeerbeckens, unter ihrer Vorherrscha't zu halten versuchte; bei England galt dasselbe für eine 228000 qkm große Insel gegenüber einem Welt­reich von 39 Mill, qkm und allenSeven seas mit Bevormundung von rund 500 Mill. Menschen,

der englifrfy?n Mittelmeei-flotte zu zwingen, sich als piM erwiesen hat. negiert b^r gnne Aufwand Gro^hri^n"iens in Nordafrikn feinen S'nn. Es war ein Verfuch am Rande der Geschehnisse einmal die Ini'iat've an sichu reif ' b"e hi^hpr immer in der §>-md der Ack^n-^chtt l D'e Sl'hfe laßt sich nher n-ch^ das aus der

ftanb nehmen. Die k?mm»n^"' Ereianisi". die die B-deutunn der le^ttn Führer - ' mmenkunst m ae- aeh-ner Zeit en4tv,"fren werden durften dos wohl irt nicht zu ferner Zeit erkennen taffen.

Englands Sioß ins Leere

Von unserem Rch.-Korrespondenten.

So schnell rächte sich das größere Meer, der Dzean, für einen ihm roiDer seine eigenste Natttr Angetanen Zwang durch eine einzige Macht, wäh­rend die viel kleinere Adria auf der Achse zwischen Meftlichem und östlichem Mittelmeerbecken, die Ver­mittlungsbahn zwischen Abendland und Morgen- Hand, ihn für seine Königin so viel länger willig -oder unwillig getragen hatte, mindestens etwa vom Äahre 1000 bis zu dem Liga-Krieg gegen Venedig. Für alle Meere galt die Erkenntnis der Antike, daß che frei,ihrer Natur nach allen offen ft e h e n" müßten (natura ompibus patere), daß sie ,^>er Menschheit gemeinsames Gut", keines Insel- reiches Monopol seien, daß kurzfristige, Ichnelle Entscheidungen jählings jede Vorgewalt auf ihm, jeden Anspruch aufgeschlossene Meere" wen­den könnten. England hat früher Venedigs Ge­schichte aufmerksam und sorgfältig studiert; das Drama:Venice preserved aus der Elisabeth- .Zeit von Otway zeugt dafür, wie sehr ihre Erkennt« nis in seinen großen Tagen in bas Schristtums- bewußksein des andern Inselreiches eingegangen mar. Und doch:bis peccare in bello non licet.. ! Der bekannte Römerspruch hat das so sehr auf Prä- zedenzfälle erpichte Albion nicht überzeugt.

Ein Churchill durfte doch denselben Fehler zweimal in Flandern, an den Dardanellen, in Nor- wegen begehen, und damit die von Shakespeare mit so glühender Beredsamkeit gefeierte Inseldas Kleinod, in die Silbersee gesetzt", in die höchste Ge­fahr bringen. Das konnte freilich gewiß nicht ihm nach seiner abenteuerlichen Spielerlaufbahn, aber idoch Köpfen, wie Lloyd George und seinem früheren Privatsekretär L o r d L o t h i a n , dem so­eben verstorbenen Botschafter in USA., einem Halifax, den Leitern des Imperial-Institute, schon aus ben Erlebnissen Venedigs zum Bewußt­sein kommen, was zwar nicht seine Schne, aber der alte Chamberlain schon 1899 an der Jahrhundertwende als drohende Möglichkeit er­kannte und Kitchener 1909 voraussah. Lord 1 Gort stieg nach seinem Kontinentalfehlschlag trie­fend in Großbritannien an Land; Venedigs Vro- veditore ertrank nach einem ähnlichen wenigstens

gio" widmet die römische Presse ehrende Nachrufe. Das Schiff, ein 1908 bereits vom Stapel gelaufener 9300-Tonnen-Panzerkreuzer, war mit vier Ge­schützen von 25,4-cm-Kaliber und acht Geschützen von 19-cm-Kaliber ausgerüstet. Er war seit dem Weltkriege nur noch als Artillerieschul­schiff verwendet worden und mit seinem charak­teristischen Rammsporn allen Angehörigen der ita­lienischen Kriegsmarine bekannt. Bei Eintritt Ita­liens in ben Krieg war er nach Tobruk gesandt worden und hatte als Flakkreuzer und Küstenbatterie Verwendung gefunden. Zu diesem Zweck war seine Armierung durch 20 Flak- geschütze verstärkt worden, die Decks hatte man durch Sandsäcke gegen Fliegerbomben geschützt. Be­reits am zweiten Kriegstage fielen von Bord des San Giorgio" die ersten Schüsse gegen eng­lische Kreuzer. Er hatte die e r ft e n T o ten der italienischen Kriegsmarine. Verbissen wiederholten die Engländer immer wieder ihre Angriffe von See und der Lust au . An einem einzigen Tage wurden 39 Torpedos . egen denSan Giorgio" ab­gefeuert, die in ben 'Torpedoschutznetzen gesunden wurden. Sväter wurde das Schi 's in unmittelbarer 1 Nähe der Küste an der Hafeneinfahrt verankert und mit Zement ausgegossen um ihn gegen Torpedo- : angri fe zu schützen. Nach dem Fall von Tobruk wurde das an Land festliegende Schiff gesprengt, nachdem es in acht Monaten heldenmütigen Kampfes

mit seinen Mannen in der Etsch! 1

Denn Venedig hatte zur Zeit seiner Hochblüte als ' eine der führenden Mächte d.er Renaissance einen : ganz ähnlichen Umschwung erlebt wie England I 1940. Das war. als jählings alle Verbündeten der meerbeherrschenden Stadt mit ihrem weiten Ueberseebesitz bei zu schmaler fester Bodenunter­lage erkannten, wie sehr sie um eines vermeint­lichen Gleichgewichts der Krätte willen alle politi­schen Mitspieler betrogen hatte, und sich gegen sie wandten. Venedig bestand zwar die Gefahr und blieb, wenn auch mit zusammensinkendem Refwe- sitz, als ein bas Festland hemmendes Amphibium von Staat noch bis zum gewaltsamen Umbruch Italiens durch Napoleon am Leben. Aber Die staats- und volksvolitische Schöpferkraft war dahin und mit der führenden Rolle in den Geschicken des Abendlandes war es aus, so wertvoll uns heute noch die Berichte der venezianischen Beobachter an fremden Häfen für den Werdegang des Abendlan­des find. Aber solche Werte gewinnen wir ta jetzt schon von der britischen Staat^kunst aus den deut­schen Weißbüchern, die einen Teil der Aktenschatze heben, die in Polen und Frankreich und sonst rings an den Ufern des Atlantik in deutsche ^ande ge­fallen sind und einen kleinen Teilbestand des licht­scheuen Machtgewebes der noch vor kurzem so weit-

ihm seit Faschoda und warf das Joch zu spät ab, um sein Festlandgesicht zu retten. Jetzt führen die Achsenmächte denBefreiungskrieg", o-der um mit US-amerikanischem Verständnis zu rechnen, den Unabhängigkeitskrieg" des Abend-- langes gegen feine Bevormundung durch eine briti'che Gleichgewichtstheorie, genau, wie ihn dieses selbe Abendland «gegen die Einmischung Vc^'-digs in alle seine Angelegenheiten auf G^ind feiner Geld- und Flottenmacht geführt hatte. ist die wehrgeopolitische Analogie der Ern- 'mentreihe Venedia, Enaland, Japan, USA. V

DiellEA und-erKneg

In diesen Tagen hat Franklin D. Roosevelt mit der Eidesleistung vor beiden Häusern des Kon« gresses die dritte Amtsperiode als Präsident der Vereinigten Staaten begonnen. Seine letzten Aeuße- rungen zur weltpolitischen Lage, mögen sie als Botschaften an den Kongreß offiziellen Charakter tragen, mögen sie als ,Plaudereien am Kamin getarnt sein, zeigen, daß der Präsident nach seiner Wiederwahl sich innerpolitisch stark genug fühlt, jede vorsichtige Zurückhaltung außer Acht zu lassen bei der Verfolgung seines Plans, aus den Vereinig­ten Staaten das Kriegsarsenal Englands zu machen. Roosevelts Entwurf eines Englandhilfe- Gesetzes, der augenblicklich dem Kongreß zur Be­ratung vorliegt, bestimmt, daß in den der Regie» rung der Vereinigten Staaten unterstehenden Rüstungswerken und Schiffswerftenjedes Vertei­digungsmittel für die Regierung aller der Länder heraestellt werden kann, deren Verteidigung der Präsihpnt als lebenswichtig für die Verteidigung der USA. bezeichnet." Der Präsident soll ermächtigt werden, diesen Regierungenjedes Verteidigungs­mittel zu verkautan, zu übergeben, zu verpachten, zu lechen ober es ihnen im Tausch ober auf einem anberen Wege zukommen zu lassen." Roosevelt und seine Mitarbeiter haben nicht bamit Hinterm Berg gehalten, daß sie ausschließlich England meinen, besten Verteidigung für die Verteidigung der USA. lebenswichtig sein soll. Sie setzen sich mit einer sol­chen Politik einseitiger Kriegshilfe nicht nur in Widerspruch zu den von den Vereinigten Staaten selbst durch Unterschrift als für sie verbindlich an- erkannten Grundsätzen des Völkerrechts, wie sie' in der Haaaer Konvention von 1907 festgelegt sink^ deren Artikel VI einer neutralen Macht die unmit­telbare unb mittelbare Abnabe von Kriegsschiffen, Munition ober sonstigem Kri"gsmaterial an eine kriegführende Macht verbietet, sie finben worauf

Rom, 25. Jan. (DRB Funkspruch.) Aq-nzia Sttfani weist nach einem Rückblick auf bie vergeb- lichen Bemühungen Englands zur K^iegsauswei- n, weil fupg auf dem Balkan mit Nachdruck darauf hin, 1 wach-. tzaß die englische Regierung in bezug auf die Mög- mtinente pxt.n .-u..« >>:« wAinnmnA-« »tn»n ©mf nt

irben,Uji sprach einst der Doge, zu behch Lagunen - Insel - Stadt

liebfeit, zwischen die Achsenmächte einen Keil zu treiben, in einer völlig irrealen Welt lebt. Die Ita­liener hätten sehr wohl erkannt, daß Enaland der Feind ihrer Lebens, und Erpansionsrechte ist. Sie würden deshalb entschlossen an der Seite des ver­bündeten Deutschland gegen den Todfeind der euroväischen Ordnung kämpfen bis zum Endsieg. Darüber hinaus habe England geglaubt, mit seiner Offensive in Libyen sich die Vorherrschaft über das Mittelmeer sichern zu können. Aber auch von diesem Gesichtspunkt aus habe bie mit ungeheuren Kräf­ten von den Engländern in der Cyrenaika unter­nommene Offensive keine Resultate erbracht unb werben auch fein solches erbringen. Nach den schweren Verlusten in ber jüngsten Schlacht in der Straße von Sizilien habe bte britische Flotte allem Anschein nach darauf verzichtet, das Mittelmeer als , Durchaangsstraße zu benutzen. Die deutschen und senen Einsatz der deutschen Flieger im Mtttelmeer italienischen Luft- unb Seestreitkräfte operierten in ist er zäher unb ft ä r f e r b e n n je. Ob aber einer Meise, die dieses Meer prakttsch für die eng- die Gefahr für den Suez-Kanal burch die englische «- *-----"

Gegenoffensive behoben itt, erscheint zweifelhaft, zu­mal sich nun auch beutsche Flugzeuge über der