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Oie feste Wirischastssroni der Achse.

Das Ergebnis des Besuchs -es Reichswiltschastsministers in Rom.

Rom, 23. Oktober. (DRV.) Der Besuch des Reichswirtschaftsministers F u n k rn Italien hat am Donnerstag seinen offiziellen Abschluß gefunden. Während des mehrtägigen Aufenthaltes in Rom ha­ben Reichsminifter Funk und der italienische Mi­nister für den Außenhandel und Devisen Ric­ca r di, dessen Gast der Reichsminister war, in ein- gehnden Aussprachen alle Fragen erörtert, die für die Volkswirtschaft der beiden Länder von Interesse sind. Dabei haben sie vor allem die Probleme be­handelt, die sich aus der gemeinsamen Kriegsfüh» rung der beiden verbündeten Völker auf wirtschaft­lichem Gebiet ergeben. Sie konnten feftstellen, daß die wirffchaftliche Zusammenarbeit Deutschlands und Italiens auf der von den beiden Regierungen ge­schaffenen vertraglichen Grundlage ausgezeichnet funktioniert und daß

die wirtschaftliche Front der Achse ebenso fest steht, wie die militärische Front.

Die beiden Minister hatten ferner Gelegenheit, den anläßlich des Besuches des Ministers Riccardi in Berlin im Herbst vorigen Jahres begonnenen Ge­dankenaustausch über ihre gegenseitigen Erfahrun­gen in der Behandlung der kriegswirtschaft­lichen Probleme in den beiden Ländern fort­zusetzen. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei der Aufgabe gewidmet, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um sowohl im inneren, wie im gegen­seitigen Warenaustausch und im Warenaustausch mit dritten Ländern das Preisgefüge auch im Kriege auf einem gesunden Niveau zu halten.

Deutscherseits wurde in diesem Zusammenhang die Bereitwilligkeit erklärt, den bereits seit dem 1. Ja» nuar 1941* gebundenen niedrigen deutschen Kohlenpreis, der ein entscheidender Faktor für die Preisbildung in Italien ist, bis zum Ende des Jahres 1942 nicht zu erhöhen. Italienischerseits wer­den für die italienische Ausfuhr nach Deutschland entsprechende Maßnahmen durch einen Preis stop auf einer vereinbarten Grund­lage ergriffen werden. Außerdem konnte deutscher­seits die zusätzliche Lieferung einiger kriegswichtiger Erzeugnisse an Ita­lien zugesagt werden. Auch in der jetzigen und zu­künftigen Behandlung der Währungspro­bleme wurde eine völlige Uebereinstimmung er­zielt.

Gleichzeitig wurden die schon früher begonne­nen Beratungen über die z u k ü n f l i g e w i r t- schaftliche Gestaltung Europas fort- gesetzt. Die Anschauungen der beiden Regierun­gen über die Rotwendigkeit der planmäßigen Ordnung des europäischen Wirtfchaftsraumes zur Sicherung der wirtschaftlichen Unabhängig­keit Europas stimmen in allen Punkten überein. Wie bereits bekanntgegeben, wurde Reichsminifter Funk vom Duce empfangen. Er hatte ferner Un­terhaltungen mit einer. Reihe führender italienischer Persönlichkeiten, so vor allem mit dem italienischen Außenmini st er und den mit der Leitung der verschiedenen wirtschaftlichen Ressorts betrauten Fachministern.

Cm Volk in Bewährung."

Aufruf zur 2. Reichsstraßensammlung für das Kriegs-WHW.

Berlin. 23. Okt. (DNB.) Stabschef Lutze, Reichsführer ff Himmler, Korpsführer Hühn­lein und Korpsführer Ehristiansen erlassen zur 2. Reichsstratzensammlung am Samstag und Sonntag folgenden Aufruf:

Ein Volk in der Bewährung

Sieg der Front Treue der Heimat.

*"Den Marsch, von Horst Wessel begonnen, im braunen Gewand der SA., vollenden die grauen Kolonnen: die große Stunde ist da!"

Mit unerhörter Tapferkeit und unvergleichlichen Leistungen schreitet unsere Wehrmacht von Sieg zu Sieg. Wie^ in den Jahrhunderten deutscher Ge­schichte bringt auch heute der Soldat an der Front zum Schutze der Heimat alle Opfer, wenn es das

Schicksal fordert, auch sein größtes, das Opfer seines Blutes.

Die Heimat zeige sich ihrer Helden würdig durch die Tat.

Deuffches Volk! Du wirst dich auch diesmal be­währen! Trage mit Stolz die Zeichen, die von Geist und Haltung unseres Volkes zu allen Zeiten künden. Es sei zugleich ein Dank für das beispiellose Helden­tum deiner Väter und Söhne an der Front.

Der Stabschef der SA. Der Reichsführer ff

Lutze. Himmler.

Der Korpsführer des NSKK. Hühnlein.

Der Korpsführer des NSFK. Christiansen.

Flamen sehen den deutschen Sozialismus.

Flämische Sozialwiffenschastler beim Gauleiter.

NSG. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger empfing am Donnerstagoormmag im ALolf-Hitler- Haus in der Gauhauptstadl eine Abordnung flä­mischer Sozialwissenschaftler, die sich auf Einladung des Hauptamtes für Volkswohlfahrt auf einer Deutschlandreise befinden.

Die Abordnung des flämischen Bruderstammes, der u.a. auch der Leiter des flämischen Aerztever- bandes wie die Leiterin der flämischen Schwestern­schaft angehören, wurde vom Gauleiter mit herz­lichen Worten begrüßt. Er drückte den Gästen seine Freude darüber aus, daß sie Gelegenheit genom­men hatten, den sozialen Aufbau des Reiches zu studieren. Es. sei kein Zufall, so führte der Gauleiter in diesem Zusammenhang weiter aus, daß der wahre Sozialismus in Deutschland ge­boren wurde. Der deutsche Mensch sei von Natur aus sozialistisch veranlagt, das Füreinander- e i n st e h e n , das Kameradsein liege ihm im Blut. Der Marxismus habe bewußt diese Veran­lagung des deutschen Menschen für seine alle völ­kischen Werte zerstörenden Ziele ausgenutzt. Wohin diese Entwicklung geführt habe, zeige der vom Ju­dentum für seine Macht- und Herrschaftsziele miß­brauchte und verratene Sozialismus, wie er sich heute in der Sowjetunion nach den Erfolgen der deutschen Wehrmacht der ganzen Welt offenbare. Demgegenüber erläuterte der Gauleiter den durch

Adolf Hitler zur Tat gewordenen Sozialismus in Deutschland, wie er sich in der Tätigkeit der NSV. am überzeugendsten darstelle. Wenn auch der Na­tionalsozialismus keine Exportware sei, so schloß der GaÄeiter seine Begrüßungsworte, würde er bei der gemeinsamen rassisch-völkischen Verbundenheit der Flamen mit dem deutschen Volk in seiner prak­tischen Arbeit dennoch geeignete Beispiele für eigene selbständige Maßnahmen abgeben.

Der Leiter der deutsch-flämischen Arbeitsgemein­schaft in Brüssel, Dr. van de Wiele, dankte im Namen der flämischen Gäste. Er erklärte, daß man in Flandern für den Zukunftsweg noch keine end­gültige Form gefunden habe. Eins jedoch sei bereits Allgemeinbewußtsein: Die Schicksalsverbun­denheit mit dem Reich. Einen besonderen Eindruck auf die Gäste habe die gewonnene Er­kenntnis gemacht, daß die gesamte politische Arbeit des Nationalsozialismus nicht in einem starren Sche­matismus festgelegt, sondern den Erfordernissen eines organischen Lebens verbunden sei.Mit tie­fer Bewegung", so führte er weiter aus,haben wir erlebt, daß im nationalsozialistischen Reich nicht mehr jeder einzelne für sich, sondern alle mit Ge­sinnung urid Handeln in der deutschen Volksgemein­schaft stehen. Der Sozialismus der Tat ist in Deutschland Wirklichkeit gewor- d e n."

Welt, die er sich durch eine Kontrolle über die wichtigsten Rohstoffe, insbesondere der Metalle, zu sichern sucht. Was das Goldmonopol nicht fertig­brachte, soll nun das Metallmonopol erreichen.

Wenn in der gesamten Nachkriegszeit die Vereinig­ten Staaten sich konsequent weigerten, die Tatsache anzuerkennen, daß ein Gläubigerland nicht gleich­zeitig eine aktive Handelsbilanz haben könne, so ist das keineswegs darauf zurückzuführen, daß die Ame­rikaner .diesen Widersinn nicht erkannt hätten. Sie wußten sehr wohl, daß ein solches Verhalten die Weltwirtschaft böse in Unordnung bringen mußte, aber die verantwortlichen Hintermänner der Re­gierung Roosevelt verfolgten ja ein ganz anderes Ziel, nämlich den alten jüdischen Plan, sich durch ein Goldmonopol die Weltherrschaft zu verschaffen. Im Sinne der jüdischen Herrschaftsschicht Amerikas war also die wirtschaftlich widersinnige Handels­politik der USA. durchaus erfolgreich, denn mit 22,5 Mrd. Dollar Gold besitzen die USA. heute prak­tisch tatsächlich das Goldmonopol. Aber dieses Mo­nopol ist inzwischen wertlos geworden, weil die Völker unter deutscher Führung sich weitgehend von dem Irrglauben an das Gold befreit haben. Man weiß heute, daß die Wirtschaft auch ohne Gold sehr wohl funktionieren kann. Dieser Plan der Welt­herrschaft Judas ist also gescheitert.

Deswegen scheint Roosevelt nun ein Metallmono- pdl verwirklichen zu wollen- Dabei handelt es sich in erster Linie um die Buntmetalle (Kupfer, Blei, Zinf, Zinn), sowie um die sogenannten Stahlver- edler (Mangan, Chrom, Molybdän, Wolfram usw.). Diese Metalle sind außerordentlich ungleichmäßig über die gesamte Erde verteilt. Es scheint daher möglich, durch Aufkauf der Produktion in den haupt­sächlichsten Erzeugungsländern die großen Industrie­länder Europas in Abhängigkeit von Amerika zu bringen. Aus diesem Grunde haben die Amerikaner fast 'die gesamten wehrwirtschaftlich wichtigen Me­talle der südamerikanischen Staaten aufgekauft und versuchen, sich die Produktion durch politische Ein­flußnahme für immer zu sichern. Darüber hinaus wurde die gleiche Politik gegenüber Niederländisch- Jndien angewandt, dessen Zinnvorkommen sehr große Bedeutung haben. Die Verfügung über das britische Empire, das man mit Sicherheit zu beer­ben hofft, würde eine weitere Stärkung des Metall­monopols bedeuten. Schließlich aber erfuhr man die­ser Tage, daß auch die Verhandlungen der Ver­einigten Staaten mit China das Ziel haben, die Rohstoffvorkommen dieses Landes, insbesondere seine wertvollen Wolframerze, für die China fast ein Mo­nopol hat, für Neuyork zu sichern.

An dem Plan einer Rohstoffkontrolle der Welt, insbesonder einer Kontrolle über die wichtigen Me­talle, ist jedenfalls nicht mehr zu zweifeln. Es wird den Amerikanern aber mit dem Metallmonopol ebenso geben wie mit dem Goldmonopol, denn die wirkliche Macht der USA. ist nicht imstande, ein solches Monopol zu sichern. Das mag gehen, so­lange die Welt durch den Krieg von den europäischen Absatzmärkten abgeschlossen ist. Sobald aber die Ver­bindung zu diesen Märkten wieder besteht, wird der­jenige, der den Produktionsländern das meiste zu bieten hat, auch ihre Metalle erhalten. Auch diese Länder werden eines Tages dem sterilen Golde Amerikas die fruchtbare wirtschaftliche Zusammen­arbeit mit Europa vorziehen. V. A.

Nur eigene Interessen.

Keine Hilfe, sondern Stützpunkte.

T o k i o, 23. Okt. (DNB.) Im Zusammenhang mit Auslandsmeldungen, wonach die Sibirienhäfen N o - g a e v o und Petropavlowsk als Umschlag- pläge für amerikanische Kriegslieferungen an die Sowjetunion ausersehen seien und eine englisch- amerikanische Garantie der sowjetischen Ostasien- grenzen erwogen werde, schreibtKokumin Schirn- bun" in einem redaktionellen Artikel, die genannten Häfen seien aus verkehrstechnischen und geographi­schen Gründen für See- und Ueberland- transporte völlig ungeeignet, allenfalls Möglich als Zwischenlandeplätze für schwere Trans­portflugzeuge. Die wirkliche Absicht Amerikas sei daher nicht in einer Unterstützung der Sowjetunion, sondern in der Errichtung amerikanischer militärischer Stützpunkte in Nordost- a s i e n zu suchen. Amerika und England seien be­strebt, den Zusammenbruch der Sowjets und eine Verlegung von Teilen der sowjetischen Fernostarmee an die Westfront zu eigener machtpoliti­scher Festsetzung in Sibirien zu benutzen. Japan könne aber einer solchen Umwandlung Si­biriens in eine angelsächsische Operationsbasis nie­mals ruhig zusehen, denn lebenswichtige Interessen würden dadurch betroffen.

Karin Grunelius

Roman von GuiöoK.Vran-

9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Mit einem tiefen Aufatmen legte sich Karin wie­der in die Kissen zurück. Sie hätte vor Glück meinen mögen.

Kann ich ihn nicht wenigstens sehen?" fragte sie.

Also, das geht nun nicht!" beeilte sich Bröger ihr klarzumachen.

Ich bin doch ganz gesund!" antwortete sie und wunderte sich selbst über ihren Widerspruch.

Gerade das eben will der Dotiere Collinari fest­stellen. Weiter! Wissen Sie überhaupt, wo Sie sich befinden? Daß Sie sich einen der schönsten Orte an der südsizilianischen Küste, Sampieri, ausgesucht haben und in einem Zimmer in Giuseppe Luccates Trattoria liegen? Das wäre mal das eine. Des wei­teren möchten wir gern wissen, wer uns mit einem Besuch aus dem Himmel beehrte, woher des Weges und wohin die Fahrt?"

Karin hatte das Gefühl, als wehe ein ganz leiser Wind über ihr Gesicht. Sie mußte unwillkürlich zu dem niedrigen Fenster hinüberschauen, dessen weißer Nahmen von einem wunderbar tiefen Blau aus- gefüllt war. Es war gar nichts da, an dem ihr Blick einen Halt haben konnte, und in ihrer Angst vor der Tiefe, vor dem furchtbaren Nichts, das immer wieder Gewalt über sie zu bekommen drohte, wandte sie ihr Gesicht zurück. Der Arzt hatte etwas gefragt.

Ob Ihnen etwas wehtut. möchte Dottore Colli­nari gern wissen?" hörte sie Brögers Stimme in ihre Unsicherheit hinein, mit der sie zwischen Wirk­lichkeit und der traumhaften Müdigkeit schwankte. Sie schüttelte den Kopf.

Atmen Sie tief!" Sie gehorchte.

Schmerzen?" wiederholte Bröger die Frage des Arztes.

Sie verneinte. Sie fühlte sich nur wie zerschlagen.

Ausrichten!"

Sie tat, wie ihr besohlen war. Bröger war aus- gestanden und hatte Dottore Collinari, der bisher sehr bescheiden in einiger Entfernung stand, Platz

gemacht. Er tastete ihre Schultern und Arme ab, renkte an ihren Gelenken herum, legte ihren Kops in den Nacken und betrachtete sich eingehend die Augen.

Nein, es tat ihr gewiß nichts weh. Vielleicht sagte sie es auch nur, um bald zu Günther zu kommen. Die italienischen Ortsnamen hatte sie schon wieder vergessen. Vielleicht war alles gar nicht wahr, was die beiden da sagten. Dann entdeckte sie plötzlich, daß sie ein weißes rauhes Leinenhemd anhatte, das ihr nicht gehörte. Es reichte bis zu den Handknöcheln herunter und war ihr viel zu weit. Die linke Schul­ter war ein wenig entblößt.

Ein Blutstrom schoß ihr in die Schläfen, als sie Brögers Blick begegnete, und sie zog rasch das Hemd vor ihrem Hals ganz eng zusammen. Er schien es gar nicht bemerkt zu haben und klärte sie nur mit einem Lächeln darüber auf, daß ihre nassen Kleider draußen im Garten in der Sonne hingen.

Wenn Ihnen nichts wehtut, meint Dottore Vin- cento, dann sei alles in Ordnung. Gebrochen sei nichts, was auch sehr schade gewesen wäre. Es ge­nügt schon, daß Ihr Flugzeugführer seinen Treffer weghat. Aber trotzdem müßten Sie ruhig im Bett bleiben und sich nicht nur von Ihrem Schreck er­holen. Es könnte sich vielleicht doch im Inneren etwas gelockert haben. Wasser hatten Sie ja genug geschluckt! Ein Wunder, daß wir Sie schon so weit haben!"

Befriedigt sprach Doktor Collinari auf Bröger ein und verabschiedete sich rasch. Trotzdem konnte Karin noch feststellen, daß er ein paar gütige alte Augen hatte, in denen eine weltweite Ferne und viel Er­fahrung zu wohnen schien. Auf ihrer Haut spürte sie noch den weichen Druck und die rührende Be- hutsanikeit, mit der feine Hände über ihren Rücken, ihre Gelenke gestrichen hatten. Wie ein Riese wirkte jetzt Bröger neben ihm. Er war einen Kopf großer; die breiten Schultern schienen den schmächtigen Arzt zu erdrücken. Das alles schien sie jetzt viel deullicher zu bemerken als vorhin.

Mit einem seltsamen Behagen sah sie ihnen nach, als sie nebeneinander auf die Tür zugingen. Von beiden strömte etwas Beruhigendes aus, von Doktor Collinari die weife Haltung des Alters, von. Brö­

ger die männliche Gesetztheit eines Menschen, der irgendwie tief im Leben verwurzelt war.

Sie können wirklich Ihrem Herrgott danken, Fräulein...", er stutzte, weil er ihren Namen nicht wußte,richtig... ein paar Formalitäten müssen wir doch noch erledigen", meinte er, während er sich langsam ihrem Bett näherte.Erstens, mein Name ist Bröger, Thomas mit Vornamen, zur Zeit als Maler auf Urlaub in Sampieri... also wenn Sie wieder gesund sind, dann werde ich Ihnen meine Entdeckung mit allen Schönheiten zeigen. Denn Sampieri... so etwas gibt es nur einmal auf der Welt. Spaziergänge, Ausblicke aufs Meer, $)ie blühenden Gärten über der Bucht, die stillen Gäß­chen, eine Segelfahrt nach Riccoli hinüber, einen Lampionabend bei meinem Freund Luccate, dazu einen süffigen Rotwein aus feinem Keller..." Er war ins Schwärmen gekommen und ging mit wei­ten Schritten in dem schmalen Zimmer auf und ab, als wäre es eine Halle. Karin schien gar nicht zu existieren für ihn, als er am Fenster stehenblieb und über die silberglänzenden Olivenbäume hinunter auf die spielende Meeresfläche sah.Wissen Sie, dieses Licht, diese Farben, diese Menschen hier... alles hat einen so wundervollen Zusammenklang, daß es einem immer schwer fällt, wenn man wieder fort muß. Und man muß immer wiederkommen!" sagte er ins Freie hinaus.

Entschuldigen Sie!" ließ er sich nach einer gan­zen Weile vernehmen.Ich bin sehr unhöflich zu Ihnen. Aber ich finde es etwas seltsam, daß Ihnen ausgerechnet in Sampieri dieser Unfall zustoßen muß, wie?" Erst jetzt drehte er sich ins Zimmer zurück.Woher kommen Sie eigenllich?"

Während ihm Karin mit leiser Stimme mitteilte, welch ungeheuren Weg sie schon hinter sich hatten und wie sie hießen, welche Absichten sie hatten und daß sie im Augenblick völlig mittellos dastünden, hatte Bröger einen Stuhl an das Bett herangezogen.

Was denn!? Aus Deutschost? Und nach Deutsch­land? Das ist allerhand! Meine Hochachtung Ihnen und Herrn Merck! Und ausgerechnet über Sampieri geht dieser Flug zu Ende! Schade... schade ... Oder eigentlich nein... wenigstens für mich nicht!" lä­chelte er zum Schluß vor sich hin. Er sah dabei aus wie ein großer Junge, der sich über ein unerwartet

Rücktritt der isländischen Regierung. Stockholm, 23. Okt. (Europapreß.) Wie der britische Nachrichtendienst in der Nacht zum Don. nerstag aus Reykjavik meldet, ist die islän­dische Regierung am Mittwoch zurück ge­treten. Bis zur Bildung einer neuen Regierung führt das alte Kabinett auf Ersuchen des Regenten die Amtsgeschäfte weiter. Der Rücktritt der islän- dischen Koalitionsregierung ist unmittelbar auf die durch die britisch - nordamerikanische BesetzungJslands hervorgerufenen Zustände apf der Insel zurückzuführen, so geht aus Neu. yorker Blättermeldungen vom Donnerstagmorgen hervor. Danach bestanden innerhalb der isländischen Regierung erhebliche Unstimmigkeiten hinsichtlich der Maßnahmen, mit denen man den steigenden Lebenshaltungskosten und Lohnen int Gefolge der britisch-nordamerikanischen Truppen- inoasion begegnen solle.

Roosevelts Staatsstreich in Panama.

Berlin, 24. Okt. (DNB.) Heber die näheren Umstände der Verschleppung des Präsidenten Dr. Arias verlautet aus Panama, daß Arias un« ter scharfer Bewachung an Bord eines USA.» Flugzeuges nach Managua gebracht wor­den ist.

Die skandalöse Behandlung des Präsidenten Dr. Arias und feiner Mitarbeiter, die bekanntlich auf Betreiben der in Panama tätigen Agenten Roose­velts eingekerkert und in schärfster Einzelhaft ge­halten wurden, hat trotz aller erpresserischen Machenschaften zu keinem Erfolg geführt. Der Prä­sident hat sich weiterhin hartnäckig geweigert, die vorbereitete Zwangs-Rücktrittserklärung zu unter« zeichnen. Ebensowenig war er zu bewegen, eine Exilverpflichtung, die man ihm vorlegte, durch seine Unterschrift anzuerkennen.

Ein bezeichnendes Licht auf die unerhörten Dor« gänge anläßlich der Verhaftung des Präsidenten wirft auch die Tatsache, daß die panamesische Re- gierung sich nicht scheute, Verbrecher auf freien Fuß zu setzen, um in dem Gefängnis Platz für Arias und feine Mitarbeiter zu schaffen. Der Gattin des Präsidenten wurde auch weiterhin das Recht ver­weigert, ihren Mann zu sprechen oder auch nur zu sehen. Der Rechtsanwalt des Präsidenten hatte nach der Einkerkerung von Arias sofort Klage gegen den Polizeipräsidenten von Panama eingereicht, in der unter Hinweis auf die völlige Ungesetzlichkeit des Verfahrens und das Fehlen jeglicher Gründe die sofortige Freilassung des Präsidenten gefordert wird. Die Klageschrift enthält am Schluß die be­zeichnende Feststellung, daß die von dem Gesetz vor­geschriebenen. Beweisstücke nicht beigebracht werden konnten, da die Behörden sich weigerten, sie fjeraus« zugeben. Angesichts dieser Lage erhob man gegen Arias und seine Mitarbeiter überhaupt keine An­klage, entzog ihn vielmehr dem ordenllichen Richter und umging den in der Klage gestellten Antrag auf Freisassung des Präsidenten durch die mit USA.« Unterstützung erfolgte gewaltsame. Verschleppung.

Ein treuer Diener Roosevelts.

Neuyork, 24. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Philadelphia gemeldet wird, verlangte der frühere USA.-Botschafter in Paris, ÜB ul litt, in einer Rede eine sofortige Kriegserklä- rum g der USA.

Panikmache der USA -Kriegshetzer.

Stockholm, 24. Okt. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung der United Preß wurde vom Gou­verneur Lehmann ein aus elf Personen bestehen­der Ausschuß eingesetzt, um Pläne für die Eva­kuierung der Stadt Neuyork ausguarbei- ten,sollten die Ereignisse eine solche Aktion er­forderlich machen" (!!).

Einberufung

des japanischen Reichstages.

Tokio, 24. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der j a- panische Reichstag ist zum 15. November für1 eine fünftägige Sondersitzung einberufen worden. Oas bulgarische Parlament einberufen

S o f i a, 24. Okt. (DNB. Funkspruch.) In der heu­tigen Ausgabe des Staatsanzeigers wird ein Erlaß veröffentlicht, durch den der S o b r a n \ e für den 28. Oktober zu feiner dritten ordentlichen Tagung! einberufen wirb.

eingetretenes Ereignis freut.Aber das spiest ja. keine Rolle!" lenkte er von der Stille ab, die plötz­lich eingetreten war.Abgesehen davon müssen Sie jetzt allein sein und schlafen. Sie werden müde fein.. Hier steht die Glocke, mit der Sie unsere Marietta, rufen können, wenn Sie etwas brauchen. Außer-- dem können Sie natürlich auf mich rechnen. JH wohne wie immer bei Luccate!"

Thomas sah sich im Zimmer um, als wolle er prüfen, ob auch alles in Ordnung fei:Ich denke, mir werden gut miteinander auskommen!"

In ihrer Freude, daß ein Mensch da war, dec ihr hals, hätte Karin auffpringen mögen. Die Angsk des Alleinseins, die Qual des Nichtverstehens, die sie vorhin bei den Derständigungsversuchen des Arztes überfallen hatte, waren wie ein Spuk weggewifcht-

Auf Wiedersehen, Fräulein Grunelius. Marietto paßt auf Sie auf!" Bröger wiederholte diese für­sorgliche Andeutung mit besonderer Betonung.

,Äch danke Ihnen, Herr Bröger!" Ihre Stimm« klang noch ganz matt. Sie hielt ihm ihre Hand him und lächelte.

Ach, das ist doch alles, selbstverständlich!" wehrte er ab und verabschiedete sich plötzlich auffallend ha» stig. Er hätte unten an der Bucht noch seine ©taffe* lei stehen, die er wegräumen müsse.

Karin hatte nicht mehr die Kraft, viel über al? diese Dinge nachzudenken. Ohne Spuren versank das meiste im Dunkel ihres Unterbewußtseins. Was flackernd und deutlich blieb, nahm sie wie einem Traum mit in den Schlaf hinüber.

Arn Sttand stand noch alles, wie Thomas es ver­lassen hatte. Mit rührender Kindlichkeit wartete Die kleine Riccarda, die ihm als Modell für eine Figuc in der Landschaft diente, auf dem Felsen.

Du kannst gehen!" sagte er zu ihr, in knappem Ton und in Gedanken mit ganz anderen D in gern beschäftigt.Ich brauche dich nicht mehr." Er kratzte an den Farben herum, die in der Hitze eingetrocknet waren. Was ihm noch vor einer Stunde wunderbar gelungen erschien und gut in der Stimmung ge­fiel, war auf einmal blaß und unbeholfen. Riccarom schaute ihn mit ihren großen schwarzen Augen- angstvoll an, als hätte sie irgendetwas begangen., was ihm schlechte Laune machte.

(Fortsetzung folgt)