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Das Ritterkreuz

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: General der

und au das

viel zu übermütig und lebhaft, um auch nur für Sekunden zu verharren. Als er ihr wieder einmal entwischen wollte, fing sie ihn neckend ein, hielt leinen Kopf an sich gepreßt und zog eine dreifache Schnur der weißblühenden Winde um fein Gehörn. ®r wand sich in ihren Armen, stieß gegen ihre Schulter, zuckte und warf den Kopf empor, sah sie aus den schmalen Pupillen finster drohend an und als sie ihn freiließ, sprang er erlöst davon, mit dem Blumengewinde anzusehen wie ein Bote des ge­hörnten Pan.

Was treibt ihr, tolles Volk?", eine wohlbekannte Stimme ließ sie aufblicken. Jungenhaft froh, die Arme in die Seiten gestützt, stand Benno vor ihrem Ruheplatz und stieg die Stufen herauf, nur leise einen Fuß nach sich ziehend. Er griff nach dem Buche, klappte es auf.Natürlich Märchen und kein Schulbuch, wie ich hoffte" sie lachten sich an wie zwei Verschworene. Dann ließ er sich an ihrer Seite nieder: sie hörte feinen Atem hastig gehen und empfand wieder das quälende Mitleid, das sie oft, rätselhaft bedrängend, in seiner Nähe überfiel: Er war noch immer leidend, ein verwundeter Sol­dat. Man vergaß das nur leicht wieder vor seiner straffen Gestalt und dem frohen Ausdruck des fun- gen Gesichtes. Jetzt freilich sah er sie ernsthaft an und seine Stimme klang gedämpfter als sonst, als er fragte:Weißt du, daß wir morgen abreifen muffen, der Franz und ich? Unsere Erholungszeit hier ist abgelaufen. Der Brief vom Truppenteil kam heute früh."

Teresa senkte den Kopf. Es schwamm ihr vor den Augen und was sie in unmittelbarer Nähe vor sich sah: die Farnwedel, die sich zu beiden Seiten über bte Treppenstufen neigten, der Reflex der Sonne auf dem Boden, alles verschmolz vor ihren Augen in einen tanzenden Nebel. Drei Wochen lang waren sie und die jungen Soldaten gute Kameraden ge­wesen. Vor allem Benno war fast unzertrennlich von ihr geblieben: sie hatten miteinander die Zie- gen gehütet, im Garten gegossen und Beeren ge­durft, hatten für des Mädchens Schulstunden ge­lernt und abends auf der Terrasse gesessen und Do- mino gespielt, während Teresas Mutter an den Va- ter schrieb oder die Wirtschaftsbücher durchsah. Manchmal hatten sie auch gesungen, Soldatenlieder und Abendgesänge, wie es ihnen gerade einfiel.

Robert Vosch - fünfter Pionier der Arbeit

Ehrung eines Erfinders und vorbildlichen Betriebsführers.

Am Heldengrab des Armeeoberbefehlshabers

Oie letzten Ehren für Generaloberst Ritter von Schobert.

Von Kriegsberichter A. Haas.

Zu einem Verzweiflungsangriff gegen die stetig vordringenden deutschen Truppen, die den Ring um die ostwärts Kiew einaeschlossenen Sowjetver­bände immer'enger ziehen, setzten die Sowjets zwei Schwadronen Kavallerie an. Die Attacke brach im konzentrischen Feuer der deutschen Abwehrwaffen zusammen. Die Schwadronen wurden vollständig vernichtet. Wie die Gefangenen berichteten, hatten

sen. Doch immer gehörte sein Herz dem Arbeiter, denn er ist aus dem Arbeiterstand hervorgegangen und fühlte sich für ihn mitverantwortlich. Im Mittelpunkt stand bei ihm stets der Mensch. Die Erinnerung an seine eigene harte Lehre ließ in seinem Werk schon 1913 eine Lehrlingsabteilung entstehen, in der die Lehrlinge nach seinen Grund­sätzen und Richtlinien geschult und erzogen wurden. So war es auch selbstverständlich, daß die Bosch­werke schon früh das Leistungszeichen für vorbild­liche Berufserziehung erhielten. Zahlreiche Stiftun­gen zum Wohle der Schaffenden feines Betriebes kennzeichnen den Sozialvolitiker Robert Bosch, der, wie er selbst sagt, im Daseinskampf des deutschen Volkes um keinen Pfennig reicher werden will. Er­holungsheime für Kinder, eine ausgedehnte Alters­und Hinterbliebenenfürsorge, Stipendien für Be­gabte, Krankenhäuser für Arbeitsopfer und Gebrech­liche sind das Werk Boschs, das ihn zu einem wah­ren Betriebsführer adelt.

Ehrenmeister des deutschen Handwerks.

Der Reichshandwerksmeister hat Robert Bosch anläßlich seines 80. Geburtstages zum Ehrenmeister des deutschen Handwerks ernannt. Robert Bosch ist aus dem Handwerk hervorgegangen: er war ur­sprünglich Mechanikergeselle und eröffnete dann als Meckanikermeister eine eigene Werkstatt, die er im Laufe der Jahre zu einem Unternehmen von welt­umspannender Bedeutung aufgebaut hat. Dem Hand­werk ist er immer eng verbunden geblieben, und das Handwerk ist stolz auf Robert Bosch, in dessen Wesen sich bestes Handwerkertum verkörpert. Die Ernen­nung zum Ehrenmeister des deutschen Handwerks bedeutet die höchste Ehrung, die das Handwerk zu vergeben hat: sie wird sehr selten verliehen. Reichs­marschall Göring war in den letzten Jahren der einzige Ehrenmeister des deutschen Handwerks. Der berühmteste unter den früheren Ehrenmeistern war Generalfeldmarschall von Hindenburg.

Dies sollte nun aus sein. Teresa fühlte, wie ihr Herz dumpf schlug und wie sich in den Augenwin­keln Tropfen sammelten. Mit Anstrengung hob sie das Gesicht; ein schneller Blick zeigte ihr, wie brü­derlich gut und ernst Bennos Augen auf ihr ruh- ten. Ein Druck kLl)mte sie; war es der Dust des Faulbaums, der Hauch des Wassers, der Schwert­lilien und der Pfefferminzkräuter, oder ihr Kum­mer, der sie betäubte? Fast blind vor Tränen stand sie auf, griff eines der Bäckchen, das sich gerade eilfertig vorüberdrängte, am Halsband und sprang die Stufen hinab, lief den Weg unter den hängen- den Faulbäumen entlang, eilig gefolgt von den beiden anderen Tieren.

er 2Äm Nachmittag fuhr sie mit der Mutter ins ijelö; sie hatten die Räder genommen, denn alle Pferde wurden für den Erntewagen gebraucht. Am Gerstenschlag hielten sie an, und die Vorschnitterin kam wie in Friedenszeiten und brachte der Guts­frau und ihrer Tochter Sträuße mit langen bunten Sanbern, wie das in der Landwirtschaft Brauch war beim ersten Komschnitt. Die Mutter dankte freundlich und ließ sich das Band um den Arm knüpfen, dabei sahen ihre hellen Augen Teresa an unb beide wußten, zu wem ihre Gedanken gingen, zum Vater, der sonst über diese Felder geritten war und der nun draußen unter seinen Soldaten lebte.

Die Mutter legte den Arm um Teresas Schul­tern: sie führten die Räder am Feldrain entlang ihre Sandalen streiften an Mohn und dunklen Rittersporn.

So ist es nun", sagte die Frau mit ihrer zu- vechchtlichen Stimme.Vater denkt zu uns her, und unsere Wünsche treffen und kreuzen sich irgendwo im weiten Raum. Er fühlt es gewiß, daß wir bei ihm sind. Und wenn nun unsere jungen Sol- baten wieder fort müssen, so ist es mit ihnen das gleiche: Benno wird die Stunden auf unserer Ter­rasse nicht mehr vergessen, glaube ich. Er sagte mir, es sei für ihn gewesen wie ein Stück Zuhause."

Teresa mußte tief atmen. Es tat weh und tat doch so gut, daß die Mutter dies aussprach. Sie zog eine der schönen langgrannigen Gerstenähren an sich und fügte sie zu dem Strauß, den ihr die Schnitterin gegeben hatte. Ihr junges Herz fühlte bei aller Betrübnis eine tiefe Dankbarkeit, daß sie hier zuhause war, bei dieser aufrechten, frohgemuten

Berlin, 23. Sept. (DNB.) Der Führer Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres

Infanterie Felber, Kommandierender General eines Armeekorps, Generalleutnant Hänicke, Kommandeur einer Infanterie-Division, ^-Ober­sturmbannführer Oftenborff, im Stabe einer ^-Division, Oberstleutnant Sieckenius, Kom­mandeur eines Panzerregiments, Major H a n n i g, Bataillonskommandeur in einem Infanterieregi­ment, ^-Sturmbannführer Wisch, Bataillons­kommandeur in der Leibstandarte Adolf Hitler, Leutnant West ermann, Kompanieführer in einem Kradschützen-Bataillon und Oberwachtmeister T h i e m, Zugführer in einer Aufklärungsabteilung.

Sargen steht die Trauerparade, vor dem Grabmal stehen Offiziere aller Wehrmachtsteile Großbeutsch- lands und seiner öerbünbeteten sowie Unteroffiziere unb Mannschaften des Armeestabes. Die Trauer­parade präsentiert, der Oberbefehlshaber des Heeres Generalfeldmarschall von Brauch! tsch, trifft ein, mit ihm der Staatsführer unb Marschall von Rumänien, Anton eseu. Feierliche Musik ver- hallt. Dann spricht nach den Worten bes Wahr- machtpfarrers der Oberbefehlshaber des Heeres von der Trauer über den Verlust eines Menschen von so offenem, selbstlosen Wesen und vom Stolz über die Hingabe dieses Lebens, damit Deutschland lebe. Unter seinen Worten ersteht noch einmal das Bild des Armeeführers, der schon im Weltkrieg als lunger Offizier mit dem höchsten bayerischen Kriegs­orden ausgezeichnet worden war, der nach dem Weltkrieg sich dem Aufbau des deutschen Heeres gewidmet hatte, als Kommandierender General des

Teresa unter den Tieren.

Von Hedwig Forstreuter.

Teresa pflückte eine lange Gerte im Gebüsch, befreite sie vom Laub und ließ nur an der Spitze ein breites Büschel Blätter stehen. Mit diesem Stab gedachte sie die jungen Ziegenböcke zu leiten.

Mit Zuruf und Gertenhieb trieb sie bann ihre Pflegebefohlenen vorwärts, dem Teil des Parkes zu, der mit Schluchten, farnbewachsenen Hängen und saftigen Kräutern am Seeufer in fröhlicher Wildnis wucherte, fast unberührt von den ordnen­den Händen der Gärtner. Hier durfte Teresa die Bäckchen ungehindert in den Schluchten klettern las­sen. Sie konnte zuschauen, wie sie sich auf den Vor- derbeinen erhoben, um vorn Laub der Faulbäume, der Kastanien unb der großen Winden zu fressen, die sich mit dichtem Gerank von Baum zu Baum zogen. Manchmal half sie das Rankenwerk tiefer zu den gehörnten Köpfen herabzuziehen. Die Bäck­chen sahen bann aus ben schräg gestellten Augen mit dem ganzen ßebensbrang der Kreatur in die grüne Wildnis hinauf, unb ihre länglichen Pupillen verengten sich noch mehr, wenn Teresa ihnen lieb­kosend die Stirn zwischen den Hörnern rieb. Sie glaubte bann oft, die Trennungswand zwischen ihr und den Tieren sei ganz dünn und es fehle nur noch ein letzter Schritt, die Sprache, um sich voll­kommen mit ihnen zu verständigen.

Auf erhöhten Tritten, durch Stufen erreichbar, standen van Zeit zu Zeft Bänke aus Naturholz am Wegrand. Teresa suchte eine von ihnen aus, die durch eine Lichtung der Uferbäume einen weiten Blick über ben See erlaubte, unb ließ sich nieder, zog ein Märchenbuch aus der Hirtentasche und be­gann, sich zurücklehnend, genießerisch zu lesen mit aller Hingebung ihrer fünfzehn Jahre. Die Tiere kletterten und klingelten in ihrer Nähe herum, ab und zu kam eins und stieß sie an die Schulter oder ans Knie, wie um sich ihrer Nähe zu vergewissern: der langsame schwarzhaarige Peter, noch mager unb etwas steifbeinig von seiner winterlichen Krank- beit; der kecke Fürst und ihr Liebling, ber kleine braune Tucki, ber wohl einen Augenblick lang den Kops an ihr rieb, aber im Nu wieder fortsprang.

gedroht, sie würden leben erschießen, ber Anstalten mache, umzukehren oder sich zu ergeben.

Im südlichen Teil der Ostfront versuchten die Bolschewisten durch heftige Gegenangriffe, die von Panzerkampfwagen unterstützt wurden, dem deutschen Vordringen entgegenzutreten. Don den deutschen Truppen wurden 2000 Gefangene einge­bracht unb 34 Panzerkampfwagen vernichtet. Im R au m v o n P o l ta w a versuchten die Bolsche­wisten das weitere Vordringen ber deutschen Trup- Sen durch starke Gegenangriffe aufzuhalten. Zur nterstützuna ihrer Angriffe setzten sie Artillerie, Panzerkampfwagen und einen Panzerzug ein. Alle Angriffe wurden mit schweren Verlusten für bie Bolschewisten zurückgeschlagen. Die deutschen Trup­pen vernichteten 30 Panzerkampfwagen. Sturz­kampfflugzeuge griffen Feld- und Artilleriestellungen auf ber Landbrücke zur Krim erneut mit gutem Erfolg an. Auf einem Flugplatz wurden Hallen und Gebäude schwer getroffen und zehn Flugzeuge zerstört.

Mit dem Beauftragten des Führers, General, oberst Fromm, haben sich versammelt General der Artillerie W a ch e'n f e l b , Befehlshaber im Wehrkreis VII, General ber Flakartillerie Ze- uetti, Befehlshaber im Luftgau VII, die Reichs- leiter General ber Infanterie Ritter von Epp, Fiehler, Buch, Ley und Stabschef Lutze, Minister- Präsident Siebert, Gauleiter unb Staatsminister 2ßagner, Generale der altefi Armee und der ru­mänische Gesandte Bossy mit drei hohen rumä« mfdjert Offizieren. Nach dem Trauermarsch aus der As-dur-Sonate von Beethoven würdigte Ge­neraloberst Fromm Leben und Sterben des großen Soldaten.Wie er als junger Offizier ge­wesen, so blieb er auch, so hoch er stieg, stets Führer und Kamerad zugleich. Sein letzter Weg zur Truppe galt der Vorbereitung jenes großen Sieges im Süden ber Sowjetunion, ber unseren Feinden zu ihrem Schrecken neu bewies, daß deutsches Heldentum unb deutsche Führungskunst unüberwindlich sind. Auch hieran hat General­oberst Ritter von Schobert sein gemessenes Ver- dienst. Der Tob auf dem Schlachtfeld war eine ichone Erfüllung eines reichen Soldatenlebens." Unter präsentiertem Gewehr und bei gesenkten »ahnen dröhnen dann noch einmal die Salven der Geschütze.

Iran unter der Besetzung.

Ockholm, 23. Sept. (Europapreß.) In Iran tft am Montaa eine neue Regierung gebildet roor- Den. Ferughi behält den Posten des Ministerpräsi-

Baden-Baden, 23. Sept. (DNB.) Im Auf­trage des Führers überreichte Reichsorganisations­leiter Dr. Ley dem heute 80jährigen Dr. Robert Bosch aus Anlaß feines Geburtstages die Urkunde in Gold zur AuszeichnungPionier der A r - b e i t". Dr. Ley betonte, daß die Auszeichnung, die Dr. Bofch als fünftem Betriebsführer in Deutschland xuerfannt worden ist, der Ausdruck der besonderen Anerkennung für die großen erfinde­rischen Leistungen des Jubilars und seine unermüd­liche Arbeit für Deutschlands technische und wirt­schaftliche Entwicklung sei. Der Reichswirtschafts­minister hat an Dr.-Yng. e. h. Robert Bosch ein Glückwunschtelegramm gerichtet. Mit dem Namen Bosch sei der Aufstieg seines Werkes verbunden, dessen Erzeugnisse aus der Geschichte des Kraft­wagen- und Flugzeugbaues nicht mehr fortzudenken seien. Der offene Blick Boschs für die Nutzbar­machung des technischen Fortschrittes und seine stete Sorge für die Angehörigen feines Werkes hätten die Firma Bosch zum Vorbilde eines deutschen Unter­nehmens gemacht.

Bosch Entstammt als achtes von zwölf Kindern einer Gast- unb Landwirtefamilie in Albeck bei Ulm. Mit der Eröffnung einer eigenen Mechaniker- werkstätte im November 1886 begann seine erfolg­reiche Erfinderlaufbahn. Das deutsche Volk hat Bosch die Magnetzünder an dem Verbrennungsmotor zu danken, eine technische Neuerung, die in wenigen Jahrzehnten die ganze Welt eroberte. Dieser (Er­findung schlossen sich viele kleinere an wie: Ein­führung des Scheibenwischers, des Boschhorns, des Suchers, ber Motorradbatterie, des Winkers, der Einspritzpumpen für Dieselmotoren, der Stopschluß- laterne, der Lichtmaschine, AnlassA^und Scheinwer­fer. Auch auf dem Gebiet der Dtrfbioinbuftrie, im Bau von elektrischen Kühlschränken und Bohr­maschinen ist Bosch mit feinen Erfindungen führend gewesen.

Der Unternehmer Robert Bosch hat fein Unter­nehmen über mancherlei Krisen hinwegsteuern müs-

den, die dann übergehen in die Steppe. Um Char­kow selbst finden sich viel Getreide und Zuckerrüben. Da die späten Winter oft streng, aber schneearm sind, ist bereits das Gebiet für Wintersaaten be­schränkt und das Sommergetreide beginnt die Haupt­rolle zu spielen. Weiter östlich gibt es nur Sommer­getreide.

Charkow ist im Gegensatz zu Kiew eine ganz junge Stadt. Das 250 Kilometer nördlich gelegene Drei wurde erst 1550, Charko 1650 gegründet. Wir lesen aus diesen Daten die Vormarschetappen Mos- kowiens ab. Zwei Jahrhunderte lang war Charkow eine sehr geruhsame Gouvernementsstadt. Erst mit dem Bau der Bahn von Moskau nach der Krim wurde es anders, und nun trat eine fast amerikanische Ent­wicklung ein, die die Einwohnerzahl von 1856 bis 1939, also in dem knappen Zeitraum von 83 Jah­ren, von 30 600 auf 833 000 Einwohner hinauf- trieb, so daß Charkow heute die viertgrößte Stadt der Sowjetunion ist, Kiew, das nach der neuesten Zählung 846 600 Einwohner hat, an Größe auf dem Fuß folgt unb mehr Einwohner zählt als Baku, Nischnij-Nowgorod und Odessa.

Zu dieser fast gewaltsamen Entwicklung trug nicht wenig die Entdeckung der großen Bodenschätze im Donezgebiet bei. Ursprünglich wurden nur die Salzgruben von B a ch m u t ausaenutzt. Dann entwickelte sich in Iusowka, dem heutigen Sta- lino, ein rasch aufblühender Steinkohlenbergbau mit sehr guten Flözbedingungen. In Stalino werden verkokbare Fettkohlen gefunden, die die Basis großer Eisenwerke sind. Weiter nach Westen bis zum Fluß Woltschja erstrecken sich magere Flammkohlengebiete, nach Osten aber reiche Anthrazitvorkommen, in deren Mittelpunkt Schachty liegt, das vor acht Jahren Anlaß zu einem berüchtigten Schauprozeß wurde. Außerdem finden sich in dem donischen Höhenzug Blei, Zink, Nickel, Silber und sogar Golderze.

So günstig die anderen natürlichen Voraus­setzungen für die Entwicklung des Donez-Reviers gewesen sind, so ist es doch trotz der Nähe großer Flüsse nicht gerade verkehrsbegünstigt. Die Flüsse sind stark versandet und eine pflegliche Wasser- straßen-Technik steht erst in den Kinderschuhen. Das nahe Asowsche Meer, dessen Erreichung der Wehrmachtbericht vom 21. September nach der Bildung eines Brückenkopfes bei Berislawl etwa 60 Kilometer oberhalb Cherson meldete, ist sehr seicht und für große moderne Schiffe nicht zugänglich. Seine Höchsttiefe beträgt etwa 14 Me­ter, schwankt aber ebenso wie die Ausdehnung des Asowschen Meeres, das einem Haffmeer gleicht, sehr stark nach dem Wasserstand. Wenn der Südwest Wasser des Schwarzen Meeres in das Asowsche Meer treibt, ist es am tiefsten, sonst ganz seicht. Das Asowsche Meer ist etwa so groß wie die Pro­vinz Brandenburg; es umfaßt 37 700 Quadratkilo­meter. Nördlich von chm bis zum Donez-Gebiet dehnen sich die Asowschen Steppen, bie ebenso wie das Meer nach der Stadt Asow genannt werden.

An allen Fronten erfolgreich

Berlin, 23. September. (DNB.) Im Kampf um bie Befestigungsanlagen von Leningrad versuchten die Sowjets wiederum vergeblich, das stete Vordringen der deutschen Truppen durch Ge­genangriffe mit Artillerie- und Panzerunterstützung aufzuhalten. Die Bolschewisten verloren sieben schwere Panzerkampfwagen. In rollenden Angriffen wurden Artillerie- unb Jnsanteriestellungen der Sowjets mit vielen Bomben belegt. In ununter­brochener Folge griffen andere Flugzeuge die Bol- schewisten im Tiefflug mit Bordwaffen an. Bol­schewistische Truppenansammlungen und Transport- folonnen wurden zersprengt. Die auf der Insel Oesel noch stehenden Reste der Sowjettruppen wurden in mehreren Wellen angegriffen. Feldbe­festigungen, Artilleriestellung en und Bunker erhiel­ten wirkungsvolle Treffer. Die nach allen Seiten abgeschlossenen Bolschewisten erlitten dabei schwere blutige Verluste. Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden sowjetische Gegenangriffe zurück- gewiesen. Die Bolschewisten verloren in einem Di­visionsabschnitt sechs Panzerkampfwagen, davon drei 52-Tonner.

VII. Armeekorps Oesterreich und Sudetenland mit heimholen half ins Reich und in Polen wie im Westen Sieg um Sieg an die Fahnen feines Korps heftete. Im Feldzug gegen die Sowjetunion führte er feine Armee ebenso kühn wie siegreich. Unter seinen Waffentaten leuchten die Namen Kischinew/ Nikolajew, Dnjepr-Uebergang hervor.

Wenn er seine Truppen im Kampf wußte, litt es ihn nicht am Kartentisch und Fernsprecher. Täglich fuhr er hinaus zu seinen Soldaten, lebendige Ver> binbuna mit seinen kämpfenden Truppen haltend. Keine Gefahr war ihm 3u groß, keine Entbehrung zu hart. Seine frische Art, sein soldatisches Wesen riß seine Truppen mit vorwärts zum Siege. Mit ihm fiel am Feind sein treuer Begleiter, Haupt, mann S u w e l a k, ein unerschrockener, tapferer Offizier, der ruhig und besonnen in jeder Gefahr sein Flugzeug führte. Generaloberst Ritter von Schobert und Hauptmann Suwelak sind abberufen zur großen Armee, ihr Geist aber lebt weiter, ihr Drang nach vorwärts, ihr Wille zum Sieg wird das deutsche Heer beseelen bis zum endgültigen Sieg unserer Waffen.

Sodann legte der Oberbefehlshaber des Heeres, während die Trauerparade präsentierte, einen Kranz bes Führers und Obersten Befehls- Habers der Wehrmacht und einen Kranz des Ober- kommandos des Heeres vor den beiden Särgen nieder. Dann trat der von der Front herbeigerufene älteste Sohn des gefallenen Armeeoberbefehls­habers, Unteroffizier Schobert, an das Grab. Zum letztenmal erwies er seinem Vater in soldatisch fester Haltung die militärische Ehrenbezeigung. Ein rumänischer General sprach für eine rumänische Ar­mee, die in Generaloberst Ritter von Schobert ihren großen Freund verloren habe. Der Staatsführer und Marschall Rumäniens, Antonescu, wür­digte in rumänischer Sprache die Persönlichkeit des Gefallenen, legte einen in den Farben Rumäniens gehaltenen Kranz nieder und schmückte den Sarg mit einem Ordensband.

Während in langer Reihe Generäle und Offiziere an die Grabstätte herantraten, kreisten in den Lüften mit dem Donnern ihrer Motoren Flugzeuge über der letzten Ruhestätte der beiden Gefallenen. Unter den Salutschüssen einer Batterie und dem Abschieds­lied vom guten Kameraden senkten sich die Särge in die Erde hinab.

Der Giaaisaki in München.

München, 23. Sept. (DNB.) Für General- oberst Ritter von Schobert, Oberbefehlshaber einer Armee im Osten uno ehemaligen Kommandieren- den General des VII. Armeekorps hatte her Füh­rer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht einen Staatsakt angeordnet in der Stadt seines rüheren Wirkens als Kommandierender General. Zwischen dem Heeresmuseum mit den Trophäen der ruhmreichen einstigen bayerischen Armee und dem Grabmal des unbekannten Soldaten war die Trauerparade angetreten. Aus dem Portal des Heeresmuseums treten Soldaten mit Fahnen und Standarten der neuen Wehrmacht und der alten bayerischen Armee.

Witter, auf diesen Feldern, nahe dem See, der in tßrr.£crne °Lrtraut aufblitzte und unter dem hohen blahblauen Sommerhimmel, der sich in ber Fremde auch über dem Vater spannte.

Sehr früh am anderen Morgen stand der kleine Jagdwagen vor dem Gutshaus, und das Gepäck der Reisenden wurde aufgeladen. Kurz und foß)a- usch knapp war der Abschied von der Haüsfrau. Ob Teresa die Zeit verschlafen- hatte? Ein Blick des Bedauern streifte die obere Fensterscheibe, in der na) die Mullgardmen blähten, bann zogen die Pferde an, der Wagen rollte fort. 9

Als er die Stelle erreichte, wo ber Waldweg bas Seeufer verläßt und zur Landstraße abbiegt, ließ ein helles Hallo die Pferde stutzen und den Kutscher langsamer fahren. Terese stand am Parkgitter, aus Den Z^'gen eines Haselstrauches tauchte ihr brau, nes Gesicht, von kurzem Gelock umgeben. Sie winkte mit einem hellen Tuch, die Bäckchen sprangen um sie hermn nur ihr Liebling Tucki stand neben ihr ^'gerichtet am Zaun und hatte Windenblüten um pas Gehörn aeschlungen, oben auf dem Gewinde fronte ein Kranz dunkelblauer Vergißmeinnicht, -olumen, die sie oft mit Benno am Seeufer gepflückt ljatte Diesen Kranz ergriff Teresa und warf ihn mit federndem Schwung in den Wagen, so daß er Den jungen Soldaten gerade vor die Füße fiel.

Sie 10^ und winkten zurück. Benno sah bes Mädchens Augen durch Tränen ihn anstrahlen, er­füllt oon einem so starken Licht, daß eine fremde, bisher nicht bekannte Sehnsucht ihn ergriff. War mes noch ein Kind, das ihn so ansah? Welche 23 er- geschehen? Hatte ber Schmerz bes Abschieds sie geweckt?

Leb wohl, Benno, komm wieder!"

Sie rief, doch ihre Stimme brach. Sie winkte von neuem, bann senkte der Kutscher die Peit che, der Wagen bog in bie Landstraße ein, unb als -Benno noch einmal zurückblickte, sah er Teresas Hopf dicht- neben dem umkränzten Gehörn ihres üieblingsbockchens, dem sie den Arm um den Hals gelegt hatte.

Und so behielt er sie im Gedächtnis, ein blühen- Des Stuck Natur, untrennbar vom See, Wald unb Deren unb noch eins mit der großen All-Liebe.

DNB...... 22. Sept. (PK.) Auf einem vorge­

schobenen Divisionsgefechtsstand hat der Oberbefehls­haber unserer Armee, Generaloberst Ritter von Schobert, zusammen mit seinem treuen Piloten, Hauptmann Suwelak, den Heldentod gefunden. Nach ruhmvollen Siegen über die bolschewistischen Armeen ist der Heerführer selbst mit angetreten zum letzten Appell der Tausende, die für die Zu­kunft Großdeutschlands gefallen sind. Fern der Hei- mat, auf dem Boden, den feine Regimenter und Divisionen im siegreichen Dorwärtsdringen vom Bolschewismus befreit haben, an den Ufern eines mächtigen Stromes, in einem Hain von Silberpap­peln und Linden haben Pioniere ihm die letzte Ruhe- statte bereitet. In eine vom Eisernen Kreuz gekrönte Mauer aus weißem Sandstein sind die zwei Gra- -----/«> nitblöde eingefügt, die seinen und seines Flugzeug- die politischen Kommissare hinter den Reitern Ma- führers Namen tragen. 96 9

schinengewehre in Stellung gebracht und ihnen an- * Hinter ben mit der Reichskriegsflagge bedeckten