gleich höchste turnerische Auszeichnung war. Im Jahre 1934 wurde ihm die Ehrenurkunde des Gaues Hessen im Reichsbund für Leibesübungen, dem Vorgänger des jetzigen NSRL. übermittelt
Seit 1934 stellt Wilhelm Erle, der auch jetzt noch eifrig turnt und sich dadurch seine bewundernswerte Frische bewahrt hat, seine Arbeitskraft als frei, williger Amtsträger in den Dienst des Reichsluftschutzbundes. Zunächst war er hier Blockwart und stellv. Reviergruppenführer, am 1. April 1940 übernahm er das Amt des Reviergruppenführers II, und am 20. September 1940 wurde er in Anerkennung seines ausgezeichneten Wirkens vom LS.- Obertruppmeister zum Luftschutzführer befördert. Zurzeit steht er als Reviergruppenführer der Reviergruppe II des Reichsluftschutzbundes in unserer Stadt vor. Um die Sache des Reichsluftschutzbundes und damit zugleich um die Bevölkerung unserer Stadt selbst hat er sich in dieser Stellung verdient gemacht.
In weiten Beoölkerungskreisen wird Wilhelm Erle große Wertschätzung dargebracht, die sowohl in seinem verdienstvollen Wirken als auch in seinen vorbildlichen menschlichen Qualitäten aut begründet ist. Dem Jubilar bringen auch mir unsere herzlichen Glückwünsche zu seinem heutigen Geburtstag und für ein weiteres erfolgreiches Wirken im Dienste innerer Volksgemeinschaft dar.
Der Zugenb-Sporttag in Gießen.
Der Reichssportwettkampf unserer Gießener Jugend, der im Rahmen der großen sportlichen Veranstaltung der HI. und des BDM. am heutigen Samstag und morgigen Sonntag im Reiche und in unserer Stadt durchgeführt wird, bringt die Pimpfe und die Hitlersungen heute und morgen auf dem Sportplatz des Männertumvereins, die Mädel auf dem Universitäts-Sportplatz in den Wett, kämpf. Das Jungvolk wird einen Dreikampf in Weitsprung, Schlagball-Weitwurf und 60-Meter- Lauf durchführen. Die Hitlerjungen werden im Dreikampf beim 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Keu- len-Weitwurf wetteifern. Die Wettbewerbe werden als Mannschaftskämpfe durchgeführt, bei denen aber auch Einzelleistungen gewertet werden.
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tmö hoher Blutdruck nütHerzuuruhe, Schwiodelgeflihl, Nervosität, Ohrensausen, Zirkulationsstörungen werden durch Anti«klero«in wirksam b» kämpft. Enthält u. a. Blutsalze und Kreislaufhormone. Greist die Beschwer, den von verschiedenen Richtungen her an. Packung 60 Xabi. Jl 1-85 in Apotheken. Hochinteressante Aosklärungsschrist liegt jeder Packung bei'
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Gießener Giadiiheaier.
Willy Grub: „Bagatellen."
Es gehört Mut dazu, ein ganzes Stück mit nur zwei Personen zu bestreiten. Drei Akte lang; ein junges Ehepaar. Das geht nur, indem sie fick) zweieinhalb Akte lang zanken und einen halben Akt lang versöhnen. Als Hilfskonstruktionen sind das Telephon, das Radio und Stimmen hinter der Szene eingesetzt. Er ist Schriftsteller und schreibt an einem Roman. Sie stört ihn dabei nach Kräften. Schauplatz: Zweizimmerwohnung; das ist gerade Raum genug, um die eheliche Schlafgemeinschaft aufzuheben, was als taktisches Ergebnis der Feindseligkeiten im ersten Akt angesehen werden muß. Nicht genug damit, entflieht die Frau bei Nacht durchs Fenster — zu einer Freundin. Der Mann glaubt natürlich nicht an die Freundin, alarmiert die Polizei und wird nach der Rückkehr seiner Gemahlin durch einen Strauß roter Rosen, die am Abend noch nicht da waren, in seinem Der. dacht bestärkt. Zum Glück stellt sich noch rechtzeitig heraus, daß die Blumen nur aus Versehen im falschen Stockwerk abgegeben wurden. Obwohl sich Oie Frau mit einem Nelkenstrauß revanchiert, um ihrerseits den Mann in Verlegenheit zu setzen, kann das in Gestalt des Rechtsanwaltes drohende Der- hängnis abgewendet werden. Mit einem Kompromißfrieden, einer freundschaftlichen Kissenschlacht, einer Flasche Sekt und der erfreulichen Aussicht, den Stoffhund der jungen Frau durch ein natürlicheres Spielzeug ersetzt zu finden, wird der Zuschauer entlassen.
Der Spielleiter Herr Sch e w e gab den offensichtlich in unbeschwerten Friedenszeiten abrollenden Ereignissen ein angemessenes Tempo und, wo die Natürlichkeit nicht ausreichte, schwankmäßige Steigerungen, die allgemeinen Anklang fanden. Fräu- lein Garbe als Frau Sabine konnte ein ausgedehntes Register weiblicher Künste entfalten: vom empörten Ähluchzen bis zum triumphierenden Freudenschrei. Herr Kratz spielte den geprüften Ehemann anfangs mit milder Ueberlegenheit, später mit ungehemmten Temperamentsausbrüchen, zuletzt als besänftigter Sieger. — Das zweckdienliche Bühnenbild stammte von Herrn Löffler.
Hans Thyriot.
Gegen unrechtmäßigen Lebeneimittelkartenbezug.
In den letzten Wochen hat das Ernährungsamt, Abteilung B, der Stadt Gießen mehrere Fälle von unrechtmäßigem Leibensmittelkartenbezug feftftellen müssen. Die Sünder bzw. Sünderinnen hatten Lebensmittelkarten von verstorbenen ober nach auswärts verzogenen Personen weiter bezogen und sie für sich nutzbar gemacht. Als der Schwindel her- ausfam, gab es bei der Vernehmung wegen dieser volksschädlichen Handlungen großes Wehklagen der Schuldigen. Das half nun aber alles nichts, denn
ihre Vergehen gegen die Volksgemeinschaft waren so schwer, daß das Ernährungsamt mit Recht die Strafverfahren in die Wege leitete. Nunmehr haben diese Sünder und Sünderinnen ein dickes Ende ihrer Schwindeleien zu erwarten, das aus einer sehr empfindlichen Strafe bestehen wird.
Um für die Folge niemand im Zweifel zu lassen — ein Zweifel kann eigentlich nicht darüber bestehen, daß jedermann nur die für ihn bzw. für feine in der Familiengemeinschaft lebenden Angehörigen zuständigen Lebensmittelkarten beziehen fann — was bei dem Lebensmittelkartenbezug rechtens und einwandfrei ist, veröffentlicht das Er- nährungsamt heute wiederholt eine Bekanntmachung, in der alle Klarheit über den Bezug und über die Abmeldung von Lebensmittelkarten enthalten ist. Zugleich wird darauf hingewiesen, daß Vergehen auf diesem Gebiete, die als volksschädigend anzusehen sind, ohne jede Nachsicht verfolgt und mit Geld- oder mit Freiheitsstrafen geahndet werden.
** Polizei st undeum24 Uhr. Für Gießen, Bad-Nauheim und Friedberg ist die Polizeistunde mit sofortiger Wirkung auf 24 Uhr festaesetzt worden. Die Polizeistunde endet um 6 Uhr früh.
** Wer ist Eigentümer der Wäschestücke? Die Kriminalpolizei Gießen ersucht diejenigen Personen, die dem Stickermeister Fritz Brun necke, früher in Gießen, Marktstraße 14 wohnhaft, Wäschestücke übergeben und noch nicht wieder zurückerhalten haben, sich bei der Kriminalpolizei, Kirchstraße 11, zu melden. Brunnecke hat die ihm übergebenen Wäschestücke zahlreicher Kunden unterschlagen, so daß gegen ihn eine Reihe von Anzeigen vorliegt. Unsere Kriminalpolizei konnte einen Teil der unterschlagenen Wäschestücke sicher- steilen, die sie nunmehr den Eigentümern zustellen will. Diejenigen Personen, die gegen Brunnecke Anzeige erstattet und ihr Eigentum anerkannt haben, brauchen sich nicht zu meiden, da die Gegenstände erst nach Erledigung der Beweisführung gegen Brunnecke zurückgegeben werden können.
Landkreis Gießen.
5 Alb ach, 23. Mai. Am heutigen Tage kann der Landwirt Karl Bähr feinen 80. ©e b ur t s = tag feiern. Der alte Herr besitzt noch eine für fein hohes Alter gute Gesundheit und kann bei der Landwirtschaft noch mithelfen. Unseren herzlichen Glückwunsch.
Beim Iauchefahren tödlich verunglückt.
* Cleeberg (Kreis Wetzlar), 24. Mai. Die 21 Jahr alte Erna Kaiser von hier war vor einigen Tagen damit beschäftigt, mit einem Kuh- gespann Jauche aufs Feld zu fahren. Dabei kam das Mädchen so unglücklich zu Fall, daß es v o n d e m Fuhrwerk überfahren wurde. Mit schweren inneren und Brustverletzungen mußte die Bedauernswerte nach Gießen in die Klinik verbracht werden, wo sie am Freitagabend an ihren schweren Verletzungen gestorben ist.
Bereichsmeisterschasten im Radfahren des 7ISRL-
Am morgigen Sonntagnachmittag finden in der Turnhalle des Tv. 1846 die Bereichsmeifterfchasten des Bereiches XII im Radfahren statt. Wenn auch das Meldeergebnis nicht so ausgefallen ist, wie es im Interesse des Sportes zu wünschen gewesen wäre, so wird doch von den an den Wettbewerben teilnehmenden Fahrern und Mannschaften alles aus. geboten werden.- um guten Sport zu bieten. Im Einer-Kunstfahren starten vier Fahrer, Hier dürften sich die Fahrer Nuhn und Uftnger aus Kassel mit Enge> (Wetzlar) einen harten Kampf um den Sieg liefern. Im Z w e i e r - Ku n stf a h. ren hat nur die Zweier-Mannschaft Nuhn - Usin- g e r aus Kassel gemeldet, doch muß diese alles aus sich herausgeben, um die nötigen Punkte für den Sieg sicherzustellen. In den Kämpfen um die Mei. sterschaft im Zweier-Radball starten dis Mannschaften von Radfahrer-Verein Groß-Auheim. Radsahr-Derein Krofdorf und die beiden Mannschaf, ten von der Gießener Radfahrer-Vereinigung um den Titel. Hier dürften harte Spiele zu erwarten sein. Da jede Mannschaft gegen die andere zu spie, len hat, ist es schwer, hn voraus den Sieger fest« zustellen. Die Mannschaften der GRV .werden alles aus sich herausgeben müssen, um den Meistertitel hier zu behalten.
Oer Fußball am Sonntag.
VfL. Marburg — Wetzlar 05.
Die Wetzlarer sollten am Sonntag in Marburg vor einem weiteren Siege stehen. Damit dürste auch die letzte theoretische Möglichkeit entfallen, nach der im Falle einer hohen Niederlage Steinberg noch Meister werden könnte.
DsB.-Reichsbahn — Wehrmacht.
Die DfBer haben für Sonntag eine Mannschaft der Wehrmacht verpflichtet. Die Spielstärke dieser Mannschaft ist vollständig unbekannt. Die Gießener treten mit einigen neuen Leuten an, die als Ver- ftärfung der Mannschaft ange sprachen werden können. Der Ausgang des Spieles ist offen.
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2b. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Und sine Woche vor der Abreise haben wir noch eine Massenabfütterung im Haus", erzählte Gerda weiter und rang auf der engen Tischplatte die Hände. „Erstaufführung von Polas Film. Denk dir nur, man muß in der Wohnung ein Kabel legen wegen der Projektionsapparate, und wir haben 120 Stühle ausgeliehen. Hundertzwanzig abgeschabte Goldstühle stehen aufeinandergepackt im Musikzimmer, es sieht bei uns aus wie in einem Möbellager."
Don dem Kinoabend wußte der Architekt schon. Erstens hatte er es in der Zeitung gelesen, und zweitens war er neulich mit Birinsky zusammengetroffen, und der Baron redete von nichts anderem als von der Filmpremiere. „Er hat mich eingeladen", sagte Paul gedehnt, „ich hätte eigentlich nicht übel Lust bekommen —, nur wie ist das, Gerda —, muß man da unbedingt im Frack erscheinen? Ich besitze keinen! Ich möchte dir keine Schande machen."
Sie blinzelte heimtückisch. „Ich glaube nicht, daß ich mich sehr schämen würde. Komm nur ruhig in deinem bescheidenen Smoking zu fünfhundert Mark."
„Wieso?" Paul schien überrascht.
„Oder war er teurer? Ich gehöre nämlich zu den unsympathischen Frauenzimmern, die etwas von Männergarberobe verstehen."
Er sah sie an. Dann fragte er etwas anderes. „Was wirst du jetzt anfangen? Hast du dir schon einen Plan gemacht?"
Seine magere nervöse Hand mit dem brennenden Zündholz war vor ihrem Gesicht, sein Knie berührte das ihre. Wiederum empfand Gerda diese sonderbare Verbundenheit mit Paul, die manchmal von ihr Besitz ergriff. Durch den Rauchschleier seiner Zigarette sah sie das vertraute Gesicht verwischt und nahe zugleich. Paul schaute scharf und besorgt zu ihr hinüber, aber Gerda selber war jetzt gar nicht besorgt. Vielleicht hätte sie doch nicht
allen Rum in den heißen Tee gießen sollen — jedenfalls schien ihr plötzlich die Zukunft durchaus geebnet, leicht zu bewältigen — die Dinge bekamen etwas Schwebendes. Paul faß neben ihr, ruhig und wunderbar sicher in allem, was er tat und sprach. Wenn man sich nur in Gegenwart eines anderen auch so ruhig hätte fühlen können, aber da bekam man wildes Herzklopfen, der Zorn stieg einem ins Gesicht, ach, sie wollte jetzt keine Vergleiche ziehen.
Der Kellner stieß an Frau Maurers Stuhl, und von dem Tablett, das er trug, fielen die Löffel klirrend auf Öen Marmortisch Gerda schob das Bein zur Seite und tastete nach dem Nacken. Dort saß ein leichter Schmerz und zeigte Neigung, sich auszubreiten.
„Was wollte ich sagen — — wovon haben wir jetzt gesprochen?"
„Von deiner Zukunft."
„Ja", sagte sie geistesabwesend und drückte die Finger in öir Höhlung zwischen den Nackenmuskeln. das auch — wir haben von mir gesprochen und bann von dem Fest bei der Luckner, nicht?"
Paul sah sie an. „Trink ein Glas Wasser!" Er schob ihr das beperlte Glas hin, und sie trank es auf einen einzigen Zug leer. Es tat wunderbar gut — Gerdas vernebelter Kopf wurde nach und nach wieder klarer, sie schämte sich und behauptete, einen Kreisel im Hirn zu haben. Sie wird Gott danken, wenn sie endlich vor der Hetze Ruhe hat.
„Gehst du dann nach Bremen?" fragte er.
„Nein", sagte sie erschrocken, „daran ist nicht zu denken."
„Aber es wäre praktisch. Herr Kempf braucht bann nicht mehr so weit zu reifen."
Sie lachte. „Das verstehst du nicht. In Bremen bin ich ungeheuer viel weiter von ihm entfernt als in Wien."
„Du wirst ihn schon einholen", sagte Paul mit kalter Ironie.
(Berba war nun boch überrascht von seinem Ton. „Warum so boshaft? Glaub mir, Paul, Clemens Kempf ist mir in Wien ebenso gleichgültig wie vielleicht in Bremen", fügte sie etwas übereifrig hinzu. Die sorglose Stimmung war verflogen, und sie brach rasch auf.
13. Kapitel.
Baron Birinfky spendete den Champagner und die Zigarren. Alles übrige kam wie gewöhnlich aus dem Hotel, es kam in der Obhut von verantwortungsbewußt und entschlossen blickenden Männern, die unverzüglich im Keller untertauchten und den Oberbefehl übernahmen. Auch int Oberstock waren fremde Männer. Sie trugen blaue Monteuranzüge. und plagten sich mit dem Kabel und mit der Aufstellung der Projektionsapparate, — die Leinwand hatte myn schon gestern an der Schmalseite des langen Musikzimmers aufgehängt, dort hing sie jetzt und schlug sanfte Falten. Der raumbeherrschende Flügel war weg, — im Mufiksaal gab es nur mehr zwölf Reihen zerbrechlicher Goldstühlchen und efne Art niedrige Barriere aus vielen Blumen, die eine richtige Abgrenzungslinie zu der Leinwand bildeten.
Fritz Gredler erschien zu ungewöhnlich früher Stunde im Glanze eines neuen Fracks, der Neuyork galt, und erkundigte sich verttaulich nach dem Fortschrittsstadium des Büfetts. Er sagte, es sei saumäßig kalt draußen, vier Grad unter Null und Ost- winb.
Dabei zerstörte er ein Schaugericht aus russischen Eiern unb Rebhuhn. Mit vollem Munbe kauenb, bewunberte er Gerdas Kleid.
„Fabelhaft!" Er ging rund um die weißen Spitzen herum.
„Es hat sehr viel gekostet, Gredler", sagte sie ohne Begeisterung.
„Sehr viel? Wieviel ist das? Frauen sind immer geizig."
„Meine Stellung bei der Luckner hat es gekostet." Fritz Gredler starrte verständnislos.
„Das Kleid ist ein Abschiedsgeschenk von Pola, — es heißt: Adieu, du warst so weit ganz brauchbar — treu, fleißig unb ehrlich, aber jetzt geh gefälligst!"
(Berba hörte plötzlich auf zu reben, sie schob ben Pianisten vorn Büfett weg unb versteckte die zerstörte Schussel hinter einem Aufbau aus Südfrüchten. Aus der Halle tönten Stimmen herüber. Die Elektriker gingen endlich fort, und Fräulein Rosas winselndes Organ wollte von der ersten Etage aus erkunden, ob man auch alle Türen werde auf unb zu machen können von wegen bes Kabels, bas sich
schlangenhaft und nur leidlich gesichert durch bas halbe Haus bohrte.
Die Elektriker sagten, jawohl, man könne. Blaß 1 die große Flügeltür bes Musikzimmers müsse geschlossen bleiben, benn bort seien ja die Projektionsapparate aufgestellt, und die dürften auch nicht um einen Zentimeter gerückt werden. Als Durchgang j komme für diesen Raum nur der Setteneingang, 1 vielleicht die kleine Tapetentür, in Betracht. „Nicht I vergessen, Fräulein!" ■ * 1
Sie zogen mit ihren schweren Werkzeugkästen j ab und hinterließen einen faden Geruch von Löt« I lampen, Schweiß und verstohlen gerauchten fchlech- j ten Zigaretten. Gleich darauf kam Pola die Stiege 1 herunter und schnupperte denn auch mit erhobener I Nase.
„Um Gottes willen! Hier riecht's wie in einer j Schlosserwerkstatt, und es ist kalt. Man muß lüften und besser einheizen." Der Chauffeur Schütz tauchte 1 auf unb öffnete bie Fenster, darauf wurde es noch 1 kälter.
Pola hielt in halber Höhe der Treppe und zog \ den Mantel frierend über der nackten Brust zusammen. Wie sie so dastand, die spitze Schleppe bes Kleibes zryei Stufen tiefer liegenb, ein Brillant-1 banbeau im kupfernen Haar, unwahrscheinliche Perlen um den Hals, den gepuderten Arm, der au3 dem Pelz herausgriff, geschient in einem Dutzend j Armbänder, sah sie barbarisch schön aus---- i
Theater, aber ganz große Klasse.
„Gredler", sagte Frau Maurer und schaute mit geweiteten Augen in die Halle, „sie trägt ben Zobel!"
„Tja!" Der Klavierspieler zuckte die Schultern. „Nun hat sie ihn ja endlich erwischt. Pola kriegt alles, was sie will."
„Begreifen Sie es? Denken Sie noch an Zürich — wie die Pachoven über ben roten Korridor- läufer gekommen ist, und eine Minute später wat sie tot — weg! — Nur der Mantel war ba.*Uni erinnern Sie sich, wie er an der offenen Schacht- tür hing?" Gerda schüttelte ein nervöser Schauer. „Ich habe manchmal gedacht, die Pachoven hätte sich vielleicht noch auf fangen können, wenn bet Pelz nicht gewesen wäre."
(Fortjetzung folgt.)
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■I HUI Hill Ulli HUI um iiiib
Allein die Erinnerung an Persil oerpflichtet uns, die altbewährten Erzeugnisse unseres Hauses auch weiterhin in bester Qualität herzustellon. Gcraöc heute haben sie eine besondere Aufgabe zu erfüllen: sie erleichtern das waschen und die häusliche Reinigung und helfen Seife und Waschpulver sparen! (Denn Sie beim Einkauf bie guten Henkel- Sachen erhalten wollen, (o bestehen Sie auf: Henko • Sil ♦ i M i • ATA


