so daß hier das angelsächsische Kapital die Führung verloren hat. Aehnlich ist es in Columbien und Ecuador. Der erbitterte Kampf, den M e x i f o gegen die angelsächsischen Erdöltrusts führte, der bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu England ging, endete mtt der Verstaatlichung der mexikanischen Oelquellen und der Gründung einer natto- nalmexi konischen Petroleumverteilungsgesellschaft. Erst unter dem Druck des Krieges, der den Mangel an eigenen Tankschiffen für die Ausfuhr bedrohlich werden ließ, hat sich Mexiko mit den ausländischen Gesellschaften geeinigt. Aber der Haupterdöllieferant Englands aus Westindien bleibt Venezuela, Las ganz vom Oelkapital abhängt, denn etwa 30 v. H. der Staatseinnahmen machen die Konzessionsgebühren und Abgaben der ausländischen Oel- gesellschaften aus. Dadurch, daß diese Gesellschaften, die vorwiegend in englischem Besitz sind, das in Venezuela gebohrte Oel nach der britischen Insel Trinidad und dem holländischen, jetzt von den Engländern besetztenCura^ao schaffen,um es dort in eigenen Raffinerien zu verarbeiten, bevor es feinen Weg nach England antritt, hat sich das britische Kapital Venezuela ganz in die Hand gespielt. Man hat zwar in Caracas erwogen, nur solchen Gesellschaften Konzessionen für Erdölbohrungen zu erteilen, die sich verpflichten, auch Raffinerien auf venezolanischem Boden zu errichten, aber bisher hat sich an der Tatsache nichts geändert, daß England über die bettächtliche Erdolproduktion Venezuelas uneingeschränkt verfügen kann.
Reben Westindien ist Vorderasien das Haupterdölversorgu7iosgebie1 Englands. Wie sich die Erdölproduktion aus die Länder des Vorderen Orients im einzelnen verteilt, haben wir hier schon am 12..Mai ausführlich dargelegt. England beherrscht auch hier mit Hilfe eines kunstvollen Systems von Kapitalverflechtungen die gesamte Erdölproduktion, an deren Spitze Iran 1940 mit 10,5 Millionen Tonnen stand, worauf der Irak mtt 4,1 Millionen Tonnen folgte. Die Bahrein - Inseln, an deren Erdölinteressen England bereits amerikanischen Gesellschaften bedeutende Anteile ein= räumen mußte, förderten 1,2 Millionen Tonnen. Erst in den Anfängen stecken die Bohrungen in Saudi-Arabien (0,8 Millionen Tonnen) und Aegypten (ebenfalls 0,8 Millionen Tonnen). Hier sind es vor allem die Küsten streif en beiderseits des Roten Meeres, auf der Sinai-Halbinsel, bei Ras Gharib am Suezkanal und Hurghada, deren Erdölvorkommen sich England gesichert hat, während im Raum von Marsa Mattuk und im Nildelta die ägypttsche Regierung sich noch das Recht auf Bohrungen selbst Vorbehalten konnte und im östtichen Saudi-Arabien die Amerikaner den Engländern den Rang ab gelaufen haben. Im Irak, dessen Fretheitskampf gegen die brutale Ausbeutungspolittk des britischen Kapitalismus die ganze arabische Welt mit unverhohlener Sympathie verfolgt, hat die Irak Pettol Company, an der die britische Admiralität maßgebend beteiligt ist, dafür gesorgt, daß fast ausschließlich das nordirakische Mossuigebiet erschlossen wurde, während auf den Konzessionsfeldern der andern, ebenfalls vorwiegend britischen Gesellschaften in den übrigen Teilen des Landes trotz der auch hier unzweifelhaft sehr umfangreichen Erdölvorkommen nur Versuchsbohrungen vorge- nomnren wurden, weil England den größten Wert darauf legte, sich hier große Reserven zu erhalten, deren Ausbeutung und Verkauf an andere Mächte es mit allen Mitteln verhindern wollte. Wenn trotzdem vor dem Kriege drei Viertel der irakischen Erdölproduktton an den französischen Verbündeten geliefert wurden, so konnte sich England im eigenen Interesse leicht dazu verstehen, denn es selbst deckte seinen Bedarf im wesentlichen aus den ja mehr als doppelt fo großen Erträgnissen der Erdölfelder des- Iran. 21 bet nur 0,5 Millionen Tonnen des Irak- öls überließ es dritten Abnehmern, ein Beweis dafür, mit welcher Rücksichtslosigkeit es seine Kapitalherrschaft für seine eigenen politischen Zwecke mißbrauchte.
Unmittelbar an der irakischen Grenze und am Schatt-el-Arab, dem Zusammenfluß der beiden mächtigen Ströme Euphrat und Tigris vor ihrer Einmündung in den Persischen Golf, liegt A b a - d a n mit den gewaltigen Erdölraffinerien der Anglo Pension Oil Company, die das Ergebnis ihrer Bohrungen auf den südwestiranischen Oelfeldern um Disful und Ähwas mit einer der berühmten Pipe- Lines, wie sie im Irak von Kirkuk im Mosiul-Gebiet nach Tripoli und Haifa führen und auch in den Vereinigten Staaten in einer Gesamtlänge von 150 000 Kilometern zum Oeltransport von den Oelrevieren zu den Verschiffungshäfen verwandt werden, nach Abadan leiten, von wo dann das ferttge Produkt von Basra aus den Weg nach Uebersee antritt. Obwohl England mengenmäßig etwas mehr Erdöl aus Weftindien bezog, so waren die Lieferungen aus Iran doch kriegswirtschaftlich von besonderer Bedeutung, da es sich hier vorwiegend um Heizöl für die britische Flotte handelt. Schon daraus erklärt sich Englands Interesse für die politische Umwälzung im Irak, der es mit der Landung britischer Truppen in Basra zu begegnen suchte. Auch an beiden Küsten des Persischen Golfes, so auf iranischer Seite bei Buschehr und Bender Abbas und aus arabischer im Sultanat Kuweit und auf den Bahrein-Inseln finden sich bedeutende Oelvorkom- men, auf die selbstverständlich ebenfalls England die Hand gelegt hat. Auf den Bahrein-Inseln hat es auch eine Raffinerie errichtet, die zu den größten und modernsten chrer Art zählt. Aus all diösem erhellt, welche umfangreichen und geradezu lebenswichtigen Interessen England hier im Vorderen Orient, den es bislang als feine unumstrittene Domäne betrachten durfte, verteidigt gerade im Hinblick auf den Krieg, den die englischen Plutokraten leichtfertig heraufbeschworen haben, ohne daß sie auch nur ein Gefühl dafür hatten, welch unabsehbare Folgen sie damit für den Bestand des über den ganzen Erdball verstreuten und daher auch an tausend Stellen verwundbaren britischen Empire auslösten.
Wir haben schon angedeutet, daß mit der Sicherung ausreichender Erdölvorkommen für England das Problem der Erdölversorgung noch keineswegs gelöst ist. Mindestens ebenso wichtig ist die Trans- portfrage. Und diese stellt England, wie sich Tay für Tag deutlicher zeigt, vor Schwierigkeiten, die es kaum noch zu meistern vermag. Schon die Oellettungen, von denen wir sprachen, sind bei ihrer außerordentlichen Länge und bei der Natur des Landes im Irak und Palästina äußefft empfindlich, wie sich ja sowohl bei früheren Aufständen der ara- bischen Bevölkerung wie jetzt wieder bei den Kämpfen im Irak gezeigt hat. Aber den weitesten Weg hat das Oel, soweit es England auf der Insel selbst braucht, über das Meer zürückzulegen. Und hier ist ihm im deutschen U-Boot und Fernkampfflugzeug ein furchtbarer Feind erwachsen. Die Oeltanker sind Schiffe besonderer Bauart für den Masientransport von Oel. Nach den Angaben im „Nauticus", Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen, zählte die Welt- Handelsflotte vor dem Kriege insgesamt 1731 Oeltanker mit rund 11,43 Millionen "BRT. Fafsungs-
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Englands Erdölinteressen im Vorderen Orient.
vermögen. Großbritannien verfügte davon mit seinen Dominions über fast ein Drittel, über 498 Tanker mit rund 3,27 Millionen BRT. Dann folgten die reinigten Staaten mit 421 (2,8 Millionen BRT.) und Norwegen mit 272 (2,1 Millionen BRT)., in weitern Abstand die Niederlande, Panama, Japan, Italien und Frankreich. Dem gewaltig gestiegenen Oelverbrauch während des Krieges geht ein ständiger und durch Neubauten nicht so schnell zu ersetzender Rückgang an Tankertonnage parallel. Wenn auch die vorausschauende Errichtung von Raffinerien in nächster Nähe der Erdölvorkommen, wie wir es für Englands wichtigste Erdölinteressen in Venezuela (Trinidad) und im Vorderen Orient (Abadan und Bahrein-Inseln) als charakteristisch berichtet haben, raumsparend für die Ueberseetransporte sich auswirkt, weil durch die Raffination am Gewinnungsort der Transport der als Ballast wirkenden Bestandteile des Rohöls vermieden werden kann, so sieht sich England durch die wachsende Unsicherheit im Mittelmeer immer mehr genötigt, einen erheblichen Teil seiner Oeltransporte aus Südwester an und von den Bahrein-Jnfeln um das Kap der Guten Hoffnung zu dirigieren, zumal auch der Suezkanal schon mehrfach durch versenkte Schiffe, die bei deutschen und italienischen ßuftan« griffen getroffen waren, für lange Zeit gesperrt war. Auch das umständliche Geleitzugsystem wirkt sich auf oie Erdölversorgung der britischen Insel sehr verzögernd und einengend aus. Wie sehr, ist ja schon aus der Einrichtung von „Transportfeiertagen" für die britffche Wehrmacht zu ersehen, die natürlich in nichts anderem ihren Grund hat, als in dem Zwang zu äußerster Sparsamkeit im Verbrauch von Benzin, um der Royal Air Force noch eine gewisse Bewegungsfreiheit zu sichern. Englanv soll bereits die Vereinigten Staaten um lieber« lassung von Deltantern gebeten haben, aber diese
sind selber knapp mtt Tankern, da sie für ihren erhöhten Verbrauch noch Rohöl aus Westtndien und Mexiko einführen.
England hat zwar vor dem Kriege eine umfangreiche Vorratswirtschaft auch in seiner Erdölversorgung getrieben und an der Themsemündung große Tankanlagen mit einem Fassungsvermögen von 1,25 Millionen Tonnen errichtet. Auch Raffinerien für etwa 2 bis 2,5 Millionen Tonnen jährlich waren bei Bristol und Swansea, bei Manchester- Liverpool, bei Hüll, Southampton und Plymouth erbaut worden. Aber die deutsche Luftwaffe hat bei ihren Angriffen auf die britische Insel gerade auf Tankanlagen und Raffinerien ihr besonderes Augenmerk gerichtet und sie mit vernichtenden Schlägen getroffen. So befindet sich Englands Erdölversor- gunig, von welchem Gesichtspunkt man sie auch be= trachten mag, in ernster Krisis und nirgends zeigt sich ein Ausweg, deutsche U-Boote und Bomber setzen vielmehr mit wachsender Intensität ihr Zer- störungswerk fort, während die Entwicklung im Nahen Osten immer deutlicher zeigt, daß EnFand auch hier im Kaimps um die Sicherung seiner Erdölversorgung eine Schlacht verlieren wird.
Dr. Fr. W. Lange.
Petroleumraffinerie in Tripoli stillgeleqt
Istanbul, 24. Mai. (Europapreß.) Die erst kürzlich vollendete Petroleumraffinerie in Tripoli in Syrien, dem Endpunkt der einen Erdölleitung aus dem Gebiet von Mossul, mußte wegen eines Unfalles den Betrieb ein stellen. Einzelheiten darüber sind noch nicht bekannt. Die Behörden vermuten aber, daß es sich um einen englischen Sabotageakt handelt. Die Raffinerie ist klein und verfügt nur über einfache Einrichtungen.
Schwere Verluste der Engländer imgrak
Damaskus, 24.Mai. (DNB.Funkspruch.) Das Hauptquartier der irakischen Stteitträfte gab am Freitag bekannt: An der Westfront Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Unsere Artillerie hat dem Feind schwere Verluste beigebracht. Unsere südlichen Patrouillen haben in Verbindung mit den freiwilligen nationalen Streitkräften in der Nacht vom 21. 3um 22. Mai die feindlichen Posten bei Mak al und Choueiba angegriffen und dem Feind schwere Verluste an Menschen und Material beigebracht. Feindliche Flottenein- heiten haben auf unsere Stellungen das Feuer eröffnet. Die Schäden sind unbedeutend. Unfere Flugzeuge haben Aufklärungsflüge über Sinedel- baue, Habbania und andere Gebiete ausgeführt unb Bomben auf die Ablagen und Unterstände von 16 Flugplätzen geworfen, wobei Brände entstanden. Feindliche Luftformattonen wurden von unserer Luftwaffe unter Maschinengewehrfeuer genommen. Alle Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehrt. Der Feind hat Luftangriffe aus das Lager von Raschid, auf Washwasy und andere Gebiete des Landes ausgeführt: durch Bomben wurden leichte Schäden verursacht.
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Der Rundfunksender von Bagdad bestätigte die Gerüchte, daß der Kommandant der englischen Truppen in Basra, Oberst Geer, Selbstmord begangen hat. Es handele sich um eine Verzweiflungstat, angesichts der schweren Verluste, die die Engländer bei dem Angriff der irakischen Streitkäste und bei der Einschließung des englischen Lagers erlitten hätten. Die neuen Stellungen, in denen sich die englischen Truppen unter dem Befehl des Obersten Geer zu behaupten versuchten, seien ebenfalls von der irakischen Armee eingedrückt worden.
Kritische Lage in Transjordanien.
Emir Abdullah verläßt Amman.
Beirut, 23. Mai. (Europapreß.) Wie hier bekannt wird, wurden die eingeborenen Soldat e n der britischen Hilfstruppen an der syrischpalästinensischen Grenze nach Palästina zurück- berufen und durch Polen, Tschechen, Dscherkessen und Engländer ersetzt in der Befürchtung, daß die eingeborenen Soldaten, die vorwiegend Araber sind, auf die Seite der Gegner Englands übergehen könnten. In Trans jordanien ergreift der englandfreundliche Emir Abdullah angesichts der immer stärker in die Erscheinung tretenden siindseligen Haltung der Bevölkerung gegen England zu den schärfften Maßnahmen, um sich an der Macht zu hatten. So wurden in der Hauptstadt Amman alle syrischen und libanesischen Staatsangehörigen unter Ueberwachung gestellt. Die Leibgarde des Emirs übt in der Befürchtung von Attentaten gegen die Person des Emirs eine scharfe Ueberwachung des Palastes aus. Das Leben in der Stabt ist dem Belagerungszustand ähnlich. Zu lebhaften ivakfteunbttchen Kundgebungen kam es, als
der Wagen des Emirs durch die Straßen der Stadt fuhr, Demonstranten hielten den Wagen an und brachen in Hochrufe auf den Irak aus. Die Polizei schritt rücksichtslos ein und konnte schließlich die Demonstranten auseinandertreiben. Der Emir soll bereits beschlossen haben, seine Resident zu räumen und Amman zu verlassen angesichts der Tatsache, daß die englandfeindlichen Freischaren von F a w z i Kaukji bis in die Nähe von Amman vorgestoßen sind, ohne ernsthaften Widerstand zu finden. Fawzi Kaukji steht vierzig Kilometer vor Amman.
Eden droht.
B e r l i n, 23. Mai. (DNB.) Außenminister Eden griff im Unterhaus die französische Regierung an und stieß Drohungen gegen das französische Volk aus. Wenn die französische Regierung, so erklärte er, eine für die britische Kriegführung nachteilige Handlung erlaube, werde Großbritannien bei der Durchführung seiner militärischen Pläne zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet Frankreichs keinen Unterschied mehr machen können. Damit wiederhotte der Minister die gleichen Drohungen, die vor wenigen Tagen ein englisches Blatt aussprach, als es oie Bombardierung von Paris forderte. Eden tut so, als habe England bisher die Franzosen anders behandelt. Das Verhalten Englands gegen feinen einstigen Bundesgenossen reiht sich würdig ein in die lange Reihe intriganter und perfider Handlungen, mit denen England immer wieder seine Euro pafeindlichkeit bewiesen hat. Die europäischen Völker, die die wahre Politik Englands erkannt haben, scharen sich um die Achse im Kampf für eine bessere Neuordnung Europas, diesmal ohne und gegen England.
Darlans Antwort.
„Frankreich hat freiwillig seinen neuen Weg betreten".
Gens, 24. Mai. (DNB.) Der stellverttetende ftanzösische Ministerpräsident Admiral D a r l a n hielt über den französischen Rundfunk eine Ansprache, in der er sich scharf gegen die anmaßenden Beschuldigungen der Engländer wandte. In keinem Augenblick sei deutscherseits von Frankreich die Ausgabe irgendeines Souveränitätsrechtes verlangt worden. Frankreich habe freiwillig feinen neuen Weg betreten. Der Admiral erinnerte an Frankreichs schwerste Niederlage feiner Geschichte und die Irrtümer seiner Regierenden, die, ohne fähig zu fein, sich leichtfertig zu Beschützern kleiner europäischer Mächte aufgeworfen hätten. „Obwohl unsere führenden Männer", fo erklärte Admiral Dorla n, „es nicht verstanden, den Krieg moralisch und materiell vorzubereiten, haben sie dennoch den Krieg erklärt. Wir haben ihn verloren durch das Verschulden und das Versagen derjenigen, die uns in ihn hineingetrieben hatten."
Darlan erinnerte an die Großmut des Siegers,
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Achtung Schwarzsender!
Berlin, 23. Mai. (DJIS.) Die Erfahrungen des Krieges veranlassen das Oberkommandos der Wehrmacht zu folgender Warnung:
Schon im Frieden ist das Schwarzsenden ver. mittels einer Funkanlage grundsätzlich mit Zuchthausstrafe bedroht. 3m Krieg stört jedes Schwarzsenden die für die Landesverteidigung unerläßlichen Maßnahmen der Wehrmacht und lei. stet damit dem Feinde Vorschub. Wer im Kriege schwarzsendet, stellt sich daher außerhalb der Volksgemeinschaft und hat damit zu rechnen, als Landesverräter mit Zuchthaus oder Todesstrafe bestraft zu werden. — Dies gilt ohne Ansehen der Person und des Alters besonders für schwarzsendende Funkamateure, selbst wenn sie glauben, nur belanglosen Text zv senden. Darum: Achtung! Schwarzsenden ist Landesverrat!
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der im Juni 1940 den Waffenstillstand hätte Der» weigern können, um Frankreich zu zerschmettern, und der dies dann doch nicht getan habe. Deutschland fei vielmehr mit der französischen Regierung in Verhandlungen eingetreten, deren Folgen bereits jetzt eine Reihe von Erleichterungen gewesen feien. Vom Ausgang der jetzt laufenden Verhandlungen hänge Frankreichs Schick- sal ab. Es handele sich deswegen für Frankreich darum, zwischen Tod und Leben zu wählen. Marschall Pätain aber hätte sich für das Leben entschieden.
England« Einfluß muß verschwinden.
Vichy, 23. Mai. (DNB.) „Die ftanzösische Flagge muß wieder über Libreville, Pointe Noire und Brazzaville wehen", schreibt „Gringoire". Alle Franzosen denken mit Trauer daran, daß ein Teil des französischen Kolonialreiches in der Hand von Söldnern ist, die England dienen. Diese Söldner haben von der Unwissenheit und Verzweiflung unglücklicher französischer Kolonisatoren profitiert und haben mit Verrat jene Franzosen zu überrumpeln gewußt. Die Mehrheit der Bevölkerung der heute unter de-Gaullisten stehenden Gebiete Französifch-Aequatorialafrikas bleibt in der Gesinnung weiterhin dem Mutterlande treu. Frankreich muß alles unternehmen, schließt der Artikel, damit der englische Einfluß und der Einfluß der Dissidenten aus diesen Gebieten verschwindet.
Gegen Einführung der Wehrpflicht in Nordirtand.
Neuyork, 23. Mai. (DNB.) Der amerikanische Rundfunk meldet aus Belfast, daß infolge der möglichen Einführung der Wehrpflicht in Nordirland dort eine politische Krise ausgebrochen sei. In der Tat bilden die Nationalisten dort etwa ein Drittel der Bevölkerung und sind Anhänger de V a l e r a s. Sie widersetzen sich ausdrücklich jeder Einberufung der Bewohner Ulsters in die britische Armee. Das Ulster-Kabinett hielt eine zweistündige Sitzung ab, in der es den Einberufungsplan gebilligt haben soll. Die Nationalisten organisieren einen heftigen Widerstand gegen den Premierminister Andrews und wenden sich an Irland in der Hoffnung, daß de Valero gegen die Einberufungen in Nordirland einschreiten werde. Beobachter sind der Meinung, daß es zu einer neuen Welle antienglischer Tätigkeit sowohl in katholischen wie in protestantischen Kreisen kommen werde.
Der irische Kriegsminister, Frank Alken, der zur Zett in den USA. weilt, bezeichnete Englands Absicht, den Nordirländern die Wehrpflicht aufzu- zwingen, als einen monströsen Skandal. Es fei schlimm genug, daß ein Land oder Landesteil gegen den Willen der Bevölkerung militärisch besetzt werde, wie England es mit Nordirland tue. Wenn die Bevölkerung eines solchen Landes aber darüber hinaus von der Besetzung^ macht in den Militärdienst gepreßt werde, dann handle es sich um ein Vorgehen, wie es keine zivilisierte Macht in der modernen Zett begangen habe. Englands Versuch, die Nordiren zum Militärdienst zu zwingen, sei ein eindeutiger A n- g r i f f 5 a 11. Sollten Die Engländer in Nordirland die Wehrpflicht einführen, so würden die Begehungen zwischen England und Irland für die kommenden Generationen gefährdet werden. Die zwangsweise Einführung der Wehrpflicht würde in Nordirland zu Unruhen führen. Das irische Volk wolle keinen Anteil an dem derzeitigen Krieg unb wolle nicht gezwungen werden, daran teilzunehmen. Irland habe im Weltkrieg 250 000 Mann für die britische Armee gestellt, angeblich um für die Freiheit der kleinen Nationen zu kämpfen. Alles, was Irland dafür erhalten habe, sei die Teilung der Natton und der Bürgerkrieg.
Deutschlands Rohstoffversorgung gesichert.
Eine kriegswirtschaftliche Tagung.
Berlin, 23. Mai. (DNB.) Auf Einladung des Reichswirtschaftsministers und Reichsbankpräsidenten Funk fand eine Tagung der Gauleiter, Reichsstatthalter, Oberpräsidenten und Gauwirtschaftsberater statt, an der auch die Wirtschaftsminister der Länder sowie der Reichsverkehrsminister, der Reichs- arbeitsminifter, mehrere Staatssekretäre und der Reichskommissar für die Preisbildung, der Chef des Wehrwirtfchafts- und Rüstungsamtes, General der Infanterie Thomas, und Vertreter des Reichs. Minister für Bewaffung und Munition, des Reichs, finanzministers, der Parteikanzlei und der Deutschen Arbeitsfront teilnahmen.
Reichswirffchaftsminister Funk gab einen Hebe«* blick über die kriegswirtschaftliche Lage im Großdeutschen Reich und in den besetzten Gebieten, ins- besondere mit Bezug auf die Rohstoffe, den Außenhandel und das Geld- und Kreditwesen. Danach ist die kriegsnotwendige Rohstoffversorgung gesichert, die Zinssenkung hat eine wesentliche Erleichterung der Kriegsfinanzierung herbeigeführt. Diese Probleme wurden alsdann ht Vorträgen von Unterstaatssekretär General von Hanne ken, Unterstaatssekretär von Iagwitz und Ministerialdirigent Dr. Riehle eingehender zur Darstellung gebracht. Staatssekretär Dr. L a n d- fried hielt das Schlußreferat, das sich mit grundsätzlichen Fragen der deutschen Wirffchastsstruktur unter besonderer Berücksichtigung des Handels vr- faßte.


