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Gietzener Anzeiger
Donnerstag, 2§ April |94l
vrühlsche UirtDermätsöniderti R. Lange General-Anzeiger für Gberhessen ?-1
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|9|. Jahrgang nt.97
iLrscveun raglict). auker Zonntags und feiertags Veilagen: Die^Uuftnerte Aiekener ^amilienblätteT DennatrmBild DieSckolle Monats-Bezug svreis: «Nil 4 Beilagen ?KM. 1.95 0hne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. „ .25
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Deutsche Truppen am Fuße -es Olymp
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Expeditionskorps werden und daß ein sehr großer
Materialoerlust eintreten könnte. Selbst amerikanische Berichte heben hervor, daß die Griechen jetzt in erster Linie für den Rückzug der Engländer zu
London die Tatsache zu vertuschen versucht, daß englische Truppenteile bei den Kämpfen in Griechenland noch nie genannt wurden, um so mehr aber
in der Landschaft Böotien öffnet, sind die Kämpfe in Epirus und im Pindosgebirge minder beachtet worden. Der Pindos trennt die thessalische Ebene von der gebirgigen Westküste Griechenlands. Er steigt bis zu fast 2200 Meter Höhe an. Bis 1800
dem von kam
nach Nordwesten, überschritten über den Zygos- Paß das Pindosqebirge und schnitten die griechische Epirus-Armee, die mit der Front nach Norden von den Italienern aus Albanien herausgedrängt worden war, von ihrer Rückzugstraße ab. So blieb ihr nichts anderes übrig, als die Waffen zu strecken. Damit ist den deutschen Waffen ein beispiellos schneller und grandioser Erfolg in einem Gelände gelungen, das seiner Natur nach eine schier unbezwingbare Bert-ndiaungsstellunq zu sein schien.
Der weitere Kampf, soweit er noch, vermutlich unter englischen Drohungen oder gar Zwangsmaßnahmen, vor sich geht, ist zur völligen Sinnlosigkeit aeroorben. Jeder weitere Widerstand kann die Lage Griechenlands nur erschweren Allein die Enaländer, genauer gesagt: die den Engländern vorgeschickten Truppen der britischen Dominiens, haben noch ein Interesse daran, daß griechische Truppen weiter-
Als Metaxas im Jahre 1941 nach einem Besuch des britischen Oberkommandierenden in Nahost, Wavell, über dessen Zweck nichts Näheres bekannt geworden ist, plötzlich starb, befand sich Griechenland mit Italien schon lange im Kriege. Sein Nachfolger K 0 r y z i s starb vor einigen Tagen eines gewaltsamen Todes unter Umständen, über die wohl nur der britische Geheimdienst Auskunft gqben könnte. Der nächste Anwärter, Z u d e r 0 s, kam noch gerade zurecht, um Zeuge der wilden Flucht des britischen Expeditionskorps zu werden und sich mit König und Regierung nach Kreta zu begeben. Das Land, das sich seit der Wiedergewinnung seiner Selbständigkeit vor kaum mehr als einem Jahrhundert in einem ewigen Taumel zwischen unbeherrschter Sehnsucht und beängstigender Schwäche
Deutsches Fla.-MG. bei Fliegerabwehr am Fuß des fast 3000 Meter hohen Olymps, auf dem unsere Soldaten vor einigen Tagen die Reichskriegsflagge hißten. — (PK.-Baier-Scherl-M.)
in der australischen
litt mehr unterschrieb, weil ihn inzwischen seine göttlichen Feinde neuerdings beseitigt hatten. lb:r noch 1935 erschien er wieder auf der politi- tiin Bühne und organisierte einen Aufstand der Mere, der in Athen fehlschlug, worauf sich Beni- flis mit der Flotte nach Kreta zurückzog, wo er pt Gegenregierung ausrief. Sein Stern hatte ihn pr schon verlassen. Der Aufstand wurde blutig Erdrückt, nachdem die treu gebliebenen Truppen f -egelrechten Kriegsoperationen die Revolutions- kne in Saloniki und Mazedonien ausgerottet Hat- kn und die meuternde Flotte in ihren kretischen upfwinkeln niedergezwungen worden war. Der k’tanö war das Ende des Politikers Benizelos,
;tfOcb' 1 1 Bidtsmannes und Offiziers war es, daß er, dem AtW* M Michl Großbritanniens, eines Tages vom Bal- • “ - ’—'—•*** "
es in Rom zu zahlreichen Freudenkundgebungen. Die Studenten durchzogen mit deutschen und italienischen Fahnen die Straßen der italienischen Hauptstadt. Bor dem Palazzo Venezia sammelte sich eine gewaltige Menschenmenge, die in Hochrufe auf den Führer und den Duce ausbrach. Auch in den Schulen, wo die Nachricht während des Unterrichts bekannt wurde, kam es zu begeisterten Kundgebungen.
0er ßmbrurf in Ankara.
Ankara, 24. April. (Europapreß.) Die Nachricht von der Kapitulation zweier weiterer griechischer Armeen und der Flucht des griechischen Königs und seiner Regierung nach Kreta wurde am Mittwochnachmittag in Ankara bekannt. Man ist über» rascht über die Schnelligkeit der deutschen Waffenerfolge und erwartet nun stündlich den völligen Zusammenbruch der griechischen und britischen Restarmeen. Die britische Nahost-Position wird nach dem Zusammenbruch von Griechenland als sehr gefährdet beurteilt
Keine Schönfärberei.
Stockholm, 24. April. (DNB. Funkspruch.) „Daily Heralb" wendet sich unter dem Eindruck der schlechten Nachrichten aus Griechenland und Libyen abermals in einem scharfen Leitartikel gegen die offizielle Schönfärberei. Das Blatt zitiert einen Artikel in einem konservativen Blatt, in dem es hieß: Hitlers Deutschland befinde sich in der Situation eines harpunierten Walfisches. „Daily Herald" erklärt: „Um Gotteswillen hört doch endlich mit derartigem Unsinn auf. Hört auf, euch über angebliche Schwierigkeiten der Deutschen zu begeistern und konzentriert eure Ge-
B erHn, 23. April. (DNB.) Das Oberkommando der Dehrmachl gibt bekannt:
3m Zuge des Angriffes deutscher Verbände in die tiefe Flanke der griechischen Korbarmee kam es seit dem 20. April zu örtlichen Kapitulationen und zu Waffenstillstands-Angeboten an die 12. deutsche Armee. Nachdem am 22. April eine griechische Abordnung auch dem Befehlshaber der italienischen 11. Armee an der Epirus-Front die waffenstreckung anbot, hat nunmehr bie gesamte von bet italienischen Wehrmacht im Narben, von beutschen Truppen im Osten eingeschlossene unb von ben rück- madigen Berbinbungen abgeschnittene griechische (Epirus- unb Mazebonien-Armee kapituliert. Die Kapitulation mürbe zwischen ben oerbünbeten Oberkommanbos einerseits unb dem griechischen Oberbefehlshaber andererseits in Saloniki abgeschlossen.
Während der Kapitulationsverhandlungen fanden sich vor dem Verhandlungsgebäude große Sch a ren griechischer Soldaten ein. Dabei fielen besonders ein Aufgebot von Evzonen ^Griechenlands Elite-Truppen) auf. Auch große Teile der Bevölkerung warteten mit Ungeduld auf die entscheidende Wendung, die den aussichtslosen Kamps endlich abschlösse. Als bann das Ergebnis der Verhandlungen bekannt wurde, machte sich überall eine freudige Erregung bemerkbar. Die Menge grüßte die ab^ahrenden Offizere und Heil-Hitler-Rme wurden laut.
Oie Kapitulation in Epirus.
befand, erlebt heute — als neuestes Opfer britischer Machtpolitik und der von ihr gekauften Kreise — eine seiner dunkelsten Stunden.
Der griechische König nach Kreta geflüchtet.
Lissabon, 23. April. <DNV.) wie der Con- doner Nachrichtendienst meldet, ist der König Georg von Griechenland zusammen mit dem Kronprinzen unb ber Regierung aus Athen geflüchtet. 3n einer Proklamation bes Königs wirb angekünbigt, bah man beabsichtige, ben Krieg von Kreta aus fortzusehen. — Die Reuter- Mitteilung ist insofern unrichtig, als ber griechische Kronprinz sich schon seit einer Reihe von Tagen nicht mehr in Athen befindet, sonbern von ben (Eng- tänbern auf Kreta in Gefangenschaft gehalten wird.
danken lieber auf die großen Schwierigkeiten, vor denen wir heute selber st ehe n". Der Londoner „Daily Sketch" erklärt, man müsse in allen Berufszweigen die Sahne abfdjöpfen und die Fähigsten auslesen. Diese Ansammlung an, Talenten solle bann in einen Staatsrat umgewandelt werden. Aus den Reihen der Mitglieder dieses Staatsrates aber sollte „ein Mann auserlesen werden als — laßt uns vor dem Wort nicht zurückschrecken — Diktato r". Dieser Diktator sollte dann alle Vollmachten erhalten, ben Krieg zu führen. „Nur unter biefer Bebingung", schließt ber Artikel, „kann England noch den Sieg erringen".
Die Kapitulation
der griechischen Epirus- und Mazedonien-Armee
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loch England geopfert haben unb bann ihr ratenes Volk feige im Stich ließen.
Große Freude in Rom.
Rom, 23. April. (Europapreß.) Gleich nach Erscheinen ber Extrablätter mit ber Nachricht ber Kapitulation ber griechischen Epirus-Armee
-r nach Italien flüchtete und dort als Siebzig- IBbiger starb
mfrirz nach Niederschlagung dieses letzten Putsches Bflijieb sich eine Volksabstimmung mit gewaltiger Mehrheit für die Wiedereinsetzung bes Königs- h^-es, worauf König Georg II. in Athen einen thirphalen Einzug hielt. Er vertraute die Mi- titirpräfidentfdjaff dem Gegenspieler
ykr=ral Metaxas, an, der auf der Insel Itbake Mich von Korfu 1878 gehören worden war. Me- Mcs schlug kurz darauf einen kommunistischen jfcfland nieder, schloß das hadernde Parlament Mb beseitigte durch Staatsreform die Parteien, k vat sich innenpolitisch gewisse Verdienste durch II Einführung des Arbeitsdienstes und die Grün- bii einer Organisation der „Staatsjugenb er= Xrxen Außenpolitisch jedoch blieb der griechnche t zeter im Völkerbund, P o l i ti s, ber ent'chei- bH ? Mann, der die englandfreundhrne Politik Pt i agierte, die Sanktionspolitik gegen Italien im lle'inienfriea bejahte unb jedes Zugeständnis an
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Auch die zweite der griechischen Armeen, bie mit (Fnglanb zusammen den wahnwitzigen Kampf gegen die Achsenmächte aufgenommen hatten, hat be- dingungslos bie Waffen gestreckt. Damit scheidet eine kämpfen, um ben Briten bie Flucht auf bie Schiffe Heeresmasse aus bie zu ben tapfersten Griechen-1 zu ermöglichen. Aber schon spricht Reuter davon, lanbs zählte, denn sie hatte die Kämpfe gegen die i daß der Feldzug in Griechenland zu einer Kata- Italiener in Albanien bestanden und sich dann in ftrophe für 50 bis 80 000 Mann bes britischen sehr gebirgigem Gelände von Epirus zäh verteidigt —*---- rt“ —c'~
Während die deutschen Truppen im Osten Griechenlands nach Bezwingung des Ofnmps in bie thessalische Ebene einbrangen, Larissa unb ben Hafen von Volos nahmen, bie Briten in Lamia kämpfen haben, wäbrenb schlugen unb sich bereits in ber historischen Enge i Oeffenllichkeit eine merkliche Erregung barüber be-
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sige,
der Thermopylen mit englischen Nachhuten im Ge-' steht, daß bie englische Regierung anscheinend ab» fecht befanden, wo sich die zweite griechische Ebene sichtlich Australien über den Balkan kaum informiert; man vermutet zweifellos mit Recht, daß
„ „ , , , , australische und neuseeländische.
Meter Höhe reichten bis vor wenigen Jahren ur- | Während unsere Truppen noch in erbittertem walbähnliche Bestände von Mischwald, in den schrof- Ringen mit den britischen Nachhuten liegen, zer- fen Tälern wuchsen Roßkastanien, Edelkastanien, schlägt die Luftwaffe Schiff um Schiff der Trqns- roilde Birnbäume, aber in ben letzten Jahren haben portflotte; allein nach dem gestrigen Wehrmacht- griechische Spekulanten den Pindos abgeholzt und bericht find an Versenkungen und Beschädigungen bie schroffen Höhen stehen jetzt in frierenber Nackt- rund 80 000 t ausgefallen, darunter zahlreiche
Molike.
Zum 50. Todestage des Generalfeldmarschalls.
Als vor 50 Jahren M o l t k e die Augen schloß, hatte er in harter, opfervoller Arbeit ein Ledens* werk vollbrachte, bas zu ben größten Leistungen in ber beutschen Geschichte gehört. Moltkes Persönlichkeit erschöpft sich nicht in seinen militärischen Fähigkeiten — er ist ber Gründer beS Großen Generalstabs, er hat bie Felbzugspläne von 1864, 1866 unb 1870/71 entworfen — sondern, wenn wir heute fein Wirken zusammenfasfend überschauen, bann tritt vor uns jener große Erzieher ber Nation, ber den Charakter und Willen bes solba- tischen Deutschen gestaltet. Moltke verkörpert ben Typ bes beutschen Solbaten Sein Leben galt nicht schnellen militärischen Erfolgen, sonbern allein einem hohen Ziel: mitzuwirken an ber äußeren unb inneren Einheit bes deutschen Volkes.
Diese Gemeinschaft ber Deutschen empfand er als zwingende geistige und politische Notwendigkeit: „Wir müssen uns selbst mitten im Frieden immer wie ein großes Heer im Feldlager und im Angesicht eines mächtigen Feindes betrachten. In solcher Lage ziemt es uns nicht, aus welchem scheinbar sehr natürlichen und gerechten Anlaß es auch geschehe, uns einander selbst feindlich gegenüberzustehen. Wir müssen immer nur Front machen gegen ben Feind von außen."
Das ist eine Haltung, bie bas damalige, innerlich noch sehr schwache Deutschland aufhorchen ließ und bie ihm, bem Mann ber unermüdlichen, stillen unb unverdrossenen Arbeit, ber nach einem langen, entsagungsreichen, kämpferischen Leben von einem großen König an ben verantwortungsvollsten militärischen Posten gestellt wurde, unter seinen Mitarbeitern und Soldaten große Achtung unb Anerkennung einbrachte. Zu biefer konsequenten politischen Einstellung tritt nun ein ebenso klares unb unbebingtes Persönlichkeitsbewußt- fein, das Moltke selbst verkörperte unb von sich aus in bas preußische Offizierskorps hineinpflanzte. Seine Instruktionen für bie Truppenführer atmen ben Geist einer stolzen, Willensstärken Haltung; sie sind zur geistigen Grundlage ber charakterlichen unb persönlichen Erziehung des deutschen Offizierkorps geworden.
Moltke war sich darüber klar, daß feine groß angelegte militärische Strategie nur zum Siege führen konnte, wenn sie von einem Offizierskorps und Soldatentum getragen wurde, das geistig unb charakterlich ben hohen 2tnforberungen gewachsen war und in vertraulicher Zusammenarbeit die gestellten Aufgaben löste. Den deuffchen Soldaten zum selbständig denkenden und entschlossen handelnden Menschen unb Kämpfer zu erziehen, bas war bie große Aufgabe, bie sich Moltke gestellt hatte und bie reiche Früchte trug. Das Zweite Reich würbe auf ben Schlachtfeldern begründet. Seine Kraft aber, bie sich symbolhaft in bem harten Ringen bes Weltkrieges offenbarte, hat im wesentlichen ihre Wurzeln in ber Persönlichkeiten schaffenben Erziehungsarbeit Moltkes aefunben.
Dieses Persönlichkeitsbewußtsein zu stärken, hat er alle Mittel angeroanbt. Er forderte von feinen I Untergebenen eine klare Meinungsbildung und, | falls es notwendig erschien, eine offene Stellung-
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k«i, Iber wieder nach Europa einzudringen, mchr >ii‘?annt geblieben sein konnte, 1939 b t e b r i - * iqo e Garantie für bie Unversehrtheit Der ! fischen Staatsgrenzen annahm.
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Bbimerhin konnte Metaxas bem ßanbe einige V)? ruhiger Aufbauarbeit sichern unb wirtschast- lh Erfolge erringen. Meta ras suchte auch Die Bähungen zur Türkei zu festigen. 1937 kam es Mn Austausch von Kunbgebungen zwischen Den Irrungen von Ankara unb Athen, in benen von i>i Verteibiaung ber gemeinsamen Interessen die 11b mar. Metaras entpolitisierte die Armee unb kt- zum Schutz der Nord grenze gegen Bulgarien 9 Albanien die nach ihm benannte ^stur^s- lirt bie vor einigen Tagen von ben deutschen ' m. pen in ganz kürzer Zeit in Schutt und Trum® Br gelegt worden ist Das Verhängnis diese
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Sofia, 23. April 1941.
Athen, bie weiße Stabt unter der Akropolis, hat iuf bem Balkan ben Ruf, ein unruhiger Winkel furopas zu fein. Die Lage Griechenland an ber !«?rt»inbungsstraße zwischen bem Mittelmeer unb 1 n Darbanellen unb bie Nähe bes Suezkanals verlöten geradezu bie einstigen Herren bes Mittel- irerraumes zu Aktionen in Griechenland, unb ein Fisches Wort lagt sogar, Großbritannien könne jh in Athen jede Revolution erlauben. Griechenlanb i peripheres Gebiet unseres Erbteiles unb beshalb i n jeder Kräfteverlagerung in ber Mittelmeerzone npfinblid) abhängig.
Das normale Leben in Athen verrät freilich biefe fiopolitifche Befvnberheit bes ßanbes nur in ge- k'ssem Maße, besonders wenn ber Frembe von hm Reizen der Denkmäler, bem Leben /m Piräus itt seinen prachtvollen, schwülen Sommernächten, k-srischung bietenben Baderestaurants ober dem be- titfenben Blick von ber Akropolis auf ben fchnee- tdeckten Gipfel bes Helikon unb bes Pamaffus pöangengenommen wirb. Auch wenn er sich auf taem Segelboot von einem jüblichen Winb burch b-5 Inselgewirre treiben läßt, bas sich bis zur liste Kleinasiens hinüber erstreckt, wirb er lebig* lÖ einer schwärmerischen Träumerei verfallen. Nur ii einer dünnen, aber sehr reichen Oberschicht wird ldenschaftlich politisiert. An diesem Sport hat sich ii reichlichem Ausmaß früher auch bie Generalität fcteiligt. Sie begeisterte sich an ber großgriechischen free, bie sie zu bem unglücklichen Abenteuer von 1*20/22 verführte, als ein von England unterstütz- fr griechisches Expeditionskorps von Smyrna nach tikara marschieren wollte, von Kemal Atatürk aber buchstäblich wieder ins Meer getrieben wurde.
Schicksalhaft für Athen ist die Insel Kreta orben, die ben Eingang zum Aegäischen Meer rrscht. Nach einem mißglückten Kriegszug im
&tre 1897 gegen bie Türken würbe von ben Koßmächten bas von einer griechischen Mehrheit bimohnte Kreta unter bem Prinzen Georg von Kiechenland als Oberkommissar für autonom er» flirt Ein junger Rechtsanwalt, ber bem Obersten G richt von Kreta zugeteilt war, beseitigte ben frinzen unb ernannte sich selbst zum Präsibenten bi* kretischen Nationalversammlung. Damit trat er Mann in bie Oeffentlichkeit, ber noch bis 1935 vr ein verhängnisvolles Omen bie Geschichte Grie- imlanbs beeinflussen wollte. Es war V e n i z e - cs, ein fanatischer, ehrgeiziger unb von ber groß- Lchischen Idee besessener Politiker, ber Zeit sei- it> Lebens ein Gegner bes Königshauses unb ein Firunb Frankreichs und Englanbs geblieben ist.
ir vergößerte zwar Griechenland durch die Bal- !a- friege um fast das Doppelte, führte im Welt- In g Griechenland durch einen Putsch > in Saloniki ir die Seite der Alliierten und ermöglichte ba= tiid) die Bildung ber mazebonischen Front. Das 6:i(f blieb ihm sogar bis 1920 treu, bis bann bie astrophe in Kleinasien kam. Griechenland wurde ’JtoubliF. Auch der Republikaner Venizelos mußte <il: schuldig an dem Unglück in die Verbannung taten. 1928 erschien er aber wieder in Athen, ttij die Macht an sich unb verschaffte sich burch I jeifjirft inszenierte Wahlen eine Parlamentsmehr- jtL Er war ber Initiator bes gegen Bulgarien jqtt chteten Balkanbunbes, ben er allerbings selbst
Griechenlands dunkle Stunde
Von unserem R. H.-Korrespondenlen.
hat ba. Der Pindos ist ein natürliches Wallsystem, Schiffe an ber griechischen Küste und im Gebiet die Zahl der Pässe ist gering und vor allem nach von Kreta.
Osten fällt er steil ad. I Unterdessen hat ber griechische König unb die
Als am 8. April Uesküb in Südserbien unb am I griechische Regierung bie Vorbereitungen zur Flucht 9. April weiter süblich Prilep unb Veles genommen 1 gesoffen. Sie werben also bie Schar „prominenter waren, näherten sich unsere Truppen bem Presba- Emigranten" vermehren, bie bie Wehrmacht ihres fee, überschritten bie Distritsa unb stießen in bie Volkes in verbrecherischer Leichtfertigkeit bem Mo- thessalische Ebene hinab. Sie roanbten sich bann
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