Oie LlGA. und Tschiangkaischek.
fn England wird er an den Sitzungen des englischen Kriegskabinetts teilnehmen, dessen Mitglied er noch ist.
Von unserem rt.-Berichterstatter.
Um Menzies London-Reise.
Schanghai, im August 1941.
Eine Fülle der widersprechendsten Meldungen kommt aus Tschunking. Aber eins ist jedem Mann im Fernen Osten klar: Der Feldzug gegen den Bolschewismus beraubt Tschunking der nachhaltigsten Unterstützung gegen die Japaner und hat Marschall Tschiangkaischek in eine Lage gebracht, die man wohl verzweifelt nennen möchte. Was an Kriegsmaterial überdieBurmastraße kommt, ist sehr gering. Der Hauptstrom kam aus der Sowjetrepublik, und er ist versiegt. Kein Wunder, daß die Stimmung bei den chinesischen Japangegnern trübe ist, denn die Fanfarentöne, die zu Beginn des Jahres aus Tschunking kamen, waren sehr unecht und bezweckten nur, die USA. zu größeren finanziellen Anstrengungen zu bewegen. Damals hatte Tschunking noch Stalin im Rücken. Heute ist diese Rückendeckung fortgefallen, und die Wendung zur Rooseveltpolitik ist gleichsam ein Vorstoß in den nebulösen Raum ohne greifbares Resultat.
Allerdings hat das Geschwätz der amerikanischen Hetzpresse, Tschunking-China verteidige zusammen mit dem Bolschewismus die demokratischen Freiheiten der USA. und Britanniens — man spricht von den oroßen ABGDemofratien, also von Amerika, Britannien und China —, eine Zeitlang die Tschunkingpresse über die furchtbare Zeit der Spannung hinweggegaukelt, aber diese Epoche ist zu Ende, und die Dinge sehen sehr ernst aus. Uebri- gens ist die Formel vom demokratischen Tschunking, die jetzt von seinen Diplomaten mit Augurenlächeln so bereitwillig in ihren für die amerikanische Oef- fentlichkeit berechneten Auslassungen wiedergegeben wird, eine Farce, die jedem hierzulande ein mitleidiges Lächeln ab nötigt, denn die Demokratie ist in Tschunking niemals lebensfähig gewesen. Sie ist eine richtige Rooseveltentdeckung, und stammt erst aus dem Dorfrühjahr 1941.
Man kann genau den Zeitpunkt der Entdeckung dieser chinesischen Demokratie mit dem Auftauchen des persönlichen Botschafters des Mister Roosevelt in Tschungking festsetzen. Anfang Februar 1941 erschien Roosevelts Assistent Currie, überbrachte Grüße Roosevelts an Tschiangkaischek und bemühte sich, innerhalb weniger Wochen „die Wirtschaftslage des unbesetzten China", wie es offiziell hieß, zu studieren. Currie sollte die Stärke der verschiedenen Gruppen innerhalb der Tschungking-Regierung ftu- dieren, gleichzeitig sollte über die Aussicht, eine neue Anleihe von Roosevelt zu bekommen, verhandelt werden und schließlich wurde das Ganze umrahmt von den üblichen Sensationsmeldungen aus Washington über gewaltige Flugzeuglieferungen, die bevorständen und auf die Tschunking heute noch wartet.
In Wirklichkeit überbrachte Currie ein Ultimatum Roosevelts, wonach die Kämpfe zwischen Tschiangkaischek und den kommunistischen Heeresgruppen aufhören müßten. Currie berichtete Tschiangkaischek, ein amerikanischer finanzieller Beistand hänge von der vollständigen Aussöhnung zwischen Tschiangkaischek und den kommu- nistischen Generalen ab, Tschiangkaischek unterwarf sich diesem Ultimatum. Als Currie nach vierzehn Tagen sich heimwärts begab, kam eine U S A.» Militär Mission nach Tschungking, die die Ueberwachung der Zusagen Tschiangkaischeks übernehmen sollte. Und dann blies auf einmal die Trompete der amerikanischen Judenpresse ihre Ent- deckung eines echt demokratischen Chinas in alle Winde ... Roosevelt tat pflichtschuldigst das Seine und erklärte Mitte März, die USA. würden allen angegriffenen Nationen helfen, und die Tschun- kmger Zeitung „Fakung Pao" schrieb denn auch am 17. März, die Demokratien der ganzen Welt die Tschungking-Demokratie eingeschlossen, ergriffen jetzt die Politik der gegenseitigen Hilfe.
So hoch gingen die Erwartungen der Tschunking- Regierung, daß ein Mitglied der Tschiangkaischek- Regievuna, Dr. Kung, seiner angeblichen Ueber- zeugungJj^brud gab, Japan werde von Tschiang- kaischehM^Mesem Jahr geschlagen werden. Bezeich- nenderw^Wlauchten in der amerikanischen Presse seitdem von Ait zu Zeit Meldungen über angebliche Erfolge von Tschiangkaischek-Truppen auf, von denen man aber in China selbst nichts verspürte. Im Mai erhielt dann Tschunking neben einer Unzahl amerikanischer Ingenieure, die sich „studienhalber" dort einfanden, eine Fünfzig-Milli o n e n - D o ll a r - A n le i h e, die als Stabi- lisierungsanleihe verwendet werden sollte. Sie war schon im Oktober, dann im Dezember 1940 zugesagt, aber verschoben worden, tyis Currie dem Präsidenten Roosevelt über die Dringlichkeit dieser sogenannten „Stabilisierungsanleihe" Bericht erstattet hatte. Als Mitte Mai der amerikanische Botschafter Leson Johnson aus Tschunking verschwand, hielt Tschiangkaischek eine Rede, in der er bezeichnenderweise sagte, so lange die finanzielle Hilfe der USA. sicher sei, könne Tschunking allein den Kampf gegen Japan ausfechten, ohne fremde Soldaten oder Schiffe. zu benötigen. Tschungking erhielt auch einige amerikanische Kampfflugzeuge,'' und Roosevelt verstärkte seine feindselige Haltung gegen Japan. Aber das französisch-japanische Abkommen über Jndo- china warf alle seine Pläne über den Haufen, und im Juli war Tschunking wieder so weit, neue Hilfe von den USA. erbitten zu müssen. Als Antwort darauf sandte Roosevelt weitere Sachverständige, diesmal Transport- und Verkehrssach» verständige, nach Tschunking, wo man einigermaßen erstaunt war, nur vi-ese „Hilfen" zu erhalten, zumal die Auszahlung der sog. Stabilisierungsanleihe noch immer nicht voll erfolgt war.
Roosevelt, der sich inzwischen einen speziellen Berater für China zugelegt hatte, wollte ein riesiges Programm durchführen, um China in die Kriegs- front einzureihen. Wie es heißt, beabsichtigt er, Flugplätze in Tschunking, Kweiyank und Pünnan zu errichten, 6 0 0 Flugzeuge zu entsenden und zwischen Sibirien und Lantschau eine Eisen- v a h n zu erbauen. Von China aus soll Japan, von Sibirien aus Europa mit Hilfe der Bolschewisten angegrifen werden, alles in der Hoffnung, daß der Bolschewismus dem europäischen Vordringen kräftigen Widerstand bieten könne. Aber diese uferlosen Pläne sind bereits jetzt konterkorriert. Tschunking erhält praktisch keinerlei sowjettsches ober amerikanisch-englisches Kriegsmaterial, bie Japaner haben Tschunking zerniert unb Tschiangkaischek hat nur die Freude, von den USA. als demokratisch anerkannt zu wissen, was er mit dem stillen Lächeln des Orientalen hinnimmt, der weiß, daß amerikanische Worte keine Tatsachen sind.
Britisches Uebereinkommen mit Tschungking.
Stockholm, 22. Aug. (Europapreß.) Von einem chmesisch-brittschen Uebereinkommen üb ex die
Verteidigung der Burma-Straße berichtet Havas aus Schanghai. In der Meldung heißt es, daß die Burma-Straße in vier Sektoren eingeteilt worden sei, von denen zwei von chinesischen und zwei' von britischen Streitkräften verteidigt werden sollen. Die Tschungking-Regierung habe eine besondere Armee für diesen Zweck aufgestellt, die mit den britischen Streitkräften zusammenarbei- ten soll. Rach einer Domei-Meldung aus Schanghai sind in Burma zwei Tschun gking- DiVision e n eiitaetroffen. Sie werden an der Nordgrenze Thailands stationiert.
Halifax in England eingetroffen.
Stockholm, 22. Aug. (Europapreß.) Ein neuer Abschnitt ist in den umfangreichen englisch-nordamerikanischen Verhandlungen mit der Ankunft des britischen Botschafters in Washington, Lord Halifax, in England eingetreten. Während seines Aufenthaltes
Stockholm, 22. August. (Europapreß.) Der australische Marineminister Hugh fritifierte im australischen Parlament die Ablehnung der Arbeiterpartei zu dem Vorschlag, den Ministerpräsidenten Menzies nach London zu senden. Der Platz des Mi- nisterpräsidenten Menzies sei in London, erklärte Hugh. Der Leiter der Arbeiterpartei, Curtin, erklärte, es sei notwendig, daß die brittsche Regierung australische Gesichtspunkte auch dann berücksichtige, wenn ein anderer als der australische Ministerpräsident im britischen Kriegskabinett vertreten sei. Australiens Verteidigung könne nicht allein von Australien gehandhabt werden. Australien sei nach wie vor abhängig von wichtigen Materiallieferungen aus England. Australien sei Großbritanniens Verbündeter auf der Basis der Gleichberechtigung. folglich sei es Großbritanniens Aufgabe, eine Repräsentation Australiens im britischen Kabinett möglich zu machen.
Oer Weg über Wladiwostok.
Erhöhte Aufmerksamkeit in Japan für Roosevelts Unterstützungsmaßnahmen
gefahren sei, habe die japanische Regierung die Nordamerikaner bei der Erlangung einer Passage nach Schanghai unterstützt. Die 22 Diplomaten unb weitere Bürger der Vereinigten Staaten, die sich inzwischen die Abreiseerlaubnis durch die japanischen Behörden besorgt hätten, würden in der nächsten Woche ungehindert nach Schanghai ab r e i s e n können.
Tokio, 22. Aug. (Europapreß.) In der Pressekonferenz erklärte der Sprecher der japanischen Regierung, daß die Unterstützung der Sowjetunion über Wladiwostok unverändert die ganze Aufmerksamkeit Japans beanspruche. Juristisch seien d i e Straßen von Tsuschima und Soya, die für die geplanten Transporte benutzt werden müßten, wohl offene Meeresstraßen. Aber die Angelegenheit könne keineswegs allein vom Standpunkt des internationalen Rechts betrachtet wer- öen. Viele andere Überlegungen spielten dabei eine gewichtige Rolle. Der Sprecher erinnerte an den Fall des Dampfers „Afama Maru", der auch außerhalb der territorialen Gewässer Japans sich zugetragen habe unb trotzdem im japanischen Sinne erledigt worben sei.
In der gleichen Konferenz betonte der Sprecher der japanischen Regierung gegenüber den aus den Vereinigten Staaten kommenden Verdächtigungen, das 22 nordamerikanische Diplomaten, die nicht mit dem Dampfer „Coolidge" abreisen konnten, als Geiseln zurückgehalten würden; solche Ueberlegungen lägen dem japanischen Geist absolut fern. Die japanische Zivilisation sei viel zu alt, und in Japan sei man viel zu stolz, um Fremde als Geiseln festzuhalten. Nachdem die „Coolidge" ab-
Einfrierungs-Verhandlungen gescheitert.
Mailand, 22. Aug. (Europapreß.) Die seit der gegenseitigen Sperre der japanischen Guthaben in Washington geführten Verhandlungen mit Japan, um durch einen modus vivendi die gegenseitige Spannung zu beheben, sind gescheitert. Wie der „(Fernere della Sera" aus Tokio erfährt, haben in den Verhandlungen, die rund vierzehn Tage dauerten, beide Parteien auf ihrem Standpunkt bestanden. Die Vereinigten Staaten sollen in Tokio mitgeteilt haben, daß die Verhandlungen zu keinem greifbaren Ergebnis führen könnten, solange Japan seine Politik gegenüber den Vereinigten Staaten nicht ändere.
3m Ausfichtswagen durch die Mandschurei.
Von unserem Dr. A -Korrespondenten.
Unser Mitarbeiter in Tokio ist kurz vor Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges auf seinen Posten zurückgekehrt und schildert in einem zweiten Artikel die Fortsetzung seiner Reise durch die Mandschurei nach Japan. Vergleiche auch die Reiseberichte im G. A. vom 14. und 27. Mai und vom 16. August.
. Tokio, Juli 1941.
Wir hatten in M a n d s ch u l i Glück, wir konnten bereits am Mittag des Tages unserer Ankunft die Reise nach Harbin fortsetzen. An sauber gehaltenen kleinen Bahnhöfen vorüber braust der Expreß nach Osten. Die Soldaten, die auf den Bahnsteigen verweilen, nehmen Front zu dem vor- überfahrenden' Zug, eine Art Ehrenbezeigung, die wohl kaum uns Reisenden, sondern der Regierung gilt, die dieses technische Wunderwerk mitten in der asiatischen Steppe in mustergültiger Ordnung hält. Diese Steppe wird nur streckenweise von großen Sümpfen abgelöst, in denen es von riesigen Schwärmen der großen Trapper wimmelt. Erst als wir uns allmählich Harbin nähern, weicht die Steppe zurück und macht Feldern Platz, auf denen hauptsächlich Mais und Weizen angebaut werden. Die großen Soja-Bohnenkulturen beginnen erst südlich von Harbin. Die Dörfer rechts und links der Bahn sind von großen dunkelgrauen Lehmmauern umgeben, eine Erinnerung an die nur wenige Jahre zurückliegende Zeit, in der der Bauer seines Lebens und Eigentums keine Minute sicher sein konnte. Unter japanischem Einfluß ist die Banditengefahr endgültig gebannt und die militärische Zugbegleitung hat heute nur noch symbolische Bedeutung.
Harbin hieß früher einmal das „Paris des Fernen Ostens". Diesen Namen verdankt es natürlich weniger seiner städtebaulichen Anlage als seinem Nachtleben, das ein Abglanz des Pariser Betriebs, wie man ihn sich in Ostafien vorstellte, gewesen sein soll. Heute ist es damit vorbei. Japan hat dem Amüsierbetrieb ipi eigenen Land wie auch in den unter seinem Söhutz stehenden Gebieten des Festlandes ziemlich enge Grenzen gezogen. In Harbin freilich laßt man die Zügel noch etwas lockerer als anderswo.
Hier ist das russische Element von allen fernöstlichen Städten am stärksten. Harbin ist die größte Insel der nach der Revolution geflüchteten Anhänger des zarististschen Regimes, die auf etwa 300 000 Menschen geschätzt werden. Daher sind die Straßennamen nicht nur in chinesischer und japanischer, sondern auch in russischer Sprache halten, russische Kirchen in großer Zahl geben neben ein paar modernen Hochhäusern dem Stadtbild eine besondere Note. Russisch sind die Pferdedroschken, durchweg russisch die Taxi-Chauffeure, und schließlich sind auch die meisten Gaststätten, jedenfalls die für europäischen Geschmack in Betracht kommenden, in russischen Händen. In einem der zahlreichen Nachtlokale besteht das Publikum zum großen Teil aus japanischen Offizieren. Der Wirt aber, der Kellner, die Barfrauen und Tänzerinnen, die das Programm bestreiten, in den Pausen aber die Gäste unterhalten, sind russisch. Russische Tänze und russische Lieder bestimmen das Programm.
Die Sängerinnen und Tänzerinnen sind nicht übel. Harbin ist die erste Station in der „Karriere" der zahllosen russischen „Künstlerinnen", die in den Nachtlokalen des Ostens von Schanghai, Tientsin bis nach Saigon und Bangkok auftreten. Bis Schanghai gilt die Laufbahn als aufsteigend. Wer ober dort noch immer keinen Ehepartner gefunden hat, für den geht es unerbittlich bergab. Die Melodien und Tänze des alten Rußlands sind nicht gerade heiter, und auch in den Pausen zwischen den Darbietungen, in denen abwechselnd deutsche Walzer- und amerikanische Jazz-Musik gespielt wird und sich ein paar Pärchen in dem leicht hügeligen Parkett drehen, kommt nicht viel Stimmung auf. Die Japaner tanzen überhaupt nicht« und auch die übrigen Gäste
scheinen daran kein großes Vergnügen zu finden. Es ist eben nicht mehr wie in alten Tagen, als hier der Champagner floß. Heute trinkt man Flaschenbier oder allenfalls einen Wermut oder Whisky, dafür aber zu astronomischen Preisen, denn bie. Zufuhr wird immer knapper, die Verfälschungen immer häufiger, und die japanische Antiluxus-Gesetzgebung tut ihr übriges.
Unter diesem Luxusverbot leidet auch das Einkäufen. In den großen Kaufhäusern von Tschu- rtn, die im ganzen Fernen Osten bekannt sind, hält man sich peinlich an die Vorschriften-über Höchstpreise nicht nur für Pelze, sondern auch für viele andere Dinge des täglichen Bedarfs, durch die der Verkauf von teuer importierten, aber zum Teil auch von einheimischen Waren unterbunden wird. In den kleinen Läden der Chinesen, Russen und Juden legt man dagegen das Gesetz mit einem Körnchen östlichen Salzes aus. Auch der Devrsen- schleicbhandel mit den vielen verschiedenen Sorten fernöstlichen Geldes blüht hier noch.
Von Harbin nach Darren fährt einmal täglich in beiden Richtungen der Asia-Erpreß, der Stolz der mandschurischen Bahnverwaltung. Er ist schnell, denn er legt die annähernd tausend Kilometer lange Strecke in 12 Stunden zurück. Seine Wagen sind sehr komfortabel, und von den großen Fenstern der Aussichtswagen hat man ein immer wechselndes Panorama vor sich. Der hohe Stand der Ackerwirtschaft, riesige, mit modernen Traktorpflügen bestellte Felder vermitteln eine Anschauung von der großen kulturellen Leistung Japans. Das Wort von der neuen Ordnung in Ostafien erhält auf dieser Reise für den Neu-Ankömmling zum erstenmal greifbare Bedeutung.
Auch später, als wir von Mukden aus durch die reizvollere Berglandschaft Koreas fahren, haben wir erneut Gelegenheit, die japanische Kolonisationsarbeit zu überblicken. Auf den Hügeln und Bergen, soweit das Auge reicht, sieht man überall dort,, wo Ackerbau nicht möglich ist, die Aufforstungen, alle verhältnismäßig jungen Datums. Sie werden im Laufe der Zeit nicht nur eine Reichtumsquelle werden, sondern auch für das Klima Koreas Wirkungen von großer Bedeutung haben. Im übrigen haben wir hier in Korea gute Gelegenheit, die unendliche Mühe zu begreifen, die der Reisan - bau von dem asiatischen Bauern erfordert. Ueber- all längs der Bahn dehnen sich die Reisfelder mit ihrem komplizierten Bewässerungssystem, und auf den Feldern sehen wir die Männer und die Frauen, diese meist in ihren langen, aber zur Arbeit hochgeschürzten zarten pastellfarbenen Gewändern an der Arbeit.
Fusan erreichen wir im Abenddunkel. Nur noch ein kurzer Weg über die Korea-Straße und die Tsufchima-Straße trennt uns von Japan. Die See ist ruhig, und der Vollmond steht am Himmel. Morgen erwartet uns das Land der Kirschblüte, das sich in atemraubendem Tempo ^u einer der größten Militärmächte der Welt entwickelt und sich die Aufrichtung einer neuen Ordnung in Ostafien zur Aufgabe gemacht hat.
Oie „Earnavon Eastle" neun Monate in Reparatur.
Montevideo, 22. Aug. (Europapreß.) Nach neun Monaten erschien der britische Hilfskreuzer „Carnavon Castle" wieder im Hafen von Montevideo. Die Zwischenzeit verbrachte das Schiff auf den Docks der britischen Malvinen-Jnseln zur Ausbesserung der schweren Beschädigungen, die es im Kampfe mit einem deutschen Hilfskreuzer im Herbst 1940 erlitt. Die „Carnavon Castle" war damals unmittelbar nach dem verlustreichen Gefecht für eine kurze Zeit in den Hafen von Montevideo eingelaufen, aber erst jetzt bei Wiederauftauchen des Schiffes wird bekannt, wie schwer die Beschädigungen und wie groß die
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den, Die der Bürgermeister für bie Farnmen Einberufenen zur Verfügung stellte. Auch in und Mailand ist mit der Ernte der Kartoss^ und des Gemüses in den städtischen Anlagen K"
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Deutscher Sprachunterricht in rumänischen Schulen.
Bukarest, 22. Aug. (Europapreß.)' Nach eiw Verordnung des Unterrichtsministeriums beginn das neue Schuljahr in Rumänien am 9. Septems Das neue, Schulprogramm sieht bereits i n zweiten Klasse der Mittelschule wöchea’ lich zwei Stunden Unterricht in der deutsch^ Sprache vor, die in der dritten Klasse auf Stunden erhöht werden. Von der fünften Klasse können die Schüler zwischen Deutsch und Jtal» nijch wählen.
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städtischen Parks Italiens, die für die Dauer W Krieges mit Kartoffeln und Gemüse bei* baut worden sind, hat jetzt die Ernte b e gorr* n e n. Im Stadtpark Valentina in Turin konn^ allein 1500 Doppelzentner Kartoffeln geerntet den, die der Bürgermeister für die Faisiilien
Werken, insbesondere für bie Herstellung von So?, serven, Teigwaren und Spirituosen sowie mit gn fieren Getreidemühlen vertreten.
Verluste waren, die das Gefecht mit dem deutschs, Schiff unter der Mannschaft erforderte.
Französischer Offizier aus
Madrid entführt.
Britischer Botschafter als Handlanger des Secret Service.
Madrid, 23. August. (Europapreß.) Der fr® zösische Marineoffizier Kapitän Läblache-Coin b i e r war bei Dakar in die Hände der Briten n fallen und als Gefangener in England viele & chen hindurch ein für Großbritannien unangendb mer Beobachter gewesen, um so mehr, als er m loyaler Anhänger des französischen Staatsch- Marschall P6tain ist. Aus England gelang ihm to Flucht nach Portugal, von wo er sich Spanien begab. Er stieg in Madrid im W „Nacional" ab unb setzte sich sofort mit dem fr® zösischen Botschafter Francois Pie tri unb bri französischen Marineattache in Verbindung.
Da die Briten befürchten mußten, daß der fr® zösische Offizier aus eigener Anschauung objektiv Berichte über bie wirkliche Lage Englands erstatt» würde, schaltete sich der britische Botschafter ec: Samuel Hoare ein, er erteilte den beiden beritt tigten Agenten des britischen Intelligenz Service in Spanien, Langley und Harris, b«i Auftrag, den französischen Offizier f e ft 3 unefr men und AU verschleppen.
Kapitän Lablache-Combier wurde gewaltsam h ein Auto mit dem Abzeichen des biplomatW Korps gezerrt und dort mit einer Injektion einjp schläfert, von deren Wirkung er erst erwachte, dti sich der Wagen der Entführer bereits in einem lernen Dorf Andalusiens befand. Hier schlug der fr®'* |
des Geheimdienstes erklärten jedoch, daß es fid) un I g-iitfi einen verrückt gewordenen britischen Diplomat * handle, der in ein Sanatorium gebracht werbe.
Das Auto fetzte feinen Weg in rasender Fah^
l 3 inne
auf USA.-Werst.
Stockholm, 22. Aug. (Europapreß.) Der 23000 Tonnen große britische Flugzeugträger ft r i 0 u 5" befindet sich zur Ausbesseruna schwebt Beschädigungen, die er durch Luftangriffe in M .... Nähe von Sizilien und Malta erhalten hat, aW einer nard amerikanischen Werft. Wiwn „Jllustrious" ist einer der modernsten Flugzei^ träger der englischen Kriegsmarine. Sie wurde eon nach Ausbruch des Krieges in Dienst gestellt M diente als Stützpunkt für 40 bis 45 Flugzeuge. Ruder des Schiffes war gebrochen, unb der W
ll nauenvepen porraniuy^ .
22. August. (Europapreß.) In ;«;?
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Mit der Einnahme von Cherson durch beutfä I Truppen am 21.8. haben die Sowjets wieder ojg,I bedeutsame Hafenstadt am Schwarzen Meer starker Jndustrieentwicklung verloren. Cherson, rund 100 000 Einwohner zählt, liegt an der W. düng des Dnjepr in dem Dnjepr-Busen. Der Ha-^ von Cherson ist durch einen Kanal von 68 Kilom<l> Länge mit der See verbunden. Als MittelM^ eines ausgedehnten Getreideanbaugebiets ist fön ein wichtiger Umschlagplatz für Q«, treibe, auf das der weitaus größte Teil des samten Hafenumschlags, der sich im Jahre 1934 a ,1 V2 Million Tonnen stellte, entfällt. Der Hafen os, fügt über Dockanlagen, Oe Hanfs fonn* ausgedehnte Silo-Anlagen. Für die Schwor mee'r-Flotte, und zwar sowohl für die HandelsM als auch für die sowjetische Kriegsmarine, wQT(ii die Reparaturwerften und das Schiffsbaukombio- von Cherson von großer Wichtigkeit, wie überbau?, auch der Kriegshafen von Cherson von & beutung ist. Die Stadt Cherson ist als Stands von Anlagen der Rüstungsindustrie sowie von n,h,! brauchsgüterindustrien bekannt. So befinden sich i Cherson Werke für die Munitionsherstellung sow, Kampfwagen- und Panzerkampfwagenfabriken. $ Cherson sind außerdem größere Fabriken für lmü wirtschaftliche Maschinen und Reparaturwerke m Kraftfahrzeuge neu erbaut worden. Neben i- chemischen Industrie und der Glasin bu ft r i e sind noch die Texttlindustrie, die Lede rittI ftrie und die Pelzindustrie zu nennen. Die ßebeu, I mittel- und Genußmittelindustrie ist mit mehrer«, I
zösische Kapitän um sich und schrie um Hilfe, so tflihtabt Die Bevölkerung aufmerksam wurde. Die Mgeniw I .unbci
Das Auto setzte seinen Weg in rasender FWlttke 1 fort und erreichte mit feinem Opfer tatsächlich Ei ' b r a 11 a r. Dort passierte es jedoch nicht den M 3 malen spanisch-britischen Grenz üb er gang, fontan - • entzog sich der spanischen Kontrolle. Der ftanzösiD Offizier war in dem andalusischen Dorf ubemu! durch eine Injektion betäubt worden, so daß er tonen weiteren Widerstand leisten konnte.
Die schwere Verletzung der spanischen Landes setze durch den britischen Botschafter Sir Satmiil Hoare löst allerdings kein allzu großes ErstM nen aus, da feine Beziehungen zum britischen»^ heimdienst aller Welt bekannt sind. Während M Weltkrieges leitete er nicht nur selbst den Inte-' gence Service in Rußland, sondern er hat sM sogar ein umfangreiches Buch unter dem Dr! „Das vierte Siegel" veröffentlicht, in dem er förri damaligen Konspirationen unb Machenschaften aller Welt bekanntgegeben hat.
Flugzeugträger »Lllustrious^


