Ausgabe 
23.7.1941
 
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Aus der Stadt Gießen.

Bezirke der Schönheit.

Das Farbenspiel des Sommers gleicht einem bunten Feuerwerk. Es sprüht und blitzt im reiz­vollen Wechsel und man braucht nur die Augen zu öffnen, um die prächtigen Erscheinungen wahr­zunehmen. Einladende Bezirke der Schönheit haben sich aufgetan, sie locken an allen Wegen und schei­nen eigens dazu errichtet, ein Loblied auf die Jah­reszeit zu singen.

Es gibt Vorgärten in der Stadt, die saubere Ordnung und gepflegte Ruhe atmen. Da ist der Rasen mit Sorgfalt geschnitten und jeder Weg fein säuberlich geharkt. In ausgerichteter Reche prun­ken dort hochgezüchtete Rosen mit ihren gelben und roten Blüten, daß man einen wahren Farben­rausch zu sehen meint. Andere Vorgärten tragen wieder mehr das Gesicht der Ursprünglichkeit. In ihnen wachsen der prachtvoll blaue Rittersporn und die stolze Königskerze, Malven zeigen sich in chrem etwas altmodischen Kleid, und an den Seiten ge- dechen üppige Hecken. Dann und wann stößt man in einer Straße auch auf eine Steingartenanlage, in der in farbigem Durcheinander alle Gewächse wuchern, die charakteristisch sind für diese hübsche Art der Gartenkultur. Ueberall aber, ganz gleich, ob bei den Rosen oder zwischen den Büscheln des Thymian, wohnt die Schönheit gleich einer Göttin, der alle mit Freuden huldigen.

Im Bereich der Stadt ist so mancher stille Be­zirk der Schönheit. Da sind vor allem neben den Voraärten die Anlagen, in denen der Sommer seine Faroenfeste feiert. Wer aber bei einem Spazier­gang das Beieinander der Straßen und Gassen verläßt, der findet draußen vor der Stadt idyllische Fleckchen, die wieder auf ihre Weise die Schönheit lobpreisen. Wie prächtig nimmt sich bei näherer Be- trachtung ein Feldweg aus, auf dem neben dem breitblättrigen Wegerich das bescheidene Hirten­täschel, die heilkräftige Kamille und die blaue Glockenblume wachsen. Oder man sehe sich einmal ein Rasenstück näher an, das in seiner unendlichen Vielgliedrigkeit sofort an das bekannte Bild des deutschen Meisters Dürer erinnert. Wieviel Schön­heit zeigt in der Mittagssonne ein unter Weiden­büschen versteckter Bachlauf, und welch stimmungs­vollen Eindruck vermittelt erst der stille Gang durch den sommerlichen Wald. Ein mit dem lockenden Rot der Weidenröschen und des Fingerhut bedeck­ter Hang bietet einen ebenso malerischen Anblick wie die beschauliche Freundlichkeit eines Wiesen­grundes.

Der Sommer hat die Leuchtkraft seiner Farben über der Landschaft entzündet und dadurch die reiz­vollen Bezirke der Schönheit geschaffen, die jedem Freude bereiten, der nicht achllos an ihnen vor­übergeht. H. W. Sch.

Vornotizen.

Tageskaleuder «für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Venus vor Gericht". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Lachparade".

Prof. Dr. Sessous 6SIahre alt.

Der ordentliche Professor und Direktor des In­stituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtuna an der Universität Gießen Dr. phil. George Ses ° sous kann am morgigen Freitag, 25. Juli 1941, in bester Frische seinen 65. Geburtstag begehen. Der Jubllar ist durch sein Wirken im Dienste der deutschen Landwirtschaftswissenschaft, insbesondere auf dem Gebiete des Pflanzenbaues und der Pflan­zenzüchtung, weit über seinen Gießener Wirkungs­kreis hinaus im Reich bekannt geworden, und seine Forschungsarbeiten haben die besondere Aufmerk­samkeit der Fachwelt wie auch der führenden Stellen des Reichsnährstandes gesunden.

Prof. Dr. Sessous stammt aus Berlin. Er studierte an den Universitäten Jena und Bonn und war dann Assistent in Jena, wo er bei Geheimrat Edler promovierte. Mehrere Jahre lang arbeitete er dann in Ostpreußen im Dienste der dortigen Generalkommission, hierauf widmete er sich den speziellen Arbeitsgebieten des Pflanzenbaues und der Pflanzenzüchtung. Als Saatzuchtleiter wirkte er bis Ende 1911 in Quedlinburg. Das Jahr 1912 brachte ihm eine große und für einen Wissenschaft­ler besonders lockende Aufgabe. Er wurde von der damaligen Reichsregierung als landwirtschaftlicher Sachverständiger in unsere frühere Kolonie Samoa entsandt, wo er im Dienste des Gouvernements sich mit den Aufgaben der Pflanzenforschung und Pflanzenzüchtung, wie auch des Pflanzenbaues der Kolonie beschäftigte. In dieser Tätigkeit wurde er durch den Ausbruch des Krieges im Jahre 1914 überrascht. Damals wurde ihm neben seinen eigent­lichen Dienstpflichten noch die zeitweilige Vertretung des Gouverneurs Dr. Schultze-Ewerth übertragen. Als die Australier und Neuseeländer im Dienste des damaligen englischen Krieges unsere Kolonie Sa­moa raubten, wurde Professor Sessous als Zivil­gefangener interniert und nach Neuseeland ver­bracht, wo er bis zum Ende des Krieges festge­halten wurde. Heber diese Zeit seines Lebens hat der Jubilar vor einigen Jahren in interessanten Lichtbildervorträgen in Gießen und in der Um­gegend berichtet.

Nach dem Weltkrieg war sein weiteres Wirken auf Samoa unmöglich geworden. Er kehrte nach Deutschland zurück und übernahm hier die Leitung der Saatzucht der Firma Strube in Schlanstedt. Später folgte er einem ehrenvollen Ruf als land­wirtschaftlicher Sachverständiger nach dem türkischen Thrazien. Noch in den Anfängen seiner dortigen Arbeit erreichte chn im Jahre 1926 der Ruf als ordenllicher Professor für Acker- und Pflanzenbau an der Universität Gießen, wo er seitdem als For­scher und Lehrer auf dem Gebiete des Pflanzen­baues und der -züchtung und als Direktor des Uni­versitäts-Instituts für Pflanzenbau und Pflanzen­züchtung in tatfroher und unermüdlicher Arbeit wirkt. Durch feine Tätigkeit hat die Landwirtschafts­wissenschaft in Gießen in hohem Maße an Bedeu­tung und Geltung in der wissenschaftlichen Welt, wie auch in der landwirtschaftlichen Praxis gewonnen.

Sein Wirken wurde u. a. dadurch anerkannt, daß er zum Obmann der Reichsarbeitsgemeinschaft Pflanzenbau" im Forschungsdienst der Landwirt­schaftswissenschaft, ferner in den Deutschen For­schungsrat, den wissenschaftlichen Stab des Reichs- bauemführers, berufen wurde. Weiterhin ist er Mit­glied des Kuratoriums des Kaiser-Wllhelm-Jnfti- tuts für Züchtunasforfchung. Neben den Arbeiten, die sich aus diesen Verpflichtungen ergeben, hat Professor Sessous seit Jahren auch durch eine umfangreiche schriftstellerische und Vortragstätigkeit in weitem Ausmaß an der Aufwärtsentwicklung der deutschen Landwirtschastswissenschast und an der Förderung der praktischen Arbeit unserer Bauern und Landwirte mitgewirkt. In den letzten Jahren wandte er sein Interesse und seine Arbeitskraft be­sonders der Einführung der Sojabohne in Deutsch-

Sucht und bekämpft Brandplättchen!

Bat und Auskunft erteilt der Reichslustschutzbund.

er sich noch täglich Gartenarbeiten. Auch wir brin» gen dem alten Herrn unsere herzlichen Glückwünsche dar.

G. A.-Spori.

1. Der Gegner hat Brandplättchen in den ver­schiedensten Formen, Farben und Größen abgewor- sen. Mit weiteren neuen Formen muß gerechnet werden. Wer ein Brandplättchen oder sonst einen verdächtigen Gegenstand findet, hat die Pflicht, die Polizei sofort zu benachrichtigen.

2. Die meisten Brandplättchen bestehen aus Zellu­loidtafeln mit m Mull gepackten Pyosphorstücken. Auch kleine, sandfarbene, lose Phosphorstücke wird man finden. Vor dem Abwurf sind alle Packungen mit Flüssigkeiten getränkt, die erst an der Luft verdunsten. Je eher das Gelände abgesucht wird, umso größer der Erfolg.

3. Die Brandplättchen sind nur am äußersten Rande anzufassen. Zum Aufheben eignen sich Zan­gen, zangenförmiger Draht, Holzstöcke, an deren Ende ein Nagel ohne Kopf eingeschlagen ist, mit dem das Plättchen aufgespießt werden kann. In jedem Fall: Vorsicht vor Brandoerletzungen!

4. Bei planmäßigem Suchen sind Eimer mitzu- führen, die zu einem Viertel mit Wasser gefüllt

sind, um das gefahrlose Wegschaffen zu ermöglichen. Niemals ein Plättchen in die Tasche stecken, mit dem Trocknen erfolgt die Entzündung.

5. Werden in Feldern oder Wäldern Plättchen gefunden, die sich schon entzündet haben, sind sie durch Austreten oder Ausschlagen zu löschen oder

Verbunkelungszeit

24. Juli von 21.25 bis 5.27 Uhr.

mit Erde abzudecken. Wer ein entstehendes Feuer entdeckt, muß die Ablöschung versuchen oder ent­sprechende Meldung erstatten.

6. Die aufgelesenen Brandplättchen sind an eine Sammelstelle zu bringen. In einem ausgeworfenen Erdloch können sie unter Aufsicht abbrennen.

Der Gegner wird auch die es Mittel vergebens anwenden. Der deutsche Men ch kennt die Gefahr und wird ihrer Herr!

Einige Mahnungen zur Reisezeit.

Baum für alle bei weiser Beschränkung.

Das Hauptmerkmal des Fremdenverkehrs im Kriegssommer 1941 ist eine außerordentlich starke Besetzung aller Heilbäder, Kur- und Erholungsorte, so daß in vielen dieser Orte auf Wochen hinaus keine Unterkunft mehr zu haben ist. Es besteht ein ausgesprochenes Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, das naturgemäß in der Hauptreise­zeit sich am empfindlichsten bemerkbar macht. Die­ser Zustand hat sich aus verschiedenen kriegsbeding­ten Vorgängen uiw Erscheinungen entwickelt. Die entstandene Bedrängnis wird mcht nur verursacht durch die beträchtlich vermehrte Zahl jener Gäste, die sich da und dort aus der Anwesenheit vieler er- holung- und heilungsuchender Wehrmachtangehöri­ger, volksdeutscher Umsiedler, Volksgenossen aus luftgefährdeten Gebieten, Sendlingen der Kinder­landverschickung und aus dem infolge allgemein größerer Arbeitsintensität stärker hervortretenden Ausspannungs- und Erholungsbedürfnis weiter Volkskreise ergibt sondern vor allem auch durch größere Seßhaftigkeit der meisten Gäste und durch den kriegsbedingten Ausfall einiger besonders lei­stungsstarker Fremd enverkehrsgebiete.

Aber Raum für alle hat unser sckönes großdeut- sche Reiseland, und niemand braucht auf wohlver­diente Erholung und Entspannung, auf den Ge­brauch unserer vielfältigen Hellschätze zu verzichten, wenn das reisende Publikum den vom Leiter des Fremdenverkehrs in Deutschland, Staatssekretär Hermann Esser, ergangenen Appell befolgt und bei der Zeitwahl und Bemessung seiner Erholungs-- und Kuraufenthalte die unter den gegebenen Um­ständen nötige Einsicht und Selbstbescheidung bekun­det. Man hat von einer Zwangsbewirtschaftung der Erholungsaufenthalte durch Zulassungs sch eine usw. abgesehen und sich mit regulierenden und aufent­haltsbeschränkenden Maßnahmen begnügt, um so dem Eigennutz vieler, die es sich finanziell und zeit­lich erlauben können, ihre Erholungsaufenthalte zum Schaden anderer Volksteile übermäßig auszudehnen, einen Riegel vorzuschieben. Es wurden vom Be­herbergungsgewerbe für die Hauptreisezeit nur noch Abkommen über drei bis vier Wochen abgeschlossen, sofern nicht vom Arzt ein längerer Kur- oder Er­

holungsaufenthalt verordnet wird. Ausgenommen von dieser Beschränkung sind auch schutzbedürftige ältere oder gebrechliche Personen und Mütter mit Kindern unter sechs Jahren, sofern sie aus solchen luftgefährdeten Städten kommen, die von der er­weiterten Kinderlandverschickung erfaßt werden. Dabei ist jedoch anzustreben, daß solche Personen andere Frenckenverkehrsorte als Heilbäder und hell- klimatische Kurorte aufsuchen, um diese ihrer eigent­lichen Zweckbestimmung zu erhalten. Die Reise­büros sind angewiesen, beim Abschluß von Pau­schalabkommen in gleicher Weise zu verfahren. In Zusammenarbeit zwischen Beherbergungswesen und örtlichen Fremdenverkehrsstellen wird auf eine sinn­volle Lenkung des Reiseverkehrs dadurch hinge- wirkt, daß freie Unterkünfte sofort gemeldet und die Auskunftsstellen von dem jeweiligen Stand der Besetzung auf raschestem Wege benachrichtigt wer­den. Auch die Aerzteschaft wird sich an dieser Reise­lenkung beteiligen, indem sie nur die wirklich Hell- bedürftigen in die Hellbäder und Kurorte verweist.

Von den zuständigen Stellen ist eine Reihe von Geboten aufgestellt worden, die für die Sommer- erholungsreisen des Jahres 1941 zu beachten sind. So wird u. a. an das reisende Publikum appelliert, Reisepläne auf einen späteren Zeitpunkt zurück­zustellen, wenn man nicht gezwungen ist, während der Schulferien zu reifen. Niemand soll sich aus überfüllte Reiseziele persteifen, da es abseits von dem großen Gästezudrang noch unendlich viele an­dere, nicht, minder genußreiche Erholungsaufenthalte gibt. Geeignete Unterkunft muß rechtzeitig bestellt werden, wobei man nicht damit rechnen darf, daß schon beim ersten Versuch einer Zimmerbestellung alles klappt. Fahrten ins Blaue sind unzeitgemäß und können bittere Enttäuschungen bringen. Die Reisebüros und Auskunftsstellen stehen für die Reiseberatung zur Verfügung. Sie sind über noch vorhandene Unterkunftsmöglichkeiten unterrichtet und können aussichtslose Bemühungen ersparen. Es ist schließlich zweckmäßig, ferne Reiseziele zu ver­meiden und das Augenmerk mehr auf die nähere und weitere Umgebung des Wohnsitzes zu richten.

land zu mit dem Ergebnis, daß auch auf diesem Gebiet seine Forschertätigkeit beachtenswerte Erfolge erzielte, die vom Reichsnährstand anerkannt wurden.

Aber nicht nur im Kreise der Fachwissenschaftler und der führenden Stellen des Reichsnährstandes, sondern darüber hinaus auch in weiten Kreisen un­serer Universität und der Bevölkerung unserer en­geren Heimat wie der praktischen Landwirtschaft im Reich überhaupt genießt der Jubilar hohes An­sehen als Wissenschaftler und als Mensch, wozu auch seine frische und liebenswürdige Art im per­sönlichen Umgang und seine stete Bereitschaft zu Rat und Hilfe in hohem Maße beigetragen haben. Den Lesern desGießener Anzeigers" ist Professor Sessous durch seine Aufsätze aus dem Gebiete der Landwirtschaft und durch seine fachlichen Beleh­rungen in unserer BeilageDie Scholle" seit Jah­ren ein guter Bekanter und zugleich ein geschätzter Wegweiser zu erfolgreichen neuen Arbeitsmethoden.

An seinem morgigen 65. Geburtstage werden über den Kreis der Universllät hinaus weite Bevölke­rungskreise in Stadt und Land gern des Jubilars gedenken und ihm für fein ferneres Leben herzliche Wünsche mit auf den Weg geben. Auch wir bringen Professor Sessous unsere besten Wünsche zu diesem Tage und für feine weitere Arbeit im Dienste unserer Volksgemeinschaft dar.

Die Beiträge zur DAF.

Zur Vermeidung von Irrtümern wird seitens der DAF. darauf hingewiesen, daß die in den letzten Tagen angekündigte Neuregelung der Beitragsbe­rechnung erst mit dem Wirksamwerden der neuen gesetzlichen Lohnsteuertabelle, d. h. zum 1. Oktober 1941, in Kraft treten kann. Bis zu diesem Zeitpunkt gelten also die seitherigen Beitragsvorschriften ge­mäß den Bestimmungen über die Zugehörigkeit zur DAF. bzw. den einschlägigen Merkblättern.

Schallplatte» für unsere Soldaten.

Zur Betreuung der Truppe in ihrer Freizeit sind Schallplatten besonders erwünscht. Ihre Herstellung ist von der Beschaffung von Altmaterial abhängig. An alle Volksgenossen ergeht daher die Bitte, Schallplatten zu sammeln und der Wehrmacht zur Verfügung zu stellen. Auch abgespielte ober beschä­digte Platten werden gern angenommen, da sie zur Herstellung neuer Platten verwendet werden können. Die Sammelstelle des OKW. ist die Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, Berlin W 62, Kleiststraße 10/12.

Umtausch von Lebensmittelkarten vor der Reste

ihrer Arbeit. Der Reichsernährungsminister erinnert deshalb in einem Erlaß nochmals eindringlich dar­an, daß die Ausgabe der Lebensmittelkarten und der Reise- und Gaststättenmarken sowie der Um­tausch von Lebensmittelkarten in Reise- und Gast­stättenmarken durch die Kartenstelle erfolgt, in bereu Bezirk ber Versorgungsberechtigte feinen staubigen Aufenthaltsort hat.

Meisterabend froher Unterhaltung-'.

Von der NSG.Kraft durch Freude" wird uns mitgeteilt: Wenn am 4. August im Gloria-Palast Gießen der großeMeisterabend ftoher Unterhal­tung" steigt, dann wirb auch Rudi S ch u r i ck e, bekannt von zahlreichen Schallplatten und vielen Rundfunksendungen, mit von der Partie fein. Er hat sich längst als Solotenor die Herzen aller Freunde der frohen musikalischen Laune erobert. Die gefeierte und beliebte erste Soubrette des Me­tropoltheaters Berlin und des Staatlichen Gärtner­platztheaters München, Maria E i s e l t, bringt einige ihrer schönsten und erfolgreichsten Operetten­schlager und Tanzszenen. Don Kurt Pratsch- Kaufmann, dem vielseitig begabten und sym­pathischen Künstler, werden berühmte Filmstars, Sänger und Sänaerinnen parodiert. Frohe Laune wird auch das Wiener Wohlgemut h-Ter- zett, drei beliebte Wiener Straßensänger, zaubern. F e l o v i s , der ausgezeichnete Schweizer Jongleur, zum ersten Male in Deutschland, Kennt und Paddy Frindt, die unerreichten Equilibristen, und P o n n y und P o n p o n , das groteske Tanz­paar, werden das Publikum aufs beste zu unter­halten wissen. Im ganzen ein Programm, bas alle Erwartungen erfüllen wirb, die ein anspruchsvolles Publikum an den Verlauf eines guten Abends stellen wird.

Gießener Dochenmarklpreise.

Nachstehende Preise sind Handlerpreise und verstehen sich für H-Ware. Für 8-Ware ober abfallenbe Ware sowie für Selbsterzeuger liegen bie Preise niebriger.

* Gießen, 24. Juli. Auf dem heutigen Wdchen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, bas Stück 8 bis 9, Kartoffeln, alte, 5 kg 47, neue, % kg 9, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 16 bis 20, rote Rüben 10 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 35, Erbsen 25, Mischgemüse 10, To­maten 45 bis 50, Zwiebeln 15, Rhabarber 15, Stachelbeeren 25, Johannisbeeren 25, Blumenkohl, bas Stück 10 bis 50, Salatgurken 25 bis 40 Rpf.

Es wird immer wieder, insbesondere von Kur- und Badeorten darüber geklagt, daß Kur- und Erholungsreisende die Lebensmittelkarten ihres Wohnortes mitbringen und behaupten, es fei ihnen vor der Abreife erklärt worden, ber Um­tausch in Reise- unb Gaststättenmarken könne am Orte bes Erholungsaufenthaltes oorgenommen werben. Für bie Kartenstellen ber Kur- unb Bade­orte bedeutet das eine untragbare Erschwerung

* * Ein Fünfundsiebzigjahriger. Am morgigen Freitag, 25. Juli, begeht ber Obermaschi­nenmeister i. R. Anbreas Schröder in Gießen, Bruchstraße 22 wohnenb, bei bester körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 75. Geburtstag. Der Ju­bilar ist in Mainz-Kastel geboren und stand wäh­rend vieler Jahre den maschinellen Anlagen in den Gießener Kliniken, sowie feit Errichtung ber Lan- des-Hett- unb Pflegeanstalt bis zu feiner Pensio­nierung ben dortigen Anlagen vor. Heute widmet

Studentinnen kämpfen in Darmstadt.

Das Hochschulstadion in Darmstadt ist am Wochenende der Schauplatz der Reichswettkämpfe ber deutschen Studentinnen in der Leichtathletik, im Schwimmen und Tennis, die von Vorführungen gymnastischer Art unb Rasenspielen umrahmt wer­ben. In mehreren Disziplinen wirb es hier zu einer Neuauflage ber deutschen Meisterschaftskämpfe kom­men, denn unter der akademischen Jugend befinden sich zahlreiche deutsche Spitzenkönnerinnen.

In der L e i ch t a t h l e t i k, wo die Entscheidun­gen am Samstag und Sonntagnachmittaa fallen, dürfte über 100 Meter unb 200 Meter in der Köl­nerin Grete Winkels die Siegerin gegeben fein, wo­bei natürlich viel davon abhängt, ob Erika Bieß von ihrer kürzlichen Verletzung wiedergergestellt fein wird. In btefem Fall hat sie auch über 80 Me­ter Hürden gute Aussichten. Sonst müßte hier bie Wienerin Gird, bie schon eine Zeit von 12,5 in biesem Jahr erzielte, als Favoritin gelten. Im Kugelstoßen startet mit ber Magdeburgerin Lore Grebe eine 12-Meter-Werferin, weitere sieben Be­werberinnen können Weiten über 11 Meter nach­weisen. Mit dem Diskus erzielte Hanny Parb (Köln) schon 39 Meter, ihr wirb wohl ber Sieg nicht streitig gemacht werben können. Ursula Klotz (Frankfurt am Main) war bei den Deutschen Meisterschaften nicht ganz auf der Höhe, vielleicht gelingt ihr in Darmstadt im Speerwerfen ber Sieg, sie trifft aber auch hier auf mehrere Athletinnen, bie über 40 Meter gut fino. Im Weit- und Hochsprung sind mit ber deutschen Rekordhalterin Christel Schulz (Mün­ster) und Luise Lockemann zwei klare Favoriten gemeldet, im Weitsprung wird aber auch die Münchenerin Friedel Mayerhofer zu beachten fein.

Viel klarer ist die Lage im Schwimmen. Gerda Daumerlang (Nürnberg) braucht wobl im Kunstspringen keine Gegnerin zu fürchten. Heber die 100-Meter-Rücken und 100-Meter-Kraul startet die Vorjahrsmeisterin Pietsch (Münster) mit den besten Aussichten, im Brustschwimmen ist die Inns­bruckerin Mösinger kaum zu schlagen.

Stark umkämpft sind bie Turniersiege im Tennis, wo sich 100 Bewerberinnen eintrugen. Im EinzÄ rechnet man mit einem End erfolg ber Berlinerin Isolde Kröhling.

Stadtmannschaff Gießen Universität Gießen.

Am heutigen Donnerstag findet auf dem Wald» sportplatz das Rückspiel der genannten Mannschaften statt. Wie erinnerlich, siegte im Vorspiel die Stadt­mannschaft nach einem schönen Spiel überlegen. In der Zwischenzeit konnte die Hniversitätsmann- schäft die in dem Spiele aufgezeigten Mängel durch Neueinstellung von Spielern ausgleichen, so daß sie gegenüber dem Vorspiel an Spielstärke gewonnen haben dürfte. Es wäre daher verfehlt, die Stadt- Mannschaft trotz ihres großen Erfolges gegen Bo­russia Fulda, als überlegenen Sieger schon jetzt an- zusehen. Wenn auch ihr Sieg nicht zweifelhaft sein sollte, so glauben wir doch, daß die Mannschaft der Hniversität sie zur Entfaltung des ganzen Könnens zwingen wird. Die Stadtmannschaft spielt in ber gleichen Aufstellung wie in dem Spiel gegen Bo­russia Fulda. Ersetzt sind lediglich Fett und Luther durch Schelle unb Meermann.

Fußball im Turnverein Allendors/Lahn

Mendorf (Lahn, 1.3g6. Kr.-Linden 1.3gb. 1:1.

Anläßlich des Ortssporttages weilte bie 1. Jugend- Mannschaft von Großen-Linden in Allendorf. Das Spiel begann mit raschen Angriffen ber Gastgeber, bie durch die aufmerksame Abwehr ber Gäste zu keinem Erfolg führten. Die Gäste übermanben je­doch diese Drangperiode schnell unb gingen ihrer­seits zu schnellen unb gefährlichen Angriffen über. Dor allem mar es ber linke Flügel, ber bas ein­heimische Tor oft in Gefahr brachte. Die Seiten wurden torlos gewechselt. Kurz nach ber Pause gingen die Gäste durch schönes Zuspiel in Führung. Durch diesen Erfolg der Gäste angespornt, drängte Allendorf stark und konnte auch ben verdienten Ausgleich erzielen. Die letzten Minuten gestalteten sich sehr abwechslungsreich, jedoch ließen bie auf­merksamen Torhüter keine Erfolge zu. Das Spiel verlief in durchaus fairem Rahmen.

Vom Handball.

Spiele um den Lahn-Pokal.

In der Gruppe Gießen nimmt die Luftwaffe die erste Stelle ein. Im Spiel gegen Holzheim ge­lang ihr ein klarer Sieg. Grüningen hatte man feine Siegesaussichten in Lang-Göns eingeräumt 3n der Gruppe Wetzlar kam überraschend Katzen- furt durch einen knappen Sieg von 9:7 über Gar- benheim in Öen Vordergrund. Hochelheim siegte tm ersten Spiel gegen Dornholzhausen mit 12:6 Toren. Lützellinden muß auf bie Teilnahme an ben Spie­len verzichten, da der Verein die meisten Spieler zur Gebietsmannschaft abstellt.

Luftwaffe Gießen Holzheim 15:9.

Beiderseits wurde ein anständiges Spiel geführt Die Platzmannschaft war den Gästen etwas über­legen. Holzheim gelang es durch restlosen Einsatz, eine höhere Niederlage zu vermeiden.

Laug-Göns Grüningen 5:6 (2:2).

Man hatte mit einem Siege der Platzmannschaft gerechnet. In der ersten Hälfte war das Spiel offen. Nach dem Wechsel kamen beide Mannschaften ab­wechselnd in Führung, bis Grüningen ein glücklicher Sieg gelang.

Gesellschaftsspiele.

Auf dem Lang-Gönser Platz herrschte Hochbettieb. Zwei Jugend- und eine Schülermannschaft wurden noch eingesetzt

Lang-Göns 1. 3gb. Grüningen 1. 3gb. 13:5.

Die Jugendmannschaft machte es bester als die Erste, ihr gelang ein hoher Sieg.

Lang-Göns 2. Jugend ttiebertteen 7:7 (2:5).

Auch die zweite Jugendmannschaft errang einen achtbaren Erfolg gegen die starke Gästemannschaft.

Die Schülermannschaft mußte eine Niederlage von 5:9 (3:5) Toren gegen die von Grüningen hin­nehmen.

21tfo. Gießen 2. 3gb. Heuchelheim 2. 3gb. 7:2 2Mv. Sportbienstgr.Heuchelheim Sporfbienftgr.l0:2

Die Jugendmannschaften beider Vereine waren sich im Feldspiel gleichwertig, jedoch vermißte man bei Heuchelheim den Torschuß. Dadurch gelang ber Platzmannschaft ber Sieg.

Im Spiel ber Sportbienftgruppen kam der Mtv. diesmal leichter zum Sieg als im Vorspiel. Der Sturm ber Gießener war schußfreubiger, dagegen war bei Heuchelheim die Hintermannschaft sehr schwach.