Ausgabe 
23.6.1941
 
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Ribbentrop gibt die Rote an Moskau bekannt.

Die

Line Stunde der Entscheidung für den Aorden.

Grenzen Europas bannen wirb.

Dr. Fr. W. Lange.

alt, aber Mutter hat gejagt:Pah auf Karlchen als Vater, Mutter und Kind unsterblich sind Die

.auf! Gib auf dein Urselschwesterchen acht, hörst du?!" Natur schreibt es uns vor, daß wir so sein müssen

Und nun spielen fie ihr liebstes Spiel, bas nie Männer und Frauen sind nur etwas Halbes Uw

abbricht, sie spielen "Familie". Die Jungens frohes, nie au Herzen dringend, sie sind wie schlecht

müssen ine Vater sem, ine Mädchen sind Mütter, gebrauchte Werkzeuge, über die sich jeder äraert

die Heimstätte finden, und die Kinder sollen nicht nur groß gefüttert werden, sondern denden irnb fich­ten lernen, immer höher hinauf, immer fd weit

fern geht er auf Kriegsunternehmungen aus und bekümmert sich um die Familie keinen Deut.

Wie schön klar ist dieses Bild des Lebens, auch wenn es vielleicht mehr klar ist als schön. Die Frau bleibt im Hause besser seßhaft. Sie hat zu scheuern, zu bürsten, zu kratzen, zu schaben, zu backen, zu kochen, zu nähen, sie muß die Kinder versorgen.

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gebrauchte Werkzeuge, über die sich jeder ärgert, aber wenn aus Mann und Frau endlich Vater und Mutter geworden sind, tnpnn das Kind end- lich da ist, dann nickt die weise Natur, als sei sie nun etwas besser zufrieden. Dann stürzt sich die Frau in die Arbeit, die ihre eigene und beste Arbeit ist, weil sie ihr angeboren ist und allein die tiefste Befriedigung zu schaffen vermag. Sie kocht und backt und bratet und scheuert und schrubbt und reinigt, sie richtet die Stätte her, in der das Gemeinschaftsleben ihrer Lieben ftattfinibet. ®r, der Mann, holt von draußen her die Sub­stanzen herein, von der sie in kluger Einteilung alle zusammen zehren. Die Kinder aber, da sie noch klein sind, müssen behütet und großgezogen werden.

Bis dahin begreifen es sogar die Kinder, denn so und nicht anders spielen sie es. Was sie uns freilich noch nicht vorspielen können, weil sie es noch nicht haben begreifen können, das ist jenes kleine Stück Mehr und Zusatz, das uns Menschen über das Tier und die Natur hinaushebt. Das Heim soll nicht nur warm und trocken sein, sondern auch schön, so schön wie möglich. Das Essen soll nicht nur nähren, es soll auch freuen, und der Mann wie die Frau wollen voneinander etwas mehr, als nur Wirtschaftswesen. Sie wollen Seele in Seele

Zeitpunkt, als die deutsch-türkischen Beziehun«« nicht völlig geklärt waren. Im Verein mit dem Wi­derhall, den das vor wenigen Tagen unterzeichnete deutsch-türkische Abkommen hier gefunden hat, st gerade die Bekanntgabe der sowjetischen Fordern« gen an die Türkei und ihre Nichtbilligung durch dar Reich bestimmend für die Aufnahme, die der

sche Beschluß in türkischen Kreisen findet. Türkisch Beobachter nehmen im übrigen für sich die Tat­sache in Anspruch, daß man in der Türkei niemtti an die Dauerhaftigkeit des deutsch-sowjettschen Shts- gl eich s vom August 1939 geglaubt habe. Die Sow­jetunion sei genau so wie England an einem langet Krieg mit nachhaltiger Schwächung Deutschlarchs tr« teressiert gewesen.

©er Widerhall in Japan.

Tokio, 23. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die jo panische Montagspresse betont, daß Deutschland io folge der Haltung des Kreml gezwungen sei, feint Operationen nicht nur auf England zu beschränken, sondern die ihm vom Osten her drohende Gefühl zu beseitigen. Die nationalistische Tohokai unter Führung von Seigo Nakanos fordert, daß der D r e i e r p a k t auch weiterhin maßgebend für bit japanische Außenpolitik sein müsse. Japan, Deutsch land und Italien hätten sich verpflichtet, sich gegen fertig politisch, wirtschaftlich und militärisch zu um* terstützen. Rußland habe sich mit Erigland zusani- mengetan und deshalb sei Rußland der ge­meinsame Feind des Dreierpaktrs Die Aufgabe Japans liege darin, die bisheriger Erfolge gegen England und Amerika sicherzustellm

Vater, Mutter und Kind

Bon Felix Riemkasten.

Feldpostsperre für einige Tage.

Berlin, 22.Jucki. (DNB.) Ab Montag tritt für den Feld post verkehr Heimat- Front für einige Tage Postsperre ein. Feldpost­sendungen jeder Art, die in der Anschrift eine Feldpo st nummer tragen, werden von der Deutschen Reichspost weder angenommen noch befördert. Aufhebung der Feldpostsperre wird durch Presse und Rundfunk bekanntgegeben.

Istanbul, 23. Juni. (DNB.-^Funkspruch.) _ Nachricht vom Kriege zwischen Deutschland und der Sowjetunion wurde erst durch die Mittagszettun- gen bekannt. Der Eindruck ist ungeheuer und wurde noch gesteigert, als die Frage Molotows bei seinem Berliner Besuch, die sich auf Stützpunkte an den Meerengen bezog, bekannt wurde. In all- zemeinen Umrissen wußte man auch in der Türkei, ) die Sowjetunion sowohl an der kaukasischen Grenze und westlich Datum als auch an den Meer­engen Zugeständnisse verlangt hatte. Jedoch wird esst jetzt bekannt, daß das Reich diese Forderungen der Sowjetunion auf Kosten der türkischen Sou- veräniM abgelehnt hat, und zwar schon zu einem

und die ganz Kleinen das ist an dem Dinge der Dreh, der Wonnepunkt die ganz Kleinen sind die Kinder"! Wie schön läßt sich jetzt beides ver­einen, Mutters Auftrag und unser Spiel!

Vater", beispielsweise, kommt von der Arbeit.

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suchen hundertprozentig angenommen, unabhängig davon, neben welcher Getreideart er geboten wurde., Ihm am nächsten kam der Mais, denn folgten Ron» gen ungefähr gleich Gerste und Erbsen, und zuletztt

Das Huhn hat keinen Geschmack.

In der landwirtschaftlichen Versuchsstation Ro- stock sind in letzter Zeit Versuche gemacht worden, inwieweit der Geschmackssinn des Huhnes bei der Aufnahme von Körnerfutter beteiligt ist, über deren Ergebnisse Dr. Carlheinrich Engelmann in den Forschungen und Fortschritten" berichtet. Es wur­den Zwerghühnern 10 bis 15 Körner je zweier Ge­treidearten Weizen, Roggen, Gerste oder Hafer bzw. vier Körner Erbsen oder Mais gleichzeitig neben­einander geboten. Die Tiere fraßen zunächst alle Körner auf, ganz gleich, welcher Art sie angehör­ten. Erst nach einer gewissen Sättigung nahmen sie nur noch die Körner einer Getreideart an, wäh­rend sie jene der andern unbeachtet liegen ließen. I Sie suchten auch die beliebteren Körner sofort und pickten sie zuerst auf. Weizen wurde m allen Der» j

Er kommt um die Ecke herum, geht furchtbar schwer und müde und sieht trotzdem freudig aus, als Mut­ter ihm entgegenschaut. Er tritt in die Wohnung und sagt:Na ja, da bin ich ja dann zu Hauses Weiter wäre für ihn nun nichts zu tun, denn der Mann im Hause ist höchst überflüssig. Er muß sich also um dieKinder" bekümmern. Leider bekümmern sich aber die Kinder um ihn nicht im geringsten. Sie sind zu klein, zu süß, zu dusselig, sie leben bloß, sie gucken nur alles an und staunen nur und ver­suchen umsonst, dies alles zu begreifen. Für sie sind es lauter verwirrende Bilder, und da sie Gott sei Dank vor Mißbehagen zu meinen beginnen, kann Vater endlich zu Hause seine Arbeit finden, eine Betätigung. Er muß die Kinder durchhauen. Mutter kocht inzwischen das Essen.

Seltsam, aber vielmehr durchaus nicht seltsam ist es, daß immer zuerst die Väter das Spiel satt haben. Ihnen machtFamilie" nicht den rechten Spaß. Die Kinder sind durchgehauen, das Essen ist {elfen, zum Schlafengehen hat Vater keine Lust übe, schwapp er geht aus, ja, er kommt zuweilen dasrhaupt nicht wieder. Vereint mtt anderen VS- Schu

Kinder spielen uns Großen immer das gleiche vor, nämlich das Leben, wie sie es sehen, auffassen und es sich träumen und denken. Es muß im Men­schen eine tiefe Lust an diesen Typen stecken, die als Vater, Mutter *" " .......

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und so gut wie möglich. Darin liegt zuletzt des Menschen Leben, des Menschen Werk, des Menschen Glück. Vater sein oder Mutter, das er­füllt ein Ziel nicht nur in uns, sondern auch Ziele, die um uns herum liegen, kreisförmig um uns her­um, so daß wir uns herrlich wähl in der Mitte fühlen.

Was hilft es dem Geschäftsmann, im Geschäfts­leben Erfolge zu erzielen, wenn er niemand hat, der innig mit ihm verbunden ist und wenn nie­mand auf ihn hinblickt, um in ihm das andere zu erkennen, das Menschliche? Es wäre ein bit­terer Irrtum, hierauf verzichten zu wollen, denn weiser als die Natur ist niemand, und die Natur, das merke man sich, kennt immer nur Menschen, Menschen und nichts als Menschen, aber Geschäfts­leute oder sonstige Leute, die sich einbilden, es könne einer leben und tatsächlich gelebt haben, nur als Geschäftsmann aber sonstiger Mann, nur als Be­rufsangehöriger ... Welch ein Irrtum!

Vater, Mutter und Kind, sagt die Natur, und erst nachdem du hieraus mitJa" geantwortet hast, ist sie zufrieden und läßt dich in Ruhe und steuert dir damit deinen Anteil am wirklichen Leben zu. Alles andere, und sei es noch so groß und dick, ist nichts, denn es ist nicht das, es war etwas ganz anderes.

Ruhe und Zuversicht in Helsinki.

Helsinki, 22. Juni. (Europapreß.) Helsinki bietet am Tage des Einmarsches der deutschen Trup­pen in die Sowjetunion das übliche Bild der Sonn­tagsruhe. Fast will es scheinen, als ob die finnische Hauptstadt heute noch ruhiger ist als gewöhnlich. Die Stimmung hier ist zuversichtlich. Die Erklärung des Führers wurde im finnischen Rundfunk um 8.30 Uhr in einer zusammenfassenden Meldung ver­breitet. Eine Stunde später wurde diese Meldung auch durch Extrablätter der Zeitungen bekannt- gemacht. Die finnische Regierung hat folgenden Auf-

Antone twtsch-rn

Zukares durch ein Mer Pro Vizepräsident Be*t, in der psehlgha ;[uPpenc Präsident Menten.

©as Echo in Paris.

Paris, 23. Juni. (DNB. Funkspruch.)Der Schleier ist zerrissen, Sowjetrußland ist demaskiert", schreibt derMatin". Dasbolschewistische Ruß­land erscheint endlich als das, was es ist, als dop­pelzüngiges Ungeheuer, als ständiger Derräterherd". Seit 20 Jahren konspiriere es gegen Ruhe, Frei­heit und Wohlergehen der Welt. Wenig erstaunlich sei, daß das verzweifelte England auf den Bolsche­wismus gehofft habe. Hinter schändlichsten Freund­schaftsbeteuerungen haben Stalin und seine Bande ihr Doppelspiel getrieben. Mit seinem Einschreiten gegen den Bolschewismus erweise Deutschland der ganzen europäischen Kultur und vor allem auch der ranzösischen einen unschätzbaren Dienst.

Großes Aufsehen in der Türkei.

ruf erlassen:Das selbständige, freie Finnland er­wartet, daß ein jeder seiner Mitbürger in diese« Augenblick ferne Ruhe und Selbstbeherrschung be­wahrt, gelassen seine Arbeit verrichtet und fehw Pflicht im festen Vertrauen auf die glückliche Zukunft unseres Volkes erfüllt."

Der Präsident des finnischen Reichstags, V a ein t Hokika, hat am Sonntag eine Rede im RundsunL gehalten. Er erklärte, während des gegenwärtigem Krieges habe Finnland stets eine Politik der Reu» tralität betrieben.Trotzdem sind wir in den Bann­kreis des Krieges gezogen worden. Wir haben un­sere Freiheit seinerzeit allein verteidigt, und in die­sem Kampf haben wir uns fest zusainmengeschlossel^ In jener Zeit haben wir große Erfahrungen ge-

atfes getan, nm den Strfeg zu verkJngern. Venn nur' ein erschöpftes und ohnmächtiges Europa tft der geeignete Boden für die bolschewistische Weltrevo­lution.

Die Bindung starker deutscher Kräfte durch den Feldzug im Westen benutzte Moskau dann zu seinem Anschlag auf Bessarabien. Aber damit nicht genug, forderte Molotow bei seinem Berliner Be­such weitere Handlungsfreiheit gegen Rumänien und Finnland, ferner die Auslieferung Bulgariens und Stützpunkte an den Meerengen. Mtt der selbstverständlichen Ablehnung dieser Forderungen, die nichts anderes bedeutet hätten als eine Um­klammerung Deutschlands durch den Bolschewismus, waren die Bemühunaen um eine Verständigung mit der Sowjetunion gescheitert, unb diese rückte nun immer enger mit England zusammen. Nicht nur, daß settdem auch Panzerverbände und Fallschitrn- truppen in bedrohlicher Nähe der deutschen Ost­grenze massiert wurden und die antideutsche Wühl­arbeit in den Balkanstaaten aufs äußerste intensiviert wurde, nein, der Kreml wurde in enger Fühlung mit London und Washington zum Haupteinpeitscher des Offiziersputsches in Belgrad, der die Balkan- krisis dieses Frühjahres auslöste und Deutschland zwang, mit Waffengewalt sich aus einer Umklam­merung zu befreien, die russische Armeen von der bessarabisch-rumänischen Grenze im Verein mit den aus Serbien und Griechenland vorstoßenden Bri­ten ihm zugedacbt hatten. Nur der schnelle und vernichtende deutsche Sieg auf den Schlachtfeldern Serbiens und Griechenlands vereitelte diesen bri­tisch-russischen Plan. Seitdem hat die Sowjetunion unter Heranziehung zahlreicher Formattonen aus Oftasien und dem Kaukasus entlang der gesamten Grenze gegen Finnland, DeutschlarÄ und Rumä­nien ihre gesamten Streitkräfte zum Angriff bereit- gestellt. Moskau hat seine Maske abgeworfen und steht im Begriff, dem nationalsozialistischen Deutsch­land in feinem Existenzkampf in den Rücken zu fallen.

Der Führer hat in seinem Aufruf an das deutsche Volk mit jener Offenheit, die alle seine großen poli- tischen Proklamationen auszeichnet und die ein Be­weis des innigen Vertrauens ist, bas ihn mit feinem Volke verbindet, alle Phasen dieses entsagungs­vollen Weges dargelegt, den-Deutschland beschrit­ten hatte, um mit Rußland zu einer dauernden Entspannung zu kommen und den es auch nach bitteren Enttäuschungen weiter gegangen ist, um so lange wie möglich den britischen Plan der Kriegs­ausweitung und Kriegsverlängerung zu durch­kreuzen. Mit unendlicher GeduD hat der Führer um dieses Zieles willen zu den Vertragsbrüchen der bolschewistischen Machthaber in Moskau immer wie­der geschwiegen und ihren brutalen Erpressungen uachgegeben, solange nicht deutsches Lebensinteresse unmittelbar bedroht wurde und man immer noch hoffen durfte, die Sowjetunion vorn Kriege fern- zuhalten. Nun aber, wo das verräterische Doppel- piel des Kreml zu einer Gefahr für das Reich, ja ür ganz Europa geworden ist, läßt der Führer den Schleier fallen, und es enthüllt sich das Bündnis des russischen Bolschewismus mit den angelsächsischen Plutokatien, zusammengebracht und zusammengehalten durch die jüdische Hoch­finanz, die glaubt, damit eine neue Waffe in ihrem Kamps gegen das nationalsozialisttsche Deutschland geschmiedet zu haben. Die deutsche Wehrmacht ist in einem Aufmarsch, wie die Welt ihn noch nicht gesehen hat, angetreten, um im Verein mit den tapferen Soldaten des von der roten Flut zunächst bedrohten Finnlands und Ru­mäniens den Feinden einer Neuordnung Europas auch diese Waffe aus der Hand zu schlagen. Das deutsche Volk weiß sich sicher im immer wieder be­währten Vertrauen zu dem Feldherrngente des Führers und der Tapferkeit seiner Soldaten. Es ist gewiß, Adolf Hiller und die deutsche Wehrmacht werden auch in diesem Kampfe siegen, der die tückischen Pläne unserer Feinde zuschanden machen und die Gefahr des Bolschewismus für immer von den Grenzen Europas bannen wird.

nalen Judentums nach Europa. Es ist bekannt, wie die deutsche Anregung in Moskau auf frucht­baren Boden fiel, und am 23. August 1939 der deutsch­sowjetrussische Nichtangriffspakt zustande kam, der damals für Deutschland eine außerordentliche Er­leichterung seiner außenpolitischen Situation be­deutete, denn er gewährte ihm Rückendeckung in dem Kampf, den ihn wenige Tage später die west« lichen Plutokratien unter dem Borwand der Ret­tung Polens aufzwangen. Nach der Zertrümme­rung des polnischen Staatsgebildes erfolgte im Grenz- und Freundschaftsabkommen vom 28. Sep­tember 1939 eine klare Abgrenzung der Inter­essensphären zwischen Deutschland und der Sowjet­union, so daß jedenfalls auf außenpolitischem Ge­biet jede Reibungsfläche zwischen beiden Völkern ausgeschaltet zu sein schien. Aber die Welt ist Zeuge, daß Deutschland durch eine grundsätzliche Umstel­lung seiner Polttik gegenüber der Sowjetunion ihrerseits alles tat, um ein gutnachbarliches Zusam- menleben beider Völker unter Respektieruna der gegenseitigen Regime und unter Verzicht auf jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Vertragspartners herzustellen.

Anders die Sowjetunion. Denn die Moskauer Machchaber jemals ehrlich eine Verständigung mtt Deutschland gewollt haben sollten und die russischen Unterzeichner des Paktes jemals aufrichtig ent­schlossen gewesen sein sollten, chn ebenso vorbehalt­los Lurchzuführen und einzuhalten wie der deutsche Vertragspartner, so zeigte sich doch bald das Dop­pelgesicht des Roten Kreml in seiner ganzen Kraß­heit. Die Komintern begann ihre Arbeit der Zer­setzung und Unterwühlung erneut, wenn auch raf­finiert getarnt und auf Umwegen über Einsatz­zentren in Deutschland benachbarten Ländern. Reichsauhenminister von Ribbentrop hat in der gestern bekanntgegebenen Note an die Sowjetregie­rung dafür eine Reihe sehr charakteristischer Einzel­heiten angeführt. Der Bericht des Reichsinnennn- nifters wird weitere Beweise dafür beibringen. Diese unterirdische Zersetzungsarbeit der Komintern be­reitete den Boden für die politische Propaganda- tätigfett, mit der die Sowjetunion vor allem in den Balkanstaaten der deutschen Politik direkt entgegen- wirkte, indem sie sowohl in Bulgarien, wie in Ru­mänien und vor allem in Jugoslawien der Oppo­sition gegen ein die Zusammenarbeit mit Deutsch­land anstrebendes nationales Regime den Rücken stärkte und keinen Zweifel darüber ließ, daß der Freundschaftspakt mit dem Deutschen Reich nur als ein taktisches Manöver zu betrachten fei, das allein den Zweck habe, durch vorteilhafte Abmachungen eine günstige Ausgangsstellung für den Kampf ge­gen Deutschland, denmächtigen Feind von mor­gen", zu erreichen.

Diesem letzten und wahren Ziel der so-wjetrussi- schen Außenpolitik entsprach die Kette schamloser Er. Pressungen, die das deutsch-russische Verhältnis zu­sehends vergiftet haben, seitdem der Kreml im Ge­gensatz zu allen feierlichen Erklärungen daranging, die militärische Macht Moskaus in dem Raum zwi­schen Eismeer und dem Schwarzen Meer überall, wo es ihm möglich war, nach Westen vorzuschieben und die Bvlschewisierung weiter nach Europa hin­einzutragen. Die Besetzung, Bolsche Visierung und Annektierung der baltischen Staaten, der Krieg ge­gen Finnland und die Einverleibung Litauens, das nach dem ersten Moskauer Vertrag zur deutschen . Interessensphäre gehört hatte, bezeichnen die ersten - Stationen dieses Weges, der begleitet wurde von einem Aufmarsch starker russischer Kräfte, der nur - als Demonstration gegen Deutschland gedeutet wer­den koimte. Englische Einflüsse hatten in Moskau nun wieder Oberwasser bekommen und im Som­mer 1940 wurde die britisch-bolschewistische Zusam- men arbeit bereits so eng, daß der Aufmarsch russi­scher Divisionen an der deutschen Ostgrenze, wie der Führer in seinem Aufruf an dass deutsche Volk festgestellt hat, Deutschland zur Sicherung seiner Ostgrenze vor einem bolschwestischen Einfall zum Einsatz so starker Kräfte zwang, daß die deutsche Führung eine radikale Beendigung des Krieges im Westen besonders lustmäßig nicht ver­antworten konnte. Entgegen seiner feierlichen Der- > sicherung, mit Deutschland zusammenarbeiten zu ' wollen, um dem Kriegszustand zwischen dem Reich und den Westmächten so bald wie möglich ein Ende 1 zu machen, hatte Moskau tatsächlich damals schon

Um die Ecke des Hauses herum, nahe dem Ein- aang zum Keller, spielen die Kinder. Es sind die Kinder allzumal aus dem Hause und Nachbarhause. Das Aelteste unter ihnen mag sieben Jahre alt sein, das Jüngste wird rund fünf Jahre alt sein, und außer ihnen gibt es noch Mitspielende, die so klein sind, daß sie gar nicht wissen, daß sie mtt« spielen. Diese Kleinsten der Kleinen sind drei Jahre alt, aber Mutter yat gejagt:Paß auf Karlchen

sätze von funbamenfafer Bedeutung gibt, vielmehr beide in den langen Jahrzehnten friedlichen und freundlichen Nebeneinanderlebens ihr Glück und Ge­deihen fanden und sich wirtschafttich in hervorragen­der Weise ergänzen. Die Anknüpfung an eine Poli- tik dieser in der Geschichte beider Völker so glück­lichen Perioden schien die beste Gewähr für eine Ausschaltung der Möglichkeiten eines Krieges und die stärkste Sicherung gegen eine weitere Ausbrei­tung der kommunistischen Dokttinen des internatio«

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Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop gab, wie schon ausführlich gemeldet, « den frühen Morgenstunden des Sonntags im Bundesratssaal des Auswärtigen Amtes in Berlin Dir Vertretern der in« und ausländischen Presse die Note des Auswärtigen Amtes an die Sowjetregienm bekannt. Unser Bild zeigt den Minister während seiner Erklärung: links von ihm Reichspressechif Dr. D i e tr i ch und Staatssekretär von Weizsäcker. Auf dem Bilde rechts Gesandter Dr. S ch m idt. (Scherl-Dilderdienst-M.)

Deuischland leistet der ganzen europäischen Kultur einen unschätzbaren Dienst."

Die verschiedene Annahmefähigkeit der Getteid«" arten konnte auf Einflüssen des Geschmacks, bec Form oder der Farbe der Körner beruhen. Um bar zu prüfen, wurden die einzelnen Faktoren nach» einander ausgeschaltet. Die Farbe spielte feint' Rolle, denn als man alle Getreidearten mit Eos in: färbte, änderte sich die Rangordnung der Beliebtheit: nicht. Als man dann die Form zerstörte und all« Getreidearten in Schrotform, mit Wasser angefeuch" tet und zu kleinen Ballen geformt, darbot, waren: die Hühner nur noch imstande, Mais und Erbsen zu unterscheiden, die durch ihre gelbe Farbe von den übrigen Schroten abwichen, und sie lehnten beide ab. Die Rangordnung der Beliebtheit, die sich zuerst geändert hatte, horte sofort auf, als die Schrote mit Eosin und Baumwollblau gefärbt W1 den. Die Hühner hatten sich also nicht nach dein Geschmack entschieden.

Daß die Vorliebe für einzelne Getreidearten nicht auf deren Geschmack, sondern auf deren Formmerk' malen beruht, wurde durch Versuche mtt künstlichen . Körnern bewiesen. Die Hühner bekamen fünftlij , aus Weizen- und Roggenschrof in Weizen- uiw Roggenform hergestellte Körner vorgesetzt und ver hielten sich dabei nicht anders als bei natürlichem Roggen und Weizen. Wurden ihnen aber weizen' - förmige Körner aus Roggenschrot und roggensör rnige aus Weizenschrot gegeben, dann stoßen sie die roggenförmigen mit Weizengeschmack roiebet nut zu 80 v. H., die weizenförmigen mit Roggengeschmoa zu 100 v. H., das heißt, die Hühner stoßen bt< Weizenform lieber, wobei es gleichgültig war, aus welchem Schrot sie hergestellt war. Die Bedeutung der Form war so groß, daß sie weizenförmige Kor« ner aus Roggenschrot sogar ecfyten Roggenkörnern vorzogen. Damit ist bewiesen, daß sich das Huh'' bei der Bevorzugung beftimmer Getreidearten nW nach deren Geschmack, sondern in erster Linie nach deren Körperform richtet. G £ ,

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