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M.l2l Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fSr Vberhesien)8rettag,2Z.Mai Ml
Aus der Stadt Stehen.
Oer Maikäfer.
„Maikäfer flieg.
Dein Vater ist im Krieg, Die Mutter ist im Pommerland."
Nun ist der Maikäfer wieder da, nachdem schon im Winter vereinzelte vorwitzige Exemplare gekommen waren. Aber jetzt erscheint er nicht mehr einzeln, nein, in Gesellschaft guter Freunde burrt er lustig umher; nun —
„Jeder weiß, was so ein Maikäfer für ein Vogel sei."
Und nicht nur Max und Moritz bedienen sich seiner heimtückisch für ihre bösen Streiche, es gibt auch andere schlimme Buben, die sich respektlos an würdigen Onkeln vergreifen und nicht bedenken, daß der Maikäfer, den sie zum Helfershelier ihres schwarzen Tuns machen, früher gleich der Schwalbe und dem Storch bei seinem ersten Erscheinen feierlich aus dem Wald eingeholt wurde. Noch im
Verdunkelungszeit
23. Mai von 21.23 bis 5.16 Uhr.
17 Jahrhundert geschah das in Schleswig durch die spinnenden Mädchen. Eine alte Beschreibung des „maygravenfestes" von Ulrich Petersen besagt: „Ein sonderbarer Aufzug der vormaligen schles- wigschen Spinnradamazonen, einen cäntharidem oder Maykäser mit grünen Zweigen einzuholen, wobei denn hiesiges Rathaus mit grünem Busä)e ausgezieret." Später holten dann Kinder den ersten Maikäfer in die mit jungem Grün geschmückte Stadt ein.
Der Maikäfer kündet ein fruchtbares Jahr. So heißt es 1625: „Item, wann es viel Maykäffer gibt, Helt man es auch für gute Jahr." Besonders ein gutes Weinjahr steht dann bevor: „Ein jeder Maikäfer hat ein Gläslein Wein auf dem Rücken", oder, meint der Elsässer: „E jeder Maikäfer bringt e Ohme Win, awer mer muß'm e abnehme."
Trotz dieser günstigen Vorbedeutung wurde auch in früheren Zeiten der Maikäfer nicht immer gern gesehen und das mit gutem Grund. Denn wie Hebel sagt: „Im Frühjahr kommt alsdann der Maikäfer, frißt auch die Bäume kahl wie Besenreis." Im Frühjahr 1481 suchte der Bischof von Chur der Plage dadurch Herr zu werden, daß er die Maikäfer in ein ödes Tal verbannte, allwo sie verhungern sollten. Heute ziehen die Kinder in Scharen aus, um den „brummigen Braunrock", wie ihn Peter Dörfler nennt, von den Bäumen zu schütteln. Nur in einem Wäldchen bei Basel hat er eine Freistatt, wo er nicht gefangen werden darf.
Anderwärts dienen die Tiere, die nicht ein un- rühmkiches Ende als Hühnerfutter nehmen, zum beliebten Kinderspiel. Schon Aristophanes spricht in den „Wolken" von den Knaben, die den Käfer zum Spiel an einen Faden banden. Im 16. Jahrhundert heißt es: „Die Maiokefer band ich an Feden unnd mussten mir zu er Hand fluegen ober kreisen." Bei diesem Spiel singen die Kinder verschiedene Reime. So das vorhin bereits angeführte: „Maikäfer flieg, dein Dater ist im Krieg", dessen zweite Hälfte im Jahr 1848 folgendermaßen obgewandelt wurde: „Der Hecker ist im Oberland und macht die Republick bekannt." Im Schwäbischen singt das kleine Volk unter anderem:
„Mojakäfer predige, Moara kommt der Schwedige, Moara kontmt der Dilldilldumm, Bringt alle alten Weiber um."
Im Elsaß heißt's: „Maikäfer, flij uf! Mach dinre Mueder d' Schir uf! D Judde kumme, d' Heide lumme, Welle mit dr reche, Welle dich un oini liewe Kinder alli zsamme ze dodt steche", oder aber: „Maikäfer, flieg o, flieg o, bi Suppele kocht, di Huseli brennt, dr Vater un d' Mueter fin d' Steg (Treppe) awe gheit." Hält das Kind den Maikäfer in der Hand, so spricht es im Schwäbischen: „Moja- küele, siz auf's Stüele, daß heint oder moara guet Weadder wird", während es in der Wetterau auk- fordert: „Mennche, Weibche, weis mer emal dei 'Spiegelche!" Auch zu mancherlei Redensarten gibt *ber „Eckernschäfer", wie er im Ravensburgischen Heißt, Anlaß. Der Elsässer sagt als Kosewort:
ser
Woche einen gewaltigen Eindruck der R ü
Schont und schützt unsere Anlagen!
Erwachsene bekundet Grmeinsinn. — Mütter, achtet auf die Kinder.
Strafen vorgeht, darf sich niemand von ihnen beklagen. Denn Anlagen sind Gemeingut der gesam- ten Bevölkerung, und sie müssen dementsprechend
Großdeutschlands siegreiche Wehrmacht in der neuen Wochenschau. 8
vergnügt sein wie ein Maikäfer", und „Das steht dem an, wie einem Maikäfer der Sabel". Sich unnötige Arbeit machen heißt im Schwäbischen: „Maikäfer nummeriere."
Allgemein sagt man: „Er maikäfert", wenn einer über einer Rede brütet, d. h., sich zum Reden vorbereitet, wie der Maikäfer zum Fliegen. In Leipzig sagt man: „Er hat ä paar Mäikafer unter der Rase", und .meint damit einen Schnurrbart mit
nichts anderes übrig, als den „Maikäfer" in einen „Maienkäfer" zu verwandeln-, so kann er auch im Dichterwald surren: Maikäfer flieg! L. B.
geschützt werden.
Ein anderes Kapitel des Unfugs betrifft die Feuermelder. Auch hier hat sich in der letzten Zeit wieder mehr gezeigt, daß Unfugstifter ihre Finger nicht von dem Alarmknopf lassen können, um durch falschen Alarm die Feuerwache nach irgendeinem Stadtgebiet zu „uzen". Daß es sich hierbei um einen gemeingefährlichen Unfug handelt, kommt solchen Rowdies offenbar nicht in den Sinn. Denn wenn die Feuerwache in einer solchen nutzlosen Viertel- stunde an einer anderen Stelle wirklich dringend gebraucht wird und nicht da ist, kann leicht das schwerste Unglück geschehen. Erfreulicherweise ist es in den letzten Tagen gelungen, einige dieser Unfugtreibenden auf frischer Tat zu fassen. Ein ganz empfindlicher Denkzettel in Form einer hohen Geldbuße wird ihnen deutlich machen, daß man von derartigen gemeinnützigen Einrichtungen, wie sie die Alarmanlage der Feuerwehr darstellt, nur in zwingenden Notfällen Gebrauch machen darf, daß sie aber nicht zum „Jux" vorhanden sind. Und wenn die hohe Geldstrafe nicht genügt, dann werden sich sicherlich auch Richter finden, die solche Burschen zu ebner mehrwöchigen oder mehrmonatigen Zeit der Selbstbesinnung hinter Schloß und Riegel setzen. B.
die offenbar recht alt ist, da sie schon der Satiriker ! 80 cm Tiefe in der Erde befestigt batte, mußie man Philander von Sittewald zu Anfang des 17. Jahr- wahrnehmen, daß einige dieser Bänke herausge- ' 1 rissen und umgestürzt sind. Auch Hunde toben oft
Hunderts bezeugt. rissen und umgefturzt sind. Zluct) Hunoe tonen cji
Dem Sprachschatz des Volkes ist, wie wir sahen, in wilder Lebensfreude über die Anlagenflachen, der Maikäfer lieb und vertraut. Auf weniger ver- während ihr Herr unbekümmert feines Weges zieift trautem Fuß mit ihm steht die hohe Dichtung, und sein Schwätzchen macht. Vielfach treiben sich gibt es doch auf „Käfer" keinen anderen Reim als s Hunde auch herrenlos in den Anlagen herum. „Schäfer", und wer könnte den Maikäfer in jam-1 Wenn unsere Stadtverwaltung künftighin gegen bische oder ttochäische Verse einfügen! Do bleibt; alle diese Sünder mit strenge und entsprechenden
Bei unseren Soldaten an allen Fronten herrscht eine siegesgewisse, unbeschwerte Fröhlichkeit. Das ist der Haupteindruck, den die am Samstag, 24. Mai, erscheinende neue Deutsche Wochenschau (Nr. 559) vermittelt. Ob wir das freudestrahlende Gesicht des -Hauptsturmführers Klingenberg sehen, der für seinen heldenhaften Einsatz bei der Besetzung von Belgrad vom Führer persönlich das Ritterkreuz verliehen und überreicht bekommt, ob wir in die Soldatengesichter blicken, die sich in ihrem Gastland kroattsche Bauern zum Kameradschaftsfest geladen haben, ob wir die Besichtigung unserer in Griechenland eingesetzten Truppen durch Generalfeldmarschall von Brauchitsch miterleben, überall ist Freude der Grundton aller Aeußerungen.
Auch in den L ’ten Europas, die sich zur Neuordnung bekannt eben, ist der frische Geist der Wehrmacht eingezogen. Wir sehen den Führer der nationalsozialistischen Partei der Niederlande, Mus- s e r t, bei der Abnahme eines Vorbeimarsches seiner zum größten Teil aus der holländischen Jugend bestehenden Anhänger, schauen in die lachenden Augen tanzender Kroatinnen, werden berührt von dem leuchtenden Blick des ersten kroatischen Gesandten in Berlin, der dem Führer sein Beglaubigungsschreiben überreicht.
Daneben vermittelt der Wochenschaustreifen die-
stungs - und Einsatzkraft der deutschen Wehrmacht und des uns befreundeten Japan. Bilder von einem japanischen Rüstungswerk zeigen, daß mit deutsch zu nennender Präzision auch im Fernen Osten gearbeitet wird. Einen überwältigenden Eindruck bekommen wir, wenn wir erleben, daß es in Deutschland möglich ist, schwere Kampfflugzeuge vom .Typ „J u 8 8" mit ihrem komplizierten Schaltwerk und ihrer imponierenden Größe in Massenfabrikation herzustellen, und mit Stolz erfüllt uns der Anblick neuer Schnellboote, von denen wir schon so große Erfolge hören konnten.
Den krönenden dramatischen Abschluß auch dieser Wochenschau bildet der Einsatz. Angriff eines englischen Bombers auf ein deutsches Dorpostenboot! Mit Anspannung aller Kräfte gelingt es der kleinen, tapferen Mannschaft, das enAische Flugzeug zerschossen ins Meer zu zwingen. Und daraus als Höhepunkt, sitzen wir mit Oberleutnant Müncheberg hinter dem Steuerknüppel seiner Jagdmaschine und verfolgen einen englischen Jäger. Oberleutnant Müncheberg schaltete die in seinen Apparat eingebaute automatische Kamera selbständig im entscheidenden Augenblick ein. Die Aufnahmen wurden mit Zeitlupe gemacht, damit dem Beschauer im Film ein klares Erfassen der Situation möglich wird. Mft Stolz sieht das deutsche Dolk^ auch diesmal einen seiner Offiziere als Sieger. H. H. G.
Xfornofuett.
Tageskalender für Freilag.
Stadtcheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Bagatellen". — Gloirka-Palast, Seltersweg: „Ohm Krüger". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Walzer um den Ste fansturm".
Sladlihealer Gießen.
Am heutigen Freitag wird das Lustspiel „Bagatellen" von Willy Grüb zum ersten Male aufgeführt. Spielleitung: Hans Albert Schewe. Bühnenbild: Karl Löffler. Es wirken mit: Anneliese Garbe, Eberhard Kratz. 31. Freitag-Miete. (Einmalige Miet- vorstellung.)
„paganini" zum 30. Male als Fremdenvorstellung im Sladllhealer Gießen.
„Du herzgebobbelter Maikäfer!" oder er spricht i sehr klein gehaltenen Flügeln; eine Benennung, I Naturholzbänke aufgestellt und sie sogar bis zu davon, daß ein Mensch lache wie ein Maikäfer.......
In Schwänen heißt's: „Der hat Sonntag un Werk
tag ei Kleid a wie e Maikäfer", oder „In sich hinein
Feuermelder sind nicht zum Unfug da.
Unsere Stadtverwaltung hat trotz mancherlei Schwierigkeiten der Kriegszeit auch in diesem Jahre wieder in dankens- und anerkennenswerter Weise unsere städtischen Anlagen unter Aufwand von erheblichen Geldmitteln und umfangreicher Arbeitsleistung schön Herrichten lassen. Weite Rasenflächen wurden im Verlaufe der ersten Frühjahrswochen umgegraben und mit Grassamen neu eingesät. Nun beginnt das junge Grün überall zu sprießen und gibt mit seinem frischen Frühlingsgewand dem Stadtbild ein schönes Gesicht. Das ist nicht nur in dem Anlagenring der Fall, sondern auch an anderen Stellen, beispielsweise vor der Universität, kann man diese Verschönerung bemerken. Ferner wurde durch die Anpflanzung von frischen Blumenbeeten oder Blumeneinsassungen das Anlaaenbild bereichert. Dazu wurden in den Anlagen noch zahlreiche neue Bänke zu den früheren ausgestellt.
Diese lobenswerte Arbeit, die nur im Dienste unserer Gemeinschaft geleistet wird, müßte — so werden alle einsichtigen und verständigen Volksgenossen sagen — doch von jedermann mit dem gebührenden Respekt anerkannt und behandelt werden. Leider aber zeigt es sich, daß Gedankenlosigkeit, Unvernunft und zum Teil auch böser Wille vor diesen Werken für die Gemeinschaft nicht Halt machen. So kann man fast täglich bemerken, daß in den Anlagen Kinder und Erwachsene die Rasenflächen nicht in der gebührenden Weise achten.
Es sind Fälle festgestellt worden, bei denen erwachsene Männer vor der Universität quer über die mit Gras ein gesäten und mit Blumen geschmückten Anlageflächen hinwegstiefelten, anstatt die breiten Gehflächen zu benutzen. Zufälligerweise waren
Männer zur Stelle, die sich nicht scheuten, jenen rücksichtslosen Sündern die Meinung zu sagen und sie auf die Unverantwortlichkeit ihres Tuns kräftig aufmerksam zu machen. Am heutigen Freitagfrüh mußten Volksgenossen, die auf ihrem Wege iur Arbeit den Hindenburgwall in der Nähe der Joyannes- kirche passierten, die bedauerliche Wahrnehmung machen,. daß dort die schönen neuen Ruhebänke, die am gestrigen Abend noch ihrem Zwecke dienten, über Nacht von Flegeln umgestürzt worden find. Vorgestern fanden Fußgänger, die die Bergstraße, herunterkamen, am hellichten Abend (gegen 19 Uhr) hinter dem großen Baum am Jahn-Denkmal eine alte Chaiselongue umgekippt mit den Sprungfedern nach, oben liegen. Dieser Platz ist immer noch — zur Belehrung sei es betont — eine gärtnerische Anlage und kein Lagerplatz für Altmaterial, das übrigens eine bessere Verwendung finden kann als in den Anlagen weggeworfen zu werden. Don den Bänken beim Stadttheater, am Durchgang durch die Anlagen von der Bismarckstraße in Richtung Bezirkssparkasse, war vor einigen Tagen eine vollständig mit nassem Sand beschmiert. Hier handelt es sich offenbar um ein „Spiel" von Kindern auf dem Sandplatz, die von ihren Müttern nicht genügend beaufsichtigt worden waren. An dieser Stelle der Anlagen kann man täglich auch beobachten, daß Erwachsene sich vielfach nicht der breiten Wege bedienen, sondern an den Ecken und Kurven um „Abkürzungen" bemüht sind, die darin bestehen, daß sie an den Wegrändern immer weiter auf die Anlagen) lachen laufen und dort natürlich Schaden an- richten.
Auf dem Trieb, wo die Stadt an dem Fußweg
Am kommenden Sonntag, 25. Mai, wird im Stadttheater Gießen zum 30. Male die bekannte Operette „Paganini" von Ftnnz Lehar aufgeführt. Mit dieser Nachmittagsvorß ellung ist allen auswärtigen Theaterfreunden noch einmal Gelegenheit geboten, dieses Meisterwerk bet zeitgenössischen Operette zu besuchen. Die musikali^'ie Leitung hat Arthur Apelt, die Spielleitung Harry, Grüneke. Die Bühnenbilder stammen von Karl ßöffXcr, die Tänze sind einstudiert von Irmgard Trömel. .In den Hauptrollen: Gabriele Pofsinke, Gerti D^gt, Harry Grüneke, Christoph Neuland (Paganini). Die Dorstellung ist gegen 18 Uhr zu Ende. — Am Albend wird b:c Operette von Nico Doftal „Die ungarische Hochzeit" wiederholt.
Ein Dort an unfert Hausfrau'n.
Hausfrauen, erledigt eure (Ankäufe nicht in den Abendstunden, in denen die Berufstätigen einkaufen müssen! Seid Mrückhaltend in euren Anforderungen bei knappen Waren, denn auch die spät kaufende berufstätige Hausfrau muß ihren Anteil davon erhalten! Helft Verpackung sparen, i^dem ihr Taschen oder Netze und bei nassen Waren (^ B. Marmelade, Sauerkraut ufw.) auch Gefäße nm bringt! lieben legt schon zu Hause, was ihr fau^kn wollt. Das
Plastisch
Der Nome Bitte gencufb«a^',8n»
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Honsaplasf ist quer-eloiVisch, d. h. seitwärts dehnbar. Das ist da# Besondere an diesem praktischen Schnellvii band. Er folgt jeder Bewegung, zerrt und behindert nicht
Kleiw i/undeK
Krühlingslied.
Eine Geschichte von Joseph Baur.
Es war vor Jahren, an einem schönen Frühlingstag. Der junge Bildhauer Steffen saß im {Barten* hinter seiner Werkstatt veim Frühstück. Der Himmel glänzte wolkenlos blau, warm schien die Sonne, es war ein Tag, so recht geeignet, ein besonderes Erlebnis zu bringen.
Und er brachte es. Steffen öffnete ein neues ©las Honig, da fiel aus dem Deckel die Pappen- lidjeibe heraus und ein zufammengefalteter Zettel. Steffen faltete ihn auseinander. In zierlicher Schrift iitanb da mit Bkistift geschrieben: „Wenn Sie ein Mann find und jung und hübsch, und wenn Ihr Herz noch frei tft (dies unterstrichen), — dann möchte ich Sie kennenlernen. Bedingung: Sie rnüs- ' en an einem Abend bei Sonnenuntergang an der hinteren Gartenpforte der Jmkereischule Jrnrnenhos ein Frühlingslied fingen. Eine blonde Imkerin."
Der etwas verblüffte Steffen dachte zunächst, Vies sei ein hübscher Spaß, den sich da wahrschein- ich nicht nur eine, sondern wohl alle die kleinen Imkerinnen draußen vor der Stadt leisten wollten. Zugleich aber bemerkte er mit leisem Unwillen, »aß sein Herz abenteuerlustig ein paar raschere Takte chlug. Er hatte also nicht übel Lust, den Helden tiefes Ulkes zu spielen. Warum auch nicht, dachte r schließlich und begann zu überlegen. Einen Ha- en freilich hatte die Sache noch: Mit seinem Sin» Jen konnte Steffen schwerlich ein Herz erobern. Dafür begann er um so luftiger zu pfeifen. Ihm «ar ein guter Gedanke gekommen.,
Der Abend hätte nicht schöner sein können. Kein Wölkchen trübte den verblassenden Schimmer des Himmels, rotgolden versank der Sonnenoall am himmelsrand. Steffen pirschte sich durch einen lid)t* grünen Birkenwald an den Garten der 3mrerep chule heran. Er trug einen kleinen Koffer bei sich.
Ein verwilderter Fahrweg trennte die Umzau- ' ung des Gartens vom Wald, und am Waldrand ianb einsam eine Bank. Steffen ging daraus zu md setzte sich, nachdem er zuvor den Kosser oo- i inter verborgen hatte. Eine dichte Hecke verwerte i en Einblick in den Garten. Die bezeichnete Gar- snpforte war aus Brettern gefügt und oben nut Äächeldraht bewehrt.
Eine Weile beobachtete Steffen den Schauplatz feines Abenteuers. Es war sehr still ringsum, auch das erwartete verhaltene Mädchengekicher jenseits der Hecke blieb aus. Nur em kleiner Fink saß auf der äußersten Spitze einer jungen Birke und zwitscherte eifrig seinen Schönwetterpfiff in den fried» famen Himmel. Steffen beugte sich hinter die Bank und machte sich an dem Koffer zu schaffen. Dann saß er wieder zurückgelehnt, und obgleich er seine Sippen lächelnd geschlossen hielt, ertönte auf einmal, gesungen von einer klangvoll weichen Män- ! verstimme das Lied: „Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und weben Tag und Nacht..." Jäh verstummte da der Fink auf seinem Baum. Aber auch das stillvergnügte Lächeln auf Steffens Gesicht schwand, während die zweite Strophe des Frühlingsliedes in den stillen Abend klang. Unruhig wanderte sein Blick die Hecke entlang. Nichts regte sich im Garten.
Das Lied verklang. Steffen holte das Koffergrammophon hervor und klappte es nachdenklich zu. Mit langsamen Schritten entfernte er sich. Den i Garten würdigte er keines Blickes mehr.
Aufgeregt begann da der kleine Fink wieder zu zwitschern. Steffen blickte nach ihm zurück — und babei sah er, wie über dem Gartentor blitzschnell ein blonder Madchenkopf verschwand. Ohne Besinnen lief Steffen zurück und machte sich flugs daran, über das Gartentor zu klettern.
Die Verfolgte mar noch nicht weit garte nein» roärts gelaufen, als er über dem Tor auftauchte. Sie blieb stehen und rief mit halblauter Stimme: „Was fällt Ihnen ein, — geben Sie doch acht. Sie zerreißen sich die Kleider!"
Steffen aber machte keinerlei Miene, sich abhalten zu lassen. Sie kam nun herbei und sagte plötzlich sanft: „Bitte bleiben Sie draußen, ich komme hinaus." Dabei sperrte sie das Tor auf. Den Schlüssel hatte sie aus ihrer Hosentasche genommen. Das ganze Mädchen steckte in einem dunkelbraunen Trainingsanzug, eie war sehr hübsch und mochte etwa zwanzig Jahre alt fern. Das Gartentor lehnte sie an.
Draußen deutete sie auf Steffens Grammophon, das mitten auf dem Wege lag. „Vergessen Sie es nicht", sagte sie, „sonst können Sie ja doch nicht fingen." Sie gab sich plötzlich ganz unbefangen, währen- Steffen auf einmal schüchtern schien. Er
bat jetzt um Entschuldigung und nannte seinen Namen. Sie gab ihm die Hand. Schelmisch sagte sie: „Von mir dürfen Sie nur den Vornamen wissen: Julia!"
„Oh", verlor Steffen feine Schüchternheit, „bas trifft sich gut. Ich heiße mit Vornamen Romeo!"
Sie blieb ernst. Plaudernd gingen sie langsam den verwilderten Fahrweg entlang. Ob sie denn jeden Abend bei Sonnenuntergang ans Gartentor gekommen wäre, wollte Steffen wissen. Natürlich, erklärte sie ihm lachend; genau um diese Zeit müsse sie zum letzten Mal nach den Bienen sehen.
Sie bogen in einen Waldweg ein. Steffen sagte mahnend: „Eigentlich ein Leichtsinn, Fräulein Julia, mit einem wildfremden Mann diesen einsamen Weg zu gehen!"
„Ach", erwiderte sie, „erstens bin ich geschützt, und zweitens sind Sie ungefährlich."
„Oho", sagte Steffen, „was gibt Ihnen diese Gewißheit?"
„Ihr Frühlingslied. Und daß Sie überhaupt auf meinen romantischen Vorschlag eingegangen sind."
Sie hat nicht unrecht, dachte Steffen. Und wieso sie geschützt sei, wollte er wissen. Sie griff in die Hosentasche. Aha, dachte Steffen, sie hat eine Waffe. Aber er täuscht sich. Es kam eine Trillerpfeife zum Vorschein.
„Ein Pfiff genügt", sagte sie, „dann kommt Ty- ras, unser Wachhund. Seine Feindschaft möchte ich niemandem raten." .
Steffen streckte die Hand aus: „Hätten Sie so viel Vertrauen, mir das Pfeifchen zu geben?" sagte er ernst.
Einen Augenblick zögerte sie. Dann gab sie ihm das Pfeifchen mit kameradschaftlicher Geste.
Steffen steckte es ein. Er hob drohend den Zeigefinger: „Sehr schlecht, mein Fräulein", sagte er, „außer — Sie haben noch eine zweite Signalpfeife?"
„Bestimmt nicht", sagte sie und drehte sofort ihre beiden Taschen um. Dabei fiel etwas heraus, wonach sie sich rasch bückte.
„Was war das?" fragte Steffen unerbittlich. Sie öffnete die Hand und zeigte ein Puderdöschen.
„Gut", sagte Steffen wie ein Lehrer. „Und mm will ich Ihnen beweisen, daß Sie doch eine sehr schlechte Menschenkennerin sind. Ich werde Ihr Vertrauen schmählich mißbrauchen ..." Gespannt wartete er die Wirkung feiner Worte ab. Doch das
Mädchen blieb ganz ruhig und schüttelte nut lächelnd den Kopf. Steffen war entwaffnet. Er ,gab ihr die Signalpfeife zurück.
Dann legte Steffen sachte den Arm um ihve Schultern und küßte sie. Sie ließ es geschehen^ Und ganz wie es sich gehörte, kam jetzt Hinterm Wald wie ein großer orangefarbener Lampion der ! Mond herauf. Die beiden versprachen einander alle kommenden schönen Abende. Uebrigens hieß sie wirklich Julia. Steffen machte seinem angenommenen Vornamen den ganzen Sommer hindurch alle Ehre, und schon im Herbst war Julia seine Frau.
Die Schallplatte mit dem Frühlingslied aber wurde zum Familienkleinod erklärt. Und wenn sie die kleinen Steffens nicht zerbrochen haben, kann man sie im Garten hinter der Werkstatt auch in diesem Frühling wieder hören.
Bärenjagd im Zoo.
Beinahe wäre es kürzlich im Zoologischen Garten von Lissabon zu einer Panik gekommen, als versehentlich ein Wärter bei der Fütterung der Raubtiere die Tür des Bärenkäfigs offenstehen ließ. Der Mann entfernte sich nichtsahnend, und auch die Zuschauer merkten die offene Tür erst, als sich der riesige Braunbär an dem Gitter zu schaffen machte und die angelehnte Tür hinausdrückte. In wilder Flucht stob alles auseinander, während der Bär allerhand Unfug anrichtete. Zuerst jagte er die frei umherlaufenden Rehe bis zur Erschöpfung, und als er sie nicht einholte, drang er in das Innere des Affenhauses, wo die Insassen entsetzt auseinanderstoben. Beherzte Wärter griffen das Tier dann mit Wasserstrahlen aus einer Motorpumpe an; als endlich der Direktor des Gartens herbeieilte, stürzte sich das Raubtier auf ihn, der sich gerade noch in seinem Hause in Sicherheit bringen konnte. Aber auch hier hinein verfolgte ihn das gereizte Tier, das von der Veranda aus in das Zimmer drang und nur durch aus dem Kamin gerissene glühende Holzscheite von dem Verfolgten in Schach gehalten werden konnte. Als feine Bedrängnis aufs höchste gestiegen war, erschien zum Glück ein Polizist, der dem wütenden Tier durch einen wohlgezielten Schuß aus seiner Pistole den Garaus machte.


