Ausgabe 
23.5.1941
 
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Gegen die Wasserversorgung Tobruks

talkendecke hindurch,

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LlSA-Handelsmanne unter staatlicher Kontrolle

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herangetreten, ihnen ihre Flucht zu verzeihen zu erlauben, nach dem Irak zurückzukehren.

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Washington, 22. Mai. (Europapreß.) Das Repräsentantenhaus gab in namentlicher Abstim- finmg bei Anwesenheit von nur 100 von 400 Ab­geordneten Roosevelt alle Vollmacht, die Han­delsmarine der USA. nach Maßgabe des na- itionalen Bedarfs einzusetzen. Die Vorlage verfolgt leinen doppelten Zweck: 1.) die USA-Schiffe zwangs­weise dazu zu veranlassen, mit der Verwaltung zu- ^ammenzuarbeiten unb 2.) die Preise von Einfuhr­gütern durch die Begrenzung der Transportkosten zu kontrollieren.

Der Antrag der republikanischen Minderheit, USA.-Schiffen die Fahrt ins Rote Meer Rn verbieten, wurde abgelehnt. Das Mitglied des Repräsentantenhauses, James Oliver, betonte, cntmeber solle man die Handelsflotte der USA. durch Konvoi schützen, oder die Schiffe vom Ro­ten Meer fern halten. Die Fahrt ins Rote Meer bedeute den Auftrag zum Selbstmord für die betroffenen Seeleute. Die Mehrheit wandte da­gegen ein, die Absperrung des Roten Meeres be­deute eine Einschränkung des Neutralitätsgesetzes, das Roosevelt die Vollmachten gebe, die Kriegs-

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Deutsche Stuka-Bomben trafen »en Lebensnerv -er Festung

Von Kriegsberichter Werner Mühlbradt.

Amerikanischer Pessimismus

Bon unserer Berliner Schriftleitung.

zonen festzulegen. Die ausgedehnte Debatte über den Aenderungsoorschlag kennzeichnete die Anti­kriegs- und Antikonvoi-Stimmung der starken Min­derheit, die wiederholt Beifall von der Tribüne er­hielt. Der Führer der Opposition, Hamilton Fish, erklärte sich schließlich für die Vorlage der Mehr­heit, warnte jedoch vor unerklärtem Krieg. Falls Roosevelt das Repräsentantenhaus um die Zustim­mung für Konvois ersuchen würde, würde er um siebzig Stimmen geschlagen werden.

Die angenommene Vorlage der Mehrheit sieht vor, daß während des jetzigen gemäßigten Notstan­des oder spätestens bis Ende Juni 1943 jedes Schiff einen sogenannten Freischein der Marine-Kom­mission haben müsse, um bevorzugt Hafen, Docks und Bunker-Gelegenheiten henutzten zu können. Schiffe ohne Freischein weroen dadurch praktisch niemals diese Vergünstigungen erlangen können. Der Freisein bedeutet, daß das betreffende Schiff sich den Weisungen der Marine-Kommission hin­sichtlich der Routen und Ladungen in jeder Be­ziehung unterwirft.

sohle 300 Meter darunter; also mußte auf kürzestem Raume ein Höhenunterschied von 1000 Meter über-, wunden werden. Aber es wurde geschafft, und in normalen Zeiten lohnten sich olle Unkosten, denn allein nach Haifa wurden in der letzten Zeit all­jährlich etwa 4 Millionen Tonnen Del gepumpt.

Nun aber ist auch die britische Pipe-Line, die schon während der palästinensischen Aufstände von den Arabern oft angegriffen und beschädigt worden war, unterbrochen worden. In London war die Bedeutung der Leitung gerade während des Krieges oft genug unterstrichen worden; jetzt auf einmal mißt man ihr keine besondere Bedeutung mehr bei. Wenn das wahr wäre, hätte sie gar nicht erst gebaut zu werden brauchen. Und es ist doch jedem Laien offenbar, daß die britische Mittelmeer- flotte durch das Versiegen ihrer Oelquellen vor außergewöhnliche Schwierigkeiten gestellt wird. England muß sehen, wie es den Ausweg des Suez­kanals frei yält und hat heute schon wie auch die Dinge im Irak ausgehen mögen in der für die Flotte lebenswichtigen Oelschlacht eine gewaltige Niederlage erlitten. L. H.

Wieder normaler Handel zwischen Syrien und dem Irak.

D am a s k u s , 23. Mai. (DNB. Funks'pruch.) Die irakische Regierung hat angesichts der neuen poli­tischen Lage das von England über Syrien und Libanon verhängte Blockadesystem um gestoßen und beschlossen, den ^Warenaustausch mit den Levante st «aalen aus normaler Grundlage wieder aufzubauen.

Dle Doppelleitung beginnt am Bergrücken Baba Gurgur bei Kirkuk in der Nähe des alten Ni­nive. Die Doppelstränge führen bis Haditha am rechten Ufer des Euphrat. Von hier aus führt die französische Nordleitung westlich durch das sy­rische Wüstengebiet bis Tripoli. Der britische Strang geht in südwestlicher Richtung weiter, liegt von der Abzweigung noch etwa 400 Kilometer auf irakischem Gebiet, um bann durch Transjordanien und Palästina nach Haifa zu führen. In den 15 Großtanks Haifas können heute 180 000 Tonnen Del gelagert werden, doch haben hier Fliegeran­griffe der Achsenmächte schon beträchlichen Schaden angerichtet.

Die Pipe-Lines müssen große Höhenunterschiede überwinden, so daß fünf riesige P umpwe r k e errichtet roerben mußten, ferner einige Hilfspump­werke. Am Euphrat und Tigris mußten 40 Meter hohe Turme gebaut werden, an denen die Rohr­leitungen mit Riesen kabeln befestigt hängen. Nach Ueberwindung der Wüstenzonen bot das Jor­dangebiet die größten Schwierigkeiten. Das Dftufer liegt 700 Meter über dem Meeresspiegel, die Tal-

ord aus. Die Vereinigten Staaten feien aber auf ine erwartete Lieferung gänzlich unvorbe­reitet. Washington müsse dafür sorgen, daß die Kriegslieferungen der USA. sicher über den Atlantik gelangten. Mit dem Mutterlande sei auch das britische Weltreich zum Untergang verur­teilt, schloß Glaßford, da die Besitzungen ohne sei­nen Hauptstützpunkt nicht lebensfähig und nicht zu halten seien. Die Rede, die vor englischen und ame­rikanischen Zuhörern sowie zahlreichen chinesischen Gästen gehalten wurde, hinterließ tiefen Eindruck, da sie die von englisch-amerikanischer Agitation ängstlich verschwiegene tatsächliche Lage Großbri­tanniens nackt und schonungslos enthüllte.

Mehr Schiffe, Kanonen und Flugzeuge.

Lausanne, 22. Mai. (Europapreß.) In einer Ansprache des Ersten Lords der britischen Admirali töt, Alexander, sagte, dieser:Ich verlange dringend Schiffe und verlange sie in aller Kürze. Ich verlange mehr Kanonen und mehr Flugzeuge mit höherer Geschwindigkeit, ich verlange mehr Bodenabwehrkanonen, um die Flotte auf alle Fälle schützen zu können. Der gegenwärtige Konflikt ist ein Krieg der Waffenleistungen, für den sich Deutschland seit Jahren vorbereitete, und es ist jetzt an uns, es wieder einzuholen." Alexander drückte zum Schluß seine Hoffnung aus, daß die amerikanischen Verstärkungen die Defensiv schlacht in einen Schlußsieg für England verwandeln mögen. Auf wie schwachen Füßen diese Hoffnungen stehen, ersieht man aus den Berichten aus Washington.

Engländer wollen Lissabon nicht verlassen.

Lissabon, 22. Mai. (Europapreß.) Der Son­derkorrespondent desDaily Telegraf)" in Lissa­bon teilt seinem Blatt mit, daß unter den zahl­reichen aus verschiedenen Ländern des Kontinents nacy Portugal geflüchteten Engländern nur seh r geringe Neigung besteht, diese Dafc zu ver­lassen und in ihre Heimat zurückzukeh- r c n. Um sie zur Rückkehr zu zwingen, will das britische Schatzamt die Geldüberweisungen nach Portugal sperren. Die Verbindungen aus Portugal nach England sind sehr schwierig. Viele Engländer fallen bereits dem englischen Kon­sulat in Lissabon zur Last, weswegen auch der Kon­sul die Aufforderung zur Abreise aller reifefähigen Engländer aus Lissabon unterstützt hat.

Oie Regierungsumbildung in Spanien

Madrid, 22. Mai. (Europapreß.) Die Madrider Presse stand im Zeichen der Amtsübernahme der vier neuen Minister, die ihre neuen Posten mit grundsätzlichen Reden anaetreten haben. In der spanischen Oeftontlichkeit fällt auf, daß in allen Reden sehr stark die falangistischen Ideen unterstrichen wurden, womit zum Ausdruck gebracht werden sollte, daß diese Regierungsumbildung be­tont im Zeichen der falangisttschen und syndikalisti­schen Revolution stand. Der Amtsübernahme wohnte Außenminister Serrano Sun er zugleich als Prä- siebent der Junta Potttica bei. Man ist der Auf­fassung, daß die Position Serrano Suners nach wie vor führend ist. Der Sprecher des spanischen Außen­amtes erklärte in der ersten Pressekonferenz, daß der Wechsel in der spanischen Regierung lediglich und ausschließlich den Zweck habe, den Zusammen­hang der innenpolitischen Maßnahmen und die Gleichschaltung mit dcn Doktrinen der national- syndikalistischen Revolution herzustellen.

uns stürzen andere Maschinen.

In diesem kleinen Hafenbecken der einst fast um bekannten nordafrikanischen Stadt ist die Hölle los. Wie mag es dort unten schon aussehen? Seit Mo­naten zieht ein Fliegerangriff nach dem anderen über den Drt hinweg, während jetzt der zweite er, bitterte Erdkampfin seiner Umgebung entbrannt ist. Im Abflug bemerken wir im Gelände um Tobruk Zeltlager und Stellungen, Kraftfahrzeug­ansammlungen und Gräben. Unsere Bordwaffen sprechen, ihre Garben peitschen über die Ziele. Stoppen", ruft der Flugzeugführer. Wir haben deutsche Stellungen erreicht. Wie mögen sich unsere Kameraden, die in ihren Wüstenstellungen liegen, gefreut haben, als sie wieder deutsche Luftwaffen« verbände in beachtlicher Stärke auf den vor ihnen liegenden Feind in und um Tobruk stürzen sahen. Wir werden sie weiter in ihrem schweren Kampfs gegen diese Festung begleiten.

Luftwaffe unternahm Erkundungsflüge über Senne fbebba ne; Kampfflugzeuge belegten das dortige Flugfeld mit Maschinengewehrfeuer und beschädigten dabei 15 feindliche Flugzeuge. Außerdem beschossen sie mit MGs einen britischen Truppentransport. Die irakischen Polizeistreitkräfte beherrschen, unterstützt von Freiwilligen, vollkom­men die Lage in der Wüste. Sie schossen ein feindliches Flugzeug ab, dessen dreiköpfige Besatzung ums Leben kam.

Faluja von den Irakern zurückerobert.

Damaskus, 23.IHat (Dllv.Funkfpruch.) Wie das irakische Oberkommando nach einer Meldung aus Bagdad mitfeilt, ist die Stabt Faluja am Euphrat zurückeroberf worden. Aaluja war vor wenigen Tagen von den Engländern beseht wor­den.

Lustangriff auf britischen Flugplatz in Transjordanien.

Bagdad, 22. Mai. (Europapreß.) Der eng­lische Flugplatz bei Arnman in Transjordanien wurde am Dienstag überfallartig von der irakischen Luftwaffe angeariffen. lieber den Erfolg des An­griffs liegt noch keine Nachricht vor. Es ist dies das erstemal, daß die irakische Luftwaffe bte Eng­länder außerhalb des Iraks angreift.

Alle Iraker scharen sich um Kailani.

Damaskus, 22. Mat. (DNB.) Wie aus Bag­dad gemeldet wird, hat Ministerpräsident Kailani durch feine feste Haltung England gegenüber nun­mehr das Vertrauen auch solcher Politiker gewonnen, die bisher noch oppositionell zu ihm standen. Sie sicherten Kailani ausdrücklich ihre Unterstützung zu. Auch verschiedene der ins Ausland geflüchteten ira­kischen Staatsmänner sind an Kailani mit der Bitte

Wohin steuert Island?"

Kopenhagen, 22. Mai. (DNB.)Berlingsir Tidende" schreibt über den Loslösunigsbeschluß Des isländischen Mthings:Die Kündigung des Bun- destraktates hat den vielen dänischen Freunden Is­lands keine freudige Ueberrafchung ge­bracht.National Tidende" bringt feine Ver­wunderung darüber zum Ausdruck, daß Island mitten In einem brennenden Kriege, durch den alle Verbindungslinien Zwischen Dänemark und Island unterbrochen sind", feine ßo&löfung proklamieren zu müssen glaubt.Politiken" stellt fest, daß der Althing nach allem zu urteilen durch seine Beschlüsse faktisch der normalen Prozedur einer Trennung der beiden Staaten voneinander vorgegriffen habe. In Dänemark werde eine Lösung der Be­ziehungen mit Island tiefstes Bedauern auslösen. Faedrelandet" fragt:Wohin steuert Island, was tauscht das Land für die Union mit Dänemark eint w o kann es so selb st lose Freunde f in* den wie die, welche es in Dänemark hatte?"

Das StockholmerAftonbladet" stellt fest, daß dee Vorgang aus Island nicht ganz mit dem überein- stimme, was man einen guten nordischen Stil nenne. Wenn auch der Wortlaut des Bündnisses eine Kündigung des Uebereinkommens im Jahre 1941 vorsehe, so sei der Zeitpunkt für innere nor­dische Reibungen s o u n g ü nst i g w i e nur mög« l i ch Die kleine Revolte in Reykjavik, die von Sou« veränitätsträurnen angehaucht ist, muß im Zusam« menhang mit dem Umstand betrachtet werden, daß Island gegenwärtig England zu militärischen Dispositionen heranzieht. Eigentümlicherweise scheint dieses Verhältnis demoralisierend auf die Politiker in Reykjavik gewirkt und eine politische Aktivität von ihrer Seite ausgelöft zu haben. Wenn man sich gerade in einer derartigen Situation von Dänemark trennt, so muß befürchtet werden, daß der zukünftige Weg zu einem A b h ä n g i g k e i t s- Verhältnis ganzandererArt fuhrt, als es bisher der Fall war.

Rorges ff.

Oslo, 22. Mai. (DNB.) Der 21. Mai ist der Gründungstag derBorges ff" und der allge- meinen ff Norwegens geworden. 151 Kameraden aus den Reihen des Hird sind für die ff gemustert worden. Vor dem Reichssühver ff Himmler, der sie feierlich in die Schutzstaffel aufnahm, legten sie ihre Verpflichtung ab. Damit besteht nun in Norwegen innerhalb derNasjonal Sämling" als zweite politische Kampstruppe neben demHird" Die allgemeine ff. In ihr haben sich aus den Reihen des Hird diejenigen Männer zusammengefunden, die mit ihren Familien den rassischen und charakterlichen Anforderungen der ff entsprechen und sich frei­willig den Bedingungen unterworfen haben. Die die ff an sie stellt.

Der Aufnahme der Hird-Männer in die ff wohnte auch der Befehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen, Generaloberst von Falkenhorst, bei. Der Stabschef des HiiQ, Saether, betonte in feiner Begrüßungsansprache, daß nunmehr Hirt und ff im Innern des Landes Schulter an Schul­ter stehen, um gemeinsam den Kampf für ein neues Norwegen durchzufechten. Der Reichsführer ff Himmler fetzte als Führer der norwegischen ff den Chef der norwegischen Polizei, Staatsrat Jo­nas Lie, ein, den er gleichzeitig zum ff-Stan* bartenfübrer ernannte. Dieser dankte dem Reichs­führer ff, daß er ihm die Möglichkeit gab, sich während des Balkanfeldzuges in ocr Waffen-ff vor dem Feinde zu bewähren. Weiter richtete er herzliche Wort an Vidkun Quisling und an den Reichskvmmissar Gauleiter T«rboven. - -

Wachsende Empörung in der mohammedanischen Wett gegen England

Schon feit einiger Zeit kann man immer wieder in USA.-3eitunqen lesen, daß die Lage in England übsolut nicht rosig sei und daß die Hoffnungen auf fren englischen Sieg in den Vereinigten Staaten immer geringer würden. Nunmehr hat sich auch ein General der Bereinigten Staaten, der in offizieller Eigenschaft in London weilte, nach seiner Rückkehr aus England ebenfalls in pessimistischem Sinne über die Zukunft Englands ausgesprochen. Es ist kein geringerer als der Chef der Armee-Luftwaffe der Bereinigten Staaten, General Arnold. Wie die Washington Post" zu berichten weiß, soll dieser General in feinem amtlichen Bericht festgestellt ha­ben, daß England ohne aktive USA.-Hilfe nicht mehr allzuviele Monate aushalten könne. Der General steht auf dem Standpunkt, daß Bonrbenftugzeuge und Schiffe, die England wohl dringend brauche, doch nicht genügten, um den Siea Englands zu ge­währleisten; trotz aller Materialhilfe heißt es In diesem Bericht kann England Hitler nicht be­legen, wenn die nach England fahrenden Schiffe tm bisherigen Tempo weiter versenkt würden, so würde, wie der General prophezeit, in nicht allzu ferner Zeit der Zeitpunkt kommen, an dem man in England den Kampf als hoffnungslos aufgeben werde.

Herrn Roosevelt wird dieser Bericht sicher nicht

Rom, 22. Mai. (Europapreß.) Die englische Pro­paganda bemüht sich, die Aufstand sbewegung im Irak zu verkleinern und die Lage in der moharn- uredanifchen Welt in rosigem Licht darzustellem Vollkommen gegensätzlich zu dieser Darstellungs­weise sind die wahren Verhältnisse. Zeichen einer tiefgehenden Unruhe sind in der mohammedanischen Welt festzustellen, und von Woche zu Woche ver­schärfen sich die englandfeindlichen Kundgebungen. Die arabische Welt, so äußert man in politischen Kreisen Roms, stelle sich immer england feindlich er ein, wie durch die Ereignisse der letzten Woche be­wiesen werde. Die von den Arabern in Pa 1 ä - ftina in Brand gesteckte Oelleitung brenne nun seit drei Tagen. Trotz hohen Lohnzulagen gelinge ca auch nicht, die Araber zur Arbeit für England zu bringen. Auch die englandfeindliche Bewegung in Transjordanien greife rasch um sich. Emir Abdullah habe sich daher veranlaßt gesehen, nach Jerusalem zu reifen und englische Truppenverstär- lungen zu erbitten.

Wegen der Angriffe der RAF. auf syrische Flug­plätze und auf die wehrlose Bevölkerung des Iraks steigere sich auch in Syrien die (Erregung gegen England. Der Protest der irakischen Regierung gegen die Bombardierung von £030 retten durch die RAF. habe in Anatolien starken Eindruck ge­macht. Der Haß der ägyptischen Bevölkerung gegenüber England beginne sich explosiv Luft zu lnachen. Unmassen von englandfeindlichen Flug­schriften würden unter der Bevölkerung Aegyptens verteilt, in denen volle Solidarität der ägyptischen Bevölkerung mit den mohammedanischen Brüdern des Iraks gefordert werde. Auch i n I nd i e n fei die Lage gespannt. Hier sähen die Engländer nur in Massenverhaftungen ihr einziges Heil. Schließlich sei in Afghanistan eine wachsende (Erregung gegen die Engländer festzustellen.

Erfolgreiche Angriffe bei Habbania und Faluja.

Damaskus, 23. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach dem letzten Bericht des Hauptquartiers der irakischen Streitkräfte unternahmen diese an der Westfront erfolgreiche Angriffe gegen britische Truppenabteilungen bei Habbania und Faluja, unterstützt von starkem ArtMeriefeuer. Dem Feind wurden schwere Verluste an Menschen Und Material beigebracht. An der Südsront haben Irrafiftbe Truppen und Freiwillige britische Trup­penansammlungen enger eingekreist und star­kes Artillerieseuer auf sie gerichtet. Die irakische

DNB. 22.Mai. (PK.) Don längerer Zeit aßen wir an einem späten Nachmittag in einem kleinen Haus in der Sirte. Ein Wagen fährt vor, ein deutscher General mit zwei Generalstabsoffizie­ren steigt aus und kommt herein. Sie haben foeöen eine Wüste nerkundungsfahrt beenbet und wollen diese nun auswerten. Die Erkundung galt vor allem den W a s s e r b r u n n e n. Mit Kennern des Landes 'uhren sie Quelle um Quelle ab, um sich selbst von ien Wassermöglichkeiten des Vormarschgeländes zu überzeugen. Der General faßt die Erkundungsergeb- niffe zusammen:Ich brauche für meinen Verband täglich 150 000 Liter Wasser. Diese Mengen sind bis zum Punkt ... sichergestellt. Unterarzt A. wird noch eine genaue Untersuchung vornehmen und das Ergebnis melden." Wir müssen jetzt an dieses kleine Erlebnis denken, das die lebenswichtige Be­deutung des Wassers für jede militärische Ope­ration in diesem nord afrikanischen Wüstenstrei fen beleuchtet.

Wieder sehen wir Generalstäbler an der Arbeit. In einer alten Ruine haben sie ihre Zelte ausge- chlagen,. Der Disch mit den Karten und Zielbildern teht heute bei dem herrlichen Wetter vor dem Zelt. In eingehender Beratung wird mit Hilfe italienischer Sachverständiger die Wasserversorgung Tobruks untersucht. Es ergibt sich, daß die große Masse der eingeschlossenen britischen Soldaten schon jetzt mit geringen Flüsstgkeitsmengen auskommen muß. An diesem empfindlichen Punkt soll nun an- gesetzt werden. Die letzten Quellen der Wasserver- orgung müssen einen wuchtigen Schlag erhalten. Jtaliemsche Kenner der Wasserverhältnisse Tobruks vermitteln ein klares Bild der Sage. Jeder Verband erhält sein Ziel. Auch das kleinste Pumpwerk wird Nicht vergess em

Wir sind angetreten in der Nähe der Liegeplätze. Der Staffelkapitän unterrichtet seine Besatzungen über die Sage des Angriffsziels, einer Pumpanlage westlich der Stadt. ,Jch fliege unter Umstanden das Ziel zweimal an, wenn ich es bei dem ersten An­flug nicht genau ausmachen kann. Wir müssen das Ziel unbedingt treffen. Start 9.15 Uhr."

Die schon vertrauten Formen der astikanischen Küste vor Tobruk sehen wir bald unter uns. Im Hintergrund hebt sich die Stadt ab, doch eine dicke Wolkenschicht breitet sich schützend über sie. Wir fliegen bas Ziel an, der Chef macht eine Kurve, wir folgen, fetzt liegt das angegebene Tal unter uns, dort wird das Haus mit dem Pump­werk sichtbar, der Chef stürzt schon, wir sausen gleich hinterher. Der Flugzeugführer hat das Ziel genau im Visier, immer tiefer geht der Sturz. Die Bomben fallen. Gleich nach dem Abfangen kurven wir ein. Der Bombenfchütze meldet: ^Heute konnte ich einmal unsere Bomben selbst bis zum Ziel ver­folgen, die erste Bombe lag kurz vor dem Haus, die zweite war ein Volltreffer, die letzten beiden schlu-

sehr angenehm in den Ohren klingen, denn feine ganze Aktion für die Englandhilfe ist ja nur darauf aufgebaut, daß England so lange durchhalten werde, bis die Englandhilfe wirksam werde. Wenn nun schon der Chef seiner Armee-Luftwaffe mit so pessi­mistischen Ansichten aus England zurückkehrt, kann man es oersteyen, daß es Herrn Roosevelt die Sprache verschlagen hat. In der Tat soll die Ver­schiebung derPlauderei am Kamin", die Herr Roosevelt am 27. Mai halten wollte, auf diesen Be­richt zurückzuführen sein.

Oie Ailantikschlachi.

Die NSA. auf Schiffölieferungen gänzlich unvorbereitet.

S ch a n a h a i, 22. Mai. (DNB.)Die Atlantik­schlacht geht für England verloren, seine Schiffs­verluste find alarmierend. Da für fünf versenkte Schiffe höchstens zwei neue gebaut werden können, ist es nicht schwer, den Ausgang der Scklacht Dor- auszubestimmen. Die Niederlage Englands ist um vermeidlich, wenn ihm nicht größte Hilfe zuteil wird." Mit diesen Worten leitete Admiral Glaß­ford, der Chef der Pangtse-Kanonenboote der USA., einen Vortrag ein, den er im amerikanischen Klub hielt. England brauche Schifte, fo führte Glaß-

gen hinter dem Haus ein. Um das Haus herum ftatti den eine Reihe von Zelten, die auch gleich mit Splittern eingedeckt wurden." Wir sehen ing Abfkug eine einzige Qualm- und Staubwolke aus dem Tal emporfteigen. Weiter ostwärts stürzen sich unsere Maschinen auf ihre Ziele im Hafenbecken von Tobruk. Sie haben es heute morgen schwerer, Während unsere Ziele völlig frei von Wolksii waren, müssen sie durch eine Wolkendecke hindurch, stoßen. Die Flakarttllerie von Tobruk schoß heftig und Sprengwolken langen auch über der Wolken« schicht.

Der erste Schlag war geglückt. Wir hatten un|ee Ziel getroffen, und auch die anderen Verbände mel, beten, daß sie trotz schlechter Wetterlage und ftarfet Flakabwehr gute Treffereraebnisse erzielt hatten. Nun muß der Erfolg ausgebaut und beim nächsten Angrift die Versorgungsanlagen von Tobruk erneut getroffen werden. Das Wetter war heute gut und Tobruk war frei von Wolken. Wir erhalten als neues Ziel eine Destillieranlage irn Haftn von Tobruk zugewiesen. Die Tobruk-Einsätze merben uns langsam zu einem festen Begriff, ein militä, risches Ziel neben dem anbern fordert hier die An, griffe unserer Luftwaffenverbände heraus. Bomben verschiebener Kaliber trafen sie schon in großer Menge und werden dem Feind weiterhin keine Ruhs lassen. In immer neuen Variationen pirschen uns an die Ziele heran und nehmen der Abweht die Möglichkeit, sich auf uns einzuschießen. Nun fliegen am Himmel von Tobruk wieder Wellen deutscher Kampfflugzeuge auf ihre Ziele zu. Der« band auf Verband kommt heran, Flugzeug unt Flugzeug läßt sich auf den Hafen herunter. Die Flakarttllerie verliert bei diesem Masseneinsatz die Uebersicht und begnügt sich mit dem Legen einer dichten Abwehrzone, an der vorbei wir in die Tiefe gleiten. Das Ziel ist erkannt, unsere Reihe fegt über die Desttltteranlage hinweg. Neben und unter