Malers begnadeter Künstler. Er war eine Person-l lichkeit. die insbesondere durch ihren einzig dastehenden geistvollen Humor — der in seinen in stattlicher Anzahl hinterlassenen, mit großem zeich-, nerischen Können ausgeführten humoristisches, Zeichnungen seinen produktiven Niederschlag gefun-1 den hat — bei jedem, der mit dem Menschen Heil in Berührung kam, einen unvergeßlichen Eindruck hinterließ.
25 v. H. Ersparnis durch Mahlen des Tees.
Zn diesen Tagen erhalten alle Haushaltungen eine Teezuteilung. Schon vor einem Jahr stellte die Dersuchsstelle für Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerks in Leipzig auf Grund von Untersuchungen fest, daß durch eine feinere Mahlung des Kaffees eine Ersparnis von etwa 20 v. H. erzielt werden kann, ohne daß der Geschmack oder andere Eigenschaften, wie Koffeingehalt, Schwärzung und Extraktgehalt, eine Einbuße erlitten. Es lag der Gedanke nahe, ähnliche Versuche bei Teeaufgüssen durchzuführen, da im Gegensatz zu den Kaffeebohnen die Teeblätter nicht gemahlen, sondern im allgemeinen unzerkleinert gebrüht werden. Um festzustellen, ob durch das Mahlen des Tees eine Ersparnis erzielt werden kann, wurden Teeaufgüsse verschiedener Konzentrationen von unzerkleinerten und gemahlenen Teeblättern hergestellt und eingehend untersucht, wie Geschmack-, Extrakt- und Teingehalt oder die Farbe des Aufgusses sich verändern. Als Methode wählte man Brühen und Filtern. Der Geschmack der Aufgüsse wurde durch eine Reihe von Personen, darunter mehrere Teeprüfer einer Leipziger Großhandelsfirma, geprüft. Durch diese Geschmacksproben konnte eindeutig fest- gestellt werden, daß sich durch das Mahlen des Tees eine Ersparnis von 25 bis 50 v. H. erzielen läßt. Dabei ist der von gemahlenem Tee hergestellte Auf- guß dem aus unzerkleinerten Blättern bereiteten geschmacklich mindestens gleichwertig, wenn nicht besser. Dieses Ergebnis wurde bei allen erprobten Teesorten erzielt. Der Unterschied in der Aufgußmethode war geschmacklich nur sehr 'schwer festzustellen. Einmal schmeckte der Filteraufguß besser, ein andermal der Brühaufguß. Im allgemeinen schien die Filtermethode einen etwas kräftigeren Aufguß zu liefern. Die Aufgüsse wurden aus ihren Extrakt, und Koffeingehalt untersucht, wobei fest- gestellt wurde, daß 9 Gramm gemahlener Tee denselben Extraktgehalt wie 12 Gramm ungemahlener Tee erzielen, also eine Ersparnis von 25 v. H. Auch die Mesiunq der Lichtdurchlässigkeit als Maß für die Farbe des Tees zeigte dasselbe Ergebnis: eine Ersparnis von über 25 v. H. durch Mahlen.
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* Von der Universität. Die feierliche Immatrikulation der neuen Studierenden an unserer Universität findet am kommenden Samstag, 25. Ja- nuar, pünktlich um 11 Uhr, in der Großen Aula st-tt
Aus der engeren Heimat.
Tödlicher Sturz im Bergwertbetrieb.
Lpd. Wetzlar, 22. Jan. In einem Grubenbetrieb bei Breitenbach stürzte der als Häuer beschäftigte 20 Jahre alte Bergmann Heinrich Karl Freund aus Niederlemp (Kreis Wetzlar) etwa 70 Meter tief ab. Der junge Mann fand dabei den Tod auf der Stelle.
Landkreis Gießen.
* L o l l a r, 22. Jan. Der Geflügelzucht- verein Lollar veranstaltet am kommenden Sonntag eine Geflügelschau. Weit über 100 Tiere verschiedener Rassen und Farbenschläge wer- den den Besuchern vorgeführt. Mit der Ausstellung ist eine Lehrschau über „Richtige und falsche Geflügelhaltung und Fütterung" verbunden.
* Daubringen, 23. Jan. Der Rottenführer i. R. Georg Heinrich Walther von hier begeht am morgigen Freitag, 24. Januar, in voller Gesundheit und Frische seinen 7 5. Geburtstag. Dem Jubilar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar
# Mainzlar, 22. Jan. Am Samstag hielt der hiesige Männer-Gesangverein bei Gastwirt Wilhelm Müller seine Jahresversammlung ab. Der Vorsitzende Ludwig Fuchs erstattete einen kurzen Bericht über das abgelaufene Jahr. Anschließend folgte durch den Rechner Wilhelm Sommer die Rechnungsablage. Als Rechnungsprüfer wurden die Sangesbrüder August Kern und Heinrich
genden die Tabellen der einzelnen Staffeln zu be,
DfB.
VfB.
Um.
packende Spiel der Künstlerschar fand reichen Bei
fall.
SJl.-'fpOTt
0 Punkte.
Staffel VII:
Treffer, der den Sieg der Watzenbarn-Steinberger darstellte.
Fauerbach 6 Sn, 10 P.; Assenheim 5 Sp., 9 P_; Rieder-Florstadt 6 Sp., 6 P.: Ober-Mörlen 6 Sp., 6 P.; Friedbera 6 Sp., 5 P.; Bad-Nauheim 6 Sp., 2 P.; Ober-Wöllstadt 6 Sp., 2 P.;
Staffel VIII:
Staffel VI:
Butzbach I. 3 Sv., 6 P.; Rieder-Weisel 2 Sp., 2 P.: Wölfersheim 2 Sp., 2 P.; Butzbach II. 3 Sp.,
Das Spiel wurde von Kaletsch, Sportv. 05 Wetzlar, zur Zufriedenheit beider Parteien geleitet..
Die Jugendmannschaft der Spielog. 1900^Gießen trat zum Bannmeisterschaftsspiel gegen die Jugend von Watzenborn-Steinberg in Watzenborn-Steinberg nicht an.
Fußball im Dann 116.
Die Spiele um die diesjährige Bannmeisterschaft wurden mit etwa 45 Mannschaften begonnen. Leider war es manchem Verein nicht möglich, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Daher kommt es, daß in einzelnen Stoffeln (es sind insgesamt 8) die Zahl der Mannschaften stark zusammenge- schrumpft ist. Leider mußten auch einige Mannschaften wegen groben Verstoßes gegen die Disziplin ausgeschlossen werden. Nachdem die Vorrundensviele inzwischen beendet sind, ist es interessant, im Fol-
trachten. \
Staffel I:
Leihgestern I. 5 Spiele, 10 Punkte; Heuchelheim
5 Sp., 4 P.: Großen-Buseck 5 Sp., 2 P.;
5 P., 4 P.; Großen-Buseck 5 Sp., 2 P.;
Gießen 5 Sp., 2 P.
Staffel II:
In dieser Staffel sind durch verschiedene stände mehrere Mannschaften ausgeschieden. Stein, bad) und Alten-Buseck tragen hier das Rückspiel als Entscheidungsspiel in Wieseck aus.
Staffel III:
Ließen erhält einegroßelurnerischeVeranstaltvng
Am 9. März Vorrunde zur 2. deutschen Kriegsmeisterschast im Bereichsmannschastskampf der Turner.
stellte die Kamercck>schaft 7 Gruppen. Im Wettbewerb des Kreisverbandes kam die Kameradschaft an die achte Stelle. Bestschießender innerhalb der Kameradschaft blieb der Kamerad Karl Sern II. Die im vorigen Herbst durchgeführte Sammlung für Kyffhäuserwaisen erbrachte 67,30 RM. Den im Felde stehenden Kameraden wurde die ,Lteichs- kriegerzeitung" und als Liebesgaben Rauchwaren zugesandt. Die Jahresrechnung, vom Kassenführer D e r n vorgetraaen, zeigte einen nennenswerten Ueberschuß. Als Kassenprüfer für 1941 wurden die Kameraden Konrad Frey und Wilhelm Schmitt bestimmt. Mit der Mahnung an die Kameraden, in der Kriegszeit fest zusammenzustehen und jeder an seinem Teil zum Endsiea beizutragen, schloß der Kameradschaftsführer den Appell mit dem Sieg-
Rodbeim 3 Sp.. 4 P.; Grob-Karben 3 Sp., 4 P - ’ Ä m 3 Sp..
Oer Bere'ch Hessen bei den Heichswettkcimpfen in Kassel.
Der NSRL.-Bereich Hessen war an den Reichs- wettkämpfen der 120 deutschen Nachwuchsturner in Kassel mit zwei Turnern beteiligt. Anton Kaiser vom Tv. 1846 Gießen (z. Z. bei der Wehrmacht) erzielte in den Pflichtübungen 77, in den Kürübun- gen des Zehnkampfes 87,5 Punkte. Mit zusammen 164,5 Punkten linden wir ihn in der Ranafolge auf dem 27. Platz. Georg Neumann vom Tv. Westuffeln erreichte 132,5 Punkte.
Bezirkslehraang für Jugend- und Tiachwuchsturner. und Jugendübungsleller in der Langemarck-Schule in Gießen.
Das Fachamt Turnen im NS.-Reichsbund für Leibesübungen führte am vergangenen Sonntag in feiner Lehrgangsreihe den zweiten Lehrgang, der von 31 Teilnehmern aus 17 Vereinen besucht war, durch. Nachdem im ersten Lehrgang Ordnungsübungen, Körperschule, sowie Gerät- und Boden- Übungen in den Grund- und Spielformen durchgenommen worden waren, stand die Lehrgangsfortsetzung im Zeichen der Uebunasverbindungen auf den verschiedenen Uebungsgebieten. Der Lehrgangsleiter, Bannfachwart Paul, erreichte auch diesmal auf Grund meisterhafter, formenreicher und vielseitiger Uebungsgestaltung bei den Teilnehmern freudigen Einsatz.
Im Februar findet eine Fortsetzung der Lehr- gangsarbeit statt.
Hell auf Führer und Vaterland.
+ Grünberg , 22. Jan. Am Dienstagabend fand in der Turnhalle die fünfte Veranstaltung des Grünberger Feierabendringes statt. Gegeben wurde das Schauspiel „Rheinsbera" von Friedrich Forster, das als Gastspiel der Rhein- Main ischen Landesbühne zur Aufführung
2 Punkte.
Wiibelm-Wodaege- <Sedä<bims-Abfabrisls»k.
Am kommenden Sonntag. 26. Januar, wird, wir uns der Vereinsführer des Schiklubs Gießen, Fritz Dörfn er, mitteilt, der Wilbelm-Wodaea» Ge- döchtnislauf durchgeführt. Es ist das erstemal, daß dieser Lauf aller Voraussicht nach durchgeführt wer« den kann. Schon in den beiden letzten Jahren war der Plan zur Durchführung daran gescheitert, daß der Termin zu spät in den Monat Februar gelegt wurde. Der Lauf besteht aus einem direkten Ab- fahrtslauf mit Start am Klubbaus. Die Läufer sollen in einer Schußfahrt, in Richtung Breungeshain, ihr Können beweisen. Die Länge der Strecke beträgt etwa 400 Meter. Teilnehmen kann jeder, der das 16. Lebensjahr überschritten hat. Auch Ko- meroden der Wehrmacht können sich an diesem Laus beteiligen.
Carle bestimmt. Die Kasse zeigte einen guten! Stand. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der! bisherige Vorstand blieb im Amt. An den geschäftlichen Teil des Abends schloß sich frohe kameradschaftliche Unterhaltung an.
<£ Leihgestern, 20. Jan. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt ihren 66. Jahreshauptappell am Samstagabend im Cafö Pech ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Kameradschaftsführer der im Lause des Jahres verstorbenen Kameraden Wilhelm Wehrum, Johann Heinrich Velten und Kaspar Häuser, sowie aller in diesem Kriege Gefallenen, worunter sich auch zwei Soldaten aus unserem Heimatort befinden, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Aus dem Jahresbericht des Kameradschaftsführers ist zu berichten, daß die Kameradschaft sich an den Sammlungen für da? Winterhilfswerk und den Veranstaltungen der Partei beteiligte. Zu Führers Ge- burtstagfpende wurden außer der Fahnenspitze der Troditionsfahne 21 Kilo Messing-Patronenhülsen abgeliefert. Für die Teilnahme mit Fahne am 1. Großdeutschen Reichskriegertag wurde die Kameradschaft von der Bundesführung mit einem Fahnennagel ausgezeichnet. Das Kyffhäufer-Bundes- fchiehen wurde am 28. Juli durchgeführt. Hierzu
Garbenteich 3 Sv., 6 P.; Großen-Linden 3 Sp., 2 P.; Leihgestern II. 3 Sp., 2 P.; Allendorf (Lahns 3 Sp., 0 P.
- Staffel IV:
Daubringen 4 Sp., 6 P.; Lollbr 4 Sp., 5 P.; Londorf 4 Sp., 4 P.; Allendorf a. d. Lda. 4 Sp.,
Bissenberg verfügte über eine ausgezeichnete Hin.
termannfchaft, die immer wieder in die Kombina- , v., --------- -r„
tionszüge hinein fuhr. Sie konnte jedoch nicht ver- Klein-Karben 3 Sp., 2 P.; Bruchenbrücken 3
hindern, daß 7 Minuten vor Schluß Fischer durch einen weiteren Treffer das Schlußresultat herstellte.
3 P.; Treis 4 Sp., 2 P.
Staffel V:
Auch in dieser Staffel fimt> einige Mc mschasten
...... v .___... __,, o ausgeschieden. Hungen und Grünberg tragen hier gelangte. Die Veranstaltung war gut besucht, das ihr Rückspiel in Grünberg als Entscheidungsspiel
v— £—* aug- Das Vorspiel gewann Grünberg 2:1.
Teutonia-Watzenborn-Steinberg
Biffenberg L — „Teutonia" Watzenborn-Steinberg 2:5 (1:3).
Zum weiteren Kriegsmeisterschaftsspiel weilten die Watzenborn-Steinberger am Sonntag beim F.C. Bissenberg. Die Platzmannschaft hatte sich anscheinend sehr viel oorgenommen. Mit ungeheurem Eifer begann sie das Spiel und drückte die Gäste in ihre eigene Hälfte zurück. Bereits in der 6. Minute hieß es denn auch 1:0 für die Platzmannschaft. Dann waren aber die Watzenborn-Steinberger im Feld- spiel ein ebenbürtiger Gegner. Immerhin dauerte es 20 Minuten, bis Mittelstürmer Brückel zmn Ausgleich einschoß. Derselbe Spieler brachte kaum zwei Minuten später die „Teutonen" in Führung. Einige Minuten vor Halbzeit schlug Harnisch den einheimischen Torhüter zum 3. Male.
Nach ^Halbzeit war zunächst die Ueberlegenheit der Einheimischen drückend. Die „Teutonen" vertei- digten geschickt und überstanden diese Vi-stündige Drangperiode mit nur einem weiteren Derlusttres- fcr. 3:2 stand nun die Partie. Dann aber gingen die Gäste zum Angriff über und gestalteten das Spiel bis zum Schlußpfiff überlegen. Eine große Partie lieferte Mittelläufer Hedrich, der immer und immer wieder seinen Sturm vorschickte. Harnisch, der sich ebenfalls restlos einsetzte, gelang nach gutem Zusammenspiel des gesamten Sturmes ein weiterer
Gießen steht vor einem großen turnerischen Ereignis, das in feiner Bedeutung alle früheren großen turnerischen Veranstaltungen übertreffen wird. Wir erinnern uns der spannenden Mannfchafts- kämpfe, die der frühere Turngau Hessen mit benachbarten Gauen in unserer Dolkshalle durch- I führte. Diesmal geht es um mehr, nämlich um eine R e i ch s v e ra nft a l t u n g des Reichsfachamtes Turnen im NSRL. Die 2. Deutsche Kriegs- Meisterschaft im Bereichsmannschafts- kampf der Turner, die in Vorrunde, Zwischenrunde und Endrunde durchgeführt wird, findet in den Dorrundenkämpfen der vier Bereichsgruppen (je vier Bereiche) am 9. März ihren Auftakt. Eine der Gruppen, in der die Bereiche Mitte, Südwest, Mittelrhein und Hessen gepaart sind, trägt den Vor- kampf im Bereich Hessen aus. Die Bezirksführung des NSRL.-Bezirks Gießen, mit der Vorbereitung der Veranstaltung beauftragt, wird diese in Gießen durchführen.
Neben Gießen sind Berlin (Bereiche Ostpreußen, Brandenburg, Sachsen, Württemberg), Hagen (Bereiche Pommern, Nordmark, Niedersachsen, Westfalen), Straßburg (Bereiche Niederrhein, Baden, Bayern, Ostmark) die Austragungsorte der Vorrundenkämpfe. Die Bereichs- gruppe, die in Gießen turnt, darf als besonders stark bezeichnet werden, jedenfalls steht es schon fest, daß vor allem Mitte, Mittelrhein und Südwest in
ihren Mannschaften Turner aufweisen, die zu der deutschen Spitzenklasse zählen. Wir wollen hier nur die Leunaer Krötzsch und Müller nennen, die zu den ersten Anwärtern auf den deutschen Meistertitel bei den Deutschen Gerätmeisterschaften am 2. Februar in Karlsruhe zählen, oder den jungen Jakob Kiefer von Bad Kreuznach, der am vergangenen Sonntag bei den Reichswettkämpfen der Nachwuchsturner in Kassel Reichssieger wurde, ferner den Speyerer Helmut B a n tz, der in Kassel den 3. Platz belegte: Auf alle Fälle steht fest, daß wir am 9. März in Gießen nach langer Zeit wieder einmal den hohen Stand deutschen Gerätturnens sehen können, dargestellt von ersten Kräften der deutschen Reichsklasse.
Die Siegermannschaft des Gießener Wettkampfs und die an zweiter Stelle stehende Mannschaft werden an der Zwischenrunde, die am Karfreitag in zwei Gruppen zu je vier Mannschaften in Greiz und Mannheim zum Austrag kommt, um die Teilnahmeberechtigung am Endkampf kämpfen, der am 27. April mit vier Mannschaften stattfindet. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß wir von den Bereichen der Gießener Vorrunde einen in der Endrunde wiedersehen werden, wo er sich vielleicht sogar bis zur Meisterschaft durchkämpfen wird. Auch das ist ein B"weis mehr dafür, welche Bedeutung der Gießener Veranstaltung beizumesien ist.
Umwege -es herzens
Boman von H.H. Hansen
Copyright by Prometheus «VerUg Dr. Eich acker • Gr oben teil
6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Ein Mann, eine Frau und drei Kinder wurden hereingeholt. Sie sahen alle etwas verängstigt aus.
Bruchhausen redete sie gemütlich an: „Nur keine Aufregung. Zunächst noch einmal: Wer sind Sie?" Koch, Gustav Koch, Kohlenhändler in Nowawes. Meine Frau Anna, meine Kinder Peter, Fritz und Käthe. Ich bin dreiundvierzig Jahre, meine Frau einundvierzig, die Kinder: Peter vierzehn, Fritz dreizehn und Käthe elf."
„Wer von Ihnen hat die Leiche zuerst gesehen?" „Das war Fritz. Sag mal dem Herrn Kommissar, wie das war." Der Vater schob seinen Jungen vor.
„Ich kam die Schneise herunter. Ich wollte mir einen Stock suchen. Da lag der Mann da im Gras. Ich dachte er schläft. Dann sah ich das Blut und habe geschrien und bin schnell fortgelaufen. Und dann kam Vater und sah sich den Mann an. Mutter ist gar nicht hingegangen."
„Schön, mein Junge. Haben Sie", Bruchhausen wandte sich zu dem Kohlenhändler, „oder jemand von Ihren Angehörigen den Toten angefaßt?"
Der Mann wehrte ab. „Wie werden wir denn, Herr Kommisiar. Wir wissen doch Bescheid aus der Zeitung, wie man sich in solchen Fällen verhalten muß."
Bruchhausen erfuhr von den Leuten nur noch, daß der älteste Junge mit der Frau zum Dorfe gelaufen war, während der Vater mit den andern Kindern etwa dreißig bis vierzig Meter von der Leiche entfernt stehenblieben. Dis zum (Eintreffen des Gendarmen mit feinem Begleiter war niemand mehr vorbeigekommen.
Der Gendarm bestätigte, daß er kurz vor elf Uhr von Frau Koch ausgesucht und zu dem Mordplatz geschickt worden sei. Er habe den stellvertretenden Gemeindevorsteher aufgeforbert, mitzukommen und fei zum Tatort geeilt. Dort habe er nur die Hand des Toten angefaßt, ihm einen Spiegel vor den
gehalten und geglaubt, den Tod feststellen zu
können. Der ihn begleitende Dauer sei als Wache zurückgeblieben, während er nach Berlin telephonierte.
Der stellvertretende Gemeindevorsteher erklärte bestimmt, daß niemand vor dem Eintreffen des Arztes den Toten angefaßt habe. Leider fei es ihm nicht möglich gewesen, die nach und nach hinzukam. wenden Ausflügler und Dorfbewohner in genügen- dem Abstand zu halten, aber näher als zwei Meter fei niemand herangekommen.
Noch während der Vernehmung des Mannes traf der Staatsanwalt mit feinem Begleiter aus Berlin ein.
Doktor Fecht ließ sich von dem Kriminalrat kurz die notwendigen Angaben machen. „Diel war bisher nicht festzustellen. Mord liegt einwandfrei vor. Der Tote ist aus größerer Entfernung erschossen worden. Das Geschoß habe ich mit der Waste des Erschossenen, einem Drilling, nach Berlin geschickt. Wir fanden es etwa dreißig Meter hinter dem Toten. Es ist deformiert, sicher durch den Aufschlag auf den Halswirbel, und hat sich dann in den Aeften eines Strauches gefangen. Es lag zwischen ihnen auf dem Boden."
Doktor Bruchhausen sah auf seine Notizen. „Der Ermordete ist der Kapellmeister vom Operettentheater des Westens, Ralf Kühlitz. Soweit ich bisher feststellen konnte, ist er unverheiratet und vier- zig oder einundvierzig Jahre alt. Die Jagd hier hat er feit acht Jahren zusammen mit dem Fabrikanten Koßmann gepachtet. Eine alte Jagdhütte haben sich die Pächter neu Herrichten lassen und zum gelegentlichen Uebernachten benuht. Ich habe die .Hütt» nur llüchtig durchgesehen. Besonderes tft nicht festzu- steten."
Dann berichtete Bruchhausen über die Auffindung der Leiche, die Maßnahmen des zuständigen Gendarmen, den Befund des Arztes und die Aussagen der Familie Koch aus Nowawes.
„Und haben Sie schon eine Kombination?" Staatsanwalt Doktor Fecht sah ihn prüfend an.
Kombination? Nein. Aber alle Anzeichen deuten darauf hin, daß ein Wilderermord vorliegt. In der Gegend ist zwar seit Jahr und Tag so etwas nicht mehr vorgekommen, aber gewildert wurde immer noch. Der Kreis der dafür in Frage kommenden Personen ist klein. Trotzdem habe ich in Berlin Anweisung gegeben, sofort eine Überprüfung der
persönlichen Derhältpisse des Ermordeten vorzuneh- msn. Dielleicht ergaben sich dabei weitere Anhaltspunkte, die. ich jetzt nicht wissen kann. Der hiesige Gendarm und seine Kollegen aus den Nachbarorten liefern mir eine Liste aller Personen, die im Der- dacht des Wilderns stehen. Für die nötigen Haussuchungen habe ich bereits aus Berlin die erforber« lichen Kräfte angefordert. Sie können jeden Augen, blick eintreffen."
Beide schwiegen einige Minuten. Dann erhob sich der Staatsanwalt. „Schön, mehr läßt sich noch nicht tun. Das Ergebnis der Untersuchung des Masten- sachverständigen wird ja nicht mehr lange auf sich warten lassen."
„Entschuldigen Sie, daß ich etwas vergaß. Der Ermordete hatte neben sich einen Drilling liegen. Zwei Läufe waren abgeschossen, der dritte noch geladen. Irgendwelche Svuren von Pulverschleim, Puloerbrand oder Geschoßbahnen auf dem Erdboden der grasllberwachsenen Schneise waren nicht festzu. stellen. Also müssen diese Schüsse stehend abgegeben worden fein. Eine Entladung durch Hinfallen auf die Erde hätte unbedingt Spuren hinterlassen muffen. Wahrscheinlich hat er auf den Mörder geschos- sen.
„Das glaube ich auch. Wallen wir einmal zur Jagdhütte aehen? Wie weit ist es?
„Zehn Minuten. Einer meiner Leute steht davor und hält Mache."
Sie brachen in Begleitung des Ort-mendarmen auf. In der Jagdhütte ließ sich leicht festftellen. daß iemanb in der vergangenen Nacht dort gelchlaftn hatte. Don drei Feldbetten war eines benutzt, wie die zerwühlten Decken bewiesen. Das Schloß war unbeschädigt, ebenfo das Fenster. Auf dem Tllch stand eine halb volle Tbermosllafch? mit Kastee Zi. qaretterrftummel lagen im Aschbecher. An der Wand hing ein Rucksack, leer bh auf ein in Papier gewickeltes Butterbrot. Waffen und Munition maren nicht vorhanden. Mehr war auch beim besten Willen nicht fest;ustellen.
Der Staatsanwalt seufzte. „Vergeblicher Weg. Lasten Sie die Hütte verschließen. Eine Wache ist nicht mehr nötig."
Als sie ins Dorf zurückkehrten, stand dort ein Kraftwagen mit zwei uniformierten Polizeibeamten und acht in Zivil. Man ging deshalb in einen kleineren Saal im Gasthaus und ließ alle Beamten
dort eintreten. Dazu kamen drei Gendarmen, her Staatsanwalt und fein Protokollführer, der Kri- minalrat mit zwei feiner Beamten, zusammen achtzehn Personen.
Tische wurden zusammengestellt, an denen bet Staatsanwalt und der Kriminalrat Platz nahmen. Der Ortsgendarm überreichte eine Liste. „Die wegen Wilderns verdächtigen Personen."
„Aha, lassen Sie mal sehen." Doktor Fecht vertiefte sich in eine Liste, die fünf Namen enthielt. „Wer von diesen Leuten ist wegen Wilderns schon bestraft»"
Der Gendarmeriemeister antwortete. „Die beiden Erstgenannten. Gustav Korn zweimal, außerdem einmal wegen Körperverletzung und einmal wegen Widerstandes. Der nächstgenannte Wilhelm Schulz« einmal wegen Wilderns."
„Haben Sie und Ihre Kollegen einen dringenden Verdacht?"
„So prihife mochten wir uns nicht ausdrucken. Im Verdacht des Wilderns haben wir die ausgeschriebenen fünf Männer alle, besonders die beiden zuerst genannten. Alle fün* stehen immer unter mehr oder minder scharfer Beobachtung. Leider ist es sehr schwer, ihnen etwas nachzuweifen."
„Jedenfalls muß versucht werben, diesen Weg zu gehen. Was wollen Sie?" Der Staatsanwalt ri'hMe diese Frage an einen ein tretenden Mann in Zivil.
„Ich bin Mer Gastwirt. Am le^nhon nrrh Kn- minalrat DokMr Bruckhausen aus Bersin verlangt*
Sofort stand der Kriminalrat auf und verschwand in der Gaststube, wo der Fernsprecher hing.
„Hier Bruchhauftn."
,^Hier Polizeipräsidium, Korste." Es war der Letz ter der waftentechnischen Prüsunnsabteilung.
„Fein, daß ihr so schnell seid. Was habt ihr fest- gestellt?"
„Das Geschoß stammt aus einem umgearbeitefen MilitarkaraMner. Modell 98. Die Deformierung ift durch den Aufschlag auf den Halswirbel und auf einen Ast entstanden, wie eingesprengte Splitterchen beweisen. Die Waffe des Toten ist ein moderner Drilling. Ein Lauf mit grobem Schrot und ein Kugellauf sind abgeschofsen. Der Zustand des Pulverschleims laßt mit Sicherheit darauf schließen, daß die Schüsse nicht älter sind als oierundzwanzig Stun* dem Schriftlichen Bericht fertige ich noch an."
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