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Verdunkelungszett

22. September von 19.20 bis 7.05 Uhr.

hatten sich laut und angeregt, nur hin und wieder huscht ein Blick schnell einmal nach der Uhr. deren Aeiaer mit einem Ruck weiter schnellt. Ein junges Mädchen mit sehr viel Gepäck um sich herum be- mühlt sich krampfhaft, gleichgültig auszusehen, aber man merkt ihre Unruhe an ihren Augen. Immer noch steigen Reisende hastia die Treppe herauf, wer- fen einen Blick auf die Uhr und reihen sich dann den schon Wartenden ein. Eine dicke Dame kommt atemlos an und fragt, ob der Zug schon weg fei. Sie wird beruhigt.

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Uruguay' j trebungrk die liehen-

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Anneliese Bizarow als Jongleuse auf rollender Kugel und Sissy Klein aus verschiedenen Musik­instrumenten boten gute Leistungen. Wilhelmine floppe sang Lieder und Operettenmelodien. Ka­pellmeister W. Barth hatte am Klavier die Be­gleitung und Ausschmückung des Programms über­nommen. Die Ansage und Leitung hatte August Schnitzler. Als Vartragsmeister lieh er auch den flumor zu Wort kommen und erzielte mit seinen verschiedenen Potpourris von Soldatenliedern eig­ner Zusammenstellung große Lachsalven. 3n zwei Lazaretten sang am gestrigen' Sonntag der GesangvereinHeiterkeit" unter Stabführung seines " Ehrenchormeisters Wilhelm Schüttler Volks« lind Soldatenlieder von Abt, Silcher. Stürmer ufw. Das Programm war schön zusammengestellt, die Chöre kamen in vortrefflicher Weise zum Vortrag. Oie Lazarettverwaltung dankte namens der Der- ivundeten, die reichen Beifall spendeten. Am Freitag fand in den Ausenthaltsräumen eines La­zarettes eine gemeinschaftliche Kaffeestunde statt. Mit den Schwestern betreuten Frauen der Orts- rauenschaft Gießen die Verwundeten. Eine groß« Schar Mädels des BDM. unter Führung der Un- lergauführerin Inge Hack sorgte durch Gesang und ~>piel für die Unterhaltung. Kameraden der

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Vornan von Horst Alernalft

U. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

VI. Der Krach.

»aren weder Britta noch Lydia so recht bei 0er Lache; allerdings mit einem gewissen Unterfchleo während Lydia erwartungsvoll und gespannt aus- 'cf), machte Britta einen mutlosen und fluchtberetten T ndruck. Kathi hatte nämlich am Morgen Den

9ltan

> W Splel für die Unterhaltung. Kameraoen oer nüht, bii NSKOD. waren mit einigen auswarttgen Orts- ibme mil 1 irauenschaftsleiterinnen zu Gast. In der ver- sljilenM lossenen Woche wurden durch die Ortsfrauenschaften Me »on fflrünbtrg, Sauter und Weiter-Hain den hie- hen \M Ilgen Lazaretten eine große Zahl gespendeter Ku- fern Flug- flen überlandt.

Katers Laden' plünderte und die Beute Lydia ae- treulich zu Füßen legte; die Mühlbauer Rest, Die ten Toni umgirrte und Lydia erfolglos abspenstig M machen versuchte; und eine Schulfreundin von Sritta, Michaela Nebelschütz mit Namen, deren Kruder Marineleutnant war und zuweilen eine Sendung alter Knöpfe und Mützenbänder heim- sHickte.

Die Kinder spieltenPreuhisch-Fanwimandl". Itt tolle Name war eine Erfindung Brittas, tote httte das Spiel aus den letzten Sommerferien mit- - ^bracht, die sie bei den Großeltern verlebt hatte, if«* J, ffr Bahrlcheinlich sand sie die Bezeichnung ine lw ! ^ordosten des Reiches üblich war, anstößig, Hell- t K M Vang entsann sich nämlich,Preußisch'Fangamandl ) h seiner Jugend unter der BezeichnungDridn- heischen mit Popoanschlag" gespielt du haben. Rein Cprachgelehrter hätte ihm jemals darüber Auskunft geben können, was es mit diesem merkwürdigen Popoanschlag" für eine Bewandtnis hatte, Denn tafi das ominiöse Wort nichts mit dem ominösen Körperteil zu tun hatte, dafür bürgte feine deutliche Betonung auf der ersten Silbe. _ .

Preußisch-Fangamandl" mar eine Verbindung Frischen Greifen und Verstecken. Es war etn auf- ritzendes, schönes Spiel, und die Kinder waren hr aeroöhnlich unermüdlich dabei. Aber heute

Inzwischen ist die Sonne verschwunden. Kühle und blausilberne Helligkeit bleiben zurück. Ich gehe fröstelnd den Bahnsteig entlang. Da steht etwas abseits ein Pärchen, das mit viel Lachen und vielen Worten voneinander Abschied nimmt; man merkt, keinem der beiden geht es sehr nahe. Vielleicht ist die Trennung auch nur kurz. Ein Blick auf die Uhr zeigt die Einfahrtszeit des erwarteten v-Zuaes, schon ertönt die Stimme des Aufsichtsbeamten: Bitte zurücktreten!"

Da kommt ein junaes Mädchen ober ist es eine Junge Frau? leichtfüßig die Treppe herauf­gesprungen, ein paar langstielige dunkelrote Rosen in der Hand. Fauchend und dröhnend fährt der Zug ein. Türen werden aufgerissen und zugeschla­gen, der Bahnsteig füllt sich mit hastenden, reden­den und lachenden Menschen, aber ebenso schnell leert er sich auch, die Abreisenden sind eingestiegen, die Stufen hinunter wälzt sich schon der Strom. Ich schaue noch aus nach Müttern mit Kindern, denn ich habe NSV.-Bahnhofsdienst. Da sehe ich, wie sich ein Feldgrauer, der langsam ausgestiegen ist, suchend umsieht. Ein Name wird jubelnd gerufen: schon ist das junge Mädchen mit den Rosen zur Stelle, ihm zu helfen. Ein langer Händedruck, ein strahlendes in die Augen blicken, dann gehen beide langsam Hand in Hano dem Ausgang zu. E. L. St.

Für unsere Verwundeten.

In einem Lazarett wurde von ,^kdF." der Film Der Mustergatte" mit der vorherlaufenden Wo­chenschau gezeigt. Die Vorführung war für die Verwundeten eine schöne Unterhaltung. Diel Freude bereitete ihnen auchDie lustige Stunde", die in einem Lazarett geboten wurde. Die Künst­lerinnen Poldi Dolly in verschiedenen Tänzen,

Aus der Stadt Gießen.

Wiedersehen im Srteq.

Ein später Seotemberabend auf dem Bahnhof. Die Sonne, die über Tag noch mit fast sommerlicher Wärme erfreut hat, läßt ihre letzten goldenen Strahlen über den Bahnsteig gleiten, auf dem ziem­lich viel Menschen versammelt sind. Einige davon gehen unruhig auf und ab; ein junger Herr schwingt Dabei seinen kleinen Koffer unternehmungslustig hin und her. Andere stehen still neben -ihrem Gepäck und warten ergebungsvoll, wieder andere unter-

St B Der neue Tag zog strahlend herauf. Kein Wolk- Mast p' trübte die Bläue des Himmels. Die Freunde t'bie M ter Hellwang-Kinder fanden sich schon am frühen yf IN1 Morgen im Garten ein; der Stangl Toni, der Lydia teimlich liebte und von ihr auch ziemlich gnädig be- rbert ö^<ir ^ndelt wurde, weil er die Guttibüchfen m seines

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xljeder der Universitätsstadt Gießen.

Erste Morgenfeier:

Die Tradition der Morgenfeiern im Theater wurde am Sonntagoormittag mit einer der beut- Ichen Romantik gewidmeten Veranstaltung wieder aufgenommen. Wilhelm Michael Mund, Otto söllner und Heins Roux hatten eine besinn- li(be Programmfolae in Wort und Lied zusammen- gestellt. Der Begriff der Romantik, deren Wesens­bestimmung zu den schwierigsten Problemen der neueren Literaturgeschichte gehört, war insofern recht großzügig aufgefaßt, als auch solche Dichter ausgenommen worden waren, die mit der Roman- tik nichts ober wenig zu tun haben, ober beren Zu­gehörigkeit minbestens fragroürbig erscheint (Kleist, Mörike, dessen Name im Programm leider beharr­lich falsch geschrieben war, und Freiligrath.) Sehr hübsch war die äußere Einkleidung in Form einer biedermeierlichen Abendgesellschaft bei Kerzenlicht im Freien. Die Dortraassolge faßte einige Themen- gruppen romantischer Dichtung und Musik Gott, ß>iebe, Heimat, Volk stimmungsvoll zusammen.

3m einzelnen hörten wir A. W. von Schlegels ästhetische Romantikdeutung aus denDorlesungen über dramatische Kunst und Literatur", von Novalis den Traum von der blauen Blume aus demOfter­dingen" und Hymnen an die Nacht, von Brentano das Schwanenlied, von Tieck ein Stück ausOkta­vian", von Arnim eine Briefstelle, von KleistWas gilt es in diesem Kriege?" und den kleinen Scherz Rätsel", ferner Gedichte von Hölderlin (DieHei- mat",Gesang des Deutschen"), Eichendorff und Mörike. Lieder von Schubert (An die Musik"),

Orgel-Abend mit

Für die Orgelmusik gelten mehr als bei jedem anderen Instrument eigene Gesetze. Jedem anderen Instrumentalisten ist die Möglichkeit gegeben, den Ton in feiner Hervorbringung zu beeinflussen, sowohl hinsichtlich feiner Dynamik als auch feiner Farbe. Demgegenüber ist der Klang der Orgel allein durch ihren Mechanismus feftgelegt, jeder subjektive Aus- druck der Svielenden kann sich nur auf die rhyth­mische Durchgestattung und die Auswahl der ver­schiedenen Klangregister bzw. ihren künstlerisch be­dingten Einsatz erftrerfen. Das Zurücktreten des Persönlichen hat eben für die Orgelmusik einen Stil heranreifen lassen, der in letzter Abstraktion die innere Struktur des Werkes im Lichte seiner Ar­chitektonik heraustreten läßt. So wird stets bei der Drgelmufrf die Polyphonie in freiester Führung ihrer Stimmen vorherrschen; andererseits wurzelt die Orgelmustk am tiefsten in dem Zeitalter instru­mentaler Polyphonie des Barock. Darum ist eben 3oh. Geb. Bach der Inbegriff letzter, höchster (Ent­faltung der Orgelmusik und im Widerschein der ver­schiedensten nachfolgenden Stilperioden auch geblie­ben. Zwar hat die Entwicklung des Orgelbaues der jüngsten Dergangenheit mit ihren frappierenden technischen Neuerungen vielfach auch die klangliche Gestalt über die innere Struktur des Werkes ge­stellt, und damit das innere Wesen dieser Musik in eine Klangwelt versetzt, die ihm nicht zusteht, ja leicht zur Verschleierung feiner Werke führen kann. Die letzten Jahrzehnte haben hier im Anschluß an Orgelinstrumente aus der Zett Bachs sich wieder auf die ursprünglichen Grundlagen und Gesetzmä- gipfelten besonnen.

Die Beherrschung und Ausnutzung der Orgel ist stets von großen Meistem dieses Faches oft auf Ge­nerationen hinaus beeinflußt worden. Uns ist be­kannt, daß Bach von Lüneburg aus nach Hamburg wanderte, um Reinken zu hören, und daß er in späteren Jahren längere Zeit bei Buxtehude ver­weilte, um hier für feine Praxis zu lernen. In jüngster Zett wissen wir alle von dem bestimmenden Einfluß, den Karl Straube und Günther Ra­min für die Wiedergabe der Orgelmusik gewonnen haben. Schüler eines Großen zu fein, birgt oft die Gefahr in sich, über der Nachahmung des Vorbil­des die eigenen Fähigkeiten zurücktreten zu lassen. Der bedeutende Lehrer soll mit seinem Einfluß die Kräfte des Werdenden zu eigenem, selbständigem Wirken wecken und ausreifen lassen. Daß dies durch­aus im Bereich der Möglichkeiten liegt, das bestä­tigte der Orgelabend von Ernst Matthäus. Er hat bei den namhaftesten Meistem der Gegenwart fein Rüstzeug erhalten und bewies mit feinem Or­gelabend, daß er zu selbständiger Gestaltung fähig ist. Die rein technischen Bedingungen stellte er im

Deutsch« Romantik.

Schumann (Mondnacht") und Hugo Wolf (Elfen- lieb" undDer Gärtner"), sowie Balladen von Loewe ergaben eine stimmungsvolle Umschreibung musikalischer Ausdrucksformen Der deutschen Roman­tik.

Die künstlerische Leitung der Morgenfeier hatte Herr Mund, Kapellmeister S ö 11 n e r begleitete behutsam und feinfühlig am Flügel. Als Sprecher wirkten Luise Prasser, Renate Freihen, W. M. Mund, H. Roux, H. Köchlina und L. Fischer; mit Gefangsvorträaen machten sich Liesel Schröter-Beckers (Lieber von Schu- mann und Hugo Wolf) und Hans Lott verdient, der besonders für die klangschöne und ausdrucks­starke Wiedergabe der Loewe-Lieder Heinrich ber Vogler" unbPrinz Eugen" lebhaften Beifall ern­tete. Für eine stilvolle Ausstattung hatten Karl Löffler (Bühnenbilb), Willi Enbrich unb Ruth Lipfert (Kostüme) Sorge getragen. Inten­dant H. W. Klein hielt zu Beginn eine kurze Werbeansprache. Es würbe ein entschiedenes Der- bienst einer Morgenfeier wie dieser sein, wenn bie Zuhörer, die übrigens mit lebhafter Anteilnahme folgten, von ben Vorträgen zu einer persönlichen Beschäftigung mit dem Gegenstände angeregt wür­den, zumal sich manche Prosastücke beim einmaligen Hören nicht ohne weiteres erschließen unb auch der Wortlaut der Gedichte im Gesangsoortrage nicht allenthalben verstanden zu werden pflegt.

Hans Thyriot.

Bach und Reger.

Lause des Abends wiederholt unter Beweis mit flüssiger Handhabung ber Manuale und plastischer Sicherheit des Pebalspiels.

Mit der Auswahl der Werke hatte er sich schwie­rige Ausgaben gestellt, denen er sich aber durch­aus gewachsen zeigte. Die Fantasie in g-moll von I S. Bach durchdrang er, der Anlage des Werkes entsprechend, mit feiner Herausarbeitung der in der Thematik liegenden Kontraste. Die nachfolgende Fuge phrasierte er sehr plastisch unter sorgfältiger Herausstellung des thematischen Anteils der Neben- stimmen. Im Interesse ber Raumakustik wäre ein noch stärkeres Berücksichtigen des agogischen Akzen­tes empfehlenswert. Der Konzertgeber führte das Fugenthema mit sehr klangplastischen Registern ein. In Anbetracht ber Möglichkeit bes Orgelwerkes ließe sich für die Zukunft das allmähliche klangliche Er­wachsen zu krönender Steigerung noch mehr er­wägen.

Die Durchführung der Choral-PartitaChrist, der du bist der helle Tag" war geschickt angemessen in ber Auswahl der Register für den jeweils die Gestatt der einzelnen Variation bestimmenden Text. Matthäus ließ seine klanglichen Gegensätze mit in­timen innerlichen Wirkungen erleben und führte den Cantus firmus mit ausgeprägter Linie durch.

Bachs Präludium in Es-dur, aus der Zeit höch­ster Schaffensfähigkeit, ließ er mit prunkhaftem Barockklang lebendig werden bei Betonung der thematischen Gegensätzlichkeit mit einer großen klanglichen Steigerung der Koda. Die Tripelfuge entwickelte er in ihrer Fünfstimmigkeit klar in den drei großen Durchführungen und führte sie zu steilem klanglichem Gipfel der Thematik des Schlusses.

DasBenediktus" aus der Orgelmesse von Max Reger ist eine wesentlich anders geartete Musik. Hier herrschen orchestrale Klänge vor, bedingt durch das zugrundeliegende kultische Erleben. Machtvoll erhob sich die große Steigerung, dazu in schönem Kontraste das klangvolle Entschwinden des Ganzen. Mit Präludium und Fuge in e-moll op. 85 legte Ernst Matthäus Zeugnis davon ab, wieweit er sich mit den Bedingtheiten Regerfcher Orgelmusik auseinandergesetzt hat. Das mehr rhapsodisch ange­legte Präludium deckte er in seinen Einzelzügen auf, das chromatisch fundierte Fugenthema führte er In seinen Entwicklungsstadien klangplastisch durch. Den Plan des Koyzertgebers, im Laufe des kom­menden Winters das Werk Joh. Seb. Bachs an verschiedenen Orgelabenden zu Gehör zu bringen, wird man mit Interesse begrüßen können.

Dr. Hermann Hering.

Mannschaftswettbewerb der Betriebe.

Am geftrigen Sonntagoormittag trafen sich bie Mannschasien ber am Betriebssport teilnehmenben Gießener Betriebe auf bem Sportplatz bes Män­nerturnvereins zu einem Mannschaftswettbewerb. Teilgenommen haben bie Betriebssportgemeinschaf­ten von Martin Abermann, Bänninger, Bezirks- svarkasse, Buberus Lollar, Gustav Geisse, Schunk & Ebe unb Wilhelm Zimmer. Etwa 200 Sportler und Sportlerinnen zeigten ihr Können Im Ball- stoßen, 1000-Meter-Laus, Staffellaus, Wettsprung und Keulenzielwerfen. Teilweise wurden recht be­achtliche Leistungen erzielt. Alle Teilnehmer waren mit Eifer bei ber Sache.

Zu Beginn ber Veranstaltung hielt Kreiswart Schemel von ber NSG.Kraft bunfa Freube" eine kurze Ansprache, in ber er aut bie Bedeutung des Betriebssports hinwies und bie Feststellung machen konnte, daß bei dem diesjährigen Wettbe­werb gegenüber bem Vorjahr sich bie Teilnahme verdoppelt hätte. Unter Leitung von Karl Bettln wickelten sich die einzelnen Wettbewerbe reibungs­los ab. Trotz bes Krieges und der Tatsache, bah viele Betriebsangehörige unter ben Fahnen stehen, kann es als ein großer Erfolg angesehen werben, baß sich noch so viele Sportler aus Den verschieben- ft en Betrieben zum Wettbewerb zusammen fanden. Sv konnte man auch noch ältere Jahrgänge im Sportdreß sehen, die sich ben an sie gestellten An- forberungen vurchaus gewachsen zeigten. Der Ab­lauf unb bas (Ergebnis ber Veranstaltung erwiesen, daß die Entwicklung des Betriebssports auf bem richtigen Weg ist. Sie wirb sich zweifellos in Zu­kunft günstig auch auf bieje^igen in ben Betrieben auswirken, Die bisher für bie sportliche Betätigung außerhalb bes Arbeitsplatzes, aber innerhalb ber Betriebsgemeinschaft aus irgenbwelchen Grünben noch nicht gewonnen werben konnten.

Die Ergebnisse im Gesamtwettbewerb: a) bei ben Frauen: 1. Bezirkssparkasse Gießen 516 Punkte; 2. Schunk & Ebe 507; 3. Buderus Lollar (1. Mann- schäft) 490; 4. Gustav Geisse, Gießen, 469. 5. Bude­rus Lollar (2. Mannschaft) 442; 6. Bänninger Gie­ßen 426 Punkte.

b) Bei den Männern: 1. Schunk 8t Ebe (1. Mann­schaft) 464 Punkte; 2. Buderus Lollar (4. Mann» schatt) 440; 3. Buderus Lollar (1. Mannschaft) 432; 4. Schunk 8t Ebe (2. Mannschaft) 417; 5. Bän­ninger (2. Mannschaft) 414; 6. Buderus Lollar (2. Mannschaft) 409; 7. Gustav Geisse 398; 8. Bude­rus Lollar (3. Mannschaft) 397; 9. Martin Aber­mann (1. Mannschaft) 381; 10. Bänninger (1. Mann­schaft) 379; 11. Bezirkssparkasse 377; 12. Buderus Lollar (5. Mannschaft) 376; 13. Wilhelm Zimmer 306; 14. Martin Abermann (Lehrlings-Mannschaft) 269 P.

Dornotizen.

Tageskalender für Montag.

Stadttheater: NSG.Kraft durch Freude": 19.15 UhrPrinz von Homburg". Gloria-Palast, Sel­tersweg:Immer nur ... du". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Spiegel des Lebens".

Jtaucfterfarfe in Butzbach.

Lpd. Butzbach, 21. Sept. Die hiesigen Tabak- fachgefchäfte geben jetzt an ihre bisherigen Kunden Kontro5l ausweise für den, Bezug von T a » haftbaren aus. Die Karten erhalten nur Per-

Sind Gichtiker Wetterpropheten?

(58 ist eine alte (Erfahrung, ba6 GUbtlker und Rheumatiker bei Witterunaswecklel nerftärtte Schmerzen bekommen. Vielfach tritt Diese Ver­schlimmerung schon auf, ehe Die WetterverönDernng etnkritt. Neue Forschungen haben gezeigt. Da6 hauptsächlich Die Vlenöcrung einer Wetterlage auf Die Kranken wirkt, nicht Daß Wetter als JoMk8. Dieb beruht auf Dem sogenannten Vorbei,teoen Der Wetterfronten. Ob Dabet Der LuftDruck. Der öcud>- tigkeitsgLbalt Der Lust, Die Vnftberocgung ober anDere Faktoren auöschlaggebenD stnD. wissen wir noch nicht.

Wohl aber kann sich jeDer Gichtiker unD Rheu­matiker Diesen witterungSbeDingten Verschlimme­rungen entziehen, wenn er rechtzeitig Togal nimmt. Togal ist Das seit 25 Jahren erprobte unD bewährte Mittel gegen Rheuma, Gicht, Hereuschuk, GtteDer- reiften. Ischias, Neuralgien, Grtov<f unD Erkäl­tungskrankheiten. Togal wirkt schmerzsttllenD, bes­sert Die Vewegltchkett, fördert Die Heilung unD hilft so Arbeitsfähigkeit unD WohlbessnDen bald rolcDer berzustellen. Keine unangenehmen Nebenerschei­nungen! Togal verDient auch Ihr Vertrauen! ES gtbtMeinen Togal-Ersav! Die bekommen Toaal zum Preise von Mk..89 unD Mk. 2.19 tn je»er Apotheke.

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Badeofen angeheizt, und die Siegllnda hatte beim Frühstück allgemeine Haarwäsche angesaat und den Kindern verboten, den Garten zu verlassen.

Die Reihe,oinzuluren", war am Stangl Toni. Er stand am Mal neben der Haustür, preßte bie Fäuste vor die Augen und wartete airf bas Gilt der Kinber. Söhnchens verantwortungsvolle Aufgabe bestand darin, den Cinlurer zu überwachen und ein lautes Geschrei zu erheben, wenn er etwa mogelte und zwischen Den Fingern hindurchschielte. Die Kinder huschten zu ihren Verstecken. Michaela hoffte, Tonis Späherblicken hinter der Hecke zu entgegen. Die Rest schlüp te in die Garage und deckte ein paar alte Kalk ärfe über sich, aus denen weiße Staubwolken emporroirbelten. Britta unb Lydia hoben einen Tretrost vom Lichtschacht bes Kohlen­kellers ab und krochen hinein.

Sakra, sakra, dös gibt heut was ..." flüsterte Britta ängstlich.

Pst! Sei stad", wisperte Lydia,ber Toni schleicht schon umeinanb." Tatsächlich knirschten die Schritte des Fängers auf bem Kies heran, aber er tappte an bem Versteck vorbei und näherte sich vorsichtig ber Garage, um bort zuerst einmal Um­schau zu hatten. Britta näherte ihren Mund Lydias Ohr.

Du, Lydia, ich schenk dir mei silberne Ketten mit dem roten Anhänger, wenn du dich ins Zimmer von der Siegllnda naufschleichen tust unb die Flasche ausgießt."

Lydias Gesicht drückte eisige Ablehnung aus.

Ich schenk dir, was du willst, Lydia! Das Ko- rollenarmbanb, das mir der Könnt aus Afrika mit- gebracht hat ober die blaue Handtasche mit allem, was drin ist .

Feige Spinatwachtel, feige!" zischte Lydia wü­tend und verächtlich;gestern hast s nicht berroarten fönna, und beit, wv's soweit is, hast Bollen Geh! Was kann schon mehra passieren, als daß d' vom Konni a paar geschmiert kriegst?!"

Oben tobte die wilde Jagd an ihnen vorüber Der Toni hatt die Resi entdeckt unb raste zum Mal zu- rück, während Michaela aus ihrem Versteck in der Hecke herausschoß und langbeinig über ben Rasen rannte, um dem Toni zuvorzukommen und sich frei zu schlagen. Er brülltedri bri Resi" undbri bri Michaela!", aber gleichzeitig schrie Michaelabri

bri frei!" und schon gab es wilden Streit, wer früher am Mal gewesen war.

Britta lauschte flüchtig auf ben Lärm.Mir hat heut nacht fürchterlich geträumt", flüsterte sie kläg­lich,von der Flasche und von ber Siegllnda. Sie hat sich das Haar eingerieben, unb plötzlich ist ihr am ganzen Körper ein gelbes Fell gewachsen, unb bie Zähne haben ihr spitz unb weih aus bem Maul gebleckt, unb Krallen hat sie gehabt wie ein Löwe. Und wir beide, bu unb ich, haben durchs Schlüssel­loch gesehen, wie sie sich verwandelt hat. Und da haben wir eine furchtbare Angst bekommen und sind in unser Zimmer gerannt und haben die Tür abgeschlossen unb uns in ben Betten verkrochen. Nicht lange danach hat es an ber Tür gekratzt, ganz leise, und die Siegllnda hat mit einer Stimme ge­nau wie die Luisa gewispert, wir sollten sie doch einlassen. Don bem Kratzen ist auch Söhnchen auf- gewacht, und wir beide haben geschrien, er soll nicht aufmachen, aber er hat gesagt, es ist doch bie Luisa, und hat den Schlüssel umdreht. Da ist sie mit einem Satz hereingesprungen, gerade auf mein Bett und ich habe so laut aufgeschrieen, daß ich davon, erwacht bin ..."

Und ich? Was hat sie mit mir gemacht?" fragte Lydia kleinlaut; ber Traum hatte auf sie boch einen ziemlich starken Einbruck gemacht, unb sie war nicht mehr ganz so unbekümmert wie zuvor. Denn Träume hatten etwas zu bedeuten, das war nun einmal sicher. In ÄathisAegyptischem Traumbuch- hätte man bie Deutung leicht erfahren können, da stand alles drin, schwarz auf weih.

Was sie mit dir gemacht hat, hab' ich nicht mehr sehen können, weil ich doch schon vorher aufgewacht bin", bekannte Britta wahrheitsgemäß,aber der Traum hat nix Gut's zu bedeuten ..."

Lydia atmete erleichtert auf:Dees glaab i gern*; aber wenn d' nicht weißt, was sie mit mir angestellt hat, bann mein ich, roirbs bich dieses Mal auch wohl nur allein erwischen." Ihre Fest­stellung war nicht gerade ein Trost für Britta

In Diesem Augenblick erscholl von ber Terrasse her laut und gebieterisch Fräulein Zöglings Ruf: Britta! Lydia!" Britta krümmte sich zusammen und zog den Kops zwischen den Schultern ein Ihr Gesicht war ein inbrünstiges Flehen um ein Wun­der, jetzt in der Erde zu versinken ober in einen

gnädigen Nebel gehüllt zu werden. Aber weder öffnete sich der Boden unter ihr noch zog eine gütige Hand eine Tarnkappe über sie. Im Gegen­teil, Lydia stemmte den Tretrost aus ben Falzen unb schlüpfte aus dem Lichtschacht ins Freie.

Wir kommen schon!" schrie sie zurück und zerrte Britta unbarmherzig aus bem Versteck heraus. Britta folgte ihr schlaff unb wie betäubt. Fräulein Zögling erwartete sie auf der Terrasse. Sie hatte dieSvezeln" der Kinder bereits heimgeschickt und rückte Die Liegestühle an einen zugfreien Platz in ber Sonne. ,Hhr wartet wohl immer erst auf eine schriftliche Einladung, wie?" fragte sie schlecyt ge­launt.Und wie ihr ausseht?! Als oo ihr noch nie in eurem Leben mit Wasser in Berührung gekom- men seid. In eurem Atter hätte ich mich geschämt, noch Verstecken zu spielen. Da habe ich reizende Handarbeiten gemacht und meiner Mutter tüchtig im Hause geholfen!"

Die Kinder hörten sich die Nörgeleien schweigend an. Lydia setzte eine Miene auf, als ekele es sie innerlich vor so viel Tugend. Britta wischte sich die feuchten Handflächen an dem Badeanzug ab und zitterte plötzlich, als habe sie ein eisiger Windstoß getroffen.

,Hhr legt euch nachher in diese Stühle und rührt euch nicht vom Fleck, bis die Haare trocken sind, verstanden? Ich komme später unb setze mich zu euch ebenfalls in die Sonne."

Jawohl", sagte Lydia gehorsam; ihre Stimme war rauh und schrill. Hellwang trat durch die offene -Verandatür auf die Terrasse hinaus. Er war im Bademantel und trug einen Turban auf dem Kops, ber aus einem Handtuch zusammengedreht war. Draußen nahm er bas Tuch ab und schüttelte seine nassen Haare wie ein Hund aus.

Bleiben Sie aber ja auf der Terrasse, Herr Doktor!" flötete Fräulein Zögling warnend und be­sorgt,hier ist es ganz windstill. Denn nichts ist so gefährlich wie Zugluft, wenn man nasse Haare hot. Und seien Sie auch so freundlich, nachher dar­auf zu achten, daß die Kinder in den Stühlen llegenbleiben, bis ich komme. Ich möchte mir näm­lich anschließend auch gleich das Haar waschen und im Freien trocknen lassen. Sonne ist für blondes Haar ja so gut ..."

(Fortsetzung folgt.)