Aus der engeren Heimat
Mehr Milch durch richtiges Melken.
(seither
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DieZukunstsprobleme des deutfchenVauerniums
Studentinnen für Hauswerk und Leibesübungen in der Gauschule Selters.
trauensmanns Dort.
Schweinemarkt in Butzbach.
* Butzbach, 2-2. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 504 Ferkel zum Der- kauf. Bezahlt wurden für Ferkel bis zu 6 Wochen alt 15 bis 18 RM., 6 bis 8 Wochen alt 18 bis 22 NM., 8 bis 10 Wochen alt 22 bis 28 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb größerer Ueberstand.
Landkreis Gießen
+ Grünberg, 21.Juli. Der Grünberger Pferde-Versicherungs-Derein hielt am Sonntag unter dem Vorsitz seines Direktors Karl Schäfer I. in Grünberg in der Gastwirtschaft des Otto Schmitz seine 64. ordentliche Mitgliederversammlung ab. Rach dem Geschäftsbericht gehörten dem Verein zu Beginn des Geschäftsjahres 617 und am Ende desselben 615 Mitglieder an. Es waren versichert im ersten Halbjahr 736 Pferde mit
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
I. h. Das Treugeld an Dienstverpflichtete wird gewährt, wenn der jetzige Lohn bei nichtgetrennter Haushaltsführung niedriger ist als der frühere Verdienst vor der Dienstverpflichtung. Ist der jetziae Lohn also bei gemeinsamer Haushaltsführung ebenso hoch wie früher oder noch höher, so kommt die Gewährung von Treugeld nicht in Betracht.
ten Halbzeit wird die Überlegenheit immer drückender, und in gleichmäßigen Abstanden sHießt Lel^ gestern noch weitere 4 Tore, denen Grunb^gnur das Ehrentor entgegensetzen kann. Daß bas Resultat nicht zweistellig wurde, hatte Grunberg semern über aus guten T?rmann zu verdanken, der die best gemeinten Schüsse meisterte. Leihgestern gewann verdient. Für die anstandlge Spielweise gebart beiden Mannschaften ein Gesamttob. Der Schiedsrichter war korrekt und leitete sicher. — Dre 2. Ju gend errang ebenfalls einen schönen Steg. Rach einem technisch überlegen geführten Kampf gewann sie verdient mit 4:0. Hier zeigte der Mittelstürmer Martini ein hervorragendes Spiel. Grunberg Hütte auch hier das Ehrentor verdient gehabt.
Gießener Wochenmarktpreise
Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für A«9Bare. Für 6-Ware oder abfallende Ware jowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger.
* G i e ß e n, 22. Juli. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, alte, 5 kg 47, neue, H kg 10, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 15, gelbe Rüben 16 bis 20, rote Ruben 10 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 35, Erbsen 25, Mischgemüse 12, Tomaten 50, Zwiebeln 15, Rhabarber 15, Stachelbeeren 25, Johannisbeeren 25, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 10 bis 12, Salatgurken 30 Rpf.
Büch erlisch.
G. A.-Gport.
Gpielvereinigung 1926 Leihgestern.
Leihgestern 1. Jgd. — Grünberg 1. Jgd. 5:1 (1:0). Leihgestern 2. Jgd. — Grünberg 2. Jgd. 4:0 (1:0).
Mit zwei Jugendmannschaften war Grünberg am letzten Sonntag Gast in Leihgestern. Die 1. Jugend von Leihgestern machte die im Vorspiel erlittene Niederlage wett, sie bezwang ihren Gegner mit 5:1 Toren. Spielverlauf: Sofort nach Anstoß übernimmt Leihgestern das Kommando und drängt den Gegner in seine Hälfte zurück. Angriff auf Angriff rollt vor das Grünberger Tor, aber der Torschuß läßt auf sich warten, bis kurz vor Halbzeit der Bann gebrochen wird. Ein schöne Vorlage erreicht Haßler, der den Torreigen eröffnet. Nach Beginn der zwei-
Gesammelt werden die Blüten so, daß man die ganzen Tragdolden unmittelbar unter den untersten Blütenästchen abschneidet und in Körbe sammelt. Es dürfen keine abgeblühten oder bereits fruchtende Blütenstände in das Sammelgut gelangen Die Trocknung erfolgt in einfacher Lage, möglichst ohne jede Berührung. Die fertige Droge muß elfenbem- farbig aussehen. Der Vorrat wird am besten wöchentlich überprüft. Der Versand erfolgt zweckmäßig in Kästen, notfalls in Säcken, spätestens bis Ende September. Man erkundige sich vorher bei dem zuständigen Kreissachbearbeiter RfH. über den Bedarf.
Lleberfüttte Schutzhütten meiden!
Immer wieder kommt es vor, daß Bergsteiger in Schutzhütten wegen Ueberfüllung nicht mehr aus- genommen werden können. Die Ansicht, daß dre Alpenvereins-Hütten jetzt im Kriege nicht mehr so stark besucht seren, ist irrig. Im Gegenteil, neben dem üblichen Touristen- und Bergfteigerverkehr sind es vor allem unsere Soldaten, die in unseren Bergen Erholung suchen.
Wer in einer Schutzhütte übernachten will, der erkundige sich jedesmal sorgfältig vor der Abreise, spätestens aber vor dem Aufstieg im Talort, ob in der betreffenden Hütte noch Schlafgelegenheit vorhanden ist. Keineswegs darf man sich daraus ve^ lassen, daß es im Gastzimmer oder irgendwo noch ein „Fleckerl" zur wenn auch unbequemen Nachtruhe geben wird. Es kann auch nicht nachdrücklich genug darauf hingewiefen werden, daß in den Diensthütten der Alpenvereins-Bergwacht unter keinen Umständen Bergsteiger übernachten können. Diese Hütten sind durch diensttuende Bergwacht- männer voll belegt. Darum nochmals: Nie vergessen, sich rechtzeitig nach einer Uebernachtungsmög- lichkeit zu erkundigen!________________________
— So kämpfen Panzer! Erlebnisse eines Panzer-Regiments im Westen. Don Ernst Freiherr von Jungenfeld, Hauptmann d. R m einem Panzer-Regiment. 223 Seiten. Mit einer Karte und 23 Aufnahmen. Im Deutschen Verlag, Berlm. — (56) — Die Formation, von der hier berichtet Wird, ist die Vorausabteilung Eberbach, die während des Einsatzes im Westen im Wehrmachtbericht genannt wurde: sie kämpfte am Albert-Kanal, an der Dyle- Stellung, bei Lille, Armentiöres und Arras, an der Weygand-Linie, an der Seine, zuletzt bei Dijon im Rücken der französischen Alpenarmee — die beige- fügte Karte gibt ein anschauliches Bild von dem riesigen Vormarschwege der ruhmbedeckten Truppe. Hauptmann Frhr. von Jungenfeld, der schon im Weltkriege mit dabei war, gibt ein packendes, aus persönlichen Eindrücken und Erlebmsien gespeistes Bild vom vorbildlichen Kämpfen, Sterben und Sie« gen des Regiments im Feldzuge des letzten Jahres.
Hans Thyriot.
Schweres Bootsunglück auf einem Weiher.
Vier junge Leute ertrunken.
LPD. Dillenburg, 21. Juli. In den Abend- stunden des gestrigen Sonntags hatten sich fünf junge Leute am Heisterberger Weiher bei Driedorf (Westerwald) ein Boot genommen und ruderten damit auf dem See umher, wobei sie offenbar die nötige Vorsicht außer Acht ließen. Als der Kahn sich etwa 40 Meter vom Ufer entfernt befand, (enterte er und die fünf Insassen, drei Burschen und zwei Mädchen, die sämtlich des Schwimmens unkundig waren, fielen ins Wasser. Da sich nur wenige Personen am Ufer befanden, konnten die Rettungsmaßnahmen nicht rechtzeitig bzw. nicht in genügendem Ausmaß einsetzen. Immerhin gelang es einem Schwimmer, die 18jährige Hllde Göbel aus Heisterberg noch rechtzeitig zu erreichen und ans Ufer zu bringen, wo die Be- wußtlose wieder ins Leben zurückgerufen werden konnte. Die übrigen vier Personen waren leider nicht mehr zu retten. Es handelt sich um die 18jährigen Ruhi und Werner G o e b e l und den 16jährigen Herbert R o m p s aus Heisterberg sowie die 18jährige Helga Hick aus Rabenscheid, alle in einem nahen Verwandtschaftsverhältnis stehend.
Aufriß des germanisch-deutschen Kampfes in der Weltgeschichte und beleuchtete unter diesem Gesichtswinkel das gegenwärtige Ringen des im RattonM- sozialismus wiedererstarkten Großdeutschen Reiches gegen die liberalistisch eingestellten Machte und den Bolschewismus. In einem weit umspannenden Ueberblick stellte er dann die politischen und geistt- aen Ziele des Nationalsozialismus heraus und entwarf ein Bild der Um- und Neugestaltung aus allen Gebieten des deutschen Lebens nach dem Kriege. Hauptbefehlsleiter Schmidt richtete dann mit packenden Worten die Blicke der Zuhörer auf revolutionäre Aufbauarbeit, deren ersten Teil unsere Generation nach dem Kriege leisten wird um das Fundament für ein ewiges, nordisch-germamich-oeul- Iches Bolk und Reich zu legen. Ferner sprach nach ßanbesobmann Weintz über bie Ausgaben des deutschen Bauerntums als Ernährer und Erhalter des Volkes
einem Derficherungskapital von 526105 RIll-, ^rn zweiten Halbjahr 757 Pferde mit einem Versiehe- rungskapital von 547 730 RM. Die Rechnung ergab bei einer Einnahme von 26 313,89 RM. und einer Ausgabe von 25 935,89 RM. einen Ueberschuß von 378 RM., der dem Reservefonds zugeschlagen wurde. Entschädigt wurden 58 Pferde mit einem Betrag von 21 720 RM., davon entfallen 1670 RM. (Entschädigung für 10 Fohlen) auf die Trächtigkeitsversicherung, die bei 1083 RM. Einnahme einen Fehlbetrag von 587 RM. ergab. Nach erfolgter Rechnungsablage wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Unter Dereinsangelegen-heiten wurde einstimmig beschlossen, die Zuschlagsprämie für trächtige Stuten (§ 24b der Satzung) um 1 v. H. ([-“-* v. H.) zu erhöhen.
NSG. In der Gauschule Selters findet auf Veranlassung der Landesbauernschaft Hessen-Nassau zur Zeit eine agrarpolitische Schulung für 72 Studentinnen für Hauswerk und Leibesübungen statt. Auch die Kreisschulräte nehmen an diesem Schu-
Lau^des^sechstägigen Lehrganges, dem Lan- deshauptabteilungsleiter I. Finger beiwohnt, und der unter Leitung von Landesjugendwartm Lina Euler steht, werden in zahlreichen Referaten Fragen der Agrarpolitik, der Bauernkultur und Bauemgefchichte oehandell und die großen Zukunftsprobleme des deutschen Bauerntums heraus- gestellt. Die Teilnehmerinnen sollen auf diesem Wege wertvolles Rüstzeug für ihre weitere Berufsarbeit erhalten.
Die Tagung brachte mit einer Ansprache des Hauptbefehlsleiters Friedrich Schmidt (München) ihren Höhepunkt. Dieser gab zunächst einen großen
Der Milchleistungsausschuß Gießen veranstaltete am Samstag in Gemeinschaft mit dem Dierzucht- amt Gießen auf dem Hofgut Esau in Großen-Buseck ein Preis- und Schaumelken, an dem sich insbeion- dere die Bauersfrauen, Bauernsöhne und Bauern« töchter beteiligten und ihre Fertigkeit im Melken beweisen konnten. Die Veranstaltung hat gezeigt, welch großes Interesse von den beteiligten Kreisen dieser Maßnahme entgegengebracht wird.
Durch dieses Preismelken sollten Melkfehler her- ausgestellt und beseitigt werden. Durch fachgemäßes Melken und reslloses Ausmelken werden die MllA leistung der Kühe sowie der Fettgehalt der Milch stark beeinflußt. Die Bewertung der Melkarbeiten wurde von dem Melklehrer Fey und Leistungsinspektor Kopf vorgenommen. Es konnten em erster Preis, drei zweite Preise, fünf dritte Preise und sechs Anerkennungen vergeben werden.
Es wurden ausgezeichnet: mit dem ersten Preis die Bäuerin Frau Anna Seipp; mit dem zweiten Breis der Landwirt Karl Withelm Wagner, die Bäuerin Frau' Emma Schmidt und die Jungbäuerin Frl. Emma Schmidt; mit dem dritten Preis die Jungbäuerin Frl. Lina Wagner, Frl. Ottilie Scheid, Frl. Anna Dort, Frl. Emma Dort, Frau Karoline Wagner. Sämtliche Teu- nefimer sind aus Großen-Vuseck.
Der Milchleistungsausschuß hatte sehr schone und praktische Preise zur Verfügung gestellt, die abends in der Gastwirtschaft Gerlach zur Verteilung kamen. Im Anschluß an die Preisverteilung erläuterte Melklehrer Fey nochmals in interessanten Ausführungen den praktischen Wert des Preismelkens und zeichnete den Weg auf, um die noch immer allzu häufig gemachten Fehler beim Melken zu vermeiden und damit durch richtige Melkarbett zur verstärkten Milch- und Buttererzeugung beizuttagen.
Die Durchführung der Veranstaltung wurde dadurch ermöglicht, daß Herr E f a u in dankenswerter Weist seinen Stall für das Preismelken zur Verfügung stellte und durch die Mitarbeit des Orts« bauernführers Schmidt sowie des Milchoer-
btlbung entspricht und mit dem Gesellenzeugnis ab- schlieht. Die Ausbildung in den Unteroffizer-Dor- schulen dauert drei Jahre, danach erfolgt lieber« nähme in die aktive Truppe. Hier erfolgt nach kur- zer Frontausbildung die Beförderung zum Unteroffizier. Er hat dann 1 Möglichkeit, entsprechend feiner Eignung weiter aufzusteigen. Diejenigen, die sich durch hervorragende Führereigenschaften aus» zeichnen, haben nach erfolgreichem Besuch der - Marineschule und nach Bewährung an Bord bzw. ; in der Truvpe Aussicht, als Bewerber für die Offi- zierslaufbayn anzukommen.
Der Besuch der Unteroffizier-Vorschulen der Kriegsmarine ist kostenlos. Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung und Heilbehandlung werden gestellt. Außerdem erhalten die Jugendlichen tägliches Ta- schengeld. Heimaturlaub ist für Weihnachten, Ostern und einige Wochen im Sommer vorgesehen. Einzelheiten gehen aus den Merkblättern hervor, die bei den örtlichen zuständigen „ Wehrmeldestellen und Wehrbezirkskommandos erhättlich sind.
Oie „Wieienkönigin".
NSG Der Gausachbearbeiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflünzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung e. V. teilt mit:
Bis fast zu 2 m hoch ragt an den Rändern von Gräben und an sumpfigen Stellen die weißbluhende Staude, die außer unter dem in der Ueberschnft gewählten Namen noch als Rüsterstaude, Sumpffpie^ staude sowie Mädesüß bekannt ist und für gewöhnlich mit dem allgemein üblichen deutschen Namen Wiesen- geißbart bezeichnet wird. Sie bietet in Gestalt ihrer Blüten ein, wenn auch nicht in sehr großen Mengen, doch aber laufend gebrauchtes Heilkraut, weshalb hier kurz auf ihre Heileigenschaften und ihre Samn^ hing hingewiesen werden soll. Sie darf namentlich als schweiß- und harntreibendes Mittel gelten das früher ärztlich bei Bauch- und Hautwassersucht medizinische und volkstümliche Verwendung sand. Auch in neuerer Zeit findet sie als Mittel zur Vermehrung des Harnes Anwendung und wird arzt- lichersetts empfohlen zur unterstützenden Behand- hma des akuten Gelenkrheumatismus. Es ist nicht unintereflant feftzustellen, daß diese altüberkom- mene Anwendung sogar eine moderne Begründung hat da die Blüten des Wiesengeißbartes als Trager freier und gebundener Salizylsäure erkannt sind. Wir haben hier also eine Art pflanzlichen Salizyl- fäureüeferanten im Sinne der Verwendung moderner Salizylsäureabkömmlinge, die gerade bet Gelenkrheumatismus häufig üblich ist, wiewohl hier nicht von Dosen gesprochen werden kann, wie sie sonst gegeben zu werden pflegen.
Wandert Ischias?
Echte JSchias, die eigentliche Erkrankung deS Ischiasnerven, wandert in der Regel nicht, ^er Schmerz bleibt hartnäckig an der gleichen Stelle sitzen, höchstens tritt er in seiner ganzen Starke zeitweise höher oder tiefer am Bein auf. Wohl aber wandern die vielfachen umskelrbeumattschen Zustände in der Hüfte und tat Bein die man auch zur Ischias zu rechnen pflegt. Für diese wett harmloseren, wenn auch nicht minder schmerzhaften und hartnäckigen Störungen ist das Wandern deS Schmerzes sogar recht charakteristisch. .
Aus beide Formen des JöchiaS wirkt in gleicher Weise gut das schmerzstillende und heilungsfördernde Togal. Aucb andere rbeuma- rische, neuralgische und gichtische Erkrankungen der Muskeln und Gelenke werden durch Togal sehr gut beeinflutzt. Togal bat sich ferner bei Grippe und Erkältungskrankheiten bewahrt. Keine unangenehmen Nebenerscheinungen! Togal verdient auch Ihr Vertrauen! Es gibt keinen Togal-Ersatz! Sie bekommen Tonal zum Preise von Mr. -.89 und Mk. 2.19 in jeder Avoiheke.
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Die Dominiks.
Roman von Hellmuth M. Böttcher.
36. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Lietzendorf wirft den Kopf hoch.
„Damit werde ich mich unter keinen Umstanden einverstanden erklären."
Der Alte bleibt ungerührt.
„Damit werden Sie sich sogar unter allen Umständen abfinden müßen."
„Auch wenn die Ideen mein geistiges Eigentum sind?"
„Sowett ich unterrichtet bin, bauen Sie auf den Anregungen und Vorarbeiten meines Sohnes auf."
„Ich glaube, es ist umgekehrt!" Lietzendorf hat einen Aerger, daß er am liebsten aufstünde, um die Tür hinter sich zuzuwerfen für alle Zeiten.
„Auf Ihren Glauben wird es da am wenigsten ankommen. Die Tatsachen allein werden zu sprechen haben — und das Zeugnis meines Sohnes!"
So ist das also!
Lietzendorf könnte heulen vor Aerger.
„Dann bitte ich, Ihren Herrn Sohn auf der Stelle zu rufen und seine Meinung zu hören."
Dominik zuckt mit den Achseln.
„Bitte! Wie Sie wollen." Er geht zum Femsprech- apparat und ruft eine Anordnung hinein.
Bier Minuten später ist Nisien da. ,
„Ja, bitte? Was ist denn?" Er ist etwas atemlos vom Lauf. „Das Fräulein in der Telephonzentrale sagte, es sei eilig."
Lietzendorf will erklären. Wer der Alle fällt ihm in die Rede.
„Gestatten Sie?" sagt er.
Dann setzt er seinem Sohne die Dinge auseinander Sachlich und ordenllich. Ohne Schönfärberei. Nur mit einem leisen Unterton in der Stimme, die zeigt, welche Antwort er erwartet und erhofft.
Nissen setzt sich und hört zu, ohne zu unterbrechen. Er hält die flachen Hände dabei zwischen die Knie geklemmt. Schultern und Kopf senken sich in einem leisen Takt, der seine Aufmerksamkeit verrät.
Dann ist der Vater fertig. „Nun rede du!" sagt er abschließend Nissen blickt auf. Sein Blick ist ein wenig verlegen und eilt von dem einen zum andern.
„Und was soll ich dazu sagen?" fragt er schließlich
„Ob die Erfindung, an der Herr Lietzendorf arbeitet, dein oder fein Eigentum ist?"
lieber Nistens Gesicht kommt ein befreites Lächeln. Er spürt nicht, wie des Ingenieurs Augen erwartungsvoll auf feinen Lippen brennen.
„Natürlich ist das Herrn Lietzendorfs Eigentum!" sagt er dann. Und bekräftigt es noch einmal. „Das kann gar kein Zweifel fein. Was ich dazu gegeben habe — das war eine Anregung. Nicht viel mehr als das, was Admiral von Tirpitz dir gegenüber getah hat oder was in jedem Fachwerk über Unter» feebauten als fromme Hoffnung und als erstrebenswertes Ziel für die Zukunft geschrieben steht."
Lietzendorf ist es, als ob ein Stein von feiner Brust herunterstürze. Mit einemmal kann er wieder frei atmen. Mit einemmal weiß er, daß es doch noch lohnen mag, einem Menschen ins Auge zu sehen Er blickt dankbar zu Nisten hinüber. Aber der bemerkt es gar nicht.
„Sonst noch Wünsche, Vater?"
Der hat sich von seiner Enttäuschung wieder erholt.
„Du hast mich offenbar nicht ganz richtig verstanden", fängt er noch einmal an, „es kommt für mich natürlich weniger darauf an, wie ihr beide euch in den Ruhm teilen wollt. Ich will darum im Augenblick nichts zu deiner — hm — ritterlichen und schönen Geste sagen —"
„Das war keine Geste?" fährt Nisten auf.
Aber Dominik läßt sich nicht unterbrechen. „Worauf es mir in dieser Stunde und als dem Direktor des Werkes ankommt, ist einzig und allein die Frage, ob die Erfindung — nicht nur die deine, sondern auch die des Herrn Lietzendorf — als Eigentum der Werft zu betrachten ist."
„Ach so!"
Der Ingenieur ist zwei Schritte zur Sette getreten. Don hier kann er Nissens Gesicht besser beobachten. Er sieht, wie die widerstreitenden Empfindungen darin kämpfen, und wie in die Augen ein anderer Schein kommt.
Nun wird er umfallen! denkt Lietzendorf und fühlt einen bitteren Geschmack im Munde.
Nisten überlegt noch einmal.
„Wenn du dir so schnell nicht schlüssig werden kannst", hilft sein Vater, „dann ... Wir können ja morgen noch einmal darüber sprechen."
Aber da ist der Sohn doch schon mit sich einig.
„Das wird nicht nötig sein, Vater. Ich bin mir vollkommen im klaren. Wenigstens was Herrn Lietzendorf angeht. Bloß meine eigene Position ist mir noch nicht völlig klar."
In Lietzendorfs Gesicht kommt ein schmerzhaftes Lächeln. Also, so denken die Herren, von deren Wort einmal die Zukunft eines großen Unternehmens und das Wohl und Wehe feiner tausend Angestellten und Arbeiter abhängig sein wird. Zweierlei Maß! Was dem Angestellten zusteht, oder besser, was chm nicht zusteht — das ist schnell entschieden. Aber wie man selber sein Schäfchen ins trockene bringen kann, das lohnt der längeren Ueberlegung. Haha!
Eine plötzliche Mutlosigkeit und Müdigkeit kommt über Lietzendorf. Eine maßlose Ueberwindung kostet es ihn, weiter auszuharren.
„Ich kann dann wohl gehen?" fragt er. „Ich sehe, die Sache ist entschieden?
Aber da hat auch Nissen erneut zu sprechen begonnen.
„Ich komme wirklich nicht mit mir ins reine", sagt er, „ob ich das, was ich gewollt und geschaffen, als freier Mensch oder als Mitarbeiter der Werft getan habe. Ich möchte aber mehr für das letztere stimmen." Er macht wieder eine kleine Pause. Dann erst fährt er fort, und dabei hat seine Stimme jenen Unterklang der Unsicherheit verloren. „Dagegen steht für mich absolut fest, daß Herr Lietzendorf, soweit seine Arbeiten und Forschungen in Frage kommen, der Werst gegenüber vollkommen freie Hand und freies Verfügungsrecht hat." Er zögert einen Augenblick und sucht dabei des Chefingenieurs Gesicht Aber dessen Augen sind weit ab. Da beendet er es so: „Was aber Herr Lietzendorf mir geraten hat, das habe ich erst nicht als bezahlte Leistung eines Angestellten, sondern als die Freundschaftshandlung eines — ich muß das Wort nochmals wiederholen — eines Freundes betrachtet." Er geht auf den Ingenieur zu. „War's nicht so, Herr Lietzendorf? Oder hab' ich mich geirrt?"
Er tritt näher an ben andern heran. Aber der scheint ihn nicht zu bemerken. Er hat sich zum Fenster hingebreht und starrt auf etwas da draußen, starrt so fest und unentwegt barairf, daß ihm die Augen dabei zu glänzen anfangen.
*
In den ersten Tagen fällt es Lietzendorf schwer, sich in das neue Arbeitsgebiet zu finden, während
Hirn und' Herz ihm voll sind von seinen eigene« Ideen.
Aber mtt verbistenem Eifer gräbt er sich weiter. Er hat zugesagt. Und wenn einer fein Wort gibt, dann hält er es auch. Gerade dann, wenn es schwer- ällt.
Und es fällt ihm schwer, die eigenen Plane zurückzustellen. Zu tief sind sie chm schon in sein Leben hineingewachsen. Chemische Formeln, Apparaturen, Reagenzien. Mag es Menschen geben, die darin einen Höben Formelkram sehen. Für ihn ist es ein Blick, den chm der Schöpfer hinter den Vorhang gestattet, der das Geheimnis der Weltvrdnung verdeckt.
Er kommt nicht mehr los davon.
In den ersten Tagen versucht er es.
Aber je mehr er die Gedanken von sich weist, desto hesttger greifen sie nach seinem Hirn und nach seinem Herzen.
Er will es nicht wahr haben. Er wehrt sich dagegen. Er arbeitet bis in die sinkende Nacht an der ihm von Dominik gestellten Aufgabe. Dann fällt er todmüde ins Bett.
Und schließt die Augen ...
Und beginnt von neuem zu denken.
An chemische Formeln und Symbole, an Atomgewichte und Wertigkeiten, an Experimente und Apparate, an Reaktionen, Analysen, Synthesen — an eine Welt, in der er der Meister ist.
Wenn er am Morgen dann wieder aufsteht, dann schmerzt ihm der Kopf.
Nach einer Woche hat er es begriffen. So geht es nicht.
Er muß einen anderen Weg suchen.
Arbeitsteilung — Arbeitseinteilung — Einteilung in die Arbeit ...?
So wird es gehen.
Acht, neun, auch mal zehn Stunden steht er am. Reißbrett im Konstruktionsbüro der Dominik- Werft. Keiner soll ihm sagen, daß er ein Achtstundenarbeiter sei und über feinem Spezialstudium seine Pflicht vernachlässige.
Aber danach ist's Schluß.
Dann kommt eine Stunde frische Luft. Spaziergang. Atemholen — seelische Umstellung.
Was dann an Zeit in den Tag fließt, gehört ihmt Ihm allein! Damit macht er, was er will.
(Fortsetzung folgt)


