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Berlin, 22 Juni. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop aab am Sonntagmorgen um 6 Uhr in Anwesenheit der Vertreter der deutschen und ausländischen Presse im Bundessaal des Auswärtigen Amtes der Weltöffentlichkeit über den Rundfunk die Note des Auswärtigen Amtes an die Sowjetregierung be- kannt. Die Note hat folgenden Wortlaut:

Kämpfer des Liegers von Narvik am N5rd. ltchen Eismeer. Deutsche Divisionen unter dem Beseht des Eroberers von Norwegen schilt- zen gemeinsam mit den finnischen Freihettsheldern unter ihrem Marschall den finnischen Bo> den.BonOftpreußenbiszudenKar- pathen reichen die Formationen der deutschen Ostfront. An den Ufern des P r u t h, am Unter­lauf der Donau bis zu den Gestaden des Schwarzen Meeres vereinen sich unter dem Ltaatschef Antonescu deutsche und rumänische Soldaten. Die Aufgabe die­ser Front ist daher nicht mehr der Schuh ein­zelner Länder, sondern die Sicherung Europas und damit die Rettung aller.

Ich habe mich deshalb heute entschlossen, das Schicksal und die Zukunft des Deutsche Reiches und unseres Volkes wieder in die hand unserer Soldaten zu legen.

Möge uns der Herrgott gerade in diesem Kampfe helfen?

Berlin, den 22. Juni 1941.

Gez.: Adolf Hitler.

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ster von Ribbentrop folgende abschließende Er­klärung ab:

Zur Beleuchtung der aggressiven und destruk­tiven Politik der Sowjets werden weitere Dokumente veröffentlicht, die eindeutig bewei- sen, daß die Sowjetunion mit Sabotage und Zersetzungspropagando die Vernichtung des nationalsozialistischen Deutschlands betrieb. Der Weltöffentlichkeit werden folgende Doku­mente übergeben:

Ein Bericht des Auswärtigen Amtes über die Propaganda und politische Agitation der Sowjet- reaierUng.-

Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht an die Reichsregierung über den sowjetrusstschen Auf«

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im wesentlichen unter sowjetrusstschen Fahnen statt. Da wir auch dazu schwiegen, ging aber nunmehr die sowjetrussische Führung noch einen Schritt weiter. Sie organisierte nicht nur den Putsch, sondern sie hat wenige Tage später mit den ihr ergebenen neuen Krea­turen das bekannte Freundschastsab- kommen getroffen, das bestimmt war, die Serben in ihrem Widerstandswillen gegen die Befriedung des Balkans zu stärken und gegen Deutschland aufzustacheln. And dies war keine platonische Absicht: Moskau forderte die Mo­bilisierung der serbischen Armee. Da ich aber auch seht noch glmMc, lieber nicht zu reden, gingen die Machthaber des Kreml noch einen Schritt weiter: Die deutsche Relchy- regierung besitzt heute die Unterlagen, aus de­nen erwiesen ist, daß Rußland, um Serbien endgültig In den Kampf zu bringen, die Zu­sicherung gab, über Saloniki Waffen, Flug­zeuge, Munition und sonstiges Kriegsmaterial gegen Deutschland zu liefern.

Uni das geschah fast Im selben Augenblick, als ich selbst noch dem japanischen Außenminister Mat- s u o k a den Rat gab, mit Rußland eine Entspan­nung herbeizuführen, immer in der Hoffnung, damit dem Frieden zu dienen. Nur der schnelle Durch­

bruch unserer unvergleichlichen Divisionen noch Skoplje sowie die Einnahme von Saloniki selbst ha. den die Absichten dieses sowjetrussisch»anaelfächsi- schen Komplotts verhindert. Die seroifchen Flieger- ofsiziere aber flohen nach Rußland und wurden dort sofort als Verbündete ausgenommen.

Der Siea der Achsenmächte auf dem Balkan allein hat zunächst den Plan vereitelt, Deutschland m diesem Sommer in monatelange Kämpfe im Südosten zu verstricken und unterdessen den Aufmarsch der sowjetrussischen Armeen immer mehr zu vollenden, ihre Kriegsbereitschaft zu ver­stärken und dann gemeinsam mit England und un­terstützt durch die erhofften amerikanischen Lieferun­gen das Deutsche Reich und Italien ersticken und erdrücken zu können, t

Damit hat Moskau die Abmachungen unseres Freundschaftsabkommens nicht nur gebrochen, sondern in erbärmlicher Delse verraten.

Und dies alles, während die Machthaber des Kreml bis zur letzten Minute nach außen hin genau wie im Falle von Finnland oder Rumänien Frieden und Freundschaft heuchelten und scheinbar harmlose Dementis verfaßten.

Wenn ich aber bisher durch die Umstände ge­zwungen war, immer wieder zu schweigen, so ist doch jetzt der Augenblick gekommen, wo ein weiteres

Zusehen nicht nur eine Unterlassungssünde,' sondern ein Verbrechen am deutschen Volk, ja an ganz Europa wäre.

heute stehen rund 160 russische Divisionen an unserer Grenze.

Seit Wochen finden dauernde Verletzungen dieser Grenzen statt. Nicht nur bei uns, sondern ebenso im hohen Norden wie in Rumänien. Russische Flieger machen es sich zum Vergnügen, unbekümmert einfach diese Grenzen zu übersehen, um uns wohl dadurch zu beweisen, daß sie sich bereits als die Herren dieses Gebietes fühlen. In der Nacht vom 17. zum 18. Juni haben wieder russische Patrouillen auf deutsches Reichsgebiet vorgefühlt und konnten erst nach längerem Feuer­gefecht zurückgetrieben werden. Damit aber ist nunmehr die Stunde gekommen, in der es notwendig wird, dieses Komplott der jüdisch-angel­sächsischen Kriegsanstifter und der ebenso jüdischen Machthaber der bolschewistischen Moskauer Zentrale entgegenzutreten.

Deutsches Volk?

3n diesem Augenblick vollzieht sicheinAuf- m a r s ch , der in Ausdehnung und Umfang der größte ist, den die wett bisher gesehen hat. Im Verein mit finnischen Kameraden stehen die

flärungen für den Dienst der GPU. erpreßt. Selbit die sowjetrussische Botschaft in Berlin mit den, 'Botschaftsrat Kabulow an der Spitze scheute nicht vor rücksichtsloser Ausbeutung der Rechte der Exterritorialität zu Spionaaezwecken zurück. Des weiteren bildete das russische KonsulatsrnitaliH M o s ch o w in Prag den Kopf eines russische Spionagenetzes, das das ganze Protektorat üben öog. Weitere Fälle, in denen der Polizei ein rech:, zeitiger Zugriff gelang, lieferten ein krasses uni eindeutiges Bild über diese umfangreichen sowjei« russischen Machenschaften. Das Gesamtbild erweist einwandfrei, daß von Sowjetrußland in großem Umfang gegen Deutschland illegale Zersetzung, So. botage, Terror und kriegsoorbereitende Spionage in politischer, militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht betrieben wurde.

des Reichsführers und Chefs der deutschen Polizei an die Reichsregierung üoer die gegen Deutsch­land und den Nationalsozialismus gerichtete Zer- setzunasarbeit der UdSSR.

Diese Dokumente beweisen unwiderleglich die Ziele und Absichten der Moskauer Machthaber. Der Führer ist diesen Absichten begegnet.

redung mit Herrn Molotow die Ueberzeugung gc* wann, daß man dort Deutschland als den mächtigen Feind von morgen" ansah. Noch eindeutiger war das Verhalten Sowjetruß« lands zu den von den serbischen Militärs vorge- brachten Waffenwünschen. Im November 1940 er» klgrte der sowjetrussische Generalstabschef dem jugo­slawischen Militärattache:Wir geben alles Ange- forderte, und zwar sofort". Preise und Zahlunge- weise wurden der Belgrader Regierung freigestellt, und nur eine Bedingung wurde gestellt: Ge­heimhaltung gegenüber Deutschland. Als die Regierung Zwetkowitsch später sich den Achsenmächten näherte, begann man in Moskau die Waffenlieferungen zu verschleppen: kurz und bündig wurde dies im sowietrussischen Kriegsministerium dem jugoslawischen Militärattache erklärt. Die In­szenierung des Belgrader Rutsches vom 27. März dieses Jahres bildete den Höhepunkt dieser konspb rativen Tätigkeit serbischer Verschwörer und englisch- russischer Agenten gegen das Reich. Der serbische Leiter dieses Putsches und Führer derSchwarzen Hand", Herr S i m i c, befindet sich noch heute in Moskau und entfaltet dort auch jetzt in engster Ver­bindung mit den sowjetrussischen Propagandastellen eine aktive Tätigkeit gegen das Reich

Die obigen Feststellungen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der ungeheuer umfangreichen Pro­pagandatätigkeit der UdSSR, in Europa gegen Deutschland. Um daher der Außenwelt einen

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Dritte Frage Molotows: Sei Deutschland bereit einzuwilligen, daß Sowjetrußland seinerseits an Bulgarien eine Garantie gebe und sowjetrus­sische Truppen zu diesem Zweck nach Bulgarien schicken, wobei er Molotow erklären wolle, daß sie nicht die Absicht hätten, aus diesem An« last zum Beispiel den König zu beseitigen.

Meine Antwort: Bulgarien sei ein souveräner Staat, und ich wüßte nicht, daß ähnlich wie Ru­mänien Deutschland, Bulgarien überhaupt Sawjet- rußland um eine Garantie gebeten hätte. Außerdem müßte ich mich darüber mit meinem löerbünbeten besprechen.

Vierte Frage Molotows: Sowjetrußland benötigt unter allen Umständen einen sveien Durchgang durch die Dardanellen und fordere auch zu seinem Schutze die Besetzung einiger wichtiger Stützpunkte an den Dardanellen bzw. am Bosporus. Sei Deutschland damit einverstanden oder nicht?

Meine Antwort: Deutschland sei bereit, jederzeit seine Zustimmung zu geben zu einer Aenderung des Status von Montreux zu Gunsten der Schwarzmeer-Staaten. Deutschland sei nicht bereit einzuwilligen in die Inbesitznahme russischer Stütz­punkte an den Meerengen.

' Nationalsozialisten! Ich habe hier jene Haltung angenommen, die ich als verantwortlicher Führer des Deutschen Reiches, aber auch als üeranhopr- - tungsbewußter Vertreter der europäischen Kultur und Zivilisation allein nnnehmen konnte. Die Folge war eine Verstärkun der sowjetrussischen, gegen das Reich gerichteten Öligkeit, vor allem aber der sofortige Beginn der nneren Aushöhlung des neuen rumänischen Staates und der Versuch, durch Propaganda die bulgarische Regierung zu beseitigen. Mit Hilfe verwirrter unreifer Köpfe der rumänischen' Legion gelang es, in Rumänien einen Staatsstreich zu inszenieren, dessen Ziel es war, den Staatschef General Antonescu zu stürzen, im Lande ein Chaos zu erzeugen, um durch die Beseitigung einer legalen Gewalt die Voraussetzun­gen für das Inkrafttreten des deutschen Garan­tieversprechens zu entfernen. Trotzdem glaubte ich noch immer, am besten mein Schweigen beizube- halren.

Sofort nach dem Scheitern dieses Unternehmens fand eine abermalige Verstärkung russi­scher Truppenkonzentrationen an der deutschen O st grenze statt. Panzerverbände und Fallschirmtruppen wurden in immer steigender Zahl in eine bedrohliche Nähe der deutschen Grenze verlegt. Die deutsche Wehrmacht und die deutsche Heimat wissen, daß sich noch bis vor weni­gen Wochen nicht eine einzige deutsche Panzer- oder motorisierte Division an unserer Ostgrenze befand.

Wenn es an er eines letzten Beweises für die trotz aller Ablenkung und Tarnung inzwischen cingetre« teiren Koalition zwischen England und Somjetruß­land beiburft hätte, bann hat sie der jugosla­wische Konflikt gebracht.

Während ich mich bemühte, einen letzten Versuch zur Befriedung des Balkans zu unternehmen, und in verständnisvoller Zusammenarbeit mit dem Duce Jugoslawien einlud, dem Dreierpakt beizutreten, or­ganisierten in gemeinsamer Arbeit England und Sowjetrußland jenen H a n d st r e i ch , der die da­malige verständigungsbereite Regierung in einer Rächt beseitigte. Denn es kann heute dem deutschen Volke mitgeteilt werden:

Der serbische Handstreich gegen Deutschland

Herzens getan. Vor allem schon deshalb: Wenn das Deutsche Reich eine Garantie gibt, bedeutet dies, daß es für sie auch einsteht. Wir sind weder Eng­länder noch Juden.

So glaubte ich noch in letzter Stunde, dem Frie­den in diesem Gebiet gedient zu haben, wenn auch unter Annahme einer schweren Verpflichtung. Um aber diese Probleme endgültig zu lösen und über die russische Einstellung dem Reich gegen­über ebenfalls Klarheit zu erhalten, sowie unter' dem Druck der sich stetig verstärkenden Mobilisie­rung an unserer Ostgrenze habe ich Herrn Molo­tow einaclaben, nach Berlin zu kommen. Der sowjetrussische Außenminister verlangte nun die Klärung bzw. Zustimmung Deutschlands zu folgen­den vier Fragen:

Erste Frage Molotows: Solle sich die deutsche Garantie für Ru m ä n i e n im Falta eines Angriffs Sowjetrußlands gegen Rumänien auch gejien Sowjetrußland richten?

Meine Antwort: Die deutsche (Garantie ist eine allgemeine und uns unbedingt verpflichtende. Ruß­land habe uns aber nie erklärt, daß es außer Bes­sarabien überhaupt noch in Rumänien Interessen besitze. Schon die Besetzung der Nord-Bukowina war ein Verstoß gegen diese Versicherung. Ich z glaubte daher nicht, daß Rußland jetzt noch weiter- gehende Absichten gegen Rumänien haben könnte.

Zweite Frage Molotows: Rußland fühle sich er- neut von Finnland bedroht, Rußland sei ent­schlossen, dies nicht zu dulden. Sei Deutschland be­reit, Finnland keinerlei Beistand zu geben und vor allem die nach Kirkenes zur Ablösung durchmar­schierenden Truppen sofort zurückzuziehen?

Meine Antwort: Deutschland habe nach wie vor in Finnland feine politischen Interessen. Ein neuer Krieg Rußlands gegen das kleine finnische Volk aber könne von der deutschen Reichsregierung als nicht mehr tragbar angesehen werden, um so mehr, als wir an eine Bedrohung Rußlands durch Finnland niemals glauben könnten. Wir wollten überhaupt nicht, daß in der Ostsee noch-

Ribbentrop vor der deutschen und ausländischen presse.

Berlin, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrov gab am Sonntagmorgen um 6 Uhr in Anwesenheit oer Vertreter der deutschen und ausländischen Presse im Bundesratssaal des Auswärtigen Amtes der Weltöffentlichkeit über den Rundfunk d i e Note des Auswärtigen Amtes an die Sow­jetregierung bekannt Der Reichsaußenminister teilte mit, daß er den Botschafter der Sowjet- regierung Herrn Dekanosow empfangen und ihm zur Kenntnis gebracht habe, daß gegenüber der feindseligen Politik der Sowjetregierung und der Bedrohung der deutschen Reichsgrenzen durch den ungeheuren Aufmarsch der Roten Armee die Reichsregierung mit dem heutigen Tage zu militärischen Abwehrmaßnah­men geschritten ist. Sodann verlos der Reichs­außenminister die Note des Auswärtigen Amtes an die Sowietregierung:

Nach Vorlesung der Note gab Reichsaußenmini-

Als die Neichsregierung, bestimmt von dem Wunsche, zwischen Deutschland und der UdSSR, einen Ausgleich der Interessen zu finden, sich im Sommer 1939 an die Sowjetregierung wandte, war sie sich darüber im klaren, daß die Verstän­digung mit einem Staate, der einerseits seine Zu­gehörigkeit zu der Gesellschaft der Nationalstaaten mit den sich daraus ergebenden Rechten und Pflich. ten vertrat, der aber andererseits von einer Partei beherrscht wurde, die als, Sektion der Komintern die Verbreitung der Weltrevolution, also die Auflösung der Nationalstaaten anstrebte, keine leichte Aufgabe sein würde. Unter Zurückstellung der jchwerwiegenden Bedenken, die sich au6 dieser grundsätzlichen Verschie­denheit in der politischen Zielsetzung Deutschlands und Sowjetrußlands und aus dem charfen Gegensatz der sich diametral gegenüber- tehenden Weltauffassungen des National- ozialismus und des Bolschewismus ergaben, hat die deutsche Reichsregierung diesen Versuch unter­nommen. Sie ließ sich hieroei leiten von dem Ge­danken, d"ß die durch eine Verständigung zwischen Deutschland und Rußland bedingte Ausschal­tung eines Krieges und die damit zu er­reichende Sicher st ellung der realen L e - densbedürfnisse der neiden, sich von jeher reundschaftlich gegenüberstehenden Völker die b e st e Gewähr gegen eine weitere Ausbreitung der kommunistischen Doktrinen des internationalen Judentums nach Europa bieten würde. Sie wurde in dieser Annahme dadurch bestärkt, daß gewisse Vorgänge in Rußland selbst und gewisse Maß- nahmen der russischen Regierung auf internatio­nalem Gebiet eine Abkehr von diesen Doktri­nen und von der bisherigen Methode der Zer- etzung fremder Völker zumindest als möglich er- cheinen ließen.

Die Aufnahme, die der deutsche Schritt in Mos­kau erfuhr, und die Bereitschaft der sowjetrusstschen Regierung, einen Freundschaftspakt xmit Deutschland zu schließen, schienen diesen Wandel zu bestätigen. So kam es nm 23. August 1939 zum Ab- chluß des Nichtangriffpaktes und am 28. September 1939 zur Unterzeichnung des Grenz- und Freundschaftsabkommens zwischen den beiden Staaten. Der Kern dieser Verträge be- iand

1. in der gegenseitigen Verpflichtung der beiden Staaten, sich nicht anzugreifen und in fried- kicher Nachbarschaft zu leben, und

2. in einer Abgrenzung der Interes­sensphären durch einen Verzicht des Deut- scheu Reiches auf jede Einflußnahme in Finn­land, Lettland, Estland, Litauen und Bessa­rabien, während die Gebiete des ehemaligen polnischen Staates bis zur Linie NarevBug San auf Wunsch der Sowjets Rußland ein­gegliedert werden sollten.

Tatsächlich hat die Reichsregierung mit dem Ab- chluß des Nichtangriffpaktes mit Rußland auch so- ort eine grundsätzliche Umstellung ihrer Politik ege nüber der UdSSR, durchgeführt und seit diesem - 'agc eine freundschaftliche Haltung zur Sowjet­union eingenommen. Sie hat die mit der Sowjet­union geschlossenen Verträge sowohl dem Buchstaben

als auch dem Geiste nach getreulich erfüllt. Aber auch darüber hinaus hat sie durch die Nieder- roerfuna Polens, d. h. also durch Einsatz deutschen Blutes Oer Sowjetunion zu dem seit ihrem Bestehen größten außenpolitischen Erfolg oer- Holsen. Nur durch diese wohlwollende deutsche Poli- tif gegenüber Rußland und durch die überwältigen­den Siege der deutschen Wehrmacht ist dies möglich

wesen. Mit Recht glaubte daher die Reichsregie- ung annehmen zu dürfen, daß auch die Haltung der Sowjetunion dem Deutschen Reich gegenüber eine gleiche sein würde, zumal während der Ver­handlungen, die der Reichsauhenminister von Rib­bentrop in Moskau führte, und auch bei anderen Gelegenheiten von der Sowietregierung wiederholt zum Ausdruck gebracht wurde, daß diese Verträge die Grundlage für einen dauernden A u 3 g l e i th der beiderseitigen deutsch-sowjetrussi- schen Interessen bilden und daß beide Völker unter Respektierung der gegenseitigen Regime und gewillt, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Part­ners einzumischen, zu einer guten, dauernden Nach­barschaft kommen würden. Daß die Reichs regier ung chch in dieser Annahme gründlich getäuscht hat, sollte sich leider schnell Herausstellen.

II.

Tatsächlich ist die Komintern schon bald nach Abschluß der deutsch-russischen Verträge wieder auf allen Gebieten aktiv geworden. Dies trifft nicht nur auf Deutschland allein, sondern auch auf die mit »land befreundeten ober neutralen Staaten e von den deutschen Truppen besetzten Ge­biete Europas zu, um nicht offen gegen die Ver­träge zu verstoßen, wurden nur öie Methoden gewechselt und die Tarnung sorgfältiger und raffinierter gestaltet. Durch ständige Anprangerung des angeblichenimperialisttlchen' Krieges Deutsch- lands" glaubte man in Moskau, offenbar die Wir­kung des Paktabschlusses mit den nationalsozialisti- schlm Deutschland ausgleichen zu müssen. Die starke und wirksame polizeiliche Abwehrtätigkeit zwang dabei die Komintern dazu, ihre zersetzende und nachrichtendienstliche Tätigkeit nach Deutschland a u f Umwegen über Einsatzzentren in den Deutschland benachbarten Ländern zu versuchen. Man bediente sich dabei ehemaliger deut­scher kommunisttscher Funktionäre, die in Deutsch­land Zersetzungsarbeit und Sabotagevorbereitungen au betreiben hatten. Der G.P.U.-Kommissar K r y- l o w leitete eine systematische Schulungsarbeit zu diesem Zweck, daneben wurde eine intensive Zer» fefoungsarbeit nach den von Deutschland besetzten Gebieten, insbesondere nach dem Protektorat und dem besetzten Frankreich, aber auch nach Norwegen, Holland, Belgien usw. betrieben. Die sowjetrussifchen Vertretungen, so besonders das Generalkon­sulat in Prag, leistete hierbei wertvolle Hilfe- tdlung. Mit funktechnischen Sende- und Empfangs­anlagen wurde ein eifriger Nachrichtendienst unter­halten, der den ooltandeten Beweis für die gegen das Deutsche Reich gerichtete Arbeit der Komintern liefert. Auch über die gesamte sonstige Zersetzungs- und Ausspäharbeit der Komintern liegt ein um- angreiches dokumentarifches Zeugen- und Schrif­tenmaterial vor.

Ferner wurden Sabotagegruppen gebil­det, die ihre eigenen Laboratorien unterhielten, in denen sie Brand- und Sprengbomben zur Ver­übung der Sabotageakte herftellten. Solche An- chläge wurden beispielsweise auf nicht weniger als 16 deutschen Schiffen verübt.

Neben dieser Zersetzung und Sabotagearbeit stand die Spionage. So wurde die Rückführung der Deutschen aus Sowjetrußland dazu benutzt, um diese deutschen Mensäzen mit den verwerflichsten Mitteln für die Zwecke der GPU. zu ge­winnen. Nicht nur Männer, sondern auch Frauen wurden in planloser Wesse zu Derpflichtungser-

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Was die außerhalb Deutschlands in Europ, betriebene Zersetzungsarbeit Sowjetrußlands betrifft, so erstreckte sich diese auf f«st alle mit Deutschlau!» befreundeten oder von ihm besetzten Gebiete Eu­ropas. So wurde beisvielsweise in 9t u-m ä n t er. von der kommunistiscyen Propaganda durch au» Rußland kommende Flugblätter Deutschland ol» für alle Schwierigkeiten verantwortlich hingestellt,'j um so eine antideutsche Stimmung wachzurufen. Das Gleiche tritt seit dem Sommer 1940 in Jugo­slawien deutlich in Erscheinung. Die Flugblätter riefen dort zum Protest auf aegen das Optieren des Regimes Zwetkowitsch mit Den imperialistischen Regierungen von Berlin und Rom. Aus einer Ver­sammlung von kommunistischen Parteifunktionären in Agram wurde der ganze Südosten Europas von der Slowakei bis nach Bulgarien als russi- sches Protektorat bezeichnet, das nach der von ihnen erhofften militärischen Schwächung De«sschlands kommen werde. In der Belgrader Sowjetgesandtschaft ist den deutschen -Truppen bet dokumentarische Nachweis für den sowjetrussischen ' Ursprung dieser Propaganda in die Hand gefallen. Während die kommunistische Propaganda in Jugo­slawien sich nationalistischer Parolen zu bedienen ( suchte, wirkte sie in Ungarn vor allem unter | der ruthenischen Bevölkerung, der sie die tommenbe ; Befreiung durch Sowjetrußland vorspiegelte. Be> sonders lebhaft war die antideutsche Hetze in der Slowakei, wo offen für eine Eingliederung an Sowjetrußland geworben wurde. In Finnlands betätigte sich die berüchtigteVereinigung für Frie- i den und Freundschaft mit der Sowjetunion", die im Zusammenhang mit dem Sender Petroskoj die- : ses Land zu zersetzen suchte und dabei in durchaus deutschfeindlichem Sinne arbeitete. In Frank­reich, Belgien und Holland wird gegen die deutsche Besatzungsmacht gehetzt. In nationaler und panslawischer Verbrämung wurde die gleiche Hetze im Generalgouvernement betrie­ben. Kaum war Griechenland von den deut­schen und italienischen Truppen besetzt worden, \a machte sich auch dort die sowjetrussische Propaga'id« ckNs Werk. Das Gesamtbild Aeigt eine in allen Län­dern systematisch betriebene Kampagne der UdSSR- gegcn den Versuch Deutschlands, " '

nung in Europa aufzurichten.

Nebenher geht die direkte propagandi­stische Gegenaktion gegen die Maßnahmen der deutschen Politik, die diese Maßnahmen als antirussisch zu denunzieren und die verschiedenen Länder für Sowjetrußland gegen Deutschland zic gewinnen sucht. In Bulgarien wurde gegen dem Beitritt zum Dreimächtepakt und für einen Oaran- tiepakt mit Rußland agitiert, in Rumänien durch« Infiltration in die Eiserne Garde und Mißbrauch- ihrer Führer, u. a. des Rumänen Groza, der Putsch­versuch vom 23. Januar 1941 inszeniert, hinter beim als Drahtzieher die bolschewistischen Agenten Ttas- kaus standen. Einwandfreie Beweise liegen der' Neichsregierung hierüber vor.

Was Jugoslawien anbetrtfft, so ist die Neichsregierung in den Besitz von Unterlagen ge­langt, wonach der jugoslawische Delegierte G- vic schon im Mai 1940 in Moskau aus einer Unter«