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abgeschlossen werden können, wenn sie Interessen der Sswjetregierung und der schädlichmachung des Gegners bienen, beim Abschluß der Verträge vom Iahre Pate gestanden hat. Der Abschluß dieser

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AlleBemühungen um eineVerständigung mit Eowjetrußlond gescheitert.

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Diese sowjetrussischen Abmachungen und Er­klärungen haben sich, im Lichte der oben er- wähnten, im weiteren Verlauf des Krieges immer klarer zutage getretenen Tatsachen ge­sehen, als eine bewußte Irreführung und Täuschung herausgestellt. Auch alle nur infolge der deutschen freundschaftlichen Hal­tung erreichten Vorteile haben es nicht ver­mocht, die Sowjetregierung zu einer loyalen Haltung gegenüber Deutschland zu veranlassen. Die Reichsregierung Hal sich vielmehr davon überzeugen müssen, daß die These Lenins, wie sie in denRichtlinien für die kommunistische Partei in der Slowakei vom Oktober 1930 ausdrücklich nochmals niedergelegt wurde, und worachmit einigen anderen Ländern Pakte

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Beziehungen der drei Mächte und ihre Verträge mit der UdSSR, durch diese Vereinbarung völlig unberührt bleiben sollten. Im Dreimächtepakt von Berlin sei dies auch dokumentarisch zum Ausdruck aebracht worden. Gleichzeitig wird in dem Brief der Wunsch und die Hoffnung ausgedrückt, daß es ge­lingen möge, das von den Dreierpaktmächten ge­wünschte freundschaftliche Verhältnis zur Sowjetunion gemeinsam weiter zu klären und in eine kon­krete Form zu bringen. Um diese Fragen weiter zu behandeln, lädt der Reichsaußenminister Herrn Molotow nach Berlin ein.

Während des Besuchs von Herrn Molotow in Berlin muß die Reichsreglerung feststellen, daß Rußland in einer wirklichen freundschaftlichen Zusammenarbeit mit den Dreierpaktmächten und mit Deutschland im besonderen nur gewillt ist, wenn dieses bereit ist, den hierfür von der Sowjetunion geforderten Preis zu zahlen. Dieser Preis besteht in einem weiteren Vordringen der Sowjetunion im Horben und Südosten Europas.

Folgende Forderungen wurden von Herrn Mo­lotow in Berlin und in den anschließenden diploma­tischen Besprechungen mit dem deutschen Botschafter in Moskau gestellt:

1. Die Sowjetunion wünscht, Bulgarien eine Garantie zu geben und darüber hinaus mit diesem Staat einen Beistandspakt nach dem Muster der Beistandspakte im Baltikum, d. h. also mit mi­litärischen Stützpunkten, abzuschließen, während Herr Molotow erklärt, an dem inneren Regime Bulgariens nicht rühren zu wollen. Auch der Besuch des russischen Kommissars Sobolew in Sofia in dieser Zeit galt der Verwirklichung dieses Zieles.

2. Die Sowjetunion verlangt eine vertragliche Abmachung mit der Türkei zum Zweck der Schaffung einer Basis für Land - und See- streitkräfte der UdSSR, am Bospo­rus und den Dardanellen auf der Grund­lage einer langfristigen Pacht. Für den Fall, daß die Türkei sich hiermit nicht einverstanden erklären sollte, sollen Deutschland und Italien sich den rus­sischen diplomatischen Mahnabmen zur Erzwin­gung dieser Forderung anschliehen. Diese Forde­rungen laufen auf eine Beherrschung des Balkans durch die UdSSR, hinaus.

3. Die Sowjetunion erklärt, sich abermals von Finnland bedroht zu fühlen und fordert deshalb die völlige Preisgabe Finn­lands durch Deutschland, was praktisch die Be­setzung dieses Staates und Ausrottung des finni­schen Volkes bedeutet.

Deutschland konnte diese russischen Forderun­gen, die von der Sowjetregierung als Vorbe­dingung für den Zusammenschluß mit den Dreierpaktmächten bezeichnet wurden, selbst­verständlich nicht annehmen. Damit waren die Bemühungen der Dreierpaktmächte um eine Verständigung mit der Sowjetunion gescheitert. Die Folge dieser deutschen Haltung war, daß Rußland seine nun bereits immer offener ge­gen Deutschland gerichtete Politik intensivierte, und daß seine immer engere Zusammenarbeit mit England klar zutage trat.

Im Januar 1941 kam diese ablehnende russisck)e Haltung zum ersten Mole auch auf dem diploma­tischen Gebiet zum Durchbruch. Als nämlich Deutsch­land in diesem Monat in Bulgarien gewisse Sicherungsmaßnahmen gegen die Landung briti­scher Truppen in Griechenland traf, hat der russi­sche Botschafter in Berlin in einer offiziellen De­marche darauf hingewiesen, daß die Sowjetunion das Territorium Bulgariens und der beiden Meer­engen als Sicherheitsgone der UdSSR.

IV.

Durch das Vordringen Rußlands nach dem Bal­kan kamen die territorialen Probleme in diesem Raum ins Rollen. Rumänien und Ungarn wandten sich im Sommer 1940 an Deutschland, um einen Ausgleich ihrer territorialem Streitfragen herbeizuführen, nachdem durch diese Differenzen, geschürt durch englische Agenten, Ende August eine scharfe Krise entstanden war. Ein unmittelbarer Kriegsausbruch zwischen Rumänien und Ungarn stand bevor. Deutschland, das von Ungarn und Rumänien wiederholt um Vermittlung in ihrem Streit gebeten worden war, rief in dem Wunsch, den Frieden auf dem Balkan zu erhalten, gemeinsam mit Italien die beiden Staa­ten zu einer Konferenz nach Wien und fällte dort auf deren Bitten am 30. August 1940 den Wiener Schiedsspruch. Die neue ungarisch-rumänische Grenze wurde festgelegt, und, um der rumänischen Regierung zu ermöglichen, die von ihr gebrachten territorialen Opfer gegenüber ihrem Volke zu ver­treten und jeden Streit in diesem Raum für die Zukunft auszuschließen, übernahmen Deutschland und Italien die Garantie des noch ver­bleibenden rumänischen Staates. Da die russischen Aspirationen in diesem Raum befrie­digt waren, konnte sich diese Garantie in keiner Weise gegen Rußland richten. Trotzdem er­hob die Sowjetunion Beschwerde und erklärte, ent­gegen ihren früheren Erklärungen, wonach mit der Gewinnung Bessarabiens und der Nordbukowina ihre Aspirationen auf dem Balkan befriedigt waren, ihr weiteres Interesse an den Fragen t> e 5 Balkans, die zunächst nicht näher definiert wurden.

Von biefem Zeitpunkt an zeichnet sich die gegen Deutschland gerichtete Politik Sowjetruß- tands immer deutlicher ab. Die Reichsregierung erhält nunmehr immer konkretere Rachrichten, wonach die bereits feit tanger Zeit schwebenden Verhandlungen des englische n Botschafters Cripps in Moskau sich in günstiger Weise entwickeln. Gleichzeitig ge­langt die Reichsregierung in den Besitz von Un­terlagen über intensive militärische Vorbereitungen der Sowjetunion auf allen Gebieten. Diese Unterlagen werden unter anderem bestätigt durch einen neuerdings in Belgrad aufgefundenen Bericht des jugoflaroi- fdjen Militärattaches in Moskau vom 17. De­zember 1940, in dem es u. a. wörtlich heißt: Nach Angaben aus Sowjetkreisen ist die Aus- rüftung der Luftwaffe, der Panzerwaffe und der Artillerie auf Grund der Erfah­rungen des gegenwärtigen Krie­ges in vollem Gange und wird in der Hauptsache bis zum August 1941 abge­schlossen sein. Dies ist wahrscheinlich auch die äußerste (zeitlich) Grenze, bis zu der man keine fühlbaren Veränderungen in der sowjetischen Außenpolitik zu erwarten braucht."

Trotz der unfreundlichen Haltung der Sowjet­union in der Balkanfrage macht Deutschland nun­mehr eine erneute Anstrengung zur Verständigung mit der UdSSR., indem der Reichsaußenminister in einem Brief an Herrn Stalin eine umfassende Darstellung, der Politik der Relchsregie- rung seit den Moskauer Verhandlungen gibt. In hem Brief wird besonders auf folgendes hmge- wiefen- Bei dem Abschluß des Dreimächtepaktes von Deutschland, Italien und Japan sei übereinstimmend die Auffassung vertreten worden, daß dieser Pakt lick in keiner Weise gegen die Sowjet­union richte, sondern daß die freundschaftlichen

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Militärisch besetzt. Dos ganze Baltikum wurde nunmehr entgegen den ausdrücklichen Mos­kauer Zusicherungen bolschewisiert und wenige Wochen nach der Besetzung kurzerhand von der Sowjetregierung annektiert. Gleichzeitig mit der Annexion erfolgten auf dem ganzen nörd- lichen Sektor der sowjetrussischen Machtpositionen gegen Europa die ersten starken Massie - rungen der Roten Armee.

Daß die wirtschaftlichen Abmachun­gen Deutschlands mit diesen Staaten, die nach den Moskauer Vereinbarungen nicht beeinträchtigt werden sollten, von der Sowjetregierung einseitig aufgehoben wurden, sei hier nur nebenbei erwähnt.

4. In den Verträgen von Moskau wurde bei der Interessenbegrenzung im ehemaligen polnischen Staatsgebiet ausdrücklich vereinbart, daß keiner­lei politische Agitation über diese Jnter- essengrenzen erfolgen, sondern die Tätigkeit der bei- beseitigen Okkupationsbehörden sich ausschließlich auf den friedlichen Aufbau dieser Gebiete beschrän- ken sollte. Die Reichsregierung hat die unwider­leglichen Beweise dafür, daß trotz dieser Ab­machungen die Sowjetunion schon bald nach der Besetzuna dieses Gebietes eine deutschfeind­liche Agitation nach dem Generalgouverne­ment Polen nicht nur gestattet, sondern sie gleich­laufend mit einer bolschewistischen Propaganda nach dem Gouvernement u n t e r st ü tz t e. Auch in diese Gebiete wurden unmittelbar nach der Besetzung tarke russische Garnisonen oerlegL

5. Noch während die deutsche Armee im Westen im Kampf gegen Frankreich und England stand, erfolgte derVorstoß der Sowjetunion ge­gen den Balkan. Während die Sowjetregie­rung bei den Moskauer Derhandlunaen erklärt hatte, daß sie ihrerseits niemals den Anstoß zur Lösung der bessarabischen Frage von sich aus geben würde, erhielt die Reichsregierung am 24. Juni 1940 von der Sowjetregierung die Mit- teiluna, diese sei nunmehr entschlossen, die bes- arabische Frage mit Gewalt zu lösen. Gleich­zeitig wurde mitgeteilt, daß der Sowjetansvruch ich auf die Bukowina erstrecke, also auf ein Gebiet, das altes österreichisches Kron- land war, niemals zu Rußland gehört hatte und über das in Moskau seinerzeit überhaupt nicht ge- prochen worden war. Der deutsche Botschafter in Noskau erklärte der Sowjetregierung, daß ihr Ent­schluß der Reichsregieruna völlig unerwartet komme und zu einer schweren Beeinträchtigung der deut­schen Wirtschaftsinteressen in Rumänien sowie zu einer Störung des Lebens der dortigen starken deutschen Siedlung sowie des Deutschtums in der Bukowina führen müsse. Herr Molotow erwiderte bagegen, daß die Angelegenheit außerordentlich dränge, und daß die Sowsetunion eine Stellung-

anttiiberbütf über die Tätigkeit der sowjetrussischen Men in dieser Richtung seit Abschluß der deutsch- usstschen Vertrage zu geben und ihr ein Urteil m ermöglichen, wird die Reichsreglerung das ihr mr Derfüaung stehende umfangreiche Material der Öffentlichkeit unterbreiten. Insgesamt muß die «cichsrsgierung feststellen:

Die Sowjetreaierung hatte bei Abschluß der Der- -äge mit Deutschland wiederholt die unmißverständ- 'che Erklärung abgegeben, daß [ie nicht die fbsicht habe, sich direkt ober indirekt in deutsche Angelegenheiten zu mischen. Sie hatte beim Ab- Miß des Freundschaftsvertrages in feierlicher -orm zum Ausdruck gebracht, daß sie mit Deutsch- -nb Zusammenarbeiten werde, um den fahren Interessen aller Völker entsprechend dem fischen Deutschland einerseits und England und ^ankreich anbererfeits bestehenden Kriegszustand nt Ende zu machen und dieses Ziel so bald als -öglich zu erreichen.

träge der Freundschaft war fomit für die Soro- jdregierung nur ein taktisches Manö­ver. Das eigentliche Ziel bestand darin, für Rußland vorteilhafte Abmachungen zu er­reichen und damit gleichzeitig ein weiteres machtmäßiges Vorgehen der Sowjetunion oor- zubereiten. Der Leitgedanke blieb die

Schwächung der nichtbolfchewisti- \ scheu Staaten, um sie leichter zersetzen und jur gegebenen Zeit niederschlagen zu können, j-it brutaler Deutlichkeit wird dies in einem nach hr Besetzung Belgrads in der dortigen Sowjet- Sandtschast aufgefunbenen russischen Schriftstück folgenden Worten zum Ausdruck gebracht: UdSSR, wird erst im gegebenen Mo- h?nt reagieren. Die Achsenmächte haben ihre Ibreitfräfte weiter verzettelt und deshalb wird die - dDSR. plötzlich gegen Deutschland i'li sschl age n." Die Sowjetregierung in Moskau "jj der Stimme bes russischen Volkes, das mit dem butschen Volke ehrlich in Frieden und Freund- lieft leben wollte, nicht gefolgt, sondern hat die sie bolschewistische Politik des Zweierlei - G e si chts fortgesetzt und damit nt schwere Verantwortung auf sich geladen.

in.

Wenn schon die propagandistische Zersetzungs- Lbeit der Sowjetunion in Deutschland und im irrigen Europa keinen Zweifel an* ihrer Einstel- lna gegenüber Deutschland aufkommen lassen kann, l!c spricht die Haltung der Sowjetregierung gegen» liier Deutschland auf außenpolitischem Jib militärischem Gebiet seit Abschluß Ihr deutsch-russischen Verträge deutlicher^ Sprache, p Moskau hatte bei Abgrenzung d e r söite r e s s e n s p h ä re n die sowjetruisische Regie- |Rng dem Reicysrninister des Auswärtigen erklärt, sie mit Ausnahme der sich damals in einem \ Z:stand der Zersetzung befindlichen Gebiete des ! maligen polnischen Staates nicht die Absicht p&e, die in ihrer Interessensphäre liegenden Stau- I In. zu besetzen, zu bolschewisieren ober zu annektie­re. In Wahrheit ist aber, wie der Verlauf der I freign'ijfe gezeigt hat, die Politik der Sowjetunion ! in dieser Zeit ausschließlich auf ein Ziel gerichtet |p>efen, nämlich darauf, die militärische Macht Ivoskaus in dem Raum zwischen Eismeer und «bhwarzem Meer überall, wo es ihr möglich er« rti.'en, nach Westen vorzuschieben und die Ivc'lschewifierung weiter nach Europa hin- Innzu t ragen.

| Die Entwicklung dieser Politik ist durch folgende lEhppen gekennzeichnet:

I L. Eingeleitet wurde die Entwicklung durch den Mschluß der sogenannten H i l f e l e i st u n g s- fMte mit Estland, Lettland und Li- i'cuen im Oktober und November 1939 und durch rii Errichtung militärischer Stützpunkte in diesen I&nbern.

t 2. Der nächste sowjetrussische Schachzug galt [5: nnlanb. Als bie sowjetrussischen Forderungen, - Iren Annahme die Souveränität eines freien fin- | ti'chen Staates beseitigt hätte, von der finnsichen | Rigierung abgelehnt wurden, veranlaßte die Sow- Mlregierung die Bildung der fommunifttfd)en B euoregierung Kusinen, und als das j hmsche Volk jede Verbindung mit dieser Regierung Rpriickwies, kam es zu dem Ultimatum an Finm S hrb und Ende November 1939 zum Einmarsch IV Roten Armee. In dem im März 1940 ab- Wchlossenen finnisch-russischen Frieden mußte Finn-

ib einen Teil seiner südöstlichen Provinzen ab- ihten, die sofort der Bolschewisierung anbeimfielen. d /. Wenige Monate später, d. h. im Juli 1940, u |irg die Sowjetunion gegen bie bal11s ch e n |6: aaten vor. Litauen hatte nach dem ersten Hb Stauer Vertrag zur deutschen Interessen- | Ipläre gehört. Auf Wunsch der Sowjetunwn ver- 1 jätete die Reichsreglerung im Zweiten Vertrag aus | kt Interessen in dem überwiegenden -teil dieses | Wies, wenn auch schweren Hvä^ns um des heben I gebens wegen zugunsten der Sowjetunlon, mn*)5 I jtid ein Streifen bes Gebietes noch in ber beuti^en I keressensphäre verblieb. Nach einem

|:tom 15. Juni wurde das gesamte Litauen, d. y. auo j tch her in der deutschen Interessensphäre oerbhe« | bie Teil Litauens ohne jede Benachnchttgung der I ^echsregierung von der So w j e tunio n b e ° I it $ t, so daß nunmehr die UdSSR, sich unmittel- I bi an die ganze östliche Grenze Os^eußens her - I 6?b. Als dann später an Deutschland dieserhalb I bnngetreten wurde, überließ die Nelchsreglerung |ig schwierigen Verhandlungen und um su

demdschaftliche Regelung ein weiteres zu tun, aucy keen Teil Litauens der Sowjetregieruncp

Kurze Zeit darauf wurden in gleicher D^fe unter ^brauch der mit diesen Staaten abaeschlo senen l| fcftrmbdpatte auch Estland und Lettlano

ansehe, und daß sie den Ereignissen in diesen ®e« bieten, bie die Interessen dieser Sicherheit bedxoh« ten, nicht teilnahmslos gegenüberstehen könne. Aus diesem Grunde warne die Sowjetregieruna vor dem Erscheinen deutscher Truppen in dem Terri­torium Bulgariens und der beiden Meerengen.

Die Reichsregierung hat barauffyin der Sowjet- regierung erschöpfend Aufschluß Über die Gründe und Ziele ihrer militärischen Maßnahmen auf dem Balkan gegeben. Sie hat daraus hingewtesen, daß Deutschland jeden Versuch Englands, in Griechen­land Fuß zu fassen, mit allen Mitteln verhin­dern werde, daß es aber nicht bie Absicht habe, bie Meerengen 3u besetzen, sondern daß es das türkische Hoheitsgebiet respektieren werde. Der Durchmarsch deutsck)er Truppen durch Bulga­rien könne nicht als eine Verletzung der Sicher- heitsinteressen der Sowjetunion angesehen werden. Die Reichsregierung glaube vielmehr, mit diesen Operationen auch den sowjetischen Interessen zu dienen. Nach Durchführung der Operationen auf dem Balkan werde Deutschland seine Truppen von dort wieder zurückziehen.

Trotz dieser Erklärung der Reichsregierung hat die Sowjetregieruna ihrerseits unmittelbar nach dem Einmarsch deutscher Truppen an die bulgarische Adresse eine Erklärung veröffentlicht, die einen direkt feindseligen Charakter geaen das Deutsche Reich hatte und die darauf yin- auslief, daß die Anwesenheit deutscher Truppen in Bulgarien nicht dem Frieden auf dem Balkan, son­dern dem Kriege diene. Die Erklärung für diese Haltung gaben der Reichsregierung die sich zu dieser Zeit verdichtenden Nachrichten über eine immer enger werdende Zusammenarbeit zwischen Sowjetrußland und Eng­land. Trotzdem hat Deutschland auch hierzu ge­schwiegen.

Aus derselben Linie liegt die im März 1941 von der Sowjetregierung der Türkei gegebene Rückendeckung für den Fall, daß diese in den Krieg auf dem Balkan eintreten würde. Dies war, wie der Reichsreglerung bekannt, das Ergebnis eng­lisch-russischer Verhandlungen während des Be­suches des britischen Außenministers in Ankara, dessen Bemühungen darauf gerichtet waren, auf diesem Weae Rußland immer enger in .di«' eng­lische Kombination einzubeziehen.

Die sich seit dieser Zeit immer steigernde aggres­sive Politik der Sowjetregierung gegenüber Dem Deutschen. Reich und die bisher noch einigermaßen verschleiert durchgeführte politifdie Zusammen­arbeit zwischen der Sowjetunion und England wird aber mit dem Ausbruch der Balka'nkrise Anfang April dieses Jahres vor aller Welt offen­bar. Es steht heute einroanbfrei fest, daß der nach dem Beitritt Jugoslawiens zum Dreierpakt in Bel­grad angestiftete Putsch von England im Ein­vernehmen mit Sowjetrußland insze­niert wurde. Schon seit langem, nämlich seit dem 14. November 1940, hatte Rußland im Geheimen die Aufrüstung Jugoslawiens gegen die Achsenmächte betrieben. Dokumente, bie der Reichs­regierung nach der Besetzung Belgrads in die Hand gefallen sind und die über jede Phase dieser russischen Waffenlieferungen an Jugoslawien Auf­schluß geben, beweisen dies eindeutig. Als bann der Belgrader Putsch gelungen war, schließt Rußland am 5. April mit der illegalen serbischen Regierung Simovic einen Freunoschaftspakt, der den Putschisten den Rücken stärken und dessen Gewicht der gemeinsamen englisch-jugoslawisch-griechischen Front zugute kommen sollte. Mit sicktbarer Genug­tuung stellt hierzu der amerikaniscye Unterstaats, sekretär, Herr Sumner Welles, nachdem er vor­her mehrere Besprechungen mit dem Sowjetbotschaf- ter in Washington gehabt hatte, am 6. April 1941 fest: Der russisch-jugoslawische Pakt könne unter Umständen von größter Bedeutung sein, er stoße auf vielseitiges Interesse, und es lägen Gründe für die Annahme vor, daß er mehr als lediglich ein Freundschafts- und Nichtangriffspakt fei.

Zur selben Zeit also, in der deutsche Truppen gegen die sich massierenden englischen Landungen in Griechenland auf rumänischem und bulgarischem Gebiet zusammengezogen wurden, versucht die Sowjetunion nun schon im klaren Einvernehmen mit England, Deutschland in den Rücken z u fallen, in dem es

1. Jugoslawien politisch offen und militärisch im geheimen unterstützt,

2. versucht die Türkei, durch die Zusicherung der Rückendeckung zu einer aggressiven Haltung gegen Bulgarien und Deutschland zu bewegen und zu einem Aufmarsch der türkischen Armeen in sehr ungünstiger militärischer Position in Thrazien zu veranlassen,

3. selbst eine starke Truppenmacht an der rumänischen Grenze in Bessarabien und an der Moldau konzertriert, und

4. indem plötzlich Anfana April der stellvertre­tende Volkskommissar im Außenkommissariat Wy­schinski den Versuch unternimmt, in Gesprächen mit dem rumänischen Gesandten G a f e n c u in Moskau eine Politik der schnellen Annäherung an Rumänien einzuleiten, um dieses Land zum Abfall von Deutschland zu veran­lassen. Die englische Diplomatie macht durch die Vermittlung der Amerikaner in Bukarest Anstren­gungen in gleicher Richtung.

Die aufmarfdüerten deutschen Truppen in Rumänien und Bulgarien sollten also nach dem englisch-russischen plan hier von drei Seifen, nämlich aus Bessarabien, aus Thrazien und aus SerbienGriechenland angegriffen wer­den. Rur der Loyalität des Generals Anto- nescu, der realistischen Einstellung der türki­schen Regierung und vor allem dem schnellen deutschen Zupacken und den entschmdenden Sie­gen der deutschen Armee ist es zuzuschreiben, daß dieser englisch-russische plan vereitelt wurde.

Wie ber Reichsregieruna aus Meldungen bekannt gewordep ist, sind fast 200 jugoslawische Flugzeuge, besetzt mit sowjetrussischen und englischen Agenten sowie serbischen Putschisten, unter Anführung des Herrn ^imovitsch teils nach Rußland, wo diese Offiziere heute in der russischen Armee Dienst tun, teils nach Aegypten geflogen. Schon diese Ein­zelheit wirft ein besonderes charakteristisches Licht auf die enge Zusammenarbeit Englands und Ruß. lands mit Jugoslawien.

Vergeblich hat die Sowjetregierung verschiedent­lich versucht, die wirklichen Absichten ihrer Politik zu verschleiern. Ebenso wie sie noch in der letzten Periode den Wirtschaftsverkehr mit Deutschland ausrechterhielt, so hat sie auch eine Reihe von Einzelaktionen gemacht, um der Welt ein normales ober gar freundschaftliches Verhält­nis zu Deutschland vorzutäuschen. Dahin gehört z. B. die von ihr vor einigen Wochen vorgenom-

nähme ber Reichsregierung zu dieser Frage inner­halb 24 Stunden erwarte. Trotz dieses brüs­ken Vorgehens gegen Rumänien hat die Reichs- regieruna auch dieses Mal wieder zur Erhaltung des Friedens und ihrer Freundschaft mit ber Sow­jetunion zu deren Gunsten eingegriffen. Sie hat der rumänischen Regierung, die sich um Hilfe an Deutschland gewandt hatte, zum Nachgeben geraten und Ihr bie Ueberlassung Bessarabiens und der Nordbukowina an Sowjetrußland anemp- fohlen.

Mit der zustimmenden Antwort der rumänischen Regierung wurde der Sowjetregierung von Deutsch­land die Bitte ber rumänischen Regierung übermit­telt, Ihr genügenb Zeit zur Evakuierung bieser gro­ßen Gebiete unb zur Sicherstellung von Leden und von Hab unb Gut der dortigen Einwohner zu lassen. Wiederum jedoch stellte die Sowjetregierung Rumä­nien ein Ultimatum und begann bereits vor Ablauf desselben am 28. Juni mit der Besetzung von Teilen der Bukowina und anschließend des gesamten Bessarabiens bis an die Donau. Auch diese Gebiete wurden von ber Sowjetunion sofort annektiert, bolschewisiert unb bamit tatsächlich rui­niert. ,

Mit ber Besetzung unb Bolschewi­sse r u n g ber gesamten ber UbSSR. von ber Reichsregierung in Moskau überlassenen 3 n - teressensphäre in Osteuropa unb auf bem Balkan hat bie Sowjetregierung klar unb einbeutlg entgegen ben Mos­kauer Vereinbarungen gehanbelt. Trohbem hat bie Reichsregierung ber UdSSR, gegenüber auch bann noch eine mehr als loyale Haltung eingenommen. Sie hat sich im finnischen Kriege unb in ber baltischen Frage völlig zurückgehalten, sie hat in ber bessarabischen Frage ben Standpunkt der Sowjetregierung der rumänischen Regie­rung gegenüber unterstüht und hat sich mit den von der Sowjetregierung geschaffenen Tat­sachen, wenn auch schweren Herzens, ab ge­funden. Darüber hinaus aber hat sie, um Differenzen zwischen den beiden Staaten von vornherein möglichst auszuschalten, eine groß­zügige Umsiedlungsaktion unternom­men, durch die sie sämtliche Deutschen aus ben von ber UbSSR. besetzten Gebieten nach Deutsch- lanb zurückführte. Die Reichsreglerung ist ber Auffassung, baß ein besserer Beweis für ihren Wunsch, zu einer bauernden Befriedung mit der UdSSR, zu kommen, wohl kaum erbracht wer­den fonn/e.

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