einem Matze beansprucht, daß die für die überseeischen Lebensmittelzufuhren der Insel zur Verfügung stehende Tonnage recht knapp zu werden beginnt, was man um so empfindlicher spürt, als deutsche U-Boote und Fernbomber das britische Ge> leitzugjystem in grötzte Verwirrung gebracht haben.
Vor allem aber sollte nach dem Willen Churchills das Afrika-Unternehmen Wavells der britischen Diplomatie im Mittelmeerraum und in Südosteuropa neuen Auftrieb geben. Deshalb brauchte man einen Preftigeersolg um jeden Preis, auch um den einer Schwächung des Verteidigungsstandes der Insel und einer Einengung ihrer Ernährungsbasis. Churchill hofft von dem Erfolg gegen die italienischen Waffen in Nordasrika nun eine Wiederherstellung von Englands politischem Prestige im Südosten als Grunovoraussetzung für die Wiederaufnahme der berüchtigten Kriegsausweitungsplane, die man nach dem militärischen Zusammenbruch Frankreichs vorerst hatte fallen lassen müssen. Schon in den diplomatischen Vorbereitungen Englands für den Krieg, den die britische Plutokraten- käste in blindem Hatz auf das mächtig emporstre- bende nationalsozialistische Deutschland dann im Spätsommer 1939 gegen das Reich vom Zaun brach, hatte der Südosten eine besondere Polle gespielt Den britischen Garantieangeboten, die nichts anderes bedeuteten als die mit ihnen bedachten Staaten in den Einkreisungsring gegen Deutschland einzugliedern, hatten sich zwar nur Griechenland, die Türkei und das damalige Rumänien gefügig gezeigt. Aber britische Agenten wühlten überall auf dem Balkan, um namentlich auf wirtschaftlichem Gebiet die Stellung zu untergraben, die sich Deutschland hier dank seiner Leistungsfähigkeit und dank der den Balkanlänoern sich bietenden natürlichen Vorteile eines sich ergänzenden Wirtschaftsaustausches geschaffen hatte. Die enge Verquickung von Politik und Geschäft sollte die Balkanstaaten in die Arme Englands treiben Aber das so oft bewährte Rezept britischer Diplomatie versagte. Den ersten kräftigen Stotz erhielt Englands Prestige im Südosten zweifellos durch die Abfuhr, die die britische Diplomatie schon vor Kriegsausbruch in Moskau ein- stecken mutzte. Der überraschend schnelle Zusammenbruch Polens, Frankreick;s militärische Katastrophe und der Berliner Dreimächtepakt sind weitere Meilensteine auf dem Wege des Niederganges van Englands Ansehen im Südosten. Schließlich schlug die Hoffnung fehl, die man in London auf Carol von Rumänien und eine dem englischen Pfund zugängliche Kaste verantwortungslaser politischer Geschäftemacher gesetzt hatte Nachdem sich erwiesen hatte, datz England trotz feines prahlerischen Garantieversprechens nicht in der Lage war, die Rumänen vor den Nevisionsforderungen Rußlands. Ungarns und Bulgariens zu schützen, führte die nationale Revolution des Generals Antonescu Rumänien in das Lager der Achsenmächte, für die sich vorher schon als erste Staaten des Südostens U n« garn und die Slowakei durch ihren Beitritt zum Berliner Dreimächtepakt offen erklärt hatten.
Der einzige und in seiner Auswirkung immerhin recht problematische Erfolg der britischen Südost- Politik war es, daß Griechenland sich durch englische Versprechungen verleiten lieh, gegen Albanien vorzuprellen, was Italien mit militärischen Maßnahmen beantwortete, die trotz der großen Schwierigkeiten, die ein winterlicher Gebirgskrieg bot, die englischen Pläne auf eine Ausweitung des Kriegsschauplatzes nicht reifen ließen. Der foftoarfte Stein auf dem englischen Schachbrett im Südosten war aber die Türkei, die sich durch ihre Ab- wachungen mit den Westmächten seit dem Frühjahr 1939 auf einen gegenseitigen Beistand im Kriegsfälle festgelegt hatte, freilich mit der Einschränkung, datz nur ein Angriff auf ihren Besitzstand sie zum Kriegseintritt zwingen werde und sie sich an keiner Kombination beteiligen werde, die sich gegen die Sowjetunion richte. Moskaus eiskalte Haltung gegenüber dem britischen Liebeswerben hat zweiftl- los auch in Ankara ernüchternd gewirkt. Der Besuch des türkischen Außenministers Saraeoglu in Moskau brachte indessen keine Klärung, Ende Oktober 1939 wandelte die Türkei vielmehr die Abmachungen mit den Westmächten in ein regelrechtes Bündnis um, ohne freilich aus ihrer Rolle als „nicht- kriegführende Macht" herauszutreten, fo sehr auch ein gewisser Teil der türkischen Presse sich in einer hemmungslosen Hetze gegen Die Achsenmächte gefiel. Trotz des Zusammenbruchs Frankreichs wurde der Pakt mit England beibehalfen, obwohl drohende Komplikationen zwischen den beiden ehemaligen Verbündeten im Vorderen Orient nach dem Muster von Dran und Dakar die Türkei durch ihre Nach- barfthafi mit dem französischen Syrien in eine überaus heikle Situation hätte bringen können. Auch als durch den Eintritt Italiens in den Krieg das Mit- telmeer unmittelbares Kriegsgebiet wurde und England feine Pressionen verdoppelte, um die Türkei in den Krieg hineinzuziehen, blieb man in Ankara trotz aller Sympathiekundgebungen der türkischen Presse für die Sache Englands auf der Linie vorsichtiger Zurückhaltung.
Was der britischen Politik in Ankara nicht glückte, sollte ihr auch in Belgrad und Sofia versagt bleiben. Jugoslawien hielt trotz aller Lockungen an seiner Politik strikter Neutralität fest, die am besten den Interessen des Landes zu entsprechen versprach, das mit dem italienischen Adria-Nachbarn schon vor Jahren seinen Frieden gemacht hatte und mit dem Großdeutschen Reich, das durch irit» Niick« gliederung der Ostmark ebenfalls Nachbar Iugolla- Wiens geworden war, durch die besten kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen sich freundschaftlich verbunden fühlte. In B u l g a r i e n ist das Bündnis aus dem Weltkrieg nie vergessen ward en. Zugleich empfand man hier Deutschlands Kampf gegen das Diktat von Versailles stets auch als wertvolle Hilfe in Bulgariens Ringen um eine Revision der ihm im Diktat von Neuilly aufgezwungenen Ungerechtigkeiten. In Sofia hat man sehr wohl verstanden, daß es der deutsche Sieg war, der im vorigen Jahr den Bulgaren ohne Schwertstreich die Rückgliederung der Dobrudscha erlaubte, und man hat mit feinem Dank dafür nicht zurückgehalten. Angesichts dieser Tatsachen war es von Churchill doch einigermatzen verweaen, zu glauben, daß die Offensive des Gene- rals Wavell in Nordafrika sich propagandistisch in diplomatische Erfolge Englands auf dem Balkan um- münzen ließe Dummdreist und engstirnig meint er immer noch, es müsse für andere Völker eine Ehre sein, sich für England schlagen zu dürfen, auch wenn sie das Schicksal Polens, Norwegens, Hollands, Bel- giens und Frankreichs vor Augen haben und wis- fen, datz England nur darin konsequent ist, seine Bundesgenossen im Stich zu lassen, wenn sie ihre Schuldigkeit getan haben Aber unbeirrt erklärte Churchill in feiner letzten Unterhausrede: „Wenn alle Balkanvölker zusammenstehen und übereinstimmend handelten, von Großbritannien und der Türkei unterstützt, so würden viele Monate verfließen, und in diesen Monaten könnten viele Dinge geschehen." In seiner gewohnten Unverfrorenheit machte also Churchill kein Hehl daraus, daß es England lediglich darauf ankommt, Zeit zu gewinnen. Wie im
„Der Sieg im Westen."
Die Mitkämpfer werden um besten beurteilen können, wie gut der Film die Atmosphäre des Feldzuges festhält: nach dem Urteil von Frontsoldaten sieht und hört man nicht nur die Einschläge, son-' dem riecht auch förmlich das Pulver der krepierenden Geschosse. So wird der Westfeldzug noch einmal nach- und miterlebt und festgehalten, sowohl für die schnellebige Zeit wie auch für die Heimat, die Um und Nachwelt
Der Film ist ein Dokumentarfilm deS Heeres. Er zeigt alle seine Waffen und Waffengattungen im kampf- und todesmutigen Einsatz und zugleich die hervorragende Bewährung unseres Materials, vor allem auch unserer Panzer und unserer schweren und schwersten Artillerie, wie sie durch die Initiative des Führers so glänzend vorbereitet worden ist. Er zeigt aber auch die reibungslose Zusammen- a r b e i t des Heeres mit den anderen Wehr- Machtteilen, der Kriegsmarine und vor allem der Luftwaffe, die immer wieder die entscheidenden Schläge vorbereitet und ihr Gelingen durch die Luftherrschaft ermöglicht. Ader auch der Nachschub, die rückwärtigen Dienste, die großartige Leistung der Organisation Todt und des Reichsarbeitsdien- stes werden gezeigt und treten als ein Wunderwerk der Gesamtplanung und Gesamtorganisation bildhaft in Erscheinung.
Glaube und Stolz sind die Geburtshelfer dieses Filmwerks gewesen — man wird das spüren: Der Glaube an die Einzigartigkeit des deutschen Soldaten und deutschen Offiziers jeder Rangstufe, <m der Jahrhunderte gearbeitet haben, und der Glaube an die vom Schicksal gesandte Schöpferkraft des Führers, durch die er im schwersten Waffengang der deutschen Geschichte zum überragenden Feld- Herrn wurde — und der Stolz auf die Taten und Leistungen einer neuen Jugend Europas, vor denen eine alte Welt in die Knie sinken mußte. Unser deutsches Gemüt ist dabei nicht vergessen worden. Den in der kurzen Atempause zwischen der ersten und zweiten Phase des Kampfes, zwischen Dünkirchen und dem Angriff auf die Weygandzone, dessen Folge Frankreich zu Fall brachte — da klingt auch Lachen und fröhliche Musik, liegen Augenblicke, da der Kampflärm verstummt und andere Klänge aufrauschen: das Lied der Heimat und die Orgel mit überirdischer Bachscher Musik.
Wenn die letzten Bildstreifen vorübergezogen sind, dann sind wir nicht nur bewegt und erschüttert, sondern auch erhoben und haben neue Kraft zum letzten Wasfenqang empfangen. Denn die Arbeiter an diesem Film, die alle in ihrer Art Soldaten und Kameraden waren und dies bewiesen, haben nur ein Ziel gekannt: Die im Westen so hinreißend sieahafte Dynamik des deutschen Soldatentums wie Der deutschen Größe dokumentarisch festzuhalten, um sie immer wieder als Kraftquelle aus- strömen zu können auf diese und zukünftige Geschlechter.
Der große heeresdokumentarfilm „Der Sieg im Vesten" wird am 3. März zum ersten Mal In Gießen In einer Feslvor. Heilung im Gloria-Palast gezeigt werden. Aus feine einmalige künstlerische und zeitgeschichtliche Bedeutung sei in den folgenden Zeilen nachdrücklich hingewiesen.
NSG. Der Heeresdokumentarfilm über den Feldzug im Westen wird seinen besonderen Platz und Rang in der Geschichte des deutschen Films einnehmen. Er ist ein Zeugnis der heroischen Wirklichkeit des Weftfeldzuges und zugleich ordnende und geordnete künstlerische Gestaltung eines einmaligen Siegeszuges. Soldaten und Kameraleute, Generalstäbler und Filmmänner, Dichter und Militärschriststeller haben daran gearbeitet und in Bild, Wort und Ton ihr Bestes für die Gerneinschastsleistung beigejteuert. In vielen Monaten angestrengter Arbeit ist hier aus nicht weniger als 600 000 Meter Filmstreifen das Drama des Westfeldzuges heraus- gearbeitet und so gestaltet worden, wie es des Sieges unserer Wehrmacht und ihres Opfers würdig ist-
Der Film ist ein Dokumentarfilm, das heißt er bringt Aufnahmen unmittelbar aus d e rn Kampf- und Kriegserlebnis. Er zeigt den Siegeszug der deutschen Armeen im Westen, die Durchbrüche, den Kampf an den Brennpunkten der Schlachten in eindringlichen, unmittelbar in der vordersten Linie aufgenommenen Szenen, und er zeigt zugleich in ausgezeichneten Plänen und lieber sichten den Ablauf der großen Operationen auf Grund der Feldherrnpläne des Führers und Obersten Befehlshabers. Einen besonderen Reiz gewinnt er noch dadurch, datz in ihm eine ganze Reihe von Filmen der gegnerischen Seite, Dokumente der feindlichen Filmberichter hineingearbeitet worden sind, so daß auch hier wie in einem vollgültigen Drama die Gegenseite auftritt und zu Worte kommt.
Es mutz der Meinung entgegengetreten werden, als ob dieser Film nur eine Zusammenstellung von bereits gezeigten Wochenschauen sei. Er ist mehr: eine als Kunstwerk zu wertende Gestaltung meist bisher noch nie gezeigter Filmstreifen. Die besten Kameraleute her Berichterstaffel des Heeres der Heeresfilmstelle und der Propagandakompanie haben dafür ihr Leben eingesetzt. Meist mit den vordersten Truppen vorgehend haben sie z. B. den tollkühnen Handstreich gegen das Fort Eben Emael, stark umkämpste Flußübergänge, den Durchbruch durch die verlängerte Maginotlinie, den Vorstoß unserer Panzer an die Kanalküste, die Schlacht um Dünkirchen, den Durchbruch durch die Weygandlinie, den Einmarsch in die französische Hauptstadt und schließlich den Fall der stärksten Befestigungen der Maginotlinie bis zur Waffenstreckung des französischen Gegners festgehalten.
ganzen Verlauf dieses Krieges, so sucht es mit dem nahenden Frühjahr mit verdoppeltem Eifer nach neuen Bundesgenossen, die es vor sich herschieben könnte, um die deutschen Schläge abzufangen, die ihm gelten. Inzwischen könnten viele Dinge geschehen, meinte tiefsinnig Herr Churchill, wobei er wohl an die amerikanische Hilfe dachte oder an irgendein anderes Wunder, das die britische Insel dann vor dem drohenden Verhängnis retten könnte. Daß er bei den Staatsmännern des Südostens nicht gleich Verständnis und Gegenliebe fand, machte Churchill, dem der Zeitgewinn auf den Nägeln brennt, nervös und ungeduldig. Er wurde grob und nannte die Leute „borniert , die die zwingende Logik feiner Thesen nicht begreifen wollten.
3m Südosten hat man sich durch solche Hemds- ärmelichen Ausbrüche britischer Ungeoulb nicht in feiner nüchternen Betrachtung der Lage irre machen lassen und so hat Churchill in dieser Woche den Zusammenbruch seiner Balkanpolitik zur Kenntnis nehmen müssen. Vorausgegangen war der Entschluß Rumäniens, nun auch offiziell feine diplomatischen Beziehungen zu England abzubrechen, nachdem sich in London unter dem inzwischen ausge- bürgerten ehemaligen rumänischen Gesandten Tilea eine rumänische Emigrantenregierung etabliert hatte. Der englische Gesandte in Bukarest, Sir Ne- ginakd Hoare, einer der skrupellosesten Intriganten des britischen diplomatischen Dienstes, hat mit den letzten britischen Agenten nun endlich das Land verlassen, in dem er seit 1934 ein kleiner König war. Fast am gleichen Tage weilten die leitenden Staatsmänner Jugoslawiens beim Führer auf dem Obersalzberg, und das Echo, das dieser Besuch in der jugoslawischen Öffentlichkeit gefunden hat, bestätigt, daß man sich in Belgrad ein sehr genaues Bild von dem wirklichen Kräfteverhältnis in diesem Kriege gemacht hat und sich durch groß aufgemachte Teilerfolge der britischen Waffen in einem Wüstenfeldzug ohne Sinn und Ziel nicht blenden läßt. Nur wenige Tage später hat Bulgarien, das der britische Premierminister in seiner letzten Unterhausrede mit so plumpen Drohungen einzuschüchtern versucht hatte, eine Freundschaftserklärung mit der Türkei unterzeichnet. Menn man in London mit gespielter Gleichgültigkeit das Gesicht zu wahren sucht, so spiegelt sich darin nur die peinliche Verlegenheit, wie man eine Kette von diplomatischen Niederlagen verschleiern soll, die Englands Rückzug aus seinen letzten, zäh ver- teidigten Positionen auf dem Balkan bedeuten und diesen einer aufrichtigen und zuverlässigen Friedenspolitik freigeben. Ör. Fr. W. Lange.
Eden in Kairo eingetroffen.
London, 21. Fedr. (Europapreß.) Der englische Außenminister Eden ist am Donnerstag unerwartet in Kairo eingetroffen. In seiner Begleitung befindet sich u. a. der britische Generalstabschef Gene- ral Dill. — Kurz vor Beginn der englischen Offensive gegen Libyen war Eden als Kriegsminister in Kairo, um die Pläne und Vorbereitungen für den englischen Angriff auf Libyen zu überprüfen. Jetzt werden Eden und General Dill die von den englischen Truppen besetzten Gebiete in Ostlibyen besichtigen, und vermutlich mit General Wavell über die Fortsetzung des Wüstenfeldzuges gegen Tripolis sprechen. Verschiedentlich ist auch die Frage erörtert worden, ob nicht die Armee Wavells nach Griechenland geschickt werden soll. Zwei Offiziere des britischen Hauptquartiers im Nahen Osten General Marshall-Cornwall und Öuftmar« schall E l m h u r st sind soeben von Besprechungen mit dem türkischen Generalstab aus Ankara nach Kairo zurückgekehrt. Ihre Mitteilungen über die neue zwischen Bulgarien und der Türkei unterzeichnete Deklaration werden gewiß ebenfalls Geaen- stand der Besprechungen Edens sein. 8
Bezahlte Berufslügner.
Von unserer Berliner Schristleitunq
Die sensationsgierige Skrupellosigkeit der jüdisch- amerikanischen Presse ist seit Jahrzehnten hinreichend bekannt. Diese Sorte von Pressevertretern liefert jederzeit jede gewünschte Sensationsmeldung auch bann, wenn nicht der geringste sachliche Anhalt vorliegt und wenn solche Meldungen Brunnenbergif- fungen schlimmster Art barftellen. Im Neuyorker Presse-Klub Haven jetzt einige Mitglieder, die in Europa tätig waren, gesprächsweise zugegeben, daß ihre Meldungen über einen angeblichen deutschen In- vasionsversuch in England vom September vergangenen Jahres nichts anderes als unhaltbare Erfindung gewesen sind. Diese amerikanischen Berufslügner hoben also ein volles halbes Jahr verstreichen lassen, ohne die belogene amerikanische Öffentlichkeit aufzuklären, und' sie haben jenes Eingeständnis nur unter sich selbst gemacht. Diese Kreaturen, denen Beruf nicht die wahrheitsgemäße Berichterstattung, sondern d i e bezahlte Hetze und die Vergiftung der öffentlichen Meinung ihres Landes ist, haben also nicht einmal die Zivilkurage, für ihre eigenen Lügen öffentlich geradezustehen. Wir Haden hier ein typisches Beispiel für die unbegrenzte Gewissenlosigkeit der Berichterstattung in den angelsächsischen Ländern. Jahraus jahrein werden die Völker Arne- rikas, Englands und zahlreicher anderer Länder in biefer systematischen Weise belogen. Das System aipfelf in den Hetzfeldzügen ihrer Regierungen, die ohne Rücksicht auf Siaatsvefchuldung den Völkern ungeheure Rüstungslasten aufbürben, weil sie ihnen etwa deutsche Angriffe über den Ozean ober „Welt- fklaverei" einreden!
©er Giühpunki-Kuhhandel.
Die NSA. glauben sich übervorteilt.
Washington, 22. Febr (Europapreß) Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Pachtung von Stützpunkten aus britischem Besitz sind Gegenstand einer örtlichen Untersuchung, wie „New Port World Telegram" berichtet. Der Vorsitzende des Flotten- ausschusses im Repräsentantenhaus, Ninson, wird auf Marine^ugzeugen einen Sonderausschuß nach Neufundland, Bermuda, den Bahamas, Trinidad und Britisch-Guayana entsenden. Die Besichtigung wurde beschlossen, nachdem zwei Ausschußmitgtieder mit Beamten des Marinedepartements konferi-rt hatten und berichteten, daß England den Tausch Zerstörer gegen Stützpunkte zu seinem eigenen besten Vorteil ausnutze Bereits am 11. Januar habe Roosevelt eine Kommission ernannt, welche in der Stützpunktfrage über die Einzelheiten mit den englischen Stellen verhandeln sollte. Diese Kommission fuhr am 17. Januar ab. doch seien Der- Handlungen immer noch im Gange, ©taatsge- lande fei den Amerikanern verweigert wor- den, während für.private Ländereien gewaltige Preise gefordert wurden. Dabei handle es sich teilweise um Schwemmland, dessen Herrichtung große Summen und viel Zeit erfordere.
4,7 Millionen Ausländer in den LIGA.
N e u y or k, 21. Febr. (Europapreß.) Nach dem Registrierungsgesetz für Ausländer haben sich in der zweiten Halste 1940 nicht weniger als 4 741 971 Ausländer in den Vereinigten Staaten eintra- gen müssen. Diese Ziffer geht weit über die nrntlirf) angenommene Zahl von Ausländem hin- aus Etwa eine Million hält sich g e s e tz - w drig in USA. auf. Das sind diejenigen, die leise über die Grenze schlüpften, ober einfach vom Schiff an Land getrieben sind. Was mit ihnen gemacht werben joll. weiß bis heute niemand. Irgend»
©er Zinssatz von 3% Prozent.
Auf einer Veranstaltung der Gaupropagandalei, tung Hamburg sprach der Vizepräsident der Reich,, oank, Kurt Lange, über eine Reihe aktueller' Wirtschastsfragen. Präsident Lange schilderte die auf weite Sicht hin überlegte Finanzpolitik des Reiches, die den großen Erfolg für sich buchen kann, baß sie mitten im Krieg den Zinssatz von 4,5 au| 3,5 v. H. für langfristige Schatzanweisungen her- jbgebrütft hat. Seit Jahresbeginn liegt eine solche Serie von 3,5 prozentigen Schatzanweisungen bei den Geldinstituten zur Zeichnung auf, und da, Ergebnis wird von allen Sachkennern schon jetzl als ein voller Erfolg gewertet.
Aber es liegt in der Natur aller wirtschaftlichem Vorgänge, baß sie zwei Seiten haben. Man würde sich manche erbitterte Erörterung ersparen, wem, man biefe elementare Grundtatsache immer in, Auge behielte, daß die Wirtschaft gewissermaßen ben Wappenspruch hat: „Wat bem einen [in Uhl, is bem onnern fin Nachtigall." Ganz gewiß wird Durch biefen frommen norddeutschen Spruch fein wirtschaftlicher Gegensatz aus der Welt geräumt, wohl aber werden die Erörterungen aus der luftigen Höhe dogmatischer Streitereien auf die handfeste Erde niedergeholt. Mit andern Worten: es bleibt die Frage übrig, wie setzt man sich mit einem gegebenen wirtschaftlichen Sachverhalt fa auseinander, daß möglichst alle Parteien „auf ihre Rechnung kommen".
Die Erreichung eines Standard-Zinssatzes von 3,5 v. H bedeutet die praktische Abschaffung der Zinsknechtschaft auf der einen, eine erhebliche Schmälerung der Kapitaleinkünfte auf der enteren Seite. Es liegt auf der Hand, daß Zustände, wie wir sie nach der Inflation und bann wieber während der großen Wirtschaftskrisis zwischen 1930 unb 1933 hatten, schlechthin unerträglich sind und wirf, liche Zinsknechtschaft barftellen: baß ber nominelle Zinsatz von Anleihen zwischen 6 und 8 v. H betrug, wozu aber bann noch Provisionen, Zeich- nungskurse unter bem Nennwert oder bei Hypothekengewährung besondere Abzüge gekommen sind. Es sind gerade zehn Jahre her, daß wir in Deutschland mit einem tatsächlichen Zinssatz von 9 bis 10 v. H. zu rechnen hatten. Das war das, was man mit vollstem Recht Zinsknechtschaft nannte, als« jener Zustand, wo das Rentnerkapital das produktive Kapital einfach ausbeutete.
Wir stehen heute vor einem anderen latbeftanbe Wer gespart oder sich eine Dersicherungsrente gekauft hat, ist an der Hohe des Zinssatzes auch interessiert. Ein scharfes Fallen des Zinsfußes bebeutet für ihn eine sehr erhebliche Einkommenschmälerung. Nun wollen wir diese Dinge nicht übertreiben, son. dem fo darstellen, wie sie in Wirklichkeit meist sind. Wer Kapitalien anlegt, sucht bas Risiko zu verteilen. Er wird also einen Teil feines Geldes in festverzinslichen Schuldverschreibungen, einen anderen: Teil in einem Haufe, einen dritten Teil in Aktien: anlegen. Wenn ein M"nfch 1930 100 000 RM besah; und sich mit diesem Vermögen zur Ruhe setzte, foi mochte er auf einen tatsächlichen Kapitalertrag von: 9000 RM. im Jahre kommen. Heute trägt ihm: dieses Kapital nach der zum Teil gesetzlich nerfiiq* ten Herabsetzung der Zinsen ungefähr 4000 RM. . Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Eine wesentliche Milderung tritt allerdings dadurch ein, daß die Aktienkurse seit ber Katastrophenzeit vom 1930/33 stark gestiegen sind und jetzt einen nor* |
wie muß ja der Stock geschwungen werden, aber niemand glaubt im Ernst, daß man sie wieder ob*- schieben konnte. Am meisten Ausländer wohnen in: Neuyork (1 212 622); Kalifornien (526 937): Penn" ! sylvanien (361 475); Massachusetts (356 028); Illi- ! nois (319 385); Michigan (290 730); New Jersey 1 (270 973) und Texas (204 450). Es handelt sich also- vor allem um die Randstaaten, in denen die Ausländer hängengeblieben sind. Unter diesen sind es wieder die industriellen, die bevorzugt wurden. „Ausländer" ist allerdings für die meisten Registrierten ein merkwürdiger Begriff; wenigstens für diejenigen, die hier feit langen Jahren illegal sitzen oder welche sich nicht um ihre Bürgerpapiert gekümmert haben.
England des verbrecherischen Anschlages ans Chiappe überführt. Berlin, 21. Febr. (DNB.) Der Tod des französischen Oberkommissars von Syrien, Chiappe,. ist jetzt endgültig aufgeklärt worden. Untersuchungen. | haben ergeben, daß der britische Geheim - I dienst den Abschuß des Flugzeuges, mit dem: I Chiappe am 27. November 1940 das Mittelmeer überflog, veranlaßt hat. Aus einwandfreier | Ouelle wurde festgestellt, daß es seiner Zeit eng- fischen Agenten in Beirut gelungen war, sich den: | von der Luftfahrtgfellschaft Air France benutzten; I Code zu verschaffen. Sie haben sich genau über den I Verkehr ber Air France-Flugzeuge nach Nordafrika: 1 und Syrien — also auch über den Flug Chiappes— | unterrichtet. Auf Grund dieser Erkundungen wurde: | bann ber verbrecherische Anschlag ausgeführt. Ena- | land wollte unter allen Umständen verhindern, daß, | ber als sehr energisch bekannte Chiappe sein Amt: I als Dberfommiffar von Syrien antrete Damit lind« alle Versuche ber englischen Propaganba, Italien. 1 die Schuld am Tobe Chiavpes in bie Schuhe w: ] schieben, gescheitert. Der Intelligence Service ist: | wieder einmal eines heimtückischen Anschlages überführt.
Schwere Sturmschäden in Gibraltar.
Rom, 22. Febr (Europapreß.) Die römiftfit I Presse berichtet von großen Verheerungen, bie der | Sturm auf Gibraltar angerichiet hat: mehrer* Dampfer hätten schwere Havarien erlitten, zwei große Munitionsleichter seien aesunk-n. Fernerwurden zwei Wasserflugzeuge zerstört. Zwei englische Handelsdampfer wurden abgetrieben und- 1 strandeten. Auch bie Lebensmittellager der Festung« | Gibraltar haben durch den Sturm schwer gelitten. , In der Straße von Gibraltar ist der Schiffahrtsverkehr nicht möglich, die Verbindungen zwischen | Gibraltar, Algeciras und Tanger sind unterbrochen | — Schwere Sturmschäden werden auch aus Algeci- j ras gemeldet.
Die »Ile de Rrotue* in Singapur Mrückaebolten
Mailand, 21 Febr. (Europapreß.) Wie die j Abendblätter aus Neuyork melden, ist der fran^ zösiiche Ueberfeedampfer „Ile de France | mit 43 000 BRT., das zweitgrößte Schiff ber französischen Handelsmarine, von ben Engländern in Singapur zurückgehalten worben. Die Mannschaft' j hatte beim Zusammenbruch Frankreichs versucht,- | bas Schiff zu versenken. Die gesamte Mannschaft, mit Ausnahme einer kleinen Bewachung j wurde wegen ihrer feindseligen Haltung gegenübetl England initrnlHL


