Ausgabe 
22.2.1941
 
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Giehener Anzeiger

Paris,

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Oie Spannung in Ostafien

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1941.

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mit zahlenmäßig überlegenen Verbänden von Glä­sler- und PZL-Jhigjeugen zwölf feindliche Flug- zeuge ab. Eines unserer Flugzeuge wurde abge- schossin, zwei wettere sind mit Toten und verwun­deten an Bord zurückgekehrl.

In Rordafrika die üblichen Aufklärungsun­lernehmen unserer Schnellen Kolonnen. 3m Ge­biet von Kufra haben unsere Flugzeuge feindliche Stellungen bombardiert und deutlich erkennbare Brände hervorgerufen. 3n der Vacht des 20. Fe­bruar haben deutsche Flugzeuge den Slüh- punkt Bengasi, Flugplätze und Artillerleslellun. gen des Feindes angegriffen. 3m Gebiet des Aegäifchen Meeres haben unsere Flugzeuge militärische Ziele eines griechischen Slühpunkles bombardiert.

3n Ostafrlka dauert im unteren 3 uba - G e b l e t die Schlacht auf beiden Seilen des Flusses an. Von den anderen Abschnitten ist nichts von Be- deulung zu melden. Der Feind Hal Einflüge gegen einige Orl'chaflen von Erllrea, des 3uba-Landes und des Gebietes von 3avello unternommen. Es sind Menschenleben und einiger Schaden zu be­klagen. Zwei feindliche Flugzeuge wurden von un­serer Luftabwehr abgeschossen.

3n den ersten Stunden des 21. Februar haben feindliche Flugzeuge L a l a n i a überflogen und dabei einige Bomben abgeworfen, durch die sechs Personen verlebt und Schaden von geringer Be­

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Die Blätter behandeln ausführlich die Erklärun­gen des Generalstabschefs Marshall in der Sit­zung des Heeresausfchusses des Senats. Der Gene- rnlstc'bscbef habe die Lage im Pazifik a l sernst" charakterisiert uni) deshalb eine Verstärkung

Verstärkungs- oder Ablösungstruppen handelt. Mit den 5000 Soldaten sind auch 142 Offiziere einge­troffen.

imd der Leser mißtrauisch. Er ist im übrigen sehr tlerant, so daß er etwa ein Mädchen, das wir Erzogen" nennen, alszu temperamentvoll" be- zichnet. Die große Toleranz hat ihre gefährliche feite, dort, wo beispielsweise schädliche Volks- trmente ihren Nutzen daraus ziehen. Die Toleranz «tspringt aber auch einer gewissen Gleichgültigkeit, ,L__...l oft angewandten Wort äußert:

Sie sind frei, ihren Nachbarn zur Hölle fahren

der pazifischen Flotte durch modernste Flugzeuge bekanntgegeben. Marshall soll weiter be­tont haben, die Leitung von Heer und Marine be­absichtige nicht, die Verteidigung der USA. von wichtigstem Material zu entblößen, um die Hilfe für England zu beschleunigen.

Die Vermutung der Presse, daß diese Erklärungen Marshalls den Regierungsstellen nicht ungelegen kamen, charakterisiert das gegenwärtige Stadium des fernöstlichenNervenkrieges" sowie die sich ver­steifende Haltung Englands" und der USA. gegen­über Japan.New Port Daily News" betont, die Verstärkung der USA.-Luftwaffe im pazifischen Be-

Englän­der gemeinsame Feind

Vernichtende Wirkung der deutschen Lustangriffe auf Malta

lägen der Un

, 23. 8 etlldjaits n Titel. eser

hunderttausend. Amerika steht in der Bücherproduk­tion unter den Kulturnationen an letzter Stelle mit 0,7 Büchern auf zehntausend Einwohner (Dänemark an der Spitze mit 9 Büchern). Amerika neigt zu best-sellers, die wöchentlich bekanngegeben wer­den. So entsteht ein Bucherfolg nach dem Grund­satz:Wer Erfolg hat, erntet noch mehr Erfolg". Der Amerikaner, der sehr eigenwillig ist, wenn es um die Tat geht, erweist sich so als eher unselb­ständig, wenn es sich um geistige Dinge handelt. Denn hier unterstellt er seineMeinung" einem unbestimmten Etwas, das er mittruth oder Wahrheit bezeichnet. Er glaubt nun, daß diese Wahrheit am ehesten gefunden wird, wenn man derReaktion der Mehrheit" folgt. Und diese Reaktion glaubt er im Fall von Büchern an deren Verkaufsumsatz ablesen zu können.

Viele amerikanische Journalisten schreiben in ihren Büchern das genaue Gegenteil dessen, was sie sonst immer vom Ausland her kabelten. Mit diesen Büchern machen sieMeinung", während das, was sie in Zeitungen berichteten, im Rahmen des allgemeinen Mißtrauens gegenüber der Presse in allzuvielen Fällen ohne tiefgehenden Einfluß bleibt.

Meßen i, richten d ;e DienM rgruppebß lach, Orks fftroHr:- :ag von 1;

hielt Senator Reynolds (North Carolina) eine vierstündige Rede, wobei er sich in scharfen Gegen­satz zu Senator Bailey aus dem gleichen Staat stellte. Während Bailey sich am Vortage für In­tervention und notfalls für den Krieg aussprach und warm für die Englandhilfe-Dorlage eintrat, erklärte sich Reynolds nun überraschend a l s Geg­ner des Gesetzes, nachdem er ihm im Aus­schuß unbedingt zugestimmt hatte. Reynolds er­klärte, die Vorlage bedeute Rettung des brittschen Empires auf Kosten amerikanischen Le­be ns und amerikanischen Geldes. Die britische Propaganda habe das amerika­nische Volk umgeworfen, so daß jener Teil des Vol­kes, der nur an Schutz und Erhaltung des ameri­kanischen Lebens interessiert sei, von den anderen alsFünfte Kolonne" bezeichnet werde, weil er nicht England jede Hilfe geben wolle. Die erste Verteidigungslinie der Vereinigten Staaten sei hier und nicht Tausende von Meilen entfernt. Die ein­fache Wahrheit fei, daß England glaube, Amerikas erste Verteidigungslinie befinde sich in Europa.

5000 USA -Soldaten in Manila eingetroffen.

Mailand, 21. Febr. (Europapreß.) Wie der (Sortiere della Sera" aus Schanghai meldet, sind an Bord des nordamerikanischen Militärtransporters ©ran t" über 5000 Soldaten in Manila einge­troffen. Es wurde nicht mitgetellt, ob es sich um

Washington, 21. Februar. (Europapreß.) diplomatischen Kreisen Washingtons wird darauf verwiesen, daß zwischen London und Wa- shingt 0 n über die Lage im Fernen Osten ein lebhafter Gedankenaustausch im Gange sei. Die englische Regierung dränge auf eine Verstärkung der antijapanischen Haltung der USA.-Regierung und fordere neue wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen gegen Japan. DieNew Port Post" meldet, daß neue gegen Japan gerichtete Vorschläge der englischen Re­gierung von Hopkins dem Präsidenten Roosevelt überbracht worden seien.

reich und die Erklärungen des Generalstabschefs deuteten einen bemerkenswerten Hinweis auf letzten Fernostabsichten der USA.-Regierung.

©er Kampf

um die Englandhilfe.

nung japanischer Offiziere unter Führung des Gene­ralleutnants Yamashita, die eine Besichtigungs­fahrt in den besetzten Gebieten unternommen hatte, hat auch Paris und andere französische Städte be­sucht. Bei einem Empfang der japanischen Offiziere wurde die herzliche Freundschaft zwischen der deut­schen und der japanischen Armee betont. General­leutnant Yamashita sagte, mit dem deutschen Sieg im Westen sei eine Neuordnung Europas einge­leitet worden, deren geistige Grundlagen auch die Ideale Japans feien. Japan stimme mit Deutsch­land völlig darin überein, daß d i e englische Seeräubermacht, die ein absolut unbrauch­bares Element in der sich anbahnenden Weltord­nung darstelle, niedergeworfen werden müsse. England sei der gemeinsame Feind., Die Japaner seien des festen Glaubens, daß es gelingen werde, ihn zu vernichten und damit ein Zeitalter zu be­gründen, in dem Gerechtigkeit herrsche und die auf­bauenden Kräfte der beiden Völker volle Entfal­tungsmöglichkeiten finden würden.

Weitere militärische Maßnahmen in Australien.

Stockholm, 21. Februar. (Europapreß.) Der austtalische Schatzkanzler Spender teilte mit, daß Schritte für die Aufrechterhaltung einererhöhten Bereitschaft" wirtschaftlicher und finanzieller Natur getroffen werden sollen. Die Ausbildungs­zeit der Miliz wurde von 60 auf 90 Tage erhöht und 50 v. H. des gesamten Ist-Standes der Miliz sollen ständig Waffendienst tun. Maßnahmen zur Luftabwehr sind inzwischen in Neufüd- wales eingeleitet worden. Die Behörden von Syd­ney haben die Anlage von 13 öffentlichen Schutz­räumen angeordnet. Die Räume fassen zusammen etwa 700 Personen.

Auch Australien braucht seinen Schiffsraum für Kriegsmaterial.

Neuyork, 22. Fedr. (DNB. Funkspruch.) Nach einem Bericht derNew York Times" sieht sich die australische Regierung gezwungen, ihre Einfuhr noch stärker zu drosseln. Handelsminister Page er- Härte, die australische Bevölkerung müsse auf sehr viel Waren in Zukunft verzichten. Australien könne weder Tabak noch Holz noch Seide ober Baumwolle einführen. Aber auch den Teegenuß werde man auf das stärkste beschränken, Australien brauche seinen Schiffsraum für kriegswichtige Frachten und müsse seine Devisen für den Ankauf von Kriegsmaterial und Kriegsroh» ftoffen aufsparen.

Der australische Ministerpräsident in London.

London, 21. Febr. (Europapreß.) Der austra­lische Ministerpräsident Menzies ist zu seinem bereits vor längerer Zeit angekündigten Besuch in London eingetroffen. Menzies wird mit den führen­den Mitgliedern des englischen Kabinetts und Ver­tretern der militärischen Leitung politische und mitt- tätische Fragen besprechen.

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d Samstag, 22.' Sonntag, 23. Februar Ml

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Washington, 21. Febr. (Europapreß.) dicht besetztem Hause und überfüllten Galerien

Splitterbomben belegt. Unsere 3äger lieferten einen deutnng ungerichtet wurde, neuen Beweis ihres Mutes. Sie schossen im Kampf I -----

iearbeitetderamerikanischeZourualist?

Von Hans Leuenberger.

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ners ein Unglücksrabe. Selbst im ernstesten Ge­schehen darf das Korn Humor nicht fehlen. Auch muß einer nicht trachten, die Bilder, die der Ameri­kaner von den Dingen und Menschen der Erde vor seinem geistigen Augen hat,verzerren" zu wollen. Der Amerikaner hat seine Vorstellungen typisiert und erwartet auch in Berichten immer wieder das Auftauchen dieser Typen, also etwa desDeutschen mit dem Bierkrug" und desFranzosen mit dem großen Schnurrbart und der Baskenmütze".

Die amerikanische Presse gliedert sich in zwei Hauptgruppen. Die des Ostens blickt nach Europa, ist gemäßigter, während die des jüngern Westens frischer, aber auch sensationeller wirkt und, vor allem in Kalifornien, eher nach dem Pazifik schaut. Der Westen lieft zehnmal mehr als der Osten. Die Zeitungenwandern" nur von Ost nach West, nicht enud) umgekehrt. Am wenigsten lesen die Städte mit mehr als einer Million Einwohner; am mei» ften die mit Einwohnerzahlen zwischen sechzig- und

Die amerikanische Presie ist ein Spiegel ameri- linischen Wesens. Der Amerikaner versucht nicht, ,nen andern direkt zu seiner Meinung zu bekeh- irn. <5o wenig tut dies die Presse. Ripley konnte iinen Landsleuten die unmöglichsten Dinge erzäh- In unter der Devise:Believe it or not. Er über­leb es also dem Leser zu glauben oder nicht. So aubte er vieles, wenn auch nicht alles. Wenn wir tem Amerikaner sagen:So ist es!", bann ant­wortet er:Wart' einen Augenblick!" Und wenn wir noch so viel Pathos in eine Beteuerung hinein- r<gen; er wird dadurch nur mißtrauischer. Am wenigsten erträgt er Selbstlob, so sehr er aber Lob ,ines Allgemeinen, eineranerkannten" Haltung 1-fürworlet.

Bei uns herrscht noch in vielen Kreisen die An- fcht, man müsse einen Artikel so schreiben, daß er lird) Andeutungen die Neugierde des Lesers wecke, i.orauf man trachtet, ihn immer weiter in den Irtifel hineinzuziehen und ihn so zu zwingen, alles IH lesen. Solche Artikel lieft der Amerikaner nicht, schon im Gespräch mit Amerikanern müssen wir chtgeben, daß sie uns nicht immer durchbrennen. Senn ein Amerikaner einen Gesprächspartner sucht, f-gt er:Warte einen Augenblick!" Dann erst be ;nnt er seine Ausführungen. Ist er nicht sogleich lar und eindeutig, so erhält er wohl die Entgeg- ung:Oh, skip it! (Lassen wir es!) Diesskip l-gt den Amerikanern ständig auf der Zunge bereit.

Die amerikanische Zeitung beginnt einen Artikel rit einem Schlagwort, das an und für sich bizarr 1 soll. Darunter folgt in etwas kleinerer Schrift !.n Untertitel in Form eines vollständigen Satzes, I m allerdings meist Artikel, Präpositionen und bnjunttionen fehlen. Nun erst folgt ein erster fextabfchnitt von selten mehr als zehn Zeilen.

| tiefer Satz muß prägnant die Quintessenz des gan-

n Berichtes wiedergeben für denjenigen, der nicht l-iiug Interesse oder Zeit aufbringt.

Der amerikanische Journalist bleibt ständig im fontreten. Abstrakta haben im besten Fall Gefühls- tert, sofern es sich um bereitsanerkannte" Se­rif fe handelt. Andere werden einfach übergangen. Problematik ist geradezu verhaßt ober Gegenstand enes mit der Psychoanalyse als Mode aufgenom- renen Snobismus. Sonst zieht der Leser vor allem be anekdotische Form der Darstellung vor. Im xeichen Zug liegt die- Vermenschlichung C^umanb zng") Alle Geschehnisse drehen sich um eine Per- snlichkeit als Mittelpunkt. Und dieser Mensch cärb mit seinen Stärken und Schwächen wirklich in t-sen Mittelpunkt der Beschreibung gestellt. Wenn nan nur das Gute an einem Menschen schildert,

Schanghai, 21. Febr. (Europapreß.) Die ame- rikanl"chen Befestigungspläne für Guam und die nordamerike.nischen Samoa-Inseln sowie bie Entse.ibung britischer Truppenverbände nach Malaya und die Zusammenziehung australischer Truppen an der Grenze zwischen Malaya und Thai­land werden von japanischer Seite als ein Versuch bezeichnet, die Spannung im Fernen Osten zu er­höhen. Ein japanischer Sprecher in Schanghai gei­ßelte scharf Englands Maßnahmen, die rein a g - gresiver Natur seien, da England nicht mit Japan Zusammenarbeiten wolle, das den Konflikt zwischen Thailand und Jndochina zu schlichten suche.

Der Sprecher der japanischen Regierung erklärte Journalisten, die Landung australischer Truppen in Sinaapur sei ein britisches Manöver, um den Ein­druck zu erwecken, daß die Lage in Ostasien kritisch geworden sei. Die Engländer seien nervös. Die Lage rechtfertige gar keine Beunruhigung. Natür­lich könnten die Engländer ihre Truppen auf ihrem Gebiet nach Belieben verschieben. Weny sie jedoch Japan zu drohen versuchten, würden sie auf Japans völlige Entschlossenheit stoßen.

Hongkong Telegraph" meldet, daß die Der- teioigungsmaßnahmen in Hongkong ihren Höhepunkt ereicht haben. Ein Sprecher der britischen Armee in Hongkong wies auf weitere Evakuierungsmaßnahmen hin. Er wiederholte die von dem Oberbefehlshaber der britischen Streit­kräfte im Fernen Osten kürzlich bei einem Besuch der Kronkolonie getane Aeußerung, daß die Fern- ostverteidigungszone nunmehr zusammenhängend sei.

Oie USA. verstärken ihre pazifische Flotte.

Jahrgang itr.45 laaliti), anker Jonntags und »Feiertags Seilagen: Die3 Uuitrierte «ieKenerN-amlllenblätter Heimat miBild DieSctwlle Otonats-Bezugsvreis: yüt 4 Beilagen RM. 1.95 l^hne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr. -.25 iueb bei yiiebterfehernen ;,on einzelnen Nummern Bifolge höherer Gewalt xernivrechanschluk 2251 Lrablanscbtitt:Anzeiger" ^onickeck 1168k^ranti. M

Geplatzte Illusionen.

In dieser Woche haben die britischen Kriegs- rnacher ihren Lieblingstraum, durch dessen Ver­wirklichung sie in Erinnerung an das Saloniki- Unternehmen des Weltkrieges Deutschland in die Zange des Zweifrontenkrieges zu nehmen gedach­ten, wohl für alle Zeiten begraben müssen.Viel­leicht hoffen sie auf den Balkan", hatte der Führer in seiner Rede am 30. Januar gesagt, als er von den Möglichkeiten sprach, die den britischen Pluto­kraten geblieben waren, ihrem Krieg gegen das Reich noch einmal eine Wendung zu geben, nach­dem sie vom Kontinent verdrängt sind und auf ihrer Insel mit wachsenden Dersorgungsschwierig- keiten kämpfend, mit Zittern und Zagen neue Ent­schlüsse der deutschen Kriegführung erwarten. Sie hatten schon gemeint, durch die Offensive der Armee Wavells in Afrika den Achsenmächten das Gesetz des Handelns endlich entrissen zu haben. An dieses mit so gewaltigem Aufwand an Material uni) Menschen eingefädelte Unternehmen hatten Churchill und Genossen ein ganzes System von Spekulalionen geknüpft. Man hatte sich von ihm eine militärische Entlastung für die Insel verspro­chen, muß aber feststellen, daß die deutsche Luft­waffe zwai: an die Seite des italienischen Bundes­genossen getreten ist und den britischen See- und Luftstützpunkten im Mittelmeer sowohl wie den britischen Landstreitkräften in Nordafrika mit har­ten Schlägen Tag für Tag scharf zusetzt, daß aber ihre Stoßkraft gegen die Insel in keiner Weise geschwächt ist, daß sie vielmehr mit ihren Fern­kampfbombern im Verein mit der Kriegsmarine weit über den Mittelatlantik hinausgreift, um die Blockade der britischen Insel äußerst wirksam zu ge- statten. Noch »größer war vielleicht die Hoffnung Churchills, daß sich an den Erfolgen der Afrika- Offensive Wavells die Widerstandskraft der Briten neu aufrichten werde. Aber man hört immer wie­der Stimmen aus London, die über diese vielge­priesenen Erfolge der britischen Waffen in Afrika recht kritisch urteilen, einmal im Hinblick auf die außerordentlich hohen Verluste und den großen Ein­satz an ebenso wertvollem wie höchst rarem Kriegs­material, das man mühsam aus Amerika heran- geschafft hat und nach Ansicht dieser Skeptiker vielleicht später einmal an einer anderen viel ent­scheidenderen Stelle bitter entbehren werde, zum andern aber weil die Versorgung der Armee Wa­vells, bie zum großen Teil um die Südspitze Afri­kas herum erfolgen muß, Englands Schiffahrt in

Rom, 21. Febr. (Europapreß.) Die auf zahl­reichen Aufklärungsflügen d e s deutschen Flie­gerkorps von Matta gemachten photographischen Aufnahmen beweisen die schweren Schäden auf den Flugplätzen, in den Unterkünften, Arsenalen, Ha'enbecken und Werftanlagen als Folge der Bombenangriffe, die bisher auf Matta un­ternommen wurden. WieTelegrafo" meldet, wur­den beispielsweise auf dem Flugplatz Micabba bie Flugplatzgebäude, Unterkünfte und Hatten zer­stört. Das Rollfeld würbe burch riesig» Sprengtrich­ter unbrauchbar gemacht. Bei La Valetta wür­ben die wichtigsten Hatten und Arsenalanlagen so­wie bie Docks des Kriegshafens beschädigt. Auch der Große Hafen", der zahlreiche feindliche Schiffe be­herbergte, wurde teilweise schwer beschädigt. Das Trockendock von Gantara und das sogenannte Französische Dock wurden durch Volllreffer zerstört. Auch das große Arsenal von Malta bildet immer wieder Angriffsziele der deutschen Kampfflugzeuge. Scheinwer^erbatterien an den wichtigsten strategi­schen Punkten wurden vernichtet.

Oer iialienifche Bericht.

Rom. 21. Febr. (DRV. Funkspruch.) Der ifalie- nifche Vehrmachlberichl vom Donnerstag hat fol­genden Wortlaut:

An der griechischen Front feine Ereignisse non besonderer Bedeutung. Unsere Luftwaffe hat Endliche Truppen, Nachschubkolonnen und Ver­teidigungsstellungen gründlich mit Spreng- und

vrühlfche UniverMatrdruckerei 8. Lange General-Aitzeiger für Oberhefs en «ietzen?§chulftratze7-9

z lassen ..."

Die Hebung, den hervorstechenden Zug (case in P-int") eines Ereignisses herauszuschälen, also bie interftettung des Geschehens unter die Absicht skur- r er Darstellung, führt oft zu einer sachlich ein­stigen Berichterstattung. Denn oft wird aus die- im Grund Kritik an etwas Großem geübt, ohne »ftz das Ganze zur Geltung käme. Der ameritani- 6e Leser weiß um das Bemühen feiner Zeitung, syi bie Dinge interessant und schmackhaft zu fer­neren. Deshalb übernimmt er solche Meldungen m r unter Vorbehalt. Das hat aber auch zur Folge, btfe die durch Wiederholung entstehende aesühls- tiBige Einstellung nur schwer durch einzelne tat» Wiche, verstandesmäßige Berichtigungen korrigiert v cden kann. Daher sehen wir mit Erstaunen, daß |f egentlidje wahrheitsgemäße Artikel in einer sonst iJen Tatsachen feindlich gesinnten Zeitung die Simmung der Leser nicht ändern.

Der amerikanische Berichterstatter ist sehr genau, vmn es sich um die Beschaffung von Tatsachen Uacts) handelt. Und die sind es auch, die die Haften unter ihnen fast ausschließlich interessieren. ^ rausschau ist meist nur in oberflächlichster Form kiiebt, am besten als phantastischer Bericht. Sonst öi.t man die tieferen Zusammenhänge, vor allem ti metaphysischen, links liegen. Der amerifanijaje er erwartet in Berichten über ausländisches Ge- ck-hen vor allem, daß der amerikanische Gesichts- gewahrt werde (American point of view ). ki will Zahlen in plastischen amerikanischen Ber­eich en erleben. Namen werden peinlich genau ge­rieben, mit allen Vornamen und Titeln. Drts» mgaben werden genau umschrieben, selbst ©tragen» 'amen und Hausnummern mitgegeben, wenn diese lNsem Bericht den Stempel der Tatsächlichkeit zu :e?en vermögen. Denn im klassischen Land Des Fiints, desbluffs und desmake up mutz die Lchrheit schon gut gerüstet auftreten

der Berichterstatter im Ausland sendet selbst in 6eln jedes wichtige Wort mit, das bie Leben- tteit und Wirklichkeitsnähe eines Geschehens er- -en hilft. Dazu gehören vor allem alle Tattg- ktzswörter und Eigenschaftswörter, denn nur der, le: die Dinge erlebt, findet den treffendsten AUS-

?.Drüben" werden dann nur noch bie kleinen -Wörter eingeflochten, und der Artikel ist bruckrelf, - fiei denn, daß noch einige neueslang -Begriff , ü gerade im Schwang sind, dazukommen. De rrikanische Schriftleiter unb Verleger erwartet nlicbe Genauigkeit in ben Berichten. Wenn diese ,:m kommentiert werben sollen, so will er bas !l:st tun. Für seine Person aber will er genau scheid wissen, er muß nicht einmal Borfechpeku Int sein ...So kann man benn so vieleWahr

:en" nach Amerika senben, wie man will. Socken etwa verdreht werden, so geschieht dies eben It in ben einzelnen Schriftleittmgen.

ijumor ist äußerst wichtig Der Mensch ohne mse of humor ist in ben Augen bes Amerika-