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Aus der engeren Heimat
Oie Bluttat in Muschenheim.
(Fortsetzung folgt)
migem Zuschauerraum.
*
der
Schenke auch Du dem Soldaten dle Freude eines guten Buches! Dein Block- oder Zellen- leiter nimmt es jederzeit entgegen!
Der P. K. in Gießen hatte sich als Verkehrssünder aus der Autobahn vor Gericht zu verantworten. Am 9. Oktober v. I.»hatte er den von ihm gesteuerten Lastkraftwagen zur Vornahme einer Reparatur auf der Reichsautob ahn in der Gemarkung Garbenteich verkehrswidrig % bis 1 Meter von dem schwarzen Strich entfernt auf die Seite gestellt und dadurch, daß auf den Wagen ein Personenkraftwagen von hinten auffuhr, binen Der- kehrsunfall verursacht. Ferner hatte der Angeklagte es unterlassen, durch Aufstellung von Lichtzeichen
denken an drei im vergangenen Jahre verstorbene Mitglieder in üblicher Weise geehrt, hierauf er. stattete der Geschäftsführer Ludwig Müller den Geschäftsbericht. Daraus ging hervor, daß die Mit. gliederzahl von 95 bei Beginn des Geschäftsjahres durch Neueintritt von 24 Mitgliedern aus der 3bdj. bargemeinde Trohe auf 119 angewachsen ist Der Kassenbericht, den der Rechner Ludwig Fink er« stattete, verzeichnete eine Einnahme von 625,07 RM., der eine Ausgabe von 488,53 RM. gegen, übersteht, so daß ein Ueberschuß von 136,54 RM verblieb. Der Kassenbestand für das neue Geschäftsjahr beträgt 103,99 RM., der Vermögensbeßand 811,73 RM., der gesetzliche Reservefonds 419,46 RM. Die Hauptausgaben bestanden aus Entfchä. digungen für gefallene Tiere, ferner Impfungen,
Wandertreffen in Wißmar.
Als erste diesjährige Wanderung unternahm der Westerwaldverein, Zweigverein Gießen, am vergangenen Sonntag die Wanderung zum Winter- terntreffen der östlichen Gruppen des Hauptvereins. Die Beteiligung mar wider Erwarten sehr groß, Vom Treffpunkt führte der Weg zunächst über die Krofdorser Straße. In Krofdorf wurde Einkehr gehalten. Neugestärkt führte die Wanderung weiter durch das herrlich gelegene Gleibachtal nach Wißmar. Mit froher Laune kam man dort an, von wo aus eine Pflichtwanderung unter Beteiligung sämtlicher erschienenen Zweigvereine stattfand. Gastgeber
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Verdunkelungszelt
23. Januar von 17.51 bis 9.18 Uhr.
Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Marktverkauf: Auftrieb gut, alles zugeteilt ♦
** Silberne Hochzeit Die Eheleute Hans S ch m i tz in Gießen, Neuen Baue 9 wohnhaft, köm nen heute das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar unfern herzlichen Glückwunsch.
Strafkammer Gietzen.
In nichtöffentlicher Sitzung wurde gegen den H. M. in L. verhandelt. M. war beschuldigt, in den Jahren 1934, 1935 und 1940 in L. mit Personen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte wurde zu einer Gesamtgefängnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, abzüglich ein Monat Untersuchungshaft, verurteilt. Straferschwerend wirkte das hartnäckige Leugnen, straf- mildernd die seitherige Unbescholtenheit,
H. M. in F. hatte sich ebenfalls wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Kindern unter 14 Jahren, begangen am 15. November v. I. in F., zu verantworten. Der Angeklagte wurde zu einer Gesamtgefängnis st rafe von einem Jahr und zwei Monaten, abzüglich zwei Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Straferschwerend wirkte das hartnäckige Leugnen, strafmildernd der Umstand, daß der Angeklagte einschlägig nicht vorbestraft ist.
Amtsgericht Giehen.
Der L. B. in Annerod wohnt mit seinem Onkel in demselben Hause. Der Angeklagte benutzte zweimal die Abwesenheit des Onkels, um die Tür seines Zimmers mit einem falschen Schlüssel zu öffnen. Er erbrach die Schublade und entwendete daraus einmal 25 und das anderemal 20 RM. Der Angeklagte war geständig. Er wurde, dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend, zu einer Gesamtgefängnisstrafe von vier Monaten, abzüglich einem Monat Untersuchungshaft, verurteilt. _ . ,
die der Verein obligatorisch eingeführt hat, und für tierärztliche Unkosten. Die Tätigkeit des Vorstandes wurde allgemein anerkannt unb ihm auf Antrag des Mitgliedes Muhl einftimmig Entlastung erteilt. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden di« seitherigen Vorstandsmitglieder einstimmig wieder« gewählt. Nachdem noch einige kleinere Angelegen« heiten erledigt worden waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung.
K A l b a ch, 21. Jan. In guter Gesundheit feierte heute der Landwirt Philipp Konrad Wagner seinen 7 0. Geburtstag. Unsere herzlichen Glück,' wünsche.
△ Watzenborn-Steinberg, 21. Jan. 3n der Gemeinde Watzenborn-Steinberg wurden im vergangenen Kalenderjahr 45 Kinder geboren, davon 5 in einer Gießener Entbindungsanstalt An Sterbe« fällen waren 18 zu verzeichnen, während 19 Paare den Bund fürs Leben schlossen. — Der Gesangver. ein „Sängerkranz" Watzenborn-Steinberg hiett am Samstagabend im Vereinslokal „Zum goldnen Stern" seine Jahreshauptversammlung ab. Da sich der Dereinsführer Otto Schmidt z. Z. im Felde befindet, wurde die Versammlung vom Ehrenvor« sitzenden Jvhs. Harnisch geleitet. Der Dorstan- steht im regen Briefwechsel mit den im Felde stehen« den Kameraden. Verschiedene Male sang der Verein in Gießener Lazaretten. Die Gesangsstunden werden weiterhin durchaeführt
<£ Leihgestern, 21.Jan. Seinen 7 5. Ge« burtstag konnte am heutigen Dienstag, 21.Januar, der Landwirt Georg Dem VIII., dahier, in guter Gesundheit begehen. Dern war jahrzehntelang im Kriegervereinswesen führend tätig und bat sich als Vorsitzender des hiesigen Pferde- und Diehver« sicherungsvereins anerkennenswerte Verdienste erworben. Nachträglich unfern herzlichen Glückwunsch
kreis Alsfeld.
—.— Homberg, 21. Jan. Am Sonntagnach- mittag fand die erste Wanderung des hiesigem Zweigoereins des Oberhessischen Ge- birgs-undWandervereins, Sitz Marburg statt. Die Wanderung, an der sich 30 Dsreinsmilalle- der beteiligten, führte nach Büßfeld und von dort: zurück nach Homberg. Während der Rast in Büßlek machte der Vereins^ührer über den WandervlM und die Ziele des Vereins für das Jahr 1941 interessante Mitteilungen. Im übrigen war die Rch froher kameradschaftlicher Geselligkeit gewidmet
Kreis Bübingen.
X Schotten, 21.Jan. In den Standesamtsregistern unserer Stadt wurden im abgelaufenen Jahre eingetragen: 126 Geburten. 82 Sterbefälle, 19 Eheschließungen, davon 12 Krieq?- : trauungen und Ferntrauungen. Die Geburten unto Sterbefälle im städtischen Krankenhaus sind darin eingeschlossen.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
C. St Der Ausgang des Ehescheidungsprozesses i ist unbeachtlich für Ihre Unterhaltpflicht gegenübei Ihrem Kinde aus der geschiedenen Ehe. Sie sind : diesem gegenüber vielmehr auch nach der Scheidung i zum Unterhalt verpflichtet Die Tatsache, daß ©< • wieder verheiratet sind, kann allenfalls nur wegen . der Höhe des von Ihnen an das Kind zu zahlendem > Unterhalts von Wichtigkeit sein.
Rom das größte römische Amphitheater war. Heute ist die Arena in den Sommermonaten als Frei- lichttheater weit und breit bekannt und genießt den Ruf, eines der schönsten der Welt zu sein!
Auf der Piazza Erbe ist Markt Wir bestaunen das lebhafte Treiben und Handeln. Nirgends kommt das südländische Temperament so zur Geltung wie gerade beim Ein- und Verkauf. Im Hintergrund des Platzes erhebt sich eine Marmorsäule mit dem Flügellöwen. Wir ersehen hieraus das Zeichen der ehemaligen Herrschaft Venedigs. Auf dem Marktbrunnen ist ein antikes Standbild der Verona, im Voltsmund „Madonna Verona" genannt, bejon- ders sehenswert. Die „Piazza bei Signori" ist rings von Palästen umgeben, in der Mit^e steht das Standbild Dantes, des größten italienischen Dichters und Schöpfers der „Göttlichen Komödie". Wir gehen den Platz entlang und sehen plötzlich an einem großen Gebäude eine in das Gemäuer eingehauene Fratze mit breitem, offenem Maul. Es ist der Briefkasten für anonyme Anzeigen, .der zur Hsrrschafts zeit der Venezianer üblich war und dessen Opfer ungezählte und in den meisten Fällen unschuldige Bürger waren! Wir gehen zur Kirche „Santa Maria antica" und kommen an den Grabmälern der Scaliger, eines italienischen Fürstengeschlechtes, vorbei. Die erhöhten Sarkophage unter Säulenbaldachinen sind wegen Fliegergefahr dicht mit Sandsäcken bedeckt worden. Wir bedauern außerordentlich, diese Sehenswürdigkeit Veronas nicht bewundern zu können, da uns die Grabmäler der Scaliger ganz besonders zur Besichtigung anempfohlen worden sind. Beachtenswerte Baudenkmäler sind der Dom, Castel San Pietto und das aus der Zeit Augustus stammende Teatto Romano, ein guterhaltenes altrymifches Theater mit halbLreisför-
diefes schönen Wintersterntteffens war der Zweigverein Wißmar, der allen Besuchern noch als be- ondere Ueberraschung Kaffee und Kuchen darbot. Volkstanz, Musik, Gesang und Vorträge, sowie kameradschaftliches Beisammensein füllten den erinnerungsreichen Tag aus. Verhältnismäßig spat erst konnte man sich zum Rückmarsch entschließen, der auf der Wißmarer Straße an der Lahn entlang nach Gießen verlief. Auch diese, wie überhaupt alle Wanderungen im Verein, war wieder ein Beweis für die Hauptziele dieser Gemeinschaft, nähere und fernere Heimat kennen und schätzen zu lernen.
Gießener Vochenmarklpreise.
Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen ich für A-Sßarc. Für 8-Ware ober abfaüenbe Ware sowie für Selbsterzeuger liegen bie Preise nichtiger.
♦ Gießen, 22. Jan. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,80 RM., Käse, das Stück 8 bis 9 Npf., Kartoffeln, % kg 4,2, 5 kg 42, Wirsing, kg 9 bis 10, Weißkraut 9 bis 11, Rotkraut 12 bis 13, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Unterkohlrabi 9 bis 10, Aepfel 28 bis 30, Lauch 20, Sellerie 16 Rpf.
Gießener Schiachtviehmarkt.
zwischen den beiden kam es bann zu der schweren Bluttat. Der überfallene Mann wurde nach Lich in das städtische Krankenhaus übergeführt, wo fein Befinden am gestrigen Dienstag den Umständen entsprechend gut war; Lebensgefahr besteht anscheinend jetzt nicht mehr. Der Täter, nach dem gefahndet wird, konnte bis jetzt noch nicht ergriffen werden. Neben bem UeberfaUenen werden bie Ettern bes Täters, bie als ordentliche unb brave Menschen allgemein einen guten Ruf genießen, von der Bevölkerung unseres Dorfes bebauert
Landkreis Gießen.
gfs. Alten-Bufeck, 21.Jan. Die Abteitungs- leitevin im Deutschen Frauenwerk, Frl. Laux, hielt in unserer Gemeinde einen gut besuchten Mütterschulungskursus üb er häusliche Näh- arbeit ab. Alle Teilnehmerinnen waren begeistert bei biefer Arbeit. Es wurde u. a. deutlich gezeigt, wie man aus manch ungeachtetem Stückchen Stoff ein nettes Kinderkleibchen arbeiten konnte.. Ferner gab die Leiterin auch praktische Winke für die Hauswirtschaft. Der Lehrgang verlief mit einer Ausstellung und einer Schluß fei er zur Zufriedenheit aller Beteiligten unb ließ erkennen, wie wichtig und wertvoll diese Mütterschulungslehrgänge sind.
* Alten-Buseck, 21.Jan. Am Samstag hielt der hiesige Schw e i n e v e r s i ch e r u ng s v e r e i n seine 54. ordentliche Generalversammlung^ für das abgelaufene Geschäftsjahr im Lokal Einhäuser ab. Dor Eintritt in die Tagesordnung wurde das An-
Mu s ch e n h e i m (Kreis Gießen), 22. Jan. Zu ... schweren Bluttat in dem Hause des hiesigen Landwirts Karl Seipp in der Nacht zum Montag, über die gestern bereits berichtet wurde, ist noch mitzuteilen, daß der schwerverletzte Seipp den 17 Jahre alten Wendelin Wirth von Musckenheim als Täter bezeichnet, der chn in seinem Hause überfallen und niedergestochen hat. Der junge Mensch, der feit Montag früh flüchtig ist, hat ttotz seiner Jugend schon mancherlei üble Streiche vollführt. Er hatte vorher gelegentlich in der Landwirtschaft des UeberfaUenen mitgearbeitet unb war dadurch mit dessen Lebensgewohnheiten vertraut geworden; hinzu kam, daß Seipp öfter bei der Familie des Täters zu Besuch weilte. Aus diesen gegenseitigen Beziehungen wußte der junge Mensch, daß Seipp in seinem Hause Geld aufbewahrte, auf dessen Erlangung es bei bem nächtlichen Einbruch mit feinen schweren Folgen offenbar abgesehen war. Der Täter war am Sonntagabend, nachdem Seipp am Nachmittag noch im Elternhause bes W. zu Besuch geweilt hatte, nach Lich gefahren, vermutlich zu dem Zweck, sich auf diese Weise ein Alibi zu verschaffen. Von Lich aus war er nach Muschenheim zurückgelaufen und dann etwa gegen 23 Uhr in bas Haus bes Seipp eingedrungen. Den erhofften Gelddiebstahl konnte er jedoch nicht ausführen, da er durch den wachgewordenen Mann bei seinem Vorhaben gestört wurde. Im Verlaufe der Begegnung
Wasserscheide zwischen bem Adtiatischen und bem Schwarzen Meer bilbet. Es geht nun abwärts weiter nach dem Süden. Wir durchfahren viele und lange Tunnels und plötzlich, wir können es kaum glauben, öffnet sich vor uns eine Landschaft so schön im ! Sonnenschein, daß wir erstaunt die Augen schließen und rasch wieder öffnen, um zu sehen, ob es wirklich wahr sein soll, daß wir vom rauhen Winter in den lieblichen Herbst zurückversetzt worden sind. Es ist wahr. Wir sehen das Vieh auf der Weide, wir sehen die lieblichen Häuser im schönsten Sonnenschein. Wir fahren durch das herrliche Südtirol. Ein schönes Land, eine herrliche Gegend! Der Zug rollt weiter nach Süden, wir erreichen Bozen unb kaufen uns ben ersten Fiasco (ca. 2 Liter) herrlichen Südtiroler Weines! Wir führen ihn uns mit Genuß zu Gemüte unb beschließen: „bei biefem bleiben wir!" Unsere italienischen Kameraden schei- nen benselben Geschmack an ben Tag zu legen, denn allenthalben sehen wir bie leeren Fiascos hoch im Bogen ben fahrenden Zug verlassen, um an ber nächsten Station burch neue, volle ersetzt zu weiden. Es geht an ber Etsch entlang unserer Zielstation Verona entgegen! Das Etschtal ist von breiten, steilen Bergen eingefaßt unb bietet einen wunderbaren Anblick, ber noch erhöht wird burch bie im Abendsonnenschein sich barbietenben Bergrücken!
Wir kommen nach Trient und bemunbern hier vor allem bie teilweise bis auf die Berhöhen sich erstreckenden kleinen Dörfer mit ihren weißen Häuschen und den charakteristischen flachen Dächern! Beim Passieren von R o v e r c t o werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß dort eine Erinerungs- glocke an alle im Weltkrieg Gefallenen zum Gedächtnis dieser Helden jeden Abend ihren mahnen- ben Ruf ertönen läßt!
Abends gegen 20 Uhr treffen wir an unserem Bestimmungsort Verona ein unb werden bort aufs herzlichste willkommen geheißen. Die lieber- gäbe und der Weitertransport ber in ben umliegenden Dörfern ansässigen italienischen Lanbar- arbeiter wickelt sich rasch unb reibungslos ab. Mit herzlichen Dankworten unb vielen Evviva-Rufen verabschieden sich bie italienischen Kameraden von uns, während wir uns in das Hotel geleiten lassen.
Am anderen Morgen werden wir durch ein Militärsignal geweckt. Ich eile an das Fenster, offne die zur Durchführung der Verdunklung herabgelas- fenen Rolläden und werde vom schönsten Sonnenschein begrüßt. Das Signal', das uns zum Erwachen brachte, stammte, wie ich später erfuhr, von einer Carabinieri-Kaseme (Gendarmerie).
Von dem Leiter ber Confeberazione Fascista La- voratori Agricoltura werben uns zwei Personen für die Besichtigung von Verona zur Verfügung gestellt. Wir sind während unseres Aufenthaltes Gäste dieser Parteistelle. Besonders sehenswert ist in Verona die Arena, die nach dem Kolosseum in
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehver- teiaerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 36 bis 45, Bullen 43,5 bis 45,5, Kühe 20 bis 48, Färsen 32,5 bis 49,5, Kälber 30 bis 57 Rpf. je % kg Le- «c.vL ' c « ...
dendaewicht. Für Schweine wurden je kg Lebend- aus gleicher Richtung kommende Fahrzeuge zu gewicht folgend Preise bezahlt: Klasse a (150 kg warnen Dem Antrag bes Anklagevertreters ent- unb mehr) 1,13, bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 sprechend mürbe er zu einer Gelbstrafe von bis 134 5 kg) 1,11, c (90 bis 119,5 kg) 1,07, d (80 8 0 RM. verurteilt Strafmildenid wirkte der Um- bis 89 5 kg) f,01, e—f (unter 80 kg) 0,97, gl (fette stand, daß ber Angeklagte em verhaltmsmaßig Specksauen) 1,13, i (Altschneider) 1,11, g2 (andere I junger Fahrer war.
Umwege -es Herzens
Roman von H.G. Hansen
Copyright by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker • Gröbenzell
5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Inzwischen war es fast dreiviertel vier Uhr geworden. Als sie eine Schneise überquerten, hielt Koßmann plötzlich an. Er richtete den Blick ruhig und überlegen auf den Begleiter und sagte in unverändert sachlichem Ton:
„So, Kühlitz, und jetzt wollen mir einmal Jagd Jagd sein lassen und uns mit einer ganz privaten Angelegenheit beschäftigen."
„Private Angelegenheit?" Kühlitz mar noch völlig ahnungslos.
„3a. Und meil es meine ureigenste Privatangelegenheit ist, rnill ich sie hier erledigen, nicht aber vor Gericht ober burch einen anerkannten Zwei- karnpf." Er beobachtete^ mie Kühlitz zusammenfuhr und ihn erschreckt ansay.
Aus bem Munbe bes Kapellmeisters kamen abgerissene Worte. „Gericht? — Zweikampf? — Wie soll ich — wie soll ich bas verstehen?"
„Du versteht schon. Das sieht man bir an. Vorgestern abenb habe ich bas Geständnis meiner Frau gehört. Eure unb meine Schaube will ich nicht in bie Öffentlichkeit tragen lassen. Wenigstens meinen anständigen Namen muß ich aus dieser schmutzigen Affäre retten, solange ich am Leben bin. Du brauchst mir weiter nichts zu sagen. Mein Entschluß steht fest"
Kühlitz war zwei Schritte zurückgetreten. Er mar bleich geworden unb in höchstem Maße erregt.
Koßmann fuhr fort: „Ein regelrechter Zweikampf würde Zeugen erfordern. Mir ist jeder Zeuge zuviel. Also tragen wir bie Angelegenheit allein aus. Fünfzig Meter Abstand sind bei unseren Waffen angebracht. Du gibst mir als Schütze nichts nach. Also hast du trotz deiner Gemeinheit noch eine Chance. Nun los. Wähle deinen Standort."
Der Kapellmeister hatte sich langsam gefaßt. „Du kannst mir nicht allein bie Schuld geben. Du selbst unb Gitta..
„Halt!" Koßmann hatte das sehr laut gesagt. „Kein Wort mehr weiter. Ich verbitte mir Erörterungen darüber." Er wandte sich wortlos ab und ging in Richtung des Punktes, den er für sich als richtig ansah.
In Kühlitz überstürzten sich die Ueberlegungen. Duellieren, noch dazu ohne Zeugen mit einem so ausgezeichneten Schützen wie Koßmann? Das war der reine Selbstmord. Dieser Mensch hatte sich völlig in der Gewalt und blieb auch in solcher Situation ruhig und beherrscht. Er selbst hatte die Nerven völlig verloren. Schießen? Es war nicht zu umgehen. Koßmann hatte einen eisernen Schädel und ging nie von einem gefaßten Plan ab. Schießen? Ja, wenn es sein mußte, aber bann einer allein; bie« ser eine mußte Kühlitz sein. Er dachte die Gedanken kaum zu Ende, riß seinen Drilling hoch, richtete ihn auf Koßmann und drückte den Schrotlauf ab. Der Schuß brach donnernd durch die Morgenstille. Mit einem Ruck war Koßmann herumgefahren. Er war etwa dreißig Meter entfernt.
Eine Minute der Ueberlegung schien er zu brauchen, um diese Wendung zu durchdenken. Dann überkam ihn eine unbändige Wut. Langsam und exakt, wie auf dem Anstand, hob sich seine Büchse. Ehe er abdrückte, fuhr aus Kühlitz' Drilling ein neuer Strahl. Dann schoß Koßmann. Kühlitz warf die Arme hoch und fiel um wie ein im Feuer zu- sammenbrechendes Stück Wild.
Mit Schritten, bie fast feierlich wirkten in ihrer stelzenden Langsamkeit, kam Koßmann näher. Er beugte sich zu dem Gefallenen nieder und stellte fest, daß dieser den Schuß in ben Mund empfangen hatte. Die Ausschußöffnung am Genick war handtellergroß. Der Tod muhte auf der Stelle eingetreten sein.
Ohne sich noch einmal umzudrehen, ging Koßmann davon. In zehn Minuten hatte er die Jagdhütte er» reicht und zog seine Jacke aus. Auf dem Hemd waren Blutspuren zu sehen. Einige Schrotkugeln des ersten Schusses hatten ihn in ber linken Hüfte getroffen. Die Prüfung ber Verletzungen ergab, daß diese ohne Bedeutung waren. Koßmann klebte Mull- binde und Leukoplast darüber, zog seine Jacke wieder an, legte das Gewehr zusammen, verstaute es im Rucksack und befand sich um vier Uhr zwanzig Minuten auf dem Rückweg. Er wählte eine ent
fernt liegende Bahnistation, die erst nach einer guten Stunde erreicht werden konnte. Ohne Aufsehen bestieg er ein Abteil in dem ziemlich leeren Frühzug und stieg um dreiviertel sieben Uhr auf dem Bahnhof Grünewald wieder aus.
Zehn Minuten später stand er vor seinem Haus, öffnete bie Tür, burchquerte bie Halle und ver- schwand in seinem Arbeitszimmer. Dort reinigte er sorgfältig die Waffe, brachte sie wieder in ihrem Schrank unter, legte die Patronen an Ort und Stelle, schloß den Rucksack ein und stieg bann bie Treppe hinauf. Weder in der Halle noch auf der Treppe begegnete ihm ein Mensch. Er kam ungesehen in sein Zimmer, entledigte sich ber Kleider und reinigte die drei kleinen Einschüsse gründlich, wobei er einen Spiegel zur Hilfe nehmen mußte. In zwei Fällen gelang es ihm, mit Hilfe einer Pinzette die Schrotkörner herauszuziehen. Dann verband er bie Wunben unb zog einen Schlafanzug an.
Die Nachprüfung des Anzuges,^ ben er bei feiner Expedition getragen hatte, ergab, daß die Schußspuren nur ganz geringfügig waren unb in dem flauschigen Stofs fast verschwanden. Die Wäsche allerdings war blutbesudelt. Er rollte sie sorgfältig zusammen unb brachte sie in einem verschließbaren Schubfach unter, um sie später zu verbrennen. Dann ging er zu Bett, blieb eine Viertelstunde liegen und klingelte. Als es an der Tür klopfte, stand er auf, zog einen Hausmantel über und öffnete. Es war eines ber Mädchen.
„Bitte, richten Sie mir bas Bad."
Sie knickste, „Jawohl, Herr Koßmann."
Eine halbe Stunde später war er mit Baden fertig unb fühlte sich erfrischt. Mit besonderer Sorgfalt kleidete er sich an unb nahm zusammen mit seinen Kindern um acht Uhr das erste Frühstück ein. Es verlies wie hundert andere seiner Art heiter unb voller Fröhlichkeit. Gitta hatte sich wegen starker Kopfschmerzen entschuldigen lassen und erschien erst zum Mittagessen.
Die Leiche des erschossenen Kapellmeisters Küh- Utz wurde vormittags um halb elf Uhr von Spazier- gängern aufgefunden. Der sofort benachrichttgte Gendarm bes nächsten Ortes stellte einen Mann als Wache an ben Tatort und lief zum Telephon, um die Mordkommission anzurufen. Kriminalrat Doktor
Bruchbausen traf in Begleitung feines ständigen Mitarbeiters, bes Kriminalasfistenten Wagner, bereit - kurz vor ein Uhr ein, obwohl er eine lange ©trefft durch den Wald nicht hatte mit bem Wagen zu rück' legen können. Inzwischen war auch ber nächster- reichbare Arzt eingetroffen und hatte die Leictzc untersucht.
Bis um drei Uhr bauerten dje Besichtigung de; Tatortes und bie ersten Feststellungen. Dann wurd! die Leiche abtransportiert und auf ber Chaussee b einen Leichenwagen gelegt, um zur gerichtsärzftiche" Untersuchung nach Berlin gebracht zu werden. Amtszimmer bes Gendarmen nahm Doktor Bmch Hausen bie ersten Vernehmungen vor.
Zunächst ließ er ben Arzt bitten, um dessen kurze 'Mittsilungen draußen im Walde noch einmal fr präziser Form zu hören.
„Der Erschossene war wenigstens sechs Stunden tot, als ich die Leiche untersuchte. Also muß die Ttt vor sechs Uhr begangen sein. Auf diesen Zeitpun-lt kann ich mich nicht feftlegen. Ebensogut ist es möglich, daß ber Mord um fünf Uhr oder noch etwas früher geschah. Zweifellos Schuß mit einer Kugel- Der Unterkiefer ist teilweise zerschmettert, ber Kehlkopf burchschlagen und der ganze Halswirbel heraus« gerissen. Der Tod muß sofort eingetreten fein."
„Das Letzte ist wichtig", sagte Bruchhausen. ,X les Weitere muß bie Sezierung ergeben. Ich häufe Ihnen, Herr Doktor."
Der Arzt verließ das Zimmer, in dem der Afi' ftent Wagner Protokoll führte. Bruchhausen wandic sich zu diesem. „Sagen Sie mal, Waqner, auffallend Fußspuren haben <Ae wohl auch nicht gesehen?"
„Nein, es waren schon viel zuviel Menschen dort herumgetrampelt; erst bie Ausflügler und nachle' sicher hundert Menschen aus dem Dorf. Da ist nichb mehr zu machen gewesen. Auch die weitere Umgfr bung noch abzusuchen, ist zwecklos. Wichttg ist ki« Kugel. Sie ist war deformiert, doch noch beutln erkennbar. Der Schießsachverständige wird ein feine? Gutachten abgeben." '
„Gut. Ist mir alles klar. In ber Jagdhütte auch weiter nichts Auffälliges zu sehen. Alles eir bißchen durcheinander. Aber das hat nicht viel p sagen. Jetzt wollen wir mal die Leute Horen, kt bie Leiche gefunden haben."
(Fortjetzung golgQ


