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ner in ihren eigenen Ländern die Bedeutung er» kannt, die ein zur rechten Zeit durch freiwillige Zugeständnisse erreichte Ausgleich mit jenen aus innerer Notwendigkeit nach Raum und Zugang zu den großen Rohstoffgebieten der Erde, sei es in Osteuropa, sei es in Afrika oder in der Südsee, drängenden Völkern für die Sicherung ihrer eige» nen Imperien und deren weitverzweigte und da­her auch äußerst empfindliche wirtschaftliche In­teressen hätte haben müssen. Man hat sich zu keiner, auch nicht der geringsten Konzession bereitgefunden, entweder aus der aus innerer Unsicherheit und schlechtem Gewissen geborenen Furcht, einen Präze­denzfall zu schaffen, der den auf keiner hinreichenden Leistung mehr begründeten Rechtsanspruch der angel­sächsischen Mächte auf Alleinherrschaft über die Reichtümer dieser Welt in seinem Fundament er­schüttern müßte, oder aus der satten Borniertheit der beati possidentes, die wie Fafner auf ihrem Golde schlafen.

Sollten solche oder ähnliche Gedanken nicht we­nigstens im stillen Kämmerlein auch den Roosevelt, Churchill und Genossen kommen, wenn sie heute doch vielleicht schon zu ahnen beginnen, was sich bereits in der Anfangsphase des von ihnen frevel­haft provozierten Krieges in Ostasien als Folge einer Politik der Versäumnisse und Herausforde­rungen, wie sie sie und ihre Vorgänger zwei Jahr­zehnte hindurch betrieben haben, in ersten Konturen abzeichnet? Die Japaner selbst sind zwar weit da­von entfernt, die ersten Erfolge ihrer Wehrmacht zu überschätzen, so gewaltig sie auch sind und so kühn auch der Angriffsgeist ist, der sich in ihnen offen­bart. Sie wissen, daß es ein langer und schwerer Krieg sein wird, der ihnen von zwei trotz aller Der- lüfte noch über große militärische und wirtschaft­liche Machtmittel verfugenden Weltmächten aufge­zwungen wurde. Aber wenn sie nach kaum zwei Wochen bereits mit Genugtuung feststellen können, daß die durch den japanischen Angriff auf den USA.-Pazisik-Stützpunkt Pearl Harbour auf Hawai der USA.-Marine und -Luftwaffe beigebrachten Verluste so groß sind, daß sie die praktische Ver­nichtung der USA.-Pazifikflotte und der aus Hawai stationierten Luftwaffe" bedeuten, so ist das zusam­men mit der Versenkung der beiden einzigen Schlachtschiffe des britischen Ostasiengeschwaders und den erfolgreich fortschreitenden Landungsunterneh­men der Japaner auf Hongkong, Malakka, den Phi- ilipoinen und Borneo eine Verschiebung der strate­gischen Ausgangsstellungen zugunsten der Japaner auf der ganzen Linie und von fortwirkender Be­deutung. Roosevelt und die durch seine und seines Klüngels verlogene Agitation verblendete öffentliche Meinung der USA. hatten sich diesen Krieg sehr er- he blich anders gedacht. Wie England seinen Krieg gegen die europäische Achse mit der alten ihm ver­trauten Waffe der Fernblockade gewinnen wollte, so hatte auch Roosevelt schon Jahre vor dem Aus­bruch offener Feindseligkeiten seine Netze zu stellen begonnen, um Japan wirtschaftlich zu erdrosseln. Die Rohstoffarmut der japanischen Inseln zwang Japan, seinen wesentlichen Bedarf an Eisenerzen aus den Philippinen, aus Malaya und Dritisch- Jndien einzuführen, Schrott aus den Vereinigten Staaten, Erdöl von ebenda, aus Mexiko und Nie- derländisch-Jndien zu holen, aber die japanische Wirtschaft hat sich, durch die Ausführoerbote der USA. für Schrott und Erdöl beizeiten gewarnt, darauf eingestellt, auch ohne diese Zufuhren aus dem Ausland ihre Rohstoffbasis zu sichern, was ihr die Erschließung Man-schukuos und Nordchinas wie in letzter Zeit auch die enge Zusammenarbeit mit Französisch-Jndochina wesentlich erleichtert haben. Die wirtschaftliche Abschnürung Japans sollte nach Roo­sevelts Plan ergänzt werden durch die volitische und militärische Einkreisung, die der Präsident mit der Front der sogenannten ABCD^taaten, Amerika, dem Britischen Reich, dem China Tschangkaischeks und Niöderländisch-Jndien (Dutsch-JnDia) zu schaf­fen im Begriffe stand. Duff Coopers 'Mission in Ostasien und die häufigen Besprechungen der Mili­tärbefehlshaber der USA. und Englands hatten zum Ziel, Vereinbarungen für eine enge Zusam­menarbeit der ostasiatischen Streitkräfte beider Mächte mit NiederläNdisch-Jndien und Tschungking zu treffen. Von Singapur aus sollte Japan von der Südsee abgeschnitten und damit der Blockadering geschloßen werden, weshalb England trotz seines wachsenden Bedarfs an Kriegsschiffen im Mittel­meer und im Atlantik daranging, sein Ostafienge- schwader durch Schlachtschiffe zu verstärken und au­stralische Truppen nach Malakka zu holen, während die Bereinigten Staaten offenbar zugesagt hatten, Teile ihrer Pazifik-Flotte gegebenenfalls nach Sin­gapur zu beordern, ihre Luftwaffe auf den Philip, pinen beschleunigt auszubauen und die Material­lieferungen für Tschungking zu forcieren. Der in den letzten Wochen wachsende politische und militä­rische Druck auf Thailand, das zwischen Britisch- Burma und Französisch-Jndochina liegt, dessen mi­litärischen Schutz Japan sehr zum Mißvergnügen Londons und Washingtons übernommen hatte, zeigte bereits, worauf die strategischen Abstchten der beiden angelsächsischen Mächte auf dem Konti­nent im Zusammenwirken mit Tschungking hinaus­liefen.

Japan hat an der vorerst noch schwächsten, aber in der Folge gefährlichsten Stelle diesen Einkreisungs- ring noch im Entstehen mit kühner, starker Hand zer- schlagen. Gestützt auf das Bündnis mit Thailand sind die Japaner im Begriff, sich durch ihre Lan­dung auf der Malaien-Halbinsel und den Vormarsch durch den Südzipfel von Burma zum Indischen Ozean die Kontrolle über die Malakka-Straße zu sichern, womit der Nachschub für Singapur von Westen her abgeschnitten, zumindest aber stark er­schwert ist. Auch auf der Malaien-Halbinsel, auf den Philippinen und Borneo sind die japanischen Landungstruppen in vorbildlichem Zusammenwir­ken mit Marine und Luftwaffe in stetem Vorrücken, so daß der Tag nicht mehr allzu fern zu fein scheint, wo Japan die Gebiete, deren Rohstoffe man ihm in friedlichem Güteraustausch unter den faden­scheinigsten Vorwänden vorenthalten hatte, mit Waffengewalt in seinen Besitz gebracht haben wird. Die strategische Voraussetzung oazu schuf die japa- n sche Wehrmacht bereits am Tage des Kriegsbe­ginns, als sie durch ihren kühnen, Angriff auf Ha- rvai die dort versammelte Pazifik-Flotte der USA. zerschlug und ihr damit die Möglichkeit nahm, in absehbarer Zeit mit erheblichen Kräften in der Süd- fee, dem Schauplatz der japanischen Landunas- manover, zu erscheinen. Nebenbei rechnet man für die im Verhältnis zu den gleichen Schiffskategorien anderer Nationen recht langsamen Schlachtschiffe der USA. eine Fahrtdauer von 16 Tagen für die Route HawaiSingapur, eine Zeitspanne, in der sich in der Südsee mancherlei ereignen kann. Auch für die amerikanische Luftwaffe, die auf Hawai nach japanischen Feststellungen 450 Maschinen ver­loren hat, ist ein Eingreifen in der Südsee so gut wie unmöglich geworden, denn die wichtigsteLuft­brücke" über die ungeheure Weite des Pazifik die gesamte Flugstrecke zwischen der amerikanischen

Der britische Llebersall auf Timor.

Berlin, 19. Dez. (DNB.) Australische und nie­derländisch-indische Truppen haben am 18.12. den portugiesischen Teil der Insel Timor gewaltsam besetzt. Dieser Gewaltakt gegen Die portugiesische Souveränität wurde durch die Propagandalüge eingeleitet, daß Japan die portu- giesische Kolonie Macao besetzt hätte. Sowohl von japanischer wie von portugiesischer Seite wurde diese Meldung sofort dementiert. Der Angriff auf die portugiesische Insel Timor hat in Portugal große Erregung hervorgerufen. Das portugiesische Paria- ment wird heute zur Entgegennahme einer Regie­rungserklärung zusammentreten. Unter den faden- scheinigsten Vorwänden ist damit das Territorium eines neu traten Staates von derjenigen Macht mit Krieg überzogen worden, die angeblich diesen Krieg nur führt, um die Freiheit und Souveränität der kleinen Staaten zu erhalten. Das Unternehmen selbst wurde von langer Hand vorbereitet. Schon lange vor Ausbruch des pazifischen Konflikts waren Mel­dungen im Umlauf, die von einem Anerbieten der britischen Regierung wissen wollten, den portugie­sischen Teil von Timorunter ihren Schutz" zu neh­

men. Die Behauptung, die Japaner seien im Be- griff gewesen, sich Timors zu bemächtigen, ist an den Haaren herbeigezogen. Wäre ihnen Timor wich- tig erschienen, so wäre es ihnen ohne Zweifel ein leichtes gewesen, den Engländern zuvorzukommen. Wie sehr gerade die Japaner das Recht neutraler Staaten zu respektieren wissen, zeigt ja Die Schlacht um Hongkong, wo die der britischen Festung ge­genüberliegende ebenfalls portugiesische Kolonie Macao von den Japanern nicht besetzt wurde. Die englische Behauptung, die Japaner seien au: Macao gelandet, wurde offenbar nur zu Dem Zwecke ausgestellt, um das jedem Völkerrecht hohnsprechende Vorgehen auf Timor nachträglich zu rechtfertigen. Es bleibt daher Tatsache, daß Die Briten in Portu- giesisch Timor einrütften, obwohl weder volitisch noch militärisch Der geringste Anlaß dazu vestand. Der britische Ueberfall erfolgt dazu gegen das Ge- biet eines Staates, Der nach Der letzten Botschaft des britischen Königs an den portugiesischen Staats­präsidenten alsDer älteste und treueste Freund Großbritanniens" apostrophiert wurde.

Aktuelle Geographie.

Schon in den letzten Jahren ist Burma, ge­legentlich auch Birma geschrieben, viel genannt worden: meijt im Zusammenhang mit der Burma­straße, die Der Nachschubweg für englisches und amerikanisches Kriegsmaterial nach dem inneren Tschungking-Ehina ist und über die steilen Aus­läufer des Himalaja führt. Jetzt ist Burma durch Den japanischen Vormarsch von Thailand aus in das Blickfeld gerückt. Burma wird vielfach zum Kaiser­reich Indien gerechnet obwohl es eine verwaltungs- rechtliche Sonderstellung einnimmt. Auf seinem Ge­biet von 605 000 Quadratkilometer, das also größer als Das europäische Frankreich ist, wohnen 15,6 Millionen Menschen einer alten und eigentümlichen Kultur, die sich meist mit Landwirtschaft, und zwar besonders mit Pflanzenanbau beschäftigen. Denn die Viehzucht ist wenig entwickelt, weil das Fleisch und die Milch Der Tiere aus religiösen Gründen nicht genossen werden darf. Das Gegenstück ist, daß in Burma genau so wie in Thailand der Ele­fant eine Art Haustier ist und leidlich gezähmt als Transporttier gute Dienste leistet. Die hohen und steilen Gebirgszüge schränken den landwirt­schaftlich verfügbaren Raum erheblich ein, liefern aber das wertvolle Teak-Holz, das im Schiffbau sehr geschätzt wird. Um so fruchtbarer sind die Ebe­nen, wo in Den Trockengebieten Weizen, Hirse, Baumwolle und Oelfaaten gedeihen, während der Reis als wichtigste Nährpflanze in den ausgedehn- ten feuchten Sumpfniederungen angebaut wird. In Dem mächtigen Jrawadi-Tal sind große Petrv- leumlager erschlossen worden. Die Hauptstadt ist Rangu an dem östlichen Mündungsarm des Jra- wadi mit fast einer halben Million Einwohnern, über die fast die ganze Ausfuhr an Baumwolle, Reis, Erdöl und Teak-Holz geht. Hier sind auch große Reisschälereien, Holzsägewerke und Petro­leumraffinerien tätig. Der japanische Angriff von Thailand aus gegen Burma hat nun sein erstes wesentliches Ergebnis gezeitigt durch die Besetzung von Kap Victoria, auf dem ein wichtiger Flug­platz der englischen Luftwaffe lag. Von hier führt eine 500 Kilometer lange Straße durch Den ge­birgigen schmalen burmesischen Korridor nach Tavoy im Norden, die die einzige Verbindung darstellt. Die Räumuna von Kap Victoria ist sehr unangenehm: materiell, weil nicht die Engländer Die engste Stelle Der Malaiischen Halbinsel, Die ßanDenge von Ära beherrschen, sondern die Japaner, die außerdem Damit an den Indischen Ozean vorgedrungen sind; und geltungsmäßig, weil allen Ostasiaten, die für Prestigevermste ein sehr feines Gefühl haben, vor Augen gestellt wird, wie

sehr Englandan Gesicht verloren" hat und ... an Macht!

Don uns aus gesehen, liegt Die berühmte Insel- feftung Singapur am Ausgang Der fast 900 km langen Straße von Malakka, Die Die Malaiische Halbinsel von Der großen holländischen Insel Su­matra trennt. Am vertieften Eingang Der Straße von Malakka liegt die Insel Penang ober Pinang, zu Der auf Dem Festland Der Malaiischen Halbinsel noch Die kontinentale Provinz Welles- ley gehört. Penang ist ein idealer Sitz für Die Engländer, Die in Indien wohnen. Die Insel ist mit schönen Kulturen und Gärten bedeckt, Die in üppig­ster Vegetation prangen, ihre Gebirge, Die bis 1000 m ansteigen, bieten ein sehr gesundes Klima und angenehme Wohnsitze. Jetzt ist Diese Insel im unmittelbaren Bereich Der japanischen Operationen. Die Japaner stoßen von Der norDmalaiischen Pro­vinz Kedah an Den Fluß MuDa vor, Der Die zu Penang gehörige Provinz Wellesley von Kedah trennt. Die Lage Pedangs am Eingang Der Ma­lakkastraße macht Diese paradiesische Insel zum gegebenen Sprungbrett nach Sumatra und "zum Stützpunkt für eine Luftflotte, Die Den Schiffsverkehr Durch Die Malakka st raße sperrt. Diese ist an ihrer weitesten Stelle 350, an Der schmälsten Stelle nur 75 km breit. Mit anDeren Worten: England fürchtet, daß Singapur, selbst wenn es nicht erobert wird, durch eine solche Um­gehung zu Wasser und zu Landeneutralisiert" werden könnte und praktisch seine militärische Be­deutung einbüßt.

Von Sumatra-Tabak hören alle Raucher gern. Jetzt ist Sumatra aber nicht Die Insel Des blauen Dunstes, sondern ein militärisches Objekt, nachdem die Japaner Die Malaiische Halbinsel überquert und am Indischen Ozean sowie an Der Straße von Malakka erschienen sind. Denn die Insel Sumatra erstreckt sich auf 750 km Ausdehnung parallel zur Malaiischen Halbinsel, also auch an Der Straße von Malakka nur auf ihrer Festseite. Die Insel, Die zu NieDerländisch-JnDien gehört, ist mit 423 000 qkm fast so groß wie Das Versailles-Deutschland, aber nur von 7,7 Millionen Einwohnern bewohnt. Unter ihnen finden sich gar nur etwas über 26 000 Euro­päer. Diese geringe Besiedlung Deutet schon Darauf bin, daß Sumatra kein besonders günstiges Klima hat. Es ist ein echtes Tropenland und außerdem noch stark vulkanisch. Für die gegenwärtigen Opera­tionen kann wichtig werden, daß Die Ostküste an Der Meerstraße von Malakka sehr flach und von zahl­reichen Flüssen durchzogen ist, die Sümpfe bilden,

Westküste und den Philippinen beträgt mehr als 13 000 Kilometer ist durch die japanische Be­setzung Der beiden westlichsten Brückenpfeiler Wake und Guam, abgesehen von den schweren Beschädi­gungen auf Den beiden anderen Hawai und Mid- wai-Jsland durch japanische Bombenangriffe, für Die amerikanische Luftwaffe unpassierbar geworden. Sie müßte also Den erheblichen Umweg nach Süden von Hawai über Die Phoenix-Inseln und Samoa nach Port Darwin an der Nordküste Australiens nehmen, um Verstärkungen auf die Philippinen zu schaffen oder sich Flugzeugträgern bedienen, zu deren sicherer Eskortierung Der USA.-Flotte nach dem schweren Aderlaß, Den sie in Pearl Harbour erlitten hat, vermutlich fürs erste wenigstens Die Schlachtschiffe fehlen werden.

Sehen so die strategischen Aussichten Des Krieges in Ostasien schon nach Der Anfangsphase für oie USA. sehr beträchtlich anders aus, als man es sich in Washington wohl gedacht haben wird, so drohen sich auch die wirtschaftlichen Kriegsfolgen über­raschend schnell in Das gerade Gegenteil dessen zu verkehren, was Roosevelt und seine plutokratischen Hintermänner beabsichtigt hatten. Die jetzt durch Den japanischen Angriff in Def Südsee aufs äußerste gefährdeten Gebiete lieferten nämlich den USA. einen erheblichen Teil ihres Bedarfs an wehrwirt­schaftlichen Rohstoffen, und diese Lieferungen waren im Zeichen Der stark forcierten Aufrüstung Der USA. und ihrer Unterstützung Englands in her letzten Zeit beträchtlich gesteigert worden. So be­lief sich Die Einfuhr Der USA. aus den jetzt un­mittelbar $um Kriegsschauplatz gewordenen oder doch erheblich gefährdeten Gebieten im ersten Halb­jahr 1941 auf 602 Millionen Dollar gegen nur 463 Millionen im gleichen Zeitraum Des Vorjahres. Allein zwei Drittel des Weltbedarfs an Zinn tarnen aus Malaya, Thailand, Französisch-Jndochina und Holländisch-Jndien und nicht weniger als neun Zehntel oer Weltgummierzeugung erbrachte der indopazifische Raum. Aus Britisch-Malaya haben Die USA. noch in Den ersten neun Monaten Des lau« fenDen Jahres 772 000 t Rohgummi bezogen unD aus dem schon genannten Gebiet in Der gleichen Zeit 116 000 Tonnen Zinn eingeführt, daneben aber noch Bauxit, Erdöl, Mangan, Antimon, Wolfram, Goll), Silber, ganz abgesehen von Kaffee, Tee, Ge­würzen, Tabak und Hanf. Alles dies fällt künftig­hin fort, wodurch die Rohstoffbasis Der amerika­nischen Rüstungsindustrie einen Stoß erhält, Den sie spüren wird.

Vielleicht noch empfindlicher und unmittelbarer wird zunächst wenigstens England von den ersten unerwarteten Folgen des Krieges in Ostasien be­troffen. Sehen wir einmal ab von den ihm dro­henden materiellen Einbußen durch den Total­verlust so außerordentlich wertvoller Kolonien wie Malaya und Burma, schon jetzt verschlechtert sich Die finanzielle Lage des Empire, denn mit Unter­

bindung der Ausfuhr von dort fallen auch die Devisenerlöse fort, mit Denen England seine Kriegs- materialankäufe in Den USA. wenigstens teilweise zu bezahlen suchte. Zudem befürchtet man in Eng­land sicher mit Recht, daß Die amerikanische Rü­stungsindustrie mit Rücksicht auf den wachsenden Bedarf der eigenen Wehrmacht sehr halb ihre Lie­ferungen, zu Denen sie sich im Rahmen Des Pacht- und Leihgesetzes verpflichtet hat, einschränken wird, und daß ferner Die amerikanische Schiffahrt, durch Den Nachschub über die ungeheuren Entfernungen des Stillen Ozeans voll beansprucht und oa'bei von japanischen Handelsstörern gewiß nicht unbehelligt gelassen, künftighin nicht mehr in der Lage fein wird, auf dem Atlantik in britischen Diensten zu fahren. So wird auch die USA.-Kriegsmarine wohl mit der Stellung von Geleitschutz und Patrouillen erheblich zurückhaltender werden, als es Die Roose­velt und Knox in ihrem Eifer, Deutschland zu provozieren, schon eingeleitet hatten. Das sind Rück- Wirkungen auf die englische Kriegführung, Die äußerst schwer wiegen und Die man in London wohl zu sehr auf oie leichte Schulter genommen hat, als man es so eilig hatte, Die USA. in den Krieg hereinzuzerren. Freilich daß der Brand in Ostasien entfacht wurde und so schnell um sich griff, hatte man in London vielleicht nicht gewünscht. Der Preis wäre wohl selbst einem Churchill zu hoch gewesen. Denn nun hat das britische Empire zum erstenmal in seiner Geschichte Die Situation, Die alle seine leitenden Staatsmänner immer gefürchtet und bisher durch geschicktes Aushandeln der Inter­essengegensätze Der übrigen großen Mächte stets vermieden haben: Den gleichzeitigen Ansturm gegen eine Reihe Der wichtigsten Stützpunkte, auf Denen Das Verteidigungssystem Des Empire basiert. Eng­land war von sich aus niemals stark genug, um überall gleichzeitig fein über Den ganzen Erdball verstreutes Imperium mit eigenen Kräften zu ver- teiDigen. Die Konstellation des Dreimächtepaktes zwang die britischen Staatsmänner zum erstenmal, einer solchen Notwendigkeit ins Auge zu sehen. Aber sie meinten, Japan mit Drohungen einschüch­tern zu können, zu Deren Durchführung ihnen die tatsächliche Macht fehlte. Nun sind Die britische Insel, Die britische Stellung im Mittelmeer und im Nahen Osten und Singapur auf Der Scheide zwischen Indischem und Pazifischem Ozean, Svmbol britischen Herrschaftsanspruchs in Der SüDsee und Kreuzungspunkt wichtigster wirtschaft­licher und politischer Krafllinien gleichermaßen bedroht. Kaum sinnfälliger kann Das Unheil, das Das Gewährenlassen eines Katastrophenpolitikers wie Churchill für das britische Volk und fein Im­perium bedeutet, Demonstriert werden. Der Krieg in Ostasien hat schon in seinen ersten Tagen für seine Urheber in Washington und London ein sehr anderes Gesicht bekommen.

Dr. Fr. W. Lange.

in Denen Urwälder wuchern. Wichtigste Erzeugnis^ von Sumatra sind Tabak, Kaffee, Pfeffer, Vanille und Kautschuk. Unter seinen wichtigsten Städten seien genannt Palembang (110 000 Einwohner), Medan (75 000 E.) und Padang (52 000 E.).

Kriegsmaßnahmen der LIGA.

Washington, 19. Dez. (Europapreß.) Prä­sident Roosevelt unterzeichnete am Donnerstag ein Gesetz, Das Die Auflage einer Kriegsan­leihe in Höhe von 10 Milliarden Dollar vorsieht. Durch diese Anleihe sollen Die Kriegsausgaben für Das amerikanische Heer und Die Marine gedeckt werden. Laut Mitteilung Des nordamerikanischen Rundfunks wird von diesem Betrag ein bestimmter Fonds abgezweigt, um eine Armee von zwei Mil­lionen Mann auszurüsten und um 800 Patrouillen- schiffe zu bauen. Die außerordentlichen Voll­machten, Die der Kongreß dem Präsidenten für Die ÄriegsDauer gewährt hat, traten Donnerstag mit Der Unterzeichnung durch Roosevelt in Kraft. Die Vollmachten schließen vor allem ein Die Be- rechtigung, eine Zensur über alle Formen Der Verbindungen von und nach Dem Ausland aus» zuüben, ferner Das Recht, Regierungs- und Der- roaltungspoften neu zu besetzen, weiter Die Auf- Hebung Der BeDingungen, zu Denen normalerweise Re gierungskontrakte vergeben werben, so Daß Der Präsident von nun an einen Auftrag pla­cieren kann, ohne dabei wie bisher zur Annahme des günstigsten Angebots verpflichtet zu jein. Schließlich umfassen die Vollmachten noch die Kon­trolle über alle Finanztransaktionen von Auslän­dern und das Nutznießungsrecht am be» schlagnahmten Ausländerbesitz im Werte von schätzungsweise 7 Milliarden Dollar.

Für eine Dienstpflicht auch Der Neunzehn- unD Zwanzigjährigen sprach sich im Gegensatz zum Repräsentantenhaus Der U © 21. »Senat aus. Ebenso wie Das Repräsentantenhaus billigte er die Gesetzesvorlage, durch die alle Männer zwischen 18 und 64 Jahren sich registrieren lassen müssen. Er verwarf Dagegen Die vom Repräsentantenhaus ausgesprochene Fixierung des Mindestdienstalters auf 21 Jahre, billigte vielmehr Die ursprüng­liche Vorlage Der Regierung, Die eine Dienstpflicht für alle Männer zwischen 19 und 44 Jahren vor» sieht.

Bolschewistische Angriffe zufammenaebrochen

Berlin, 19. Dez. (DNB.) Trotz schwerster Ver­luste an Den Vortagen griffen Die Bolschewisten am 17. 12. erneut einen von Den deutschen Truppen besetzten Ort im mittleren Frontab­schnitt mit starken Kräften an. Die deutschen In­fanteristen, die schon an Den Vortagen heftigsten bolschewistischen Angriffen ausgesetzt gewesen waren und sie trotz Schnee unD Kälte abgeschlagen hatten, legten in Zusammenwirkung mit Der Artillerie wie­der ein dichtes Abwehrfeuer vor ihre Stellungen im Voraelände des Orts, durch bas bie feindlichen An­griffe zum Stehen kamen. Nach blutigen Ver­lusten mußten sich bie Bolschewisten zurückziehen. Bei einem Gegenangriff erbeuteten bie deutschen Solbaten bolschewistische Befehle, aus benen her- vorging, baß Die hier zusammengezogenen feind­lichen Kräfte ben von ben beutschen Truppen be­setzten Ort zurückerobern sollten. Dieser Versuch war jedoch gescheitert.

Auch im Nordabschnitt setzten bie beutschen Truppen ben feindlichen Angriffen eine starke Ab­wehr entgegen. Drei Panzerwagen und zahlreiche Gefallene blieben vor ben beutschen Linien liegen. An manchen Stellen traten unsere Infanteristen bei einer Kälte von fast 20 Grad gegen einge- brungene feinbliche Kräfte zum Gegenangriff an unb stellten die Lage mieber her. In verschiedenen anderen Abschnitten wurden feindliche Bereitstel­lungen durch Artilleriefeuer zerschlagen. Im Süd­abschnitt unternahmen die Bolschewisten verein­zelte Angriffe auf die deutschen Stellungen, die sie trotz hoher Verluste mehrfach wiederholten. An einer Stelle waren bie beutschen Truppen sieben hintereinanber folgenben Angriffen ausgesetzt, die mit starken Kräften unb Artillerieunterstützung vorgetragen würben. Trotz bes Masseneinsatzes gelang ben Bolschewisten an keiner Stelle ein Ein­bruch, allein vor bem Abschnitt eines Jnfanterie- bataiUons würben nach Der Abweisung,ber feind­lichen Kräfte 230 gefallene Bolschewisten gezahlt. Auch vereinzelte Vorstöße bolschewistischer Einheiten auf Skiern wurden unter schweren Feindverlusten abgeschlagen.

Harte Kämpfe in der Lyrenaika.

Berlin, 19. Dez. (DNB.) Der itasieirische Wehr- Machtbericht vom 19.12. meldet harte Kämpfe in der Cyrenaika. Verbände Der italienischen und deut­schen Luftwaffe griffen mit sehr guten Ergebnissen im Tiefflug auf dem Marsch befindliche Kolonnen mit Bomben an. Arn Nachmittaa bes 17.12. griffen Torpedogefchwader in Den Gewässern Der Cyrenaika Einheiten ber britischen Kriegsmarine an unb be­schädigten drei Kreuzer. Ein weiterer Kreuzer wurde am Donnerstag bei Malta von Torpedos italienischer Flugzeuge getroffen.

KreuzerDunedin" versenkt.

Genf, 19. Dez. (DNB.) Die britische Admirali­tät gab ben Verlust des britischen KreuzersDune- Din" DerDragon"-Klasse bekannt, der im Atlantik durch den Torpedotreffer eines deutschen U-Bootes versenkt wurde. Am 26.11. hatte Der OKW.-Bericht bereits mitgeteilt, daß ein U-Boot unter Führung Des Kapitänleutnants Mohr im Atlantik einen bri« ischen Kreuzer berDragon"-Klasse versenkt habe. Der KreuzerDunedin" war Ende 1918 vom Stapel gelaufen. Seine Wasserverdrängung betrug 4850 Tonnen. Er hatte eine normale Besatzung von 469 Mann. Die Bestückung bestand aus sechs 15,2-cm-Geschützen, drei 10L-cm-Geschützen und vier 4,7-cm-Flakgeschützen. Der Kreuzer hatte zwölf Tor­pedorohre unb besaß eine Geschwindigkeit von 29 Seemeilen. Reuter bringt bie Schilderung bes Chef­ingenieurs eines amerikanischen Frachters, der Ueberlebende desDunedin" ausgenommen hat. Sie mußten mehrere Tage lang auf kleinen Flößen zubringen. Sie erzählten, daß bas Schiff zu sinken begann, nachdem es ben ersten Torpedotreffer er­halten hatte. Dann riß ein zweiter Torpedo das Heck weg und brachte bie Kammer mit ben Das' erbomben zur Explosion.

Kleine politische Nachrichten.

Das rumänische Oberkommando teilt mit, daß der rumänische ZerstörerRegele Ferdinand" am 17. Dezember ein sowjetisches U-Boot im Nord» westen bes Schwarze» Meeres mit Wasserbomben versenkt habe.