Ausgabe 
20.11.1941
 
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Donnerstag, 20. November lOHl

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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»r! Am 15. März 1939 habe ich dem Führer Adolf

spräche hinsichtlich ihrer Selbstverwaltung amncl- deten. Besonders stark waren die Rückwirkungen in Indien, das den britischenFreiheitsbe-

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Der Kriegseinsah der ^ecbtSwahrer.

Berlin, 19.November. (DNB.) Im Hause der deutschen Rechtssront in Berlin sand unter Vorsitz des Reichsleiters Reichsministers Dr. Frank eine Arbeitstagung des NS.-Rechtswahrerbundes statt. Dr. Frank betonte, daß der Jurist in unserem Staate nie zu einem Fremdkörper werden dürfe, sondern als der Träger der Rechtssicherheit zugleich der Jn- teressenvertreter des Boltes sein müsse. Die Un­abhängigkeit unsererRechtspfle g e und die unangefochtene Position des Pich- ter s sei deshalb unbedingtes Gebot. Die Idee des Rechts sei in dem Ringen mit den Todfeinden des Reiches der stete Ansporn für unseren endgültigen Sieg. Das Kriegsgeschehen im Osten sei Beweis für die Kraft unserer Rechtsidee, denn die Sowjetunion zerbreche an dem Regime der Gewalt, das sie auf­gerichtet habe. Der Sieg der Waffen Adolf Hitlers werde zugleich ein Sieg des Rechts sein, das den Schutz von Eigentum, Ehre, Freiheit und Leben verbürge.

zu leben gedenkt.

Das war für Churchill eine ebenso peinliche Frage, wie sie Roosevelt das Propagandarezept verdarb. Mit Indien wartete die ganze Welt schon wochen­lang auf eine entsprechende Antwort aus London. Zuerst hat man versucht, diese Frage zu überhören, dann erhielt die englische und im Solde Englands stehende Presse den Auftrag, die Frage in dem Sinne zu behandeln, daß es nicht zweckmäßig erscheine, während der Dauer des Krieges an dem bestehenden Zustand etwas zu ändern. Aber n a ch dem Kriege werde man diese Frage prüfen. Das hat in Indien weder einen guten Eindruck gemacht, noch beruhigend gewirkt. Denn in der Er­klärung vom 1. August wurde feierlich gesagt, daß Großbritannien und Nordamerikadas Recht aller ! Bölter achten, sich diejenige Regierungssorm aus-

Vruck und Verlag: vrühlsche UniverfttArdruckerei B. Lauge

Es konnte nicht ausbleiben, daß auf Grund dieser wichtigen Erklärung alle Bölter, vor allem des britischen Empire, ihre Rechtsan-

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während des spanischen Krieges mit den Bereinig­ten Staaten (1898) uns in diesen Konflikt gestürzt hätten? Und dabei war es noch das Mutterland unserer Rasse, das im Kampf stand. Täglich wird unsere Stellungnahme fester. Die öffentliche Mei­nung gibt uns das Geleit und ermutigt uns über allen Parteistreit hinweg."

Oer Fleischkonservenkrieg.

Vigo, 19.9100. (DNB.) Die Beanstandung von Sendungen argentinischer Fleischton­serven durch die U8A.-Heeresintendantur, die vor allem die Wirtschaftskreise Argentiniens stark be­wegt, hat das argentinische Landwirtschaftsministe­rium veranlaßt, mitzuteilen, daß sogar die USA.* Sanitätsbehörden, die die argentinischen Sendungen im Ankunftshafen untersucht hätten, das Fleisch als einwandfrei festgestellt hätten. Die Beschädi­gungen hätten daher nur nachträglich, vielleicht wäh­rend des langen Eisenbahntransportes, entstehen können. Eine andere Ursache könne die unange­brachte Behandlung der Dersandkisten nach der Un­tersuchung durch die USA.-Behörden sein. Jedenfalls stehe fest, daß die Fleischsendungen in Buenos Aires unter ständiger Ueberwachung gestanden und in bestem Zu st and versandt worden seien. Ueberhaupt soll nur ein minimaler Prozentsatz der Sendungen beanstandet worden sein; der Verderb habe erst infolge der Durchlöcherung der Büchsen beim Vernageln der Kisten nach der Untersuchung in New Orleans begonnen.

In der argentinischen Oeffentlichkeit ist man sich durchaus darüber klar, daß es ausschließlich die Gegnerschaft der U S A.- D i e h z ü ch t e r gegen den Absatz von argentinischem Fleisch in den Vereinigten Staaten ist, welche zu den seltsamenBeanstandun­gen" geführt hat und die allgemein die Ursache der Schwierigkeiten beim Ausbau des gegenseitigen Han­delsverkehrs ist.

Auf Englandfahrt versenkt.

Neuyork, 19. Nov. (DNB.) Aus Neuyorker Reederkreisen werden die Namen von sieben weiteren Schiffen bekannt, die im letzten Monat aus einem 53 Schiffe starken Geleitzug. heraus- geschossen wurden. Torpediert wurden die Frach­ter ,Hla" (1583 BRT.) undEroiken" (6595 BRT.),

n der Wenzelskapelle des Veits-Domes zu Prag lufbewahrten Krönungskleinodien sind die B e i - piete der Treue Böhmens und Mäh- -ens zum Reich. Am 15. März 1939 hat das Reid) von dem einst die Würde der böhmischen Könige herkam auch den Schutz dieser Insignien mb damit die Schlüsselgewalt über­nommen. Herr Reichsprotektor! Ich übergebe Ahnen als den Beauftragten des Führers im Pro- ektorat die in meinem Besitz befindlichen vier Schlüssel zur K r ö n u n g s k a rn rn e r!"

Der stellvertretende Reichsprotektor antwortete: .Herr Staatspräsident! Als Beauftragter des Füh­rers im Protektorat übernehme ich die mir bärge- reichten Schlüssel und damit denSchutzderJn- ignien. Wie die Krönungskleinodien als Sym­bol der Treue Böhmens und Mährens

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Südamerika darf keine Einmischung dulden."

Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer oibSV Jlbr des Vormittags

Anzeigerr-Preiie:

Anzeigenteil 7 Nvf ie mm bei 22 mm 8eilenbreite# Tertteil 50 Rvf. «e mm bei 70 mm 3eilenbreite

Nachlässe:

Wiederbolung Malstaffell Abschlüsse Mengenüaßel B Plavvorschritt (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr

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zum Reich gelten, sind Sie, Herr Staatspräsident, heute der vom Führer anerkannte Garant der Ver­bundenheit und Treue des Protektorats zum Reich. So gebe ich Ihnen von den im meinem Besitz be­findlichen sieben Schlüsseln drei Schlüssel in Ihre Obhut zurück. Sehen Sie darin Ver­trauen und Verpflichtung zugleich. Ich bitte Sie, Herr Staatspräsident, mit mir die Krönungskammer zu öffnen und zu betreten." Abschließend erfolgte feierliche Deffnung der Krönungskammer zur Besichtigung der Insignien.

gen.

Englands Guthaben in USA. sinken.

Rom, 19. Nov. (DNB.) Die Abnahme der eng­lischen Guthaben in den USA. einerseits, das An­wachsen der englischen Verbindlichkeiten in Nord­amerika anderseits müssen notwendigerweise zu einer Entwertung der Pfundwährung führen stellt Agenzia Stefani fest. In den ersten zwei Kriegsjahren seien die in englischem Besitz befind­lichen Wertpapiere in den USA. von 950 auf 227 Millionen Dollar, die unmittelbaren Anlagen von 900 auf 775 Millionen Dollar, die der Privatgut­haben von 545 auf 310 Millionen Dollar gesunken. Das Goldguthaben Großbritanniens in Nordame­rika habe sich im gleichen Zeitraum von 2038 auf 151 Millionen Dollar verringert. Die in Nordame­rika eingegangenen britischen Verbindlichkeiten aber beliefen sich auf eine Milliarde Dollar.

Santiago de Chile, 19. Nov. (DNB.) Südamerika dürfe keine Einmischung von einer anderen Macht, sei es oon Guropa oober Amerika, dulden, sagte der brasilianische Außenminister A r a n h a, der sich auf einer Reise vurch Chile befindet. Amerika, sagte er müsse den europäischen Krieg aufmerksam verfolgen, denn dieser Kampf werde auch für Amerika Folgen zei­tigen. Für Brasilien und alle anderen sudamen- lkanischen Nationen sei es von höchstem Belang, daß sie für ihren eigenen Fortschritt und ihre Entwicklung sorgten. Der Minister stellte als funda- lmentale Verpflichtungen dieser Länder heraus, Die politische Unabhängigkeit und man« Stelle Autonomie gegen lebe direkte oder nbirette Unterjochung, die von außen drohe, zu er­halten, zu verteidigen und zu sichern. In Diesem Zusammenhang wies Aranha darauf hin, daß Brasilien keine kommunistische Propaganda ge- [itatte. Der Besuch des Ministers diente der Unter» Zeichnung eines neuen Handelsve r t r a g e s Zwischen Brasilien und Chile. Für die chileniMie Ausfuhr nach Brasilien ist besonders eine Er­höhung der Bauholz-, Wein-, Dbfts uni) Nah- trungsmittenicferungen vorgesehen. Die brasilianische Ausfuhr nach Chile erfährt besondere Erleichte­rungen.

der TankerEvita" (6346 BRT.), die FrachterPe- terton" (5221 BRT.),Bornholm" (3177 BRT.), Evros" (5283 BRT.) und der TankerTeagle" (9552 BRT.). Die beiden letzten waren bereits als versenkt gemeldet worden Insgesamt sind jetzt zehn der torpedierten 15 Schiffe identifiziert worden.

Oer vergeßliche Roosevelt.

Bon unserer Berliner Schristleitung.

Roosevelt entdeckte vor einigen Wochen nach sei­ner Angabe in seiner Schublade eineN azi - Landkart e", die sich auf eine von den Nazis geplante Neuordnung der südamerikanischen Staa­ten mit entsprechender politischer Auswirkung für dieWeltmachtpläne Hitlers" befassen soll. Das sollte für die Welt eine Sensation sein, der Knalleffekt aber ist ausgeblichen. Wir in Deutschland haben diese Kartenangelegenheit Roosevelts sehr ernst ge­nommen und sorgfältig nachgeforscht, ob sich irgend­wo irgendwann irgendwer mit solchen hirnver­brannten Plänen befaßt haben könnte. Und siehe da: Es sanden sich Unterlagen für die Behauptun­gen Roosevelts. Sie waren allerdings anderer Art, wie nach der Darstellung des nordamerika­nischen Präsidenten. In einer deutschen Broschüre befand sich nämlich eine ähnliche Karte mit ähnlicher Tendenz, allerdings war der Plan hierzu nicht in Deutschland, sondern im Geschäftsbereich des Herrn Roosevelt entstanden mit genau der gleichen Absicht, wie er sie heute mit seiner Karten-Asfäre erkennbar gemacht hat: Südamerika sollte gegen Deutschland aufgeputfdjt werden. Der Erfolg war die Erkenntnis in den südamerikanischen Staaten, daß Roosevelt Staub aufwirbelt, um seine eigenen Pläne zu vertuschen. Roosevelt ist von deut­scher Seite sehr eindringlich aufgesordert worden, zu den deutschen Feststellungen über die ominöse Karten-Affäre Stellung zu nehmen. Bisher hatte er offenbar noch nicht hierzu die notwendige Zeit ge­funden, weil er durch seine Fälschungsaktionen zur Korrektur des politischen Willens des nordamerika­nischen Volkes zu stark in Anspruch genommen war. Er wird sich aber gefallen lassen müssen, daß er von deutscher Seite immer wieder daran erinnert werden wird, auf unsere Anfrage eine eindeutige Antwort zu geben. Sonst wird er sich den Vorwurf auch weiterhin nicht ersparen können, daß er nicht [ nur ein Fälscher unb Betrüger, sondern auch ein

Feigling ist.

Gegen den Oollar-Imperialismus.

Montevideo, 20. November. (DNB-Funk- pruch.) Das Organ der Nationalistenpartei in Uru­guayEl Debate" bekennt sich erneut zu her Mei­nung:Wir wollen uns nicht m i t z e r r e n lal­len von dem offenbaren Imperialismus der Ber­einigten Staaten, die sich heute lüstern in em Aben­teuer stürzen, das vor aller Welt flarliegt. Wir wollen nicht in den Krieg der Vereinigten Staaten eintreten, nur weil die USA. das aus rorrtschasl- Üichem und militärischem Imperialismus für nottg halten. Das fehlt noch, daß wir Uruguayer dafür un- sfere Haut zu Markte tragen. Es ist mehr als extra» Dagant zu beanspruchen, baß uns dazu der Ban- nmerikanismus verpflichtet hat. Wir wollen n i e manbes Kolonie fein, weder materiell noch Zeistig. Jedes Land möge in Frieden feine Zukunft formen. Wäre es nicht absurd gewesen, wenn wir

Prag, 19. Nov. (DNB.) Am Mittwochnach- -üttag fand in der Wenzelskapelle des Veits- Domes eine Besichtigung der böhmischen Lrönungskleinodien durch den stellvertre- lenden Reichsprotektor, ^-Obergruppenführer Ge­neral der Polizei H e y d r i ch , und den Staaspräsi- ienten Dr. Hacha statt in Begleitung des stell-

Der aufgeräumte Gchmelzkessel

Von unserem St.-Berichterstatter.

C h i k a g o, 20. Nov. (DNB. Funkspruch.) In tiner Rede erklärte der frühere Präsident der Ver- ünigten Staaten Herbert Hoover, die Mehrheit »es USA.-Volkes sei gegen d i e Entsendung >tner nordamerikanischen Expedi - ionsarmee nach Uebersee. Ein derartiges Interfangen sei nicht nur eine nutzlose Verschwen­dung amerikanischer Menschenleben, sondern würde gleichzeitig die wirtschaftliche Freiheit innerhalb der Bereinigten Staaten gefährden. Die Frage, ob die USA.-Armee durch die Zesammenarbeit mit eng» lischen Streitkräften einen Umschwung in Europa 1 Iierbeiführen könnte, beantwortete Hoover mit dem Hinweis auf die Sowjetunion, die mit ihren unge­heuren Massen an Soldaten und Kriegsmaterial auf tigenem Boden, hinter eigenen Befestigungen und mit direkten Landverbindungen die deutsche Wehr­macht nicht habe besiegen können. Allein die benö- :igte Schiffstonnage würde die Entsendung einer hinreichend starken Armee, die diesmal schlagartia mf einmal erfolgen müßte, unmöglich machen. Auch über den Einsatz der USA.-Flotte und -Luftwaffe lußerte sich der frühere Präsident sehr skeptisch. Eine »erartige Unterstützung würde allenfalls zur Ver­teidigung Englands beitragen können.

Das Schreckgespenst, daß Hitler in die Wcsthemi- phäre einfallen werde, könne unverzüglich als !>eine Propaganda abgetan werden, die aus- -chließlich dazu dienen solle, unter dem USA.-Bolk

Hitler die Länder Böhmen und Mähren in den Schutz des Großdeutschen Reiches gegeben. Der Führer hat sie als Protektorat Böhmen mb Mähren dem Reich ein gefügt. Die

Furcht zu erzeugen. Es fei an der Zeit, den Bestre­bungen, das USA.-Volk künstlich fiir einen Krieg vorzubereiten, Einhalt zu gebieten. Was solle aus der amerikanischen Freiheit werden, wcchrend die Vereinigten Staaten einen langen überseeischen Krieg führten. Heute schon sei das USA.-Volk erregt über das Dahin schwinden der Freiheit in den Vereinig­ten Staaten, aber die USA. könnten die wirtschaft­lichen Lasten, die ein Ueberfeetrieg erfordere, nur mit diktatorischen Maßnahmen ertra­

griff" in allen Variationen der Unterdrückung und Ausbeutung seit Jahrzehnten kennengelernt hat. 9Jlan verlangte von Churchill deshalb eine bündige Erklärung, ob sich dieser Punkt 3 der Churchill-Rooseveltschen Freiheitserklärung vom 1. August auch auf Indien beziehe derge­stalt, daß das indische Volk selbst die Regierungs­form bestimmen darf, unter welcher es in Zukunft

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Agram, November 1941.

Schon feit den Jahrzehnten vor dem Weltkriege war die ganze Balkanpolitik immer nur der Wi­derstreit zwischen staatlicher Macht Politik und nationaler Volkspolitik. Der ewige Unruhe­herd Europas konnte dadurch nie zur Ruhe kom­men. Die Probleme gestalteten sich immer schwieri­ger, je schärfer Staatspolitik und Volkspolitik ge- geneinanderstießen. An Gelegenheiten zu fortdauern­den Konflikten hat es wahrlich nie gefehlt; war doch der Südostraum Europas ein Schmelztiegel d e r Völker, in dem sich nicht nur innerhalb Der einzelnen Staaten nationale Interessengegensätze bil­deten, sondern auch durch völkische Enklaven, Min­derheiten und Sprachinseln an allen Ecken und Enden staatliche Spannungen entstanden, die kein Ende nehmen wollten. Die Diktate von Saint Ger­main, Trianon und Neuilly, durch die im Südosten neue Grenzen gezogen wurden, steigerten die Un­ruhe in diesem Schmelztiegel nur noch mehr und ließen bas Brodeln der aufgewühlten Nationalitä­ten noch heftiger werden.

Der große europäische Freiheitskrieg, aus dem, immer deutlicher sichtbar werdend, eine Neuordnung unseres Kontinents entsteht, rückt auch die endgül­tige Lösung aller dieser kleineren und größeren Volksprobleme immer näher. Die Grenzen der Zwangsdiktate sind gefallen, neue Staaten auf ge­rechter nationaler Grundlage, wie Kroatien, sind entstanden und langsam macht sich wie ein zum elementaren Durchbruch kommendes Naturgesetz die Bereinigung der verschiedenen, bisher so ge­fahrdrohenden Dolksprobleme bemerkbar. Im gro­ßen südosteuropäischen Schmelzkessel wird aufge­räumt! Das Großdeutsche Reich hat mit den ver­schiedenen planmäßigen Rücksiedlungen von Volksgruppen den Weg gezeigt, aus dem dies reibungslos und erfolgversprechend durchgeführt werden kann. Und so sieht man jetzt überall im Südostraum Umsiedlungen von Volksgruppen sich vorbereiten oder sd)on in Durchführung begriffen, durch die Ordnung und Klarheit in diesen Teil des europäischen Siedlungsraumes gebracht werden. Der vor kurzem zwischen dem Deutschen Reich und Italien abgeschlossene Umsiedlungsvertrag betrifft nur eine dieser Aktionen. Durch ihn werden gegen 15 000 deutsche Volksgenossen aus den zu Italien gekommenen Gebieten des ehemaligen ju­goslawischen Staates in das Reich zurückgeführt. Die Deutschen' im Gottscheer Ländchen, etwa 12 000 bis 13 000 Menschen, werden bereits jetzt durch das, Umsiedlungsoersahren, das von der Dolks- gruppenfuhrung und den deutschen Umsiedlungsbe- oollmächtigten durchgeführt wird, erfaßt. Zu diesem Zwecke wurde das Gottscheer Ländchen in 25 Stürme (Ortsbezirke) eingeteilt, die in einer nach geographi­schen unb anderen Gesichtspunkten bestimmten Reihenfolge ausgefiebelt werden.

Ein anderes, diesmal den neuen kroatischen Staat betreffendes Umsiedlungsverfahren ist zu erwarten und betrifft die auf kroatischem Staatsgebiet leben­den Magyaren. Nach ungarischen Feststellungen dürften gegenwärtig in Kroatien etwa 85 000 bis 90 000 Ungarn leben. Don ungarischer Seite wurde die Umsiedlung dieser Volksgruppe bereits als not­wendig bezeichnet. Man rechnet damit, daß ihre . Durchführung demnächst durch entsprechende Ab-

Indien bleibt rechtlos!

Die geheimnisvolle Zusammenkunft Churchills und Roosevelts auf dem Atlantik am 1. August 1941 wurde von Der plutokratischen Propaganda als geschichtliches Ereignis erster Ordnung bezeichnet. Das darüber ausgegebene offiziöse Kommunique hielt sich zwar mit der Bekanntgabe von Einzel­heiten über die am 1. August 1941 behandelten Probleme äußerst zurück. In Punkt 3 ihrer Atlantik- Erklärung aber proklamierte esd a s Recht aller Söffer, sich diejenige Regierungs­form auszusuchen, unter der s i e le b e n wolle n". Das war, verglichen mit den tatsäch­lichen Verhältnissen in der Welt, wirklich eine Sensation ersten Ranges: Die Regierungschefs jener Länder, unter deren Jock) die Mehrzahl Der Volker dieser Erde ein kümmerliches und rechtloses Dasein führen, verkündeten feierlich, daß es mit dieser Knechtschaft ein Ende haben sollte!

kommen vorbereitet wird. Diese Maßnahme wird Damit begründet, daß Ungarn ein starkes Interesse daran hat, das Magyarentum dieser Volksgruppe zu erhalten; da der kroatische Staat nunmehr selb­ständig geworden ist, liege aber die Lenkung der Geschicke dieser Magyaren außerhalb des Wirkungs­kreises der ungarischen Regierung. Ander,eits habe auch Kroatien ein Interesse daran, zur völkischen Konsolidierung des neuen Staatswesens diese Aktion zu unterstützen. Daß Ungarn diese Umsiedlungs­politik ernsthaft in sein Staatsprogramm ausgenom­men hat, geht übrigens auch aus einem vor kurzem zwischen Rumänien und Ungarn abge­schlossenen Vertrag hervor, durch den die Rücksied­lung der im zurückeroberten Bessarabien leben­den Magyaren beschlossen und geregelt wurde.

Ein interessantes Problem entstand auch in den von Jugoslawien nach dem Weltkrieg' besetzten Ge­bieten an der Donau und Theiß, Die jetzt teils zu Kroatien, teils zu Ungarn gekommen find. In diesen fruchtbaren Landstrichen wurden von der jugoslawischen Regierung unter Dem Vorwande einer Agrarreform sogenannteDobrowoljzen", Das sindKriegsfreiwillige", angesiedelt. Dies geschah einfach dadurch, daß den volksdeutschen und Den ungarischen Besitzern das Land brutal weggenom­men und die bisherigen Eigentümer vertrieben wur­den. Die ganze Aktion war ein Gewaltakt, der nur den Zweck hatte, dieses Gebiet, das niemals von Serben besiedelt war, zu (erbitteren. Sofort nach der Besetzung dieser Landstriche wurde jetzt diesem Un­fug ein Ende bereitet; die Dobrowoljzen mußten das geraubte Land wieder hergeben, sie wurden wieder nach Serbien, woher sie gekommen waren, ßurüdgebradjt. In der jetzt von Ungarn besetzten Batschka wurden durch diese Aussiedlung der serbischen Landräuber allein 200 000 Joch Boden für die Neuansiedlung frei gemacht. Es ist selbst­verständlich, daß die einst von dort vertriebenen Volksdeutschen jetzt wieder Anspruch auf ihren ur­sprünglichen Besitz erheben.

Dies sind nur einige wenige Beispiele von dem großen Umsiedlunasprozeß, der im südosteuro- päischen Raum im Werden ist. Er reicht weit hißein in die südlichen Teile des Balkans, wo, um ein anderes Beispiel noch kurz zu erwähnen, eine große Umsiedlungsaktion in Thrazien im Gange ist. Nachdem diese Aktion zunäckstt grundsätzlich von der bulgarischen Regierung beschlossen wurde, wird jetzt in Sofia amtlich bekanntgegeben, daß sie sich vor­läufig auf das Gebiet zwischen den Flüssen 9)1 e ft a und Struma erstrecken soll, während eine Ausdehnung bis xur Maritza später folgen soll. Es handelt sich bei dieser großen Aktion zunächst um die rund 100 000 Bulgaren, die seinerzeit vor dem griechischen Druck fliehen mußten und jetzt in ihre thrazische Heimat zurückgebracht werden sollen. Daneben werden auch Bauern aus Alt­bulgarien, die in Gegenden mit geringer Er­tragsfähigkeit wohnen, nach diesen Landstrichen in Thrazien gebracht, wodurch die Wirtschaftskraft des Landes wesentlich gesteigert werden soll.

Klare Staatsgrenzen, klare Dolks­probleme! Das sind die Grundsätze, nach denen sich die Neuordnung im Südostraum anbahnt unb die, wie die hier angeführten Beispiele zeigen, be­reits jetzt zu bemerkenswerten Volksumschichtungen führen,

|9b Jahrgang fit. 276 £rid)eini tagiid) außer Sonntags und Ferertags

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Vtebener Familienblätter |

Heimat lmBild-DreScholle

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Nonatlich...... RM 1.80

Zustellgebühr... -.25 ruck bei 9hc6terfehernen non einzelnen Nummern mfolge höherer Gewalt rkenttvrechanfcklust 2251 Drahtanschrift:,.Anzeiger" Vostfcbeck 11686 Frankf^M.

Symbol der Treue des Proteklorats zum Reich

Oie Schlüssel zur Krönungskammer im Prager Veits-Dom.

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Zertretenden Vorsitzenden der Regierung, Dr. Krejci, °er !es Wehrmachtsbevollmächtigten, Generalmajor m ü» ! 5 ousaind, des Staatssekretärs ^-Gruppenführer unhh i H- Frank u. a.

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