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Erfüllung übernommener Pflichten haben ihm im Kreise der Kriegerkameradschaften allgemein große PZertschötzung gebracht. Darüber hinaus ist er durch sein berufliches Wirken als Leiter des. Kreisveteri- näramtes, ferner im Rabmen unserer Universität in weiten Bevölkerungskreisen in Stadt und Land be- bekannt und beliebt geworden. Um unsere heimische Landwirtschaft, wie um die glückliche Entwicklung unserer Gießener Märkte und um die gedeihliche Arbeit in der Veterinärmedizinischen Fakultät hat sich Dr. Monnard ebenfalls sthr verdient gemacht.

An seinem morgigen 60. Geburtstage werden nicht nur die alten Soldaten der Kriegerkamerad­schaften, sondern auch viele weitere Volksgenossen in Stadt und Land des allseits hochgeschätzten Man­nes gerne gedenken. Auch wir bringen ihm unsere herzlichen Glückwünsche dar.

Oie Einkaufszeit der Hausfrau.

Berücksichtigt die berufsläligen Frauen!

Es ist notwendig, die nicht berufstätigen Frauen immer wieder aufs neue darauf hinzuweisen, daß sie möglichst die Vormittags- und frühen Nachmit- tagsstunden zum Einkauf benutzen. Folgendes mag als Richtschnur zur Beherzigung beim Einkauf gelten:

1. Vermeldet bei Euren Einkäufen die Abend­stunden, in denen die Berufstätigen einkaufen müssen.

2. Seid zurückhaltend in Euren Anforderungen bei knappen Waren. Auch die spät einkaufende berufstätige Hausfrau muß davon ihren An­teil erhalten.

ß. Helft Verpackung sparen. Bringt Taschen oder Netze und bei nassen Waren (z. B. Marmelade) auch Gefäße mit.

4. Urberlegt schon zu Hause, was Ihr kaufen wollt. Das erleichtert den Einkauf.

6. Wenn Ihr im Laden einmal warten müßt, bedenkt, daß viele Kaufleute und Verkäufer einberufen sind.

Oie Höchstgeschwindigkeit für Kraftfahrzeuge.

Die Höchstgeschwindigkeiten für Kraftfahrzeuge sind durch die Verordnung zur Aenderuna der Ver­ordnung über das Verhalten im Straßenverkehr vom 3.10.39 mit Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse neu festgelegt worden. Da ihre Ueberschreitung noch immer als Unfallursache vorkommt, seien sie hier in Erinnerung gebracht. Innerhalb geschlossener Ortschaften beträgt die höchstzulässige Geschwindig­keit für Kraftfahrzeuge aller Art 40 I<m/Std., außer­halb geschlossener Ortschaften und auf den Reichs­autobahnen für Personenkraftwagen und Kraft­räder mit und ohne Beiwagen 80 Km/Std., für Last­kraftwagen, Omnibusse und alle übrigen Kraftfahr- zeuge 60 Km/Std. Der Begriffgeschlossene Ort- schaft" ist in einem Runderlaß des Reichsführers ff und Chef der deutschen Polizei erläutert Da­nach beginnt diegeschlossene Ortschaft" an der auf der rechten Straßenseite aufgestellten Ortstafel und endet an der auf der linken Straßenseite ange­brachten Ortstafel, die dem Ortsinnern zuge­kehrt als Aufschrift den Namen des nächsten verkehrswichtigen Ortes (Nahziel) an der Straße trägt. Die festgesetzten Höchstgeschwindigkeiten sind aber für den Fahrzeugführer kein Freibrief derge­stalt, daß er nun einfach darauflosfahren kann, wenn er nur die vorgeschriebene Höchstgeschwindig­keit einhält. Deshalb' bestimmt § 9 der Straßen­verkehrsordnung, daß unbeschadet der Geschwindig­keitsbegrenzung der Kraftfahrzeugführer seine Fahr­geschwindigkeit so einrichten muß, daß er jeder­zeit imstande ist, seinen Verpflichtungen im Ver­kehr nachzukommen, und daß er das Fahrzeug nöti­genfalls rechtzeitig anhalten kann. Wie das Reichs­gericht ausgeführt hat, muß der Kraftfahrer auch bei Verdunkelung feine Geschwindigkeit so einrich­ten, daß der Bremsweg nicht größer ist als die bei der herabgesetzten Wirkung der Fahrzeugbe­leuchtung übersehbare Strecke der Fahrbahn.

Äiehen-Wieseck.

Am morgigen 21. Juni begehen die El)eleute Karl C h r i ft und Frau Anna, geb. Kreiling, das Fest der goldenen Hochzeit. Die beiden Jubilarir sind noch in bester Gesundheit. Herr Christ steht im 77. Lebensjahr, seine Frau ist 70 Jahre alt. Dem Jubelpaar unsere herzlichen Glückwünsche.

Oie Dominiks.

Roman von Hellmuth M. Böttcher.

9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Dominik schüttelte den Kopf.

,/Du wirst mir dabei noch viel helfen müssen, Junge. Ich bin ein gutes Stück vorangekommen, aber abgeschlossen ist das alles noch nicht. Und darum bin ich auch noch nicht an die Reichsregie­rung herangetreten. Eine Sache, die die Dominik- Werft vorlegt, muß fertig fein und Hand und Fuß haben."

Er schließt eine Weile die Augen, wie um besser nachzudenken.

Das Prinzip ist einfach und längst bekannt. Bei der Verbrennung verbindet sich Kohlenstoff und Sauerstoff zu Kohlensäure. Es kommt also »bloß* darauf an, beide wieder zu trennen, das heißt, den Sauerstoff zurückzugewinnen. Jede Pflanze kann das. Sie nimmt die Kohlensäure mit ihren grünen Blättern auf und zerlegt sie wieder. Wie gut sie das versteht, merkt man, wenn man in den Wald geht und den freigegebenen Sauer­stoff einatmet Aber was die Pflanze kann, können wir Menschen leider noch lange nicht. Immerhin verstehen wir auch schon einiges. Wir wissen, daß sogar schon bei Rotglut oxydierbarer Stoffe das gleiche eintritt. Und schließlich wissen wir, daß durch andere chemische Vorgänge eine weitere Auflösung der bei den eben genannten Verfahren sich bilden­den einfachen Kohlenoxyde erfolgt."

Friedrich Dominik öffnet wieder die Augen. Ein leuchtender Glanz steht darin.

So weit waren wir schon 1918. Das wußte auch Tirpitz schon. Natürlich. Aber ein Untersee­boot ist keine chemisck)e Fabrik. Und die Mengen Sauerstoff, die beim Lauf der Dieselmotoren an den Kohlenstoff des Treiböls gebunden und wieder von ihm abgespalten werden müssen, sind ge­waltig."

Er bricht erneut ab und schweigt.

Und du hast die Frage gelöst, Vater?" fragt Nissen nach einer Weile.

Kreuzerkrieg, Kreta, Nordafrika in der neuen Wochenschau.

Die neue Deutsche Wochenschau, die am Samstag erscheint, beginnt mit Bildstreifen aus Thailand und Tofto. Wir sehen Paraden und dar­auf kämbfende japanische Truppen in China. Dabei fällt auf, daß diese schon recht tfuten Ausnahmen, besonders wenn sie Kampfszenen darstellen, nicht zu vergleichen sind mit den Filmen, die uns unsere Kriegsberichter aus den Propagandakompanien lie­fern. Diese enthalten meist nicht nur einen nüchter­nen Bericht, sondern stoßen häufig weit in den künstlerischen Bereich vor. Die Aufnahmen vom Kreuzerkrieg im Atlantik in der gleichen Wochenschau z. B. zeigen zwar auch berichtsmäßig, was geschehen ist, aber diese Berichte sind einge­bettet in eine Vielzahl von Bildern, die über die Stimmung der Landschaft, den Alltag der Truppe und die Lebensform deutscher Seefahrer in den Tropen überhaupt etwas aussagen. Wenn diese Bildserie etwa damit-beginnt, daß sie dem Zuschauer das sanfte Gleiten des Mövenslugs liebenswürdig lange vor Augen hält und die Möve fo lange ver­folgt, dis mit ihr das Kriegsschiff im Bilde steht, dem die weitere Aufmerksamkeit gehören soll, ist neben der psycholoo^chen Vorbereitung des Publi­kums, das die Pause im dramatischen Geschehen

dankbar annimmt, eine Einführung geschaffen, die die folgenden Berichte als Teil einer natürlichen Lebensform, nicht etwa als Sensationen erscheinen läßt, womit nicht gesagt sein soll, daß die Tat­sache, mit welcher Eindringlichkeit die Bilder von der Versenkung feindlicher Schiffe besonders in Nachtaufnahmen wirken, nicht sensationell ist.

Im Mittelteil der Wochenschau erleben wir nach einigen erfrischenden Bildern aus der Heimat, von denen uns besonders stark die von den Belustigun­gen Hamburger Kinder im Wiener Prater im Ge­dächtnis geblieben find, das italienische Landungs- manöoer im Osten Kretas und einen mit unge­heuerem Schneid photographierten Vorstoß eines deutschen Spähtrupps in Nordafrika. Wir sind diesmal wirklich ganz dabei. Und wenn die Männer der deutschen Wehrmacht auf kargem Wüstensand nach einer kurzen Vorbereitung durch Handgranaten mit schießendem leichtem MG. in der Hand gegen den durch seine Deckung unsichtbaren Feind vorgehen und seine Stellung nehmen, ohne selbst auch nur die geringste Deckung zu haben, bann wird dieser Vorgang auf der Leinwand einmal wie­der in uns zum Ereignis und wir wissen: die erste Tugend unserer Soldaten ist der Mut. H. H. G.

andervorschkäge für den Sonntag.

Gießen Lindener Mark Theodorsrnhe Rindsmühle Gießen.

Wir beginnen unsere Wanderung an der Univer­sitätsbibliothek und folgen von hier dem roten, T, das uns zunächst zum Erdkauterweg, am Gailfchen Betrieb vorüber zum Bergwerkswald bringt. Auf schönen Schneisen führt uns das Zeichen kreuz und quer bis zur Theodorsruhe, wo wir uns an dem schönen Blick nach dem Schiffenberg erfreuen. Den seitherigen Weg verfolgend, gehen wir weiter bis zur nächsten Schneise, wo ein Schild nach rechts zur Rindsmühle hinweist. Stets durch hübschen Waldbestand, an dessen Rand sich uns ein weiter Blick eröffnet, gelangen wir zur Rindsmühle. Wir überschreiten die Leihgesterner Straße, gehen am Waldrand entlang bis zur ersten Schneise, In die wir einbiegen, gelangen später wieder auf die Straße Und wandern auf dieser zur Stadt zurück. Die Wanderung dürste etwa V/» Stunden bean­spruchen.

Gießen Vlsmarcklurm Windhof Heuchelheim Allendorfer Wäldchen Gießen.

Auf bekannten Wegen gehen wir zum Bisrnarck- turm unib erfreuen uns an dem prächtigen Pano­rama, das sich vor uns ausbreitet. Hier oben treffen wir den roten Ring der MarkierungRund um Gießen", der unser Wegzeichen bildet. Wir halten uns links und genießen unterwegs reizvolle Blicke auf unsere Nachbarburgen, den Dünsberg, das Bie­bertal und den vor uns liegenden Windhof. Wir kommen durch einen Teil von Heuchelheim, gehen an der Bieber entlang über die Lahn und gelangen bei der Straße nach Dutenhofen zum hochgelegenen Allendorfer Wäldchen, zu dem ein steiler Pfad auf­wärts führt. Oben bietet sich wiederum eine hübsche Aussicht über das breite Lahntal mit verschiedenen Dörfern und den Burgen im Hintergrund. Auf

Feldwegen, immer schöne Ausblicke genießend, um­gehen wir Klein-Linden, überschreiten später die Eisenbahnbrücke und kommen zum Wald der Lin­dener Mark. Wenige Schritte einwärts liegt das Börnchen", eine beschauliche Raststätte. Wir ver­lassen jetzt die Zeichen, gehen den Waldrand auf­wärts, um schließlich über den Wartweg zur Stadt zurückzukehren. Wanderzeit 4% Stunden.

, Schotten Gierbachtal Reipperls Jagdhaus Wolfslauf Hungen.

Der Frühzug bringt uns von Gießen über Nidda nach dem freundlichen Vogelsbergstädtchen Schotten. Von der Hauptsttaße wenden mir uns links und folgen der roten Kreuzmarkierung, die uns in stetem Anstieg zur Höhe führt. Etwas abseits der Mar­kierung liegt das stimmungsvolle Ehrenmal für die im Weltkrieg Gefallenen der Stadt Schotten, dem wir unbedingt einen Besuch abftatten müssen, da sich von feiner Plattform ein entzückender Blick über Schotten und einen großen Teil des Vogelsberges bietet. Unser Zeichen leitet uns weiter nach dem reizvollen Gierbachtal und hinauf zum Reipperts, von dessen Plateau man ebenfalls eine prächtige Aussicht genießt. Nach einiger Zeit kommen wir zum anmutig liegenden Jagdhaus Wolfslauf, wo sich uns ein weiter Blick über die Wetterau mit Burg Münzenberg bis zu den Taunusbergen er­schließt. Die seitherigen Zeichen verlassend, wandern wir nunmehr auf guter Straße nach rechts, bis wir blaue Striche antreffen, die uns bis zum Schluffe begleiten. Unterwegs überschreiten wir die blaue Kreuzmarkierung, an welcher Stellung uns ein über­raschender Blick auf das hochgelegene Stomfels erfreut. Durch herrliche Waldungen erreichen wir, nachdem wir einige (Eifenfteingruben passiert haben, nach insgesamt fünfstündiger Wanderung unser Endziel Hungen.

Jugend leistet Erntehilfe.

Genau so wie im Vorjahr ergeht auch diesmal wieder die Aufforderung an die deutsche Jugend, bei der Bergung der Ernte und, soweit notwendig, auch bei landwirtschaftlichen Bestell- und Pflege­arbeiten mitzuhelfen. Was es bedeutet, daß die Ernte, gleichgültig, ob es sich um Getreide, Kar­toffeln, Obst ober Gemüse handelt, restlos und recht­zeitig geborgen wird, braucht heute nicht mehr aus­einandergesetzt zu werden. Es ist daher selbstver­ständlich, daß die Eltern keine Einwendungen er­heben, wenn an ihre Kinder die Aufforderung zur Mithilfe ergeht.

Der diesjährige Jugendeinsatz sieht neben dem kurzfristigen Einsatz während der Ferien oder am Wochenende auch einen langfristigen Einsatz von männlichen Jugendlichen vom vollendeten 15. Le­bensjahr ab auf die Dauer bis zu sechs Monaten

Friedrich Dominik lächelt wieder sein stilles, ver­innerlichtes, nachdenkliches Lächeln.

Ich glaube, Junge, ich hab's... wenigstens in den wesentlichen Grundzügen. Da im Schrank fin­dest du die Unterlagen." Er wischt sich über die Augen.Du siehst, ich bin fleißig gewesen. Tags­über auf der Werft in der Tagesarbeit, nachts hier in meinem Konstruktionsbüro. Es war manchmal schwer, vorwärtszukommen und die technischen An­lagen und Einrichtungen zu ersinnen und zu ge­stalten und auf den kleinen, ach, gar zu engen Raum einzuordnen, der zur Verfügung steht."

Er geht zum Schrank und hebt ein Fach voller Mappen heraus.

Und schließlich muß bei dem allen das bedacht werden, worüber keine chemische Fabrik sich Sor­gen zu machen braucht. Wenn die Funktion meiner Apparaturen auch nur für eine Minute versagen würde, bann bedeutete bas: Ein ganzes Schiff "mit vielen Menschen ist verloren. Unwiderbringlich verloren. Jedes Aussetzen bringt den Tod."

Mit heißem Kopf sitzt Nissen über den Blättern. Da stehen Konstruktionen auf großen Papierfor­maten und in ungezählten Einzelzeichnungen. Eine dicke, dicke Mappe mit Hunderten von (Entwürfen, mit Berechnungen, m\t endlosen chemischen For­meln, (Erläuterungen und Beschreibungen. Tage und Wochen würde man brauchen, um das alles richtig in sich aufzunehmen.

Aber der Grundgedanke ist schnell verstanden.

Es handelt sich um etwas ganz Neues, etwas ganz Großes.

Nissen sieht das alles nicht bloß als Ingenieur. Als Reserveoffizier der Reichsmarine hat er in fei­ner aktiven Dienstzeit gelernt, die Möglichkeiten und Beschränkungen der U-Boot-Wäsfe zu beur­teilen.

Er hat von je geahnt, warum der Führer in seinem Vertrag mit England dem Deutschen Reich das Recht vorbehalten hat, gerade U-Boote nach Belieben zu bauen. Das ist bie Waffe, die, rickstig ausgebaut und bedient, die deutsche Küste von Fein­den freihalten und die deutschen Handelsschiffe schützen Fann.

Sie wird es schaffen, auch mit den U-Kreuzern, die jetzt schon die Meere zerpflügen. .Aber mit den U-Booten der Dominik-Werft wird die Schlagkraft noch ganz unvorstellbar gesteigert werden.

vor. Die dafür in Frage kommenden Betriebe wer­den besonders sorgfältig ausgesucht, um den Eltern jede Gewähr für die Unterbringung unb Betreuung ihrer Kinber zu geben. Auch der kurzfristige Einsatz wirb burch befonbere Bestimmungen geregelt, damit bie Kinber weder gesundheitlich noch sonst irgend­wie Schaden nehmen und die (Eltern ihre Kinder beruhigt fortlassen können. Es ist z. B. festgesetzt, daß die städtische Jugend in der Regel erst ab 16 Jahren voll eingesetzt werden kann. Die Kleine­ren roerbeg zu leichteren Arbeiten wie Unkrautjäten, Rübenverziehen, Aehrenlesen, Fallobstsammeln usw., herangezogen. Die weiblichen Jugendlichen kommen vor allen Dingen für die Hilfe in Küche tfttb Haus­halt der Landfrau in Betracht. Die reine Arbeits­zeit soll bei den Jugendlichen unter 14 Jahren nicht mehr als 6 Stunden, bei Jugendlichen über 14 Jahre nicht mehr als 8 Stunden betragen. Die sozialen Verhältnisse werden laufend überprüft. Obwohl die

Immer wieder schaut Nissen -auf und streift sei­nen Vater mit einem Blick. Wunderbar ist es doch, daß in diesem grauen Kopf mit der eigenwilligen Stirne und den buschigen Brauen solche Gedanken geborgen werden konnten. Eine heiße Liebe und eine große Ehrfurcht vor diesem Manne, dessen Blut er in seinen Adern trägt, überfällt ihn. Und etwas wie ein bisher unbekannter Stolz über- kommt Riffen.

Auch woanders gibt es Direktoren von Schiffs­werften, auch woanders leben reiche Männer, deren Tatkraft einem großen Werk Leben und Auftrieb einflößt.

Aber einen Friedrich Dominik den gibt es nur einmal.

Und einmal nur fein Werk, feine Erfindung! Am Fernsprecher leuchtet das Licht auf.

Dominik nimmt den Hörer und nennt feinen Namen.

Hier Bankier Schild. Ich wollte mir eine ver­trauliche Frage erlauben. Wir haben in letzter Zeit über alle möglichen Stellen Anfragen nach Do­minik-Aktien. Ist bei Ihnen was Besonderes im Gange?"

Dominik winkt Nissen mit den Augen, den Mit­hörer des Fernsprechers.aufzunehmen.

Nichts Besonderes", antwortet er derweil.Wir sind ganz ordentlich beschäftigt. Werden eine gute Bilanz herausbringen. Sonst wüßte ich nicht, was die große Nachfrage erklären könnte."

Sie selbst stehen nicht dahinter, Herr Direktor?" Ich selber? Wie kommen Sie daraus?"

Der Bankier hüstelt verlegen. Offenbar ist ihm die Frage nicht bequem.

Na, ich kann es Ihnen ja sagen, Herr Direktor. Wir haben den Eindruck, als ob hinter all den direkten und indirekten Anfragen ein und dieselbe Person steht, die sich aber eines fremden Namens als Deckadresse bedient."

So? Das ist ja sehr interessant... Wenn Sie mir die Deckadresse sagen, vielleicht könnte ich Ihnen da helfen?"

Herr Schild zögert wieder. Als Bankier ist man natürlich zur Diskretion gezwungen. Er antwortet ausweichend.Gibt es in Ihrer Stadt eine Dame, die Martha Spreckels heißt? Wir können sie im Adreßbuch nicht finden. Und auch die Auskunfteien lassen uns im Stichs

von Magdeburg.

von Magdeburg.

3a. Wir sind noch verbunden? Ich denke eta« Ix nach, Herr Schild. Eine Martha Spreckels gibt I ,^en ( hier nicht. Der Name ist mir auch feit zwanzig .i DWe dreißig Jahren nicht aufgestoßen." ' rj ruP

Wieder sieht Nissen den Vater an. Ein seltsam'm

Der Alte legt den Hörer auf die Gabel. Niss»" ' llt es auf. dak er erft öorbeiareift. h» °ii

(Fortsetzung folgt)

Martha bringt die arbeit ein.

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Doch! Doch! Natürlich!"

Aus feinen graublaffen Schläfen zeichnen sich M Arterien in blauen Schnörkellinien ab.

Er tritt" einen Augenblick ans offene Fensts-- Die frische Luft, die vom Meere her bereinmet. kühlt das heiße Gesicht angenehm Und tut roo1- Er beugt sich etwas hinaus. Von den HellivM kommt der Duft von Lack und Teer herüber. Nui kann ihm auch Nissen nicht mehr vom Gesicht lesen, wie tief ihn diese Unterredung mit bf*n Bankier erschüttert hat.

Martha Spreckels.

Dröhnen ist in seiner Stimme, wie von einer )er» brochenen Glocke.

Seltsam", antwortet wieder Herr Schild.De Dame muß über recht große Mittel verfügen. S't hat bei mir als Sicherheit für das Aktienkaust^ ein ansehnliches Bardepot hinterlegt. Unter die!.!« Umständen kann es mir persönlich ja gleich M wer dahinter steckt. Ich dachte bloß, es wäre aitj gerade für Sie von Interesse, zu wißen, was.

Jugend ihre Ausgabe als Ehrendienst betrachtet, hält sie für ihre Hilfe eine Entschädigung. AußerdG kann zur Beschaffung der Kleidung eine Gew H7 von Beihilfen bis zu 60 RM. erfolgen.

So ist in jeder Beziehung für die Kinder gesorgt, so daß die Eltern sich keine Sorgen zu matffl brauchen.

fällt es auf, daß er erst vorbeigreift.

Ist dir nicht gut, Vater?"

Friedrich Dominik streicht sich über die Auge»

Nissen sieht, wie dem Vater das Blut ins sicht schießt und wie die jähe Nöte wieder punkt' weicht. Gleichzeitig scheinen feine Schläfen einjp fallen.

Vater! Was hast du?"

Der schüttelt heftig mit dem Kops.

Hallo! Sind wir noch verbunden?" fragt «

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Ist fo etwas möglich?

Spreckels. Unter ihrem Mädchenname Frau Mattheus Linds in seine Lebern)'

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Von der Börse.

Zurückhaltende Aktienmärkte.

Frankfurt a. M., 19. Juni. An den 8lk« 11 e n m ä r f t e n fetzte sich die 2Iufroärtsberoeging einzelner besonders beachteter Papiere zunächst weiter fort, sodaß vielfach neue Höchstkurse erregt wurden. Ausführunaen, die Reichsbankpräsibint Funk in Wien und später Vizepräsident Lange In Frankfurt a. M. machten, wonach vor der erneuten Kurshausse gewarnt und darauf hingewiesen rourk, daß Aktien keine Rembrandtbilder oder Persrv teppiche feien und daß man nicht damit eimwr«: standen fein könne, daß unter Außerachtlassung jeder Rendite Papiere zu Rekordkursen gegeben wurden, daß ferner auch jeder spekulative (Einflifj an den Börsen durch Reformen ausgeschaltet roeüe, wenn Versuche zu unberechtigten Kursgewimm gemacht würden, bewirkten jedoch im Wochenv«» i lauf stärkere Zurückhaltung und Kursabschwächm» gen. Das Kursniveau gab jedoch nur verhält^-' I mäßig wenig nach, und vielfach liegen die Aktie» renoiten unter den Renditen der Renten. Bersche deutlich sahen sich auch Verwaltungen veranlag unbegründeten Börsenvermutungen entaegen^utm ten, wie am Mittwoch erneut die Südd. Zucker O| Die Umsatztätigkeit schrumpfte stark zusammen. Gegenüber der Vorwoche fester schlossen noch tu; tzüdd. Zucker mit 324, Heidelberg Zement mit 23L Farben mit 208,25, sehr fest lagen weiter AccumMi toren und Dt. Atlant. Telegr., gut behauptet u. i Scheideanstalt mit zirka 350, VDM. mit 282, WoH hch mit 229. Montane unterschiedlich, von AuÄ« aktien lagen Daimler gedrückt. Die SonberberoegiLuj in Metallgesellschaft kam zum Stillstand, der gab bis 201 nach. Am Einheitsmarlt zeigten Kursveränderungen nach beiden Seiten im Rahmen mehrerer Prozente bei allerdings ebenfalls sehr fiel' nen Umsätzen.

Am Rentenmarkt zeigt sich nach wie mi gegenüber dem starken Anlage bedarf Materirl« knappheit, sodaß die Kurse durchweg recht freum)' i lich lagen. Altbesitz schwankten zwischen 161 irb 161,75, Steuergutscheine I zwischen 103,13 bis 1033 Jndustrieobligationen still und teilweise etwas naia* gebend, doch im Grunde freundlich. Außerhalb foir Börse findet die Folge III der 3,5prozentigen Reich-' schätze nach wie vor regen Absatz. Tagesgeld io verändert 1,75 v. H.

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Es bleibt leider infolge einer Unterbrechung H Ferngesprächs unverständlich, warum nach Ansm von Herrn Schild gerade diese Kaufanfragen fr Friedrich Dominik von Interesse sein sollen.

** 60 Sabre alt. Am morgigen Samstag, 21. Juni, wird der städtische Arbeiter August M a g e l, Neuenweg 21 wohnhaft, 60 Jahre dt Dem Jubilar unseren Glückwunsch.

** Neugestaltung am Selterstor. Nach der Einstellung des Straßenbahnverkehrs am SM terstor konnte die Neugestaltung des dortiM Platzes in Angriff genommen werden. Vom punkt der Aufnahme des Obus-Betriebs ab, dlo feit Mittwoch nachmittag kann man nun den in neuer Gestaltung sehen. Die Straßenbahnschienenst zwischen der Ecke Seltersweg und Frankfurtkrtt Straße sind entfernt und die bisherigen beiden Grünstücke zu einer geschlossenen kreisrunden Flache mit aufgeschüttetem Beet hergerichtet worden. Zie Mitte des großen Beetes ziert eine schöne gortmJ künstlerische Anlage mit reichem Blumenschmuck und einer großen Blattpflanze. Das neue Gesiebt les Selterstors bedeutet unzweifelhaft eine Verschar­rung des dortigen Straßenbildes, da die gärtnerifdje j Anlage in geschmackvoller Weise gestaltet ist.

* Fachklasse füröas Versicherungs>9 g e w e r b e. In Ergänzung zu unserer Notiz wml 17. Juni über die Errichtung einer Versicherung klaffe für Lehrlinge der Versicherungsunternehmg gen und -Institute wird uns noch berichtet, bajj diese Klasse zur hiesigen Kaufmännischen BerufsschchW gehört und von deren Leiter, Handels-StudiendirM tor Dr. Wendel, mit Genehmigung der zustä»L digen Schulbehörde, die auch die Kosten hierfür ach» zubringen hat, ins Leben gerufen wurde. Die Leg finge haben wöchentlich 8, zur Zeit infolge teil Kriegsverhältnifse 6 Unterrichtsstunden in Wirt»! schaftskunde mit Schriftverkehr, Buchführung, Reg nen, Kurzschrift, Maschinenschreiben, Deutsch uiij Reichskunde. Außerdem haben sie wöchentlich zajV Unterrichtsstunden in Versicherungskunde, die rwi| Versicherungsdirektor Kretschmer, hier, ertdt j werden.

Io iS," Mr bet Sühnte .tat in j, 5 $etr, ff,"