wissen genau, was draußen los ist. Dennoch wird keine Sekunde das Funken unterbrochen. Der Mann am Empfänger sucht sämtliche Frequenzen ab, es wird probiert, notiert, verglichen. Wieder nichts ... wieder nichts. Weiter — irgendeine durch den Aether fliegende Nachricht muß den Standort der Aufklärungsabteilung verraten. Die anderen drei entschlüsseln geduldig, mit unbewegten Gesichtern, der Funktruppführer leiert monoton die aufgefangenen Buch« staben des Funkalphabets herunter. Das gepeinigte Gehirn darf keinen Augenblick verzoaen.
Sie hören es mit nervenzerreißenoer Deutlichkeit, wie draußen die Panzer vorbeiwuchten. Jede Sekunde kann es losballern. Die Waffen liegen griffbereit. Ein-, zwei-, dreimal erzittert die Erde, Dann verschwindet das Kettengerassel — allmählich — unendlich langsam in der nächtlichen Ferne. Es wird totenstill. Der Funkttuppführer hat keinen Augenblick mit seinem Diktat aufgehört. „Paula — Berta — Tanthippe — Konrad — Nordpol — Quelle — Ludwig." Die Bleistifte fliegen über das Papier ...
Endlich schlägt der Schwabe gewaltig mit der Faust auf den Tisch: „Blitz, wurmiger, jetzt Han i di!" Der Hörer ist ihm auf den Hinterkopf gerutscht — die gesuchte Verbindung ist da.
Gut gesichert werden dann die Fahrzeuge behutsam aus dem Hohlweg gelotst. Und wieder sitzt der Fahrer am Steuer. Stundenlang und unermüdlich. Die Sicht ist schlecht. Das Nachtgestirn hat in der anbrechenden diesigen Morgendämmerung seine Leuchtkraft verloren. Sie fahren durch eine brennende Ortschaft, wo im grellen Schein gierig fressender Flammen Leichen von Menschen und Tieren Herumliegen. Zuletzt finden sie den gesuchten Standort. Neben der zerschossenen Toreinfahrt steht im kalten, nüchternen Tageslicht ein verlassenes fram wsisches Pakgeschütz. Sein Panzerschild ist von Einschlägen durchsiebt. Es trägt die stolze Inschrift: „Compte sur moi! — Rechne mit mir!"
Don den englischen Panzern ist keiner zurückgekehrt! (Schluß folgt.)
Wo melde ich mich zur Waffen-ff?
NSG. Es wird nochmals darauf hingewlefen, daß freiwillige Meldungen zur Waffen-^ jederzeit
von folgenden Dienststellen entgegengenommen werden:
Ergänzungsamt der Waffenff Ergänzungsstelle Rhein (XU) Wiesbaden hindenburgallee 59 und
Ergänzungsamt der Waffen-ff Ergänzungsstelle Fulda-Werra (IX) Saffel-Wilhelmshöhe Löwenburgstraße 10.
Angenommen werden Freiwillige für:
1. ff-Verfügungstruppen (einschließlich Leibstandarle ff „Adolf Hitler"). Mindestgröße 170 cm.
2. ff-Totenkopf st andarlen:
s) mit Dienstzeitverpflichtung
(12 Fahre, Lebensberuf: Polizei oder Wehr- bauer).
Mindestgröße 168 cm mit 17 Fahren;
b) ohne Dienstzeitoerpflichtung
(bevorzugt SA.-Männer und Parteigenossen).
3. Schutzpolizei: Ungediente Männer.
Aus aller Wett.
Schweres Unwetter in Portugal.
Die telephonischen und telegraphischen Verbindungen Portugals mit der Umwelt sind nach viertägiger völliger Unterbrechung am Mittwoch wiederhergestellt worden. So wird jetzt bekannt, daß ein gewaltiger Tornado von außergewöhnlicher Wucht Portugal heimgesucht und fast das ganze Land in den höchsten Notzustand versetzt hat. Bisher werden über 100 Tote und 1000 Verletzte gezählt. Der Sachschaden ist vorläufig kaum zu übersehen. Die Mandelbäume, die gerade in voller Blüte standen, sind zum größten Teil umgebrochen oder völlig ausgerissen. Ebenso haben die Korkfelder schwer gelitten und nicht minder die Waldgebiete in Leiria, die besonders Grubenholz liefern. Hunderte von Fischer
booten sind zerschmettert oder gesunken. Durch die reihenweise entwurzelten Bäume wurden die Landstraßen unpassierbar. Vielfach wurden die Dächer der Häuser abgetragen, Mauern eingedrückt und Flußdämme aufgerissen, so daß Ueberschwemmungen des Tejo und des Douro die Katastrophe noch verschlimmerten. Die in der Tejo-Mündung einbrechende Springflut überflutete das gesamte Hafengebiet Lissabons. Meterhoch stand die berühmte Praca do Comercio unter Wasser. Entwurzelte Bäume, Trümmer eingestürzter Häuserwände bedecken die Straßen. In dem Zoologischen Garten wurde der gesamte Baumbestand entwurzelt. Sämtliche Eisenbahnverbindungen waren unterbrochen. Zwischen Lissabon und Oporto wurde die Strecke von den Fluten des Tejo unterspült. Auch der Lufthafen von Cabo Ruivo wurde von der Springflut heimgesucht Besonders hart wurden durch die Springfluten die Reisfelderinseln im unteren Tejo- Lauf betroffen. Die bei der Arbeit vom Sturm überraschten Bauern wurden von den Feldern fort- gerissen, konnten aber gerettet werden. Die Verbindung vom Süden zum Norden des Landes konnte nur über den Rundfunk auftechterhalten werden. Die Hilfsverbände der portugiesischen Legion waren Tag und Nacht an der Arbeit, unterstützt von Feuerwehren, Aerzten und Sanitätern. Der Tornado gehört zu den schwersten Naturkatastrophen, die Portugal seit dem großen Erdbeben des Jahres 1755 erlebt hat.
Leichtes Erdbeben an der spanischen Nordwestküste.
In Vigo wurde ein Erdbeben verspürt, das zwei Sekunden dauerte. Die verängstigte Bevölkerung stürzte auf die Straßen, jedoch war der Sachschaden gering. Die Erdstöße wurden auch in Ponteoedra und Bayona wahrgenommen. In Ponteoedra wurden mehrere Häuser beschädigt. Durch den immer noch herrschenden Orkan wurden in der Nähe von Bayona 5 0 0 0 Pinien entwurzelt. In El Ferrol del Caudillo mußte der Schiffsverkehr eingestellt werden. Mehrere Barkasien und zwei Fischdampfer sind gesunken. In der Provinz Caceres wurden durch den Sturm 15 000 Bäume entwurzelt.
Riesige lleberschwemmung im Tigris-Tal.
Bei Bagdad ist der Tigris über feine Ufer getreten und hat teilweise die Uferhöyen überschritten. Zur Rettung der Stadt Bagdad mußten die
nördlichen Uferdämme gesprengt merbct. Dadurch sind 150 Quadratkilometer bebautes ßaifc unter Wasser gesetzt und durch die Fluten verwüstrt worden. Truppen wurden zu Rettungsarbeiten ei> gesetzt. Zahlreiche Ortschaften mußten von der völkerung verlassen werden. Auch die Lage Ba^. dads wird als bedrohlich angesehen. Die Wasserflut kam um so überraschender, als im allgemein Ueberschwemmungen im Tigris-Tal erst Ende März oder im April eintreten.
Freiheitsberaubung im Luftschutzkeller.
Eine Frau in Wiesbaden, die das Amt eintr Luftschutzwarten ausübt, lebte mit den Hausbewch nern nicht im besten (Änvernehmen, so daß es ot zu Reibereien kam. Als bei einem Fliegeralarm bt Hausgemeinschaft sich im Luftschutzkeller aufhiel^ kam es wegen der vorhandenen Sitzgelegenheiten zu Differenzen, da die Luftschutzwartin einen Stuhl ß Anspruch nahm, der ihr nicht gehörte, so daß durch Gewaltanwendung der Stuhl entzogen werde, mußte. Hierüber verärgert verließ sie den Luftschuh raum und schloß d i e Türhinter sichad. Dr darin befindlichen Personen mußten noch über ein Stunde nach der Entwarnung im Luftschutzkeller zv bringen, bis ihnen von dritter Seite aufgemadt wurde. Wegen Freiheitsberaubung erhicü die Luftschutzwartin einen Strafbefehl über 15) RM., gegen den sie Einspruch einlegte. Vor den Wiesbadener Einzelrichter machte die Angeklagir geltend, daß sie nicht die Absicht gehabt habe, ihn Mitbewohner einzusperren. Da nach Ansicht des richts eine Freiheitsberaubung nicht gegeben mar, zumal sich im Luftschutzkeller ein Notausstieg b<. fand, wurde die Angeklagte freigesprochen. Geger dieses Urteil legte der Vertreter der Anklage Berufung ein. Die Wiesbadener Strafkammer stellte b<i einer Ortsbesichtigung fest, daß der zur ordnungs. mäßigen Benutzung vorgesehene Ausgang abgespern und der Notausgang nur als behelfsmäßiger Aus gang angesehen werden kann. Das Gericht nerurteilli daher die Angeklagte zu 100 RM. Geldstrafe.
Berufsverbrecher wegen Widerstandes erschossen.
Der Reichsführer ff und Chef der Deutsch« Polizei teilt mit: Am 17. Februar 1941 wurde bet Berufsverbrecher Bernhard Häfner wegen Wider« standes erschossen.
Wer iMi hat, kennt keine Rclnigungsforgen; für fchmufiige oeruksklei- dung gibt es niciits Geeigneteres. iMi löst jede Aufgabe fpiclenö und macht die Verwendung von Seife und Wafchpulöer über fluffig!
Fritz Bieler,
Gießen, den 19- Februar 1941.
871 D
Seine treue Pflichterfüllung und sein kameradschaftliches Verhalten sichern ihm bei uns ein dauerndes dankbares Gedenken.
Direktion und Gefolgschaft der Stadtwerke Gießen,
Tod es-Anzeige.
Am Dienstag, dem 16. Februar 1941, verstarb unser Arbeitskamerad
Einstellung von Anwärtern für den gehobenen Iustizdienft.
Gesunde Jugendliche im Mindestalier von 17 Zähren, die der NSDAP, oder einer ihrer Gliederungen angehören oder angehört haben, können alsbald in den Vorbereitungsdienst für den gehobenen Iustizdienst (Zustiz- mfpekforlaufbahn) eingestellt werden. Erforderlich ist: Abschlußzeugnis einer Mittelschule oder eines Aufbauzugs an einer Volksschule oder Besuch von 6 Klaffen einer höheren Lehranstalt oder von 2 Klaffen einer Handelsschule od. Besuch einer höheren Handelsschule. Oer Vorbereitungsdienst dauert 3 Zähre,- er beginnt bei einem kleinen Amtsgericht (amAeimatsort des Anwärters oder in dessen Nähe), spater Ausbildung beim Landgericht, Staatsanwaltschaft und in einem Ausbildungslehrgang in Frankfurt am Main.
Während des Vorbereitungsdienstes wird ein Llnter- haltszuschuß gewährt(z.Z.sürLedigemonatl.iis.-^M.s Nach abgelegter Prüfung erfolgt sofort Ernennung zum a^ßerplanmäßigenIustizinspektor,späterp!anmäßigeAn- stellung mit Aufstiegsmöglichkeit in Äeförderungsstellen. Bewerbungsgesuche mit Lebenslauf und letztem Schulzeugnis find zu richten an den
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