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Gietzener Anzeiger
hu ng fehlte. Dann kam die Westfeldzuges mit der Katastrophe
Oie Japaner auf Hongkong gelandet
De-
Die Iapaner überall im Bormarsch
In Amoy hörte man. so berichtet Domti weiter, daß der Gouverneur von Hongkong, Sir Mart Young, nach einem unbekannten Ort g e f l o h e n sei. Die Flucht Youngs habe zu großer Entrüstung
Tokio. 19.Dez. (Europapreß.) Die japanischen Truppen sind an drei Stellen ans der Insel Hongkong gelandet und haben bis Freitag morgen 11 Uhr (Tokioter Zeit) praktisch die hälste der englischen Kronkolonie schon unter japanische kontrolle gebracht.
Der 470 Meter hohe Jardlne-Vxrg, von 'dem aus ein guter Ueberbtick über die Insel möglich ist. wurde von den japanischen Truppen beseht. An verschiedenen Stellen wird noch örtlicher Wider st and geleistet. Japanische Artillerie und japanische VombenfUeger bekämpfen diese Widerstandsnester mit schwerstem Kaliber. Der Jardine- Berg liegt ungefähr in der Mitte der Insel, so daß das englische verttidlgungssystem auf der Hongkong-Insel bereits durchbrochen zu fein scheint.
peditionskorps wieder ein-geß L u f t u n t e r
verständlicher Welse meint, der britischen Luftwaffe die Lektion noch einmal erteilt, die sie bisher noch nicht hat lernen wollen: die Lektion von der Not. wendigkeit der Zusammenarbeit mit Armee und Flotte.
Der Kampf um diese Frage ist in England fast so alt wie die Luftwaffe selbst, aber erst seit Ausbruch des Krieges gewann sie an Bedeutung. Es begann mit den Erfahrungen in Norwegen, als das eben erst gelandete Ex-
bittere Lehre des Westfeldzuges mit der Katastrophe in Dünkirchen. Weniger folgenschwere aber ähnliche Erfahrungen sammelten die Engländer in den Kämpfen in Afrika im vergangenen Winter. Griechenland lehrte dasselbe, was Namsos
in Namsos und Andalsnes ft werden mußte, weil es an
unter den Soldaten und bei der chinesischen völkerung geführt.
„Keine Illusionen über Hongkong."
Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8'/9 Ubr desBormittags
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(Sturm um Brooke-Popham
Von unserem H. L.-Korrespondenten.
Genf, 18. Dez. (Europapreß.) „Keine Illusionen über Hongkong", berichtet Journal de Genöve" aus London. Bas Gebiet von Kaulun bei Hongkong sei vollkommen geräumt worden. Hongkong werde jetzt von der japanischen Artillerie und Luftwaffe äußerst
und Dünkirchen schon hätten lehren sollen. Erst bei den Kämpfen um Kreta ist aber auch in der breiteren Oeffentlichkeit das Problem des „air support“, d. h. der Zusammenarbeit zwischen Luftwaffe und Armee oder Flotte Gegenstand der Diskussion geworden. Der Verlust zahlreicher Kriegs- schiffe führte zu der Erkenntnis, daß irgend etwas da wohl stimmen mußte an der Auffassung von der Unzulänglichkeit der Seemacht.
Die Luftwaffe selbst war auch bereit, dies anzuerkennen, ja sie wollte auch gern an der Verhütung ähnlicher Niederlagen in der Zukunft Mitarbeiten, aber sie wollte um keinen Preis der Welt etwas von ihrer Selbständigkeit aufgeben. Schon mit Miß- Billigung hatte sie einige Zeit vor dem Kriege zur Errichtung einer besonderen Marineluftwaffe als „fleet air arm“ ihre Zustimmung geben müssen, aber damit war es auch genug. Bas Allheilmittel der Luftwaffe war: „Mehr und mehr und noch mehr Flugzeuge, mehr und bessere Flugplätze und
heftig angegriffen. Trotz der vom Gouverneur von Hongkong abgegebenen Erklärung, nickt zu kapitulieren, sei in London ein starker Pessimismus zu verspüren, man gebe bereits offen zu, daß man sich Illusionen über das Schicksal des vorgeschobenen britischen Postens hn Fernen Osten ersparen könne. Die Tatsache, daß Hongkong völlig von der Außen- welt abgeschlossen ist und auch die telegraphischen Sendeanlagen der Stadt durch den japanischen Luftangriff stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, geht daraus hervor, daß erst am Mittwochabend Meldungen in London vorlagen, die das Datupi des vergangenen Samstags tragen.
Auch am Mittwoch wurde die britische Kronkolonie wieder verschiedenen javanischen Bombardements unterzogen. Die japanische Luftwaffe wurde durch starkes Artilleriefeuer aus Kaulun unterstützt. Don Hongkong ist das Feuer der Japaner nur unwirksam erwidert worden. Zahlreiche Militäreinrichtungen auf Hongkong wurden zerstört. Auch die Residenz des Generalgouverneurs und mehrere andere Verwaltungsgebäude wurden getroffen. Der Ostteil der Insel ist in Flammen gehüllt. Die Erdölanlagen von Taiku stehen in Hellen Flammen. Japanische Flugzeuge haben ferner wiederholt im tiefen Fluge militärische Ziele innerhalb der Stadt bombardiert. Unter der Bevölkerung herrscht Panik, da alle Möglichkeiten einer Evakuierung durch die japanische Blockade genommen worden sind. Aus nordamerikanischen Andeutungen geht hervor, daß zwischen den Alliierten keine Einmütigkeit über den Entschluß des britischen Gouverneurs besteht, die Stadt bis zum Letzten zu verteidigen, zumal die in Holzhäusern lebenden Chinesen die Hauptleidtragenden sind.
während eine andere japanische Kolonne im Begriffe ist, den feindlichen Widerstand im Gebiet von Digan längs der Nordwestküste von Nord-Luzon niederzuschlagen. Andere japanische Verbände, deren Landung in Süd-Luzon gemeldet wurde, dringen in nördlicher Richtung vor.
Auf der malaiischen Halbinsel warfen die japanischen Truppen den Gegner erneut zurück und verfolgen die Briten weiterhin im Dschungel, wahrend die aus Thailand vorstoßenden japanischen Verbände in engster Zusammenarbeit mit der Luftwaffe einen- Flugplatz in der Nähe von Victoria Point auf dem Isthmus von Kra besetzten. Die japanischen Streitkräfte, die aus Thailand vorrücken, gehen am Fluß Muda entlang vor. Dieser Fluß bildet die Südgrenze des Staates K e - dah und mündet gegenüber dem wichtigen Hafen und der Jnfelfestung P e n a n g in den Indischen Ozean. Die Engländer geben zu, daß die japanische Vorhut noch 15 Kilometer von der Flußmündung entfernt ist. Penang, das in den letzten Jahren stark 'befestigt wurde, ist nach Singapur der wichtigste britische Stützpunkt in Malaya, dem deutschen Publikum besonders bekannt geworden durch den kühnen Handstreich der „Emden" im Jahre 1914. Japanische Flugzeuge haben am Mittwoch in großen Massen Penang angegriffen. Sie versenkten einen großen und einige kleinere Transporter im Hasen. Landungsplätze und andere Hasenanlagen wurden zerstört. Drei japanische Flugzeuge stießen zu dem Flugfeld von I d o h vor, stellten sechs Buf- fallo-Jäger und haben zwei abgeschossen. Außerdem haben die japanischen Flugzeuge sieben Buf- sallo-Jäger auf dem Boden zerstört. Der Angriff auf Singapur zeigt drei Stoßrichtungen, und zwar von Penang, aus dem Keratal und oon ftotabaru ausgehend.
Vermassung in LIGA.
Roosevelt hat es auf sich genommen, im Auftrage der jüdisch-internationalen Plutokratie. das Volk der USA. in den Krieg hineinzuzerren. Mit wahrhaft feiltänzerischen Verdrehungskunststücken suchten er und seine Mithelfer Tag für Tag endlich jenen Zwischenfall zu erreichen oder sogyr hervorzurufen, der zur Stimmungsmache benutzt werden könnte, um den Widerstand des amerikanischen Volkes gegen die Beteiligung am Kriege endgültig zu über winden. Die Amerikaner hatten schon recht mit ihrem instinktiven Mißtrauen gegen die dritte Präsidentschaftsperiode ein und desselben Mannes. Gerade diese in der amerikanischen Geschichte erstmalig erfolgte dritte Wiederwahl eines Präsidenten hat aber bewiesen, daß eine skrupellose, vor keiner Lüge zurückschöeckende Propaganda sehr wohl in der Lage ist, eine Entscheidung auch gegen den eigent- lichen Willen des Volkes herbeizuführen.
Es würde zu weit führen, wollte man hier die außerordentlich verschiedene Struktur der amerikanischen Bevölkerung des O st e n s , wo handel und Industrie überwiegen, des M i t te l w e st e n s mit feiner überwiegend landwirtschaftlichen Beoölke rung, des nach Dem Pazifik orientierten W e st e n s uyd des auch heute noch feudal-herrschaftliche Züge aufweisenden Südens aufzeigen, obwohl in diesen strukturellen Verschiedenheiten ein sehr wichtiger Grund für die Möglichkeit eines solchen Volks entscheids gegen den eigentlichen Dolkswillen liegt. Der industrielle Osten hat mehr und mehr das Uebergewicht bekommen, und es ist kein Zufall, daß aerobe hier das jüdische Element außerordentlich stark vertreten ist, wie ja denn Neuyork nicht nur die Stadt mit der größten absoluten jüdischen Bevölkerungsziffer ist, sondern tatsächliche heute als Hauptstadt des Judentums der ganzen Welt angesehen werden kann, hier, unter jüdischer Führung, hak insbesondere jene Vermassungspolitik Erfolge gefeiert, die dem amerikanischen Leben vielfach Züge von erschreckender Aehnlichkeit mit sowjetischen Zuständen aufgeprägt hat.
Plutokratie und Bolschewismus sind in der Tat Zweige aus einer Wurzel. Das zeigt sich am deutlichsten darin, daß die Sollen beider Herr- schafts- oder richtiger Vergewaltigungssysteme die gleichen sind. Greifen wir einige dieser Aehnlich feiten heraus. Es ist bekannt, daß die Bauvorhaben sowie die Erzeugungsstätten der Sowjets gigantische Ausmaße befaßen (wenigstens auf dem Papiers Vielfach wurden sie direkt als.„Giganten" bezeichn net. Sahen wir nicht die gleiche Erscheinung aber auch in den Vereinigten Staaten? Herrschte nicht auch doxt jener Rekordwahnsinn, der stets „the biggest of the world“ haben wollte und dabei oft mals nicht wußte, daß in unseren Ländern gleich große, ja größere Werke vorhanden waren? Diese Großmannssucht der Amerikaner bot ja den Witz- fabrifanten und Karikaturisten einen beliebigen Stoff.
Nicht zuletzt im Zuge dieses Baues von Monstre- werken kam es im Sowjetstaat zu jetten verhäng- nisooX.en Verschiebungen der Bevölkerung, die hunderttausende von Bauern von heute auf morgen zu Industriearbeitern machen wollten. Die gewaltsamen Methoden der Sowjets zur Erreichung dieses Zieles find in der Welt trotz der scharfen Absperrung der Sowjetgrenzen weithin bekanntgewor-
mehr und mehr gutes Personal." Tatsächlich glaubte man lange Zeit in England, daß nur mit Massenherstellung das Problem zu lösen sei.
Der bisherige Verlauf der Kämpfe um die Malaiische Halbinsel hat nun eindeutig gezeigt, daß diese Methode nicht zum Ziele führt. Gewiß besteht nach Churchills letzter Erklärung kein Zweifel darüber, daß auch zahlenmäßig die britische Luftwaffe im Fernen Osten nicht den Anforderungen eines modernen Krieges entspricht, aber, so argumentieren die Kritiker, b i e Flugplätze, von benen aus die vorhandenen Jäger die Flotte hätten verteidigen können, wären niemals verloren gegangen ober zerstört worben, wenn lange Zeit vorher die Luftwaffe bie Verteidigung biefcr Plätze in bester Zusammenarbeit mit der Armee organisiert hätte. Kreta habe gezeigt, baß zur Verteidigung ber Flotte viele Jäger gehörten, die wieder Flugplätze in genügender Zahl benötigten. Es habe weiter gezeigt, daß Flugplätze sinnlos feien, wenn man sie nicht wirkungsvoll verteidigen könne. Diese Verteidigung könne aber die Luftwaffe nicht allein übernehmen, sondern dazu müsse die Armee mit ihren schweren Waffen heran- gezogen werden, hinzu kommt noch, daß in England die Flakformationen nicht der Luftwaffe, sondern der Armee angehüren.
Es kann dahingestellt bleiben, Inwieweit die Kritiker hinsichtlich des Kampfes, ber zur Versenkung ber „Prince of Wales" unb der „Repulfe" führte, im Recht ober im Unrecht finb. Der Verlust dieser beiden Großkampfschiffe wird jedenfalls als letzte Warnung empfunben. Die britische Luftwaffe wirb in den nächsten Wochen an ber politischen Heimatfront einen Kampf auszufechten haben, ber an Erbitterung ben ernsthaften Kämpfen mit dem militärischen Gegner kaum nachstehen dürfte. Wie dieser Kampf ausgehen wird, läßt sich noch nicht sagen, aber mancher hohe Offizier wird an dieser seltsamen Front zwar nicht fein Leben, aber doch fein Kommando verlieren, unb Luftmarschall Brooke-Popham wirb vielleicht einer ber ersten fein.
Die japanische Landung auf Borneo.
Große Unruhe in England.
Stockholm, 18. Dez. (Europapreß.) Die Unruhe, bie infolge ber japanischen Erfolge in der englischen Oeffentlichkeit herrscht, ist durch die Landung ber Japaner auf Borneo noch verstärkt worben. Man glaubt, hierin einen neuen Beweis dafür zu sehen, daß bie alliierten See- unb beson- bers bie Luftstreitkräfte viel zu schwach feien. Es wirb auch darauf hingewiesen, daß die Japaner von ihrem nächsten Stützpunkt Saigon 1100 km hätten fahren müssen, um die Küste von Sarawak zu erreichen. Nur ein japanischer Zerstörer sei auf dieser Strecke gesichtet worden, im übrigen aber sei der japanische Geleitzug unbeläftigt gefahren. Man habe den Eindruck, daß die Nordküste von Borneo ohne Bewachung gewesen fei. Londoner Zeitungen berichten eine angebliche Sprengung der Oelanlagen durch die Briten. „Daily Expreß" schreibt jedoch, daß trotz aller Zerstörungen, die die britischen Truppen auf den Oelfeldern angerichtet hätten, die Japaner bie Pro- buktion in drei Monaten roieber äufne h m e n könnten. Wenn bie Japaner wirklich festen Fuß gefaßt hätten, so bedeute bas biesmat einen spürbaren Erfolg.
Drei amerikanische ll-Loote versenkt.
Tokio, 18. Dez. (Europapreß.) Das Hauptquartier ber japanischen Marine teilt bie Versenkung oon brei amerikanischen U-Booten am Mittwoch unb Donnerstag mit. Der Verlust eines japanischen Zerstörers sei zu beklagen. Der Ort ber Kampf- hanblungen wird in ber Mitteilung nicht genannt.
Das Repräsentantenhaus lehnt Wehrpflicht für Zwanzigjährige ab. Stockholm, 18. Dez. (Europapreß.) Die vorn Kriegsministerium der USA. gewünschte Ausdehnung der Wehrpflicht auch auf Männer unter 21 Jahren wurde vom Repräsentantenhaus a b gelehnt. Die Vorlage, die eine Remstrierung aller Männer von 18 bis 64 und die Wehrpflicht für alle von 21 bis 44 Jahren vorsieht, wurde angenommen. Der Zusatzantrag der Regierung jedoch, die Wehrpflicht auch auf die Zwanzigjährigen auszudehnen, wurde mit 173 zu 113 Stimmen verworfen. Die Gesetzesvorlage zur Vergrößerung der nord- amerikanischen Marine um 150 000 Tonnen wurde vom Senat angenommen. Es bedarf noch ber Unterzeichnung durch ben Präsibenten, um bie Vorlage rechtskräftig zu machen..
'M. Jahrgang llr.301
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(Karte: Scherl-Bilderdienst-M.)
Tokio, 19. Dez. (Europapreß.) Die im südlichen Teil der Philippinen-Insel Luzon gelandeten japanischen Streitkräfte haben ben wichtigen Hafen Legaspi eingenommen unb befinden sich in nördlicher Richtung im Vormarsch. Die japanische Luft- wafjß hat diele Operationen erfolgreich unterstützt
Stockholm, Mitte Dezember 1941.
In den Demokratien ist es anscheinend unab- inderliches Gesetz, daß jeder militärische Mißerfolg Mit dem Kopf des wirklich oder scheinbar Verant- portlichen bezahlt werden muß. Besonders ausgeprägt ist dieser Brauch von jeher in England gewesen, wo früher sogar mancher Admiral eine fliederlage vor dem Feinde oder den Verlust feines kchiffes nachträglich mit feinem Kopf büßen mußte. Obwohl theoretisch auch heute noch diese Bestimmungen in der britischen Flotte Gültigkeit besitzen, Derben sie in Wirklichkeit nur bei nachweislichem erobern Verschulden noch angeroenbet. An bie Stelle ler rauhen aber ehrlichen Kriegsartikel sind die peniger blutigen aber vielfach hinterhältigen Ur- jrilssprüche parlamentarischer Vertretungen und .freier" Zeitungen getreten. Nicht mehr itiit Kopf Inb Dienstgrad bezahlt ber Verantwortliche feinen ()er anderer Leute Fehler, sondern mit Kommanbo- elle ober Ministersessel.
Seit bem Ausbruch dieses Krieges haben nun fihon viele Leute in England diesen Preis bezahlen Düften. Denn England hat viele Niederlagen und Mißerfolge einstecken müssen; ja eigentlich hat es im ofitiven, in ber aktiven Leistung, kaum einen wirk- chen Erfolg zu verzeichnen. Denn auch bie damals ielgerühmte Blitztour Wavells durch die Cyrenaika eilte sich ja nachher als ein doch recht fragwürdiger gewinn bar, gls bas Errungene nicht behauptet ierben konntet Jebes Mal mußte irgend jemand (inen Kopf Hinhalten und parallel zur Serie der ntifchen Niederlagen in diesem Krieg läßt sich eine leihe oon Männern verfolgen, die dafür gebüßt eiben. Unter ben Politikern ist die Zahl der ruhm- s verabschiedeten Legion unb reicht von Neville Ihamberlain bis zu Duff Cooper. In der Generalität gehören zu ben „Kriegsopfern" vor allem die leiden ehemaligen Chefs des Reichsgeneralstabes, »ronside unb Dill, bie beide mit bem Mar- tjallftab aber ohne Ruhm aus dem aktiven Dienst Alsgefchieden finb. In der Luftwaffe zahlt dazu vor ßlem Sir Cyrill N e w a l l, der vom Chef des juftftabes zum Generalgouverneur von Neusee- fcnb hinübergewechfelt ist. In der Admiralität fin- rn wir Sir Charles F o r b e s , ber feines Postens is Chef der Homesleet enthoben unb mit einer unbedeutenden Kommandostelle bedacht wurde.
Ihm hätte sich gewiß Admiral Sir Tom P h i l - p zugesellen müssen, wenn er nicht mit seinem lagssschiss „Prince vf Wales" von den Wellen ber lalaiischen See begraben worden wäre. Aber mit linem Soldaterttod hat ber Befehlshaber ber briti- djen Dftafienflotte bie Niederlage gegen bie japani- ben Flieger im Bewußtsein ber britischen Oeffent- chkeit noch nicht gesühnt. Es hat sich vielmehr ein türm erhoben, wie ihn bas Parlament in West- linster feit Kriegsausbruch nur selten erlebt hat. bgeorbnete wie Presse rufen nach dem Kopf des chuldigen. Da es aber gegenwärtig zu den Spiel- dgeln in London gehört, daß Churchill für nchts verantwortlich gemacht werden darf, so sucht ran sich bas Opfer anberstbo, unb zwar nicht in in Reihen her Politiker; man hat in ben letzten tonalen zu oft erlebt, daß Churchill Kritik an inen Ministern als Kritik an ihm selbst betrachtete, arum wählt man sich lieber einen Militär s Zielscheibe der Kritik, unb es hat den Anschein, 3 «sollte diesmal Luftmarschall Sir Robert rooke-Popham als Opfer auserkoren erben.
Die Vorwürfe, bie vor allem von ber Presse *gen den Oberbefehlshaber ber britischen ©treib hafte in Ostasien erhoben werden, bestehen eigent- flf) nur darin, daß er sich während der letzten Malzte vor Ausbruch des Pazifik-Krieges mehrfach »cht optimistisch über ben Stand ber britischen Rtrteibigung in ben ihm unterstellten Gebieten geäußert ijat und daß seine Worte durch die Ereignisse Lügen gestraft wurden. Nun ist es gewiß ver- stündlich, daß bas britische Publikum über diese Diskrepanz zwischen Traum unb Wirklichkeit entmischt unb verärgert ist. Gleichwohl müßte es aus bir Vergangenheit daran gewöhnt sein, baß die Aussagen seiner führenden Männer oft in einem ttcht merkwürdigen Verhältnis zur Wirklichkeit stchen. Auch Brooke-Popham hat kaum mehr ge- fogt als mancher andere britische Befehlshaber über bi? Lage in feinem Bereich; wahrscheinlich enthalten seine Aeußerungen auch mehr Anweisungen kr politischen Führung in London als eigene Erkenntnisse an Ort unb Stelle. Aber erstens kann nun das bem Publikum nicht erzählen, unb zweitens geht es diesmal auch gar nicht barum, baß ^ooke-Popham unbegründeten Optimismus ge- »egt hat. Er ist zum Opfer auserkoren, weil er öuftmarschall ist. Wäre er Oberkommandierender in Singapur ober ein Armeegeneral, so hätten sich bi? Kritiker jemand anbers gewählt, denn ber fcrurm gilt nur scheinbar der Politik Brooke- Uphams, tatsächlich aber ber britischen iustwafse überhaupt.
Der Verlust ber „Prince of Wales" unb ber ^.epulse" wird in England ausdrücklich auf den instand zurückgeführt, daß dem britischen Ge- cswaber keine Jagdflugzeuge zum.Schutz '«■gegeben waren. Die Verantwortung hierfür, so n int man in London, mag die Marine insofern trafen, als dem Geschwader jedenfalls bei ber frag» 'i»en Operation keine Flugzeugträger an- Morten. Die Trägerflugzeuge unterstehen in der st tischen Flotte ausschließlich ber Admiralität. War Ji Träger nicht verfügbar, so mußte die Luftwaffe 'W)flug3euge zur Verfügung halten, die von &inbbafen aus operierten. Dies war, wie ^urchill mitgeteilt hat, nicht möglich, weil die en 8 tracht kommenden Flugplätze bereits von ben ytpanern erobert ober unbrauchbar gemacht wor- :,n waren. So weit ist her Tatbestand klar, und ■ü* die Oeffentlichkeit ist es nicht mehr interessant, Abmiral Phillips zu kühn gehandelt hat, er trotz ber fehlenden Luftdeckung feine Ope- fcuiiMi unternahm. So wurde, wie man in unmltz'
j Pnompenh.
yictorh
Pakten
=SatenqJ.
'otaßaru
Taiping V,
’jsthmus von Kra-
^== Pa tarn
s 100 200 3M -BANGKOK l । 1 1 ■—4
.Lumpur^ l - »
, 'Seremban


