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und Ausreise erlassen, das bestimmt, daß keine wirtschaftlichen Forderungen der Besatzungsmächte Personen ohne Reisepaß oder besondere Erlaubnis I auf die Dauer nicht mit seiner Auffassung von der
zurück«
In
Oie Liebesgabe.
Von Heinz Scharpf. diesem Fall mußte der kleine Hans
dern erst der Genius des Feldherrn, der überlegene Einsatz seiner Kampfmittel an entscheidender Stelle, und nicht zuletzt die bssere Kampfmoral der Truppe verbürgen ihn.
Washington, 15. November. (Europapreß.) Präsident Roosevelt hat ein Dekret über die Ein-
Oie wahre Demokratie.
Von unserer Berliner Schrifileiiung.
Sicher: Ein Angriff auf Chikago ist der Gegen- stand unserer nächsten Sorge! So erzählt ... uns Frau Roosevelt. Die Opposition gegen kne Kriegspolitik ihres Gemahls ist sehr stark lM „Mittleren Westen". Das sind die Staaten von Chikago süd- und westwärts. Also muß diesen bockigen nord' amerikanischen Binnenländern klargemacht weroen, daß sie mitten im Schußbereich Adolf Hi^rs ft^en. Darum erzählt Frau Roosevelt, daß Deutschland mehr Schiffe als England und die Bereinigten Staaten zusammen bauen könnte. Ein scheinbares Kom- pliment über die fabelhafte Organisationsfahigkeit der Deutschen soll den Eindruck der Wahrscheinlich- keit verstärken. Damit aber die Farmer des rmtt- leren Westens bestimmt das Gruseln lernen, stigt Frau Roosevelt hinzu, daß diese putschen Aukunfts- schiffe nicht nur die Küsten der USA. bedrohen, son- dern mit Langstreckenbombern Chikago und die tfar- merdörfer im Mittleren Westen in Schutt und Aiche verwandln werden, wenn sie erst einmal an den Küsten der USA. angelangt seien. Der Jnnenmim- ster Roosevelts Ickes gibt gleichzeitig ein Pröbchen amerikanischer Demokratie. Er nennt alle lene, die mit Roosevelts Kriegspolittk nicht durch Dick und Dünn gehen, bewußte oder unbewußte Verräter, Abtrünnige, Spezialisten für Uneinigkeit und ihre Oppositton eine „Art Empörung". Diese Krastaus- drücke veranschaulichen die Denk- und Meinungsfreiheit, wie sie Herr und Frau Roosevelt mm ihr Gefolge verstehen. Und die Wahrheit? „Exchange Telegraph" meldet aus der nordirischen Hauptstadt Belfast, daß zur Errichtung eines großen Stützpunk, tes in Nordirland — in Nordschottland sollen andere amerikanische Stützpunkte geschaffen werden— stän« dig technisches Material aus USA. und Island em« trifft. |
Stalin hat Roosevelt gegen Finnland zu sekundieren versucht, freilich mit dem gleichen Ergebnis. Hatte schon Roosevelts Behauptung, Finnland bedrohe die Sicherheit der USA., allgemeines Kopfschütteln erregt, so wird die Note Stalins wohl ihr Begräbnis in der Akte mit der Aufschrift „Diplomatische Kuriositäten" finden, denn toller sind die Tatsachen niemals auf den Kops gestellt worden und höchstens Roosevelt kann darin seinen Stalinsreun- den nachahmen. Die Note der Moskowiter geht überhaupt nicht darauf ein, ob sie Friedensoor chtage gemacht haben. Das war von Roosevelt und seinem Ammanuensis Sumner Welles wahrheitswidrig behauptet worden. Wenn Moskau keine Friedensvor- schlage zu machen hat, weshalb dann diese Note? Daß Finnland, wie es in der Moskauer Note heißt einen „Eroberungskrieg gegen die Sowjetunion . fuhrt, ist zu lächerlich, als daß diese Verdrehung überhaupt einer Widerlegung bedarf. Zwei Punkte dieser diplomatischen Kuriosität aber sind es wert, einmal unter die Lupe der Kritik genommen zu werden. Daß im Jahre 1939 zum Entsetzen sogar Roosevelts Stalin das kleine Finnland überfiel und es beraubte, wird nicht erwähnt. Die Sache ist so peinlich daß selbst Moskau darüber schweigen möchte, peinlich auch sur Roosevelt, der jetzt verbrennt, was er vordem anbetete, nämlich den finnischen Selbstbehauptungs- Willen und den heroischen Kampf Finnlands sur seine Freiheit. - .
Im Zusammenhang mit dem Abschluß des Moskauer Diktatfriedens über Finnland wird nun behauptet, die Insel Hongö, die Fmnlaud genommen wurde, sei eigentlich gar nicht bolsch^ wistisch. Tatsache ist, daß die Insel heute noch durch bolschewistische Truppen besetzt ist und den finnischen Verkehr über die Ostsee bedroht. Weiter wird behauptet, der Bezirk P e t s a m o sei ja von den Moskowitern im Diktatfrieden von 1940 freiwillig Finnland zurückgegeben worden, die Bolschewisten hätten dort nur die Errichtung von Konsulaten usw. verlangt. Tatsache bleibt: Petsamo war von den Bolschewisten geraubt, und nach der nomi-
Istanbul, 18. Nov. (Europapreß.) Die tat- sächlichen Gründe für die Rücktrittsabsichten des jetzigen iranischen Ministerpräsidenten Furughi dürften, wie in informierten Kreisen des Irans verlautet, auf politischem Gebiet liegen. Es wird bemerkt, ^daß die Erfüllung der politischen und
fen entschied.
Erst im vorigen Jahrhundert zwangen die wert- tragenden Feuerwaffen dem Durchbruchsangriff em verändertes Gesicht auf, indem an die Stelle geschlossener Truppenmassen in vorderster Linie zu- erst dichte, dann immer lichtere Schützenlinien traten, denen geschlossene Reserven folgten, wah- rend große Artilleriemassen mit konzentriertem Feuer den Einbruch in den Feind wirksam vorbereiteten. Die sprunghafte Entwicklung der Feuerwaffen nach dem Kriege 1870/71, vor allem die Einführung der Maschinengewehre, deren ab- stoßende Kraft mehr dem Verteidiger als dem An- greifet zugute kam, ließ dann im Weltkriege, als der Durchbruch durch die Stellungsfront von der Nordsee bis zur Schweizer Grenze als das einzige Mittel zur Wiedererlangung der operativen Freiheit zum brennendsten Problem der Kriegführung geworden war, die gepanzerten Kampfwagen entstehen, die der Infanterie den Einbruch und Durch- bruch durch das feindliche Stellungssystem ermöglichen sollten. Trotz großer taktischer Anfangserfolge mit Hilfe des neuen Kampfmittels ist damals keiner von beiden Parteien der operative Durchbruch mit anschließender Umfassung und Vernichtung gelungen, teils wegen der Schwerfälligkeit der damaligen Kampfwagen, teils wegen ihrer Zersplitterung im Einsatz, teils aber auch — auf deutscher Seite — wegen ihrer zu geringen zahlenmäßigen Starke.
Erst im jetzigen Kriege haben die schnellen und wendigen modernen Kampfwagen mit starker Panzerung und Bewaffnung, in großen Verbanden zusammengefaßt und in geschlossenen Massen zum Angriff eingesetzt, ihre volle Durchbruchskraft erwiesen. Mit ihrer Hilfe ist es der deutschen Heeres- sührung immer wieder von neuem gelungen, auch die stärksten, durchlaufenden Befestiaungssysteme des Feindes in West und Ost in voller Tiefe zu durchbrechen, die feindliche Front in einzelne Teile zu zerreißen und diese ringsum einzuschließen. So ist der Durchbruch, der im heutigen Kriege angesichts der unüberwindlich scheinenden neuzeitlichen Befestigungslinien von manchen Fachleuten kaum noch für möglich gehalten wurde, roieberr.m zur entscheidenden Angriffsform, ja zur unbedingten Voraussetzung für die Umfassung und Vernichtung des Feindes geworden. Freilich heute wie zu allen Zeiten gibt das Kampfmittel an sich noch keine Gewähr für die Erringung des Durchbruchssieges, son-
Glieder tiefen Angriffes, dessen letztes Glied aus den „Triariern", den besten und kriegserfahrensten Soldaten, bestand. Aehnlich den spartanischen „Ho- pliten", die, 8 Reihen tief, eine lebendige Palisade von vorgestreckten Lanzen, unter dem anfeuernden Klange von Kriegsflöten zum Sturm gegen die feindliche Front vorschritten.
Wieder eine andere Durchdruchstaktik verfolgten die Araber in ihren Kämpfen zur Ausbreitung des mohammedanischen Glaubens über Aegypten und ganz Nordafrika im frühen Mittelalter. Wenn sie den Feind von morgens bis abends durch fort- währende Reiter- und Schützenangriffe von allen Seiten zermürbt hatten, gingen sie bei Einbruch der Dunkelheit mit allen Kräften in geschlossener Phalanx, einer Mauer von Schilden gleichend, langsam auf den Feind los, um erst bann, wenn dieser seine Munition verschossen hatte, sich in gewaltigem Ansturm auf ihn zu stürzen, womit sie fast immer ihr Ziel, Durchbruch und Vernichtung des Feindes, erreichten. , v , ..
Die schwer gepanzerten Ritterheere des spateren Mittelalters, die den Durchbruch durch die feindlichen Schlachtreihen meist in keilförmigem Dor- stoß zu erreichen suchten, hatten zwar in der ersten Zeit ihres Auftretens große Erfolge zu erzielen, opäter aber scheiterten ihre Angriffe an ihrer star- ren Schwerfälligkeit, besonders nach Einführung der Feuerwaffen, die ihren Panzerschutz illusorisch machten. Ihre Nachfolger, dfe berühmten „Gemerthau- fen" der deutschen Landsknechte, dagegen, mit leichter Panzerung der vordersten Glieder, erwiesen sich Jahrhunderte hindurch in unzähligen Schlack)- hn als unwiderstehliche Sturmtrupps, die sich mit ihren langen, vorgestreckten Spießen unaufhaltsam eine Gasse durch die feindlichen Linien bahnten.
Auch in den ersten Jahrhunderten nach Erfindung des Schießpulvers blieb noch immer die lebendige Wucht geschlossener Angriffsmassen der beste Bürge des Durchbruchsieges. Die vorzüglich disziplinierten Infanterieregimenter Friedrichs des Gro- ß e n brachen im starken feindlichen Feuer im strammen Exerziermarsch in den Feind ein, nur dann und wann haltend und auf Kommando Salven ab- gebend. Oft genug war es auch seine Kavallerie, die in fest geschlossener Attacke die feindlichen Linien durchbrach und den Sieg der preußischen Was-
Selbständigkeit Irans vereinbar sind. Ueber die künftige Regierung glaubt man zu wißen, daß fU wie die gegenwärtige aus zwei Parteien gebildet weroen wird. Führer der einen Richtung, die sich auf die Kaufmannschaft stützt, ist der jetzige Finanzminister Nafissi: big andere unter dem Namen Dolksportei wird von Suleiman Mirza geleitet. Es ist anzunehmen, daß beide Parteien ein Abkommen über eine Zusammenarbeit treffen werden.
Kleine politische Nachrichten.
Ritterkreuzträger Feldwebel Otto Eske ist bei einem Gegenstoß seines Regiments gegen den in die deutschen Sicherungen eingebrochenen Feind als Vorkämpfer seines Jnfanteriezuges durch einen Schuß in die Brust gefallen.
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Im Nordabschnitt der Ostfront versuchten die Bolschewisten vergeblich, am 17.11. mit von Panzern unterstützte Gegenangriffe in einem Divisionsab- schnitt durchzuführen. Die sowjetischen Gegenangriffe wurden vom deutschen Artilleriefeuer zerschlagen und elf sowjetische Panzer vernichtet.
Die gesamte sowjetische Schiffahrt im Gebiet des |i neuen Regierungssitzes der Sowjets mußte eingestellt j werden, da die Wolga bei* Samara vereist ift
Finnische Luftstreitkräfte haben die Bombardie- [ rung der Murmanbahn auf dem Abschnitt zwischen | Kotschkoma und Karkumaeki fortgesetzt. Dabei wurden Volltreffer sowohl auf Gleisanlagen als auch auf bewegliches Material erzielt. Ferner wurde eine feindliche Artilleriestellung südlich Karhumaeki mjt Bomben belegt sowie eine Auto- und eine Pferdefahrzeugkolonne bombardiert und unter Feuer genommen. *
In der Nacht zum Dienstag griffen feindliche Flugzeuge in fortlaufenden Wellen Neapel an. Die Sachschäden sind nicht schwer. In einem von einer Bombe zerstörten Gebäude wurden 28 Personen getötet, die sich außerhalb des Luftschutzraumes aufhielten, weitere 40 Zivilpersonen wurden verwundet. Die Opfer des letzten feindlichen Einfluges auf Catania find auf 30 gestiegen.
Die italienischen Truppen haben im ostafrikanischen Gebiet von Culquabert heftige Angriffe überlegener britischer Kräfte erfolgreich abgewehrt. Alle Versuche der Briten, den Widerstand der seit vielen Monaten von jeglicher Zufuhr abgeschnittenen italienischen Kräfte zu brechen, scheiterten an
nellen Rückgabe stellte Moskau Forderungen, die daraus hinausliefen, auch Petsamo m seine Gewalt zu bringen, genau so, wie die Moskowiter die kleinen Republiken des Baltikums „friedlich übergeschluckt" hatten.
Das Tollste aber liefert Moskau mit der Behauptung, Finnland habe seine Unabhängigkeit „aus den Händen der Sowjetregierung erhalten. Hehler ist niemals Geschichte gefälscht worden. Die Finnen hatten nach dem Kriege. von 1809 am 25. März 1809 auf dem finnischen Landtag zu Borgä das- Angebot des Zaren Alexander I. angenommen, Finnland unter Beibehaltung der alten Berfa sung innere Selbständigkeit zu geben. Daraus schwuren die Finnen dem Zaren Alexander als dem Großfürsten von Finnland die Treue, und dieser bekräftigte für sich und seine Nachfolger feierlich die finnische Selbständigkeit, die finnischen Gesetze, die lutherische Religion usw. Dieses Zarenwort ist später einfach gebrochen worden, Russen wurden angesiedelt, russische Schulen gegründet, m Finnland regierte die Knute des zaristischen Generalgouverneurs, und durch das Russifizierungsdekret von 1891 wurde Finnland dem russischen Reiche einverleibt.
Als die bolschewistische Revolution ausbrach, griffen die Finnen zu den Waffen. Die Bolsche- wisten wurden bei Tammersfors geschlagen, und mit selbstloser deutscher Hilfe errangen die Finnen ihre Unabhängigkeit — gegen den Bglschewismus. Und das nennen diese: „Finnland nabe seine Unabhängigkeit aus den Händen der Sowjettegierung erhalten". Diese Geschichtsfälschung ist würdig den Fälschungen Roosevelts. Finnland hat im Kamps gegen seinen übermächtigen Nachbarn stets um Freiheit und Leben gerungen, und es wird Freiheit und Leben behalten ttotz der perfiden Machen- chaften, die von Washington, London und Moskau ausgehen. Das ist der Wille des gesamten finnischen Volkes, das für seine Freiheit Opfer brachte und bringt, die die Bewunderung aller anständigen Menschen erregen. E.S.
Oie Gärten Italiens.
Von Augusta von Oertzen.
In einem Lande, in dem sich die höchste Kultur mit einem unerhörten Reichtum natürlicher Schönheit verband, gehören die Gärten zu den größten Erlebnissen für den Fremden. Wohl nirgends in der Welt besteht diese eigenartige Verbindung von Kunst und Gewachsenheit wie in den Gärten Italiens, deren lebende Architektur eng verknüpft war mit den Schicksalen bedeutender Menschen, mit den Liebesleiden und -Freuden großen Stils.
Um die Wende des 16. zum 17. Jahrhundert begann seine Glanzperiode der großen Familien, die aus der Verwandtschaft mit dem päpstlichen Stuhl Macht und Ansehen schöpften: die Borghese durch Paul III., die Farnese mit Paul V., die Pamphili durch Innozenz X., die Doria, die Albani, die Borgia.
„Herrsein" war in Italien identisch mit eigenem Grundbesitz, mit Bauen in großen Dimensionen. So entstanden die prächtigen Dillen und die ebenso prächtigen Gärten nach Plänen berühmter Architekten. Das Lebensideal „fern von der Stadt", das Cicero, Horaz und Plinius gepriesen hatten, erscheint auch den Großen der Renaissance und des Barock höchster Ausdruck eines glücklichen Daseins.
Noch heute tragen die verlassenen und verwahrlosten Gärten jener Zeit den Stempel ihrer Besitzer: an den Brunnen der Villa d'Este entdeckt man den Adler und die Lilie der Este, die Jpolito, Statthalter von Tivoli, Erbauer der Villa, dort anbringen ließ, und der Garten der Villa Lante wird feit Jahrhunderten beschirmt von dem Wappentier der Gabara, dem steinernen Krebs. Neben diesen Emblemen trägt fast jeder Garten sein lebendes Wappen, einen Baum, eine Blüte, die gerade an diesem Platze besonders gut gedeiht: Villa Borghese die Olive, Villa Dorazi-Pamphili die Rose, Pilla Albani die Balsamine, Villa Medici den Zitronen- baum, und berauschend steigt aus dem Garten Giusti bei Verona der Geruch der kleinen olea frangens, einer unscheinbaren Blüte, duftend wie ein ausgebrochener Pfirsich.
Ein klingender Chor gibt den Gärten Italiens ihren eigenartigen Zauber, es sind die Brunnen, die mit
ihren Hellen Stimmen den Besucher schon von weitem grüßen. Berühmt sind die Wasserkünste der Villa Lante, die ein bekannter „Brunnenmeister" des 17. Jahrhunderts geschaffen hat. Heiter, flüssig steigt das Wasser aus dem Spiegel der Teiche, in kristallenen Girlanden, in schimmernden Buketts, in silbernen Kaskaden zerstiebt es traumhaft in den Strahlen der Sonne. Wie von einem Sprühregen überhaucht sind die Treppen und Terrassen, die verwilderten Hecken, die uralten Zypressen der Villa d'Este; dem Spiel dieser lebendigen Tropfen hat einst Franz Liszt gelauscht, Poussin, Watteau, Corot haben hier die Inspirationen zu ihren unsterblichen Gemälden gefunden. Don Hermen und Sphinxen ist der Garten Farnese bevölkert, einsam in der sabi- Nischen Ebene gelegen. In dem verlassenen, gleichsam verwunschenen Garten herrschen wie Gespenster der Vergangenheit die steinernen Figuren zu hunderten. Vor bald drei Jahrhunderten, 1647, vollzog sich vor den grünen Kulissen dieses buon retiro eine der leidenschaftlichen Liebesgeschichten. Der zum Kardinal erhobene Neffe Innozenz' X., Camillo Farnese, war von unbezähmbarer Leidenschaft für die schöne Witwe des Herzogs von Borghese, Olympia Aldobrandini, erfaßt, und heiratete sie gegen den Willen des Papstes. In jenem verzauberten Garten bei Caparola fand das in Ungnade gefallene Paar Zuflucht, bewacht von Hermen und Sphinxen, beschirmt von Zypressen, versanken die Verbannten monatelang in den Kult der Liebe, abgerückt von der Welt durch die unendlichen Weiten der römischen Campagna.
Ein illusionierendes Dersteckspiel bietet der Garten in Stra bei Padua, das sog. „Labyrinth", von einem erfinderischen Gärtner für die venetianischen Damen und ihre Liebhaber erfunden. Schmale Wege, einer wie der andere, laufen zwischen grünen Wänden aus Buchsbaum endlos, ziellos im Kreise Nur mit Hilfe des alten Gärtners, der das Geheimnis kennt, löst sich der Fremde aus diesem Irrgarten, in dem einst D'Annunzio und die Düse sich verloren. Wenige mögen den sonderbaren „Garten Eden" in Venedig kennen, ein flach hingestreckter Platz an der Lagune, still und anspruchslos, ein Ruheort für Träumer ... wenn die Dämmerung herabsinkt, wenn das Ave Maria von den Glocken der Stadt ertönt, erscheint die Luft, feucht von Nebel und Duft, von lebenden Schatten erfüllt. Man meint
des Außenministeriums in die USA. einreifen dürfen. Ferner dürfen Ausländer die Vereinigten (Staaten nicht verlassen, sofern Grund zu der Annahme besteht, daß die Abreise dem Lande Schaden zufügen konnte. Gegebenenfalls dürfen sie nur bestimmte Häfen benutzen. Aehnliche Bestimmungen waren bereits Anfang des Sommers für deutsche und italienische Staatsangehörige eingeführt worden, als die Regierung anordnete, die Konsulate dieser Lander in den USA. „auf Grund gemeingefährlicher Wirk- samkeit" zu schließen.
Japans Außenpolitik unverändert.
Einstimmige Entschließung des Reichstages
Tokio, 18.Nov. (Europapreß.) Das japanische Unterhaus billigte einstimmig eine Entschließung über die unveränderte Weiterführung der japanischen Außenpolitik. In dieser Entschließung, die von allen drei Gruppen des Hauses eingebracht wurde, wird hervorgehoben, daß die Feindseligkeiten in China nur infolge der Einmischung japanfeindlicher dritter Mächte unter Führung ber USA. noch nicht beendet seien. Die Entschließung wendet sich ferner gegen das unmäßige Streben der Vereinigten Staaten nach der Hegemonie in der Welt. Diese norbamerikanische Haltung sei auch für die Lage im Fernen Osten verantwortlich, da sie bas japanische Programm für die Entwicklung in Ostasien nicht anerkenne. Die Entschließung enbet mit ben Worten: „Das javanische Volk glaubt, baß keine Möglichkeit zum Aufstieg gegeben ist, ohne baß dieser Kampf durchgefochten wird. Die Vermehrung der Anleihen und Steuern geschieht zu Kriegszwecken."
Umbildung der iranischen Regierung.
Frankreich und feine afrikanischen Kolonien.
Vichy, 18. Nov. (Eurovapreß.) Eine hier augenblicklich abgehaltene Wirtschaftskonferenz hat durch den Besuch des Generals Weygand, des Generalgouverneurs für Französifch-Nordafrika, eine besondere Bedeutung erfahren. Auf der Tagesordnung ber Konferenz, an der die Delegierten der Mimste- rien und die Abgesandten von Tunis, Algier, Ma- rokko und Französisch-Westafrika teilnahmen, steht als erstes die Prüfung eines intensiveren Wirt- schaftsaustausches zwischen Frankreich und den ihm am nächsten gelegenen Teilen des französischen Kolonialreiches, vor allem die Versorgung des Mutter- lanbes und der Versand von Fertigfabrikaten nach Nordafrika. General Weygand hat Marschall Pötam und Admiral Darlan über die letzten voü. dem verunglückten Kriegsminister General Huntziger geführten Verhandlungen unterrichtet. Die afrikanischen Kolonien sollen durch ben Bau ber Irans« sahara - Bahn, bie ben Norden mit dem Westen von Französisch-Afrika verbinden wird, engeren Anschluß zum Mutterland erhalten. Daneben wird dem Französisch-Westafrika durchquerenden N i g e r f l u ß eine besonder? Bedeutung beigemessen, einmal wegen feiner Staudämme und aum anderen wegen der Transportmöglichkeiten auf dem Wasserwege. Die erste Eisenbahnbrücke ber Transsahara- Linie über ben Niger ist fertiggestellt, zum erstenmal hat eine Lokomotive biese Brücke mobemfter Eisenkonstruktion überquert.
Neue Einschränkungen für die Ein- und Ausreise in den USA.
trotzig unb sammelte emsig weiter, bis er an bie vierzig Stück beisammen hatte.
Dann verpackte er sie kunstgerecht unb kratzte auf bie Schachtel mit großen schiefen Buchstaben bie Adresse: „An ein Pfertl im Felde. — Von Hans Müller, Pasing 5." Stolz trug er dieses, sein erstes Paket, selbst auf bie Post. Der Beamte nahm es freunblich entgegen unb ließ es durchgehen, obwohl es um zwei Gramm zuviel wog. Aber er wollte dem Knirps bie Freude nicht verderben. Fröhlich kam Hans zurück in dem erhebenden Bewußtsein, seiner Verbundenheit mit der Front Ausdruck gegeben zu haben.
Bald darauf erhielt HUde eine Karte aus dem Felde. Von einem Unteroffizier. Der schrieb, wenn sie selbst so süß wäre wie ihre Schokolade, mochte er sie gern kennenlernen. Da klatschte das Mädel vor Vergnügen in die Hände und lief mit ihrer Karts sogleich zu ihren Freundinnen. Dann traf eine Feld- Postkarte für Heiner ein, worauf sich ein Panzerschütze für die übersandte Munition bedankte, dis bereits in Rauch aufgegangen war. Heiner tat einen Freudensprung. Panzer waren seine Lieblingswaffe« Wieder stand Hans im Hintertreffen. „Hat Dir dein ,Pfertl' auch geschrieben?" wurde er von den Geschwistern geneckt. „Aber Kinder", muhte die Mutter begütigen, „ein Pferd kann doch nicht schreiben/ Das sahen die beiden Heiteren denn auch ein. Drei Wochen später kam eine Karte an Hans aus Rußland. Darauf stand zu lesen: „Dielen Dank für ben leckeren Zucker. Ich heiße Hans wie Du und bin Bespannungspferb bet einem Felbgeschütz. Es geht mir gut. Das gleiche auch von Dir hoffenb, grüße ich Dich herzlich." Unb dieses Schreiben war von einem Hauptmann unterzeichnet.
Da klatschte Hans nicht nur wie verrückt in die Hände unb tat einen Freubensprung nach dem anderen, sondern er wieherte auch noch dazu wie ein übermütiges Fohlen. Seine Geschwister sah er von unten herauf sehr von oben herab an. Was war das schon, eine Karte von einem Unteroffizier oder von einem Panzerschützen, er dagegen hatte eine von einem eingerückten Pfertl bekommen, mit ber echten Unterschrift eines Hauptmanns! Er war ungeheuer f Nicht einmal der Dorwurf feiner Geschwister, daß er bie Hälfte des Zuckers sicherlich stibitzt habe, vermochte ihn zu treffen.
eine Prozession zu sehen, bie in feierlich schwebendem Tanze vorübergleitet.
Vieles ließe sich noch erzählen von ben Gärten Italiens, von dem Botanischen Garten in Padua, den schon Goethe besucht hat, von den Gärten der Isola della, von denen in Florenz und Turin. „Nichts läßt sich vergleichen mit diesem Lande", schreibt Goethe, „in dem überall die großen Erinnerungen sich mit natürlicher Schönheit verbinden. Alles dieses zusammen ist das Beste, was wir besitzen, im Traum und in der Wirklichkeit."
stehen, der als Jüngster in der Famllie überall vorgezogen werden wollte.
Seine Schwester Hilde durfte an einen Soldaten im Felde eine Tafel Schokolade schicken. Hans hätte das natürlich auch gedurft, aber er hatte feine Schokolade schon aufgegessen. Mit neidischen Augen sah er zu, wie Hilde recht patzig die Adresse und ihren Namen auf das Feldpoftpäckchen malte. O, Hans hätte das auch so schön gekonnt, wenn man ihn hätte schreiben lassen, höchstens daß noch ein paar Kleckse hinzugekommen wären.
Heiner wieder durfte eine Schachtel Zigaretten ins Feld senden. Das hätte Hans auch können, wenn sich in seinem Sparschweinchen noch etwas oorgefun- ben hätte.
So stand er da mit zwei leeren Hosentaschen und kaute mißmutig an feinem Daumen. Bis ihm ein Einfall kam. Er begann Würfelzucker zu hamstern, ben er wie einen Schatz in feinen Taschen verstaute. Hans war ein Leckermaul, er trank feinen Kaffee besonders gern süß. Jetzt beschränkte er sich freiwillig auf bie halbe Zuckerration unb sparte die andere Hälfte für eine Feldpostsendung. Jeden Abend vor dem Schlafengehen zahlte er bie gesammelten Würfel, sie würben baburch nicht weißer, manchmal probierte er einen von ihnen, offenbar um sich zu vergewissern, ob es noch^ Zucker war. „Um Himmelswillen", sagte bie Mutter, „solch' schmutzigen Zucker kannst bu doch nicht fortschicken." — ,Lch werde ihn vorher ein bißchen wafchen", jagte Hans
Moskauer Geschichtsfälschungen
Bon unserer Berliner Schriftleitung


