Ausgabe 
19.11.1941
 
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Mittwoch, |9 November 1941

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191. Jahrgang Nr. 275 Erscheint laniid) nutzer (Sonntag. und Aeiettag*

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Gietzener Anzeiger

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der englischen S üboff- und Südweslküste.

Der südliche Stadtteil Leningrads evakuiert.

Berlin, 18. November. (DNB.) »Die nachhal- tige Beschießung und Bombardierung der triegs- lvichtigen Anlagen, Rüstungsfabriken und Versor­gungszentren von Leningrad hat die eingeschlossenen Bolschewisten zu einer vollständigen Evakuie­rung des südlichen Stadtteils gezwun­gen. Die Flüchtlinge berichten, daß der Kirow-Be- flirt bis zum Narwator und der Moskauer Bezirk dis zum zerstörten Kraftwerk Elektro-Sila wegen der Einsturzgefahr der schwergetroffenen Industrie­bauten geräumt werden mußten. Die ganze Gegend sei in ein Kratergelände verwandelt. Tau­sende seien in Schulen zusammengepfercht worden. Ferner sei auf den unbebauten Flächen im Westen der Krestowski- und der Dekabristeninsel ein großes Barackenlager entstanden, in dem die Flüchtlinge aus der Umgebung von Leningrad Hausen.

Haupteinnahmequelle für den saudi-arabischen Staat bildet. Don britischer Seite wurde gedroht, den Pil­gern die Ausreise oder Durchreise durch alle von England beherrschten Gebiete zu verweigern, falls ich Ibn Saud widerspenstig zeige. Da nun ein gro­ßer Teil der Mekka-Pilger in den Ländern des Rahen Ostens, im Sudan, in Indien und den Ma- layenstaaten beheimatet ist, so würden die Rückwir­kungen dieses Verbotes für Saudi-Arabien sehr empfindlich sein. Jedoch darf auf der anderen Seite nicht übersehen werden, daß die Behinderung der Jslamiten in der Ausübung ihrer religiösen Pflich­ten in der gesamten mohammedanischen Welt einen Sturm der Empörung gegen England auslösen würde.

König Ibn Saud ist kein Feind der europäischen Technik. Er läßt in seinem Reiche Autostraßen bauen, vergibt Vohrkonzessionen für Ölvorkom­men und rüstet eine moderne Wehrmacht aus. Saudi-Arabien unterscheidet sich aber doch grund­legend von den sich im Nahen Osten durchsetzenden Nationalstaatsideen. Saudi-Arabien bleibt eine au­toritär geleitete Glaubensgemeinschaft. Das puri­tanische Gesetz des Wahabismus ist die Seele des Gemeinwesens, das durch den starken Willen des Herrschers zusammengehalten wird. Der theokratische Staat der Wahabiten hat zur Einigung Zentralara­biens und zur Konsolidierung der dort herrschenden schwierigen Verhältnisse beigetragen. Die enge Ver­bindung des Islam mit dem arabischen National­gefühl ist jedoch bei Ibn Saud nicht ausschlagge­bend für sein Eingreifen in den Umgestaltungspro­zeß, der in der gesamtarabischen Welt akut gewor­den ist. Das Schlagwort oomIslam im Angriff" stößt bei ihm auf eine kühle Kritik. Er wird sich zu keinen übereilten Entschlüssen hinreißen lassen. Er wahrt England gegenüber seine Unabhängigkeit und dürfte als kluger Politiker erst heroortreten, wenn die Zeit für ihn gekommen ist.

Saudi-Arabien, das sich aus den Gebieten von

Oer Weichselraum bleibt bei Deutschland

Generalgouverneur Or. Frank über den Aufbau im Generalgouvernement.

Nedschd, Hedschas, Schannär, el Hasa, Quartif, Asir und Nedschjiran zusammensetzt, vermag die Be­wohner, hauptsächlich Beduinen, nicht aus den Pro­dukten des Landes zu ernähren. Bevor König Ibn Saud Herrscher über alle diese Gebiete wurde, pflegten die hungrigen Stämme die Pilger zu über­allen und auszurauben. Das hat aufgehört! Der König hat eine strenge Zucht eingeführt und durch die Ansässigmachung eines großen Teiles der Be­duinen den ärgsten Hungerepidemien oorgebeugt. Er schuf die Ichwan-Siedlungen. In den Talzügen wurden die unterirdischen Wasserquellen durch arthe- ische Brunnen erschlossen und ein Kanalsystem an­gelegt. Die Gesamtzahl dieser Siedlungen beläuft sich augenblicklich auf 146. Aus unfruchtbarer Wüste entstanden hier grünende Felder und Haine, und die ehemals nomadisierenden Bewohner gewöhnen sich allmählich an die erhebliche Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten. Da kein Nichtmohammedaner Saudi-Arabien betreten darf mit Ausnahme des Hafens von Dfchiddah, so sind es hauptsächlich irakische Ingenieure und Geologen, die die Boden­verhältnisse dieses Landes durchforschen und die Bohrungen nach Wasser leiten. Bei Kardj, südlich von der Hauptstadt Riadh, ist damit begonnen wor-

haft ' einen ir hei« dnung' x Aus- ft Wil« besetzt, all ge­

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Oktober huggle Feld- Sonder' estrasten unb drei

Gegen Festung und

DRV. Aus b em Führerhauptquartier, 18. November. Das Oberfommanbo bet Wehrmacht gibt bekannt:

Aus ber Krim führten Kampf- unb Sturzkampf­flugzeuge vernichtenbe Schläge gegen bie Festungs­werke unb Hafenantagen von Sewastopol, hier­bei würbe ein großer Frachter versenkt, ein Zerstörer unb ein Handelsschiff beschädigt.

Die Operationen im Donezbecken würben nach Besserung ber Witlerungs- unb Degeverhält- uisse fortgesetzt. Der Feinb würbe aus seinen stellen­weise zäh oerteibigten Felbstellnngen geworfen. Wei­tere Teile bes Znbustriegebietes würben beseht. Mehrere unter Dampf slehenbe Güterzüge fielen hierbei burch überraschenben Zugriff in unsere hanb.

3m hohen Horben zerstörten Kampfflugzeuge sowjetische Barackenlager westlich ber Kanbalak- schabucht.

Nachtangriffe ber Luftwaffe richteten sich gegen Moskau unb Ccningrab sowie Flugplätze im Wologba gebiet.

Unterseeboote versenkten im Norbatlantik unb im Nördlichen Eismeer vier bewaffnete feinbliche Handelsschiffe mit zusammen 21000 BNT. unb einen Bewacher. .

Oer Ourchbruchsangriff.

Von Major a. D v Keifer

Die Mehrzahl der großen Vernichtungsschlachien der Weltgeschichte ist durch Anpacken und Festhalten des Feindes in der Front unter gleichzeitiger Um­fassung einer oder beider Flanken des Gegners oder gar durch vollständige Einkreisung von allen Sei­ten gewonnen worden. Wenn aber der Verteidiger sich in einer auf beiden Flügeln durch natürliche Hindernisse gut geschützten Stellung befand, blieb oft nichts anderes übrig als der Durchbruch durch feine Front, der nur mit rücksichtslosem Einsatz aller Kräfte gegen einen bestimmten Frontabschnitt er­reicht wird und zur Vern chtung führt. Das Durch­bruchsproblem ist daher so alt wie die Geschichte der Kriege, nur die Kampfformen und -mittel zur Zerreißung der feindlichen Front haben im Laufe der Jahrtausende vielfache Aenderungen erfahren.

Bereits in den ältesten Zeiten hat es mit be­sonderen Kampfmitteln ausgerüstete Irinnen zur Erzwingung des.Durchbruchs gegeben. Schon aus dem Trofanifchen Kriege berichtet Homer von Kampfwagen mit großen Sicheln an den Rädern, die, von Pferden gezogen, mit unwider­stehlicher Wucht in das feindliche Fußvolk einbra­chen und Schrecken und Panik verbreiteten. Wie unsere heutigen motorisierten Kampfwagen hinter Panzerschutz das Feuer der Geschütze und M Ichi» nengewehre in den Feind hineintragen, so schleuder­ten im Altertum, selbst durch hölzerne Verschalun­gen gedeckt, mazedonische, persische, ägyptische, in­dische oder chinesische Bogenschützen und Speerwer­fer von ihren Wagen herab ihre vernichtenden Ge­schossen gegen die feindlichen Linien, damals wie heute Bahnbrecher des Durchbruchs für das fol­gende Fußvolk. Die gleiche W rkung suchten Ale an­der der Große und Hannibal mit ihren Elefanten zu erzielen, die, gleichfalls mit Schützen bemannt und in breiter Front vorwärtsstürmend, anfäng­lich nicht zuletzt durch das Einsetzen, das ihre ungewohnte Erscheinung verbreitete jede feind­liche Schlachtordnung niederwalzten und in einzelne Teile zerrissen. Bis es den Verteidigern gelang, die riesigen Tiere durch wildes Schlachtgeheul und durch einen wahren Regen von Pfeilen und Spee­ren in die Flucht zu jagen, die bann den eigenen Truppen zum Verhängnis wurde.

C ä s a r s römische Legionen kannten nur ein mi­litärisches Gesetz: Mit aller Kraft den Durchstoß durch die Reihen des Feindes zu erzwingen. Nicht mit eigens hierfür bestimmten Kampfmitteln, fonh^n allein durch die Wucht des geschlossenen, etwa 20

Hafen Sewastopol.

3m Seegebid um England griffen Kampfflug­zeuge in ber letzten Nacht feinbliche Geleitzüge ost­wärts Lowestoft an. Drei größere handels- fchiffe würben burch Bombenwurf schwer beschäbigt. Anbere Kampfflugzeuge bombarbierten Hafenanlagen

91od. nadjer spann n der

um ir$te i dem Schä« tarb.

Berlin, 18. Nov. (DNB.) Der Generalluftzeug- i meister Generaloberst Übet erlitt am Montag bei . Erprobung einer neuen Waffe einen fo schweren 1 Ünglücksfall, bah er an ben Verletzungen auf bem Transport verschieb. Der Führer hat für ben auf fo tragische weise in Erfüllung feiner pflicht dahin- gegangenen Offizier ein Staatsbegräbnis angeorbnd. 3n Anerkennung ber hervorragenben Leistung bes im Weltkrieg in 62 Luftkämpfen sieg­reichen 3agbsliegers unb in würbigung ber hohen Derbienfle beim Ausbau ber Luftwaffe hat ber Führer ben Generaloberst Ubet burch Ver­leihung seines Namens an bas 3agb- geschwaber III ausgezeichnet.

Man muß als Jagdflieger im Kriege sein Hand- werk lernen oder kaputt gehen. Ein Drittes gibt es nicht." So äußerte sich einmal Übet. In diesem Wort hat er sich selbst die treffende Biographie geschrieben. Er war Draufgänger, aber gelernter Draufgänger. Bei all seinem fliegerischen Tun war kühle Ueberlegung, mathematische Berechnung mit kühnem Wagemut glücklich gepaart. Er kannte fein Ziel unb wußte es auf Grund seiner technischen Be­gabung und seiner praktischen Erfahrung zu. er­reichen. Das Fliegerblut machte sich bei ihm schon in seiner frühesten Jugend bemerkbar. Schon als Gymnasiast hatte ihn das Problem des Gleitens durch die Luft interessiert: seine damals von ihm selbst gebauten Flugzeugmodelle gaben davon Kunde. Nur wenig später machte er seine ersten Segelflugversuche. ± ...

Bei Ausbruch des Weltkrieges meldete er sich sofort freiwillig, und zwar zu der damals neu aus­gestellten Motorradfahrtruppe. Da er noch zu jung war, um bei der neuen Fliegertruppe angenommen zu werden, ließ er sich auf eigene Kosten zum Flie­ger ausbilben. Nach bestandenem Pilotenexamen im Frühjahr 1915 meldete er sich erneut zur Flieger­truppe und wurde nun auch angenommen. militärischer und fliegerischer Werdegang ist be­kannt; sein Name wurde erstmals als erfolgreicher und tollkühner Jagdflieger bekannt, als er bei einem Luftkampf es war fein dritter über Mühlhausen allein 18 feindliche Flugzeuge angriff unb den Verband zersprengte. Von nun an folgte Erfolg auf Erfolg, Beförderung auf Beförderung, Auszeichnung auf Auszeichnung. Bald hotte sich Richthofen den Leutnant Udet in sein Iagdgefchwa-

©eneraloberft Übet am Steuer seiner Maschine.

(PK.-Aufn.: Kriegsberichter Lange. sSch.s)

schrift:Dem Gegner überliefert auf diese wenig faire Art und Weise."

Aber Übet war der Fliegerei so verschworen, daß er nach dem Weltkriege seine außerordenttichen Er­fahrungen mit in die EigengründungUdet-Flug- zeugbau" einbrachte. Sein Name wurde dann durch seine Aufsehen erregenden Schau- und Kunstflüge in der ganzen Wett bekannt, die ihm bald die Be­zeichnung des bedeutendsten Flugzeugakrobaten der Welt einbrachten. Seine Stunde aber kam erst mit bem Aufbau der neuen deutschen Luftwaffe. Er, der seinHandwerk" in der schweren Schule des Welt­krieges erlernt hatte, war der Mann, den Hermann Göring als Organisator des gesamten deutschen

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Englands Werben um Saudi-Arabien

Von unserem -u-Berichterstatter.

die Germanen gewirkt. Goten und Vandalen, däs bewiesen die reichen vor- und frühgeschichtlichen FlBde, hätten vor ihrem Schicksalszug nach Süden ben Weichfeiraum erfüllt. Durch die ganze Geschichte des frühen und späten Mittelalters ließe sich die . Abhängigkeit des polnischen Elements vom Reick lückenlos verfolgen. Später, als dann das Reich zerfiel, da sei der deutsche Künstler, der Baumeister, der Architekt in ben Weichselraum gekommen. Na­men wie Veit Stoß, Coppemicus, Dürer u. a. m. feien mit diesem Gebiet unvergänglich verknüpft. Wenn man heute durch das Generalgouvernement reife, so entdecke man, -daß alles, was irgendwie hervorrage, Schöpfung deutschen Geistes ist. So verdankten allein 181 Städte im Generalgouverne­ment ihr Entstehen dem Magdeburgischen Recht. Zahlreiche heute noch in ihrer Schönheit und Eigen­art vorhandene Fuggerhäuser bewiesen den Ein­fluß der deutschen Wirtschaftsführung Jahrhunderte hindurch im Weichselraum. Das Weichselgebiet ge­höre und bleibe bei Deutschland. Das

den, weit ausgedehnte Bewässerungsanlagen anzu- legen. Es soll aus Arabien wieder das gemacht wer­den, was es einst vor Jahrtausenden gewesen war: ein fruchtbares und glückliches Land. Da die Ein­nahmen aus den Pilgerzügen nicht genügen und ein Steuerwesen im europäischen Sinne fehlt, ferner England die Subsidien von 100 000 Pfund Sterling jährlich, die es dem König zahlte, um ihn gefügig zu halten, bereits im Jahre 1923 gestrichen hat, weil sich Ibn Saud nicht in die Rolle eines gehor­samen Vasallen drängen ließ, so hat sich der König veranlaßt gesehen, feinem Reiche neue Einnahme­quellen zu erschließen. Zum Mißvergnügen vieler seiner fremdenfeindlichen, fanatischen Untertanen verpachtete Ibn Saud die Petroleumfelder am Per­sischen Golf an dieStandard Oil Co." und an die ..Petroleum Concessions Ltd.". Das dort gewonnene Rohöl wird auf den Bahreininseln raffiniert. Fer­ner schürfte eine britisch-amerikanische Gesellschaft im Hedschas nach Gold. Sollten die Engländer also ihren Druck auf Ibn Saud verstärken, so ist es dem König möglich, mit Repressalien gegen die oben­erwähnten Gesellschaften zu antworten, was die Briten empfindlich treffen würde.

Bisher hatte London in der Person des geheim­nisvollen Mr. Philby einen Berater und Ver­trauensmann am Hof des Wahabitenköniqs. Philby war zum Islam übergetreten; er stand hach in der Gunst Ibn Sauds, der ihm als Be­lohnung für feine Dienste das Monopol für die Beförderung der Pilger vom Hafen Dfchiddah nach Mekka übertragen hatte. Philbn, der als ..Hedsch- Abdallah" in der ganzen arabischen Welt bekannt geworden ist, war ein zu ehrlicher Freund seines Königs und gab sich r.'.cht dazu her, das Werkzeug schmutziger britischer Intrigen zu sein So erhielt er aus London die Aufforderung, nach Indien zu kommen. Dort soll er in Karachi verhaftet worden sein. England dürfte sich in Saudi-Arabien noch auf viele Enttäuschungen und Ueberraf*ungen ge­faßt machen müssen.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom, November 1941.

England bemüht sich feit bem Frühsommer die­ses Jahres, feit es den Irak überrannt, in Syrien festen Fuß gefaßt hat, Iran beherrscht und im Emir Abdallah von Transjordanien einen gehorsamen Vasallen besitzt, auch Saudi-Arabien in den Bannkreis seiner Interessensphären zu zwingen. Es hat, wie aus London gemeldet wurde, König Ibn Saud den Hafen Akaba am Roten Meer als Köder angeboten, der schon einmal zu Saudi-Ara­bien gehörte, dann aber durch die Briten wieder entrissen wurde, um Ibn Saud den britischen Plä­nen zugänglich zu machen. Ferner wurde der Emir Feisal, der zweite Sohn Ibn Sauds und Vizekönig des Hedschgs, aufgefordert, sich nach Kairo zu be­geben und dort mit dem englischen Nahost-Minister Lyttleton zu verhandeln. Es scheint jedoch, daß der Emir dieser Aufforderung nicht nachgekommen ist und daß sich Saudi-Arabien den englischen Wün­schen gegenüber sehr zurückhaltend einstellt. Um das Ziel zu erreichen, will England nun, wie aus Bag­dad und aus Aegypten verlautet, auch vor Erpres- süngsmanöoern gegen König Ibn Saud nicht zu­rückschrecken. Sie beziehen sich in erster Linie aus den Pilgerverkehr nach den Heiligen Stätten Mekka und Medina, der die

Berlin, 18. Nov. (DNB.) Die kriegs- und wehrwirtschaftliche Vortragsreihe der Verwaltungs- afabemie wurde in der Berliner Universität durch

Luftfahrtwesens brauchen konnte. Er erstieg schnell die militärische Leiter vom Generalmajor bis zum Generalobersten als Chef des Technischen Amtes im Reichslufffahrtminifterium bzw. als erster General­luftzeugmeister des Großdeutschen Reiches. Er ver­einigte damit in seiner Hand alle Ausstrahlungen, Erfahrungen und technischen Erfindungen ber deut­schen Flugzeugindustrie, und als Präsident der Li­lienthal-Gesellschaft auch die deutsche Luftfahrtfor­schung. Der Führer erkannte seine außergewöhn­liche Leistung durch die Verleihung des Ritterkreu­zes zum Eisernen Kreuz an:Er hat der Flieger- truppe eine Rüstung geschmiedet, die kriegsentschei­dend ist..." Es ist wohl kein Geheimnis, daß Udet auch an der Entwicklung und dem Ausbau der Stu- kas hervorragenden Anteil hatte. Er starb als Flie­ger, Kämpfer, Konstrukteur und Organisator bei der Erprobung einer neuen Waffe. Er gab sein Leben für Deutschland, sein Geist aber wird in ber deut­schen Luftwaffe fortleben.

Wechsel

im englischen Emvire-Generalstab.

Genf, 19. Nov. (DNB. Funkspruch.) General Sir John Dill, der Chef des Generalftabes des Empires, erhält zum 25. Dezember, seinem 60. Ge­burtstag, seinen Abschied. Sein Nachfolger ist Ge­neral Sir Allan B r o o k e, der Oberkommandierende der Heimatstreitkräfte. Dill wurde zum Feldmarschall ernannt und geht als Gouverneur nach Bom­bay. Sir Henry P o w n a 11, der stellvertretende Chef des Empire-Generalstabes, wurde für eine be­sondere Anstellung ausersehen. Sein Nachfolger ist Generalmajor Nye, der 45 Jahre alt ist. General­leutnant B. C. T. Paget, der Oberkommandierende des südöstlichen Kommandos, wird der Nachfolger von Brockte.

O-e Lag- in Wladiwostok.^,

Schanghai, 17. November. (DNB)Die Lage in Wladiwostok, dem bolschewistischen Hafen am Stillen Ozean, machte' einen denkbar ungünstigen Eindruck auf mich", erklärte ein litauischer Flücht­ling, der in Schanghai eintraf. Die Derpflegungs- lage sei miserabel und verzweifelt. In den Tagen vor seiner Abreise habe starker Brotmangel ge­herrscht, so daß der größte Teil der Bevölkerung sich von Fischen ernähren mußte. In vielen Straßen sah man lange Schlangen nach Brot stehen. Der Hafen sei fast töt. Die Bevölkerung sei niedergedrückt und werde terrorisiert. Von 17 dis 6 Uhr dürfe sich kein Mensch auf den Straßen frei bewegen. Die Bevöl­kerung fei erschöpft und schlecht gekleidet.

durch den Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank mit einem Vortrag überDas General­gouvernement" eröffnet. Das Generalgouverne­ment, so sagte er, sei ein Teil der Erfüllung eines jahrhundertelangen Ringens um die Wiedergewin-

Generalgouvernement, bas bis dahch an der äußer­sten Ostgrenze des Reiches lag, fei Derbindungs- zone zwischen dem Reich und bem neuen Ostland geworden.

Das Ziel aller Arbeit in diesem wiedergewonne- nen Gebiet sei die Leistungsfähigkeit gewesen. Fast l'/r Tausend Kilometer Straßen seien neu gebaut, alle Eisenbahnstrecken überholt, fast 1700 Kilometer Eisenbahn neu gebaut worden. In sämtlichen gro­ßen Fabriken werde teilweise mit zwei bis drei Schichten gearbeitet. Die Bestellung in der Land­wirtschaft sei restlos durchgeführt, ebenso sei die Ernte vollkommen geborgen. Darüber hinaus habe man noch Hunderttausende von polnischen Land­arbeitern an das Reich abgeben können. Der Kul- turaufbau fei ganz auf die deutsche Sendung in diesem Raum abgestellt. Zunächst einmal wurden über 2000 Schulen neu eröffnet, in ber Hauptsache für die Volksdeutschen, denen ja vom polnischen Staat das gesamte Schulsystem zerschlagen worden war. Das Bauwesen wurde belebt, ein großes The­ater in Krakau begründet, ebenso die Philharmonie des Generalgouvernements und das Institut für deutsche Ostarbeit in Krakau. Besondere Anforde­rungen habe der Weichselausbau gestellt, der als kommende Wasserstraße in das neue Ostland von großer Bedeutung sei. Nicht zu vergessen sei die Schaffung deutscher Gerichte für die Deutschen; die vollkommen getrennt seien von den einheimischen Gerichten. Aufgabe der Partei fei es, die nationale Sendung im Generalgouvernement bis in die letzte ' Stelle des deutschen Lebens zu tragen.

ber. Hier erkämpfte er sich auch den Pour le merite; mit 62 Feindabschüssen schloß er als Hauptmann den Weltkrieg ab. Seine siegreiche Maschine mußte auf Forderung der Waffenstillstandskommission ausgeliefert werden. Er versah sie mit der Äuf­

nung des Raumes, der feit einem Jahrhundert nach der Zeitrechnung vorn deutschem Wesen erfüllt wurde. Vor den Slawen hätten im Weichselraum

striyen dürrer ib geii feiern, ersch­ien ge>