Ehrverlust verurteilt.
Gefängnis für Gerüchtemacher.
Lpd. Darmstadt, 18. Aug. Dor dem Sonder- gericht hatten sich drei Einwohner aus Horchheim bei. Worms wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz zu verantworten. Einer, hatte sich da etwas zurechtgemacht (daß er den Vorgang von einem Unbekannten erfahren haben will, glaubte ihm das Gericht nicht) und weiterverbreitet, die anderen hatten es nacherzählt. Die Behauptung war ehren- rührig gegen unsere Wehrmacht, aber ebenso gründ- los, wie dem Angeklagten als früheren Soldaten ofort klar sein mußte. Der geistige Vater erhielt wegen vorsätzlichen Vergehens gegen das Heimtücke-
mer noch werden sie verlangt.
Jteife - mit Verstand!
gesetz fünf Monate Gefängnis, bet den änderen nahm das Gericht fahrlässiges Vergehen an und erkannte auf 2 bzw. 1 Monat Gefängnis.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.)
A. TB. Eine letztwillige Verfügung des Erblassers, nach der ein gesetzlicher Erbe auf das Pflichtteil gesetzt wird, ist nach den geltenden Bestimmungen des Bürgerlichen Rechts zulässig, auch wenn der gesetzliche Erbe durch sein Verhalten gegenüber dem Erblasser hierzu eine Veranlassung nicht gegeben hat. Es ist deshalb nicht ratsam, das Testament anzufechten, es fei beim, daß es vielleicht den gesetzlichen Formerfordernissen nicht entspricht.
dern. 5n Groß-Felda (Kreis Alsfeld), wo erlrungsverwahrung in einer Anstalt und 3 Jahren anfangs als Tierarzt tätig war, reifte er zum Dich- rtTL x*'u *kA,u ter heran, in Höchst am Main aber schuf er leine schönsten Gedichte. Geibel sah klar, was um rhn herum im Dors passierte. Die ^beiden Bände, die sein Werk unrfaßt, geben eine Schilderung des wette ratschen, des oberhessischen Dor;lebens. Gei- dels Verdienst ist es, die Mundart des Raumes zwischen .Hanau und Gießen in die deutsche Literatur eingeführt zu haben. Er hat für den engen Bezirk der alten Reichsau die Bedeutung, wie Friedrich Stoltze für Frankfurt. Seine Bücher er- lebten eine erstaunliche Anzahl von Auflagen. Äm-
Feder. Volksgenosse hat auch im Kriege ein Recht auf Erholung, zumal, wenn seine Arbeitskraft durch die Kriegsnotwendigkeiten mehr als normal in Anspruch genommen wird. Und wer arbeitet wohl im Krieg nicht gern und freudig mehr als in Friedenszeiten? Aber auch die Erholungsmöglichkeiten sind heutigen Tages andere als in Friedenszeiten. Deshalb heißt es, darauf Rücksicht nehmen. Nur ein kleiner Teil der Angestellten in den Hotels und den Gaststätten ist übrig geblieben, er muß das Vielfache leisten. Der Gast muß darauf Rücksicht nehmen, er kann nicht die gleichen Anforderungen stellen, die er vielleicht früher zu stellen gewohnt war. Man muß auch den Ort, an dem man seine Ferien verbringen will, mit etwas Verstand auswählen. Wenn man z. B. hört, daß einzelne Kurorte in Oberbayern jetzt in einem Monat doppelt so viel Besucher haben als im ganzen vergangenen Jahr, so kann man ohne nähere Erklärung verstehen, daß es nicht immer leicht sein wird, die nötige Verpflegung an solche Orte heranzubringen! Warum nur nach Oberbayern reisen, nur nach Kärnten, nach Tirol? Die Welt ist überall schön.
Schweinezwischenzählung am 3. September.
Laut Erlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 7. 7. 1941 wird die übliche Herbstzwifchenzählung der Schweine am 3. September 1941 durchgeführt. Es wird von den Viehhaltern und den ehrenamtlichen Zählern erwartet, daß sie der Zählung auch unter den heutigen erschwerten Umständen das nötige Verständnis entgegenbringen und den Viehbestand wahrheitsgemäß angeben. Die Zählung dient nur statistischen und volkswirtschaftlichen Zwecken und bildet die Grundlage für eine geordnete Regelung der Vieh- und Fleischwirtschaft. Es ist Ehrensache, durch gewissenhafte und genaue Angaben dabei dem Allgemeininteresse zu dienen.
Schweinemarkt in Butzbach.
* Butzbach, 19. August. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 330 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 15 bis 18 RM., 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 24 RM., 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 28 RM. das Stück. Das Geschäft verlief mäßig; es verblieb Ueberstand. Zuchthaus für einen Päckchenmarder.
LPD. Frankfurt a. M., 18. Aug. Das Sondergericht Frankfurt t rurteilte den Postfacharbeiter Peter D e n z , der sich der Unterschlagung von Feldpo st Päckchen schuldig machte, zu zwei Fahren Zuchthaus, 200 RM. Geldstrafe und drei Fahren Ehrverlust. Der Angeklagte wurde als Volksschädling erachtet.
Mißglückte Flucht
eines Gewohnheitsverbrechers.
Lpd. D a r m st a d t, 18. Aug. Vor dem Sonder- gericht Darmstadt hatte sich der schon zehnmal vorbestrafte Friedrich Mayer aus Wien wegen schweren Einbruchdiebstahls zu verantworten. Er war im Mai von einer Außenstelle des Arbeitsgefangenenlagers Rodgau mit vier anderen Gefangenen ausgebrochen. Nach viertägigem Umherirren stieg er nachts in das gerade vom Förster verlassene Forsthaus Bruck bei Hüttenfeld im Kreise Worms ein und stahl Lebensmittel, Kleider usw. Kurze Zeit darauf wurde er wieder verhaftet. Er legte ein volles Geständnis ab und wurde, zumal er bereits wegen Raubes zwei Fahre schweren Kerker erhalten hat, auf Grund der VolksschädlingsverordnunA zu 2 Fahren 6 Monaten Zuchthaus, Siche-
HZ-Sport.
Hessen-Nassauer Handball-Mädel siegreich.
Die BDM.-Obergaue Westfalen und Hessen-Nassau erledigten am Sonntag das noch ausstehende Ent- cherdungsspiel zur Deutschen Handball-Juaendmei- terschaft. Mit einem in Siegen erst in der verlängerten Spielzeit hart erkämpften 3:3- (2:2) Sieg rückten die jungen Hessen-Nassauerinnen in die Breslauer Entscheidungskämpfe ein. Hilde Müller schoß alle drei Tore. Die Elf, die in Breslau auf die fünf besten deutschen BDM.-Handballmannschaften trifft, wird von den Spielerinnen der Frankfurter Eintracht, der Bockenheimer Tgd., FG. Höchst und Tv. Hausen gebildet.
Fußball im Tv. Klein-Linden 1839.
Klein-Linden I — Gießen (Sladtelf) 3:6 (2:3).
Die Klein-Lindener Turner hatten eine gute Mannschaft aus einiaen Fugendlichen, einigen Aktives und etlichen Urlaubern ausgestellt. Gießen trat nur mit 9 Mann an, erhöhte auf 10 und nach der Pause auf 11 Spieler. Obwohl Klein-Linden die erste Halbzeit mit 2:3 verlor, spielte es sicher und völlig ausgeglichen. Die Stadtelf erzielte ihre drei Tore aus Durchbrüchen, da die Hintermannschaft der Turner oft bis zur Hälfte des Spielfelds aufrückte, sich also das Spiel fast immer in der Hälfte der Gäste abwickelte. Unsicherheit des Linksaußen der Turner und fabelhaftes Spiel des Gästetorwarts ließen aber den Ausgleich nicht zu.
Auch die zweite Halbzeit war noch 20 Minuten lang völlig ausgeglichen; dann aber zeigte sich Er- müdung bei der Platzmannschaft, indessen die Gäste zur Hochform aufliefen. Angriff auf Angriff erfolgte von der Stadtemannschaft, es fielen das 4., 5. und nach einem Elfmeterstoß das 6. Tor für die Stadtelf. Ein weiterer Elfmeterftrafstoß wurde von den, Gästen absichtlich ins Aus getreten, der Sieg war ihnen nicht zu nehmen. Kurz vor Schlußpfiff konnte der Linksaußen von Klein-Linden, der mit
dem Mittelläufer seinen Platz gewechselt hatte, noch ein drittes Tor für seine Mannschaft erzielen.
Spielvereinigung 1926 Leihgestern.
Großen-Lmden I. — Leihgestern I. Jgd. 2:8 (1:2).
Am Sonntag war die I. Fugend der Spiel Vereinigung 1926 Leihgestern anläßlich des Ortssporttages in Großen-Linden Gast des dortigen Turnvereins. Die Lerhgesterner traten fast in der Aufstellung an, mit der sie in Butzbach die Bannmel- sterschaft errangen; lediglich Mittelläufer und die beiden Außenstürmer mußten ersetzt werden. Das Spiel stand ganz im Zeichen des technisch und spie- lerisch weit überlegenen Bannmeisters von Leihgestern. Zu Anfang konnte Großen-Linden das Spiel noch einigermaßen offenhalten, nachdem aber in der 15. Minute Leihgestern 3um 1:1 ausgeglichen hatte, war es mit der Kunst von Großen-Lm- den vorbei. Halbzeit 2:1 für Leihgestern. Nach Wie- derbeginn fielen die Tore für Leihgestern am laufenden Band. Der Mittelstürmer Haßler schoß innerhalb 10 Minuten vier Tore. Auch der Halblinke Martini setzte dem gegnerischen Tormann, einige Schüsse in den Kasten. So endete das Spiel mit einem überlegenen Sieg von 8:2 Toren für Leihgestern. Dem Spielverlauf wurde das Resultat vollauf gerecht. Leihgestern spielte in Meisterform, Gro- ßen-Linden dagegen fand sich zu keiner einheitlichen Leistung zusammen. Beiden Mannschaften gebührt für ihre anständige und schöne Spielweise ein Gesamtlob. Schiedsrichter Eckard, Großen-Linden, wurde das Amt leicht gemacht.
Leihgestern II. 3gb. — Rodheim/Viebec II. Jgd. 3:2.
Die zweite Fugend von Leihgestern hatte die gleiche von Rodheim zu Gast. Beide Mannschaften führten ein schönes .Spiel vor. Leihgestern, das im Mittelläufer Reitz seinen besten Mann hatte, gewann knapp, wenn auch dem Spielverlauf nach nicht ganz verdient. Ein Unentschieden hätte dem Spielgeschehen eher entsprochen.
400 Wettkämpfer beim 5. Weidig-Vergfest
Or. Otto Luh-Gießen Dergfestsieger.
Das 5. Weidig-Bergfest, das 2. Kriegstbeffen des NSRL. auf dem Schrenzer bei Butzbach, nahm am Sonntag mit 400 Wettkämpfern bei guter Witterung seinen programmäßigen Verlauf. Nach einer einstimmenden Morgenfeier wickelten sich die Wettkämpfe auf der herrlichen Taunushöhe reibungslos ab. v
Weidig-Bergfest-Sieger wurde in der Männer- klaffe der bekannte hessische Leichtathlet Dr. Otto L u h vom VfB.-Reichsbahn Gießen. Er schaffte allein mit der ausgezeichneten Leistung im Kugelstoßen (15,50 Meter) 53 Punkte. VfB.-Reichsbahn Gießen stellte auch in Lotti Lauer die Siegerin im Dreikampf der Frauen. Spannende Kämpfe gab es am Nachmittag in den Pendelstaffeln um die wertvollen Wanderpreise des Weidig-Bergfestes. Den Weidig-Wanderpreis gewann erstmals D f B. - Reichsbahn Gießen vor dem Verteidiger (Turnerschaft Läuterbach). Den Moritz-Kuhl-Wan- derpreis verteidigte mit Erfolg der Tv. Heuchel- beim, uyd den Albert-Wamser-Wanderpreis der Frauen holte sich Tufpo. Butzbach in hartem Ringen mit dem Verteidiger (Betr.-Spgm. Hartmann und Braun, Frankfurt a. M.).
Vor der Siegerehrung entbot Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Dr. Mörschel den NSRL.» Kameraden aus den Bereichen Hessen und Südwest die Grüße der alten Turnerstadt Butzbach. NSRL.- Bezirksführer SA.-Hauptsturmführer Otterbein (Friedberg) sprach das Schlußwort, das ausklang in ein begeistertes Treuebekenntnis zu Führer, Volk und Vaterland.
Oie Ergebnisse.
Aus der umfangreichen Siegerliste bringen wir nachstehend einen Auszug.
Die volkstümlichen Dreikämpfe.
Manner: 1. Dr. Otto Luh, VfB.-R. Gießen, 85; 3 Willi Münzest, VfL. Lollar, 63; 4. Ernst Decher, DfB.-R. Gießen, 59; 7. Larbig, VfB.-R. Gießen, 54; 11. Helmut Möll, VfB.-R. Gießen, 50; 15. Hans Dietrich, VfB.-R. Gießen, 43; 17. Ernst Hei- bertshaufen, VfL. Lollar, 40; 18. Hermann Ludwig, Tv. Heuchelheim, 39; 20. Erwin Neidel, Tv. Heuchelheim, Hrch. Pfannkuchen, Tv. Holzheim, Helmut Worf. Tv. Pohl-Gons, je 36 Punkte.
Altersklasse I (31 bis 40 Fahre): 1. Adolf ' Pfeffer, Tv. Nieder-Eschbach, 70; 3. Otto Dietz, VfL.
Lollar, 58; 9. Heinrich Volz, Tv. Lich, 53; 10. Karl Volz, Tv. Lich, 52; 16. Otto Koster, Tv. Lang. Göns, 49; 14. Walter Bierau, VfL. Lollar, 48; 15. Otto Knorz, Tv. Pohl-Göns, 46; 17. Willi Menges, Tv. Lich, 42; 18. Walter Schmitz, SA.-Kampfspiel. gemeinschaft 116 Gießen, 41; 19. Ludwig Reitz, To. Holzheim, 40 Punkte.
Altersklasse II (41 bis 50 Fahre): 1. Fritz Adam, Tv. Braunfels, 60; 5. Walter Zerndt, VfB.-R. Gießen, 51; 8. Gustav Baldauf, Tv. 1846 Gießen, 46; 9. Rudolf Keller, Tufpo. Rodheim an der Bieber, 44; 11. Otto Dieruff, Tv. Lich, 40; 14. Willi Keßler, Tv. Lang-Göns, 36 P.
Altersklasse III (über 50 Fahre): 1. Adam Popp, Tgm. Friedberg, 71; 6. Philipp Götz, Post, sportgem. Gießen, 54; 9. Ludwig Petri, Tv. 1846 Gießen, 39; 10. Richard Bischoff, Tv. Lang-Göns, 37; 11. Christian Zimmer, Tv. Lich, 35; 12. Ludwig Volk, To. Pohl-Göns, 34; 14. Albert Schmidt, Tv. Lang-Göns, 28 P.
H F. - K l a f f e A : 1. Norbert Schneider, Betr.. Spgm. Allianz Frankfurt a. M., 76; 2. Hans Kir- stein, Mtv. Gießen, 69; 5. Werner Pfann, Mto. Gießen, 64; 11. Albert Rinn, To. Heuchelheim, Walter Volkmann, Tv. Heuchelheim, Hans Puhl, Tv. Lang. Göns, 58; 16. Erwin Reinstädtler, Tv. Heuchelheim, 53; 18. Otto Rinn, To. Heuchelheim, 51; 20. Reinhard Rühl, Tv. Lang-Göns, 49; 22. Albert Lenz, To. Heuchelheim, 46; 23. Kurt Philipp, To. Lang- Göns, 45; 25. Helmut Velten, Tv. Lang-Göns, 43; 26. Helmut Bolz, To. Pohl-Göns, 42; 28. Karlheinz Bath, To. Heuchelheim, 40; 29. Otto May, Tv. Lang. Göns, Helmut Brückel, Tv. Lang-Göns, 39; 32. Erich Wiffig, Tv. Lang-Göns, Walter Krether, Tv, Heuchelheim, 36 P.
H I. - K l a s f e B : 1. Wolf Menges, Tv. Heuchel, heim, 90; 3. Rudi Hainer, Mtv. Gießen, 83; 10. Hans Reuschling, Tv. Heuchelheim, 70; 11. Walter Rinn, To. Heuchelheim, 69; 16. Walter Wenzel, Tv. Lang-Göns, 62; 18. Karl Gemandt, Tv. Heu-! chelheim, 60; 26. Walter Bolz, Tv. Pohl-Göns, 47j' 27. Otto Stoll, Tv. Lang-Göns, 46 P.
Frauen: 1. Lotti Lauer, VfB.-R. Gießen, 67s 3. Lotte Keßler, Mtv. Gießen, 62; 14. Lieselotte' Bankloh, Postsportgem. Gießen, 42; 15. Anna Sachj Tv. Heuchelheim, 41 P.
B D M. -Klasse A : Erika Sesselmann, Tuspa- Friedrichsdorf, 63; 4. Emma Kröck, Tv. Heuchle heim, 54; 7. Frmhild Schmidt, Mto. Gießen, 49s 12. Marta Hofmann, Tv. Heuchelheim, 43; 15.Slnnit Kreiling, Tv. Heuchelheim, 40 P.
BDM.-Klasse B: 1. Liefe! Stieh, lufpk Friedrichsdorf, 61; 2. Ottilie Stoll, Tv. LanA-Gänsg 57; 3. Frmgard Deubel, T.° u. Gefangv. Schotten, 53; 4. Elfriede Leuling, T.- u. Gefangv. Schotten» 52; 6. Marie Beck, Tv. Pohl-Göns, 50; 7. Margod Metzger, Postsportgem. Gießen, 48; 12. Lieselotte: Mellinger, VfB.-R. Gießen, 44: 15. Ottilie Heit, To. Lang-Göns, Frene Müller, Tv. Lang-Göns, 41; 16. Gretel Kirftein, Mto. Gießen, 40; 18. Edith Schreiber, Tv. Heuchelheim, Elfriede Kollmar, Tv> Lang-Göns, 38; 19. Erna Lang, Tv. Lang-Göns,. 37; 20. Frmgard Ruth, Tv. Pohl-Göns, Elli Damm,, Tv. Pohl-Göns, 36 P.
Pendel-Staffeln.
4 X10 0 = m Männerum den Weidig-Wander« preis (7 Bewerber): 1. DfB.-Reichsbahn Gießen. 49,9; 2. Turnerschaft Lauterbach, 51,5; 3. Turm- gemeinde Friedberg, 51,7 Sekunden.
10X100-M männliche Jugend um dm Moritz-Kuhl-Wanderpreis (3 Bewerber): 1. Turnverein Heuchelheim, 2:15,2; 2. Betr.-Spgem. Alliantz Frankfurt a.M., 2:15,6; 3. Jahngemeinfchaft Oberursel, 2:16,5 Minuten.
4X100-M Frauen um den Albert-Wamser» Wanderpreis (5 Bewerber): 1. Tllspo. Butzbach, 59,7;; 2. BSG. Hartmann 8- Braun, Frankfurt a. M., 60,7; 3. Fahngem. Oberursel, 61,5 Sekunden.
Sonderkämpfe.
HochsprungMäniier(6 Bewerber): 1. ErnjÜ Decher, VfB.-Reichsbahn Gießen, 1,65 m; 2. Karli Roth, Turnverein Burgholzhausen, 1,60 m; 3. Feldwebel Möll und Haupt-Wachtm. Weiler, Gießen, 1,55 m.
Hochsprung Frauen (12 Bewerberinnen)? 1 Hedi Langlouis, Tuspo. Butzbach, 1,45 m; 2. Anna Lein, Tuspo. Friedrichsdorf, 1,35 m; 3. Marga Sang- louls, Tufpo. Butzbach, Lotti Lauer, VfB.-Reichsbahn Gießen, Elfriede Parfch, VfB.-Reichsbah« Gießen, Anneliese Volk, Fahngem. Oberursel, 1,30 a.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittags geschloffen.
Die Dominiks.
Roman von Hellmuth M. Böttcher.
60. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Lind winkt zurück. Dann sitzt er in seiner Limousine und braust davon.
Die Herren haben sich auf den engen Raum verteilt. Feder hat sein bestimmtes Amt, seinen genau geregelten Aufgabenkreis.
„Tauchen wir schon?" scherzt Dr. Busse, einer der Chemiker.
„Um Gottes willen!" lacht Professor Erik. „Die Einsteigluke sist ja noch offen. Wollen Sie ersaufen?"
„Ach so?"
Auf Lietzendorf liegt ein tiefer, fast feierlicher Ernst. Seine Lippen sind fest geschloffen und schmal wie zwei Striche. In seinen Augen dunkelt es von verhaltener Spannung. Die Stirn ist schmal und blaß bis in die Schläfen.
Er steht neben dem Dieselmotor, dem Herzstück dieser raffinierten Apparatur.
Fetzt dreht er den Zündbolzen heraus, befestigt an seinem Ende das Glimmpapier und entfacht es mit einem Streichholz, das er in fast übertriebener Pedanterie nach dem Verlöschen in die Tasche zu- rücksteckt.
Ein kurzer, vorsichtiger Blaser mit dem Mund bringt das flammende Papier zum Glimmen.
Nun eine kurze Bewegung, mit welcher der Bolzen in den Explosionsraum des Motors zurück- geführt wird.
Ein Wink mit den Augen.
Maschinenmeister Leichsenring wirft mit der Kurbel den Motor an.
Ein Fauchen, ein Aechzen, ein Dröhnen, ein immer schnelleres Schlagen ...
Der Motor läuft.
Vorsichtig und gewissenhaft reguliert Leichsenring die Oel.urführung des Dieselmotors.
Das ist für die geübte Hand die Arbeit von Sekunden.
Fetzt öffnet er den Hahn für das Kühlwasser.
Der Motor arbeitet. Er arbeitet tadellos.
Lietzendorf lobt mit einem Senken und Heben der Augenlider.
„Fertigmachen zum Tauchen?" befiehlt Erik, der sich ganz in das Milieu des Unterseebootes hinein- gefühlt zu haben scheint.
Lietzendorf hebt die Hand zum Gegenbefehl.
„Einen Augenblick, bitte, noch!"
Er ist ein vorsichtiger Mensch. Er weiß auch, was von einem Mißglücken des Versuches abhängt. Die acht Menschenleben sind vielleicht noch nicht einmal das wichtigste.
Er greift in einer unbewußten Bewegung nach der Brusttasche. Da drinnen ist der Durchschlag eines Schreibens, dessen Original er heute früh beim Notar hinterlegt hat. Mit der Weisung, das Schreiben für den Fall seines Todes an Nissen Dominik auszuhändigen.
Man kann nie wissen, wozu solche Vorsicht gut ist. Auf jeden Fall hat Nissen das erste Anräht daraus, die Zeichnungen und Formeln zu besitzen, wenn ihm selber nicht vergönnt sein sollte, die Arbeiten bis zum letzten Ende zu führen.
Lietzendorss Blicke tasten noch einmal jeden Gegenstand im Probierraum ab. Die Armaturen leuchten. Hähne, Schrauben, Hebel, Ventile, Schläuche — alles ist so, wie es sich gehört.
„Bitte, die Dynamomaschine einrücken."
Sie versorgt ein Kühlsystem mit der erforderlichen Energie und gestattet so, die Temperatur der Abgase schnell und so weit herabzusetzen, wie die Sicherheit der Reaktionen es notwendig erschein-en läßt.
Professor Erik, der gerade in der Nähe steht — eigentlich stehen ja alle Insassen des engen Raumes irgendwie „in der Nähe" — macht den befohlenen Griff.
Ein paar Sekunden lang scheint der Motor lang- samer zu laufen. Dann hat er sich an die Belastung gewöhnt und kommt auf die gewohnte Tourenzahl.
Die Zeiger an Volt- und Amperemeter beginnen zu zittern und ziehen langsam an.
Wieder trifft Eriks wartender Blick Lietzendorf.
„Tauchfertig?"
Noch einmal fliegen die Blicke des Ersinders in die Runde.
„Fertig!" sagt er dann kurz und entschlossen.
Leichsenring zieht die Klapptür heran. Schließt sie ab. Legt den Riegel vor. Noch einen. Noch ein paar ...
Es ist alles ein bißchen behelfsmäßig gebaut. Die Tür klemmt ein wenig, und der Riegel könnte noch einen Tropfen Oel Verträgen, damit er der Hand besser gehorcht. Solche nebensächlichen Dinge sieht man immer erst in dem Augenblick des Versuchs.
So! Fetzt ist man also gewissermaßen unterge- taucht.
Zehn, zwanzig, fünfzig Meter unter der Wasseroberfläche hält das U-Boot seinen Kurs — das erste U-Boot ohne Elektroanttieb.
Barometer, Thermometer, Hygrometer und eine Fülle anderer Meßinstrumente kontrollieren genau den Druck, die Temperatur des Raumes, den Feuch- tigkeitsgehalt der Luft, die Kohlensäure, den Sauer- stoffgehalt ...
Ihre Zeiger rücken langsam vorwärts, Farbstifte schreiben ihre violetten Kurven über abrollendes Papier.
Die Druckinstrumente vibrieren lebhafter.
Eriks Blicke liegen wieder fragend in den Augen Lietzendorfs.
Dr. Buffe schiebt sich behutsam von Platz zu Platz und beobachtet. Das Barometer schreibt eine Kurve in langsam fallendem Strich. Der Druck im Fn- nern der Kabine wird also niedriger. Die vorhandene Lust wird vom Motor angesogen.
Fn der Maschinenapparatur muß es umgekehrt sein.
„Es funktioniert!
Aber das will ja vorläufig nichts sagen. Noch zehrt die Maschine vom Lustüberfluß, der „von oben" mitgebracht wurde.
Doch schon verspüren die Herren eine steigende Atemnot. Der Sauerstoff wird also, knapp im Raum.
Lietzendori gibt leise Befehle.
Dr. Busse fühlt bereits, wie sein He-rz zu klopfen beginnt und der Blutdruck in die Stirne bringt und preßt.
Der zweite Chemiker macht stenographische No- ttzen.
Lietzendorf schaltet an einem Hebel der Stahlgußbirne, iy der die chemischen Apparaturen unsichtbar eingebaut sind.
Die Schläuche beginnen zu zittern und sich zu erwärmen.
Eriks Gesicht hat eine Meile verkrampft ausge
sehen. Fetzt kommt wieder ein Zug der Befreitheiti um seine Augen. Er nickt lächelnd.
„Es klappt."
Dann sieht er auf die Uhr und dikttert dem Chemiker ein paar Sätze.
Fetzt vollzieht sich im Innern der Birne das technisch e Wunder.
Nicht wie üblich werden die VerbreMungsabgas« des Treiböls „über Deck" durch den Schornstein abgeleitet. Ein sinnreich geschaffener Mechanisnus saugt sie vielmehr in die eingebauten Apparaturen die, dem Auge des Ingenieurs entrückt, nach dem in sie gelegten Arbeitsgesetz zu schaffen beginnen
Nun verbraucht die Maschine bereits nicht meh» die knappe Atmungsluft im Kabinenraum!
Fn Lietzendorfs Gesicht kommt ein Funkeln. Sein« Brust geht schwer. Das kommt nicht allein davon daß die Lungen in der sauerstoffarmen Luft sich mehr anftrengen müssen. Das ist die Freude am Gelingen, Erfinderstolz, das Glück über den SieK
Vor seinem geistigen Blick vollzieht sich der Vor« gang im Innern der Birne so klar und plastiM als verberge ihn nicht die Wandlung von Rohr'^ systemen, Apparaturen und Gefäßen. .
Die Abgase treten unmittelbar nach der Treiböl? Verbrennung in eine dickwandige Kammer...
Es ist nicht eine Kohlensäure, die da anfäll» Verunreinigungen und Beimischungen von anberew Verbrennungsprodukten zwingen darum zu eine:l Reinigung. ,
Wieder wirft Lietzendorfs Hand einen Heb» herum.
Der Kammerinhalt wird durch eine Rohrleituniz in einen Filterkanal getrieben und von verunreinU ten Bestandteilen befreit.
Nun kann die gereinigte Kohlensäure weitt' fließen. Eriks Blick haftet auf Wärme und Druch meffer, die plötzlich ihre Säulen empor jagen lN Fnne-rn der Glasröhren und damit seinem kundlgev Auge verraten; Es geht alles, wie es geplant um erdacht ist. .
Der Mann über dem Stenogramm sinkt plotziM um.
Auch die Gesichter der anderen Herren werW immer blasser. Die Luft im Raum verbraucht M durch das Atmen immer mehr. Das ist natürlich.
Aber das ist nicht so wichtig.
(Fortsetzung folgt.)


