M. 196 Zweiter Blatt
Dienstag, 19. August 1941
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
tann mit schwarzem Flor umwunden, man teilt
ihnen mit, daß er gestorben ist, und bittet sie, auch »eiter in ihrem, alten Heim zu bleiben. Den aus«
Gloria-Palast, Seltersweg:
Lichtspielhaus,
Abenteuer".
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weist' den Weg zur richtigen Zahnpflege
,Ein gefährliches Bahnhofstraße:
Kranke Zähne vermindern unsere Leistungskrast. Wir haben deshalb die Pflicht, die Zähne immer gründlich zu pflegen.
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„Mädchen in Uniform".
Tanzabend Gisela fiern-Benno Kaminski.
Am kommenden Donnerstag, 21. August, veranstaltet die NS.-Gerneinschast „Kraft durch Freude" im Gießener Stadttheater einen Tanzabend mit Gisela Kern und Benno Kaminski, beide von her Bayrischen Staatsoperette in München. Gisela Kern war früher einige Jahre am Gießener
Aber die kühle Ueberlegung hält den Fuß zurück, der in Sumpf und Morast versinken würde, und gleich darauf, als derselbe Schrei nochmals erklingt, weiß man, was er bedeutet: Es ist der Schrei der Rohrdommel. Das ist nach dem komischen und lyrischen das dramatische Motiv dieser kleinen Nachtmusik, unh trotzdem man den Ursprung kennt, geht man etwas befangen weiter, denn die Erklärung eines schauerlichen Vorgangs kann den Schauer selbst nicht bannen, und man horcht nun gespannt mit allen Sinnen auf das nächtliche Konzert.
Auf den ungeheuren Waldbäumen am See nisten Fischreiher. Am Tage kann man die königlichen Vögel hin und wider schweben sehen. Nachts sitzen sie sonst lautlos in ihren Nestern, aber heute ist ein Störenfried in die Waldbäume eingestiegen, ein Marder oder Iltis vielleicht aus der Suche nach Eiern oder Jungen. Sie erheben sich mit schrillem Geschrei, flattern verwirrt im Laub herum, schlagen klatschend die Aeste mit ihren mächtigen Schwingen, klagend schreien die Jungen, angriffsbereit die Alten und ab und zu ertönt ein ersterbender Laut wie Todesröcheln.
Die Möwen, die unter der Schiffslandestelle schliefen, sind ebenfalls aufgewacht und taumeln schlaftrunken mit irrem Gekreisch über das leise glucksende Wasser.
Unentwegt läuten die Unten dazwischen ihr Lied. Der Aufruhr da oben ficht sie nicht an, sie sind unantastbar in ihrer musikalischen Versunkenheit, wie Künstler, die abwesend sind vom täglichen Leben rundum. Mr Gesang steigt und fällt, fällt und steigt in gesetzmäßiger Melodik. Nicht das Quarren der Frösche, der gurgelnde Exzeß der Rohrdommel, nicht das Tvdesröcheln der Fischreiher beirrt sie; die Igel, die mit scharrendem Stachelgewand unter leisem Quieken am Ufer entlang pirschen, stören sie nicht, nicht die gehauchten Sechzehntel-Noten des Fledermausgeflatters.
Sie sind die wahren Poeten — uralt und ewig jung, gesetzt, das Märchenhafte durch die Jahrhunderte zu bewahren, sie sind die lyrischen Tenöre in dieser kleinen Nachtmusik.
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Stadttheater tätig und ist bei den Gießener Theaterfreunden noch in guter Erinnerung. Benno Kaminski ist Solotänzer der Bayrischen Staatsoperette und für das nächste Jahr heute schon als Ballettmeister nach Reichenberg (Sudetenland), für das übernächste Jahr ebenfalls als Ballettmeister an die Oper in Stuttgart verpflichtet worden, lieber frühere Tanz-Gastspiele mit Benno Kaminski liegen uns außerordentlich anerkennende Urteile der Presse vor. Die Vortragsfolge für Donnerstag abend enthält Tänze nach Kompositionen von Tschaikowsky, Thiel, R. Strauß, Chopin, Brahms, Schmidt, Al- beniz, de Falla, Merklin, Schütt. Am Flügel wird Kapellmeister Karl Brand begleiten.
peterGeibel—derOichterderWetterau
Zu seinem 100. Geburlskag am 21. August.
Aus altem Wetterauer Dauerngeschlecht wurde vor einem Jahrhundert Peter Philipp Gei- bel in Klein-Karben (Kreis Friedberg) geboren. Der Junge sollte zu einem Bauern heran- wachsen, so war es der Wille des Vaters. Doch der Sohn hatte andere Pläne, er wollte Tierarzt werden. Und er kämpfte sich nach dem Tode des Vaters ttotz vorgeschrittenen Alters zu diesem Beruf durch. Zuerst aber wurde er Dauer und lernte mit Pflug und Egge umgehen. Später jedoch wurde er ein tüchtiger Tierarzt. ,
Bekannt wurde Peter Geibel über die Wetterau hinaus als Mundartdichter. Er hatte eine feine Beobachtungsgabe, kannte als Bauer die Schwächen feiner Landsleute und wußte sie in ihrer knor- rigen Sprache in Gedichtform meisterhaft zu schil-
Verdunkeluugszett
19. August von 20.41 bis 6.06 Uhr.
Sorndhen.
Tageskalender für Dienstag.
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Eine kleine Nachtmusik.
Von Mare Stahl.
Die letzten Klänge Mozarts noch im Ohr, begibt man sich auf den Heimweg. Die Schloßserenade in Meersburg ist wieder einmal gewesen, das Fürst- bischöfliche Palais, die Meersburg, die Stadt und die Weinberge versinken im Dunkel.
Der Promenadenweg führt zuerst am Ufer des Bodensees neben der Chaussee entlang, und da die Straße ziemlich belebt ist, hat sich dos Nachtgetter weiter fortverzogen, dorthin, wo der Pfad durch Röhricht, Schilf» 'Sumpf und Gebüsch führt, wo die riesigen Weiden grau durch den Nebel schimmern und die weiten Parkwiesen wie Tanzflächen für Erlkönigs Töchter sind.
Zuerst ist es nur ein Froschsolist, der räuspernd seine Stimme probt. Das Programm fängt gegen alle Herkömmlichkeit mit einer komischen Nummer an. Sehr mozartisch ist seine Stimmführung nicht, oder man müßte schon an den Mohren in der „Zauberflöte" denken. Gleich darauf fällt der Froschchor ein, der weist nicht so gewaltige Stimmittel auf, wie sie der Vorsänger hat, aber immerhin entsteht doch durch die Vielfalt eine ganz beachtliche Wirkung.
Jetzt steht man gebannt still: Durch eine Pause des Froschgesangs tönt ein vielstimmiger Glockenton: die Sage von versunkenen Städten wird lebendig, ganz deutlich hört man das Leuten der unterseeischen Kirchtürme. Die Unken kennen nicht die Variationen des Froschkonzerts, sie fingen unbeirrt und versunken immer denselben einförmigen Ton vor sich hin, der so unerhört wirkungsvoll ist.
Mit leichtern Flattern schwirren Fledermäuse vorüber ayf der Jagd nach Insekten und ihr leiser Flügelschlag ist wie eine Sechzehntel-Note, nur ganz leicht hingehaucht in den vielen Melodien der Nacht.
Denn jetzt plötzlich zerreißt ein unartikulierter Schrei die Nacht, unbeschreiblich dumpf und schrill zugleich, wie ihn ein Mensch in Todesnot ausstoßen konnte und der erste Impuls ist, fortzustürzen in der Richtung, aus der der Ton gekommen ift
Achtet auf die polen!
Den nötigen Abstand halten. — 3n die HauVgemeinschast gehört der pole nicht hinein.
Sonntag AB eti»> verlort Abzuges Belobt FUlM
Wirksamer Lüstschuh
Aus der Stadt Gießen.
Oie Biene im Volksglauben.
Es ist jetzt die Zeit, in der die Bienen den reichsten (Ertrag an Homg einbringen und in der sie am fleißigsten den üppigen Blumenflor der Gärten urn- fchwärmen Schon seit alter Zeit haben die Bienen in der Gedankenwelt des Menschen die größte Rolle gespielt, galten sie doch, die uns immer als das Urbild kunstvoller fleißiger Arbeit erscheinen, zugleich auch als Symbol der Herrscherwürde, und wenn die Lehrer des Christentums die Bienen auch als Muster nicht nur des Fleißes, sondern auch aller andern Tugenden, des Gehorsams, des Mutes, der Keuschheit aufftellen, so glaubten die Politiker im Bienenstaat das Ideal eines geordneten Gemeinwesens zu erkennen.
Auch heute noch ist mannigfacher Glaube und Aberglaube mit diesen Tieren verknüpft, und die Sage stellt sogar ihre Entstehung als ein Wunder hin.-Nach einer deutschen Sage soll die Biene noch aus
Las schadet auch nichts! Es ist nur notwendig, hieben fremdblütigen Arbeitern den nötigen A b - stand zu zeigen. Sie sind ausschließlich zum Arbeiten hierher gekommen!
Es muß aber auch von jedem Bauern erwartet werden, daß er bei der Abwehr des fremden Blutes den München seiner landwirtschaftlichen Gehilfinnen das größte Verständnis entgegenbringt. Völlig ausgeschlossen ist, daß seine Gehilfinnen in einer Diele in nächster Nähe des Polen schlafen. Eine solche Schlafstelle darf einem deutschen Mädchen nicht zu- gemutet werden. Es entspricht nicht der Würde eines deutschen Mädchens, daß er mit dem Polen sich in der gleichen Waschschüssel wäscht und mit ihm an einem Tisch sitzt und ißt. Wenn sich sonst das Miteinanderarbeiten auch nicht umgehen läßt, in die Hausgemeinschaft gehört der Pole nicht hinein. Don jedem Bguern muß erwartet werden, daß er seinen Mädchen jeden möglichen Schutz gewährt!
Eine andere Einstellung natürlich zeigen wir solchen Angehörigen des ehemaligen polnischen Staates, die vor der Einbürgerung stehen. Sie sollen über kurz oder lang Reichsbürger sein und damit in die Gemeinschaft des Volkes ausgenommen werden. Diese Männer und Frauen versuchen wir zu gewinnen, damit sie wertvolle Glieder unseres Volkes im Kampf um das Deutschtum werden.
Aber auf die Polen gilt es immer wieder zu achten. Sie sind zur Arbeit da, werden wie Menschen behandelt, bekommen ihre ausreichende Nahrung und Kleidung, erhalten ihren Lohn — aber sie sollen nicht frech werden. Jeder Anmaßung dieser Leute muß energisch entgegengetreten werden.
Iziehenden Schwarm, der der Königin bei ihrem Hochzeitsflug folgt, sucht man durch „Bienensegen" :ns Haus zu bannen. Solche Segenssprüche finden ich überall; ein alter märkischer Bienensegen lautet: „ßiebe Bienenmutter, bleibe hier.
6d) will Dir geben ein neues Haus, Darin sollst Du bauen Honig und Wachs, Damit alle Kirchen und Kloster geziert werden." Nach der Anschauung des Volkes gedeihen Vielen nur bei braven Leuten. Schon die alten Römer glaubten, daß sie Diebe verabscheuten und stachen; iie Böhmen meinen, daß sie einen geizigen Besitzer :erlassen. Anderwärts wird geraten, Rothaarige, tuf die der Volksglaube überhaupt nicht gut zu Brechen ist, nicht an die Dienen heranzulassen. Mellet man den Tod des Dienenvaters den Bienen licht in aller Form, so sterben sie fel-bft oder man- lern aus. Man soll Dienen nie verkaufen, weil los Unglück bringt, sondern nur verschenken oder iöchstens eintauschen. Das Verhalten von Dienen- ichwärmen galt schon in der Antike als pro- i chetisch. Das Erscheinen von Bienenschwärmen Linbigte Pompejus ebenso wie Brutus ihren Un- l>rgang an. Auch dem Herzog Leopold von Oester- leid) verkündeten Bienen^ den Verlust der Seim locher Schlacht. Vielfach bedeuten auch heute noch Bienenschwärme, die sich an Häuser hängen, Feuers« irunft oder Unheil. Man hat aber auch die Biene ih glückliches Vorzeichen gedeutet wie dies m m-em altgriechischen Traumbuch geschieht. l K
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 19. Aug. Auf dem heutigen Wochen- trarft kosteten: Markenbutter, kg 1,80 RM., flotte 30 Rpf., Käse, das Stuck 8 bis 9, Wirsing, !5 kg 8 bis 15, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 l lcs 12, gelbe Rüden 8 bis 10, rote Ruben 9 bis 10, ^ömischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 25Jus 30, L Nischgemüse 8 bis 10, Tomaten 25 bis 35, Rha- tarber 15, Frühäpfel 30 bis 40, Mirabellen 45, I Matgurfen 20, Salat, das Stück 10, Emmachgurken \ 2 bis 5, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 10 bis 12.
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Wasser ansaugen. Bei der Ueberprüfung wurde fest- gestellt, daß der Besitzer der Spritze die mitgelieferte und vorgeschriebene Drahtgeflechtsiebscheibe verloren und als Ersatz hierfür eine Mefsingscheibe mit zu wenig und zu Heinen Bohrungen eingesetzt hafte. Die Untersuchung anderer beanstandeter Spritzen zeigte, daß die Spritzen auseinandergenommen und die Einzelteile in verkehrter Rechenfolge zusammengesetzt waren. Vielfach konnte auch festgestellt werden, daß statt der vorgeschriebenen Ventilkugeln von 18 Millimeter Durchmesser kleinere Kugeln in den Spritzen eingesetzt waren. Auch die vorgetragenen Beschwerden über Undichtigkeit der LS.-Handspritze Haden sich meist als unbegründet herausgestellt. Es kommt darauf an, Verschraubungen, die sich evtl, beim Transport gelockert haben können, nachzuziehen. Bei anderen beanstandeten Spritzen ergab sich, daß bei der Verwendung von Emailleeimern durch Absplittern der Emaille der Saugfuß und der Kolben mit Emaillesplittern versetzt war. Ebenso kann eine Luftschutzhandspritze nicht einwandfrei arbeiten, wenn sie zwischenzeitlich zum Verspritzen von Kalklösungen verwendet wird, da Kalk an allen wichtigen Bestandteilen festklebt und eine gründliche Reinigung oft vergessen wird.
Der Erlaß verweist auf die Pflicht des Luftschutzwarts, von Zeit zu Zeit die Gebrauchsfähigkeit der Selbstschutzgeräte nachzuprüfen. Das bezieht sich vor allem auch auf die LS.-Handspritze. Bei der Ausbildung der Selbstschutzkräfte in den Schulen des RLB.' ist auf die Pflege, Instandhaltung und Reinigung der LS.-Handspritze besonders ausführlich einzugehen.
Lumpen im Nohstoffkreislauf.
Jeder Deutsche verbraucht im Durchschnitt eines Jahres 10 Kilogramm Spinnstoffe. Von den dafür benötigten Textilrohstoffen mußten noch 1932 94 v. H. aus dem Ausland eingeführt werden. Infolge der Maßnahmen des Vierjahresplanes war diese Auslandsabhängigkeit schon 1938. auf 66 v. 5). verringert worden. Nur 25 v. H. der verarbeiteten Textilrohstoffe kommen als Lumpen in den Rohstoffkreislauf zurück. Einen wesentlichen Teil der übrigen Menge, die bisher verbrannt wurde, in den Mülleimenr wanderte oder irgendwo als Mottenfraß diente, zu mobilisieren und der Verarbeitung wieder zuzufuhren, ist der Sinn der bis zum 23. August 1941 durchgeführten Reichsspinnstoff* sammlung.
Oie Annahmestellen in Gießen.
Ortsgruppe Giehen-NNNe: 1. Bahnhofstraße 63, gegenüber der Grabenstraße; 2. Markt« slraße 25.
Ortsgruppe Giehen-Nord: Nähstube, Ecke Wernerwall (gegenüber Denninghoff).
Ortsgruppe Gießen-Ost: Licher Straße, Dienststelle der DAF. (Hinterhaus).^
Ortsgruppe Gießen-Süd: 1. Bergwerk, Unterhof; 2. Erednerstraße, Ecke Klinikstraße; 3. Cie« bigstraße 63 (Autohalle 6).
Ortsgruppe Gießen-Klein-Lindenl Backhaus, Steinstrahe.
Ortsgruppe Giehen-Wieseck: Sitzungssaal, Schulstrahe.
Die Sammelslellen der Ortsgruppen Blilte, Nord, Ost und Süd sind montags, mittwochs und freitags von 17 bis 20 Uhr geöffnet, die von Klein-Linden und Wiefeck mittwochs und samstags von 18 bis 21 Uhr.
Ls wird nochmals darauf hingewiesen, daß an den Spinnstoffabfällen keine festen Teile, wie Knöpfe, Schnallen usw., sein dürfen.
Der iib^ Meiste ilil aub.dentt- ZuerW Geschah Gieb,^
S dem goldenen Zeitalter übrig geblieben sein. Nach , einer walachischen Erzählung erhielt die Diene, die j .ursprünglich weiß war, ihre dunkle Farbe und ein- geschnittene Gestalt vom Teufel. Gott hatte nämlich Sen Teufel um Rat gefragt, ob der eine oder mehrere Sonnen schaffen solle. Der Dose aber fürchtete, sei mehreren Sonnen würden seine Schandtaten zu deutlich sichtbar und ihre Hitze würde die Wir- 'Ung seines Höllenfeuers beeinttächtigen. Dies ! Selbstgespräch des Teufels hörte die Diene, die auf feinem Kopse saß, und machte'Gott davon Mitteilung, worauf der Teufel aus Wut nach ihr schlug md sie dunkel färbte.
Der Bienenzüchter betrachtet seine Dienen als Wesen, mit denen sein Schicksal eng verknüpft ist. So treten zum Beispiel in Westfalen Neuvermählte >or den Bienenstock und kündigen ihre Verbindung !>en Dienen an, um ihren Segen zu erbitten. In Zähmen wird der Stock bei solchen Festen mit -oten Tüchern verziert. Dagegen trauern die Bienen l trit, wenn der Bienenvater stirbt, ihr Korb wird
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NSG. Auch in unserem Gaugebiet sind zahlreiche polnische Kriegsgefangene und Arbeiter zur Arbeit eingesetzt. Es muß Don jedem deutschen Volksgenossen erwartet werden, daß er diesen mit entsprechendem Abstand begegnet und auch seine eigene Hausgemeinschaft vor jeder engeren Berührung mit ihnen schützt.
Es kommt leider immer wieder vor, daß besonders junge Mädchen auf den Bauernhöfen Grund zu allerlei Klagen haben, die durch das enge Ar- beitsverhältni? entstehen, das auf einem Bauernhof herrscht. Jeder, der einen bäuerlichen Betrieb kennt und sich eine Vorstellung über die Gemeinschaft des Arbeitens dort machen kann, wird zugeben müssen, daß kaum anderswo eine so enge Kameradschaft auch in der Arbeitsteilung besteht, wie gerade auf den Bauernhöfen. Die Arbeiten in Haus und Scheune, in den Kellern und auf den Böden, Siedern und Wiesen führen die Menschen unmittelbar zusammen und bieten so die besten Gelegenheiten zu den engsten Verhältnissen untereinander.
Das ist gut, wenn es sich um Menschen gleicher Art und gleichen Blutes handelt. Bedenklich aber werden diese Arbeitsverhältnisse, wenn Kriegsgefangene oder überhaupt fremdblütige Arbeiter in diese Gemeinschaft eintreten. Der Krieg hat die wehrfähigen Männer unserer Dörfer und Städte an die Front gerufen. Ihre Arbeitsplätze in der Heimat werden von fremden Männern eingenommen, und aller Wahrscheinlichkeit nach werden auch nach beendetem Kriege fremde Arbeitskräfte, besonders Polen, noch lange hierbleiben müssen.
Oie Verdunkelung der Treppenhäuser.
Mit Zustimmung des Reichsmisiisters für Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe haben der Reichsbund der Haus- und Grundbesitzer e. V. und der Bund Deutscher Mietervereine folgenden Aufruf erlassen:
„Für einen wirksamen Luftschutz ist die Verdunkelung der Treppenhäuser ebenso notwendig wie die Verdunkelung der Wohnungen. Zur Klarstellung aufgetretener Zweifel weisen der Reichsbund der Haus- und Grundbesitzer und der Bund Deutscher Mietervereine mit Zustimmung des Neichsministers . der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe auf folgendes hin:
Die Durchführung der Verdunkelung in den Treppenhäusern obliegt dem Hauseigentümer. Er ist der Polizei gegenüber hierfür verantwortlich. In Häusern mit Hauswart gehört die Verdunkelung der Treppenhäuser zu den Obliegenheiten des Hauswarts. Die Luftschutzmaßnahmen dienen der Sicherung von Leben und Gesundheit aller Volksgenossen. Es ist daher seit langem üblich geworden, daß die Mieter bei der Bedienung der Perdunke- lungseinrichtungen weitgehend Hilfe leisten. Diese Hilfeleistung hat sich bewährt. Um in Zukunft die lückenlose Verdunkelung der Treppenflure in immer höherem Maße sicherzustellen, werden hiermit alle Mieter aufgefordert, sich dem Eigentümer für die Erfüllung feiner Verdunkelungspflicht bereitwillig zur Verfügung zu stellen. Die Mithilfe aller Hausbewohner bei der Durchführung der Verdunkelung entspricht auch dem Sinn einer guten Hausgemeinschaft."
Oas Lustschuh-Löschgerät muß in Ordnung sein.
Gegenüber in letzter Zeit aufgetauchten Beanstandungen wegen der Luftschutz-Handspritzen weist ein Erlaß des Reichsluftfahrtministeriums darauf hin, daß Ermittlungen und Ueberprüfungen bei den Herstellerfirmen gezeigt haben, daß eine sorgfältige Fertigung gewährleistet ist. Dagegen zeigen die vorliegenden Erfahrungen, daß die Spritzen durch die Selbstschutzkräfte vielfach unsachgemäß bedient und gewartet werden. So wurden z. B. Spritzen zurück- gegeben mit der Behauptung, daß sie zu wenig Technik irgendwie außerhalb der Geschichte steht und etwa aus dem luftleeren Raum auf sie einwirkt. Auch jede technische Erfindung ist Symbol, ist em dinggewordener Traum der Zeit. Damals, in der wettschmerzlichen Romantik, wurde die Welt zum erstenmal langweilig. Und ist nicht die ganze Kunst des 19. Jahrhunderts ein genialer Versuch, den Alltag zu bewältigen? Selbst die romantische Flucht vor dem Alltag ist ja noch eine Beziehung zu ihm!.
Die alten Photographien haben auf uns eine Doppelwirkung, weil sie eine Brücke von 1841 bis 1941 schlagen. Sie sind genau so sachlich und nüchtern wie unsere heutigen Photos (nein, noch sachlicher weil man damals noch nicht mit Sehwinkel, Beleuchtung und Ausschnitt manipulierte) — und dennoch schimmert um sie die Aureole von 1841; daher ahnen wir rings um unsere heutigen Photos nun auch die Aureole von 1841. Die Nüchternheit reichte in die Legende, also reicht auch die Legende in die Nüchternheit. Kurzum, die Photographie bringt weil sie bereits in Phantasiezeiten zuruck- reicht/heute eine phantastische Wirkung hervor.
Versuchen wir, mit ein paar herausgegriffenen Namen die Aureole von 1841 auszudeuten: Balzac, Victor Hugo, Baudelaire, Delacroix, Chopin, Baader, Schelling, Schopenhauer, Dickens, Edgar Poe Kierkegaard, Gogol — die muß man sich also, will'man realistisch fein, zu dem Alltag hinzudenken; die waren da, mit ihm und trotz ihm. So lehrt uns das Photo, daß die Ewigkeit jeden Augenblick anhebt und immer da ist — zum Beispiel auch jetzt Ct)gnbem uns die Photographie mit der Sekunde den Anhauch der Ewigkeit gibt, räumt sie mit falschen Gefühlen auf. Alle Verstiegenheiten konfrontiert sie mit erstarrendem Medusenblick ihres Alltags. Sie gibt uns die niederschmetternde, erhebende Gewißheit daß alles Alte einmal neu war. Vor allem aber sprengt sie, die nüchterne, jene falsche Nüchternheit, welche die Wett im Alltag beschlossen glaubt und das Unsichtbare, als nicht photographierbar, leugnet — weil sie, die hundertjährige Photograpie, dieses Unsichtbare um so zwingender suggeriert! Sie weiß von mehr Dingen, als die Schulweisheit wahrhaben will.
Gebannte Schatten.
Von Sigismund von Radccki.
Ich schaut? mir neulich ein Werk über die Ent- iiicklung der Photographie an: man iah das , ertte -Moto, aus dem Jahre 1822 sAusnahmedauer acht Stunden), welches einen gedeckten Tisch mit Besteck, keinslasche und einem Stück Brot w,ederg,bt dar- °is weiterhin Portrats aus den vierziger Jahren, ;erie zerschossene Bastion aus dem Krimln-g, dem Lnzug der Italien-Armee aus dem iJahre 1859, Md alles andere. Da siel mir em, daß mir ja bi» Men Menschen sind, welche hundertjährige Phows d trachten können! Und das ist melleichtarstregen hr, als es damals die ersten Photos waren. Damals tor die Erfindung das Sonderbare und das Sar- gltellte selbstverständlich —, denn jeder hatte es !- auch so vor Augen. Sjeute ist die Erfindung felb|t- - rstöndlich und das Dargestellte l°nderbar. Fast Miheimlich. Unheimlich deshalb, well eme Zeit m Ifcnbert Jahren legendär w.rtu S,e ist durch den »ostand eine Erinnerung der Menschen geworden -le Is können wir sie besser verstehen als sie sich selbst, sti ls ward sie unverständlich. Und Ermneru g ist Iimmer Kunstwerk - mit Uebermalung, eraqud, iti) dampfendem Galerieton. Alles w it
:6"innerung erfaßt: auch das ®rn5„^trh '-uchs anders, auch die Luft, m der Ga-the ustnete, prir eine andere. Nun aber kämmt so a d bläst den goldenen Staub der Zetteni mit, m le inenmähigtzr Unbarmherzigkeit fort. ..
fe völlig nüchtern und alltäglich dar. Ist damit die Tgende zerstoben? Keineswegs denn d,e Legende, «io unser ganzes Wissen und Ahnen von lener Seit I ja weit wirklicher als jene Bildchen - wohl aber hos, was an der Legende trügerisch war. das Heun iiche Forteskamotieren des nüchternen Alltags, des
Wn als Erste über die Nüchternheit des Alltags 8flogt Und da erhebt sich Frage. Mußt mch^ ,Ü2n dieses romantische 19.-JE sQc, ? Mphie erfinden? Denn man glaube doch nicht, 0 ß


