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Aus der GSadi Gießen.

Aus der Geschichte unserer Gemüse.

Auf jedem Tische erscheint jetzt Salat und andere Gemüse, und wenn der Einkauf auch nicht so be­quem ist wie in anderen Jahren, so läßt jede Haus­frau es sich doch angelegen sein, die Ihrigen mit dem begehrten Grünzeug versorgen zu können. Die größere Mühe, die sie darauf verwenden muß, hat zur Folge, daß wir unsere köstlichen jungen Gemüse etwas weniger selbstverständlich hinnehmen als sonst, sondern sie bewußt und mit dankbarer Freude ge­nießen. Die meisten unsererKüchengewächse', wie man früher diegemeiniglich in der Küche verwen­deten Kräuter nannte, blicken auf eine ehrwürdige Vergangenheit zurück, und viele von ihnen dienten unseren ältesten Vorfahren schon zur Nahrung.

So hat man bei den Schweizer Pfahlbauern der späten Steinzeit Samen von Mohrrüben, Erbsen und Pastinak gefunden, die dort schon vor 4000 Jahren gezogen wurden. In der Bronzezeit tritt die Linse aus und später die Saubohne. Alle diese Ge­müse waren allerdings sehr einfacher Art, die fei­neren Gemüsesorten sind bei uns erst von den

Deutschen gekommen und eine gar seltsame wunder­liche Speise. Aus dem 16. Jahrhundert besitzen wir auch die erste deutsche Erwähnung des Spargels, der schon bei den alten Aegyptern ein beliebtes Ge­müse war und über den der ältere Cato in seiner Schrift über den Landbau um 200 v. Ehr. genaue Angaben macht. Die Deutschen scheinen sich zum Genuß der saftigen Stangen recht schwer entschlossen zu haben. So nennt Hieronymus Bock in seinem 1539 erschienenenNew Kräuterbuch" den Spargel einengemeinen Salat der Walen und Hispanier, der nunmehr auch, wie andere Leckerbißlein, ins Deutschland kommen ist, ein lieblich speis für die Leckermäuler".

Eine uralte Pflanze, die sich ebenfalls- bei uns erst spät eingebürgert hat, ist die Artischocke. Sie ist an den Wänden der altägyptischen Grabkammern vielfach abgebildet und war später eine besondere

Verdunkelungszeit

19. Juni von 21.48 bis 4.58 Uhr.

Der Obus-Velrieb im Dienste des Verkehrs

Eröffnung zweier Linien. - Starke Benutzung der Wagen.

Delikatesse der Römer. Für ihre Zubereitung gab der Feinschmecker Apicius, der Verfasser eines be­rühmten Kochbuches, so viele Rezepte an, daß er damit den Unwillen seiner Zeitgenossen hervorries. Die Sarazenen brachten die Artischocken nach Sizi­lien und Spanien, von wo sie in der Renaissance nach Italien und Venedig und allmählich in das übrige Europa kam. Der heute so beliebte Blatt­salat, d. h. der Genuß roher Blätter, die mit Del und Gewürzen angemacht sind, ist zuerst in ita­lienischen Klöstern ausgekommen, von dort nach den deutschen Niederlassungen rbeitergewandert und so allmählich ins Volk gedrungen. C. K.

Dornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Der Weg ins Freie". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das sündige Dorf".

Römern eingeführt worden, die es sich auch ange­legen sein ließen, die in Deutschland bereits vor­handenen Gemüse durch ihre hochentwickelte Garten­kunst zu verbessern. So berichtet z. B. Plinius, daß sich der Kaiser Tiberius die Mohrrüben für seine Tafel alljährlich aus Germanien kommen ließ. Das waren Pflanzen, die am Rhein unter römischer Pflege besonders gut gediehen. AucksÄarl der Große empfahl die Mohrrübe seinen Franken angelegent­lich zur Kultur und ließ sie selbst auf seinen Gütern bauen.

Neben den Rüben, von denen es außer Mohr­rüben noch eine ganze Reihe anderer gab, toar der Kohl das Lieblingsgemüse unserer Vorfahren. Auch in der Antike, bei Griechen und Römern, wurde der Kohl bereits als wohlschmeckend und gesund ge­schätzt, während ihn die Aegypter noch nicht gekannt zu haben scheinen. Der ältere Cato preist ihn ge­radezu als das allerbeste Gemüse, gleich gut in rohem und gekochtem Zustand. In der römischen Kaiserzeit galt es als ein bedrohliches Zeichen des beginnenden Verfalls, daß den jungen verweich­lichten Herren der von den Vätern so leidenschaft­lich gern gegessene Kohl nicht mehr schmecken wollte. Auch bei uns im späteren Mittelalter wurde reich­licher Genuß von Kohl als Beweis für ein einfach kräftiges Leben angesehen. Ein Samländer, der die preußischen Ordensritter auf ihrer Burg Kohl esien sah, riet seinen Landsleuten dring-nd ab, die Ritter anzugreifen, denn wer könne einem Volke wider­stehen, das so genügsam sei, Gras zu essen! Einen besonderen Ruf als Nationalspeise genießt ja bei uns der konservierte Weißkohl als Sauerkraut. Die Alten hatten jedenfalls noch kein Sauerkraut, ob­wohl auch sie eine Art der Kohlkonservierung kann­ten, indem sie nach dem Bericht des Ackerbauschrift­stellers Columella Kohlköpfe mit Salz bestreuten und mit Essig übergossen. Diese Form, den Kohl einzumachen, wurde von den Römern in den Klö­stern des frühen Mittelalters übernommen, aber das Volk mochte sich nicht damit befreunden. Unsere heu­tige Art der Sauerkrautbereitung stammt erst aus dem späteren Mittelalter und wurde vielleicht zu­erst von den Slawen geübt, die ja auch heute noch große Sauerkrautesser sind.

Die feineren Gemüsearten sind zum großen Teil aus dem Orient zu uns gekommen, so z. B. der Spinat, den Griechen und Römer augenscheinlich nicht gekannt haben. In Persien scheint seine Kultur unter dem Namen Jspany schon im Altertum aufge­kommen zu fein-, als Jsfany wurde er nach Indien gebracht, als Jsfanadsch zu den Arabern, die ihn zuerst nach Spanien brachten. 1351 wird das Spi- nargium dort unter den Fastenspeisen der Mönche erwähnt. Im 16. Jahrhundert war der Spinat in Deutschland noch ein neues, wenig bekanntes Ge­müse. Um diese Zeit war auch der Blumenkohl noch nicht nach Deutschland gekommen. Er wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts von der Levante nach Italien und von da Anfang des 17. Jahrhunderts nach Deutschland eingeführt. In seinerKuriosen Landwirtschaft" berichtet Hohberg ums Jahr 1682, Blumenkohl sei erst vor etlichen Jahren zu den

fettige Förderung der Stadt bei der Verwirklichung dieses Werkes, ebenso den am Bau beteiligten Fir­men und Arbeitern. Besonderen Dank sprach er dem Leiter der Stadtwerke, Direktor Lotz, und seinen Mitarbeitern für ihre große Tatkraft und stete Einsatzfteudigkeit bei den umfangreichen Arbeiten bis zu dem heute erreichten Arbeitsabschnitt aus, außerdem dankte er der Gießener Preffe, die bei der Berichterstattung über die Pläne und Ziele der Stadtverwaltung mit der neuen Verkehrseinrich­tung förderlich für das Werk und zum Nutzen un­serer Stadtgemeinschaft mitgearbeitet habe. Ganz im Sinne aller am Werk Beteiligten sprach Beige­ordneter Nicolaus aber dem Oberbürgermeister Ritter den herzlichen Dank der Gießener Bevöl­kerung für diese neue Schöpfung der Stadt aus, die in allererster Linie nur seiner großen Tatkraft, seinem schaffensfrohen Wirken und seinem weit­schauenden Planen und Handeln zu danken sei, denn nur durch den Oberbürgermeister seien die vielfachen Schwierigkeiten auf dem Werdegang die­ses Werkes aus dem Wege geräumt worden. Daher könne mit Recht betont werden, daß Oberbürger­meister Ritter sich mit dieser Einrichtung ein unvergängliches Denkmal in der Stadt Gießen ge­setzt habe. Nachdem der Redner noch kurz auf die jetzt schon bestehenden Ausbaupläne des Obus-Be­triebs hingewiesen hatte, lenkte er die Gedanken der Versammelten auf die Größe unserer Zeit und ihr gewaltiges Geschehen hin, besonders auf die ruhmgekrönten Taten unserer Wehrmacht unter ihrem genialen Obersten Befehlshaber und Feld­herrn Adolf Hitler, dem die Liebe und der un­auslöschliche Dank des ganzen Volkes gehören. Un­serem Führer, der unser Volk in so kurzer Zeit wieder zur Sonne emporgeführt hat, und seinen Paladinen sowie unserer herrlichen Wehrmacht galt dann der Gruß der Liebe und Treue, in den die Versammelten freudig einstimmten.

Der Leiter der Stadtwerke, Direktor Lotz, gab dann in großen Umrissen ein Bild von der Ent­stehungsgeschichte dieser neuen städtischen Einrich­tung. Er erinnerte daran, daß unser Straßenbahn­betrieb immer weniger den erheblich gewachsenen Erfordernissen des Verkehrs in unserer Stadt ge­recht werden konnte, mit der Straßenbahn auch keine Befriedigung der Verkehrswünsche der jen­seits der Bahn gelegenen Vororte bzw. Stadtvier­tel habe erreicht werden können. Sodann schilderte er die vielfachen Pläne und Ueberlegungen des Oberbürgermeisters und der Stadlwerke hinsichtlich der Schaffung moderner Verkehrsverhältnisse in unserer Stadt, bis sich schließlich als beste und zu- kunftsverheißendste Lösung die Schaffung des Obus- Betriebs ergab. Bis zu dem jetzt erreichten Ab­schnitt des Werkes seien allerdings erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden gewesen, in die der Redner ausschnittweise einen Einblick gab. Er gab dann seiner Freude und Genugtuung über den jetzt i vollendeten ersten Abschnitt des Werkes Ausdruck und dankte auch seinerseits allen Mitarbeitern und Helfern, allen Dienststellen und Behörden für ihre förderliche Mitarbeit bei diesem Gemeinschaftswerk im besten Sinne des PZortes.

Als Vertreter der Landesregierung überbrachte der Referent der Abteilung IV der Landesregie­rung, Professor Reuleaux (Darmstadt), die Gruße und besten Wünsche der hessischen Regierung für die Stadt Gießen und ihre neueste schöne Ein­richtung, mit der Gießen in der vordersten Reihe

Das neue Verkehrsmittel unserer Stadt, der Oberleitungsomnibus (Obus), hat am gestrigen Mittwochnachmittag im Anschluß an eine Eröft- nungssahrt den fahrplanmäßigen Betrieb auf den beiden Linien Bahnhof Ende Rödgener Straße und BahnhofXS n i> e im Wald an der Licher Straße ausgenommen. Die Inanspruchnahme dieses neuen Verkehrsmittels, das bis auf weiteres mit vier Wagen den Dienst auf den beiden Linien versieht, war sogleich nach der Eröffnung sehr stark. In den gestrigen Abend­stunden fuhren die Wagen zum Teil schon mit voll­ster Ausnutzung des Fahrgastraumes, und auch am heutigen Donnerstag früh waren sie schon wieder stark besetzt.

Zu der Eröffnunasfahrt am gestrigen Mittwoch­nachmittag, die in fünf großen Wagen über beide Strecken erfolgte, hatten sich mit all den Mannern, die am Bau der neuen Verkehrseinrichtung be­teiligt waren bzw. in vielerlei Hinsicht die Vor­arbeiten für die Schaffung dieses modernen Ver­kehrsmittels für unser? Stadt geleistet hatten, auch zahlreiche Ehrengäste von Partei, Staat und Wehr­macht, an ihrer Spitze der Hoheitsträger im Kreis Wetterau, Kreisleiter Backhaus, auf Einladung des Oberbürgermeisters auf dem Obus-Wendeplatz am Bahnhof eingefunden. Nach kurzer Begrüßung durch den Beigeordneten Nicolaus als Vertreter des erkrankten Oberbürgermeisters Ritter wurde die erste Fahrgastfahrt angetreten. Wie einst bei der Eröffnung der Straßenbahn, deren Wagen beim erst­maligen Erscheinen im Straßenbild Gegenstand des allgemeinen starken Interesses waren, so wandte sich auch am gestrigen Nachmittag die interessierte Auf­merksamkeit der vielen Straßenpassanten allent­halben den neuen Wagen zu. An vielen Stellen waren schnell die Photoapparate gezückt, mit denen die geschmückten Wagen auf ihrer Eröffnungsfahrt eifrig geknipst wurden. Die Fahrtteilnehmer konnten unterwegs auf der Fahrt feftftellen, daß die Obus- Wagen nicht nur in ihrer äußeren Erscheinung, son­dern auch in ihrer Inneneinrichtung allen neuzeit­lichen Anforderungen entsprechen und dem Fahrgast eine angenehme Fahrt bereiten. Die Wagen fahren ruhig an, laufen sehr ruhig und können frei von Ruck und Stoß abgestoppt werden; man sitzt be­quem auf den gepolsterten Sitzen, hat durch die breiten Fenster weite Ausblickmöglichkeiten und kann sich wohlfühlen in dem luftigen und doch nicht zugigen Fahrgastraum. Kurzum: ein schönes und angenehmes Verkehrsmittel, das sicher den Beifall aller Benutzer finden wird.

Im Anschluß an die Eröffnungsfahrt vereinigte die Stadtverwaltung als Bettiebsherrin die Schaf- jenben vom Bau der neuen Verkehrseinrichtung nach getaner Arbeit zu einer frohen Feierstunde, dem sog. Richtfest, im Schützenhaus. Daran nah­men auf Einladung des Oberbürgermeisters auch die Ehrengäste teil, um durch ihre Anwesenheit dem neuen, schönen Werk deutscher Arbeit ihre An-^ erkennung auszudrücken. Als Vertreter des erkrank­ten Oberbürgermeisters Ritter überbrachte Beige­ordneter Nicolaus die herzlichen Grüße unseres Oberbürgermeisters an alle am Bau beteiligten Arbeiter der Stirn und der Faust sowie an die Ehrengäste, zugleich auch den Willkommengruß zu dieser denkwürdigen Eröffnungsfeier. Er dankte so­dann allen Dienststellen der Partei, des Reiches und des Landes, ferner den zuständigen Stellen der Wehrmacht für die stets bereitwillige und viel-

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Nachstehende Preise sind Händlerpreise und versteh , sich für ^.-Ware. Für 8-Ware oder abfallende Wu L sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niebrig« ,,

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der deutschen Städte mit diesem neuzeitlichen Ver.8 kehrsmittel stehe. Namens aller am Bau beteiligtW Firmen und Arbeiter brachte Oberingenieur Ar in.! knecht von der Bauabteilung der AEG. herzliches Wünsche für das neue Werk der Stadt Gießen zmH Ausdruck. Im Verlaufe des frohen kameradschcht- lieben Beisammenseins gedachte noch ein LokalpHM aus dem Kreise der Mitarbeiter der Stadtwerke in[ hübschen Reimen in Gießener Mundart des bedeut.^ fernen Ereignisses. Bll

334. Lahresfeier d»r Universität. I

Am Dienstag, 1. Juli, vormittags, begeht bie* Ludwigs-Universität Gießen in der Großen Auli ihre 334. Jahresfeier. Nach dem Einzug des Senats und des Lehrkörpers sowie der Ansprache des Red tors Prof. Dr. weck. H. W. Kranz wird^Prr- Dr. K l u t e den Festvortrag über das Thema Volk und Raum" halten. Einem Chorgesang bes Akademischen Gesangvereins aus Händels Oratorium 2er Feldherr" wird die Ansprache des Studentin-ß führers folgen. Danach wird der Festakt in ber üblichen Weste geschlossen werden.

Annahmeuntersuchung für Waffen-ff und Schutzpolizei.

In den kommenden Tagen finden wiederum Annahmeunterfuchungen für die Waffen--- ich Schutzpolizei statt. Es werden angenommen Frei, willige für: 1.) Waffen--- (einschließlich Selig ftanJarte ffAdolf Hitler", Jahrgänge 19001924,1 Mindestgröße 168 cm mit 17 Jahren. 2.) Schaz.ß polizei, ungediente Männer der Jahrgänge« 19051912. Mindestgröße 170 cm, in Ausnahme-! fällen 168 cm. Die Freiwilligen dürfen noch nW von der Wehrmacht angenommen sein. Von bH Wehrmacht Gemusterte können sich jedoch meLvn.p Geeignete Bewerber melden sich bei der Annahme»! Untersuchung. Ferner erteilt Auskunft das Ergün.« zungsamt der Waffen---, Erg.-Stelle Fulda-Wem! (IX), Kasfel-Wilhelmshöhe, Löwenburgstr. 10, forifl sämtliche ff» und Polizeidienststellen. Eine nsiieV Annahmeuntersuchung findet am 27. 6. um 14 IW in Gießen, imBurghof", Burggraben, stoßZ

Säuberung des Verkehrs von abgenutzten Geldscheinen. |

Abgenutzte und unsaubere Geldscheine sind un-i hygienisch und unästhetisch. Jeder sucht sie so schreit wie möglich wieder loszuwerden. Aber gerade bei durch werden diese Scheine, insbesondere solche jufc 5, 2 und 1 Rentenmark, länger als nötig im Uro lauf gehalten Jhb bilden eine Quelle neuen AerM für Publikum und Geschäftswelt. Solche Scheue müssen schleunigst aus dem Verkehr verschwinde Jeder einzelne kann dazu beitragen, indem er sich nicht wieder verausgabt, sondern zu Zahlungen ane Geldinstitute und öffentliche Kassen verwendet. 3#g durch gelangen sie schnell an die Ausgabenstellen gii rück und können durch gebrauchsfähige und faubirtl Scheine ersetzt werden.

Gießener Wochenmarktpreise.

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* ® i-e h e n , 19. Juni. Auf dem heutigen Wochi« markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RA Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, KartofsilL alte, 5 kg 47, neue, % kg 20, Wirsing 22, gel Rüben, das Bund 20, Spinat, Vi kg 12, Erbsen ß Mischgemüse 15, Rhabarber 16, Lauch 24, Sellrr! ... 21, Salat, das Stück 8 bis 10, Salatgurken 50 bi ti Whisky e: 70, Oberkohlrabi 10, Rettich 16, Radieschen, im ! i hiniveisen, Bund. 9 Rpf. I 1 nA* *::!

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Schweinemarkt in Grünberg.

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4- Grünberg, 19. Juni. Auf dem heutig Schweinemarkt standen 119 Ferkel zum .. > kauf Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 24 'e;

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Die Dominiks.

Roman von Hellmuth M. Böttcher.

8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Des alten Herrn Blick folgt der Kopfbewegung des Sohnes. Da hinten steht schräg zum Fluß um einen langgestreckten haushohen Koloß ein Gewirr von eisernen Gittermasten, von Turmdrehkranen und Laufkranen, von Hoch- und Seilbahnen. Mäch­tige Eisenarme schwenken durch die Luft, über Drahtseile gleiten die Katzen mit ihren Lasten, Ketten und Taue heben Planken, Träger, Maschi­nenteile empor und senken sie wieder nieder auf einen grauen, massigen Schiffskörper, um den das Gewirr der Aufbauten und Vorrichtungen sich schlingt wie ein lebenserfülltes gigantisches Netz von Fäden und Gestängen.

Wieder ein Stück von meinem Leben", denkt Friedrich Dominik und sagt laut:Die iranische Gesandtschaft hat gestern erst angerufen und um Beschleunigung gebeten."

Werden sich gedulden müssen, die Herren!" lacht Nissen.Dreißigtausend Tonnen umbaut man nicht so schnell. Gut Ding will Weile haben."

Wir wollen auf mein Zimmer gehen. Ich habe mit dir etwas zu sprechen , entscheidet der Vater.

Oben aogekommen, schreitet Dominik lange Zett nachdenklich auf und ab. Es dauert lange, bis er plötzlich, wie das so seine Art ist, stehenbleibt. Er pflanzt sich breit vor seinen Sohn hin und meint:

Wie wär's, wenn wir uns mit unseren U-Boot- Plänen etwas intensiver beschäftigen?"

Nissen freut sich. Das wäre eine Aufgabe, die ihn locken könnte! Untersee-Kreuzer! Das ist schließ­lich doch etwas anderes, als Kauffahrteischiffe und Reisedampfer zu bauen.

Herrlich wäre das, Vater. Ich weiß zwar nicht, was es daran zu verdienen gibt, aber die technische Aufgabe lockt mich. Und der Gedanke natürlich, daß wir wieder mitwirken können am Aufbau deutscher Seegeltung."

Der alte Herr knurrt etwas Unverständliches in feinen Bart. In sein Gesicht kommt ein Lächeln. Es sicht feltfam aus, wenn der alte Brummbär

lächelt. Es ist wie ein heimliches Leuchten von innen heraus. Er deckt es dann auch schnell wieder zu.

Natürlich müßten wir schon etwas ganz Beson­deres leisten", knurrt er dann.

Du sagst das in solch einem eigentückllichen Aus­druck. Was meinst du?"

Dominik wandert ein paarmal durchs Zimmer. Dann steht er wieder breitbeinig vor Nissen.

Erinnerst du dich, was ich dir neulich von Tir- pitz erzählt habe?"

Gewiß. Daß ihr mehr leisten solltet. Daß ihr Schiffe mit schnellerem Tauchoermögen bauen solltet."

Mehr habe ich dir nicht erzählt?"

Nein."

Hm!" Dominik läßt sich wieder in seinen Schreibtischstuhl fallen.Da setz dich auch. Tirpitz wollte noch mehr. Du weißt, daß alle U-Boote mit zwei Maschinensystemen ausgerüstet sind..."

Ja. Mit Dieselmotoren zur Ueberwasserfahrt, und mit Akkumulatoren, die von den Dieselmotoren bei der Ueberwasserfahrt geladen werden und auf die bei der Tauchfahrt umgeschaltet werden muß, weil die Dieselmotoren unter Wasser nicht brauch­bar sind."

Damit war Tirpitz unzufrieden. Er verlangte von mir ein U-Boot, bei dem die Akkumulatoren als überflüssiger Ballast beseitigt sind und das statt dessen mit einer einzigen Einheitsantriebsmaschine ausgerüstet ist..

Unmöglich."

... Ein U-Boot also, das unabhängig von dem elektrischen Strom mit der Dieselmaschine auch un­ter Wasser fährt."

Unmöglich."

... Ein U-Boot, das in seinem normalen Ak­tionsradius beliebig lange ebensogut unter wie über Wasser fahren kann."

Unmöglich." Nissen kann nächt länger an sich halten.So gescheit muß der Großadmiral auch gewesen sein. Wer nur die einfachsten Grundsätze des Lebens und der Chemie kennt, weiß, daß das nicht geht. Allein der Sauerstoffmangel Zwingt zum Auftauchen. Und wenn der Sauerstoff selbst für die Menschen reichen würde, er reicht nicht für die Antriebsmaschinen. Ein Dieselmotor, der unter Wasser läuft, ist ein Unding. Bedenke, daß Oel

verbrennen muß, wenn es arbeiten soll. Verbren­nung aber bedeutet Sauerstoffoerbrauch. Jedes Kohlestoffatom des arbeitenden Oels holt sich ein oder auch zwei Atome Sauerstoff... So viel Sauerstoff aber kann fein U-Boot mitnehmen, wie die Dieselmaschinen verschlingen."

Friedrich Dominik nickt.

Genau dasselbe sagte ich zu Tirpitz. Und weißt du, was er antwortete?"

Was antwortete er?"

Stümper seid ihr Techniker. Alle miteinander. Von uns Soldaten verlangt ihr, daß mir Unmög­liches leisten. Und ihr könnt nicht einmal den in der Kohlensäure gebundenen Sauerstoff wieder frei­machen ... Was jede lumpige Brennessel oder Gänseblume, der lumpige Fünf-Groschen-Blumen- topf fertigbringt, daran scheitert ihr. Zeitalter der Technik nennt ihr das! Aber, wo es mal wirklich was Großes zu leisten gibt, da versagt ihr. Nicht das bißchen Sauerstoff könnt ihr zur Unterwasser­fahrt schaffen, das unsere Dieselmotoren brauchen. Obwohl davon vielleicht der Ausgang des Krieges abhängig ist. Stümper seid ihr alle miteinander."

Und was antwortetest du?"

Friedrich Dominik zuckt mit den Schultern.

Nichts. Aber als Tirpitz weg war, habe ich ge­arbeitet. Tag und Nacht. Wie ein Besessener. Immer an der Idee, wie trenne ich den Sauerstoff von den Kohlenstoffatomen des verbrannten Oels, wie zersprenge ich die Kohlensäure wieder zu Kohle und Sauerstoff?"

Und hast du's geschafft?"

Der alte Herr antwortet nicht gleich. Dann sagt er:Ich erzähle dir das ein andermal. Da drüben im Stahlschrank liegen die Konstruktionspläne, die sämtliche Schnüffelkommissionen der Entente finden wollten und vergeblich gesucht haben. Vielleicht können wir sie jetzt brquchen."

Er lacht in sich hinein.Deutschland baut ja wieder U-Boote. Und die Dominik-Werft wird bauen helfen. Dazu ist sie da."

Und dann fängt er doch an zu erzählen, wie er sich seit 1918 immer wieder die Stunden abgespart hat, die technische Aufgabe, die Tirpitz damals ge­stellt hatte, weiter zu verfolgen, und das Gefundene zu bewahren.

Ja, zu bewahren. Das war nach dem Kriege fast das schwerste.

Dominik-Werft sieben Jahre lang von einem t» munistischen BetriebsroHdrangsaliert wurde, waP

kannten, als Deutschland zu verraten.

Und nun,

der1 beste Freund nicht konnte.

Zuerst waren es die Schnüffelkommissionen ferer alten Feinde, die alles durchstöberten. hatten wohl auch irgendwie Wind von Somimilf Arbeiten gefunden. Damals faß Deutschland ja to- von Schmutzfinken, die für ein paar tausend A piermark ihres Nachbarn Seele verkauft häi^ denen nichts heilig war, was Geld bringen fonrj

Und in der Syftemzeit, zu jener Zett, wo

es wirklich ging.

Nisten hörte mit verhaltenem Atem zu. Selt^M wie sich die Welt in wenigen Jahren kann, wie es möglich war, daß eine einzige 1'^ Hand dem sinnlosen Spuk des Internationa.isin ein Ende machen und ganz Deutschland wi« auf seine blutmäßig gebundene Aufgabe m Welt Hinweisen und zusammenreißen konnte.

deiner Arbeit fertig?"

(Fortsetzung folgt.)

Ih.19.3 des d Petita Jstnet fl5 folge, auf.

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da hatten, wo es guu, «ums gu uijuuiu.- . für Geld oder auch für ein Pöstchen und maü mal auch nurder heiligen Idee des Weltftiedr^ zu Liebe zu denen zu tragen, die kein anderes F

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Wett. '

n und zusammenreltzen ronnu; ä./Ie j* v.Ur Vater", fragt der Sohn.Bist du f» G JJ

Und das war schwer. .M

Denn schließlich mußten ja auch Versuche y macht werden. Versuche, zu denen Dominik Hände, fremde Augen brauchte.

Nissen studierte damals und konnte nicht he''

Und so galt es zu tarnen, zu verbergen, zu r tuschen, um ja niemanden ahnen zu lassen, um

manchmal fast noch schlimmer gewesen.

Ein Kunststück war es damals schon, all das : neugierigen, scheelsichtigen Augen zu verbe was gehütet werden mußte wie ein Augapfel.

Millionen sahen damals in der Internationa das Glück der Zukunft. Millionen waren beu --. luji alles, was deutsch hieß, zu bespeien und zu raten. Auch durch die Dominik-Werft schlichen R Kreaturen, die ihre Augen und ihre Ohren übe

HU? ' en "1 lotet 6hl e Augen und ihre Ohren uvc .ip galt, etwas zu ergattern unM mL et ch für ein Pöstchen und morM/°eiden I ' iti." luiuucii, uw */c.ui|u/w.rv g 1,11 . r-., ÖE-blejfo(

Damals war vielfache Aufmerksamkeit und L* y sicht notwendig, alle Arbeiten, Studien, Pru>a . 'nie gen, alle Skizzen, Berechnungen, Zeichnunger geheim aufzubewahren, daß kein Mensch etwas davon ah«