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r. 143 Sweites Blatt

Gießener Anzeiger (Senerat-Anzetger für Vderheffe«)

Aus -em Reiche -er Krau

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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Sortieren der Wäsche.

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Minder gehören zu Kindern.

^.Lin Kind soll so lange als möglich auch wirklich

r , r Charakter bemerkt wird, ist es Sache Haupt Pclich der Mutter, im Leben des Kindes all Li aus dem Wege zu schaffen, was es altklug r hen könnte In erster Linie gehört dazu der

Wäschestück ist und dann getrennt nach den gegebe­nen Vorschriften behandeln. DieKrieg-Waschfibel der deutschen Hausfrau vom Reichsausschuß für volkswirtschaftliche Aufklärung schreibt vor, die Wäsche in drei Gruppen einzuteilen. Weiß- und Grob wüsche, die gekocht werden kann, ist vor allem weiße Bett-, Tisch- und Küchenwäsche, weiße Herren- und Damenleibwäsche, Taschentücher und eben alles, was nicht farbig ist und nicht aus Seide, Wolle oder ähnlichen Geweben bestehl. Zur Buntwäsche gehören alle farbigen Stücke: Her­renhemden aus bunten Wäschestoffen, Schürzen, farbige Tischdecken, Sachen aus Baumwollflanell hergestellt usw. Buntwäsche darf wohl heiß ge­waschen, aber nicht gekocht werden. Die Farben lei­den beim Kochen, färben auch manchmal ab, und wenn so ein Stück mit Weißwäsche zusammen in

wir zwei weiße, handge- merkleider in jugendlichen

d-gesunden, unbeschwerten Kindes sein, und so ist sie tii, wenn die Eltern dafür Sorge tragen, daß ihre Rin)er keine Gelegenheit haben, vorzeitig reif und ullfiig zu werden. H. v. L.

Kühlhattung von Butter!

Ist in einem Haushalt kein Eis- oder Kühl­schrank vorhanden, so wird die Hausfrau an heißen Tagen ihr Stück Butter zweckmäßig 12 Stunden vor der Mahlzeit in einem Topf mit fri­schem Leitungswasser kühlen, oder wickelt die Butter einige Stunden vor der Mahlzeit in ein feuchtes Tuch, das stündlich befeuchtet werden muß. Auch die handelsüblichen Butterkühler oder Kuhl- q l o den können der Hausfrau gute -Dienste leisten. Die Kühlglocke besteht aus einem Drahtgestell mit einem darüber gespannten Frottiertuch, das mit feinen unteren Ländern in flaches Wasser eintaucht. Der gleiche Erfolg kann dadurch erzielt werden, daß die Butterdose in eine flache Schüssel mit Wasser (23 cm hoch) gestellt wird und ein vorher ange­feuchtetes Leinentuch darüber gedeckt wird, das mit einen Enden in das Wasser eintauchen muß. Das in das Tuch aufsteigende Wasser wird stetig ver­dunsten und die dadurch erzielte' Kalte ermöglicht die Küh'lhaltung der darunter befindlichen Butter.

Rezepte

K a r t o f f e l f l e i s ch k l ö ß ch e n. 300 g rohe Kar­toffeln, 100 g gehacktes Fleisch, Zwiebel, gehackte Wildkräuter, Salz, 50 g Mehl. Die rohen Kartoffeln werden gerieben, ausgedrückl, mit Fleisch, Mehl, Salz feingeschnittener Zwiebel und den gehackten Kräutern vermischt. Aus dieser Masse formt man Klöße, die man in siedendem Salzwasser garziehen läßt, bis sie obenauf schwimmen. Das Kloßkoch- wass'er und das Wasser der ausgedrückten Kartoffeln gibt man zuletzt zur Suppe.

Tiroler Kartoffeleintopf. VA kg Kar­toffeln, Salz, Essig, Zwiebel, 25 g Fett, 50 g Mehl, Yt Liter Milch, Essiggurken, 200 g Hackfleisch, evtl. Majoran, Thymian oder Bohnenkraut. Die Kar­toffeln werden geschält und in nicht zu dünne Schei­ben geschnitten und in leichtem Salzwasser halb­weich gekocht. Dann in eine dunkle Mehlschwitze mit. Zwiebel gegeben, etwas Milch daran gerührt, mit den gewiegten Gurken vermischt und zum Schluß das Hackfleisch darunter gemengt, gewürzt und noch einmal kurz aufgekocht.

Eifeler Eintopf. VA kg Kartoffeln, 40 g Speck, Zwiebel oder Lauch, % Liter saure Milch

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Formen.

Das Kleid links mit den' kurzen Aermeln, dem kleinen Rollkragen und dem angelesenen Rock ist aus W a s ch k r e p p mit schmaler Bor­dürenstickerei in dunkelblau und rot. Die Passe wird im Rücken mit kleinen Wasch-

knüpfen geschlossen, dem Rock ist eine Tasche aufgesetzt.

Mit bunter Bordüren st ickerei (in tür­kischen Motiven) ist das Kleid rechts verziert. Es ist ebenfalls aus weißem Wasch krepp, hat drei­viertellange, weite Aermel, einen glockig geschnittenen Schoß und wird vorne mit kleinen überhäkelten Kugelknöpfen geschlossen. H.

Wen Anlagen in sich niederhielt.

Msnn das Leben der Frau die Brücke von Ge- zu Geschlecht ist, so wird eindeutig klar, tilöi ungeheure Bedeutung ihre Haltung in den $1' cn der persönlichen Kultur für die gesunde llb: der ganzen Nachkommenschaft hat. Wenn Bikr also die schwere Verantwortung für die geratenheit ihrer Kinder mit voller

krragen wollen, so dürfen sie sich von der Maschi- 3 ! des Alltags nicht verschleißen lassen. Auch ihre Äi:e müssen von Zeit zu Zeit neu gespeist wer- p*i. Das aber wird nur geschehen, wenn sie bereit W!> sich immer wieder für eine Weile 'nan _3U IP nen Sie sollten es gewissenhaft und regelmäßig K auch gegen die Stimme des eigenen Herzens, die Ansprüche der Familie an die Mutter so Ün übertreibt. Alle Hilfen zum äußeren Wachstum Pftii schließlich auch das Leben Das Inwendige 3'r muß verkümmern, wenn es nicht lebendige Mung erhält.

Milier sie versäumt manches andere, weil irgend- Dben doch die Zeit eine Grenze hat. Die ' Wi f am Morgen, das mittägliche Ausstrecken für c kurze Ruhepause, die täglich pflegende Behand- I- des eigenen Körpers, der nicht nur gewaschen, M!?rn regelmäßig gepflegt sein will, wenn er seine Miungsfähigkeit und Spannkraft und damit auch

G'ilt und Frische über die Jahre des jugendlichen ens hinaus bewahren soll diese notwendige B-'nc für das eigene Leben wird dann meist ge- 1 in den Zeiten vernoch^fsigt, in denen der Or- : sWSMus noch Reservekräfte speichern kann. Daß M Dichtung, Musik, Theater überhaupt für alle |Äe bildenden Mächte, aus denen Herz und Gemüt

3 ift werden, schon gar kein Raum mehr bleibt, W zunächst einfach h'ingenommen. Später erst, gmi man plötzlich der-gänzlichen Entwöhnung fest- »Wde Spannungen der Seele innewird, begreift Hr daß man mit dem Verzicht auf diese lebens- iWevenden und -verklärenden Güter auch die gel-

dcn Kochkessel kommt, gibt es häßliche, eingefärbte Flecken, die sich schwer entfernen lassen. Die Fein­wäsche nun ist besonders sorgfältig auszusortte- ren. Wenn ein Stück dieser Seide oder Wolle ge­kocht würde, märe es restlos verdorben. Alle feine Damenwäsche aus Seide, Kunstseide, Mischgeweben, auch Herrenwäsche aus gleichem Material gehören zur Feinwäsche. Ebenso alle Wollsachen, Handarbei­ten und Strümpfe Da bei jeder der drei Wasch- aruppen verschieden eingeweicht wird, ist es also sehr wichtig, schon das Sortieren gründlich und ge­wissenhaft vorzunehmen. Schon manches Stück ist bei falscher Behandlung verdorben worden und das ist heute bei der immerhin etwas schwierigen Neu­beschaffung gewiß für jede Hausfrau sehr ärger­lich. V. A.

: (w3 sind nun einmal Mütter! Sie denken gar nicht bar. n, sich zu schonen. Es stürmt so vieles auf sie rin und muß bewältigt werden. Und so fügt sie eine, boii zwei, schließlich auch fünf bis sechs Stunden i Eiren Tag, um mit allem fertig zu werden. Eine L? e schasst sie auch das und ist glücklich darüber, i? i sich selbst mag sie ja nicht vorauszudenken si "t ja noch so jung! Und wenn die eigene Mut-

% Ur derZ Ä nbeln '

zur Kind bleiben. Nichts ist unangenehmer für die n bem □feem, als wenn sie entdecken, daß ihre Kinder dieses ^zeitig reif und altklug sind Einmal macht ein uferen «l: luges Kind sich bei seiner Umgebung nicht be- MHie . litt, und die Ettern müssen zusehen oft mit Betriebs wicrn Herzen, daß ihr Kind sich die Sympathie einemiei Mitmenschen nicht erringen kann, zum anderen tefjen rianri) einem altklugen Kinde die schönste Zeit des seniiber ' M ens, die wirkliche, sorglose Kindheit, vergällt. Es en, von pH durch seine altkluge Einstellung den Ernst des jungen" Lcens früher kennenlernen, als das notwendig

©re. Oft entwickeln sich aus solchen Kindern die so Musterkinder in der Schule, Kinder, die nie zu 1 n, zu tollen und Dummheiten zu machen ver- Lcn, kurzum Kinder, die niemals im Leben in wahrsten Sinne des Wortes Kind waren!

ßq darum von den Eltern ein zu ernster, früh-

oder Buttermilch, Salz, 12 Köpfe Salat ober En­divien. Kartoffel werden mit wenig Wasser gar­gekocht, zerstampft, die heiße Milch und die mit dem Speck gedünsteten Zwiebeln dazugegeben, alles gut vermengt. Zuletzt gibt man den feingeschnitte­nen Endiviensalat darunter und richtet sofort an.

Speckkartoffelklöße. 1 kg am Tage zuvor gekochte Pellkartoffeln, 50 g Speck, 1 tleinwürfelig geschnittenes Brot, 50 g Mehl, 1 Ei, % Liter Milch, Weckmehl. Der in Würfel geschnittene Speck wird mit dem Brötchen geröstet. Dann mischt man alle Zu­taten mit den geriebenen Kartoffeln, arbeitet gut durch und formt Klöße davon, die man in kochendem Salzwasser langsam garziehen läßt.

Leberwurstkartoffe ln. 1A kg Kartoffeln, 200 g Leberwurst, Zwiebel oder Lauch, Salz, Fett. Die Pellkartoffeln werden abgezogen und mit Zwie­belringen und der in Scheiben geschnittenen Leber­wurst in der Pfanne gebraten.

A p f e l s ch a u m : 68 Aepfel werden mit der Schale auf ein Backblech gesetzt und im Backofen gegart. Dann streicht man die Aepfel durch ein Sieb, schmeckt sie mit Zucker und etwas Zitronen­saft ab und zieht den sehr steif geschlagenen Schnee von einem Ei oder Milei darunter.

Wirsingeintopf. 40 g Speck oder Fett, 2 Zwiebeln ober Lauch, 80 g kleine Graupen, etwa 2 Liter Wasser, 1 kg Wirsing, 750 g Kartoffeln, 2 roh geriebene Möhren. Die Graupen werben am Abenb vorher eingeweicht. In bem heißen Fett wer­ben bie Zwiebelwürfelchen gebräunt, bann gibt man bie eingeweichten Graupen mit dem Einweichwasser dazu, putzt den Kohl, hackt ober schneidet ihn etwas klein und gibt ihn mit den Kartoffelwürfelchen dazu, läßt alles aufkochen, schmeckt ab und gibt die roh geriebenen Möhren darunter.

Scholle mit Tomatentunke. 4 Schollen, 20 g Speck, 20 g Fett, 1 Zwiebel, 2 Eßlöffel To­matenmark, etwas Brühe, Meerrettich. Der Speck wird würfelig geschnitten und angeröstet. Zwiebel kleinschneiden, die vorbereiteten Fische baraufgeben, mit Brühe auffüllen, so baß der Fisch knapp be­deckt ist und 10 bis 12 Minuten dünsten. Dann nimmt man den Fisch heraus, gibt Tomatenmark hinzu und schmeckt mit Salz und etwas geriebenem Meerrettich ab. Die Tunke gießt man über den Fisch.

Mch in der Haushaltung muß mit Verstand ge- frertet werden, will man mit allem richtig zure-yt- *8v-]cn. Gedankenloses Wirtschaften führt zu aUer* H Mißerfolgen. Das bemerkt die Hausfrau nicht Hfekt beim Waschen besonders, denn bei der Ver- fee enartigfeit der jetzigen Gewebe geht es nicht -infach alles zusammen in dieWaschbutte zu lei. Nein, erst feststellen, welcher Art das

stockschEi id, bringt M Klos«

hterung.

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firnia, l||> eine erfahrene Freundin einmal eine war- Stimme erhebt, so lacht sie wohl und meint,

[oer m *;. n.n Essen und Trinken vergäße sie ja auch nicht.

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gang mit Erwachsenen. Fort mit den Kindern, .f.n Erwachsene etwas Wichtiges zu besprechen zu besi^M^n! Auf diesem Gebiet wird leider viel gesün- tUn9en. tjl _ Die Erwachsenen plaudern, haben sich Jnter- mQ:n^ : Sntes und Wichtiges zu sagen und vergessen die aus bie i bie still wie bie Mäuschen in ber Ecke sitzen eren °tro! Ul alles aufschnappen, besonbers natürlich bas, n a nfn u- M für ihre Kinberohren ganz unb gar nicht be- wrntaffe nlt j|f Wenn bas Kinb sich nicht rührt, sonbern PS weiterspielt, glaubt man, es höre nicht zu, ÄM es verstehe auch nicht, was gesprochen wird!

Gegenteil! Es weiß wohl jeder von sich selbst, jepohtif : er in seiner Kindheit gern mal die Weisheiten .°er b, Erwachsenen aufschnappte. Aber der jugendliche 1 meir(IBltanb erfaßt nia)t alles, höchstens bie Hälfte, i W bie womöglich noch falsch! In seiner jugenb? Mn Phantasie entstehen Zerrbilber bes mensch- Mn Lebens. Unwillkürlich werben biefe Kinber Tages auch ihre Stimme in Gegenwart Er- mt i Mysener erheben unb ihre gehörten Weisheiten lg wur^ 1 Miringen. Schon ist bas altkluge Kind fertig. Man Jiiets darauf bedacht, daß die Kinder unter Sh find, unb sie leben in ihrer kinblichen , M ntafiewelt, die man ihnen so lange als möglich OrbClltrr eiklten soll. Kinder gehören zu Kindern. Natürlich . [jlher Fall bei einzigen Kindern schwieriger: denn Jj Mn eben keine Gesellschaft für das Kind da ist, \ | &n sitzt es bei den Großen! Solche Kinder müssen bn eben so bald als möglich in den Kinder° foa-ten kommen) damit sie wenigstens Stunden jiis Tages ber Gefahr entgehen, Unpaffenbes auf- Ki|:jnappen. Auch gewinnen sie bort Freunbschaften, t Äferotroenbig sind gerabe für ein Kinb, das ohne . yBelimifter aufwachsen muß. In der kinderreichen siiiilie bleiben bie Kinber unter sich, bie Größeren gMäftiqen bie Kleinen, und die Mutter wird ent- Wiß. Kinder sind ja glücklich, wenn sie nicht bei Sn Großen zu sein brauchen, ihre eigene Gesell- nhern * ist ihnen viel lieber. Auf bie Gesellschaft ber .ss tjA^Briften legen sie höchstens Wert, wenn sie von ihnen _____] ei Märchen fernen können! So soll bie Einstellung

Donnerstag, lO.Zuni 1941

Der Einmache-Zucker richtig eingeteilt!

Ich erlebe in jebem Frühjahr, baß es die jungen, einmachelüsternen Frauen geradezu in den Fingern zuckt, wenn die ersten grünen Stachelbeeren ober reichlich Rhabarber auf ben Markt kom­men. Schon geht's los und der mühsam seit dem Herbst schon eingesparte Zucker wird verwendet in der seligen Hoffnung, daß es dann mit bem anberenschon irgenbroie werden wird". Nun, meist wird es" nicht und das schöne Obst im August« September kann nicht mehr eingemacht werden, weil der Zucker fehlt. Am besten nimmt man zum Einmachen von grünen Stachelbeeren und Rha­barber keinen Zucker, weil gerade diese beiden Obstsorten ohne Zuckerzusatz eingemacht werden können, da die in ihnen enthaltene Säure schon kon­servierend wirkt. Auch spart man für Rhabarber und- Stachelbeeren die wertvollen Einrnack-egläser unb macht sie in Flaschen ein. Stachelbeeren unb Rhabarber werben nach bem Vorbereiten in Flaschen gefüllt und mit so viel obgekochtem unb wieder erkaltetem Wasser übergossen, baß es 2 bis 3 cm unterhalb bes Flaschenranbes steht. Im Winter wird ber Flascheninhalt herausgenommen, wozu sich ein starker Draht mit umgebogener Spitze als gute Hilfe erweist, unb mit bem nötigen Zucker aufgekocht. Ich. nehme allerbings immer etwas weniger Zucker unb setze bann noch Süßstoff zu, ben man in biesem Eingemachten überhaupt nicht her- ausschmecken kann. Im August kommen bann noch Heibel- unb Preißelbeeren in Flaschen ohne Zucker.

Enbe Juni kommen bann bie Erdbeeren zum Einmachey und ich freue mich, mit gutem Gewissen meinen gesparten Zucker verwenden zu dürfen. Da nun Erdbeeren zu den teueren Früchten gehören, nehme ich gern zur Marmelade etwas Rhabarber,

Gib Deine Allstoffe dem nächflwohnenden Schulkind! Dünkl Euch nicht zu fein Altstoffe sammeln ist Kriegsdienst!

den der Geschmack ber Erdbeeren wird durch diesen Zusatz nicht etwa beeinträchtigt, sondern durch die­sen etwas herberen Geschmack sogar erhöht. Man nimmt auf 5 Pfund Erdbeeren 1 Pfund Rhabarber, diese Marmelade schmeckt geradezu köstlich. Wenn dann im Juli-August die Fülle des Obstes einge­macht werden soll, bann kommt natürlich auch für mich ber Augenblick, wo ich meist nicht mehr ge­nügend Zucker habe, aber auch dann weiß ich mir zu helfen. Wieder ist das Einmachen in Flaschen mir zur großen Hilfe geworden! Die Früchte, aus denen ich Marmelade herstellen will in diesen Jahren ist dies ja auch das wichtigste, bereite ich wie üblich vor, gebe sie durch die Fleischmaschine, bringe sie zum Aufkochen und fülle sie so heiß wie möglich in die vorbereiteten Flaschen. Meinen Waschkessel habe ich auch schon mit gut warmem Wasser vorbereitet; in diesen setze ich meine ver­schlossenen Flaschen, gut mit Heu und Stroh ver­packt, damit sie sich nicht gegenseitig stoßen ober umfallen, unb nun sterilisiere ich sie bei ungefähr 90 Grad noch 10 Minuten lang. So wartet diese Marmeladen-Grundlage ohne Zucker, bis ich sie im Winter verbrauchen will. Ich nehme sie bann aus ben Flaschen unb koche bie Masse mit ber ent» sprechenben Menge Zucker zur Marmelabe. Auf biefe Weise überlegt und eingeteilt, komme ich so­wohl mit meinem Zuckervorrat als auch mit meinen Einmachegläsern recht weit. Vielleicht machen es mir nun andere Frauen zu ihrem Vorteil nach! V. A.

Lindendust und Lindentee!

Besungen in vielen deutschen Volksliedern, hoch­geehrt als Symbol denkwürdiger Ereignisse im Leben unseres Volkes, begegnen wir überall in deut­schen Landen der Linde alsFriedenslinde",Sie­geslinde"; auch Lindenplätze, Lindenstraßen und GasthäuserZur Linde" bringen uns immer wieder den majestätischen, 10 bis 20 Meter hohen Baum in Erinnerung. Neben ihrem herrlichen Wuchs, ihrer weitausladenden Baumkrone ist es zur Blütezeit besonders ihr herrlicher, durchdringender und honig­süßer Duft, der die Linde ihre Beliebtheit durch Jahrtausende hindurch bis in unsere Zeit hinein verdankt.

Bei der Wahrnehmung ihres herrlichen Duftes während der Blütezeit im Juni und Juli denken wir an die Tassen voll dampfenden Lindenblüten­tees, der uns in kranken Tagen den Schweiß aus allen Poren trieb und manche, durch atmosphärische Einflüsse hervorgerufene Erkältungskrankheiten leich­ter überstehen ließ. Wohl die wenigsten benutzen das herb-süßliche, honigartige Getränk an Stelle der sonst üblichen H a u s t e e s. Ein köstlicher, bekömm­licher und durststillender Genuß- ist hin und wieder eine Tasse Lindenblütentee, je nach der Jahreszeit heiß ober kalt getrunken. Seine golbgelbe ober bei stärkerem Absub goldbraune Farbe und seine leicht- anregende Wirkung auf das ganze Nervensystem bieten einen idealen Ersatz auch für ausländischen Tee. Vor allen Dingen benötigt man zu dem natur- süßen Lindenblütentee sehr wenig Zucker, um ihn trotzdem schmackhaft auf den Tisch zu bringen. Selbst­verständlich können nach Geschmack beliebige Bei­mischungen vorgenommen werden: Kirschenstiele, Apfelschalen, an heißen Tagen auch Zitronensaft werden vorteilhaft hierzu verwendet. Aber immer soll das Aroma der Lindenblüte im Geschmack do­minieren, daher nur kleine Zusätze anderer Tee­sorten und bald wird eine Tasse Lindenblütentee ein Lieblingsgetränk der Familie werden. Er ist billig unb gefunb und kann natürlich nur in beschränktem Umfange selbst gesammelt ober für wenige Pfennige in ber Apotheke ober Drogerie de- zogen werben.E. W.

Und 2 Stunden später? Z

Der erste Schrift in den toufii» sehen Morgen ist noch voller Schwung. Aber bald wird das Hühnerauge zu bohren anfan­gen. Also lieber vorher Elastocom mit dem Filzring drauflegen!.

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