Ausgabe 
19.2.1941
 
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geschichtlichen Weg (!) wählen wolle, den Weg zu Wohlergehen, Gerechtigkeit und gutem Willen", dann sind das gegenüber den historischen Tatsachen nichts als Phrasen, die gleichen Phrasen, die der sogenannte Arbeiterminister B e v i n den Mas« sen als Zukunftsgemälde vorzaubert, indem er ihnen erzählt, England kämpfefür eine Welt, die von der oberen Herrschastsklasse frei sein wird, für eine Nation, die auf ewig jene Fehler auslöschen wird, die ihre Vergangenheit beflecken". Nur, daß die Plutokraten auch heute noch England regieren und England nicht nur in der Vergangenheit, son­dern auch in der Gegenwart mit den Flecken be­haftet ist, die Bevin angeblich nach dem Krieae ent­fernen möchte. Das reaktionäre, das unsoziale, schlechthin räuberische Prinzip, es wird von jenem Land aufrecht erhalten und mit den Waffen ver­teidigt, für das in merkwürdiger Verblendung oder mit böfem Willen die amerikanischen Senatoren eintreten.

Wenn sie nicht aus blindwütigem, von Juden genährtem Haß gegen das Neue, das in (Europa geboren wurde, anstürmten und angeiferten, wür­den sie sich wohl das neueste Buch des bekannten englischen Schriftstellers Wells ansehen, der vor kurzem in ihrem Lande weilte und feststellt, Eng­land sei eine böse Plutokratie, ein Land der Aus­saugung und des Verderbens. Wenn Bevin jetzt davon faselt, man müsse dochder ganzen Welt eine wirkliche Möglichkeit in Aussicht stellen, ein­mal im Frieden zu leben und Wohlfahrt und Kul­tur entwickeln zu können", bann liegt doch darin das Eingeständnis, daß in den langen Zeiträumen, da die Welt von den Angelsachsen beherrscht worden war, Wohlfahrt und Kultur überhaupt nicht ent­wickelt worden sind. Der Führer hat diesen Seifen- blasen-Sozialismus am 30. Januar gestäupt, als er sagte:Und wenn heute plötzlich ein britischer Ar- beltersekretär, der nebenbei als Oppositionelles von Staats wegen bezahlt wird, auftritt und sagt: 'Eng­land wird nach diesem Kriege, nach seinem Sieg, beginnen müssen, soziale Fragen in Angriff zu neh­men und soziale Probleme zu lösen; wir werden uns auch um die breite Masse kümmern müssen? so kann ich diesem Sekretär nur sagen: Das ist bei uns schon längst geschehen!"

Für diese verrottete, nach eigenem englischen Ein- «eständnis sterbereife Welt aber treten die am erb anischen Senatoren ein! Man greift sich an den Kopf, wenn man ihre hetzerischen Phrasen lieft. Aber es bleibt bei dem, was der Führer am 30. Ja­nuar feftftellte:Was andere planen, ist bei- uns schon Wirtlichkeit geworden. Das Jahr 1941 wird, dessen bin ich überzeugt, das geschichtliche Jahr einer ?roßen Neuordnung Europas fein! Das Programm ann kein anderes (ein, als Erschließung der Welt für alle, Brechung der Vorrechte einzelner, Brechung der Tyrannei gewisser Völker und ihrer finanziellen Machthaber. Und endlich wird dieses Jahr mithelfen, die Grundlagen für eine wirkliche Völkerv5rständi- Sung und damit eine Dölkeraussöhruna zu sichern." nd ein solches Programm wagen diese amerikani­schen Senatoreneine unmenschliche, bestialische Re­volution gegen jede Form der Freiheit" zu nennen! Sie spotten ihrer selbst und wissen nicht wie ...

E. 8.

Oie Wandlung des Wende« Willkie.

Wendell Willkie, nicht unbegüterter Rechtsanwalt in Neuyork, Bewohner eines exklusiven Apartements in Neuyorks feinster Gegend, ehemaliger Gegen­kandidat Roosevelts und allerdings ist das schon drei Monate her lauter Verkünder der Theorie, daß sich Amerika aus dem Kriege heraushalten solle, stößt jetzt in das gleich Horn wie feinGegner" Roosevelt. Er wird schon wissen, weshalb er das tut. Dazu ist er ein viel zusmarter" Geschäfts­mann. Und geehrt wird er auch. Associated Preß meldet, daß M. Willkie die Jahresmedailie des Jüdischen Kriegsveteranenoer- bandes verliehen wurde. Wofür? Etwa für seine Hilfe bei der Ankurbelung der Rüstungsindustrie und der damit verbundenen Füllung der Brief­taschen der USA.«3ut>en? Nein:für sein außer­gewöhnliches Beispiel an Führerschaft und Förde­rung von Amerikanismus und Demokratie"--

wie es in der Begründung wörtlich heißt. Wie war das doch eigentlich mit den drei Silberlingen ... ? !

Haiti spürt England« Blockade.

Berlin, 19. Febr. (DNB. Funkspruch.) Das amerikanische Staatsdepartement hat einer teilwei­sen Einstellung des Schuldendienstes Haitis zustimmen müssen, da Haiti sich infolge des Verlustes der europäischen Absatzmärkte für Kaffee, Baumwolle und Zucker in einer schwierigen Wirtschaftslage befinde und bereits feinen Staats­haushalt um 20 o. H. habe kürzen müssen. Der bri­tische Geschäftsträger in Haiti hatte erst vor kur­zem mitgeteilt, daß England keinen Zucker mehr beziehen könne, da ihm der Schiffs­raum für den Transport fehle. Die Schuld an der schwierigen Wirtschaftslage Haitis trägt also England, das durch feine Blockade Haiti von den europäischen Märkten abgeschnitten hat und als früherer Hauptabnehmer der Erzeugnisse des Lan­des ebenfalls nicht mehr in der Lage ist, irgend­welche nennenswerten Warenmengen anzukaufen, wodurch indirekt auch, noch die Vereinigten Staaten geschädigt werden.

Englische Moden sollen Devisen bringen

San S e b a st i a n , 19. Februar. (DNB. Funk- spruch.) In London wurden vor einigen Tagen Kleider, Hüte, Pelze, Seide und Par- füms oorgesührt, die für bie Ausfuhr nach Südamerika bestimmt waren, um dort den Einfluß der französischen und amerikanischen Mode- häufer etwas zurückzudämmen und Devisen für England zu gewinnen. In Südamerika vermag man freilich die Zahl der englischen Schiffe, die im Laufe eines Jahres in südamerikanische Häfen gelangen, beinahe schon an einer Hand abzuzählen. Die südamerikanischen Mode- und Textilhäuser wer­den auch an die Telegramme denken, die sie in den letzten Wochen von britischen Firmen, wie etwa dem Tuchhaus Dehns in Manchester, erhalten haben, und in denen ihnen mitgeteilt wurde, daß die aufgegebenen Bestellungen in absehbarer Zeit nicht ourchgeführt werden könnten, da die gesamten Warenlager durch deutsche Luftangriffe z e r st ö r t seien.

Dänische Frachtschiffe von Chile beschlagnahmt.

Santiago de Chile, 18. Febr. (DNB.) Die chilenische Regierung erklärte drei im Hafen Tal- cuhuano liegende dänische Frachtschiffe als für die Kriegsdauer beschlagnahmt. Sie sollen in die chilenische Handelsschiffahrt eingereiht wer­den und unter chilenischer Flagge fahren. Schiffe und Einrichtungen werden ihrem Wert nach ge­

schätzt. Offiziere und Mannschaften sollen an Land gebracht werden und eine Entschädigung erhalten, sofern sie in Chile bleiben. Die Begründung besagt, infolge Mangels an Tonnage sei Chiles Schiffahrts­verkehr in einem für die Nationalwirtschaft besorg­niserregenden Maße zurückgegangen. Die eigene Handelsflotte und die von neutralen Ländern zur »ung gestellte Tonnage reiche nicht aus, um angel zu beheben.

In dänischen Schiffahrtskreisen hat die Beschlagnahme der drei Fracktdampfer insofern besondere Besorgnis ausgelöst, als befürchtet wird,

daß der chilenische Beschluß andere Länder der westlichen Hemisphäre dazu verleiten könnte, dem gegebenen Beispiel zu folgen. Es ist anzuneh­men, daß das Kopenhagener Auswärtige Amt das Ungesetzliche des chilenischen Schrittes, die Konfiszierung dänischer Schisse, die im Kopenhage­ner Schiffsregister geführt werben, in einem schar- sen Protest rügen wirb. Alle drei Fahrzeuge gehören der Reederei Jaeger Lauritzen in Esbjerg. Sie sind in. den Jahren 1936/38 erbaut unb 1700, 1700 und 1858 BRT. groß.

Politik derKonsolidierung inIugoslawien

Von unserem v. M.-Korrespondenten.

Belgrad, 18. Februar 1911.

Am 5. Februar waren es zwei Jahre, daß der jugoslawische Ministerpräsident Zwetko - witsch seine erste Regierung gebildet hat. In der jugoslawischen Presse würbe dieser Jahrestag ein­gehend besprochen. In allen Artikeln wurde unter­strichen, daß bie erste Regierung Zwetkowitsch die Verständigung mit den Kroaten durch­geführt unb die zweite, in der die Kroaten eine wichtige Rolle spielen, die jugoslawische Politik des Friedens und der Neutralität ermöglicht habe.

Es steht außer Zweifel, daß Ministerpräsident Zwetkowitsch persönlich das Hauptverdienst für bie Erfolge seiner Regierung hat. Die erste Re­gierung Zwetkowitsch kam in einem Zeitpunkt, als die innerpolitischen Verhältnisse in Jugoslawien nicht sehr rosig waren. Die zwanzigjährige Politik ber Belgrader Regierungen gegen die Kroaten hatte in Kroatien eine derartige Erbitterung geschaffen, daß Befürchtungen berechtigt erschienen, der Zeit­punkt für die Verständigung mit den Kroaten sei bereits verpaßt. Zwetkowitsch bildete seine Regie­rung mjt ber einzigen Aufgabe, die Möglichkeiten zur Verständigung mit den Kroaten zu schaffen unb diese Verständigung zu verwirklichen. Er erklärte sofort nam seiner Machtübernahme, daß er mit die­ser Politik stehe unb falle unb alle seine Kräfte ein­setzen werde, um eine Versöhnung mit den Kroaten zu erreichen.

Er verstand, das Vertrauen des Führers der Kroaten, Dr. Matschet, zu gewinnen unb bie kroatische öffentliche Meinung von ber Ehrlichkeit seiner Absichten zu überzeugen. Auf diese Weise wurde schon zu Beginn der Verhandlungen mit den Kroaten eine günstige Atmosphäre geschaffen, in ber sachliche Verhandlungen leichter geführt werden konnten. Die beiden Derhanblungspartner, Dr.

Matschet unb Zwetkowitsch, zeigten bei den Ver­handlungen viel Weitsicht. Unb so wurde fünf Tage vor Ausbruch des neuen europäischen Krieges die Verständigung mit den Kroaten zustanbege- bracht. Das Protokoll über die Verständigung un­terzeichneten Zwetkowitsch als Beauftragter ber Krone unb Dr. Matschek als Beauftragter des kroa­tischen Volkes.

Die zweite Regierung Zwetkowitsch stand sofort vor Aufgaben, die größte staatsmännische Älu^beit unb Vorsicht erforderten. Zwischen den europäischen Großmächten war ein Krieg ausaebrochen. Jugo­slawien aber wollte neutral bleiben. In diesem Sinne war schon seit Jahren die jugoslawische Außenpolitik geführt worden und deshalb war die jugoslawische Neutralitätserklärung eine logische Folge der bis dahin geführten Politik. Doch mit der Neutralitätserklärung waren noch lange nicht alle Schwierigkeiten überwunden. Es zeigte sich bald, daß in diesem Krieg auch neutrale Staaten in ge­wisser Hinsicht Belastungen ausgesetzt sind. Politische, wirtschaftliche unb soziale Schwierigkeiten steigerten sich von'Tag zu Tag. Die Regierung Zwetkowitsch versuchte in dieser Lage nicht, große Politik zu machen, sondern begnügte sich, das Land nach der Art eines besorgten Familienvaters zu verwalten. Diese Art erwies sich unter den heutigen Verhältnis­sen als die beste.

Die Tatsachen wurden in den Kommentaren der jugoslawischen und ausländischen Presse zum Zwei- Jahres-Jubiläum der Regierung Zwetkowitsch zum Ausdruck gebracht. Durch Verfolgung ihrer bisheri- gen Politik bient daher die Regierung Zwetkowitsch nicht nur den Interessen der jugoslawischen Völker, sondern auch den Interessen des Friedens am Bal­kan und in Südosteuropa, baher auch den Inter­essen der kommenden europäischen Gemeinschaft.

eiter schwere Kämpfe an der griechischen Front.

Rom, 18. Febr. (DRV. Funkspruch.) Der »alle- msche IVehrmachlberlcht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:

An der griechischen Front dauerten im Ab­schnitt der 11. Armee am gestrigen Tage schwere Kämpfe an, in denen der Feind sehr hohe Verluste erlitt, ohne daß es ihm gelang, unsere Stellungen zurückzudrängen. Auch unsere Verluste sind empfind­lich gewesen. In taktischer Zusammenarbeit mit der Landlruppe belegten Verbände unserer Luftwaffe den ganzen Tag hindurch feindliche Abteilungen mit Bomben und WG.-Feuer.

Staffeln des deutschen Fliegerkorps haben Bom­benangriffe auf die rückwärtigen Verbindungen und Rachfchubstühpunkte des 'Feindes In der Cyre - naika ausgeführt. 3m Gebiet des Aegäischen 21t e e r e e überflogen feindliche Flugzeuge die In­seln Dodekanes und warfen Brand- unb Spreng­bomben.

3n Osts frika an der Eritrea-Front Kampf­handlungen von örtlicher Bedeutung. An der Ke­nia - F r o n t schlugen einige unserer Kolonnen feindliche Panzer- und Kraftwagen In die Flucht. Am unteren Fuba wurden Angriffe des Geg­ners, der den Fluhübergang erzwingen wollte, ab­geschlagen. Rach vollständiger Unbrauchbarmachung des Hafens haben unsere somalischen Deckungs­truppen den Stützpunkt K i s l m a j u geräumt, die Kampfe im Abschnitt dauern noch an.

Die Im Imperium eingesetzten Abteilungen der Luftwaffe haben sich wegen ihres seit Beginn

der Feindseligkeiten großherzig gebotenen Beitrages an Mut und Blut und besonders wegen der im Verlauf der Kämpfe der letzten Zxlt bewiesenen Kühnheit und Opferbereitschaft der Bewunderung des italienischen Volkes wert gemacht.

Oie erfolgreiche Luftwaffe der Achse.

Rom, 19. Febr. (Europapreß.) In einem Bericht über bie letzten Luftkämpfe über Griechenland und Malta meldetGiornale b'Jtalia", eine Kette ita­lienischer Bombenflugzeuge sei von etwa 20 Gloster- unb PLZ.-Maschinen angegriffen worben. Die ita­lienischen Flieger hätten sich trotz ihrer zahlenmäßi­gen Unterlegenheit dem feindlichen Angriff nicht ent­zogen, sondern das Feuer ausgenommen und einen Engländer brennend abgeschossen. In geschlossener Formation seien die Italiener mit leichten Beschä­digungen heimgekehrt. Ueber Malta gelang es deutschen Jägern, so berichtetGiornale b'Jtalia" weiter, eine große Formation englischer Jagdflugzeuge zum Kampf zu zwingen. Dabei sah man drei Hurricane brennend abftünen, während zwei Maschinen des gleichen Typs so schwer getrof­fen wurden, daß mit ihrem Absturz gerechnet wer­den müsse. In Libyen hätten deutsche und italienische Flieger gemeinsam den Flug­hafen Bengasi-Berka unb deutsche Bomber militärische Ziele b e i A g h e i l a unb an der Straße von Agedadia angegriffen. Der Zusammenarbeit der Luftwaffe der Achse, die jetzt enger als je zuvor ist, lei es gelungen, allein in einer Woche 161 englische Apparate,3U vernichten.

'H:

as ein schwedischer Matrose

ans britischer Konvoi-Fahrt erlebte.

Stockholm, 18. Febr. (DNB.) Bei der Unter- suchung eines neutralen Dampfers auf See wurde ein b.linder Passagier entdeckt. Es war ein junger schwedischer Matrose, der sich in Liverpool an Bord geschmuggelt hatte, um der gefährlichen Seefahrt fm Dienste Englands zu entkommen, zu der er zusammen mit vielen anderen neutralen See­leuten von den Engländern gepreßt worden war. Im Verlaus von wenigen Monaten hatte der schwedische Matrose bei wiederholten Atlantiküber­querungen im Konvoi vier Unterseeboots­angriffe erlebt, bei denen insgesamt 33 Schiffe versenkt wurden. Jetzt hatte er genug und es gelang ihm, was nur wenigen seiner Leidensgefährten ge­lingt, aus England zu entkommen. Unter aben­teuerlichen Umständen ist er im Hafen von Liver­pool von feinem Schiff geflüchtet, das gerade wie­der mit feiner aus verschiedenen Nationen zusam­mengepreßten Mannschaft in die Gefahrenzone ge­schickt werden sollte. Hocherfreut über seine Rettung gab ber schwedische Matrose u. a. folgendes zu Protokoll:

Anfang 1940 ließ ich mich auf einem schwedischen Motorschiff anheuern, das nach Südamerika fuhr. Auf der Rückreise zwischen Island unb den Far- örn nahmen wir Kurs auf Bergen, wurden aber bald von einem englischen Trawler angehalten, und nach den Farörn gebracht. In Kirkwall wurden die Kapitäne unter Drohungen gezwungen, von nun an für England zu fahren. Es wurde den Kapi­tänen gesagt, daß ihre Schiffe beim Verlassen des Hafens sofort torpebiert würden, wenn sie nicht einen Kontrakt auf zwei Jahre abschließen würden. Meine erste Fahrt nach Kanada machte ich m i t einem Konvoi von Liverpool aus mit. Wir liefen mit dreißig Schiffen aus unb vereinigten uns im Nordkanal mit einem weiteren Konvoi von 20 Schiffen. Dieser Geleitzug von fünfzig Schiften wurde von vier Zerstörern begleitet. Nachdem wir einen Punkt In einiger Entfernung von der Küste

erreicht hatten, drehten die Zerstörer ab und fuhren wieder nach England zurück. 5d)on wenige Stun­den, nachdem das Geleit uns unserem Schicksal überlassen hatte, waren wir einem deutschen U - B o o t a n g r i f f ausgesetzt. Hierbei wurden vier Schiffe versenkt.

Wir hatten die Hinfahrt fast ohne Ladung ge­macht. Jetzt nahmen wir drüben Flugzeuge, Auto­mobile unb Eisenerze mit. Von Halifax wurden wir von sechs ehemals amerikanischen Zerstörern in Geleit genommen. Als wir uns England näherten, gab es wieder einen U-Bootanariff. Hierbei wurden acht vollbeladene Schiffe versenkt. Die Zerstörer warfen fortwährend Wasserbomben, doch konnte ich nicht beobachten, daß ein U Boot ver­nichtet wurde. Die Löschung ber Ladung in Liver­pool dauerte fast drei Wochen, da wir nur am Tage löschen konnten unb auch während dieser Zeit noch durch tägliche Luftangriffe gestört wurden. Auf der zweiten Fahrt nach Amerika waren es wieder 50 Schiffe, die auch diesmal nur von vier Zerstörern bis in die gleiche Gegend begleitet wur­den. Nachdem uns die Kriegsschiffe verlassen hatten, dauerte es nicht lange bis zum U ° B o o t a n g r i f f. Vier Schifft wurden aus unserem Konvoi heraus- aeschossen. Wir fuhren wieder fast ohne Ladung. In Montreal bekamen wir Flugzeuge, Autos, Stahl, Kupfer, kondensierte Milch und Schweinefleisch an Bord. Nur noch 25 Schiffe traten die Rückfahrt an. In Se« wurden wir von sieben Zerstörern in Emp­fang genommen. Wieder waren es Amerikaner mit englischer Besatzung. Wir steuerten einen anderen Kurs, aber als wir ungefähr die Westküste Irlands erreicht hatten, erlebten wir einen Großangriff von Unterseebooten.

In Liverpool wurde die Ladung auf Last­wagen geladen unb sofort weiter verfrachtet. Eine Lagerung kommt hier kaum noch in Frage wegen der Luftangriffe. Ich habe in Liverpool zwei zer- stört» Dockanlagen und etwa zehn bis zwölf Lager­

Häuser zählen können, die völlig vernichtet marin. Der Bahndos am Hafen war ebenfalls von Bon. den getroffen. Von Bord aus sah man eine oöEig zerstörte Fabrik. Fast täglich gab es Bombenai,. § risse, meist nachts, aber auch am Tage wurde

lrbeit häufig durch Luftalarm gestört, da inurtr wieder Aufklärer auftauchten. Wir rüsteten K» reits für die neue Fahrt, aber ich hatte den Ent- fchluß gefaßt, diese gefährlichen Reisen nicht me^r mitzumachen. Da keiner an Land durfte, mufje ich versuchen, heimlich zu entkommen. Ich b em er Eie, daß ein anderer neutraler Dampfer im Hafen len von dem ich annahm, daß er nicht nach Amerika bestimmt war. So schlich ich mich als blinder Passt, gier an Bord. Wie froh war ich, als unser Schsf von einem deutschen Krieasschiff aufgebracht muije unb man mir die Rückkehr in die Heimat em> lichte.

Oer Wehrmachtbericht

Berlin, 18. Febr. (DNB. Funkspruch.) Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Kampfflugzeuge griffen gestern kriegswichllzr Ziele ber britischen Insel erfolgreich an. Bomber- treffet verursachten Brände unb Zerstörungen in Hafenanlagen an der O st st e. Bei einen Tiefangriff gegen ein Jndustriewerk s üdossl. wärts Hutt entstanden durch Volltreffer schme-e Explosionen. Am Moray-Firth in Nord scholl, land wurde ein 0 e 11 a g e r in Brand getvorfei weitere erfolgreiche Angriffe richteten sich geg<n Lagerhäuser auf den Shetland 3 n fein urb gegen Schiffsziele. Ein feindliches Schiff von 41X0 BRT. wurde versenkt. In der letzten Rocht roau fen stärkere Kampffliegerverbände Brand- unb Sprengbomben auf London und griffe» Hasenanlagen und Scheinwerfersiellungen an bet S üb- und 0 ft f ü ff e erfolgreich an.

Der Feind flog weder in das Reichsgebiet noch in die besetzten Gebiete ein. Flakartillerie an bir Küste brachte ein Kampfflugzeug vom Muster Bei. stol-Blenheim zum Absturz. Kriegsmarine schof ein feindliches Flugzeug ab. Trachtflieger vernich­teten im Kanalgebiet fünf treibende britische Sperr, ballone. Zwei eigene Flugzeuge werden vermihl Bon den im gestrigen wehrmachtbericht als vn. mißt gemeldeten eigenen Flugzeugen ist eins Ik> zwischen zurückgekehrt.

Italiens Studenten eilen zu denZahnm

Rom, 18. Febr. (DNB.) Wie in den andere, italienischen Universitätsstäbten versammelte sich auch in Rom die faschistische Jugend, die jetzt fir-; willig bas Buch mit dem Gewehr zu vertausche, unb zu den Regimentern zu eilen wünscht, zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Parteisekretär 9JKn.ii [ter Serena sprach zu den Studenten. Dann mar­schierten bie studentischen Freiwilligen durch btii Stabt, unter den Zuschauern sich besinbenbe beut*- s ch e Flieger würben von ben Studenten unter begeisterten Kundgebungen für Führer und Dm auf die Schultern gehoben.

öer Blindgänger im 0om von Genua entfernt.

Genua, 18. Febr. (Europapreß.) Bei ber Be­schießung von Genua durch die englische Flotte wirr in dem Dorn San Lorenzo eine 38-cm-Granate ein- geschlagen, bie bisher nickt egpl obiert wart In fünfstündiger vorsichtiger Arbeit gelang es, diest-i große Geschoß zu entfernen, Das bann nna) dem Hafen gebracht und dort versenkt wurde. M Schäden am Dam haben sich als weit größer hei- ausgestellt, als man zuerst annahm. Das Dach btü rechten Schiffes der Kathedrale ist durchschlagen worden, wobei das Gemälde ber Himmelfahrt von Plevictti an verfchiebenen Stellen befchäbigt rourbtt Die wundervolle Rosette an ber Hauptfassade bri Domes ist vollständig zerstört wordein ebenso die vielen großen Fenster des Chors, vor denen nur eines unversehrt geblieben ist. Ein koski- bares Gemälde von Fiasko auf dem Kruzifixaltar durch Hunderte von Splittern durchlöcher! worden. Da man in dem Mauerwerk viele breil-'i Risse gefunden hat und auch am Boden groß» Löcher aufgerissen worden sind, befürchtet man, hoff die Statik dieses schönen gotischen Bauwerks durch den Einschlag gelitten hat.

Die Brandkatastrophe von Santand«

Nach den letzten Meldungen aus Santander U es durch Einsatz von 10 000 Mann Feuerwehr unS Soldaten gelungen, die Feuersbrunst in der M st-adt zu lokalisieren. An zahlreichen Stellen mußlm Sprengungen vorgenommen werden. Die 21fr"- beiten zur Eindämmung des Brandes waren nw großen Schwierigkeiten' verbunden, da ber vom Meere her wehende Sturm nicht nachgelassen hatiu Ueber die Stadt Santander wurde von ber Regi«-- rung der Belagerungszustanb verhängt! Der Caudillo hat den Industrie- unb HandelsminiM Cazeller nach Santander gesandt, um die Fest­stellung der Schäden in bie Wege zu leiten unb einem Wiederaufbauplan auszuarbeiten. Durch bie Feuern brunft ist etwa bie Hälfte der Stabt zer­stört worben. Santander, die Hauptstadt ber glei^ namigen Provinz am Golf von Biskaya, war mt! 91 000 Einwohner eine ber bedeutenbsten Hafenftäbldi Spaniens und Mittelpunkt ber kantabrischen Eisen­industrie. Die Madrider Presse erklärt, das gank« spanische Volk trauere mit Santander und habe in brüderlicher Einigkeit trotz der wirtschaftlichen Not» läge des Landes ein großes Hilfswerk eir.^* leitet. Die Sammlungslisten haben überall bereite hohe Beträge zu verzeichnen. In dem Eifer bei bea Aufbringung der Mittel fehlt es nicht an originellem Einfällen. So hat ein berühmter Torero sich bereit- erklärt, unentgeltlich einen Stierkampf durchzufuh*' ren und die gesamte Einnahme zu stiften.

Kleine politische Nachrichten.

Der Stabsleiter des Reichspresseamtes, Reichs Hauptamtsleiter Helmut Sünder m'a n n, begeh» am 19. Februar seinen 3 0. Geburtstag.

*

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprach in W>eir auf einem Betriebsappell ber Reichsbahner Üben ben Sinn bes gegenwärtigen Ringens.

In Berlin beenbete die Reichsfrauenführung eins Tagung der Gauabteilungsleiterinnen Presse-Pro­paganda aus dem ganzen Reich. Es sprachen u. o.- Reichshauptamtsleiter Prof. Dr. Groß, Reichshaupl- amtsleiter S-ündermann, Ministerialrat Dr. Ziegu" und der Leiter des VDA. Dr. Hillebrand.

Ein Minensuchboot wurde am 17. Februoa von einem britischen Flugzeug mit Bombem angegriffen, die sämtlich ihr Ziel verfehlten- Das Flugzeug wurde sofort unter Feuer genom-